Ich habe hier nicht alles durchgelesen, aber ich finde nicht, dass der Doctor einen Superheldenstatus bekommt, dazu sind seine düsteren Seiten, egal in welcher Inkarnation zu groß.
Die meisten wirklich bekannten Superhelden haben ihre düsteren Seiten. Ihre Dämonen, die sie innerlich quälen und zu zerreissen drohen. Besonders gut sieht man das zB an Batman oder Iron Man, aber selbst Superman ist nicht ohne Fehl und Tadel und schon gar nicht ohne Selbstzweifel oder Schuldgefühle über Dinge die er schon zu tun gezwungen war.
Ich fand die Staffelhälfte Nr 1 jetzt eigentlich nur mittelprächtig. Zum einen weil ich mit Folgen wie dem Schwarzen Fleck oder der Frau des Doctors wenig anfangen kann, sondern auch weil mich besonders das "Finale" emotional so gut wie nicht berühren konnte. Okay, es war ne Auflösung, aber es war zu grandios aufgezogen zu sehr Schein, zu wenig Sein und der "surprising twist" war mir eigentlich ebenso zu albern wie die Erklärung des Titels. Außerdem sind wir jetzt endgültig wieder bei den Spaßkreuzfahrten durchs Universum mit Amy und Rory an Bord der AIDA TARDIS angekommen, das lustig animierte Rumhüpfen auf fremden Planeten hat mich schon bei Rose oder Martha gestört, wie kann ich es jetzt interessanter oder berechtigter finden? Niemand sagt dass die Leutchen an Bord nur sauertöpfisch rumlaufen sollen, aber dieses naive unschuldige "ach gucken wir uns den Planeten mit dem drolligen Namen Todesfalle 12 doch mal in Ruhe an während wir unseren Urlaub verbringen" müsste man mir wenn schon besser verkaufen. Spätestens nach zweimal fast abkratzen muss man doch in irgendeiner Weise aufwachen und anfangen erwachsen zu werden und die hatten sie schon vor über einem Jahr. Es scheint fast so als hätte der Doctor nichts aus seinem letzten Leben gelernt und würde alle Fehler nochmal neu begehen müssen. Oder der Gedanke den zweien mit einer ungewöhnlichen Flitterwochenreise einen Gefallen zu tun hat sich ungewöhnlich stark verselbstständigt.
(Und nebenbei kaufe ich ihnen dieses ganze "Alle bösen Völker des Weltalls zittern wenn der Doktor die Klospülung betätigt und wieder hingucken kann was sie machen" Sache auch nicht ab. Im Gegenteil, ich find das ziemlich übertrieben und schlecht in Szene gesetzt. Schon die Allianz die ihn in die Pandorica setzen wollte war am ehesten fannisch motiviert,welchen Grund sollten Daleks, Cybermen, Sontaraner oder wer auch immer sonst, haben, sich selbst als Bösewichte und den doctor als unausweichliche Konsequenz ihres Handelsn zu sehen? Vor allem: wieso jetzt? Nummer vier hat auch schon die Chance gehabt die Daleks auszulöschen und da gab es keine Koalition um ihn zu stoppen, nr 9 und 10 waren nicht weniger "ruchlos" in ihrer Handlungskonsequenz.... Nr 11 ist jetzt der Katalysator wegen dem alles vor die Hunde geht?`"Ein bisschen viel der ehre" fängt nicht an, der Hybris die in dieser Idee mitschwingt gerecht zu werden.)