Och Doktor - beim Staffelauftakt war er noch extra vorsichtig, aber kaum kommt das Würfelchen geflogen, stürzt er sich blindlings aus dem Universum raus. Sicher, eine echte Time-Lord-Nachricht hat mehr Gewicht als die Aussagen von ein paar verwirrten Menschlein, aber vielleicht hätte er mehr darüber nachdenken sollen, warum ein Artgenosse ein
Notsignal schickt? Man kann prinzipiell schlecht helfen, wenn man in die selbe Situation rennt...
Aber wie Amy schon feststellt, sind dabei eine Menge Emotionen im Spiel, die das Urteilsvermögen beeinträchtigen - ist ja genau wie bei irdischen Spam-Mails, je besser die Nachricht auf das Opfer zugeschneidert ist, desto eher klickt es auf den verseuchten Link darin.
Damit das Haus in Ruhe futtern kann, macht die TARDIS also eine außerkörperliche Erfahrung durch. Der erste Eindruck war etwas gemischt - das Abknutschen fand ich bescheuert (na gut, wahrscheinlich hat ein Raumschiff wenig Erfahrung im Umgang mit Östrogenen), dafür war es echt goldig, wie sie nach ihrem Dieb ruft. Auch dass sie die Zeit ganz anders wahrnimmt, passt sehr gut, schließlich muss sie ja sehen können, wann sie hinfliegt.
Sobald sie sich an das Menschenhirn gewöhnt hat, kommt sie auch deutlich weniger durchgeknallt rüber, sondern doch eher so, wie ich mir das Schiff vorgestellt hätte. So kann sie auch ein paar Theorien bestätigen, etwa dass sie tatsächlich lieber zu den Katastrophen fliegt, wenn er einfach nur Urlaub machen will. Oder zumindest
behauptet sie das. Wer sagt denn, dass sie nicht genauso flunkern kann wie ihr lieber Doktor - besonders, wenns ums Ego geht.
Kulissentechnisch hat sich endlich was getan - nach gerade mal sechs Jahren gibt es tatsächlich Korridore zu sehen! Die leider recht... unspektakulär aussehen. Aber immerhin, es ist ein Schritt in die richtige Richtung, und senkrechte Gänge mit künstlicher Schwerkraft hätten Potenzial. Das telepathische Passwort hat mir sehr gut gefallen - wenn Pilot und Schiff telepathisch sind, drängt sich das förmlich auf.
Während die Begleiter sich als Spielzeug den nötigen Aufschub erkaufen, betreiben Zeitschiff und Zeitherr ihrerseits ein bisschen Leichenfledderei und basteln aus den Essensresten ein behelfsmäßiges Transportmittel. Klar, wenn sich jemand damit auskennt, dann diese beiden.
Die Rückeroberung war schick gelöst - zum Pech für das Haus hat der Doktor nunmal eindeutig den Heimvorteil. Und nicht gerade die beste Laune, nachdem er nur Echos und Einzelteile finden durfte und jemand sein Zuhause fressen wollte. Inklusive seinen Schützlingen, die eigentlich dort sicher sein sollten. "Finish him off, old girl" - jepp, das trifft es gut.
Dass alle so emotional werden, weil die TARDIS zu ihrer gewohnten,
überlebens- und funktionsfähigen Form zurückkehrt, fand ich erstmal übertrieben... Doch je länger man darüber nachdenkt, dass sie das einzige Lebewesen ist, das seit Anfang an mit dem Doktor unterwegs ist und das er nicht nach ein paar Jahren irgendwo zurücklassen muss... Da wäre es schon sehr praktisch, wenn sie ihm tatsächlich Gesellschaft leisten könnte. Aber das "I love you" war doch etwas zu kitschig.
Jetzt wurde dem Doktor also gleich mit zwei verlockenden Dingen vor der Nase rumgewedelt, die er dann doch nicht haben darf... Aber immerhin weiß er jetzt, dass sein Schiffchen zuhört, und hey, vielleicht veranstaltet sie ja irgendwann mal wieder eine Diashow.
Eine herrlich bekloppte Folge. Die Atmosphäre war surreal und gruselig, auf angenehme Weise unangenehm, sowohl auf dem Schrottplatz als auch in der besessenen Telefonzelle. Die Romanzen-Andeutungen mit "Sexy" hätten nicht unbedingt sein müssen, aber sonst waren die beiden recht nett zu beobachten. Mein Lieblings-Doktormoment war übrigens, wie er sich dafür ohrfeigt, dass er die aussichtslose Situation interessant findet.
Alles in allem erstmal verwirrend, aber dann doch ein "super" wert.