Amy ist ein bisschen widerwillig als es darum geht gleich danach schon wieder in ein nächstes Abenteuer zu springen. Also dauert es wohl nicht mehr allzu lange bis sie komplett von Bord steigt, im Doppelpack mit Rory versteht sich.
Ja, ich hatte auch so den Eindruck. Ihre anfängliche Abenteuer-Begeisterung ist ganz allmählich merklich abgeflaut. Verständlich, wenn man bedenkt, was sie schon alles durchgemacht hat, dass Amy ihre Reise in der Tardis nicht mehr als den Großen Abenteuer-Ausflug ansieht.
Wenn die Vermutung also zutrifft, eine ganz plausible Charakter-Entwicklung.
(PS, Nachtrag: @Komohdo: Schtümmt natürlich auch wieder! So gesehen... vielleicht ist das dann wieder zu viel hineininterpretieren.)
Was mich jetzt zu meiner Kritik bringt - zuerst zu den postiven Kritikpunkten, von denen ich im einzelnen weniger habe, als mir lieb ist, denn im Großen und Ganzen mag ich die Folge, eine meiner Lieblingsfolgen seit langem, bei der sich endlich mal wieder dieses Who-Gefühl einstellt, dass mich, als ich die Serie entdeckt habe, so für sie eingenommen hat:
- Gut dargestellte Charaktere, die keine fantasievollen Aliens oder Monster sein müssen, um interessant zu sein - das aber sehr wohl sein können. Typisch britische Alltagsgestalten: Der Vater des Jungen war großartig. Der Vermieter, wenn auch ein ziemliche Klischee-Darstellung, so doch sehr überzeugend dargestellt und nicht einfach platt. Die jammernde alte Nachbarin. Sogar der Kurzauftritt dieser beiden Zwilling war ein wunderschönes optisches Schmankerl, für die ich die Serie so mag. Und dann natürlich die Puppen - das sind dann wieder die ganz klassischen Who-Monster, bei der die Designer der Serie sich mal wieder autoben konnten!
- So viele schöne kleine Details wieder mal: Der gleichgültige Boxer, der sein Herrchen im Fußboden versinken sieht, ohne zu mucken. Die "Puppenhaus"-Details (leider viel zu wenige), wie zB. das Holzhähnchen, die aufgemalten Zeiger oder die Haustür ohne Türgriff, die Kaffee-Pappbecher, Rory, der trotz aller Toughness im Angesicht von Cybermen-Armeen und Adolf Hitler immer noch herrlich unbeholfen sein kann, wenn er einfach einem ganz normalen Typen vor seiner Wohnungstür gegenübersteht und nicht weiß, was er hier eigentlich sagen soll, usw usw...
- Spar-Episoden sind oft nicht die schlechtesten: Hier wird für wenig Budget eine alltägliche, unspektakuläre Kulisse, die Sozialwohn-Anlage, handwerklich so geschickt in Szene gesetzt, dass die Szenen in der Wohnanlage eindrucksvoller auf mich wirkten als die in dem Puppenhaus.
- Dass hier der Story-Arc in den Hintergrund treten darf.... aaaaber....
Negativ (aber auch nicht so viele):
- ..... aaaaber dass der Story-Arc zum einen ein bisschen zu sehr in den Hintergrund tritt - bei dem Thema "Verängstigtes Kind" hätte man von den jungen traumatisierten Eltern Amy und Rory schon irgendeine, wenn auch nur subtile emotionale Reaktion erwartet. Zum anderen dann aber wieder am Ende der scheinbar schon obligatorische Holzhammer-Hinweis auf die derzeit aktuelle Story-Arc-Hauptzutat! So sehr zu recht man das auch langsam nur noch zum Kotzen finden kann, fürchte ich, dass sich daran wird nichts mehr ändern wird, das ist wohl schlicht und ergreifend das stilistische Markenzeichen für die Moffat-Ära, so was wie eine Signatur am Ende jeder Folge. Hinnehmen, runterschlucken, weitermachen und still leiden, wäre mein Rat (auch wenn ich nicht sicher bin, ob ich meinen Rat auch selber befolgen kann!)
- Was auch schon jemand vor mir angemerkt hat: Schade, dass die Puppenhaus-Elemente so wenig und nur bei vereinzelten Props wie der Pfanne, den Tellern, Hähnchen, Obst etc vorkamen, das Puppenhaus selber aber nicht wirklich wie ein Puppenhaus wirkte, sondern halt wie ein ganz normaler Altbau. Ein auf subjektiv-Menschengröße vergrößertes Puppenhaus hätte viel gröbere Details, wäre niemals so fein ausgearbeitet, auch wenn es noch so liebevoll gebaut worden ist. Allein, was Textur und Holzmaserung angeht, hätte das ganz ander aussehen müssen. Aber gut, das ist halt dem Bidget geschuldet.
- Kann mir jemand verraten, warum der Doctor Amy und Rory wegschickt um woanders weiter zu suchen, nachdem er gerade selber entdeckt hat, wo sich der gesuchte kleine Junge befindet - außer, damit es einen Story-bedingetn Grund hat, dass Amy und Rory vom Doctor getrennt werden, um im Puppenhaus herum irren und ohne ihn gegen die Monster antreten zu müssen? Das ist zwar auch nicht unwichtig für die Charakter-Entwicklung der Companions, ihre Abnabelung vom Doctor, aber hier macht es irgendwie den Eindruck, dass der Doctor seine Companions einfach nur aus allem raushalten will, um sie nicht in Gefahr zu bringen. Warum er sie dann überhaupt noch dabei hat, wenn er (genau wie die Ponds selbst!) doch von vorne herein weiß, dass seine Reisen gefährlich sind... (Na ja, in der Konsequenz würde mein Gedankengang auch nur dazu führen, dass nicht nur sämtliche Companions, sondern am Ende auch der Doctor schön gemütlich und sicher zuhause bleiben, Tee trinken und ein Buch lesen (woran erinnert mich das?... Ach ja, die "vorletzten" Momente von
!
Ich frage mich, ob der sich nicht tatsächlich zu dem Zeitpunkt schon innerlich in den Ruhestand zurückgezogen hat. Muss mir die Stelle mal wieder anschauen.))
Uuund... Ich konnte mich nicht wirklich entscheiden, ob ich das zu positiv oder negativ einordnen soll:
Wie das Psychic Paper (zum wiederholten! xten mal!) hier zum Einsatz kommt: zuerst als so eine Art Mitteilungs-System für den Doctor (wird wirklich ein bisschen zu oft gemacht in letzter Zeit), und dann, damit man nicht das Gefühl hat, dass das Psychic Paper nur noch dazu gut ist, den Doctor zu rufen, wird das Psychic Paper noch mal kurz drauf auf ganz klassische Art benutzt, damit der Doctor sich Eingang in die Wohnung verschaffen kann. Wobei mir besonders gefallen hat, wie der Doctor selber erst mal verwirrt rausfinden muss, was der andere auf dem leeren Blatt überhupt sieht! (Kann der Doctor das normalerweise sehen oder rät er sonst auch immer? Ich weiß es gerade nicht mehr.)