So, hab's mir jetzt angehört. Also das Altersproblem ist natürlich definitiv da. Da gab' es schon diverse "Wer spricht da gerade? Ach, der Doctor"-Momente. Mit der Zeit gewöhnte man sich aber etwas daran, dann ging's ganz gut. Ich hoffe, dieser Gewöhnungseffekt wird sich mit den weiteren Folgen noch verstärken. (Hab' die erste Staffel im Abo und das "Lost Stories"-Boxset, also werde ich's mir so oder so anhören.) Damit, dass Tom Baker in späteren Folgen besser spricht sollte man nicht rechnen, so wie ich dies auf der BiFi-Seite gesehen habe wurde dieses als letztes von Staffel 1 & Lost Stories aufgezeichnet. Vielleicht hatte Tom Baker aber zwischendurch einen besonders guten Tag, schauen wir mal.
Der Text, den Tom Baker bekam, ist aber schön auf den vierten Doctor passend und bei der letzten Szene (Doctor und Leela sind zurück in der TARDIS) kam auch ein gewisses "Wie früher"-Gefühl auf.
Zur Story: Naja, es fühlte sich mehr nach einem BiFi-Einteiler als nach einem Vierteiler an, man wird doch ziemlich ohne Spannungsaufbau in die Story geworfen. Nick Briggs meinte in den Extras, dass es beabsichtigt war den Zuhörer direkt in die Action zu werfen, könnte daher in späteren Folgen besser werden. Ansonsten größtenteils 08/15-Monster-in-Raumstation bei dem die Nebencharaktere entweder recht flach oder ziemlich klischeehaft sind. (Die Ärztin mit dem toten Kind.)
Interesse kommt aber in der zweiten Hälfte des zweiten (und damit letzten) Teils auf.
Wir erfahren, dass Viktorianer ein außerirdisches Raumschiff geklaut haben und damit zum Heimatplaneten dieser Aliens geflogen sind. Die Aliens hatten eine äußerst friedliebende, eigentlich ideale Gesellschaft gebildet, die den Viktorianern allerdings als moralisch verkommen erschien. Daraufhin haben sie die Aliens unterjocht und ihren Lebensstil aufgezwungen, wie es dass Empire auch sonst so auf der Erde gemacht hat. Die Idee war gut, da war auch Nick Briggs mächtig stolz darauf. Leider hat er dies überhaupt nicht genutzt und nur als Hintergrundgeschichte eingebaut. Stattdessen treffen wir auf die Monster, die entstanden nachdem die Aliens mit einer Biowaffe zurückschlugen.
Das Ende war mir für Doctor Who auch etwas zu Star-Trek-mässig. Das "Die Menschen haben sich weiterentwickelt und sind jetzt nicht mehr so böse wie damals"-Argument passt mir eher da hinein. Im Gegensatz zu Star Trek sind in Doctor Who die Menschen in der Zukunft ja eigentlich immer noch genau so arschig wie heute. Das macht ja auch so die "Menschen sind toll"/"Menschen sind scheisse"-Ambivalenz des Doctors aus.
Ansonsten bin ich mal aufs Lost Stories Set gespannt, die erste Geschichte höre ich dann ich zwei Wochen, vorher kommt erstmal der Raincloud Man dran.
Das Boxset hat zumindest eine bessere Kritik bekommen bei drwho-online.co.uk als "Destination: Nerva".
(Destination: Nerva 8/10, Lost Stories 10/10) Wobei die Seite auch nichts schlechter als 6/10 bewertet hat (soweit ich das gesehen habe), weswegen ich die Skala umrechnen würde indem ich fünf Punkte abziehe und eine x/5-Wertung daraus mache. Dann kämen wir bei Destination: Nerva auf eine 3/5, die ich ganz gut unterstützen kann.