Paprika (2006)
In naher Zukunft wird ein Gerät entwickelt, mit dem man in die Träume von Menschen eindringen kann. Und wie es scheint, haben böse Terroristen diese Technologie entwendet, um damit Menschen über ihre Träume in der Realität zu beeinflussen. - "Hey, Moment mal !" werden da einige sagen, "Das klingt doch verdächtig nach Inception !". Und zumindest einige Parallelen sind gar nicht mal von der Hand zu weisen, nur war "Paprika" eben eher da, sodass es gar nicht mal völlig unwahrscheinlich ist, dass sich Nolan von diesem ja auf vielen Film-Festivals gezeigten und mehrfach ausgezeichneten Anime zummindest mal Inspirationen für seinen Traum-Film geholt hat. Dann aber leider nicht genug, denn "Paprika" hat eindeutig interessante Traumwelten zu bieten, wobei diese gar nicht mal so ausufernd und vielzählig daherkommen, wie der Trailer vermuten lässt. Aber gerade das spricht für diesen Science-Fiction-Film, denn er will nicht den Zuschauer einfach nur mit exotischen Bildern zuballern, sondern eine Geschichte erzählen. Und wie für japanische Filme ja fast Standard, wird dabei der Zuschauer immer als intelligent und mündig eingestuft, sodass dann z.B. eine für Kenner des Genres völlig unüberraschende Enthüllung eben auch ganz nebensächlich abgehandelt wird, wo 99% der westlichen Schreiberlinge das als großes Ding aufgezogen hätten, um zu zeigen, wie sehr viel cleverer sie doch als der Zuschauer sind. Erfreulich, alles sehr erfreulich in diesem Film, bis auf das nicht ganz so gelungende Ende vielleicht, bei dem ich etwas mehr Raffinesse erwartet hätte. Aber in dem Fall ist eben der Weg das Ziel, und eigentlich geht es ja sowieso um die Charaktere. Durchaus eine Empfehlung also, dieser Paprika - den es übrigens auch als deutsche Blue-Ray gibt, falls jemand nicht gerne Untertitel liest...