War ein sehr maues und vor allem enttäuschendes Musik-Jahr. Eigentlich gab es für mich nur...
Beirut - The Rip Tide
Tolles Album. Trotz betonter Eingängigkeit. Wenn auch viel zu kurz.
Radiohead - The King of Limbs
Mit ein bißchen Bastelarbeit ein gutes Album, das sicherlich nicht auf einer Stufe mit Kid A oder Hail to the Thief anzusiedeln ist, aber wenigstens nach dem recht faden In Rainbows wieder in die richtige Richtung geht.
Und mit Vorbehalt vielleicht noch
Future Islands - On the Water
Ansich ganz solide, aber Future Islands ist nun mal eine Band, die ihren Stil gnadenlos durchziehen, und so besitzt jedes Lied den gleichen Spirit, und entsprechend sind auch die Alben alle sehr ähnlich.
Die Enttäuschungen des Jahres seien aber auch noch genannt:
Rainald Grebe & das Orchester der Versöhnung: "Diktator der Herzen" ist spitze, ansonsten wirkt das Album aber eher wie eine Werkschau. Viele der Lieder hat man auf ähnliche Weise schon mal von Grebe gehört, nur besser. Und eigentlich sollte Grebe sowieso mal wieder aus der Kalauer-Ecke herauskommen und sich auf seine Wurzeln besinnen; "
Blaues Blut", "
Familie Gold" - da lag Komik und Tragik noch so schön beisammen. Auf dem Niveau bewegt er sich schon lange nicht mehr.
Patrick Wolf - Lupercalia: Geht für mich in die falsche Richtung. Als hätte das neue Label gesagt "Mach mal die Musik so, dass sie sich besser verkauft" und herausgekommen sind Lieder, die wahrscheinlich gar nicht so schlecht wären, wenn sie nicht so nach 80er-Popmusik schmecken würden. Glücklicherweise läuft Wolf auf der zweiten Hälfte des Albums doch nur zu alter Stärke auf. Aber fünf gute Lieder machen eben noch kein gutes Album.
Knorkator - Es werde nicht: ...so gut wie früher. Knorkator waren mal toll. Wenn man ein Album von denen zum ersten Mal hörte, wusste man nie, was einem beim nächsten Lied erwartet. Vielleicht Hardrock, vielleicht ein atmosphärisches, fast nur vom Klavier getragenes Stück, vielleicht einen clever komponierter Popsong - alles war möglich. Das hatte sich mit dem grottenschlechten letzten Album vor ihrer Trennung leider eklatant geändert, und immerhin, das muss man sagen, ihr erstes Album nach der Reunion ist ja doch ein wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Nur leider mehr auch nicht. Beim nächsten Mal bitte mehr Frische und neue Ideen !