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Oh, Coden oder Programmieren war damals viel einfacher. Da gab es bei weitem nicht so viel an das man sich halten musste und Unschönheiten und Schlampereien vielen nicht so ins Gewicht, es interessierte sich aber zugegebenermaßen auch niemand dafür.
Ich kenne es nur bei Web-Applikationen aber die müssen heute alle objektorientiert, barrierefrei und zu CSS und (x)html valide sein.
(und einfacheres) Außerdem noch: Du kannst gerne soviel Video schauen wie du willst, DVDs haben trotzdem NUR (jaha, nur) unbestreitbare Vorteile gegenüber![]()
Oh, die würde ich gern hören... und was genau ist denn hierbei "das wesentliche"?
Quoted
Es gäbe sicher noch mehr Argumente, aber die würden dann wieder in den subjektiven und idealistischen Bereich gehen und gehören wohl nicht hierher (die "Reduktion auf das Wesentliche" wäre noch ein solches Argument).
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wenn auf einer DVD ein Kratzer ist, weiß man nie, wieviel Zeit der Film durch die Störung überspringt. Ich hatte schon Fälle von zerkratzten DVDs aus der Stadtbücherei, bei denen durch einen dicken Kratzer 20 Minuten übersprungen wurden. Bei einer VHS mit Bandknitter betrifft der Schaden nur einen "Echtzeitbereich" im Film, d.h. 15 Sekunden Bildstörung = 15 Sekunden Film.
Im Prinzip tust du nämlich genau das, was du anprangerst. Anderen ihren Lebensweg aberkennen und deinen aufzwingen.
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Wenn du dich von diesem wertenden Vergleich verabschieden würdest, dann könnte man daraus auch durchaus eine gute Argumentation machen. Aber wenn dein Urteil schon von Beginn an klar ist, dann ist es auch kein Wunder, wenn man das dann nicht ernst nimmt.
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Es ist halt nun mal so, daß die Wertung zur Zeit extrem deutlich in die Richtung geht, daß früher alles Mist war (um es mal salopp zu sagen) und endlich in den letzten Jahren dank digitaler Revolution etc. alles so großartig geworden ist. Das ist eine Meinung, die man aus allen Richtungen "reingedrückt" bekommt und die oft mit falschen Ideen und Informationen untermauert wird. Und es gab IMO keine Dekade zuvor, die so herablassend und amüsiert auf die Vergangenheit geblickt hat, wie das 21. Jahrhundert.
Richtig. Die 70er waren ein prägendes Jahrzehnt. Vor allem in der Musik wurden viele Genres erfunden, bzw. neu definiert. Nur der Umkehrschluss ist eben nicht, dass dadurch heute alles scheiße ist. Es ist immer leicht mit Dingen, die noch nicht ausprobiert wurden, zu experimentieren. Aber was bringt denn das Experemimentieren, wenn es zu nichts führt? Ja, in Sachen Computern wurde in den 70ern Pionierarbeit geleistet. Nur was würde es bringen, heute genau das selbe zu machen? Die Architekturen von Systemen sind im Großen Ganzen nunmal analysiert. Heute geht es um Verbesserungen im Detail - da das andere schon existiert. Einfach zu sagen damals wäre die Philosophie anders gewesen ist natürlich enifach, aber die Rahmenbedingungen waren schlichtweg vollkommen anders. Fortschritt (ja, technischer) basiert nunmal darauf, dass alte zu nehmen, zu verändern und womöglich damit zu verbessern, nicht das gleiche immer und immer wieder zu wiederholen. Das ist schlichtweg langweilig.
Glorifizieren möchte ich die 90er auch nicht, dafür interessierten mich die 90er zuwenig. Mein Lieblingsjahrzehnt sind die 70er, auch wenn ich diese aktiv kaum erlebt habe. Aber es gibt soviele geniale Ideen, Medien, Gedanken etc. aus den 70ern, die ich sehr hoch schätze.
Chris
Darfst du ja auch gerne selbst so finden und ich kenne Richard Dawkins nicht und kann auch nicht sagen wie er argumentiert. Aber wenn man so argumentiert, dann muss schon einiges auf dem Kasten haben um damit durchzukommen. Ich kenne dich zwar nicht, aber ich bezweifle jetzt mal, dass du die Reputation dafür besitzen würdest.Prinzipiell nicht falsch, aber warum sollte man einen Standpunkt nicht wertend vertreten? Ein Richard Dawkins vertritt ja z.B. seinen atheistischen Standpunkt auch sehr wertend und betrachtet es trotzdem als gute Argumentation. Ob es eine ist, sei dahingestellt.
Und ich sehe z.B. in der Realität das genaue Gegenteil deiner Aussage. Ich sehe eher immer nur die Kritik und das Herummäkeln an Dingen der heutigen Moderne und die Glorifizierung der vergangenen Zeiten und das obwohl diese nur subjektiv als besser empfunden werden aber es letztendlich mit Sicherheit auch nicht waren. Der Mensch kritisiert meiner Erfahrnung nach immer zuerst an der Gegenwart herum, weil er die Vergangenheit sowieso nicht mehr ändern oder zurückholen kann und ihn die Gegenwart sowieso gerade "präsenter" ist.
Quoted
Es ist halt nun mal so, daß die Wertung zur Zeit extrem deutlich in die Richtung geht, daß früher alles Mist war (um es mal salopp zu sagen) und endlich in den letzten Jahren dank digitaler Revolution etc. alles so großartig geworden ist. Das ist eine Meinung, die man aus allen Richtungen "reingedrückt" bekommt und die oft mit falschen Ideen und Informationen untermauert wird. Und es gab IMO keine Dekade zuvor, die so herablassend und amüsiert auf die Vergangenheit geblickt hat, wie das 21. Jahrhundert. Warum also sollte es keine Argumentation geben, die in eine andere Richtung geht?
This post has been edited 1 times, last edit by "Skeletor" (Sep 14th 2011, 6:05pm)
Zum Beispiel die Sache mit der DVD. Da wurde soviel Pro gesagt - und belegt - und trotzdem kam als Gegenargument einfach ein: "Ja, aber mir gefällts besser."
DVD hat gegenüber VHS durchaus einige Vorteile. Dem habe ich auch nicht widersprochen. Es ist ja auch ein gutes Argument, im Gegensatz zu z.B. "Mit alten Computer kann man kaum etwas anfangen" (was nicht stimmt). Was mir an der Sache aber sauer aufstößt, sind einmal mehr der absolute Überlegenheitsanspruch und die Natur der Kampagne, die dann im Zuge der digitalen Revolution die analogen Bildmedien verdrängt hat.
Da hieß es dann z.B. in Fachzeitschriften, daß die VHS-Filmsammlung nun endlich dank DVD zum Sondermüll geworden ist (Vorwort in der Cinema, wobei ich jetzt die genaue Ausgabe nicht sagen kann). Da wurde schnell ein Image geschaffen, daß nur Umsteigen auf digital die mediale Erfüllung bringt und bisher alles Trash war. Da machten schnell Stories die Runde, das VHS nur maximal 10 Jahre halten (kurios, ich habe funktionierende Bänder, die fast 30 Jahre alt sind). Da wurden ganze Sammlungen auf den Müll gekarrt, z.B. auch aus Bibliotheken - in der hiesigen wurden z.B. etliche Filmklassiker aller Genres verramscht und ersetzt durch DVD-Boxsets mit King of Queens und Scrubs und Anime. Da entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, daß eine der Kassetten, die ich vor der Müllverbrennung gerettet habe, ausgerechet Truffauts "Fahrenheit 451" ist. Aber ich werde theatralisch...
Und die selben Zeitschriften, die seinerzeit über VHS abgelästert haben, sind jetzt jene, die den Leser fragen, wer sich denn noch ein matschiges DVD-Bild bieten lassen will, wo es doch endlich BluRay gibt. Wie richtig gesagt wurde: das Medium ist SCHEISSEGAL. Wenn dem aber so ist, warum gilt das nicht in beide Richtungen? Warum provoziert man sofort Irritation, wenn man nur harmlos sagt, sein persönliches Filmmedium sind analoge VHS?
Was ist konsequente Wertschätzung?
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Und es war eben nicht immer so. Viele beziehen doch heute ihre Ansichten über vergangene Jahrzehnte aus irgendwelchem Retro-Kram, amüsierten TV-Shows mit trashigen Nostalgie-Themen etc. Echte Einblicke in die Denkweisen und Ideen früherer Jahrzehnte bekommt man so nicht, nur Vorgekautes. Was erlaubt ist, ist Amüsement über "irgendsowas" von früher. Was nicht erlaubt ist, ist konsequente Wertschätzung. Dann gibt es schnell wieder die üblichen Sätze von Verklärung, rosaroter Brille und dem Leben in der Steinzeit.
Diese Idee wirkt deswegen so obskur, weil sich viele Dinge einfach weiterentwickeln und vieles irgendwann überholt ist. Es ist obskur, wenn man der jetzigen Generation quasi vorwirft, dass sie Erfahrungen, die du früher gemacht hast, heute nicht mehr machen, weil sich die Technik massiv geändert hat. Ich weiß ja nicht wann du geboren wurdest, aber ich schätze einfach mal, dass das Anfang/Mitte der 70er gewesen sein muss. Wie weit hast du dich in deiner Jugend mit der Technik vor deiner Geburt auseinandergesetzt. Hast du dich nicht eher mit der vorhandenen Technik beschäftigt als mit der damals veralteten Technik sagen wir aus den 50ern, 40ern oder 30ern? Du kannst genausowenig nachvollziehen, was diese Technik damals für die Menschen bedeutet hat und welche Erfahrungen sie damit gemacht haben. Diese Erfahrungen kannst du auch im Nachhinein nicht mehr machen, da du bereits mit der Nachfolgetechnologie groß geworden bist. Die heutige Generationen wachsen wiederum in einer anderen Zeit auf, mit anderen Rahmenbedingungen und anderen Technologien. Sie können die Erfahrungen mit analoger Technik nicht so machen wie du sie gemacht hast. Das ist praktisch unmöglich. Ihnen das jetzt vorzuwerfen erinnert mich dann tatsächlich an so mache Aussage meines Opas, der eben irgendwann auch mit aus meiner Sicht sehr veralteten und obskuren Ratschlägen ankam, die zwar irgendwann mal hilfreich gewesen wären und lieb gemeint waren, aber überhaupt nicht auf die damals aktuelle Zeit anwendbar gewesen sind.
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Aber allein diese Idee gilt doch heute schon als so obskur, daß sie Kopfschütteln hervorruft.
This post has been edited 1 times, last edit by "Skeletor" (Sep 15th 2011, 11:33pm)
.Siehste mal, ich habe vor etwa 3 Wochen meinen ohnehin defekten DVD-Player zum Schrott gebracht, so daß mein Filmkonsum jetzt wieder 100% analog ist und vom treuen Videorekorder Baujahr 1991 kommt.