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BluesmanBGM

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Friday, October 21st 2011, 8:26am

das ding ist in einem wort NUTZLOS!


Wie jetzt? Weil irgendein klickibuntes und überfrachtetes Forum nicht läuft, ist das ganze "Ding" NUTZLOS und Briefbeschwerer?

Es gibt genug andere Foren, die komplett funktionieren (z.B. alles aus dem simple-machines-Bereich), außerdem funktionieren natürlich auch all die anderen "sozialen" Dinge, die zählen, also Email, Usenet, IRC etc. Darüberhinaus hat ein Computer mehr Funktionen, als nur die Eigenschaft, im Who-Forum schreiben zu können. Wie gesagt, ich hatte ihn zuletzt hauptsächlich zum Musikhören und Composen unter DOS verwendet, und das macht er meisterlich.

Wenn ich diese Herablassung wieder lese (und mir fällt leider kein freundlicheres Wort ein) dann sehe ich mich eigentlich wieder darin bestätigt, warum ich das Aufrüstspiel nicht mitspiele.

Chris

Utopia

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Friday, October 21st 2011, 8:40am

@Yanthor: Also mal ehrlich, ein "achsotoller" PC und ein Teil von vor 30 Jahren ist ein riesiger Unterschied!!! Wir reden hier nicht von einem PC, der vor drei Jahren gekauft wurde, sondern von einem C64. Der gemeinhin als erster PC bekannt ist. Das ist etwas komplett anderes als der, von deiner Mutter. Gut, dann brauch die eben keinen Router oder DSL, weil sie es nicht oft verwendet, aber die, die oft im Netz sind, bei denen ist das anders. Und erstrecht ist es etwas anderes seine persönliche Präferenz als Lebensstil hinzustellen und dann anderen einreden zu wollen, dass es doch der einzig vernünftige Weg ist.

@Bluesman: Also du legst dir die Sachen auch gerne so zurecht, wie du es gerne hast. Wenn ein PC für simples schreiben in einem Forum nicht mehr ausreicht, ist er überholt, das ist die Kernaussage. Und von meinem Standpunkt stimmt das auch. Und warum soll es nicht bunt und schön gelayoutet sein? Ja, ich mag es klickibunt, was immer du damit sagen willst. Es gibt eben Leute - wie mich - die toben sich im Punkto Layout sehr sehr gerne aus, weil es ihnen Spaß macht. Und du als Composer solltest das wissen. Und wann soll man denn dann bitte aufhören. Das Forum hier ist eines der komplexesten, die ich kenne, nicht weil es bunt ist, sondern wegen den Funktionen (das letzte beiträge feature zB) und irgendwann hat Abwärtskompatibilität seine Grenze. Auf Autobahnen fahren ja auch keine Trabbis mehr durch die Gegend oder aber irgendwelche Vorkriegsmodelle, die es gerade mal auf 30 kmh bringen, ist zu unsicher. Soll die maximale Geschwindigkeit jetzt gedrosselt werden, damit die sich nicht aufregen? Also bitte. Wenn du so eine Extrawurst haben willst, um dich zu profilieren und über die "Leute heutzutage" herzuziehen, bitte, aber dann leb auch mit deinen Beschränkungen.
Und das war jetzt nur ein Beispiel. Und ich bin mir absolut sicher, dass noch viel viel mehr kommen würden, wenn sich die Leute eingehender damit beschäftigen würden. Im Moment hast du eben den Vorteil, dass du mehr weißt, aber ein System, dass so alt ist, ist einfach limitiert. Das kann gar nicht anders sein. Und wenn es dann eben reicht, um in einem alten 3 Frame zu posten, dann reicht es garantiert nicht, um zB SAP zu betrieben oder andere Software, die einfach schnelles reagieren vorraussetzt, um von zuhause aus arbeiten zu können. Und und und. Wie gesagt, wenn man sich damit beschäftigen würde, dann würde noch mehr kommen können und wenn du anderen die ganze Zeit vorwirfst, dass sie bloß einem "Lifestyle" hinterherhetzen oder einfach nur nicht wissen, dass das, was du machst besser ist, ist es für mich nicht verwunderlich, wenn so reagiert wird.
Un ja gut, dann reicht es halt für das composen unter DOS, aber schreib mal eine komplexe Java Anwendung drauf, da geht der unter. Wenn es für deine Anwendungen reicht, gut, aber du hast nicht das geringste Recht anderen irgendwas vorzuwerfen, nur weil du unter biegen und brechen das behalten willst, woran du dich in Jahren gewöhnt hast.



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Friday, October 21st 2011, 9:35am


@Bluesman: Also du legst dir die Sachen auch gerne so zurecht, wie du es gerne hast. Wenn ein PC für simples schreiben in einem Forum nicht mehr ausreicht, ist er überholt, das ist die Kernaussage.


Die Aussage war, daß ein PC, der für Schreiben in einem bestimmten Forum nicht mehr ausreicht, NUTZLOS ist. Und das ist die Aussage, die ich so nicht stehenlassen möchte. Nicht, um mich irgendwie zu profilieren, sondern weil ich es für eine unfaire Verallgemeinerung halte (und eben für die Sorte von Verallgemeinerung, zu der heute oft gegriffen wird, wenn alte Dinge mit modernen Dingen verglichen werden). I don´t like it.

Punkt ist, daß ein alter Rechner (egal ob x86-PC oder sonstwas) für viele Dinge geeignet ist. Wenn man das sagt und aufzeigt, dann kommt als Gegenargument meistens "Jaja. Aber <moderne und aufwändige Aufgabe> kann er nicht, also nutzlos". Mag ja sein, aber er kann soviele andere Dinge und weit mehr, als viele heute glauben oder damit machen. Hätte ich die Onlinebilder nicht gepostet, dann hätten vermutlich viele gesagt "Mit so einer alten Gurke und mit 6 MB RAM geht ja nicht mal Google, hähä". Poste ich ein Bild von google oder vom Forum, heißt es wieder sinngemäß "Haha, wie sieht denn das aus? Bringt doch alles nichts, also ab in die Tonne damit..." Man kann es irgendwie nicht recht machen.

Auch ich sehe gerne hübsche Bildästhetik und auch das geht in gewissem Rahmen auf einem 20 Jahre alten PC. Sieh dir z.B. mal klassische DOS-Diskettenmagazine wie die "Imphobia" in höheren Ausgaben an, das ist auch sehr schöne Gestaltung und Layout. Und auch Windows kann man sich hübsch gestalten, selbst mit "nur" 512 KB Grafikspeicher. Sorry, wenn ich mich wiederhole, aber hier sind nochmal drei Beispiele wie das 3.11 auf dem 386er bzw. einem 486er aussieht:









Okay, letzerer braucht eine Grafikkarte mit 2 MB und eher einen 486er, ist aber auch Windows 3.11

Auch ein alter Computer muß in der Software optisch nicht aussehen, als hätte gerade GEM drauf gefrühstückt ;) . Im Onlinebereich geht man aber hart an die Speichergrenze der 6 MB und da muß halt optisch gespart werden. Was aber nichts daran ändert, daß ich z.B. über den gar häßlichen pocketproxy auch mit dem 386er eine Wikipedia-Recherche machen kann.

BTW, wieso ist der C64 als erster PC bekannt? Der C64 ist der populärste Heimcomputer aller Zeiten (und das IMO zu recht), aber es gab auch schon vor dem C64 Homecomputer, z.B. den direkten Vorläufer VC20 oder den ZX81. Und mit PC würde ich eher die x86-Architektur bezeichnen, da kam das erste Büromodell 1981 heraus, auch vor dem C64.

Chris

Utopia

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Friday, October 21st 2011, 9:37am

Das war als Besipiel dafür gemeint, dass ein PC, der heutigen Anforderungen nicht mehr entspricht, nutzlos ist. Und das wurde gut dreitausend mal bis ins Detail erklärt. Und ich habe vollstes Verständnis dafür, dass das jetzt nicht mehr gemacht wird.
Und das meine ich: Es wird nicht HEUTE verallgemeinert, es wurde schon IMMER verallgemeinert. Kein Mensch ist dazu imstande, jedem alles so zu sagen, dass es dem einzelnen passt. Wenn du dich gerne dran hochziehen willst - wenns dir Spaß macht.

Aber du sagst es doch selbst. Er kann soviele tolle Dinge, aber eben bei weitem nicht das, was ein modernes System kann. Ein altes kann vieles, was ein modernes kann, ein modernes kann alles, was ein modernes kann und noch mehr. Womöglich. Aber jetzt ist es: "Seht ihr, Goolge geht har har." "Und was ist mit dem Forum." "Das ist unwichtig, ich hab Recht." Soll das jetzt besser sein?

Jo, glaub ich dir. Aber ein Bild darstellen, das ist für einen PC relativ lachhaft. Ein Bild hat ja gerade mal ein paar kb. Damit ist doch nichts bewiesen O.o Das ist so, als wäre man mit 30 stolz, das kleine einmaleins zu beherrschen. Als Grundschüler ist das schon was, aber man wächst halt raus. Und Design und Layout bezieht sich ja nicht nur auf ein paar Bilder, sondern auf die gesamte Darstellung.

Weil Leute, die sich nicht auskennen, das wort C64 als altes Teil kennen und deshalb annehmen, dass es der erste Heimcomputer war. Für zuviele war es der erste, als dass sich jemand an etwas anderes erinnert. Deshalb auch das gemeinhin und bekannt. Und ich habe PC gesagt, weil ich zu faul war Heimcomputer zu tippen ;)



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Friday, October 21st 2011, 9:58am

Von ein paar etwas plumpen Kommentaren mal abgesehen geht es allen hier letztendlich doch darum, dass Dir durch veraltete Technik echte Nachteile entstehen. Also nicht, dass Du hier die tollen bunten Grafiken nicht sehen kannst, sondern dass Du hier nicht schreiben kannst. Und das ist ja auch nur der Anfang; sollte irgendwann mal die Umstellung auf IPv6 vollzogen sein, würde ich mal spontan darauf tippen, dass dann bei Dir gar nichts mehr funktioniert. Und dann ? Ich meine, es ist eine witzige Sache, mal zu zeigen, dass Internet auch unter Win3.1 möglich ist, aber für den ernsthaften Gebrauch ist das eben doch nichts, weil viele Sachen schlichtweg nicht funktionieren.

Aber von der Funktionalität mal abgesehen, besitzt Du denn überhaupt keinen Wunsch, Dich weiterzuentwickeln ? Gerade im kreativen Bereich - Du schreibst, Du komponierst unter Dos mit einem Tracker (Gibt es von Dir online eigentlich Hörproben ?). Das mache ich ja auch; auf dem Amiga angefangen mit 4 Kanälen, maximal 31 8-Bit-Samples und ewig lang durften die auch nicht sein. Dann gings weiter auf dem PC ohne solche Begrenzungen und mit 16-Bit-Samples, und inzwischen haben aber auch die oftmals ausgedient, weil es ja die klanglich sehr viel besseren VST-Instrumente gibt. Und deshalb würde es mir inzwischen gar nicht mehr möglich sein, Musik mit meinem ollen Amiga zu machen, weil ich mich rein aus kreativer Sicht damit nicht so verwirklichen könnte, wie ich das möchte. Und darum geht es letztendlich - der Stillstand Deines Lebenstils führt zwangsläufig zu einem mentalen und kreativen Stillstand. Aber gerade der Geist war schon immer abhängig vom technologischen Fortschritt. Sich dem zu verweigern, heißt seinen Geist in Ketten zu legen. Und das kann doch keiner ernsthaft wollen !

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Friday, October 21st 2011, 10:26am

Und darum geht es letztendlich - der Stillstand Deines Lebenstils führt zwangsläufig zu einem mentalen und kreativen Stillstand. Aber gerade der Geist war schon immer abhängig vom technologischen Fortschritt. Sich dem zu verweigern, heißt seinen Geist in Ketten zu legen. Und das kann doch keiner ernsthaft wollen !


Das ist es ja: ich habe nicht den Eindruck, daß ich einen mentalen und kreativen Stillstand habe. Ich mache soviel mit dem nutzlosen Zeug, daß ich eher zuviel auf dem Zeitplan habe, siehe z.B. mein fiktives Serienprojekt mit den 174 Folgenideen, zu dem jetzt in Kürze der neue Comic angefangen wird oder meine SciFi-Story oder etliche andere Dinge, an denen ich so schreibe und arbeite und tüftle. Man sollte doch die Freiheit des Geistes und der Ideen nicht in Verbindung mit reiner Technik bringen. Ist eine Idee oder ein Projekt "in Ketten gelegt", wenn es nicht z.B. von Windows 7 und Hochleistungs-Software unterstützt wird?

Zum Composen: ich arbeite ein bißchen mit ScreamTracker und FastTracker 2 unter DOS rum, aber zum öffentlichen Vorstellen ist das (noch) nicht geeignet. Wenn man da bedenkt, was manche "Zauberer" aus dem alten 4-Kanal-Mods rausgeholt haben, dann bin ich doch eher Dilletant. Wobei der 386er übrigens auch noch 12-kanälige S3M flüssig abspielt.

Chris

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Friday, October 21st 2011, 11:01am

Also moment. Etwas schreiben geht auch ohne PC. Also ist da die verwendete Technik schnurzpiepegal. Das ist Äpfel mit Birnen vergleichen. Wenn dein PC kein Texteditor aufrufen könnte, wäre das Teil wirklich reif für den Schrott.
Und nur am Rande, es ist kein fiktives Serienprojekt. Du machst die Serie, also ist es nciht fiktiv. ;)

Und darum geht es doch. Man muss ein "Zauberer" sein, um das zu erreichen, was mit ein paar Klicks geht. Sprich: mit Lernen und allem drum und dran braucht man also gut drei bis viermal so lange, wie mit einem aktuellen Programm. Also bist du in deiner Kreativität eingeschränkt, weil es nicht anders geht. Das war, was Solus meinte.



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Friday, October 21st 2011, 11:06am

Wieso das? Wenn er es vor Jahren gelernt hat muss er kein Zauberer sein. Er muss nur den guten alten Weg gehen den er schon seid 10 Jahren kennt. Finde ich jetzt micht schlimm (nur ein wenig Faul...)

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Friday, October 21st 2011, 1:56pm

Wow, das ist mir auch neu, dass Kreativität von der Technologie abhängt...
Manchmal ist es doch gerade das Schöne, die eingeschränkten Mittel zu "überlisten" und trotzdem was Anspruchsvolles rauszuholen. Und wenn man darin genug Übung hat und das gern macht, warum dann nicht?
Lesterson: "Why did you stop obeying? You were given an order." - Dalek: "He has gone."
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Friday, October 21st 2011, 2:11pm

Ich meine, dass es heute sehr viele Standards gibt, die damals eben nur durch Tricks erreicht werden konnten (als Beispiel mal getter/setter bei IDEs genannt, die mussten vorher einzeln getippt werden). Ist ja auch kein Problem, aber dann sollte die Methoden auch nciht als bei weitem besser propagiert werden. Was damals mit Tricks möglich war, ist heute standard. Man hat ja nichts verloren.

[EDIT]: Ganz vergessen. Ich verstehe auch nciht, warum Kreativität von Technik abhängt? O.o Mit neuen Mitteln kann man neues machen, aber das grundsätzliche Ideenreichtum, bzw. die Möglichkeit Ideen zu bekommen, betrifft das ja nciht. Ob man am PC composed oder auf ner Gitarre klimpert ist beides kreative Arbeit und absolut unabhängig.



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Friday, October 21st 2011, 2:12pm

Ich habe vor kurzem in der Uni mal wieder eine VHS gesehen und ich muss doch sagen, dass ich extrem negativ begeistert von diesem Erlebnis gewesen bin. Rauschen, Farbverzerrungen, Flackern, Leiern...die ganze Palette. Das hat mir wieder mal bewusst gemacht, dass es doch ganz pragmatische Gründe für das Verschwinden der VHS-Kassette gegeben hat.

Und zum Rest der Diskussion: Es ist doch vollkommen OK welche Technik man verwendet solange man noch mit seinem Gerät diejenigen Dinge machen kann die man damit machen möchte. Aber man darf sich auch nicht wundern, wenn man dann mit der Zeit mit immer mehr Einschränkungen leben muss und das Gerät irgendwann vielleicht für keine modernen Anwendungen mehr einsetzbar ist.

Solus

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Friday, October 21st 2011, 5:00pm

Wow, das ist mir auch neu, dass Kreativität von der Technologie abhängt...

Naja, ohne Papier und Öl keine Gemälde; ohne Fotoapparat, keine Fotokunst & keine Filmkunst; ohne Strom keine E-Gitarren-Musik, ohne digitale Audiobearbeitung keine Toneffekte wie Pitchen, Looping, Reversing etc.; ohne Adobe Flash keine interaktiven Flashanimationen... - neue Technologien haben schon immer neue Wege ermöglicht, Kreativität auszuleben, für etablierte Künstler, aber auch für Menschen, die sonst gar keine Kunst erschaffen könnten, weil sie eben z.B. nur per Grafikprogramm, nicht aber mit dem Pinsel zeichnen können.

Quoted

Manchmal ist es doch gerade das Schöne, die eingeschränkten Mittel zu "überlisten" und trotzdem was Anspruchsvolles rauszuholen. Und wenn man darin genug Übung hat und das gern macht, warum dann nicht?

Natürlich. Man kann sich als Künstler der Kunst halber einem Dogma unterwerfen, auch einem technologischen (womit man dann aber übrigens auch vom technologischen Fortschritt abhängig ist, denn in dem man so arbeitet, hebt man sich von den Arbeiten anderer Künstler, die moderne Mittel einsetzen, ab, und das wiederum hat dann einen Einfluss auf die Rezeption, die Deine Kunst auslöst). Aber Bluesman sagt eben z.B. nicht "ich komponiere Gameboy-Chiptunes, und das muss man natürlich auf einem Gameboy machen, weshalb ich auch nur einen Gameboy verwende", das wäre natürlich legitim, sondern er sagt im Falle des Musikmachens: "Moderner PC ist aus Prinzip pfui, deshalb bleibt mir nur die Möglichkeit, mit einem alten Dosprogramm Musik zu machen". Und damit gehen dann Restriktionen einher. Das ist ein Unterschied.

Und was das Schreiben betrifft: Es macht natürlich kaum einen Unterschied, ob man nun unter Dos schreibt, oder unter Windows 7. Im Falle des Schreibens liegt das durch Bluesmans Stillstand verursachte Problem eher darin, dass er sich um die Möglichkeit bringt, sich von anderen Künstlern inspirieren zu lassen. Denn neben dem technologischen Fortschritt ist Kunst natürlich auch vom kulturellen Fortschritt abhängig. Jeder berühmte Maler wird die Bilder anderer Maler seiner Zeit angeschaut, studiert und sich von ihnen inspiriert haben lassen. Musiker tun das auch - wo wäre z.B. die moderne elektronische Musik ohne "Kraftwerk" ? Deren Musik wird in den meisten Biografien moderner Musiker erwähnt. Und das ist auch richtig so. Als Künstler hat man im Grunde die Pflicht, aktuelle Kunst zu konsumieren, wenn man relevante Kunst schaffen möchte; also Kunst, die niemand vor einem schon auf ähnliche Weise erschaffen hat, Kunst die vielleicht auch nicht die handwerklichen Fehler begeht, die andere Künstler vorher begangen haben. Tja und Bluesman, der arbeitet an einem Science-Fiction-Roman, konsumiert aber keine aktuelle Science Fiction. Vielleicht ein paar Romane aktuelleren Datums gelesen ? Aber hat wahrscheinlich noch nie "Babylon 5" gesehen. Vielleicht noch nicht mal "Zurück in Zukunft". Und LOST schon gar nicht. - und das ist eben ein Problem. Kunst ist auch Kommunikation mit anderer Kunst, und wenn man diese Kommunikation beschneidet, z.B. auf Grund von Technologieverweigerung, dann wird man nur Kunst erschaffen, die entweder nicht spricht, oder etwas sagt, was schon gesagt wurde. Und das kann nicht das Ziel sein.

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Friday, October 21st 2011, 5:36pm

Ich verstehe, was du sagst, aber was du mit Kreativität meinst, ist tatsächlich einfach nur das verwendete Medium. Kreativität ansich ist ja die grundsätzliche Fähigketi neue Ideen zu erschaffen, nicht einen Film oder Musik etc.



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Saturday, October 22nd 2011, 3:28pm

Klar, man kann sich von den Möglichkeiten inspirieren lassen, die eine bestimmte Technologie bietet. Und dass sie neue Wege öffnet, bestreite ich auch nicht... aber wenn man schon einen Weg gefunden hat? Nicht jeder, der gerne zeichnet, braucht zwangsweise ein Grafikprogramm dafür.

Im Endeffekt sucht sich jeder Künstler selbst das Medium, das ihm zusagt, ihn inspiriert und für seine Zwecke ausreicht.
Wenn man einem Musiker ein Instrument vorsetzt, dessen Klang und Handhabung ihm schlicht nicht gefallen, wird er sich vielleicht anhören, was für schöne Melodien andere damit machen, aber seine Ideen trotzdem auf seinem eigenen Lieblingsinstrument umsetzen. Vielleicht mit Einschränkungen, aber dafür in einer Version, die er mag und in der sein Herzblut drinsteckt.

So eine Kunst spricht meiner Meinung nach eher als solche, die unter dem Zwang entsteht, alles mit der Konkurrenz abzugleichen und auf Biegen und Brechen was revolutionär Neues zu schaffen.
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Thursday, October 27th 2011, 2:33pm

Hier habe ich noch einen älteren Beitrag von mir gefunden, der auf ein paar oben genannte Aspekte eingeht. Ich bin momentan irgendwie zu schreibfaul, also recycle ich einfach. Der Beitrag mag unsinnige Argumente und "holier than thou"-Thesen beinhalten, ich lasse ihn aber einfach mal so stehen. BTW @Solus: ich kenne "Zurück in die Zukunft" und auch Babylon 5.

Was mich am Zeitgeist immer wieder sehr verwundert: auf der einen Seite zelebriert er Maschinen und Technokratie als Massenphänomen, wo es nur geht. Bequemlichkeit. Lebensqualität. Lifestyle. Leben in HD, GB, TB und digital bereinigter Perfektion. Auf der anderen Seite hat er für die einzelne oder gar "individuelle" Maschine keinerlei Gedanken oder Bindung übrig. Nur solange Bequemlichkeit, Respekt der fortschrittlichen Masse und Erfolg garantiert sind, haben sie ein Existenzrecht. Ist eine neue "Leistung" und Qualität da, der man doch gerecht werden muß, um ein modernes Leben zu führen, wird aufgerüstet, verkauft, eingestampft. Warum?

Das bringt mich zu einem interessanten Gedanken. Mir wird ja häufiger gesagt, daß ich doch auch Respekt vor der modernen Techologie und deren Möglichkeiten haben soll. Es sind also gerne mal die Leute, die für meinen technischen "Horizont" nur Hohn, Spott und Sperrmüll-Titulierungen übrig haben, die davon ausgehen, daß ich mich gefälligst respektvoll oder gar interessiert gegenüber Mega-Pentium, Power-Linux und Cyber-Autoradio mit Riesenfestplatte äußern soll bzw. muß. Da frage ich mich aber: haben die Leute denn überhaupt selbst Respekt davor? Sind es für sie nicht nur kurzlebige Wegwerfgüter, die in Bälde wieder umgerüstet, aufgerüstet, verkauft oder in die staubige Mottenkiste geworfen werden, sobald auch nur der geringste Verdacht von Veraltung auf eine Beschäftigung damit fallen könnte?

Als ich vor einiger Zeit von Respekt vor individuellen Maschinen sprach, gab es natürlich wieder nur irritiertes Kopfschütteln. Dabei ist das IMO einer der Schlüssel dazu, wie man wahren Fortschritt haben kann. Ich respektiere mein Röhrenradio aus den 50ern, meinen XT aus den 80ern, meinen guten alten 386SX25, meinen 1991er Videorekorder, meinen Sperrmüll-Pentium mit seinem wunderbar konfigurierten DOS/WfW etc. Warum auch nicht. Sie tun seit etlichen Jahren bzw. eher Jahrzehnten ihre treue Pflicht, haben individuelle "Eigenschaften" und Macken (so hat das Röhrenradio z.B. das schönste und wärmste Licht all meiner Geräte. Es wäre unvorstellbar für mich, das durch Lifestyle-Medienplayer oder die gesichtslose Masse namens Internetradio zu ersetzen) und noch manches mehr. Natürlich ist mir bewußt, daß bestimmte Maschinen nicht vor dem unverschuldeten "Untergang" zu retten sind. Wenn alles Radio perfektioniert, komprimiert und digital geworden ist, dann helfen dem Röhrenradio kein warmes Licht und keine guten Worte mehr, dann wird es still im analogen "Äther" und die Radios von Generationen schweigen.

Ansonsten ist es vielleicht bezeichnend, wie häufig mir gegenüber auf all die so überlegenen Leistungen all der anderen Computer und Gerätchen bestanden wird (nach dem Motto "Hahaha. Mein Handy hat mehr Rechenpower als all deine Sperrmüllrechner zusammen...") Warum? Was zählt, ist, was man damit macht und der größte Schatz kann auf dem kleinsten Rechner zu finden sein. Das beliebige Horten von Datenmassen und gesichtslosen Medien und das Protzen mit Leistung ist dagegen IMO in höchstem Maß unbedeutend. Eigentlich sollte ich mich also gar nicht darüber ärgern.

Warum es mich ärgert, liegt letztlich wahrscheinlich am allzu kritischen Blick darauf, was gewisse Mentalitäten auch aus Menschen machen können und wohin eine solche Entwicklung am Ende (und wir sehen immer noch nur den Anfang) führen könnte. Der obige Satz führte zumindest mich nach weiterem Nachdenken zu einem Zitat, welches ich im Ansatz einer Aussage aus der wunderbaren Futurama-Folge „Godfellas“ entlehnt habe:

"Kilobyte or Terabyte are just words. What matters, is what you do…"

Und dieser Satz ließe sich im Prinzip auf alles anwenden, was in der heutigen Gesellschaft künstlich (?) als technologischer Gegensatz gesehen wird. Z80 und Pentium. DOS und Windows 7. Basic 2.0 und Visual C++. 5 1/4″-Diskette und BlueRay, txt-Datei und Multimedia deluxe etc. etc. etc. Was zählt, ist letztlich, was dabei herauskommt und was der Einzelne daraus macht. Wobei ich nicht unerwähnt lassen möchte, daß ich persönlich die höhere kreative Energie klar bei den "kleinen" und "fehlerhaften" Dingen sehe. Kilobyte und Terabyte sind auf der einen Seite zwar nur Worte, stehen auf der anderen Seite aber vielleicht auch wieder für allzu kollidierende Philosophien von Individualität vs Masse. Und reine Masse lädt IMO weit stärker zu Gleichgültigkeit und Rezipiententum ein (und auch zu einer Degradierung der Substanz, z.B. von Musik in gesichtslosen Massendatenspeichern.)

Gibt es (kreativ gesehen) einen wahren Gleichheitsanspruch zwischen technologischen Polen und kann der größte Schatz im kleinsten Rechner zu finden sein? Kann jemand, für den Masse, Fortschritt und Bequemlichkeit das Wichtigste sind, anerkennen, daß letztlich Kilobyte und txt-Dateien die gleichen Rechte als kreative Werkzeuge haben, wie Terabyte und HD-Multimedia? Und kann ich anerkennen, daß auch die moderne digitale Technologie in den richtigen Händen ein Mittel der Kreativität sein kann?

Chris

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Thursday, October 27th 2011, 3:56pm

Ersteinmal finde ich Deinen Beitrag genial BluesmanBGM. Es ist zwar nicht meine Meinung, aber du kannst echt gut mit Worten umgehen. Ich wünchte mit ich könnte das auch. Deswegen werde ich jetzt einfach mal drauf Antworten sozusagen als Teufels Advokat...
Was mich am Zeitgeist immer wieder sehr verwundert: auf der einen Seite zelebriert er Maschinen und Technokratie als Massenphänomen, wo es nur geht. Bequemlichkeit. Lebensqualität. Lifestyle. Leben in HD, GB, TB und digital bereinigter Perfektion. Auf der anderen Seite hat er für die einzelne oder gar "individuelle" Maschine keinerlei Gedanken oder Bindung übrig. Nur solange Bequemlichkeit, Respekt der fortschrittlichen Masse und Erfolg garantiert sind, haben sie ein Existenzrecht. Ist eine neue "Leistung" und Qualität da, der man doch gerecht werden muß, um ein modernes Leben zu führen, wird aufgerüstet, verkauft, eingestampft. Warum?
Prinzipiell habe ich null Gedanken für Maschinen übrig. Sie sind Seelenlos und mir vollkommen Egal. Ich stehe auf neue schnelle Geräte weil sie einfach, naja schneller sind und weil mich altes Design irgnedwann nervt., Ich lauf ja auch nicht wie in den 80er rum...

Quoted

Das bringt mich zu einem interessanten Gedanken. Mir wird ja häufiger gesagt, daß ich doch auch Respekt vor der modernen Techologie und deren Möglichkeiten haben soll. Es sind also gerne mal die Leute, die für meinen technischen "Horizont" nur Hohn, Spott und Sperrmüll-Titulierungen übrig haben, die davon ausgehen, daß ich mich gefälligst respektvoll oder gar interessiert gegenüber Mega-Pentium, Power-Linux und Cyber-Autoradio mit Riesenfestplatte äußern soll bzw. muß. Da frage ich mich aber: haben die Leute denn überhaupt selbst Respekt davor? Sind es für sie nicht nur kurzlebige Wegwerfgüter, die in Bälde wieder umgerüstet, aufgerüstet, verkauft oder in die staubige Mottenkiste geworfen werden, sobald auch nur der geringste Verdacht von Veraltung auf eine Beschäftigung damit fallen könnte?



Natürlich habe ich keinen Respekt vor meinen Gebrauchsgegenständen. Sie müssen sich nach Leistungsfähigkeit messen lassen. Wenn sie veraltet sind landen sie auf den Elektromüll. Ich hasse volle Keller. Und ich habe schon in zwei Unternehmen den Elektroschrott der IT Abteilung weggerworfen. Danach war alles viel effizienter weil das Zeug schneller zu finden war...

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Ansonsten ist es vielleicht bezeichnend, wie häufig mir gegenüber auf all die so überlegenen Leistungen all der anderen Computer und Gerätchen bestanden wird (nach dem Motto "Hahaha. Mein Handy hat mehr Rechenpower als all deine Sperrmüllrechner zusammen...") Warum? Was zählt, ist, was man damit macht und der größte Schatz kann auf dem kleinsten Rechner zu finden sein. Das beliebige Horten von Datenmassen und gesichtslosen Medien und das Protzen mit Leistung ist dagegen IMO in höchstem Maß unbedeutend. Eigentlich sollte ich mich also gar nicht darüber ärgern.

Naja, aber sie sind doch einfach schneller. Zugegebenermassen leben wir in einer Welt mit Informationsüberfluss. Aber der sollte man sich doch stellen. Einzelne Daten gehöten auch nicht auf den Rechner, sondern z.-B. inform von Fotos an die Wand oder als gutes Buch ins Regal. Ich für meinen Teil benutze die neue Technologie um mit grossen Datenmengen umgehen zu können (z.B. Lieferanten suchen) und Zeit zu sparen (z.B. Sachen zu bestellen). Ohne neue Technologie wie Internet nebst der dazugehörigen rasante Entwicklung (z.B. der Fähigkeit von Händlern Dr Who folgen Classic oder nicht online in Deutschland anzubieten) wäre diese Forum meiner Meinung nach um einige Personen ärmer.

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Warum es mich ärgert, liegt letztlich wahrscheinlich am allzu kritischen Blick darauf, was gewisse Mentalitäten auch aus Menschen machen können und wohin eine solche Entwicklung am Ende (und wir sehen immer noch nur den Anfang) führen könnte. Der obige Satz führte zumindest mich nach weiterem Nachdenken zu einem Zitat, welches ich im Ansatz einer Aussage aus der wunderbaren Futurama-Folge „Godfellas“ entlehnt habe:

"Kilobyte or Terabyte are just words. What matters, is what you do…"

Und dieser Satz ließe sich im Prinzip auf alles anwenden, was in der heutigen Gesellschaft künstlich (?) als technologischer Gegensatz gesehen wird. Z80 und Pentium. DOS und Windows 7. Basic 2.0 und Visual C++. 5 1/4″-Diskette und BlueRay, txt-Datei und Multimedia deluxe etc. etc. etc. Was zählt, ist letztlich, was dabei herauskommt und was der Einzelne daraus macht. Wobei ich nicht unerwähnt lassen möchte, daß ich persönlich die höhere kreative Energie klar bei den "kleinen" und "fehlerhaften" Dingen sehe. Kilobyte und Terabyte sind auf der einen Seite zwar nur Worte, stehen auf der anderen Seite aber vielleicht auch wieder für allzu kollidierende Philosophien von Individualität vs Masse. Und reine Masse lädt IMO weit stärker zu Gleichgültigkeit und Rezipiententum ein (und auch zu einer Degradierung der Substanz, z.B. von Musik in gesichtslosen Massendatenspeichern.)

Ich finde aber schon das das sinnvolle verwenden moderner Technologien mit zur Intelligenz des einzelnen gehört. Ohne den Einsatz von z.B. Twitter wäre die Jasmin Revolution im Mittleren Osten nicht möglich gewesen. Und da hilft nunmal "besser" "schneller" "neuer" ungemein ....

Quoted

Gibt es (kreativ gesehen) einen wahren Gleichheitsanspruch zwischen technologischen Polen und kann der größte Schatz im kleinsten Rechner zu finden sein? Kann jemand, für den Masse, Fortschritt und Bequemlichkeit das Wichtigste sind, anerkennen, daß letztlich Kilobyte und txt-Dateien die gleichen Rechte als kreative Werkzeuge haben, wie Terabyte und HD-Multimedia? Und kann ich anerkennen, daß auch die moderne digitale Technologie in den richtigen Händen ein Mittel der Kreativität sein kann?

Ohje... Du kannst aber viel Text schreiben ohne gar nix auszusagen. Wobei du das echt blumig tust....


Bleib so wie Du bist! Ich respektiere Deine Einstellung finde sie aber echt Altmodisch (auch sowas muss es geben). Leider muss ich auch sagen das du ein wenig mit Deiner Einstellung an den Papst erinnerst...

Solus

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Thursday, October 27th 2011, 5:08pm

Was mich am Zeitgeist immer wieder sehr verwundert: auf der einen Seite zelebriert er Maschinen und Technokratie als Massenphänomen, wo es nur geht. Bequemlichkeit. Lebensqualität. Lifestyle. Leben in HD, GB, TB und digital bereinigter Perfektion. Auf der anderen Seite hat er für die einzelne oder gar "individuelle" Maschine keinerlei Gedanken oder Bindung übrig. Nur solange Bequemlichkeit, Respekt der fortschrittlichen Masse und Erfolg garantiert sind, haben sie ein Existenzrecht. >...< Mir wird ja häufiger gesagt, daß ich doch auch Respekt vor der modernen Techologie und deren Möglichkeiten haben soll. Es sind also gerne mal die Leute, die für meinen technischen "Horizont" nur Hohn, Spott und Sperrmüll-Titulierungen übrig haben, die davon ausgehen, daß ich mich gefälligst respektvoll oder gar interessiert gegenüber Mega-Pentium, Power-Linux und Cyber-Autoradio mit Riesenfestplatte äußern soll bzw. muß. Da frage ich mich aber: haben die Leute denn überhaupt selbst Respekt davor? Sind es für sie nicht nur kurzlebige Wegwerfgüter, die in Bälde wieder umgerüstet, aufgerüstet, verkauft oder in die staubige Mottenkiste geworfen werden, sobald auch nur der geringste Verdacht von Veraltung auf eine Beschäftigung damit fallen könnte?

Gegenfrage: Hast Du eigentlich Respekt vor Klopapier ? Drehst Du früh respektvoll den Wasserhahn auf und huldigst dem heißen Wasser, was da herausströmt ? Und wenn Du mit Deinem Kugelschreiber etwas notierst, ist er dann für Dich mehr als nur ein simples Schreibgerät, was bei Nichtfunktionieren entweder mit einer neuen Mine geupgradet wird oder in den Mülleimer fliegt ? Der Grund, wieso Radios, Fernseher und später Computer von uns damals respektiert wurden, war doch, dass diese Geräte technologisches Neuland darstellten, dass sie lange halten mussten weil sie viel Geld kosteten, und auch lange Zeit benutzt werden konnten, weil sich der technologische Fortschritt auf dem Gebiet nur langsam fortwärts bewegte. Sie befanden sich damals in der "Attraktions-Phase". Aber das hat sich geändert. Erstmal generell: Technik ist billiger geworden; was damals völlig utopisch gewesen wäre, wie z.B. dass man sich für ein paar Euro über Ebay in China einen Kugelschreiber mit eingebauter Mini-Kamera kaufen kann, das ist heute alles möglich. Und, entgegen Deiner Behauptung, hat fast alle Technik inzwischen auch fast jeglichen Wert verloren im Bezug auf die Möglichkeit sich damit gesellschaftlich zu profilieren.
Vor 50 Jahren war das noch anders. Wie mir meiner Vater erzählte war seine Familie die Erste im Haus, die sich einen Farbfernseher angeschafft hatte. Damit konnte man damals bei den Nachbarn ganz schön angeben. Eingeladen wurden die Damen und Herren aus der Nachbarnschaft dann ins eigene Wohnzimmer, um ihnen dieses optische Wundergerät vorzuführen. Und alle staunten und waren neidisch. ...tja, zehn Jahre später ging das schon nicht mehr, und während man in 90igern vielleicht noch den einen oder anderen in Erstaunen versetzen konnte, wenn man davon berichtete, dass man einen Fernseher mit Fernbedienung hat, oder dass er (dann später) Bild in Bild hat, eignen sich Fernseher inzwischen überhaupt nicht mehr für die eigene Profilierung. Und Computer genauso - in den 80er und bis Mitte der 90er noch eine Attraktion, dann bis anfang 2000 zumindest noch "schwanzvergleichtauglich" ("Ich habe einen Pentium mit 100Mhz" - "Und ich habe einen Pentium II mit 400Mhz ! HAHA !") funktioniert das heutzutage auch nicht mehr. Wenn man da sagt "Hey, ich habe einen PC mit VIER KERNEN !", dann kommt vielleicht bestenfalls als Reaktion "Joa, ich hab nur zwei. Demnächst kommt ein Spiel raus, wenn das nicht flüssig läuft, kauf ich mir vielleicht einen Neuen, oder erstmal nur 'ne neue Grafikkarte. Kosten ja nicht viel die Dinger..:" oder schlimmstenfalls "Vier Kerne ? Hmm...weiß gar nicht, wieviel Meiner hat. Hab mir das Ding neulich im Mediamarkt gekauft. War'n Sonderangebot. Kann Bluerays abspielen und Internet geht auch...reicht ja eigentlich...". Und warum ? Tja, weil Computer, so wie vorher Fernseher und Radios inzwischen stinknormale Alltagsgegenstände für uns sind. Alltagsgegenstände wie Klopapier oder Kugelschreiber, und die Technik, die dahintersteckt, ist für uns so normal und alltäglich wie die Technik, die es ermöglicht, dass wir nur an einem Griff drehen, um heißes Wasser aus der Wand strömen zu lassen. Und vor Alltagsgegenständen hat man keinen Respekt. Ab und zu mal vielleicht, dann sagt man "Ein Hoch auf den Typen, der das Klopapier erfunden hat. Das wäre hier sonst gerade eine ziemliche Schweinerei !". Aber mehr ist nicht drin. Und so ist es mit jeder Technik. Jedes Ding durchläuft drei Phasen: Die Attraktions-Phase, in der nur wenige Menschen das Ding besitzen (viel Respekt), dann die Schwanzvergleich-Phase, in der schon viele Menschen dieses Ding besitzen, aber in unterschiedlicher Qualität (mittlerer Respekt), und dann die Alltagsgegenstand-Phase, in der das Ding zum Alltag gehört und nur noch seine Funktionalität wichtig ist. (kein Respekt).

Wie Du selbst festgestellt hast, gibt es ja inzwischen neue Technologien; die Handys und Tablet-Computer. Die Attraktions-Phase haben Erstere zwar schon verlassen, und Letztere in spätestens fünf Jahren dann auch, aber der Schwanzvergleich, der ist damit nach dem Computerzeitalter nun endlich wieder möglich. Gut, so schön wie vor 50 Jahren wird es wohl nicht mehr werden, dass da die ganzen Nachbarn in die Wohnung kommen, um zu sehen, wie man auf seinem IPad ein Autorennspiel laufen lässt, aber gerade weil Firmen wie Apple ihre technischen Innovationen zusammengefasst in einer Versionsnummer zum Marketing-Kult erhoben haben, kann man sich mit solchen Geräten durchaus prima in der Gesellschaft profilieren. Und da muss man auch mal sagen: Gut so ! Denn der Mensch ansich, dieser hässliche, verdorbene Mensch, der ist ja von Kindesbeinen an davon getrieben, sich in seinem Umfeld zu profilieren. Und bevor es das Geld z.B. für teure Kleidung oder Schmuck herauswirft, soll er das dann lieber für ein teures IPad tun, denn im Gegensatz zum 1000€-Anzug oder der Goldkette ist so ein IPad ja immerhin auch nützlich. Man kann damit etwas tun. Produktiv sein, oder besser noch kreativ. Also ruhig her mit der Konsumwut, mit dem "Wer das neue IPhone nicht hat, sollte sich lieber von der nächsten Brücke stürzen" ! In 5 Jahren wird das Handy und in 10 Jahren das Pad dann in der Alltagsgegenstand-Phase angekommen sein, und dann existiert dieser "Höher, schneller, immer das Neuste haben"-Hype nur noch in der Werbung, wie es das ja auch weiterhin für Fernseher und Computer tut.

Im übrigen: Wenn aber jemand zu Dir sagt, mein Handy hat mehr drauf als Dein alter PC, dann tut er das nicht, um sich profilieren, sondern er macht sich schlichtweg über Dich lustig. Da ist ein Unterschied. - und damit wären wir bei Deinem "Problem", wenn ich es mal so nennen will: Für Dich befindet sich Technik immer noch nicht in der Alltags-Phase, sondern ist irgendwo zwischen Attraktion und Schwanzvergleich steckengeblieben, weshalb Du nicht nachvollziehen kannst, warum andere so respektlos mit ihren Geräten umgehen, und wieso Du scheinbar tatsächlich denkst, dass wenn Dir jemand sagt, sein halbwegs moderner PC wäre besser als Dein alter "DOS-Schuhkarton", es würde um Leistung gehen. Tut es nicht, es geht um Funktionalität. Dein Lebensstil verwehrt es Dir, gewisse Dinge zu tun, weil die Technik, die Du präferierst, nicht die nötige Funktionalität besitzt. Ob Dein PC nun 10 Sekunden benötigt, um ein JPEG-Bild anzuzeigen - scheiß egal ! Wenn es im Fernsehen heißt "In Tunesien ist eine Revolution ausgebrochen !" und Du dann nicht sofort auf youtube gehen und dort aktuelle (Handy-)Videos vom Geschehen anschauen kannst, NICHT scheiß egal ! Und gerade wenn es um solche Beispiele geht, wenn Dich Dein Lebensstil in die Abhängigkeit eines (kontrollierten) Mediums treibt, weil Dir der Zugriff auf ein anderes Medium verwehrt ist, dann erzeugt das natürlich Unverständnis. Und das alles wahrscheinlich nur, weil Du nicht akzeptieren kannst, dass Radio, Fernsehen und PC so alltäglich sind wie die Glühbirne und die Waschmaschine...

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Thorsten Volker Junkie

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Thursday, October 27th 2011, 9:12pm

Und wenn das Klopapier durch die "Drei Muscheln" aus Demolition Man ersetzt wird, ist dies wieder so ein Wunder wie der Fernseher in den 50ern. Die Nachbarn würde ich aber nicht dazu einladen. ;)
Helena Bonham Carter verhält sich zu Dr. Julia Hoffman wie David Tennant zum Doctor.


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Thursday, October 27th 2011, 9:34pm

Also ich kann nur für mich sprechen: Ich will mich gar nciht mit meiner Technik und meinem PC identifizieren. Ich zeichne gerne, schreibe und lese. Ich erzähl gerne meine eigenen Geschichten und will mich dadurch, durch die Gedanken identifizieren, nicht deswegen, weil ich anstatt 1 GB 1Mbyte benutze. Und jetzt erklär mir mal bitte, wo das schlimm ist? Ein PC ist für mich ein Mittel zum Zweck, nicht mehr. Selbst das Programmieren ist für mich ein Werkzeug und ich finde die verwendeten Systeme sehr interessant, aber es bleibt trotzdem ein Werkzeug für mich, das, wenn es nicht mehr ausreicht, ausgewechselt wird, wenn ich kann.

Auch wenn du das schade findest, ich finde es schade, wenn sich Leute so in ein Cyberleben stürzen, das alles andere Bullshit ist.



Die haben noch 3 Jahre Zeit, um ein Hoverboard zu bauen!

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120

Friday, October 28th 2011, 1:14pm

Bleib so wie Du bist!


Genau das habe ich auch vor :). Darin haben mich (neben so vielen anderen Dingen und Beobachtungen) die Argumente und Denkweisen hier im Thread auch wieder sehr stark bestätigt. Danke. Ein sogenanntes "modernes Leben" im 21. Jahrhundert möchte ich keinesfalls führen. Und konträr zu den häufigen Meinungen hier im Thread glaube ich weiterhin, daß man durch ein "modernes Leben" weit mehr verliert, als man gewinnt.

Das soll es aber nun zum Thema sein, mir wurde schon geschrieben, daß ich den Thread nur zur Selbstdarstellung in die Länge ziehe. Also komme ich hier zu einem Ende. Wer das letzte Wort haben möchte, darf dies gerne tun.

Chris

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