Als Gegenentwurf zum "Retro!"-Thread hier nun mal ein "Futuro"-Thread, in dem es darum gehen soll, wie die Technik in 10 Jahren aussehen wird. Also nichts mit Laserschwert und Mondbasis (wobei, falls Obama die Wahl verliert, gibt es ja
tatsächlich in 10 Jahren Eine), aber spannender sind dann doch die Technologien, die es jetzt schon gibt, und die in 10 Jahren zu unserem Alltag gehören werden.
Pirate Bay fabulierte ja z.B. erst gestern darüber, dass man
in 20 Jahren Schuhe ausdrucken kann. Der 3D-Druck, ein spannendes Thema, aber vielleicht noch etwas zu abgehoben.
Greifbarer ist da schon das Cloud-Streaming-Thema. Als neulich das Gerücht aufkam, entweder Microsoft oder Sony würde gar keine neue Spielkonsole herausbringen, sondern eine Box, mit der man die Spiele einfach auf den Fernseher streamt, klang das erstmal recht futuristisch. Nur nachdem ich nun auf
gaikai.com mal ein paar Spieledemos gespielt habe, muss ich sagen - das funktioniert. Man besitzt das Spiel nicht mehr, sondern spielt es auf dem Rechner der Firma - trotz mittelmäßiger Grafikkarte im eigenen PC in den höchsten Details, denn die muss ja nur noch ein Bild darstellen. Das sieht zugegebenermaßen noch etwas schwammig aus, aber die DSL-Leitungen werden ja auch immer schneller. In 10 Jahren wird man also wahrscheinlich gar keine Spiele mehr besitzen, sondern nur noch die Rechte einkaufen, dass man sie spielen darf. - das Ende der Raubkopie, aber auch der Computerspiele-Ecke im Elektromarkt und im Grunde auch des technologie-fokusierten PC-Marktes. Für einen Videostream reicht eine durchschnittliche CPU und Grafikkarte samt kleiner Festplatte ja aus. Und das auch nur in der Übergangsphase, denn am Ende wird sowieso mal jeder nur noch eine Box zu hause stehen haben, mit denen man Fernsehen,Filme und Computerspiele streamt. Und es spricht ja auch nichts dagegen, dass daneben dann auch Windows selbst, oder zumindest Anwenderprogramme wie Tabellenkalkulation oder Paintshop gestreamt werden.
Es wird dann interessant sein zu sehen, ob sich das auf das Wertesystem der Menschen auswirkt. Man bezahlt mit Geld, das ja auch zunehmend virtueller wird, nicht mehr für Besitz, sondern für den Zugang zum Besitz eines anderen. Und dann soll man sich ja auch irgendwann mal noch Gegenstände runterladen und 3D-ausdrucken können. Der Besitz schwindet, und was man besitzt, findet für den Menschen sichtbar seinen Ursprung zunehmend in der virtuellen Welt. Der Alltag wird virtuell; wie wirkt sich das wohl auf den aus evolutionären Gründen tief im Menschen verwurzelten Drang nach materialistischem Besitz aus ? Wahrscheinlich gar nicht.