You are not logged in.

Toranaga

Unregistered

1

Thursday, May 20th 2010, 12:05am

Gibt es noch andere Götter im Universum ?

(...)

Es stellt sich die Frage: Gibt es andere Götter im Universum ?

Sind sie auch allwissend und allmächtig ?

Eine hintergründige und denkwürdige Frage ! :)

This post has been edited 3 times, last edit by "rygel" (May 20th 2010, 7:09am)


rhizin

Unregistered

2

Thursday, May 20th 2010, 7:51am

Bevor man nach anderen fragt, müsste erstmal geklärt werden, ob es überhaupt welche gibt.

Schlaubi

Time Lord

  • "Schlaubi" is male

Posts: 6,815

Date of registration: Mar 16th 2005

Location: Sindelfingen

Lieblingscharakter: Davros

  • Send private message

3

Thursday, May 20th 2010, 2:48pm

Meiner Ansicht nach gibt es keine Götter.
Wissenschaftlich gesehen lässt man sich da zwar immer gerne noch ein Hintertür offen, das da eventuell bei der Entstehung des Universums doch eine höhere Macht etwas gemacht hat, aber das wird wohl nur dazu da sein irgendwelche religiösen Fanatiker zu besänftigen.

Yanthar

Time Lord

  • "Yanthar" is male

Posts: 389

Date of registration: Feb 28th 2007

Location: N

Lieblingscharakter: Der 7. Doctor, Ace

  • Send private message

4

Thursday, May 20th 2010, 3:15pm

Ich denke, Religion ist eine persönliche Sache. Ich halte auch niemanden für blöd oder verrückt, wenn er an einen Gott oder ein Pantheon oder eine Mischform glaubt. Streng genommen betrachte ich auch Wissenschaft als eine Religion.

Daher würde ich mal sagen: Die Möglichkeit, dass es verschiedene/andere Götter gibt, ist durchaus gegeben.

MuHskelkater

Time Lord

  • "MuHskelkater" is male

Posts: 268

Date of registration: Jun 3rd 2007

Current mood: bright sunshine - very good

Location: Kempen

Occupation: Fauler Soziologie Student

Lieblingscharakter: Alf

  • Send private message

5

Thursday, May 20th 2010, 3:59pm

Ich halte auch niemanden für blöd oder verrückt, wenn er an einen Gott oder ein Pantheon oder eine Mischform glaubt.


Siehse mal, bei mir ist es genau das!
“Rational arguments don’t usually work on religious people. Otherwise there would be no religious people.” House

4thdoc 11thdoc 7thdoc 5thdoc 2nddoc 8thdoc 6thdoc 1stdoc 9thdoc 3rddoc..........................................10thdoc

rhizin

Unregistered

6

Thursday, May 20th 2010, 8:07pm

Ich bin bisweilen neidisch auf religiöse Menschen. Also solche, die wirklich glauben, nicht nur einer Ideologie hinterherlaufen, was ja auch wieder ein großer Unterschied ist. Aber wer wirklich an welchen Gott auch immer glaubt, hat oft eine Sicherheit im Leben, daß das alles einen Sinn hat, was wir hier tun, der mir völlig abgeht. Ob das, woran man glaubt, nun als Gott oder als Prinzip oder als was auch immer bezeichnet wird, ist eigentlich sekundär. Dumm wird es nur, wenn die Leute anfangen, ihren eigenen Glauben als einzig richtigen hinzustellen und anderen aufzudrängen. Das hat immer mehr mit Macht zu tun als mit Glauben und ist dem Menschen wohl dummerweise angeboren. Manche streben instinktiv nach einer dominanten Rolle in der Gruppe, und wenn es die Religion ist, die ihnen dazu als Mittel dient, benutzen sie eben die.

Zaphod B.

NoKnofLSuFo (Noble Knight of Lady Susan Foreman)

  • "Zaphod B." is male

Posts: 588

Date of registration: Aug 5th 2009

Location: Druxberge

Lieblingscharakter: dieser Typ mit den zwei Köpfen und Susan Foreman

  • Send private message

7

Thursday, May 20th 2010, 11:33pm

Ich denke, man muss noch einen Schritt mehr zurückgehen. Was genau ist mit dem Begriff "Gott" eigentlich gemeint? Ein im Wortsinn allmächtiges und allwissendes Wesen oder nur ein uns ungeheuer überlegenes Wesen, das wir als Gott empfinden, weil es Dinge tun kann und weiß, die unsere Fähigkeiten so weit übersteigen, dass es uns göttlich erscheint?

Ich halte das erste Konzept für absurd, die Existenz eines solchen Wesens ist aus rein logischen Gründen nicht möglich.
"Versuch nicht, mich zu verstehen, sei einfach dankbar dafür, dass du die Wärme von Zaphod Beeblebrox' Aura in deinem von Staunen ergriffenen Gesicht spüren durftest."




"Well done, shoppers!"

rhizin

Unregistered

8

Friday, May 21st 2010, 12:13am

Wenn man es ganz einfach ausdrücken will, könnte man sagen, Gott ist die selbsterfundene Antwort auf alle Fragen, auf die es keine Antworten gibt. Wenn die Dinge so sind wie sind und man kann nicht erklären warum, bekommt unser sonst gültiges System von Ursache und Wirkung einen Knacks. Es greift einfach nicht mehr. Also entsteht eine Art gemeinschaftliches Ideal, die Verkörperung einer Autorität, die nicht bezweifelt werden kann und die die grundsätzliche Ursache für alle Dinge ist, die sich anders nicht erklären lassen. Da wir heute viele Dinge wissenschaftlich erklären können, wird diese Rolle immer mehr auf die Erklärung rein transzendenter Fragen eingeschränkt. Was ist der Sinn? Ist alles vorherbestimmt oder bestimmen wir unser Leben selbst? Sind wir selbst verantwortlich für Unglück, das uns zustößt oder gibt es eine höhere Ursache, die selbst dem noch eine Zweck gibt. Zufall oder Schicksal sind bei weitem keine so greifbaren Erklärungen wie ein alles bestimmendes höheres Prinzip, das zudem noch die Hoffnung bietet, beeinflussbar zu sein. Gott kann man um etwas bitten, den Zufall nicht. Man kann sich an Regeln halten und hoffen, daß es dann besser geht oder zumindest Regelverstöße für eigenes Unglück verantwortlich machen. Viele Menschen finden zum Glauben, welchem auch immer, nachdem sie schwere Schicksalsschläge überwinden mussten, die einfach keinen Sinn machen. Ob dieser Gott nun als tatsächliches Wesen vorgestellt wird oder eher als Prinzip wie das der Wiedergeburt und den Auswirkungen eines vorigen Lebens auf das jetzige oder was auch immer, spielt dabei kaum eine Rolle. Und nicht zuletzt bietet Gott oder das entsprechende Äquivalent stets auch eine Hoffnung für die Zukunft, nämlich das nach dem Tod nicht einfach alles vorbei ist, was die Sinnlosigkeit der eigenen Existenz ja noch betont und zudem schlechte Lebensumstände zumindest mit der Hoffnung auf Luxus im Jenseits abmindert. Im Prinzip ist es kollektiver Selbstbetrug, der das Leben erträglicher machen soll. Der Mensch ist nunmal in der Lage, darüber nachzudenken, warum die Welt so ist wie sie ist, und er fragt ständig nach Antworten. Gott ist das Resultat dessen, was passiert wenn man an die Grenzen der Antworten stößt. Und wir werden solche "Götter" immer brauchen, auch wenn sie in unserer Zeit ganz andere Formen annehmen, sei es der Glaube daran, die Wissenschaft könne irgendwann alles erklären, sei es der Glaub an Erfolg oder Geld oder was auch immer. In diesem Sinne wird es Gott immer geben. Der Papa auf der Wolke hat ein wenig an Beliebtheit eingebüßt in manchen Gesellschaften, aber man sucht sich Ersatz. Und auch die "personalisierenden" Religionen bekommen wieder mehr Zulauf, je mehr Probleme die Menschen wahrnehmen, siehe die Zulaufzahlen zum Islam oder zum fundamentalistischen Christentum. Umso mehr die Gesellschaft auch in der modernen Welt versagt und als moralischer und ideeller Rahmen nicht mehr stabil genug ist, umso mehr sucht man stabile Lebensregeln anderswo - und heute leider immer öfter wieder in radikaler Weise. Solche Schwankungen zwischen eher lockerem Reglement z.B. in der römischen Kultur und der Rückkehr zu strengeren Regeln, zu mehr "Lenkung von oben" gab es in der Geschichte schon mehrmals. Aber anscheinend sind wir nicht in der Lage, was draus zu lernen.

Requiem

Killer Rabbit of Caerbannog

  • "Requiem" is female

Posts: 116

Date of registration: Mar 4th 2008

Current mood: sunshine - good

Location: Velbert

Occupation: Religionswissenschaftlerin / Historikerin in spe

Lieblingscharakter: 10. Doctor, Jack, der Master, Reinette, Donna

  • Send private message

9

Friday, May 21st 2010, 12:13am

Das Wort "Gott" stammt möglicherweise vom germanischen guda (Anruf). Demnach wäre ein Gott jemand, der von den Menschen angerufen wird, meist durch Zauberworte oder Gebete. Man kann aber eventuell auch das indogermanische gheu (gießen) als Ursprung des Gottesbegriffs betrachten. Ein Gott wäre dieser These nach ein Wesen, dem Trankopfer dargebracht werden.

Ich denke nicht, daß ein Gott übermächtig und allwissend sein muß. Es reicht schon, wenn er übermenschlich und somit den Menschen überlegen ist. Viele Götter sind erst durch den Versuch des Menschen entstanden, eine Erklärung für natürliche Ereignisse oder Schicksale finden zu wollen.

10

Friday, May 21st 2010, 12:16am

Ich halte das erste Konzept für absurd, die Existenz eines solchen Wesens ist aus rein logischen Gründen nicht möglich.
Und warum nicht? Jetzt mal neugierig nachgefragt? Logik ist erstmal ein menschliches Konzept, welches für viele Dinge anwendbar ist, aber trotzdem irgendwann an seine Grenzen stößt. Die wissenschaft kann Erklärungen für sehr viele Dinge finden, aber auch sie gerät mit ihren Vorstellungen und Ideen irgendwann an ihre Grenzen. Wenn man annimmt, dass die Urknall-Theorie stimmt, dann muss es um unser Universum etwas geben, welches außerhalb von Zeit und Raum existiert. Das zu erklären oder zu erfassen ist für uns Menschen einfach unmöglich.

Was das genau bedeutet kann eigentlich niemand sagen. Daher gibt es für die Existenz von einen Gott immernoch irgendwo ein Schlupfloch wo die Wissenschaft ihn nicht für tot erklären kann. Daher gilt für mich: Soetwas wie ein Gott kann durchaus existieren, aber er kann auch nicht existieren und wer bin ich, dass ich darüber entscheiden sollte.

Herr Duck

Chancellor

  • "Herr Duck" is male

Posts: 2,536

Date of registration: May 28th 2009

Lieblingscharakter: The 10th Doctor

  • Send private message

11

Friday, May 21st 2010, 10:08am

In diesem Zusammnhang fällt mir eines meiner bevorzugten Zitate ein. Der Kirchenvater Augustinus sagte einmal: "Wissenschaft ist für die Heiden, dem Christen genügt sein Glaube!"
Wenn man annimmt, dass die Urknall-Theorie stimmt, dann muss es um unser Universum etwas geben, welches außerhalb von Zeit und Raum existiert. Das zu erklären oder zu erfassen ist für uns Menschen einfach unmöglich.
Nicht generell unmöglich, nur mit dem derzeitigen Wissensstand nicht zu erklären. Aber das ist dasselbe wie beim Höhlenmenschen, der sich solche Sachen wie Gewitter oder Feuer usw nicht erklären konnte und daher Götter/übernatürliche Kräfte als Erklärung einsetzte.

Scharfschütze

Big Damn Hero

  • "Scharfschütze" is male

Posts: 1,176

Date of registration: Jan 1st 2010

Location: MäcPomm

Occupation: Student

Lieblingscharakter: 1. Doctor, Jo Grant

  • Send private message

12

Friday, May 21st 2010, 11:53am

Die wissenschaft kann Erklärungen für sehr viele Dinge finden, aber auch sie gerät mit ihren Vorstellungen und Ideen irgendwann an ihre Grenzen.
Naja, noch. Würde die Menschheit ewig existieren und nicht irgendwann verschwinden, würde man wohl für alles Theorien entwickeln.


Wenn man annimmt, dass die Urknall-Theorie stimmt, dann muss es um unser Universum etwas geben, welches außerhalb von Zeit und Raum existiert. Das zu erklären oder zu erfassen ist für uns Menschen einfach unmöglich.
Naja, dann erkläre oder erfasse mal Unendlichkeit. Jetzt nicht im Sinne eines Raumes, sondern zum Beispiel in der Mathematik. Es ist eine Tatsache, dass man immer eine höhere Zahl finden kann. Ist völlig logisch, aber trotzdem kann man sich irgendwann keine Menge mehr vorstellen.


Daher gilt für mich: Soetwas wie ein Gott kann durchaus existieren, aber er kann auch nicht existieren und wer bin ich, dass ich darüber entscheiden sollte.
Hängt halt immer von der Definition ab. Ein alter, bärtiger Mann hockt auf keiner Wolke. Phänomene, die mehr Energie abgeben, als sie sollten - oder auch den Urknall - gibt es höchstwahrscheinlich. Ob "Gott" denken kann, wäre dann die nächste Frage.

Sollte diese Nachricht von dem Yoga-Meister, der zwei Wochen im Krankenhaus war und weder gegessen noch getrunken hat, ohne sich körperlich zu verändern, stimmen, muss der seine Energie irgendwo sonst her beziehen. Wird sich aber wohl als Fake herausstellen. :|

Sig made by gtn, Danke dafür.

Schlaubi

Time Lord

  • "Schlaubi" is male

Posts: 6,815

Date of registration: Mar 16th 2005

Location: Sindelfingen

Lieblingscharakter: Davros

  • Send private message

13

Friday, May 21st 2010, 2:54pm

Und nicht zuletzt bietet Gott oder das entsprechende Äquivalent stets auch eine Hoffnung für die Zukunft, nämlich das nach dem Tod nicht einfach alles vorbei ist,

Dafür gibt es auch in der Wissenschaft eine Theorie, hat was damit zu tun, das Energie nicht verloren gehen kann, sondern höchstens ihre Form ändert. Aber das ist ein anderes Thema, außerdem wurde hier ja schon gesagt, dass man auch die Wissenschaft als Gott ansehen kann. ;)

Tichy

Stormaggedon, Dark Lord of All.

  • "Tichy" is male

Posts: 1,488

Date of registration: Nov 23rd 2008

Location: Leipzig

Occupation: Mensch

Lieblingscharakter: Obama

  • Send private message

14

Friday, May 21st 2010, 3:24pm

Wie will ein Wissenschaftler beweisen das Gott nicht existiert?
Wie will ein Gläubiger beweisen das Gott existiert?

Was ist Gott?
Ist diese Frage überhaupt so weitgehend beantwortet das die beiden oberen Fragen überhaupt
gestellt werden können?

Was stellt sich der Wissenschaftler unter Gott vor, die Existenz von was will er negieren?
Was stellt sich der Gläubige unter Gott vor, die Existenz von was will er beweisen?


Ist Gott ein alter Mann mit weißem Bart?
Ist Gott nur ein anderes Wort für etwas das alles zusammenhält? z.B. Dunkle Materie?
Ist Gott vielleicht nur ein anderes Wort für die Zeit?
Cooler Spruch:I watch Doctor Who now, Doctor Who is cool. Von mir:L.E. petit Stile - Leipzig in Bildern Von anderen:Edgar Wasser - Deutsch sein Netzwerk: DiasporaFilm: The Avengers, 140 Minuten rock n roll. Serie:Farscape, Muppets in Space! Buch:Haruki Murakami: 1Q84 Band 3, Mondbasis!!!!

Zaphod B.

NoKnofLSuFo (Noble Knight of Lady Susan Foreman)

  • "Zaphod B." is male

Posts: 588

Date of registration: Aug 5th 2009

Location: Druxberge

Lieblingscharakter: dieser Typ mit den zwei Köpfen und Susan Foreman

  • Send private message

15

Saturday, May 22nd 2010, 12:55am

Ist Gott eine Droge

oder haben wir sie nur falsch verstanden?

@ Skeletor: Logik ist eben gerade kein menschliches Konzept, sondern universell gültig, egal, wer oder was da logisch denkt oder handelt.

Mal abgesehen von diesem im mathematisch-logischen Sinn allmächtigen Wesen, ist es relativ schwierig zu beweisen, dass etwas nicht existiert. Man müsste ja alle Möglichkeiten ausschließen können, die die Existenz dieses Etwas bewirken könnten. Wenn es also nicht offensichtlich Paradox ist wie die schon zitierte Allmacht, wüsste ich nicht, wie das gehen soll. Insbesondere dann, wenn man Anhänger der Viele-Welten-Theorie ist, also glaubt, dass alles, das es theoretisch geben kann, in einem (Parallel)Universum auch existiert.

Wenn es also Götter geben soll, dann sind es einfach nur höher entwickelte Daseinsformen wie z.B. die Superintelligenzen aus dem Perry-Rhodan-Kosmos. Die zeigen alle Merkmale irdischer Gottheiten einschließlich ihrer Eitelkeiten, Verbohrtheit und zweifelhaften Moral.
"Versuch nicht, mich zu verstehen, sei einfach dankbar dafür, dass du die Wärme von Zaphod Beeblebrox' Aura in deinem von Staunen ergriffenen Gesicht spüren durftest."




"Well done, shoppers!"

Yanthar

Time Lord

  • "Yanthar" is male

Posts: 389

Date of registration: Feb 28th 2007

Location: N

Lieblingscharakter: Der 7. Doctor, Ace

  • Send private message

16

Monday, May 24th 2010, 10:16pm

Wie will ein Gläubiger beweisen das Gott existiert?


Das ist ja gerade der Punkt von Glauben. Ein Gläubiger muss nicht beweisen, dass ein Gott existiert. Er weiß es!

  • "Engelskrieger79" is male

Posts: 5,289

Date of registration: Jun 27th 2006

Location: Düsseldorf

Lieblingscharakter: Der Master

  • Send private message

17

Tuesday, May 25th 2010, 12:36am

Das ist ja gerade der Punkt von Glauben. Ein Gläubiger muss nicht beweisen, dass ein Gott existiert. Er weiß es!
Also eigenlocht GLAUBT er es - sonst wäre es kein GLÄUBIGER ;) sondern ein WISSIGER ;)

R:



Pascal

Time Lord

  • "Pascal" is male

Posts: 638

Date of registration: Jul 10th 2005

Location: Karlsruhe

Occupation: Geomantie- und Unternehmensberater, Sozialtherapeut

  • Send private message

18

Tuesday, May 25th 2010, 1:57am

Ich finde es ja interessant wieviele hier in Absolutheiten urteilen. Ob man nun die Logik hochhält, den Glauben verteidigt oder das eigene Weltbild rechtfertigt.

Egal...

Der Monotheismus ist noch recht jung, dafür war der Glaube an eine Vielzahl von Gottheiten in allen Kulturen zu den urtümlichsten Zeiten verbreitet. Wenn man sich jedoch die zahlreichen Schöpfungsmythen alter Völker genau anschaut, dann haben sie doch gemeinsam, dass die zahlreichen Götter, Geister und Dämonen oft Repräsentanten für ein Prinzip waren. Die Römer nannten diese Prinzipien Genien. Davon abgeleitet stammt das Wort Genie. Z.B. gab es zu jeder Stadt einen Genius, der meistens die Mitte repräsentierte und dort auch in einer Säule, Figur, Brunnen etc verankert wurde. Unter anderem war es dieser Glaube (obwohl es damals eigentlich eher politisch angewandte Mystik war), der den Römern verhalf zu der Weltmacht zu werden, die sie wurden. So haben sich Priester vor den Städten, die es zu erobern galt, aufgestellt und mit dem Genius der Stadt "verhandelt". Diesen haben sie dann einfach nach Rom entführt, um ihm dort einen Tempel zu bauen. Nun brauchten die Römer nur noch abwarten. Und es dauerte nicht lange, da verlor die Stadt ihre Identität, Chaos herrschte und es war ein leichtes für die Römer diese Stadt einzunehmen.

Das berichte ich frei von jeder Wertung. Für die Römer war das Realität und diese Praktiken wurden angewandt, ob der Erfolg nun Zufall war oder wirklich mit Magie zu tun hatte, sei offengelassen. Auf jeden Fall scheint es sich unserer gewohnten Logik zu entziehen.

Zurück zu den Genien bzw. Prinzipien. Diese werden oft als Götter, aber auch als Dämonen, Hütern, Naturwesen oder als übergeordnete Engelsgleiche Wesenheiten verkörpert. In Europa war die Frau Holle sehr beliebt. Diese ist nicht nur eine Märchengestalt, sondern wurde als Sinnbild für Mutter Erde von den einfachen Menschen verehrt. Ihr ist der Holunderstrauch gewidmet und ihre Anbetung auch noch im Mittelalter forderte die Kirche heraus Frau Holle zu verteufeln. Dies tat sie indem sie u.a. die "Hölle" als Sinnbild für die böse Erdkraft entwickelten.

Noch eine weitere Gemeinsamkeit bei allen Prinzipien fällt auf. Sie stammen nach den Mythen her alle aus einer kosmischen, übergeordneten Gesamtenergie oder Wesenheit. Die Genien stellen so etwas wie die Zellen in einem Gesamtorganismus dar. Hildegart von Bingen verglich es mit dem Ur-Ei oder dem Ur-Grund. Und auch die Menschen sind ein Teil dieses Großen Ganzen. Hört sich das nicht schon vielmehr nach einer einzigen Gottheit an?

Und hier kommen wir zu einem wichtigen Punkt: Der alleinige Gott existierte auch schon lange im Glauben und Leben aller Kulturen, nur wurde er anders benannt bzw gar nicht benannt. Er glich eher einer Ahnung, einer nicht greifbaren Ur-Idee. Die einzelnen Götter waren dem Leben viel näher und daher auch besonders anbetungswürdig für das Volk.

Noch eins: Ich rege mich immer wieder auf, wenn dieses Argument gezückt wird: "Is ja klar, dass die früher für alles Götter hatten. So haben die sich halt die Welt erklärt!" Da macht man es sich meiner Ansicht nach viel zu leicht mit. Sicher wissen wir heute viel mehr über Physik, Chemie den Naturgesetzen. Eines der größten und besten Werkzeuge der Menschheit ist schließlich unser Verstand! ABER das darf nicht zur Arroganz führen, was für mich immer in solchen (meist aus den Medien vorgekauten) Meinungen mitschwingt.

Wenn ein Naturvolk glaubt, dass Feuergeister für das Feuer verantwortlich sind, warum sollten sie nicht Recht haben? Wir können vielleicht die physikalischen Eigenheiten benennen, wissen sicher auch viel über Wikungsweise. Aber ist dies EINE Ebene. Warum sollte es nicht auch eine andere Ebene geben, die co-existiert?

Mathematik war lange bevor es zum reinen logisch funktionalem Wissen mutierte eine okkulte Geheimwissenschaft, deren Geheimnisse noch lange von den alten Baumeistern im Mittelalter bewahrt wurde. So schaffte man z.B. für Kirchen Räume in bestimmten Maßen und Proportionen (siehe Heilige Geometrie), die direkten Einfluss auf die Psyche der Menschen hatten. Die Proportionen des Tritonis-Intervalls durften nicht gebaut werden, ebenso durfte das Intervall in der Musik nicht gespielt werden. Dies wurde mit der Todesstrafe geächtet. Und wer jemals einen Tritonis-Raum betreten hat, weiß auch warum...

Ich glaube, dass es heutzutage - vor allem im Hinblick auf die Brisanz des Themas Religion und Glaube an sich - nicht dazu kommen sollte, dass Teilbereiche der Welt in Rivalität zueinander stehen. Ich empfinde es als viel wichtiger, dass man es schafft vermeintlich Gegensätzliches wieder aneinander anzunähern. Nicht auf unreflektierte Weise, wie das früher der Fall war als man Wissenschaft und Mystik noch nicht getrennt hatte, sondern auf neue, offene, tolerante und vor allem reifere Art.

MuHskelkater

Time Lord

  • "MuHskelkater" is male

Posts: 268

Date of registration: Jun 3rd 2007

Current mood: bright sunshine - very good

Location: Kempen

Occupation: Fauler Soziologie Student

Lieblingscharakter: Alf

  • Send private message

19

Tuesday, May 25th 2010, 2:28am

Oh man, ich liebe solche "Diskussionen".
Ich will mich da auch gar nicht allzu sehr einmischen... Entweder man benutzt sein Gehirn und ist Atheist oder man "glaubt". Wenn man zur 2. Kategorie gehört, macht es wenig Sinn so einer Person mit einer logischen Argumentation zu konfrontieren.

Sry, normalerweise bin ich ja ein "leben und leben lassen"-typ. Meinungsfreiheit , das Recht sich selbst auszudrücken uvm. Bin ich total für. Aber beim Thema Religion hört der Spass auf. Und da macht es für mich auch gar keinen Unterschied an was man glaubt bzw ob es sich Gott, Allah oder die Bienenkönigin vom Planeten Xerbuk-99 handelt.

Ich möchte jetzt auch nicht einen ellenlangen Text schreiben, wenn ich meinen Standpunkt auch einfach mit 2 Zitaten deutlich mache kann:

" I contend we are both atheists, I just believe in one fewer god than you do. When you understand why you dismiss all the other possible gods, you will understand why I dismiss yours."
-Stephen F Roberts-

Schöner könnte ich es nicht formulieren!

Und für
Das ist ja gerade der Punkt von Glauben. Ein Gläubiger muss nicht beweisen, dass ein Gott existiert. Er weiß es!
hab ich auch noch eins, was die ganze sache schön auf den Punkt bringt:

"What can be asserted without proof can be dismissed without proof."
-Christopher Hitchens-


So, und jetzt bin ich erstmal ne runde Richard Dawkins lesen. Der im übrigen mit Lalla Ward (Romana) verheiratet ist. Somit schließt sich der Kreis wieder, alle wege führen zu DrWho *g*
“Rational arguments don’t usually work on religious people. Otherwise there would be no religious people.” House

4thdoc 11thdoc 7thdoc 5thdoc 2nddoc 8thdoc 6thdoc 1stdoc 9thdoc 3rddoc..........................................10thdoc

feyn

wandelnde enzyklopädie

  • "feyn" is male

Posts: 153

Date of registration: Jan 12th 2010

Location: Baden württemberg

Occupation: ex physiker, jetzt heilerziehungspfleger

Lieblingscharakter: 10th doctor

  • Send private message

20

Tuesday, May 25th 2010, 7:30am

oder haben wir sie nur falsch verstanden?

@ Skeletor: Logik ist eben gerade kein menschliches Konzept, sondern universell gültig, egal, wer oder was da logisch denkt oder handelt.

Mal abgesehen von diesem im mathematisch-logischen Sinn allmächtigen Wesen, ist es relativ schwierig zu beweisen, dass etwas nicht existiert. Man müsste ja alle Möglichkeiten ausschließen können, die die Existenz dieses Etwas bewirken könnten. Wenn es also nicht offensichtlich Paradox ist wie die schon zitierte Allmacht, wüsste ich nicht, wie das gehen soll. Insbesondere dann, wenn man Anhänger der Viele-Welten-Theorie ist, also glaubt, dass alles, das es theoretisch geben kann, in einem (Parallel)Universum auch existiert.

Wenn es also Götter geben soll, dann sind es einfach nur höher entwickelte Daseinsformen wie z.B. die Superintelligenzen aus dem Perry-Rhodan-Kosmos. Die zeigen alle Merkmale irdischer Gottheiten einschließlich ihrer Eitelkeiten, Verbohrtheit und zweifelhaften Moral.

Dem kann ich so nicht ganz zustimmen. Auch die logik hat ihre grenzen, und ob sie wirklich universell ist muß sie erst noch beweisen, indem wir intelligenzen ausserhalb der erde dazu befragen, so sie existieren.
Aber auch auf der erde hat die logik klar gesetzte grenzen. Nehmen wir einige beispiele unter die lupe :
Die kausalität : alles was passiert hat auch einen grund, einen auslöser. Also kann man alle ereignisse in eine art kette setzen, aus a folgt b daraus c und so weiter.
Nun gibt es avber dinge bei denen das nicht gilt wie z.b. der betazerfall, der absolut zufällig ist. Hast du einen kern vor dir, kannst du durch nichts entscheiden, wann er zerfallen wird.
Nehmen wir uns als nächstes das beispiel für logik schlecht hin vor, die mathematik : Gödel hat bewiesen, das jedes mathematische system unvollständig bleiben muß. Durch logik alleine lassen sich niemals alle probleme lösen : http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6dels…A4ndigkeitssatz
derle beispiele lassen sich nochmehr finden.
Ausserdem gibt es verschiedene arten der logik, die
sich teils widersprechen. So gibt es in der quantenmechanik zig sachen,
die uns absolut unlogisch erscheinen, aber in der quantenwelt absolut
logisch sind. Ich nehme als beispiel mal einen schalter. Ein schalter
kann entweder an oder aus sein, in der quantenwelt kann er beides
gleichzeitig sein (das nennt man dann superposition oder auch
überlagerung).

Als zweites beispiel nehme ich hier nochmal das prinzip
von ursache und wirkung. Das alles eine ursache hat, das würde so wohl
niemand bestreiten, es ist logisch. Es führt immer a zu b das wieder zu c
und so weiter. Aber dennoch gibt es in der QM dinge, die keine ursache
haben, sie passieren absolut zufällig. Als beispiel hatten wir schon den
betazerfall : Habe ich ein einzelnes instabiles atom, dann ist es
unmöglich zu sagen, wann es zerfällt. Das liegt nicht etwa darin, das
wir die ursache nicht kennen, der zerfall hat keine ursache. Dennoch
hält er sich an regeln. Wenn wir uns 10.000 teilchen ansehen, dann kann
man vorhersagen, wieviele teilchen nach einer bestimmten zeit zerfallen
sind. Es steckt also eine gewisse logik dahinter wann sie zerfallen, aber eben nur über die wahrscheinlichkeit bei sehr vielen kernen, nicht aber wenn man einen einzelnen kern betrachtet.





Kommen
wir nochmal kurz auf den absoluten zufall zurück, der in der QM
herrscht. Es gibt theologen, die argumentieren, das es kein zufall ist,
sondern das gott entscheidet, was da wann passiert. Den wenn man jetzt
noch die chaostheorie ins spiel bringt, hier erst ein paar fakten dazu :

http://de.wikipedia.org/wiki/Chaosforschung

http://de.wikipedia.org/wiki/Schmetterlingseffekt

dann
fällt auf, das kleine dinge sehr große auswirkungen haben können. Es
läßt sich nicht ganz von der hand weisen, das jemand auf diese weise,
vorrausgesetzt er ist allwissend, ideal ins geschehen eingreifen kann,
ohne aufzufallen. Da diese dinge aus unserer sicht absolut zufällig
sind, und das auch immer sein werden, würden wir dieses eingreifen nicht
bemerken. Die chaostheorie "sorgt" wiederum dafür, das so winzige
eingriffe große auswirkungen haben. Ich finde diese argumentation nicht
uninteressant. Durch die chaotischen zusammenhänge könnten wir gott quasi nicht beobachten, aber er kann dennoch eingreifen.
„Wissenschaft ist wie Sex. Manchmal kommt etwas Sinnvolles dabei raus, das ist aber nicht der Grund, warum wir es tun.“ richard feynman


„Der Spaß fängt erst dann an,wenn man die Regeln kennt.
Im Universum aber sind wir momentan noch dabei,
die Spielanleitung zu lesen.“ richard feynman

Travian 4 ist raus, wenn das jemand spielen will, bitte diesen link nutzen : http://www.travian.de/?uc=de7_4085

Similar threads