Eine Seuche gab es nicht und sie haben Gewalt gegen das eigene Volk einsetzen müssen. (Nicht gegen die Kinder, sah so aus als wenn die im Großen und Ganzen freiwillig mit sind, sondern gegen die Eltern und andere Zivilisten.)
Das was die Kinder da über mehrere Tage gemacht haben konnte für den Laien durchaus mit irgendeiner an den Haaren herbeigezogenen Seuche erklärt werden. Und wenn ein Katstrophengebiet abgeriegelt werden muß und da dann trotzdem irgendwelche Leute rein wollen, würde gegen diese auch diese Form der Gewalt ausgeübt werden (festhalten, wegtragen usw.) Und in dem Moment in dem die Bevölkerung agressiv wird, hat man eine ähnliche Situation wie die der Polizei bei gewalttätigen Demos - da sagen die auch nicht nur freundlich "könnten Sie bitte mal aufstehen und weggehen" - da werden die auch handgreiflich, schleppen Leute weg oder gehen mit Wasserwerfern gegen sie vor.
Außerdem wurden die Kinder nicht in Krankenhäuser gebracht, sondern in Kasernen und das in extrem großer Zahl, so groß, das man da niemals hätte jemand impfen können, ohne im Chaos zu versinken.
Das weißt du weil du bei wie vielen solchen Aktionen organisatorisch schon dabei warst? Das sah für mich nach mehreren Sammelstellen aus - so viele Kinder pro Stelle waren das also gar nicht - vielleicht die von zwei Schulen auf einem Fleck und das ist (rein theoretisch) ungefähr so schwer zu organisieren wie der Besuch des Schulzahnarztes.
Abgesehen davon waren keine Ärzte da
vielleicht glaubten die Soldaten, dass sie auf genau die warten?
und selbst wenn man da hätte impfen wollen, Medikamente in so großer Zahl herzustellen dauert Woche bis Monate,
Die Soldaten müssen davon ausgegangen sein, dass der Impfstoff längst existiert und es nur fünf Tage gedauert hat, die Logistik so weit in Gang zu setzen, dass man ihn jetzt einsetzen kann.
ähnlich lange um so einen Befehl überhaupt geben zu können, wenn er vorher durch die regulären Bahnen gegangen wäre.
Die Sammlung fand am fünften Tag statt - wenn unser Katastrophenschutz LÄNGER als fünf Tage bräuchte um etwas auf die Beine zu stellen, bei dem die Bundeswehr hilft, dann Gnade Gott diesem Land für den Fall das hier wirklich mal Katastrophen eintreten, die über das Maß von Hochwasser hinausgehen...
Sogar unsere Politiker nehmen (in sehr sehr sehr seltenen Fällen) manchmal die "abgekürzte" Variante der Befehlskette - oder anders gesagt, sie ignorieren sie - der Einsatz der GSG9 bei der Landshut war damals z.B. nicht genehmigt - als irgendwer gesagt hat: Das muß aber erst noch von xyz genehmigt werden, hat Schmidt gesagt "Das genehmigen wir, wenn es vorbei ist" - diesen Einsatz hätte es auf den normalen Wegen so NIE geben dürfen.
Wikipedia zum Thema Landshut:
Die Befreiungsaktion geschah auf Befehl der Bundesregierung. Wie der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt später zugab, hätte er im Falle eines Scheiterns der Befreiungsaktion oder bei zu vielen toten Geiseln seinen Rücktritt eingereicht. Es lag bereits eine fertige Rücktrittserklärung vor, die nach der geglückten Aktion vernichtet wurde.
Ich sage damit weder, dass das richtig ist, noch dass es legal ist - ich sage nur, dass es realistisch ist, dass es trotzdem gemacht wird - vielleicht kann man sich ja darauf einigen.
Extreme Zeiten bedürfen extremer Maßnahmen und dass die Situation in CoE extrem ist, dürfte ausser Frage stehen.