You are not logged in.

plenk

wait...what?

  • "plenk" is male
  • "plenk" started this thread

Posts: 34

Date of registration: Jan 2nd 2010

  • Send private message

1

Sunday, September 11th 2011, 2:06pm

Oswald Danes

Evtl. hab ich während der Staffel aufklärende Momente verpasst, aber ich kann den Sinn und Zweck der Figur Oswald Danes nicht wirklich nachvollziehen....das gilt einerseits für seine Rolle in der Staffel und andererseits die Rolle seines Verbrechens, auf das ja immer wieder hingewiesen wird, für die Handlung der Staffel.

Mir ist bewusst, dass das echte Leben nicht nur schwarz und weiss, gut und böse kennt...und prinzipiell finde ich es ganz spannend, wenn in Filme/ Serien Figuren eingebaut werden, die einen vielschichtigeren Charakter zeigen und sich jenseits von 0815 Schemata bewegen.
Evtl. seh ich's zu kritisch, aber die Figur eines Mörder und Vergewaltigers eines kleinen Mädchens in eine solche Serie (Sci-Fi) einzubringen (als mehr oder minder Hauptcharakter) und dann nicht wirklich drauf einzugehen und weitestgehend unkommentiert zu lassen, ausser (immer mal wieder) reisserische Dialoge, fand ich etwas ...unangemessen.

Anfangs dachte ich noch, dass das seine Figur bzw Verbrechen das er begangen hat in irgendeiner Weise für den Verlauf der Handlung relevant wäre.
Hätte man einfach nur aufzeigen wollen, dass auch zum Tode Verurteilte durch das Mircale überleben, hätte man das auch am Rande in der ersten Folge kurz erwähnen können.
Hätte an zeigen wollen, dass ein von der Gesellschaft gehasster und geächteter Mensch plötzlich von den Massen/ Medien gefeiert wird, hätte man auch einen bekannten, skrupelosen, gehassten Manager eines großen Unternehmens nehmen können, der durch zB einen Autounfall den er aufgrund des Miracle überlebt, zum Sprachrohr der 'kleinen' Leute wird.

Ein weiteres Problem für mich war auch noch, dass Bill Pullmann/ die Figur des Oswald Danes ja nicht einmal wirklich unsympathisch rüberkommt.

Warum die Figur des Oswald Danes und warum muss er ein Kindermörder/-Vergewaltiger sein?
Ich versteh's einfach nicht. Wer kann's mir erklären?

This post has been edited 1 times, last edit by "plenk" (Sep 11th 2011, 2:18pm) with the following reason: typos


  • "Engelskrieger79" is male

Posts: 5,290

Date of registration: Jun 27th 2006

Location: Düsseldorf

Lieblingscharakter: Der Master

  • Send private message

2

Sunday, September 11th 2011, 3:29pm

Quoted

Ein weiteres Problem für mich war auch noch, dass Bill Pullmann/ die Figur des Oswald Danes ja nicht einmal wirklich unsympathisch rüberkommt.
Ich hab Torchwood ja noch nicht ganz zu Ende gesehen. Aber erkläre mir bitte, wieso die Figur NICHT sympathisch rüberkommen dürfen sollte? Entbehrt ja nun nicht einem gewissen Realismus, dass auch sehr sympathisch wirkenden Menschen abscheuliches tun können. Und der Mann war immerhin Lehrer... Da mag es zwar ein paar Unsympaten geben, aber die Regel ist das ja nun nicht..

R:



plenk

wait...what?

  • "plenk" is male
  • "plenk" started this thread

Posts: 34

Date of registration: Jan 2nd 2010

  • Send private message

3

Sunday, September 11th 2011, 3:55pm

Da die Vergewaltigung/ der Mord nicht im geringsten etwas mit der Handlung zu tun haben oder auch nur in irgendeiner Weise etwas zu der Handlung beitragen frag ich mich, warum man gerade diese Art von Verbrechen gewählt hat.

Es hätte mit Sicherheit bessere Wege, Mittel und Verbrechen gegeben, die Figur eines Psychopathen zu zeichnen.
Entbehrt ja nun nicht einem gewissen Realismus, dass auch sehr sympathisch wirkenden Menschen abscheuliches tun können
Wie bereits im Eingangspost geschrieben gibt's im echten Leben ja nicht nur schwarz und weiss - klar.
Aber es gibt imho 1000 bessere Wege einen Menschen mit abscheulischem Charakter, der sympathisch rüberkommt, zu zeichnen, als der Weg, der in TW gewählt wurde.

Zudem frage ich mich, warum es in einer Sci-Fi-Serie (!), die überaus unrealistisch ist und etliche Logiklöcher hat, gerade in dem Zusammenhang, wenn es um die Charakterstudie eines Vergewaltigers und Mörders geht, Realismus zeigen will/ zeigen soll/ zeigt.

Für eine Charakterstudio ist eine Sci-Fi -Serie sowieso das falsch gewählte Medium imho...und wenn man eine solche ernste Thematik/ Figur trotzdem einbringen will, sollte man die 'Verpackung' und die Art und Weise inwiefern die Figur und ihre Handlungen erklärt werden, besser durchedenken.

Goettrik

Time Lord

  • "Goettrik" is male

Posts: 686

Date of registration: Aug 23rd 2006

Location: Itzehoe

Occupation: Bibliothekar

Lieblingscharakter: Der zweite Doctor

  • Send private message

4

Sunday, September 11th 2011, 3:57pm

Ein weiteres Problem für mich war auch noch, dass Bill Pullmann/ die Figur des Oswald Danes ja nicht einmal wirklich unsympathisch rüberkommt.
Darauf gibt es zwei Antworten.

a) Ein Schurke, dem man ansieht, welche finsteren Pläne er hegt, ist zumindest im realen Leben kein Schurke, sondern zynisch ausgedrückt ein Kandidat für den Darwin-Award.

b) Die Handlungsführung in Torchwood: Miracle Day erinnert mich im Nachhinein an die erste Staffel von Heroes. Dort gab es mit Sylar ebenfalls einen sadistischen Mörder als Anti-Helden. Ich kann mir vorstellen, daß Oswald Danes in den Plänen von RTD für Torchwood eine ähnliche Rolle spielt. Was bedeuten würden, daß der Totgeglaubte am Anfang von Staffel fünf von Torchwood, quicklebendig wie Sylar aus dem Gully steigt.

Für die reine Action-Handlung der Serie waren er und die Kitzinger eigentlich überflüssig. Wichtig sind sie nur als negative Spiegelbilder und als Motivation für das Torchwood-Team etwas zu unternehmen, insbesondere für Jack.

Schließlich dienen Ktizinger und Danes auch noch als Personifikation der Drei Familien, die ja als Organisation nur eine abstrakte Größe darstellen, zumal wir über deren Hintergründe fast nichts erfahren. Sie sind überhaupt die einzigen Schurken, die in mehr als zwei Episoden von Miracle Day auftauchen.


Dann gibt es da die Geschichte, wie die Charaktere auf die Begegnung mit dem Riss in der Erde reagieren. Der Riss zeigt ihnen, wer sie wirklich sind und wie ihr Verhalten in der Vergangenheit zu werten ist.

Der Mafia-Killer als Normalo auf Abwegen begeht Selbstmord, weil er das, was er da sieht, nicht ertragen kann.

Die Kitzinger als typische Psychopathin fühlt sich bestetigt, weil sie ihre Rolle in dem Spiel wohl kennt und es ihr egal ist, was andere über sie denken.

Jack fühlt Erleichterung, wohl weil der Riss ihm die Absolution für alle Untaten der Vergangenheit erteilt.

Gwen als Egozentrikerin bedauert, sich nicht genug um ihre Familie kümmern zu können.

Danes wird von der Selbsterkenntnis zunächst umgehauen. Allerdings ist er kein gewöhnlicher Verbrecher, sondern ein Sadist, der genau weiß, was er anrichtet und dieses Wissen als Kick genießt. Entsprechend fängt er sich schnell wieder und tritt wortwörtlich selbstbewußter auf als vorher.

Der Rest sind reine Funktionsträger, die immer nur Befehlen gehorcht haben und ihr Gewissen an der Gederobe abgaben. Da ist nichts, außer absolute Leere, was der Riss ihnen vorhalten könnte und so verhalten sie sich dann auch.


Ob dies alles als ausreicht, den Handlungstrang um Danes und Kitzinger zu rechtfertigen, muss jeder selbst entscheiden. Sollte es bei nur einer Staffel "Miracle Day" bleiben oder die Charaktere in späteren Staffeln keine größere Rolle spielen, würde ich sagen - Nein.
Hamburger Science Fiction-Stammtisch

Jeweils am zweiten Freitag eines Monats freffen sich ab 19 Uhr im Studentenlokal Roxie in der Renzelstraße 6 / Ecke Grindelalle Fans aus Hamburg und Umgebung, um sich über Doctor Who & Co. zu unterhalten. Teilnehmen darf jeder, der an Science Fiction seine Freude hat und sich über diese und andere Dinge mit Gleichgesinnten austauschen möchte...

  • "Engelskrieger79" is male

Posts: 5,290

Date of registration: Jun 27th 2006

Location: Düsseldorf

Lieblingscharakter: Der Master

  • Send private message

5

Sunday, September 11th 2011, 4:08pm

Quoted

Aber es gibt imho 1000 bessere Wege einen Menschen mit abscheulischem Charakter, der sympathisch rüberkommt, zu zeichnen, als der Weg, der in TW gewählt wurde.
Ok, was hättest Du Dir da eher vorgestellt?

R:



plenk

wait...what?

  • "plenk" is male
  • "plenk" started this thread

Posts: 34

Date of registration: Jan 2nd 2010

  • Send private message

6

Sunday, September 11th 2011, 4:20pm

Einen skrupellosen Geschäftsmann/ Manager der unter Alkohol-/ Drogeneinfluss einen Autounfall mit Todesopfern verursacht hat zB. Ob es dafür die Todestrafe gibt weiss ich allerdings nicht, hätte man auch so lösen können, dass seine Opfer direkt am Unfallort gestorben sind und kurz danach das Miracle begonnen hat, so dass er überlebt.

Oder jemand hätte einen Banküberfall begehen können, bei dem es Todesopfer gab. Man hätte auch hier bei der Hinrichtung einsteigen können.

Oder man hätte gar nicht erst soweit gehen müssen und hätte einfach den stinknormalen psychopathischen Nachbarn von nebenan gezeichnet, den man nicht durchschauen kann, der einem suspekt ist und man weiss, er hat Leichen im Keller, aber man kann ihm einfach nix nachweisen.

Was mich stört, ist die Tatsache, dass es sich bei Danes um einen Vergewaltiger und Kindermörder handelt, und dieses Verbrechen scheinbar einzig nur gewählt wurde um reisserische Dialoge und billige Kommentare in den Raum zu werfen, die jeglicher Grundlage/ Story entbehren und einfach nur eins sind: billig und geschmacklos.

  • "Engelskrieger79" is male

Posts: 5,290

Date of registration: Jun 27th 2006

Location: Düsseldorf

Lieblingscharakter: Der Master

  • Send private message

7

Sunday, September 11th 2011, 4:38pm

Hmmm klingt ein wenig so als wäre "böse bis zu einem gewissen Grad" noch akzeptable, wenns aber zu böse wird, dann hätte man's direkt lassen sollen... Schade.
Und nach der Hälfte der Staffel hoffe ich noch immer, dass die Gemeinsamkeit von Danes und Jack noch weiter angesprochen wird - Das Umbringen eines Kindes - aus verschiedenen Motiven. Angeteased wurde es ja bereits... Wenn dem nicht so sein sollte, wäre dies tatsächlich eine vertane Chance.

R:



Goettrik

Time Lord

  • "Goettrik" is male

Posts: 686

Date of registration: Aug 23rd 2006

Location: Itzehoe

Occupation: Bibliothekar

Lieblingscharakter: Der zweite Doctor

  • Send private message

8

Sunday, September 11th 2011, 4:46pm

Einen skrupellosen Geschäftsmann/ Manager (...)
Oder jemand hätte einen Banküberfall begehen können, (...) Oder man hätte gar nicht erst soweit gehen müssen und hätte einfach den stinknormalen psychopathischen Nachbarn von nebenan gezeichnet,
Punkt 1: Warum sollte sich Jack zu so einem Langweiler hingezogen fühlen. Der Punkt bei Danes ist ja, daß er das Spiegelbild zu Jack ist. Jack tötete am Ende von CoE seinen Enkel, um die Welt zu retten und leidet darunter. Danes tötete ein kleines Mädchen, zu seinem persönlichem Vergnügen. Gegensätzlicher geht es nicht.

Punkt 2: Ich halte es für wichtig, daß Danes eben kein gewöhnlicher Psychopath ist, der seine Untaten aus kühler Berechnung und Gleichgültigkeit gegenüber seinen Opfern begeht. Das ist die Rolle der Kitzinger. Danes ist ein Sadist, der genau weiß, was er seinen Opfern antut und dies wie ein Raubtier oder Syler in Heroes genießt. Wobei Jack am Anfang auch der Fehleinschätzung aufsitzt, Danes wäre nur ein Psychopat oder würde womöglich gar wie er selbst, seine Untat bedauern. Dadurch gerät die Handlung überhaupt erst in Bewegung und Torchwood auf die Spur der Drei Familien.

Und das die ganze Geschichte ein Tabubruch darstellt ist richtig. RTD hat hier wieder einmal die Grenzen des guten Geschmacks ausgetestet.
Hamburger Science Fiction-Stammtisch

Jeweils am zweiten Freitag eines Monats freffen sich ab 19 Uhr im Studentenlokal Roxie in der Renzelstraße 6 / Ecke Grindelalle Fans aus Hamburg und Umgebung, um sich über Doctor Who & Co. zu unterhalten. Teilnehmen darf jeder, der an Science Fiction seine Freude hat und sich über diese und andere Dinge mit Gleichgesinnten austauschen möchte...

plenk

wait...what?

  • "plenk" is male
  • "plenk" started this thread

Posts: 34

Date of registration: Jan 2nd 2010

  • Send private message

9

Sunday, September 11th 2011, 4:51pm

mmm klingt ein wenig so als wäre "böse bis zu einem gewissen Grad" noch akzeptable, wenns aber zu böse wird, dann hätte man's direkt lassen sollen... Schade.
Darum geht's weniger, aber ich hab durchaus ein Problem damit, wenn man das Verbrechen dann nicht wirklich mit in die Gesamtstory einbinden kann.
Ich würde behaupten, dass Bill Pullmann es schauspielerisch locker drauf hätte einen Psychopathen mit durchaus ambivalentem Charakter zu spielen, der einerseits creepy und sympathisch rüberkommt (ohne, dass man im Vorfeld über dieses oder jenes Verbrechen aufgeklärt werden muss und man während der Staffel ständig -mit dem Holzhammer- wieder daran erinnert wird.)

Weniger ist manchmal mehr.

knusperfl0cke

blue-spotted alien.

  • "knusperfl0cke" is female

Posts: 29

Date of registration: Aug 20th 2011

  • Send private message

10

Sunday, September 11th 2011, 5:00pm

Zudem frage ich mich, warum es in einer Sci-Fi-Serie (!), die überaus unrealistisch ist und etliche Logiklöcher hat, gerade in dem Zusammenhang, wenn es um die Charakterstudie eines Vergewaltigers und Mörders geht, Realismus zeigen will/ zeigen soll/ zeigt.
Für eine Charakterstudio ist eine Sci-Fi -Serie sowieso das falsch gewählte Medium imho...und wenn man eine solche ernste Thematik/ Figur trotzdem einbringen will, sollte man die 'Verpackung' und die Art und Weise inwiefern die Figur und ihre Handlungen erklärt werden, besser durchedenken.

Das sehe ich persönlich anders. Die Geschichte ist ja immer um die Charaktere aufgebaut, die sind der Kern und für mich auch irgendwo Zugang zur Story. Deshalb halte ich Charakterstudie/-entwicklung mehr oder weniger immer für wichtig, unabhängig vom Genre. Natürlich sind die SciFi-Elemente in einer SciFi-Serie unrealistisch, aber daneben gibt es immer real life-Komponenten, sprich die Figuren, ihre Handlungen und Entscheidungen. Die sind (vorzugsweise) realistisch gehalten, so dass sie dem Zuschauer einen Bezug zur Geschichte und im Idealfall Reflektion ermöglichen.

Ich stimme dir zu, dass die Existenzberechtigung der Figur Oswald in MD nicht so wirklich überzeugend vermittelt worden ist. Das liegt aber an den Schreiberlingen und nicht an der Figur selbst. Ich fand den Charakter an sich durchaus interessant (und das kann ich nicht von allen sagen), und auch sehr interessant gewählt. Wie ich in dem anderen Beitrag schon schrieb, gerade im Hinblick auf Jack und die Gemeinsamkeit Kindstötung. Da wäre m.E. mehr drin gewesen, was sowohl die Figur Oswald konsequenter aufgebaut und seine Rolle und das Ende stimmiger hätte machen können, als auch richtig gute Charakterentwicklung für Jack hätte darstellen können. Da hat man eine Menge Potential verschenkt, finde ich.

Mein Eindruck war, dass sie selbst nicht so recht wussten, wo sie mit der Figur hin wollten. Sie sind bis zum Schluss nicht müde geworden, Oswalds Bösartigkeit zu zeigen (ich sag nur 'Keep running Suzie, I'm following'). Zwischendurch gabs ab und zu Szenen, die ihm Tiefe und weitere Dimensionen gegeben haben, wie zum Beispiel die Situation mit der Prostituierten. Nur hat mir da am Ende etwas gefehlt. Ich hätte mir gewünscht, dass klarer wird, wie er an den Punkt kommt, dass er sich in die Luft sprengt. Was für eine Entwicklung er durchgemacht hat, was seine Motivation war usw. ist halt überhaupt nicht vermittelt worden.
'I love old things, they make me feel sad.

What's good about sad?

It's happy, for deep people. '




Goettrik

Time Lord

  • "Goettrik" is male

Posts: 686

Date of registration: Aug 23rd 2006

Location: Itzehoe

Occupation: Bibliothekar

Lieblingscharakter: Der zweite Doctor

  • Send private message

11

Sunday, September 11th 2011, 5:09pm

Mein Eindruck war, dass sie selbst nicht so recht wussten, wo sie mit der Figur hin wollten. Sie sind bis zum Schluss nicht müde geworden, Oswalds Bösartigkeit zu zeigen (ich sag nur 'Keep running Suzie, I'm following'). Zwischendurch gabs ab und zu Szenen, die ihm Tiefe und weitere Dimensionen gegeben haben, wie zum Beispiel die Situation mit der Prostituierten. Nur hat mir da am Ende etwas gefehlt. Ich hätte mir gewünscht, dass klarer wird, wie er an den Punkt kommt, dass er sich in die Luft sprengt. Was für eine Entwicklung er durchgemacht hat, was seine Motivation war usw. ist halt überhaupt nicht vermittelt worden.
Ich hatte den Eindruck, daß ihnen gegen Ende langsam die Luft aus ging und sie die Geschichte bewußt nicht bis auf die Spitze getrieben haben. Entweder weil der Sender plötzlich Angst vor der eigenen Courage bekam oder weil sie sich inhaltliches Potential für weitere Staffeln erhalten wollen.

Dies gilt im Übrigen für alle zentralen Elemente der Staffel, ob nun die Kitzinger, das Blessing oder die Drei Familien. Und auf abstrakter Ebene gilt dies auch für die Auseinandersetzung mit den Folgen des Blessing auf Religion, Politik usw. Ich erinnere hier nur an den lebenden Spalt in durch die Erde, der letztlich nichts weiter ist als die DrWho-Variante der griechischen Gottheit Gäa, der personifizierten Erde. Irgendwie habe ich im Nachhinein den Eindruck, daß sich die Autoren schon beim Konzept der Staffel schlicht übernommen haben und dies durch die erzwungene Streckung der Handlung nur um so dramatischer zum Vorschein kommt.
Hamburger Science Fiction-Stammtisch

Jeweils am zweiten Freitag eines Monats freffen sich ab 19 Uhr im Studentenlokal Roxie in der Renzelstraße 6 / Ecke Grindelalle Fans aus Hamburg und Umgebung, um sich über Doctor Who & Co. zu unterhalten. Teilnehmen darf jeder, der an Science Fiction seine Freude hat und sich über diese und andere Dinge mit Gleichgesinnten austauschen möchte...

plenk

wait...what?

  • "plenk" is male
  • "plenk" started this thread

Posts: 34

Date of registration: Jan 2nd 2010

  • Send private message

12

Sunday, September 11th 2011, 5:19pm

Ich fand Danes auch mitunter den interessantesten Charakter, insofern möcht ich nicht falsch verstanden werden.
Evtl. hab ich mich zu umstädnlich ausgedrückt.

Was mich stört, ist einerseits, dass man als Zuschaer ständig mit der Holzhammermethode daran erinnert wird, welche Taten Danes begangen hat, was imho aufgesetzt und billig wirkt, andererseits hätte die Figur Danes + schauspielerischen Fähigkeiten Pullmanns durchaus mehr Potential gehabt, mehr in die Story einzufliessen und da wurde einiges - wie Flocke schon sagte- an Potential verschenkt.
Nur hat mir da am Ende etwas gefehlt. Ich hätte mir gewünscht, dass klarer wird, wie er an den Punkt kommt, dass er sich in die Luft sprengt. Was für eine Entwicklung er durchgemacht hat, was seine Motivation war usw. ist halt überhaupt nicht vermittelt worden.
this.

Ich finde, man hat der Figur Danes gar nicht genug Raum zu gelassen, sich zu entwickeln, da man ständig damit beschäftigt war, immer wieder reisserische Dialoge/ Kommentare, sein Verbrechen betreffend, zu bringen.

Kaoru

Farmer. Soldier. Priest. Sailor. Husband. Lover.

  • "Kaoru" is male

Posts: 1,962

Date of registration: Aug 20th 2005

Location: Berlin

Occupation: Kleingärtner

Lieblingscharakter: Bernice Summerfield

  • Send private message

13

Sunday, September 11th 2011, 5:27pm

Ich kann mich da zwar irren, aber ich habe ein bisschen die Vermutung, daß es diesen Danes-Charakter nur gab damit sie Pullman kriegen konnten. Ein bisschen "actor's candy" ihn ihn ranzuködern.

Vielleicht lief das Telefongespräch ja folgendermaßen ab...

RTD: "What do you think about playing a part in Torchwood?"
Pullman: "Torchwood...? .... Never heard of it..."
RTD: "Everyone else is in it, too! Wayne Knight! Ernie Hudson! Lauren Ambrose! ..."
Pullman: "No, I'm not interested. But thanks for ca..."
RTD: *platzt unüberlegt einen Gedanken heraus* "The part would be a child rapist!"
Pullman: "I'm sorry... WHAT?!"
RTD: "Uh... yeah! (ShitwhatwasIthinking)"
Pullman: "Why do you think I would PLAY THAT?!"
RTD: "Errrr... he's not totally evil, though! He's looking for redemption! Well... sort of. He's a grey character!"
Pullman: "Aha?"
RTD: "Very interesting to play! A hard part to pull off... but I can totally see you pulling it off!"
Pullman: ".....HM! Yeah... I never did this kind of part before... I can totally show off my range!"
RTD: "He's one of the main characters!!"
Pullman: "Okay, where do I sign?"

Nach dem Auflegen des Hörers...

RTD: "Shit! Now how am I going to write that in?!?"

Und dann nahm das Unheil seinen Lauf... und eine völlig sinnlose (weil reingepresste) Storyline die nirgendwo hinläuft ward geboren...

saoirse

Time Lady

  • "saoirse" is female

Posts: 113

Date of registration: Apr 10th 2010

  • Send private message

14

Sunday, September 11th 2011, 5:40pm

Für mich wurde das Potential des Charakters auch nicht ganz genutzt. Zu Anfang habe ich mich auch gefragt, warum es denn ausgerechnet ein pädophiler Mörder sein muss, aber das ganze ergab doch am Ende etwas Sinn, wenn man auf die FEinheiten geachtet hat.

Zum einen wurde mal wieder schön gezeigt, das die Massen jedem folgen, der sich nur dramatisch genug inszeniert. Das mit einem Kinderschänder zu machen, der vorher von den Menschen gehasst und dann als Messiahs gefeiert wird, ist zwar etwas überspitzt, zeigt aber gut, wie man mit Medien und Manipulation einen Großteil der Menschen beeinflussen kann.

Zum anderen wurde das pädophile Mördermotiv vielleicht auch deshalb gewählt, um Danes Motivation aufzuzeigen. Er fühlt sich selber in dieser Welt ohne Tod nicht recht wohl und hilft am Ende noch das ganze wieder gerade zu biegen. warum? Jack spricht es in einem der Gespräche mit Danes an: Nicht das Vergewaltigen kleiner Mädchen gibt ihm den großen Kick sondern die Kontrolle über den Moment zu haben, wann sie stirbt törnt ihn so an. Der Moment in dem sie ihr Leben aushaucht. Dank Miracle Day wird er diesen Kick nicht wieder bekommen. Und Danes ist ein Mann der von seinen Gelüsten und Machtphantasien getrieben ist. Die Tatsache, das er von Jilly und den Familien nur ausgenutzt wurde, reicht dann auch schon, um seinen Stolz so zu verletzten das er ihnen richtig eins reinwürgen will.

knusperfl0cke

blue-spotted alien.

  • "knusperfl0cke" is female

Posts: 29

Date of registration: Aug 20th 2011

  • Send private message

15

Sunday, September 11th 2011, 5:47pm

RTD: "What do you think about playing a part in Torchwood?"
Pullman: "Torchwood...? .... Never heard of it..."
RTD: "Everyone else is in it, too! Wayne Knight! Ernie Hudson! Lauren Ambrose! ..."
Pullman: "No, I'm not interested. But thanks for ca..."
RTD: *platzt unüberlegt einen Gedanken heraus* "The part would be a child rapist!"
Pullman: "I'm sorry... WHAT?!"
RTD: "Uh... yeah! (ShitwhatwasIthinking)"
Pullman: "Why do you think I would PLAY THAT?!"
RTD: "Errrr... he's not totally evil, though! He's looking for redemption! Well... sort of. He's a grey character!"
Pullman: "Aha?"
RTD: "Very interesting to play! A hard part to pull off... but I can totally see you pulling it off!"
Pullman: ".....HM! Yeah... I never did this kind of part before... I can totally show off my range!"
RTD: "He's one of the main characters!!"
Pullman: "Okay, where do I sign?"

Nach dem Auflegen des Hörers...

RTD: "Shit! Now how am I going to write that in?!?"


:thumbsup:





P.S. Nein, ich darf leider nicht bewerten, sonst würde ich. ;-)
'I love old things, they make me feel sad.

What's good about sad?

It's happy, for deep people. '



This post has been edited 1 times, last edit by "knusperfl0cke" (Sep 11th 2011, 6:00pm)


Goettrik

Time Lord

  • "Goettrik" is male

Posts: 686

Date of registration: Aug 23rd 2006

Location: Itzehoe

Occupation: Bibliothekar

Lieblingscharakter: Der zweite Doctor

  • Send private message

16

Sunday, September 11th 2011, 6:08pm

Ich finde, man hat der Figur Danes gar nicht genug Raum zu gelassen, sich zu entwickeln, da man ständig damit beschäftigt war, immer wieder reisserische Dialoge/ Kommentare, sein Verbrechen betreffend, zu bringen.
Hm. Aber dieses "In Youre Face!" ist doch typisch RTD und trifft auf alles zu, was er schreibt!

M. E. ist dies nicht die Ursache, sondern nur ein Symptom.
Hamburger Science Fiction-Stammtisch

Jeweils am zweiten Freitag eines Monats freffen sich ab 19 Uhr im Studentenlokal Roxie in der Renzelstraße 6 / Ecke Grindelalle Fans aus Hamburg und Umgebung, um sich über Doctor Who & Co. zu unterhalten. Teilnehmen darf jeder, der an Science Fiction seine Freude hat und sich über diese und andere Dinge mit Gleichgesinnten austauschen möchte...

knusperfl0cke

blue-spotted alien.

  • "knusperfl0cke" is female

Posts: 29

Date of registration: Aug 20th 2011

  • Send private message

17

Sunday, September 11th 2011, 6:24pm

Zitat von »plenk«

Ich finde, man hat der Figur Danes gar nicht genug Raum zu gelassen, sich zu entwickeln, da man ständig damit beschäftigt war, immer wieder reisserische Dialoge/ Kommentare, sein Verbrechen betreffend, zu bringen.

M. E. ist dies nicht die Ursache, sondern nur ein Symptom.
Sehe ich genauso. Zumal ich es im Zusammenhang mit Oswald gar nicht als so schlimm empfunden habe. Der Charakter sollte so krass rüberkommen, sadistisch und ohne Reue. In diesem Fall fand ich das eigentlich ein probates Mittel.

Zum anderen wurde das pädophile Mördermotiv vielleicht auch deshalb gewählt, um Danes Motivation aufzuzeigen. Er fühlt sich selber in dieser Welt ohne Tod nicht recht wohl und hilft am Ende noch das ganze wieder gerade zu biegen. warum? Jack spricht es in einem der Gespräche mit Danes an: Nicht das Vergewaltigen kleiner Mädchen gibt ihm den großen Kick sondern die Kontrolle über den Moment zu haben, wann sie stirbt törnt ihn so an. Der Moment in dem sie ihr Leben aushaucht. Dank Miracle Day wird er diesen Kick nicht wieder bekommen. Und Danes ist ein Mann der von seinen Gelüsten und Machtphantasien getrieben ist. Die Tatsache, das er von Jilly und den Familien nur ausgenutzt wurde, reicht dann auch schon, um seinen Stolz so zu verletzten das er ihnen richtig eins reinwürgen will.
Ich würde gerne glauben, dass die Autoren sich ähnliche Gedanken gemacht haben, aber irgendwie bezweifle ich es.
'I love old things, they make me feel sad.

What's good about sad?

It's happy, for deep people. '




Satia

Cardinal

Posts: 1,367

Date of registration: Mar 7th 2009

Current mood: bright sunshine - very good

  • Send private message

18

Sunday, September 11th 2011, 7:23pm

aber ich kann den Sinn und Zweck der Figur Oswald Danes nicht wirklich nachvollziehen....

er hatte weder einen Sinn, noch einen Zweck. Das was er am Ende gemacht hat, hätte auch jeder andere tun können.

Er hat weder einen konkreten Zweck erfüllt, noch hat er eine Wandlung durchgemacht. Da es sich bei Pädophilie auch nicht um etwas handelt, dass man "einsehen und dann bleiben lassen" kann, sondern um eine Veranlagung, die man nicht abstreifen, sondern nur unterdrücken kann, fand ich Danes ebenfalls ganz schlecht gewählt, weil seine Rolle ganz offensichtlich ausschließlich als Stichwortgeber und Quoten-Perverser gedacht war.

Estrilda

Wholigan

  • "Estrilda" is female

Posts: 417

Date of registration: Jul 19th 2009

Current mood: cloudy - usual

Location: H

  • Send private message

19

Sunday, September 11th 2011, 10:14pm



Was mich stört, ist die Tatsache, dass es sich bei Danes um einen Vergewaltiger und Kindermörder handelt, und dieses Verbrechen scheinbar einzig nur gewählt wurde um reisserische Dialoge und billige Kommentare in den Raum zu werfen, die jeglicher Grundlage/ Story entbehren und einfach nur eins sind: billig und geschmacklos.


Naja, die Story wird ja mit seiner Hinrichtung eingeläutet. Nenn mir mal ein Verbrechen, wo die meisten Menschen am wenigsten moralische Bedenken bezüglich der Todesstrafe haben als bei Kindesmißbrauch und -mord. Wodurch das Dilemma vorprogrammiert ist, was der Durchschnittszuschauer empfindet wenn so einer plötzlich frei und untot durch die Gegend läuft und auch noch von den Medien gehypet wird.

Besoffener Autounfall hätte da nie funktioniert, da zu viele Menschen selbst schon mal in so einer Lage waren, selbst wenn es nur darum geht sich dann gegen das Autofahren zu entscheiden; Banküberfall mit Toten auch nicht, nicht in einem Land wo sowieso jeder eine Knarre im Haus hat und daher solche und ähnlich geartete Verbrechen an der Tagesordnung sind. Das wären alles Verbrechen, die sich gar nicht lang genug in den Medien gehalten hätten. Da wäre dann halt nur "irgendwer" unsterblich geworden.
"Why you all so happy?" - " 'cause our lives suck"
Avenue Q

"Herr und Frau Verwesung?" - "Bis dass der Tod sie zentrifugiert."
CSI