3x03 - The Myth Makers

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    • 3x03 - The Myth Makers

      Bewertung der Episode 10
      1.  
        Super (2) 20%
      2.  
        Gut (1) 10%
      3.  
        Durchschnitt (4) 40%
      4.  
        Ausreichend (3) 30%
      5.  
        Schlecht (0) 0%
      Die TARDIS materialisiert mit dem ersten Doctor, Vicki und Steven vor den Toren der von den Griechen seit 10 Jahren belagerten Stadt Troja. Achilles, der seinen Sieg über Hector dem Eingreifen des Doctors zu verdanken glaubt, hält diesen für Zeus, was dem Doctor durchaus zu schmeicheln scheint. Achilles bringt ihn ins Lager der Griechen, wo er deren Anfüherer Agamemnon und auch Odysseus kennenlernt, wobei letzterer weitaus misstrauischer dem "Göttervater" gegenüber ist und ihn schnell dazu bringt, zuzugeben, nur ein Mensch zu sein, wenn auch ein Reisender durch Zeit und Raum. Odysseus gewährt ihm zwei Tage, um sich eine Möglichkeit aszudenken, wie die Griechen endlich Troja einnehmen können.
      Die TARDIS mit Vicki an Bord wurde inzwischen von Prinz Paris, dem Sohn des trojanischen Königs Menelaos in die Stadt gebracht und sollte auf Anordnung der Hohepriesterin Cassandra vebrannt werden, was allerdings durch das Heraustreten Vickis verhindert wurde. Während casssandra Vickis Tod fordert - sie sieht eine Hexe in ihr - sind Paris, Menelaos (der den Namen Vicki für unpassend hält und sie Cressida nennt) und besonders Troilus, der jüngste Sohn Menelaos, sehr von ihr angetan.
      Steven will Vicki "befreien" und nimmt dazu die Rolle des gefallenen griechischen Recken Didome an und lässt sich von Paris gefangen nehmen. Menelaos, der glaubt, dass Vicki über übernatürliche Kräfte verfügt, gewährt dieser zwei Tage, um die Griechen zu vertreiben und um zu beweisen, dass sie und Steven/Didome keine Spione sind.
      Der Doctor, der das "trojanische Pferd" für eine dichterische Freiheit Homers hält, hat unterdessen vorgeschlagen, mittels einer Art "Ein-Mann-Fluggleiter", die per Katapult abgeschossen werden sollen, Soldaten in die Stadt eindringen zu lassen. Als Odysseus aber ihm selbst die Ehre des "ersten Piloten" zukömmen lassen will, schlägt er dann doch vor, Soldaten in einem hölzernen Pferd zu verstecken.
      Während der Schlacht wird Steven scher an der Schulter verwundet, mit Hilfe einer Dienerin Cassandras - Katarina - gelingt es ihm ber doch noch, die TARDIS zu erreichen, Katarina geht ebenfalls mit an Bord.
      Vicki, die die Liebe von Troilus erwidert, bleibt bei diesem und gemeinsam mit seinem Cousin Aeneas machen sie sich auf, mit den Überlebenden von Troja eine neue Stadt zu gründen - Rom ...

      The Myth Makers war die dritte Folge der dritten Doctor Who-Staffel. Die vier Einzel-Episoden Temple of Secets / Small Prophet, Quick Return / Death of a Spy / Horse of Destruction wurden zwischen dem 16. Oktober und dem 06. November 1965 erstmalig gesendet und von 8.1 Mio bis 8.7 Mio Zuschauern gesehen.

      ***

      Eine zwiespältige Folge.

      Auf der einen Seite gibt es herrliche Momente:
      • Die Reaktion des Doctors, als Achilles ihn für Zeus hält und er langsam aber sicher gefallen an dieser Rolle findet.
      • Der Doctor erläutert Odysseus voller Begeisterung seine Plan mit den Flugmaschinen - aber diese begeisterung schwindet ziemlich plötzlich, als Odysseus ihm erklärt, dass er beabsichtigt, dem Doctor selbst die Ehre zuteil werden zu lassen, der erste fliegende Mensch zu werden
      • Als Steven meint, der Doctor könne die TARDIS nicht steuern, erklärt dieser voller Stolz, immerhin habe er die Erde erreicht, was doch schon sehr gut sei
      Auf der anderen Seite - was hat man nur aus dem trojanischen Krieg und den Beteiligten gemacht???

      - Es wurde versucht, aus vielen "Quellen" etwas zusammenzustellen, was aber nur dazu führte, dass nichts mehr zusammpasst:
      • Die Ilias und die Odyssee von Homer
      • Die Aenaeis von Virgil
      • Die Liebesgeschichte zwischen Troilus und Vicki/Cressida wurde von Geoffrey Chaucers Gedicht Troilus and Criseyde und Shakespeares Bühnenstück Troilus and Cressida inspiriert, wobei Cressida in letzterem die Tochter des trojanischen Priesters Calchas war, der zu den Griechen übergelaufen war (was in der Episode insoweit aufgegriffen wird, als das ihre Beziehung zu Steven/Didome den Trojanern ... zweifelhaft erscheint). In der klassischen Mythologie kommt diese Lovestory übrigens überhaupt nicht vor. Virgil erwähnt Truilus in der Aenaeis als einen der Söhne des Priamos und sagt, dass er von Achill getötet wurde (in Der DW-Flge ist es genau umgekehrt). Im 12. Jahrhundert nahm Benoît de Sainte-Maure dies als Grundlage für seinen Roman de Troie, in dem dann besagte Lovestory etabliert wurde. Im 14. Jahrhundert schrieben dann Giovanni Bocaccio und der bereits erwähnte Geoffrey Chaucer Gedichte zu dem Thema, und im 17. Jahrhundert nutzte William Shakespeare sie als Grundlage für sein Bühnenstück.
      - Die Darstellung der antiken Charaktere wie Achill, Oysseus, Paris usw. ist teils sehr unglaubwürdig
      • Reaktionen auf die Erklärungen des Doctors und Vickis Zeitreisende zu sein
      • Die Darstellung antiker Religiosität ist vollkommen falsch
      • Überhaupt wirken die Charaktere oft sehr künstlich und unglaubwürdig: Odysseus ist ein beutegieriger Pirat, Paris ein feiger Schönling, Cassandra ein bösartiges Frauenzimmer - lauter Klischeegestalten, die austauchbar sind und ihren Vorbildern in keinster Weise entsprechen
      Während in The Romans sowas wie Zeitcholorit aufkam, gelingt dies bei The Myth Makers leider überhaupt nicht
      Von mir diesmal mit viel gutem Willen und mit Rücksicht auf die vorhanden positiven Elemente ein "Durchschnitt"

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Herr Duck ()

    • "The Myth Makers" beurteile ich v.a. nach dem Lesen des Romans von Donald Cotton, der im Gegensatz zu anderen Novellisierungen im Vergleich zum Transskript keine großen Abweichungen zu haben scheint, mit "ausreichend".

      Dadurch, dass Agamemnon, Menelaus und Odysseus allesamt als recht primitive Zeitgenossen geschildert sind, bemüht sich diese Interpretation darum, sich deutlich von der herkömmlichen Heldenlegende abzusetzen. Dies führt jedoch nicht zu einem kohärenten Konzept, den Trojanischen Krieg realistischer darzustellen, weil dafür viele Charaktere zu simpel sind. Cassandra, eine große tragische Figur in der Literatur von Euripides bis Christa Wolf, ist hier bloß eine Nervzicke, Paris ist ein Schussel, der sein Schwert vergißt, Achilles hält den Doktor (obwohl der keinen Bart hat) ;) mal eben für Zeus - hätte ich das im Fernsehen sehen müssen, hätte ich mich im Sessel gewunden. Ganz zu schweigen vom Papierflugzeug-Konzept des Doktors, der im zweiten Anlauf Odysseus dann doch lieber ein hölzernes Pferd vorschlägt... X/

      Nebenbei hat das Buch haarsträubende Fehler, z.B. wenn auf S. 135 von einem Schwert aus "Damascus Steel" erzählt wird, der erst Jahrtausende später geschmiedet werden wird. Und für den "dramaturgischen Kunstgriff", den allwissenden Erzähler spontan in die Handlung eingreifen zu lassen (S. 95), hätte man einen Anfänger im Volkshochschulkurs gerügt. Vermutlich wird die filmische Umsetzung mit Kostümen, Schwertern und guten Darstellern besser herüber gekommen sein als das Buch, schätze ich, aber das läßt sich leider nicht mehr überprüfen. Vicki bekommt einen besseren Abgang als viele andere Companions, sollte man ncoh erwähnen.
    • Ich fand die Folge, Die ich jetzt nach John Peels Mission To The Unknown gelesen habe, als Script eigentlich nicht sehr viel aus, wobei ich sie eher zu Pseudo-Historical als zu den Pures zählen würde, greifen der Doctor und Co. doch ziemlich in die Geschichte ein. Von daher lass ich mich auch über die Macken in der geschichte hinwegtrösten. Ich habe viel gelacht aber war auch oft sehr gespannt, obwohl ich sagen muss, der Schluss hat mir in John Peel's Version besser gefallen^^

      Viele gute Dialoge, meinr meinung wenige schlechte, darum ein durchschnittliches Gut.
      Currently Watching:
      Peter Davison
      Peter Capaldi
      ...und:
      Agents of S.H.I.E.L.D., Rick & Morty,
      Twin Peaks, Narcos



    • Ich kenne nur die Rekonstruktion mit der originalen Tonspur und einer Bildspur zusammengesetzt aus unzähligen Standbildern und leider nur wenigen Minuten Filmmaterial von meist sehr bescheidener Qualität.

      Mein Eindruck von The Myth Makers als Quasi-Hörspiel war, daß der Autor sich hier am Vorbild von The Romans orientiert hat, aber die Comedy-Elemente auf die Spitze trieb. The Myth Makers basiert übrigens auf einem Musical, daß der Comedy-Autor Donald Cotton Jahre zuvor für BBC Radio 4 geschrieben hatte und das dem damaligen Produzenten John Wiles gefiel.

      Als Comedy finde ich Myth Makers gar nicht schlecht. Die Geschichte enthält viele Ideen, die zur klassischen, ernsthaften Auslegung quer laufen und daher trotz der eher an Karikaturen erinnernden Charaktere eine gewisse Originalität und Frechheit besitzen.

      Letztlich ist es jedoch allein der Companion-Wechsel, von Vicki zu Katharina welcher dieser Episode eine gewisse Bedeutung für die Serienhistorie verleiht. Beim damaligen Publikum kam diese Episode jedoch so gut an, daß Donald Cotton noch eine zweite Episode in diesem Stil schreiben durfte: The Gunfighters.
      Hamburger Science Fiction-Stammtisch

      Jeweils am zweiten Freitag eines Monats freffen sich ab 19 Uhr im Studentenlokal Roxie in der Renzelstraße 6 / Ecke Grindelalle Fans aus Hamburg und Umgebung, um sich über Doctor Who & Co. zu unterhalten. Teilnehmen darf jeder, der an Science Fiction seine Freude hat und sich über diese und andere Dinge mit Gleichgesinnten austauschen möchte...
    • Ich empfand dieses Historische Abenteuer als Hörspiel und auch als Reconstruction sehr sehr anstrengend und durchwachsen. Der Erzählstil und alles drum und dran nervte mich in Teil 3 und 4. Es startete gut und sehr amüsant mit viel Potential und fiel für mich irgendwie in sich zusammen.

      Aber was ich dennoch loben möchte ist Vickis und Stevens Zusammenspiel was mir sehr fehlen wird in der Zukunft. Und der Doktor der am Anfang mal wieder jemand anders sein darf und sich als jemand anderen ausgibt. (Gott Zeus)

      Empfand den Companion Wechsel mehr als... Durchwachsen und doch relativ schlecht. Das war ein unwürdiger Ausstieg für Vicki nach allem und Katarinas Introduction empfand ich persönlich auch als vollkommen Unspektakulär und langweillig. Bin sogar dabei zu sagen, dass ihre Introduction der schlechsteste war. Vickis Abschied hingegen empfand ich auch als sehr schlecht. Aber diese Dramatik mit dem verletzten Steven der nach ihr fragt usw. macht es aber dennoch weg.

      Also dieses Abenteuer hat mich emotional etwas unentschlossen zurück gelassen und weiß nicht ob ich große Liust auf Katarina habe. Naja mal sehen
    • Spoiler für eine 50 Jahre alte Folge:

      1. Dodos Ausstieg ist schlechter (wenn auch passend).
      2. Musst dich gar nicht erst an Katharina gewöhnen.
      THEY SAY CHANGE IS GOD

      P.S.: Sollten Sie Dr. Allen sehen, erschießen Sie ihn und lösen
      Sie den Körper in Säure auf. Verbrennen Sie ihn auf keinen Fall.
    • Ich habe mal vor x Jahren die Loose Cannon Rekonstruktion gesehen - und jetzt vor ein paar Tagen die Audiofassung gehört. Anstrengend fand ich es jetzt nicht, und durchwachsen auch nicht so richtig... aber auch nicht so wirklich witzig wie The Romans. Aber ich glaube das liegt auch daran dass hier einfach die Bilder fehlen. Man hört nur die Stimmen und hat keine Mimik. Und auch keine netten Kamera-Timing Tricks wie im oben genannten Romans. Und jene Geschichte wäre auch mindestens um die Hälfte weniger amüsant wenn wir von ihr nur Telesnaps und Ton hätten.

      Diese Story ist wahrscheinlich einer dieser Fälle die deutlich in jedermanns Achtung steigen würden sobald die Filmrollen ans Tageslicht kämen, wie damals bei Enemy of the World.

      Was mir nur noch so auffiel: Das ist die erste Geschichte in der Serienhistorie die auf einen Companion-Ausstieg hinarbeitet. Bei "The Dalek Invasion of Earth" und "The Chase" waren das ja eher zufällige Events die hinten rangepappt wurden. Aber hier ist Vickys Abgang in den Plot hineingewoben.
    • Die Novelisation von Donald Cotton wird aus der Perspektive eines einäugigen Nebencharakters erzählt bzw. kommentiert. Das Ergebnis ist ein sehr schräges Buch im Vergleich zu den anderen. Damals, als diese Bücher unsere Videos waren, fand ich das ziemlich nervig: Eigentlich wollte ich nur wissen, was ich verpasst hatte. Heute würde ich es wahrscheinlich anders wahrnehmen.
      Just this once, everybody lives!