David Lynch - sein Gesamtwerk

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Alles was den davon abhält, Avatar Filme zu machen soll mir recht sein. Dann kann das auch getrost hinten runterfallen und mir egal sein.
      "Colonel, ich, äh ..."
      "Wenn Sie den Operationsplan gelesen hätten, wüßten Sie, daß heute das Dorf Tai-Dong beschossen wurde."
      "Wahrscheinlich haben sie's provoziert. Ihre Kinder gewaschen, gefrühstückt oder andere böse Aggressionen gestartet."


    • ...und diesen Morgen hatte ich sie endlich durch, die Entire Mystery Box. Auch wenn sie schon sehr bald nicht mehr so wirklich "entire" ist, aber nun gut. :D Ewig lang bin ich nie so recht zum Gucken gekommen, aber irgendwann letzte Woche bin ich dann in einen Rausch geraten und habe eine Disc nach der anderen verschlungen. War wirklich schön das alles mal wieder zu sehen, erst recht die Folgen der zweiten Staffel die ich zuletzt mal irgendwann um die Jahrtausendwende herum gesehen hatte.

      Und... njah... ich kann schon verstehen warum für viele Leute recht schnell die Luft raus war. Damals hatte ich es zwar nicht so empfunden, aber nachdem der Laura Palmer-Fall beendet wird dümpelt die Serie in der Tat für eine Weile etwas für sich hin. Schlimmer noch: Manche Storylines driften arg ins cartoonige ab, insbesondere wenn sie Charaktere betreffen die sich nen psychischen Knacks abholen. Herkules-Nadine und Bürgerkriegs-Ben sind harte Glaubwürdigkeitskiller und dürften damals wohl so einige Zuschauer gekostet haben.

      Apropos Zuschauerschwund: Es wird immer gerne gesagt dass die Quoten fielen nachdem die ganze Mordsache aufgeklärt wurde und als ob diese beiden Dinge unzertrennbar Hand in Hand gingen. Aber ganz so sicher bin ich mir da nicht. Denn wenn man sich die Quoten genau ansieht so fallen die bereits schon weit vorher, recht weit zu Beginn der zweiten Staffel. Für den Abschluß der Laura Palmer-Storyline kehrten sie zwar noch einmal kurz zurück, aber dann verschwanden sie auf Nimmerwiedersehen. Meine Vermutung ist da ja folgende: Die meisten Zuschauer hatten anfangs gedacht dass es sich bei Twin Peaks "nur" um eine Krimiserie mit schrägen und schrulligen Charakteren handelte, wurden jedoch dann, als nach und nach immer mehr Geister und Dämonen (und nicht zuletzt Aliens!) eingeführt wurden, eines besseren belehrt. Persönlich fand und finde ich genau das zwar ziemlich geil, aber genau das dürfte einen Hardcore-Realitätsliebenden ziemlich verstört und enttäuscht haben. Jedenfalls meinte ich in der Szene in der Major Briggs Cooper die Eulenbotschaft überreichte lauter schüttelnde Zuschauerköpfe fassungslos "So ein Quatsch, sowas gibt's doch gar nicht!" sagen vernommen zu haben. Ich mag's zwar wie sich der zu Beginn noch harmlose Mordfall immer mehr nach und nach zu einem übersinnlichen Dings entpuppt, aber wahrscheinlich hätte man von Anfang an mehr Karten in dieser Hinsicht auf den Tisch legen müssen um einem großen Teil der Zuschauerschaft nicht vor den Kopf zu stoßen.

      Aber was die "Ist das wirklich die beste Serie aller Zeiten?"-Frage angeht die weiter vorne im Thread (vor mittlerweile nun schon vielen Jahren :D ) gestellt wurde: Vielleicht ist sie es, vielleicht auch nicht. Auch wenn sie zumindest für einen ganzen Schwung an Folgen ziemlich nahe an jenes Label herankommt. Man kann natürlich auf der Seifenoperartigkeit und so mancher unebener Storyline herumreiten, aber was die Serie halt wirklich so außergewöhnlich macht ist nicht nur das Design der Kleinstadt und das Flair das eingefangen wird, sondern auch diese tausend kleinen Details, der Humor, die Musik, und nicht zuletzt diese unzählige Fülle von erinnerungswürdigen Charakteren die von Leuten gespielt werden als wäre es die Rolle ihres Lebens. Und wir reden da teilweise immerhin von Schauspielern die Oscarnomierungen oder eine Hauptrolle in der West Side Story hinter sich hatten! Etwas das derartig aus einem Guß kam gab es davor und danach nie wieder so recht.

      Fire Walk With Me dagegen ist so'n Fall.........

      Achstöhn, der Film wird selbst mit 20 Jahren Abstand einfach nicht besser. Und ich weiß noch nicht mal wo ich da mit dem Meckern anfangen soll, soviel verkehrt ist mit dem Film. Aber das größte Problem mit dem Streifen ist dass er einfach nicht Wesentliches der Serie hinzuzufügen weiß, selbst in den nun endlich veröffentlichten herausgeschnittenen Szenen nicht. Es wird einfach nur das visualisiert was wir in der Serie in Zeugenaussagen und dergleichen bereits erfahren haben, oder Sachen weiter ausgebaut von denen wir nur in Auszügen gehört hatten, zum Beispiel der Fall Teresa Banks. Aber der Erkenntnisgehalt und die Anzahl der Aha-Effekte sind nahezu null. Okay, ganz am Ende von The Missing Pieces, als wir zu sehen bekommen was direkt nach der letzten Szene im Serienfinale passiert ist, ist mir vor Aufregung tatsächlich fast mein Kaffeebecher aus der Hand gefallen! Gerade weil mich eben diese Szene seitdem ich sie mit 11/12 Jahren zum ersten Mal gesehen hatte schrecklich beschäftigt hatte. :D Aber damit hat es sich auch schon. Stark sind die paar Szenen in denen gruselige Träume und die schwarze Hütte im Mittelpunkt stehen - und selbstverständlich die Musik. Sehr viel mehr positives fehlt mir allerdings nicht ein.

      Und er sieht obendrein auch noch recht hässlich aus. Das ist wirklich der Lynchfilm mit der übelsten Kameraführung und dem lausigsten Setdesign. Weiaweia.
    • Kaoru schrieb:


      Meine Vermutung ist da ja folgende: Die meisten Zuschauer hatten anfangs gedacht dass es sich bei Twin Peaks "nur" um eine Krimiserie mit schrägen und schrulligen Charakteren handelte, wurden jedoch dann, als nach und nach immer mehr Geister und Dämonen (und nicht zuletzt Aliens!) eingeführt wurden, eines besseren belehrt. Persönlich fand und finde ich genau das zwar ziemlich geil, aber genau das dürfte einen Hardcore-Realitätsliebenden ziemlich verstört und enttäuscht haben.

      Aber zum Glück kam dann zwei Jahre später Akte X und die Leute waren sofort begeistert. Sehr komisch. ;)

      Wer hätte das gewusst?
      Die Szene mit Major Briggs im Wald (das grelle Licht hinter dem Waldhügel) wurde fast genauso in Akte X übernommen und das gleich in der Pilotfolge "Gezeichnet".

      Dies beweist es ... Chris Carter ist ein Dieb! Ach, Akte X ist sowieso ein Spin-Off von Twin Peaks. :D

      Kaoru schrieb:

      lausigsten Setdesign

      Hmm, das einzige Setdesign das mich gestört hat ist die Küche von Shelley und Leo.

    • Torian schrieb:

      Kaoru schrieb:


      Meine Vermutung ist da ja folgende: Die meisten Zuschauer hatten anfangs gedacht dass es sich bei Twin Peaks "nur" um eine Krimiserie mit schrägen und schrulligen Charakteren handelte, wurden jedoch dann, als nach und nach immer mehr Geister und Dämonen (und nicht zuletzt Aliens!) eingeführt wurden, eines besseren belehrt. Persönlich fand und finde ich genau das zwar ziemlich geil, aber genau das dürfte einen Hardcore-Realitätsliebenden ziemlich verstört und enttäuscht haben.

      Aber zum Glück kam dann zwei Jahre später Akte X und die Leute waren sofort begeistert. Sehr komisch. ;)

      Nur ist Akte X von Anfang an als "so eine" Art von Serie präsentiert worden, man hätte sich als Zuschauer schon echt Mühe geben müssen um diese Teile zu ignorieren. :D Und bei Twin Peaks sind z. B. Coopers Träume und Sarah Palmers übersinnliche Fähigkeiten recht früh ein tragendes Element gewesen, aber das blieb zu dem Zeitpunkt eher latent. Der ganze Geisterkram geht erst mit Staffel 2 so richtig los, mit Erscheinungen eines Riesen der einem den Ring vom Finger nimmt usw.



      Hmm, das einzige Setdesign das mich gestört hat ist die Küche von Shelley und Leo.

      Und wie steht's mit dem leergeräumten 2ten Stock vom Haus der Erich-Weinert-Str. 14 in welchen sie ein paar Tische und Stühle gestellt und das dann "FBI Zentrale" genannt hatten? ;)
    • Kaoru schrieb:

      Fire Walk With Me dagegen ist so'n Fall.........

      Achstöhn, der Film wird selbst mit 20 Jahren Abstand einfach nicht besser. Und ich weiß noch nicht mal wo ich da mit dem Meckern anfangen soll, soviel verkehrt ist mit dem Film. Aber das größte Problem mit dem Streifen ist dass er einfach nicht Wesentliches der Serie hinzuzufügen weiß, selbst in den nun endlich veröffentlichten herausgeschnittenen Szenen nicht. Es wird einfach nur das visualisiert was wir in der Serie in Zeugenaussagen und dergleichen bereits erfahren haben, oder Sachen weiter ausgebaut von denen wir nur in Auszügen gehört hatten, zum Beispiel der Fall Teresa Banks. Aber der Erkenntnisgehalt und die Anzahl der Aha-Effekte sind nahezu null. Okay, ganz am Ende von The Missing Pieces, als wir zu sehen bekommen was direkt nach der letzten Szene im Serienfinale passiert ist, ist mir vor Aufregung tatsächlich fast mein Kaffeebecher aus der Hand gefallen! Gerade weil mich eben diese Szene seitdem ich sie mit 11/12 Jahren zum ersten Mal gesehen hatte schrecklich beschäftigt hatte. :D Aber damit hat es sich auch schon. Stark sind die paar Szenen in denen gruselige Träume und die schwarze Hütte im Mittelpunkt stehen - und selbstverständlich die Musik. Sehr viel mehr positives fehlt mir allerdings nicht ein.


      Oha, hier gehen unsere Bewertungen des Films offenbar gänzlich auseinander, denn inzwischen, nach mehrmaligem Sehen, halte ich den Film für ein Meisterwerk. Lynch hat hier ja gar nicht versucht, inhaltlich wirklich neues dem Serienuniversum hinzuzufügen. Der Treiber für diesen Film war einzig und allein die Figur Laura Palmer, die er als so faszinierend empfand, dass er sich in Form von "Fire Walk With Me" mit ihr beschäftigen wollte. Der gesamte Film erzählt die Dualität von Laura und wir, als Zuschauer, können dem Kampf beiwohnen und beobachten, wie die "gute Laura" und die "schlechte Laura" um den richtigen Weg aus ihrer furchtbaren Situation ringen. DIE Schlüsselszene des Films ist dann die "Questions in a World of Blue"-Szene, bei der ich regelmäßig den Atem anhalten muss, aufgrund der absolut majestätischen Perfektion dieses Moments.
      Dies ist kein Kuschelforum. Dies ist DrWho.de



      "Dann nehmt ihn mit, sperrt ihn ins Hinterzimmer und lasst ihn da bloß nie wieder raus!"
    • Anhand von Kaorus Theorie, vermute ich, dass es zwei Gruppen von Twin Peaks Fans/Zuschauer damals gegeben hat. Die eine Gruppe war offen für die neuen Dinge und mochten alles an Twin Peaks (Minderheit). Die zweite Gruppe sind die Personen, die dafür gesorgt haben, dass die Quoten runtergingen, weil sie mit den phantastischen Aspekten nicht klarkamen. Ich glaube auch das diese Fans/Zuschauer FWWM nicht wahrgenommen haben, weil der Film eben viel Phantastik beinhaltet. Die Gruppe von Twin Peaks Fanatiker waren damals ziemlich klein.

      Most Holy schrieb:

      DIE Schlüsselszene des Films ist dann die "Questions in a World of Blue"-Szene

      Ja, die ist gut. Aber eigentlich ist jede Szene mit Julee Cruise ein "kleines" Highlight. :thumbup:
    • Most Holy schrieb:


      Oha, hier gehen unsere Bewertungen des Films offenbar gänzlich auseinander, denn inzwischen, nach mehrmaligem Sehen, halte ich den Film für ein Meisterwerk. Lynch hat hier ja gar nicht versucht, inhaltlich wirklich neues dem Serienuniversum hinzuzufügen. Der Treiber für diesen Film war einzig und allein die Figur Laura Palmer, die er als so faszinierend empfand, dass er sich in Form von "Fire Walk With Me" mit ihr beschäftigen wollte.

      Genau das ist Teil des Problems des Films. Lynch ist da völlig in einer fixen Idee gefangen und bekommt deswegen nicht mit wie überflüssig dieser Film eigentlich ist. Gerade wenn man den Film direkt im Anschluß der Serie sieht fällt auf wie wenig aufschlußreich er ist, denn all das wir in ihm zu sehen bekommen wissen wir bereits schon. Und der Figur Laura Palmer dabei zuzusehen wie sie alle Momente abarbeitet von denen wir erfahren haben (Und jetzt bringt sie das Tagebuch zu Harold Smith, und jetzt dies... und jetzt das...) empfand ich als ziemlich mühsam, gepaart mit einem darüberhängenden "Na und?!"-Gedanken. Das wirkte so ein bisschen als wenn dir ein Typ haargenau die selbe Geschichte von neulich erzählt, ausführlich und mit jedem Punkt und Komma, und sich dabei einfach nicht von abbringen lässt. Und der ganze Teresa Banks-Prolog ist der quälend lange Versuch überhaupt erst auf den Punkt zu kommen.

      Hinzu kommt noch das es sich merkwürdig falsch anfühlt Laura "lebend" zu sehen. Und zwar im Sinne von "Das hätte eigentlich niemals passieren dürfen". Und eigentlich sah Sheryl Lee zu diesem Zeitpunkt bereits schon viel zu alt aus als dass ich ihr die 17-Jährige abgenommen hätte. X/ Dann ist da noch die Donna-Umbesetzung, die Rolle von Cooper die zurückgesteckt werden musste weil MacLachlan nicht wirklich Bock hatte, ein fehlender Mark Frost an Bord... Da hätte man an der Stelle merken müssen dass dieser Film eigentlich gar nicht gedreht werden möchte.

      Torian schrieb:

      Anhand von Kaorus Theorie, vermute ich, dass es zwei Gruppen von Twin Peaks Fans/Zuschauer damals gegeben hat. Die eine Gruppe war offen für die neuen Dinge und mochten alles an Twin Peaks (Minderheit). Die zweite Gruppe sind die Personen, die dafür gesorgt haben, dass die Quoten runtergingen, weil sie mit den phantastischen Aspekten nicht klarkamen. Ich glaube auch das diese Fans/Zuschauer FWWM nicht wahrgenommen haben, weil der Film eben viel Phantastik beinhaltet. Die Gruppe von Twin Peaks Fanatiker waren damals ziemlich klein.

      Hinzu kommt auch dass Fire Walk With Me nur denen zugänglich ist die wirklich ALLE Folgen der Serie gesehen und am besten noch die beiden Palmer/Cooper-Begleitbücher gelesen haben. Und für jemanden der noch nie eine Folge gesehen hat ist er komplett unverständlich.
    • Kaoru schrieb:

      Genau das ist Teil des Problems des Films. Lynch ist da völlig in einer fixen Idee gefangen und bekommt deswegen nicht mit wie überflüssig dieser Film eigentlich ist.


      Oh, überflüssig sind gewiss viele Filme, und, ja, dieser im speziellen, wenn man ihn tatsächlich als Teil der "Twin Peaks"-Serie sehen möchte. Da gehört er nämlich eigentlich gar nicht hin. Es geht alleine um Laura Palmer, und wenn man sich mit der Dualität dieser Figur beschäftigen möchte, ist es ein guter bis sehr guter Film, wenn man dies nicht möchte, ja, dann ist er überflüssig.

      Kaoru schrieb:

      Gerade wenn man den Film direkt im Anschluß der Serie sieht fällt auf wie wenig aufschlußreich er ist, denn all das wir in ihm zu sehen bekommen wissen wir bereits schon. Und der Figur Laura Palmer dabei zuzusehen wie sie alle Momente abarbeitet von denen wir erfahren haben (Und jetzt bringt sie das Tagebuch zu Harold Smith, und jetzt dies... und jetzt das...) empfand ich als ziemlich mühsam, gepaart mit einem darüberhängenden "Na und?!"-Gedanken. Das wirkte so ein bisschen als wenn dir ein Typ haargenau die selbe Geschichte von neulich erzählt, ausführlich und mit jedem Punkt und Komma, und sich dabei einfach nicht von abbringen lässt.


      Deswegen würde ich auch niemals empfehlen, den Film direkt im Anschluss zu sehen. Man muss selber schon einen gewissen Abstand zur Serie gewonnen haben, um sich mit ihm zu beschäftigen. Das "Abarbeiten" gewisser Eckdaten der Serie wirkt tatsächlich etwas störend, musste aber aufgrund des Prequel-Charakters leider sein. Wobei Lynch dies ja auch wiederum nutzt, um seine Lieblingsfigur entsprechend jeweils neu zu beleuchten. Es ist für ihn wohl ab und an wie ein Experiment gewesen: Die Figur wurde ausgestattet mit gewissen Reaktionsmöglichkeiten bzw. speziellen charakterlichen Eigenschaften, und nun konnte er am lebenden Objekt beobachten, wie Lee die Figur durch die einzelnen Abschnitte manövrierte. Auch auf die Gefahr mich zu wiederholen: Sofern man bereit ist, solch einen Film sehen zu wollen, ist er herausragend. Wer tatsächlich "Twin Peaks - die Serie als Film" erwarte (so wie ja auch durch den deutschen Titel "Twin Peaks - Der Film" angetäuscht), der wird wohl tatsächlich enttäuscht werden.

      Kaoru schrieb:

      Und der ganze Teresa Banks-Prolog ist der quälend lange Versuch überhaupt erst auf den Punkt zu kommen.


      Ah, ich bin mir da nicht so sicher, ob Du die "Deer Meadows"-Sequenz richtig gedeutet hast.

      Kaoru schrieb:

      Hinzu kommt noch das es sich merkwürdig falsch anfühlt Laura "lebend" zu sehen. Und zwar im Sinne von "Das hätte eigentlich niemals passieren dürfen". Und eigentlich sah Sheryl Lee zu diesem Zeitpunkt bereits schon viel zu alt aus als dass ich ihr die 17-Jährige abgenommen hätte. X/


      Das ist natürlich höchst subjektiv, und ein Gefühl, welches sich bei mir nie eingestellt hatte. Dies erklärt aber natürlich Deine Probleme mit dem Film.

      Kaoru schrieb:

      Dann ist da noch die Donna-Umbesetzung,


      Lies sich ja nicht vermeiden, und für mich nicht wirklich die schlechteste aller Entscheidungen ;)

      Kaoru schrieb:

      die Rolle von Cooper die zurückgesteckt werden musste weil MacLachlan nicht wirklich Bock hatte,


      Nun ja, wir haben zwar MacLachlan nur relativ kurz, Cooper haben wir jedoch länger im Film, als man zunächst annimmt, ist doch Chester Desmond aller Wahrscheinlichkeit nach nur ein "umcodierter" Cooper, der in Wirklichkeit in Deer Meadows war und die "Deer Meadows"-Sequenz über den Umweg der Tranferierung in einen durch ihn, sehr wahrscheinlich unterbewußt, erfundenen neuen FBI-Agenten namens Desmond noch einmal neu beleuchtet.

      Kaoru schrieb:

      ein fehlender Mark Frost an Bord...


      Das ist tatsächlich ein großes Manko, da ich Frost sehr schätze. Schlußendlich bin ich jedoch mit dem Film, so wie er ist, sehr zufrieden, so dass sein Fehlen sich vielleicht sogar positiv ausgewirkt hat. You never know...

      Kaoru schrieb:

      Da hätte man an der Stelle merken müssen dass dieser Film eigentlich gar nicht gedreht werden möchte.


      Oh, ich glaube, wenn man Lynch-Filme fragen könnte, ob sie wirklich gedreht werden wollten, dürften wohl alle etwas unentspannt drein blicken. Bis auf "The Straight Story", der vermutlich tiefenentspannt zusieht, wie alle anderen Filme gemeinsam zum Psychotherapeuten gehen...

      Kaoru schrieb:

      Hinzu kommt auch dass Fire Walk With Me nur denen zugänglich ist die wirklich ALLE Folgen der Serie gesehen und am besten noch die beiden Palmer/Cooper-Begleitbücher gelesen haben. Und für jemanden der noch nie eine Folge gesehen hat ist er komplett unverständlich.


      Das stimmt wohl leider wirklich, wobei ich noch weiter gehen würde. Nicht nur sollte man tatsächlich alle Folgen gesehen und die Bücher gelesen haben, auch muss man beim Sehen dann wiederum bereit sein, all dies loszulassen. So ein wenig wie eine Prüfung, bei der man das vorher Gelernte zwar anwenden können muss, die eigentlich gelernten Inhalte jedoch besser ignoriert. Methoden-, und nicht Sachkompetenz ;)
      Dies ist kein Kuschelforum. Dies ist DrWho.de



      "Dann nehmt ihn mit, sperrt ihn ins Hinterzimmer und lasst ihn da bloß nie wieder raus!"
    • David Lynch (Blue Velvet, Twin Peaks, etc)

      Nachdem ich jetzt mit Twin Peaks fast durch bin, möchte ich nun die anderen Lynch Filme schauen. Einige kenne ich schon, habe sie im Fernsehen oder im Kino gesehen. Wollte mir jedoch die Blurays besorgen. Nun lese ich auf manchen Seiten, dass die BDs vieler Lynch-Filme eher weniger gute Qualität haben. Dann gibt es meist auch mehrere Editionen. Bin da etwas verwirrt.

      Könnt ihr mir da ein paar Empfehlungen aussprechen?
    • Die David Lynch Box (Blu-rays) - drei Filme (Lost Highway, Mullholland Drive und Inland Empire) sind der Inhalt. Momentan ist sie auch sehr günstig zu haben.

      The Straight Story kannst Du nur auf DVD kaufen.

      Bei Dune musst Du vorsichtig sein. Es wird häufig von einer Extended Edition (eine Langfassung des Films) gesprochen, die nichts weiter als die TV-Fassung ist - von der sich übrigens David Lynch distanziert hat. Es zählt allein die Kinofassung!

      Fire Walk with Me würde ich nicht mehr kaufen, wenn Du die Entire Mystery hast. Definitiv nicht!
    • David Lynch (Blue Velvet, Twin Peaks, etc)

      Torian schrieb:

      Die David Lynch Box (Blu-rays) - drei Filme (Lost Highway, Mullholland Drive und Inland Empire) sind der Inhalt. Momentan ist sie auch sehr günstig zu haben.

      The Straight Story kannst Du nur auf DVD kaufen.

      Bei Dune musst Du vorsichtig sein. Es wird häufig von einer Extended Edition (eine Langfassung des Films) gesprochen, die nichts weiter als die TV-Fassung ist - von der sich übrigens David Lynch distanziert hat. Es zählt allein die Kinofassung!

      Fire Walk with Me würde ich nicht mehr kaufen, wenn Du die Entire Mystery hast. Definitiv nicht!


      Danke. Gibt ja noch so viel mehr Filme von ihm. Bei Amazon UK gibt es ja eine ganz dicke Lynch Bluray Box, nur leider sind die Reviews zu der Qualität eher schlecht.
    • Schlechte Neuigkeiten: David Lynch hat die Twin-Peaks-Neuauflage verlassen. Über Twitter gab er bekannt:
      After 1 year and 4 months of negotiations, I left because not enough money was offered to do the script the way I felt it needed to be done.

      This weekend I started to call actors to let them know I would not be directing. Twin Peaks may still be very much alive at Showtime.

      I love the world of Twin Peaks and wish things could have worked out differently.


      Showtime hofft zwar noch auf eine Einigung, aber das sieht nicht gut aus.

      filmstarts.de/nachrichten/18492615.html

      Clayton Hickman schrieb:

      I can't imagine Jon Pertwee mithering around for hours in Bessie to wave sadly at Liz Shaw & Corporal Bell instead of bloody regenerating
    • David Lynch (Blue Velvet, Twin Peaks, etc)

      Cutec schrieb:

      Schlechte Neuigkeiten: David Lynch hat die Twin-Peaks-Neuauflage verlassen. Über Twitter gab er bekannt:
      After 1 year and 4 months of negotiations, I left because not enough money was offered to do the script the way I felt it needed to be done.

      This weekend I started to call actors to let them know I would not be directing. Twin Peaks may still be very much alive at Showtime.

      I love the world of Twin Peaks and wish things could have worked out differently.


      Showtime hofft zwar noch auf eine Einigung, aber das sieht nicht gut aus.

      filmstarts.de/nachrichten/18492615.html


      Wenn ich das richtig verstanden habe, führt er nur keine Regie. Die Bücher stammen weiterhin von ihm und Frost.
    • Die Nachricht hat mich auch ziemlich aus den Socken gehauen... und fand sie nach der "Gegendarstellung" von Showtime nur noch um so merkwürdiger. Erst recht wenn man ein wenig die Gedanken spinnen lässt und nach Fragen gräbt.

      Wie kann es sein dass angeblich alles schon unter Dach und Fach stand und offiziell angekündigt wurde, aber offenbar noch keine Verträge unterschrieben wurden? Oder habe ich nur ein falsches und naives Bild was diese Verträge angeht? Eigentlich hätte ich ja gedacht dass die Budgetierung zu diesem Zeitpunkt bereits steht, aber meine Phantasie muß da ja nicht unbedingt stimmen. Andererseits... irgendwelche Verträge müssen ja unterschrieben worden sein, ansonsten könnte Showtime ja nicht einfach behaupten dass die Bücher trotzdem von ihnen verfilmt werden könnten.

      Warum GENAU hat Showtime für diese Serie angeblich zu wenig Geld? Sind die eventuell knapp bei Kasse und selbst für so ein Prestigeprojekt wie dieses ist nicht genügend Knete da? Und wenn doch - warum ist es ihnen das Geld nicht wert? Weil... eigentlich kann man davon ausgehen dass diese 9 Episoden noch 25 Jahren geguckt (und gekauft) werden. Das ist ja nicht gerade ein Noname-Projekt das in Gefahr läuft irgendwann in Vergessenheit zu geraten wenn's erstmal gelaufen ist, sondern immerhin "ein Lynch". Auch wenn der Name nicht gerade Einspielergebnisse in Blockbustervolumen abwirft, so gibt's nur wenige Leute die eine loyale Anhängerschaft haben wie er. Und die Arbeiten von ihm werden noch in vielenvielen Jahren gesehen werden selbst wenn er schon lange tot ist.

      WARUM braucht Lynch diese ganze Knete, bzw weswegen braucht er sie und wofür? Es ist ja nicht gerade so als ob hier Heerscharen von Armeen oder fliegende Drachen getrickst werden müssen um die Welt von Twin Peaks zum Leben zu erwecken. Oder gibt's da Leute im Cast die eine zu hohe Gage verlangen? Ist das Drehen an den Originalschauplätzen zu teuer geworden? Was sind das für teure Szenen auf die Lynch nicht verzichten konnte oder sie nicht umschreiben lassen wollte? Und was ist aus der guten alten Kompromissbereitschaft geworden? Und der "aus dem wenigen was man hat das beste machen"?-Einstellung?

      Kommt das Buch von Mark Frost noch?

      Fragen über Fragen... liegen schwer im Magen...