Die Ära Patrick Throughton

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    • Die Ära Patrick Throughton

      Nachdem ich nun endlich (leider) alle vorhandenen DW-Folgen mit dem zweiten Doctor gesehen habe und die restlichen entweder als Transcript und/oder Photonovel konsumiert habe, hier meine Mienung zum zweiten Doctor:

      Ich gebe zu, in seiner ersten Folge war er zunächst noch gewöhnungsbedürftig, vor allem sein Flötenspiel gab mir anfangs zu denken. Aber dann kamen seine liebenswerten Charaktereigenschaften immer mehr zum Vorschein. Enggültig in mein herz geschlossen habe ich ihn, als er auf die Frage, was die TARDIS sei, antwortete: "It's my home!". Da lam die ganze Tragik dieser komischen Gestalt ("komische Gestalt" ist jetzt nicht irgendwie negativ gemeint) zum Vorschein. Goettrik hat in einem anderen Thema die Figur des zweiten Doctors mit Charlie Chaplins "Tramp" verglichen und das trifft es haargenau (nicht nur wegen der zu großen Kleidung): beide sind tragisch-komische gestaltn, die einen zum lachen bringen aber gleichzeitig eine gewisse Melancholie verbreiten.

      Auch die Geschichten waren bis auf ein oder zwei Ausnahmen immer qualitativ hochwertig oder, wie im Fall von The Underwater Menace "guter" Trash. Die einzige Folge, die mich nicht überzeugen konnte, war The Moonbase, aber selbst hier riss der Doctor/Patrick Throughton noch einiges raus.

      Patrick Throughton war überhaupt eine Offenbarung. Dieser Mann könnte ein Wörterbuch vorlesen und es zu einem unterhaltsamen Ereignis machen! iMit ihm wäre sogar The Web Planet gut geworden! In den nächsten tagen werde ich mal recherchieren, was er sonst noch so gedreht hat und was davon noch zu sehen ist!

      Auch bei den Companions ging es wieder aufwärts, am besten gefielen mir Jamie, der wackere Schotte und Zoe, das hyperintelligente Mädel aus dem 21. Jahrhundert.

      In seiner Abschiedsfolge wurde es dann richtig episch mit dem Eingreifen der Timelords, bis dahin wusste man ja gar nicht so genau, aus welchem Volk der Doctor eigentlich stammt.

      Was ich als höchst bedauerlich empfinde ist, dass gerade vom zweiten Doctor so viele Folgen gelöscht wurden. Weiß vielleicht jemand, nach welchen Kriterien man damals bei der BBC die Folgen aussuchte, die "nicht mehr gebraucht" wurden?

      Abschließend mus ich sagen, wenn es den zehnten Doctor nicht gäbe, so wäre der zweite bei meinem gegenwärtigen Kenntnisstand mein Lieblingsdoctor. Er hat sogar Nummer 5 von Platz 2 verdrängt und steht gaaaaanz dicht hinter Ten.

      Wenn ich etwas mitnehmen müsste nach Atlantis, wären es die Throghton-Folgen. :thumbup:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Herr Duck ()

    • Abschließend mus ich sagen, wenn es den zehnten Doctor nicht gäbe, so wäre der zweite bei meinem gegenwärtigen Kenntnisstand mein Lieblingsdoctor. Er hat sogar Nummer 5 von Platz 2 verdrängt und steht gaaaaanz dicht hinter Ten.


      Gib Dir ein Ruck und befördern den "Blödmann" auf dem 2. oder letzten Platz. Es wird ihm nicht weh tun. Ich verspreche es. ;)
      1. 4thdoc 2. 3rddoc 3. 12thdoc 4. 2nddoc 5. 1stdoc 6. 11thdoc 7. 6thdoc 8. 9thdoc 9. 8thdoc 10. 7thdoc 11. 5thdoc 12. 10thdoc ... Doctröse!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Torian ()

    • Herr Duck schrieb:

      Was ich als höchst bedauerlich empfinde ist, dass gerade vom zweiten Doctor so viele Folgen gelöscht wurden. Weiß vielleicht jemand, nach welchen Kriterien man damals bei der BBC die Folgen aussuchte, die "nicht mehr gebraucht" wurden?

      Ich glaube nicht, dass es da wirklich ein System gab. Wenn man den Berichten Glauben schenken mag, so wurden wegen dem Platzmangel im Archiv viele Filmdosen auf dem Boden gestapelt und das auch noch recht durcheinander. Man hat halt immer dort etwas hingelegt wo grad Platz war. Und nach dem Prinzip wurden wohl auch die Folgen gelöscht und vernichtet. Immer das was grad oben lag... oder einfach nur am störendesten im Weg war.

      Abgesehen davon hat man sich hauptsächlich auf die Schwarzweiss-Folgen gestürzt, weil die sich in den 70ern nicht mehr so gut verkaufen liessen. Schon die Troughton-Stories wurden kaum noch von anderen TV-Stationen auf der Welt ausgestrahlt, weil die Farbfernseher immer mehr auf dem Vormarsch waren... was auch der Grund ist warum die Jahre des zweiten Doctors kaum noch erhalten sind, während von Hartnell noch gut zwei Drittel existieren. Die vom ersten Doctor waren in weitaus grösserer Zirkulation, weswegen auch die Chance viel grösser war dass sie irgendwann nochmal auftauchen.

      Ansonsten sehe ich es genauso was die Qualität der Troughton-Jahre angeht. Gerade in der fünften Staffel jagt eine sehr gute Geschichte auf die nächste. Und die erhaltenen Einzelteile geben einen guten Einblick wie aufwändig die Serie zu dem Zeitpunkt produziert war... und was für Top-Regisseure für die Serie arbeiten. Wenn man den ersten Teil von "The Web of Fear" gesehen hat, möchte man im liebsten in den Hut beissen dass der ganze Rest womöglich für immer vom Angesicht der Erde verschwunden ist...

      Ich behaupte einfach mal ganz dreist, dass die Troughton-Zeit die stärkste der gesamten Serie war. ;)
    • In deren Buch About Time, Volume 2 meinen Tat Wood und Lawrence Miles, dass genau diese Ära - insbesondere die Folgen unter der Leitung von Innes Lloyd - die erste war, in der Abenteuerismus Populismus gewichen ist. Nichts neues, nur Formula, mit dem "Monster of the Week", das alle Knopfen druckte.
      Just this once, everybody lives!
    • Der tanzende Arzt schrieb:

      In deren Buch About Time, Volume 2 meinen Tat Wood und Lawrence Miles, dass genau diese Ära - insbesondere die Folgen unter der Leitung von Innes Lloyd - die erste war, in der Abenteuerismus Populismus gewichen ist. Nichts neues, nur Formula, mit dem "Monster of the Week", das alle Knopfen druckte.
      Also ich weiß nicht. "Monster of the Week" kennzeichnen für mich die gesamte Serie von Anfang bis Ende, weil es halt alles in sich abgeschlossene Geschichten sind, anders als z. B. heutzutage in "Lost", "Heroes" oder dem "Battlestar Galactica"-Remake.

      Auch den Vorwurf der Ideenlosigkeit finde ich absurd. Gerade in der zweiten Hälfte der 60er Jahre fielen einige wichtige Entscheidungen und Neuerungen. Da wäre zum Beispiel die Erweiterung des Themenspektrums um Storys in Stil von "The Avengers" (Mit Schirm, Scharm und Melone). UNIT und der Brigadier hatten in dieser Zeit ihre ersten Auftritte. Da wären neue Monster, die der Serie lange erhalten blieben, wie die Cybermen oder die Ice-Warriors. Da war die Idee, daß mit dem Ausstieg des Hauptdarstellers die Serie nicht enden müsse, sondern man die Figur einfach regenerieren und von einem anderen Schauspieler darstellen lassen könne. Da waren auch weiter experimentelle Folgen wie "The Mind Robber". Da war zum Abschluss der erste und bis heute einzige gelungene Auftritt der Timelords. Sicher war es damals oft die Not die erfinderisch machte, aber das ist m. E. keine Schande.

      Allerdings gab es auch Entscheidungen, die man aus heutiger Sicht kritisch bewerten kann, etwas die Einführung des Sonicsrewdrivers, der sich unter dem 10. Doctor zur Eierlegendenwollmilchsau entwickelt hat, aber dafür können die Macher der 60er Jahre nichts. Die Cybermen hatten sich schnell abgenutzt und wären besser nicht so oft aufgetaucht. Die Daleks hätten nach "Evil of the Daleks" in der Versenkung blieben können, aber das war auch eine Entscheidung, die nicht in der Hand der damaligen Produzenten Lloyd und später Bryant lag. Schade fand ich dagegen, daß es nach "The Highlander" lange keine Episoden mehr gab, die in historischem Umfeld spielten. Lawrence Miles selbst dürfte auch stören, daß mit dem 2. Doctor auch das vom Produzenten John Wiles in der letzten Staffel des 1. Doctors angestrebte Projekt, aus Doctor Who Gothic-SF für Erwachsene zu machen, vorerst gescheitert war.

      Lawrence Miles selbst ist ja einer der orthodoxen Anhänger der Gothic-Fraktion unter den Autoren der 90er und frühen 2000er Jahre gewesen und verfaßte damals Taschenbücher und ein Hörspiel für Big Finish. Ich persönlich war zugegeben eher mit den Taschenbüchern der 90er Jahre unglücklich, da sie Doctor Who zu einem Zwilling von Dorian Hunter alias Der Dämonenkiller machten und ich denke, Grusel können die Deutschen einfach besser. Außerdem reduzierte diese Ausrichtung m. E. die Bandbreite an Themen, welche die Serie den Autoren bot, unverhältnismäßig.

      Wobei die Abenteuer des 2. Doctors durchaus nicht ohne düstere oder gar brutale Momente und Szenen waren, obwohl zugegeben vieles mit einer gehörigen Portion Ironie serviert wurde.
      Hamburger Science Fiction-Stammtisch

      Jeweils am zweiten Freitag eines Monats freffen sich ab 19 Uhr im Studentenlokal Roxie in der Renzelstraße 6 / Ecke Grindelalle Fans aus Hamburg und Umgebung, um sich über Doctor Who & Co. zu unterhalten. Teilnehmen darf jeder, der an Science Fiction seine Freude hat und sich über diese und andere Dinge mit Gleichgesinnten austauschen möchte...
    • Goettrik schrieb:

      Sicher war es damals oft die Not die erfinderisch machte, aber das ist m. E. keine Schande.
      Im Gegenteil, weil es meist funktionierte, gereicht es den Machern sogar zur Ehre. Ich gebe zu, ich bin mit US-Serien großgeworden, die meist ein besseres Budget hatten, und erst spät auf den Doctor aufmerksam geworden. Aber ich finde, eben weil man nicht das große Geld hatte und wohl auch einen engeren Zeitplan, ist es viel anerkennenswerter, was da gescchaffen wurde. Ideenlosikeit kann man der Serie in besagtem Zeitraum nicht vorwerfen, auch kein monotones Sich-Wiedeholen, es wurde im Gegenteil die ganze Bandbreite der SF ausgenutzt.
    • Auch ich liebe den zweiten Doctor.
      Und man muss Pat Troughton für seine Leistungen ganz besonders dankbar sein. Ihm ist es in erster Linie zu verdanken, dass es die Serie heute noch gibt, und zwar mit durchgehender Continuity, nicht etwa als Remake.

      Er schaffte die damals völlig neuartige Aufgabe, den gleichen Charakter zu spielen. So dass man ihn wiedererkennen konnte, aber dennoch erfrischend anders. Wie leicht hätte er dazu verfallen können, Hartnell zu imtieren oder in ein anderes Extrem zu verfallen. Er machte die Idee der Regeneration glaubwürdig.

      Es ist eine Schande, dass so viele seiner Folgen vernichtet wurden.
      "We eat Gods for breakfast!" - Egon Spengler - Ghostbusters, the Video-Game

      "People shouldn't be afraid of their government. Governments should be afraid of their people."
      — Alan Moore (V for Vendetta)
    • Hey, Lob für den genialen Patrick Troughton. Sowas sieht man im deutschen Sprachraum auch irgendwie selten. Da muß ich mich ja gleich anmelden und meinen Senf dazu geben :) .

      Vorausschickend ist zu sagen, daß ich nur Fan der klassischen Serie bin und die neuen Folgen nicht anschaue. Ich hab ein bißchen davon gesehen, es spricht mich (wie so vieles im 21. Jahrhundert) aber nicht an - hastig geschnitten, generische CG-Effekte, zu übermystifizierte Rolle für Doktor und TARDIS, romantische Verwicklungen mit Companions etc. Das ist natürlich Geschmackssache, aber mir persönlich fehlt da der Charme des Imperfekten, der Doctor Who für mich ausmacht - die beeindruckende Leistung, gute Stories und profunde Ideen im Hintergrund trotz geringem Budget und Sperrholzsets zu realisieren - oder auch die Leistung, mit gerade mal 6 Cybermen-Kostümen eine Invasion der Erde zu starten.

      Zur Serie gekommen bin ich vor Jahren über englische VHS-Folgen mit William Hartnell, "The Time Meddler" war meine erste Folge. Danach bin ich dann aber sehr schnell bei Patrick Troughton als meinem Lieblingsdoktor gelandet, wobei ich aber eigentlich auch nur die ersten vier Doktoren in diese Auswahl einbeziehe. Die interessanteste Phase der Serie liegt für mich zwischen 1967 und 1973, in Folgen gesprochen eventuell zwischen "Evil of The Daleks" und "The Green Death" - natürlich mit einigen Perlen davor und danach. Abwärts ging es für mich mit der Serie ab den 80ern, als John Nathan-Turner Produzent wurde und (neben anderem Unfug) anfing, die Doktoren in seltsame Kostüme mit aufgemalten Mystery-Fragezeichen zu stecken.

      Aber zurück zu Patrick Troughton. Das Wunderbare an seinem Doktor ist eben, daß er keine mystifizierte Figur war, die irgendwie in das große Schicksal des Universums oder Timelord-Intrigen oder sonstwas verwickelt war, sondern einfach nur der irgendwie auch sorglose "space hobo", der unterwegs war, um Raum und Zeit zu sehen, jenen zu helfen, die in Not waren, den Tag zu retten und am Ende wieder auf der Reise zu sein. Er war auf seine Weise ein faszinierender kleiner Mann, ohne irgendwelche Timelord-Kräfte oder Venusian Akido oder sonstwas, der beim Davonlaufen wohl eher ein angebissenes Sandwich (oder was er sonst so in seinen Taschen finden konnte) nach dem monster of the week werfen würde - und dann mit dem Verstand eine Lösung findet.

      Auch das Technobabble, das gerade bei Pertwee immer etwas auswendig gelernt und abgelesen wirkt, kommt bei Troughton viel glaubwürdiger, eben weil er die Rolle so gelebt hat, viel Adlib gemacht und eigene Ideen eingebracht hat. Irgendwo unten fiel der Begriff Chaplins Tramp, der sicher einen Teil von Troughtons Rolle gut beschreibt. Es gibt ja auch Szenen, die dem Stummfilm-Thema Hommage zollen, man denke an die Verfolgungsjagd auf dem Mond in "Seeds of Death" mit der passenden Musikuntermalung. Auf der anderen Seite war seine Darstellung aber natürlich auch von beeindruckender Kraft, weil er die Sache eben auch ernst nahm - was in einigen Folgen ja auch gut rüberkommt, man denke z.B. an "The Invasion" ("Is this what you want? To be the ruler of a dead world?") Es gibt auch eines der recht seltenen Interviews mit ihm, in dem er später darauf angesprochen wird, daß er den Doktor zu einer lustigen Figur gemacht hat, was bei ihm aber eine recht perplexe Reaktion auslöst, weil er es nie so gesehen hat.

      Die Stärke der Troughton-Jahre waren natürlich auch viele hervorragende Schauspieler in anderen Rollen, man denke an Kevin Stoney und Peter Halliday in "The Invasion" oder Philip Maddoc in der zugegeben überlangen "The War Games". Wobei es natürlich auch beim zweiten Doktor Folgen von wechselnder Qualität gab, wirklich trashige Skripte und Produktionen wie "The Underwater Menace" kann auch Pat Troughton nicht wirklich retten. Aber die Qualitätsfolgen überwiegen doch, gerade auch mit einfallsreichen und surrealen Sachen wie eben "Mind Robber", die auf der einen Seite eine interessante Reflektion zum Thema Fiktionen darstellt, auf der anderen Seite aber auch herrliche Blödelei ist, inklusive Superheld "The Karkus", dem Romanzitate werfenden Gulliver und dem neuen Jamie, weil Fraser Hynes die Windpocken hatte.

      Vielleicht tauchen ja in Zukunft noch verschollene Episoden auf, ein komplettes "Evil of The Daleks", "Abominable Snowmen" oder "Web of Fear" wäre schon genial. Vermutlich werden die Chancen dafür aber immer geringer. Obwohl - "Tomb of the Cybermen" war ja auch über 20 Jahre verschollen, bevor es auf einmal wieder komplett in Hongkong auftauchte. Man kann hoffen.

      Ich bin auch durchaus Fan von Pertwee (auf seine Weise war auch er gut), aber mehr von Troughton wäre schon wunderbar.

      Chris

      P.S. Er ist vermutlich hier schon bekannt, aber diesen Clip finde ich immer sehr gelungen:

      youtube.com/watch?v=H_LrH8heFNE
    • BluesmanBGM schrieb:

      Hey, Lob für den genialen Patrick Troughton. Sowas sieht man im deutschen Sprachraum auch irgendwie selten.


      Nun, Du wirst hier im Forum noch mehr Leute finden, die den zweiten Doctor sehr weit oder ganz oben auf ihrer Rangliste haben. Wir haben halt Geschmack. :)

      BluesmanBGM schrieb:

      Die interessanteste Phase der Serie liegt für mich zwischen 1967 und 1973, in Folgen gesprochen eventuell zwischen "Evil of The Daleks" und "The Green Death" - natürlich mit einigen Perlen davor und danach. Abwärts ging es für mich mit der Serie ab den 80ern, als John Nathan-Turner Produzent wurde und (neben anderem Unfug) anfing, die Doktoren in seltsame Kostüme mit aufgemalten Mystery-Fragezeichen zu stecken.


      Die ??? stören mich nicht wahnsinnig, auch wenn sie natürlich keinen Sinn ergeben. Bin aber ganz bei Dir, dass die Serie im großen und ganzen ab den 80ern an ihre besten Zeiten bei weitem nicht anknüpfen konnte. Obwohl ich den fünften Doctor und seine Companions sehr mag, muss ich auch eingestehen, dass die Qualität der Geschichten zumindest im Durchschnitt abfiel. Mit dem sechsten Doctor wurde es dann ganz schlimm, und beim siebten Doctor erholte sich die Serie leider erst in der letzten Staffel.

      Mir fällt auf, dass du die Tom Baker-Ära nicht erwähnst?

      BluesmanBGM schrieb:

      Er war auf seine Weise ein faszinierender kleiner Mann, ohne irgendwelche Timelord-Kräfte oder Venusian Akido oder sonstwas, der beim Davonlaufen wohl eher ein angebissenes Sandwich (oder was er sonst so in seinen Taschen finden konnte) nach dem monster of the week werfen würde - und dann mit dem Verstand eine Lösung findet.


      Nun, der dritte Doctor würde schon allein deshalb nie Sandwiches wegwerfen, weil er viel zu verfressen ist. :)

      Aber ja, das Schöne am zweiten Doctor ist, dass er KEIN Superheld ist, sondern nur ein extrem gewieftes Kerlchen.

      BluesmanBGM schrieb:

      Auch das Technobabble, das gerade bei Pertwee immer etwas auswendig gelernt und abgelesen wirkt, kommt bei Troughton viel glaubwürdiger, eben weil er die Rolle so gelebt hat, viel Adlib gemacht und eigene Ideen eingebracht hat.


      Und weil er schlicht und einfach ein um Welten besserer Schauspieler ist. 8)

      BluesmanBGM schrieb:

      Es gibt auch eines der recht seltenen Interviews mit ihm, in dem er später darauf angesprochen wird, daß er den Doktor zu einer lustigen Figur gemacht hat, was bei ihm aber eine recht perplexe Reaktion auslöst, weil er es nie so gesehen hat.


      Der zweite Doctor ist schon allein wegen seiner Körpersprache, seiner fallweisen Stotterei und seiner Ungeschicklicheit amüsant. Das wird wohl als clownhaft aufgefasst werden können, zumindest wenn man nur ein Gelegenheitszuschauer, ein Nicht-Fan ist. Dabei ist ja gerade der Reiz am zweiten Doctor, dass er sich so harmlos und ungefährlich gibt, es aber in Wahrheit faustdick hinter den Ohren hat.

      BluesmanBGM schrieb:

      Die Stärke der Troughton-Jahre waren natürlich auch viele hervorragende Schauspieler in anderen Rollen, man denke an Kevin Stoney und Peter Halliday in "The Invasion" oder Philip Maddoc in der zugegeben überlangen "The War Games".


      Gar nix wird da mit überlang zugegeben, The War Games ist eigentlich noch viel zu kurz. So etwas gutes kann nicht zu lang sein. :)

      BluesmanBGM schrieb:

      wirklich trashige Skripte und Produktionen wie "The Underwater Menace" kann auch Pat Troughton nicht wirklich retten.


      Du bist viel zu streng. Ich kann mich über diese völlig absurde Folge mit ihren völlig überzeichneten Figuren der Marke "Nozzing in ze world can stop me now" bestens amüsieren.

      BluesmanBGM schrieb:

      Vielleicht tauchen ja in Zukunft noch verschollene Episoden auf, ein komplettes "Evil of The Daleks", "Abominable Snowmen" oder "Web of Fear" wäre schon genial. Vermutlich werden die Chancen dafür aber immer geringer. Obwohl - "Tomb of the Cybermen" war ja auch über 20 Jahre verschollen, bevor es auf einmal wieder komplett in Hongkong auftauchte. Man kann hoffen.


      Vielleicht sollten wir alle regelmäßig dafür beten. ;)

      BluesmanBGM schrieb:

      P.S. Er ist vermutlich hier schon bekannt, aber diesen Clip finde ich immer sehr gelungen:


      Ja, der ist sehr nett. Noch besser gefällt mir allerdings der hier:



      (Ja, ich weiß, den haben wir auch schon an anderer Stelle im Forum, aber in einem Troughton-Thread ist das genau richtig. :))

      Und P.S.:

      Willkommen im Forum, das Classic-Forum wird sich über weitere Beiträge von Dir freuen. :)
      "It's more than that! I'm not that man, Klein. The man you want me to be. You can say what you like, even re-write my past, but it doesn't change who I am. If I can save them, I will. I'm the Doctor. That's what I do."

      5thdoc 2nddoc 8thdoc 11thdoc 9thdoc 4thdoc 10thdoc 1stdoc 6thdoc 3rddoc 7thdoc
    • michael_who schrieb:

      Mir fällt auf, dass du die Tom Baker-Ära nicht erwähnst?
      Das liegt eventuell daran, daß ich von Tom Baker noch relativ wenig gesehen habe und mir eine Einschätzung daher noch etwas schwer fällt. Ich habe da auch hauptsächlich Folgen aus seinen späteren Jahren gesehen und da sind einige Sachen drin, die mir jetzt nicht so gefallen, z.B. Robopuppy K-9 oder Adric (liegt das an mir oder ist er vom ersten Auftauchen an der unsympathischte Companion überhaupt?) oder auch wieder die Fragezeichen am Kragen zum Schluß hin.

      Auf der anderen Seite sind Folgen wie "City of Death" von Douglas Adams doch auch richtig lustig und wunderbar geschrieben. Ich sollte und werde mir noch mehr von Tom Bakers ernsteren Folgen bzw. Folgen zwischen 1975 und 1979 ansehen, um eine bessere Einschätzung von ihm machen zu können.

      michael_who schrieb:

      Gar nix wird da mit überlang zugegeben, The War Games ist eigentlich noch viel zu kurz. So etwas gutes kann nicht zu lang sein. :)
      Nuja, es ist schon ein gewisses Übermaß an häufigem Entkommen und wieder gefangen genommen werden da, bzw. so einige Plotelemente, die sich zuviel wiederholen. Terrance Dicks sagt ja auch im Audiokommentar, daß es sehr schwierig war, das Serial auf 10 Folgen zu dehnen.

      Ich gehöre aber keinesfalls zu den Leuten, die es mit "9 Folgen langweiliges Füllmaterial und dann kommen die Time Lords" beschreiben würden, dafür sind auch die ersten 9 Teile viel zu gut. Ich habe sogar eher mit dem Schluß Probleme, weil ich es einfach gewohnt bin, daß Patrick Troughtons Doktor immer irgendwie entkommen kann - und hier dann plötzlich am Ende seiner Reise ist. Ich mache also eher um die letzte Folge einen Bogen, als um die vorherigen 9 ;) .

      michael_who schrieb:

      Du bist viel zu streng. Ich kann mich über diese völlig absurde Folge mit ihren völlig überzeichneten Figuren der Marke "Nozzing in ze world can stop me now" bestens amüsieren.
      "Underwater Menace" erscheint mir immer eher ein bißchen wie ein US-Kinoserial der 30er Jahre (Flash Gordon & Co) und weniger wie eine Troughton-Who-Folge. Die überdrehten Figuren können amüsant sein, aber ich würde die existierende Folge nun nicht unbedingt als positives Beispiel für gelungenes 60er Jahre Who-tum vorführen.

      Ich kann auch mit Ben und Polly als Companions weniger anfangen, daher fängt für mich die beste Troughton-Zeit doch eher mit "Faceless Ones" bzw. "Evil of The Daleks" an, als der Doctor und Jamie zum festen Team werden.

      michael_who schrieb:

      Willkommen im Forum, das Classic-Forum wird sich über weitere Beiträge von Dir freuen. :)
      Danke. Vielleicht werde ich ja mal ein paar persönliche Reviews zu klassischen Folgen schreiben.

      Chris
    • BluesmanBGM schrieb:

      Ich kann auch mit Ben und Polly als Companions weniger anfangen, daher fängt für mich die beste Troughton-Zeit doch eher mit "Faceless Ones" bzw. "Evil of The Daleks" an, als der Doctor und Jamie zum festen Team werden.

      Ja, auch ich muss zugeben, dass der zweite Doctor, Jamie und Zoe bis jetzt mein Classic-Dreamteam sind. :thumbsup: Daher fand ich es auch besonders traurig, dass am Ende von The Wargames den beiden die Erinnerung genommen wurde :13:

      BluesmanBGM schrieb:

      Nuja, es ist schon ein gewisses Übermaß an häufigem Entkommen und wieder gefangen genommen werden da, bzw. so einige Plotelemente, die sich zuviel wiederholen. Terrance Dicks sagt ja auch im Audiokommentar, daß es sehr schwierig war, das Serial auf 10 Folgen zu dehnen.



      Ich gehöre aber keinesfalls zu den Leuten, die es mit "9 Folgen langweiliges Füllmaterial und dann kommen die Time Lords" beschreiben würden, dafür sind auch die ersten 9 Teile viel zu gut. Ich habe sogar eher mit dem Schluß Probleme, weil ich es einfach gewohnt bin, daß Patrick Troughtons Doktor immer irgendwie entkommen kann - und hier dann plötzlich am Ende seiner Reise ist. Ich mache also eher um die letzte Folge einen Bogen, als um die vorherigen 9 ;) .
      Kann ich nachvollziehen ...
    • Herr Duck schrieb:

      Ja, auch ich muss zugeben, dass der zweite Doctor, Jamie und Zoe bis jetzt mein Classic-Dreamteam sind. :thumbsup: Daher fand ich es auch besonders traurig, dass am Ende von The Wargames den beiden die Erinnerung genommen wurde :13:

      Stimmt. Zoe sagt ja auch noch einen letzten Satz in der Art "I thought there was something important, but I can´t remember..." Alles, was sie erlebt und vom Doctor gelernt hat (sie ist ja eigentlich in "Wheel" mit ihm gegangen, weil sie mehr Mensch und weniger "Computer" sein wollte) ist irgendwie wieder verloren. Die Szene ist doch ziemlich traurig.

      Ansonsten zähle ich Zoe auch zu meinen Lieblings-Companions - und das hat nichts mit dem sparkly catsuit zu tun ;) . Das Sympathische an Wendy Padbury war auch, daß sie sich gerne mal im Text verhaspelt hat und die Rolle dadurch eigentlich nur lebendiger wurde. Man denke an ihre leicht unpassende Grinseszene im Hintergrund, als Pat Troughton in "Seeds of Death" mit dem Schaum zur Tür reingeschlittert kommt oder ihre Klopperei mit dem Karkus im "Mindrobber", als sie danach auch fix und fertig ist und wieder ihren Text leicht verhaspelt. Sowas würde heute einfach neu aufgenommen, früher blieb es halt drin.

      Auch auf Audiokommentaren höre ich Wendy Padbury sehr gerne, ihre Stimme ist auch fast noch die gleiche, wie in den 60ern. Nur wenn sie anfängt, über ihre Enkelkinder zu reden, wird es etwas irritierend ;) .

      Chris
    • Na ich bin ja mal gespannt. Viel Material ist ja heute aus der Ära nicht mehr zu kriegen, aber die Bestellung ist raus (Seeds of Death, Invasion, Mind Robber, War Games). Die Lost in Time-Folgen liegen noch ungeguckt da (außer Underwater Menace).

      Normal kann man sich ja auf die Aussagen von Herrn Duck verlassen :thumbup: , wird also mindestens Hartnell-Niveau haben.
      "Grundgütiger! Ein weiblicher Doctor! Was für Zeiten das doch sind!" (Barnabas Collins)
    • Zaphod B. schrieb:

      Normal kann man sich ja auf die Aussagen von Herrn Duck verlassen :thumbup:

      :redface: , da werd ich doch glatt rot

      Zaphod B. schrieb:

      wird also mindestens Hartnell-Niveau haben.

      ich fand es sogar besser als Hartnell, aber ob du der gelichen meinung sein wirst, wo doch Susan nicht mehr dabei ist ...

      Inazea schrieb:

      Du wirst es lieben, da bin ich ganz sicher!

      Das danke ich aber auch
    • So, nachdem ich inzwischen The Three Doctors gesehen hab, habe ich mich dran erinnert, mal wieder Reviews zu schreiben. Also hier mein Review zu Pat Troughton:

      Der zweite Doctor ist mir schneller als gedacht ans Herz gewachsen. Schon in Power of the Daleks gefiel er mir sehr gut, obwohl ich ihn da nur hören und auf Bildern sehen konnte. Am besten: Der Doctor starrt auf den Batch auf der Jacke seines gegenüber, nachdem er sich als Earth Examiner ausgegeben hat. "Sorry, but what the hell are you doing?!" - "Examining, as I am supposed to." Gefiel mir total gut.

      Troughton als Schauspieler fand ich immer total modern und frisch, er WAR einfach, was er spielte, und wenn man sich die Folgen so ansieht, fällt es einem schwer, daran zu glauben, dass dieser großartige Mann nicht mehr unter uns weilt. RIP an dieser Stelle.

      Es hat eine Weile gedauert, bis ich die erste erhaltene Episode Troughton's sehen durfte, The Underwater Menace. Vielleicht hat sie mir darum so gut gefallen... Als ich dann jedoch im entsprechenden Thread las, dass dies die schlechteste Folge 2nddoc s abgesehen von The Moonbase sei, wurde mir klar, wie sehr mir dieser Doctor gefallen würde. Und genau so war es dann auch. Kaum waren Ben und Polly verschwunden, blühte Jamie richtig auf, und so wurde er schnell neben dem Doctor mein bisher liebster Companion.

      Und sein Abgang, gleichzeitig mit diesen 2 hervorragenden Companions ist so rührend und gut, dass er mir immer in Erinnerung bleiben wird.

      Eine Lieblingsfolge kann ich trotzdem schlecht herraussuchen, da gerade in Staffel 5 alle Folgen in etwa gleich gut waren. Müsst ich mich jetzt aber entscheiden, würd ich Fury from the Deep, The Invasion und The War Games nehmen.

      Alles in allem bekommt der Doctor von mir 10/10 Punkten, da er einfach grenzgenial ist.
      Nur leider ist er auch der unbekannteste Doctor, da von ihm einfach nur sehr wenig noch erhalten ist, vor allem von der grandiosen 5. Staffel.
      Currently Watching:
      Peter Davison
      Peter Capaldi
      ...und:
      Agents of S.H.I.E.L.D., Rick & Morty,
      Twin Peaks, Narcos



    • AL333 schrieb:

      Nur leider ist er auch der unbekannteste Doctor, da von ihm einfach nur sehr wenig noch erhalten ist, vor allem von der grandiosen 5. Staffel.


      Richtig, aber mittlerweile gibt es schon eine ausreichende Auswahl an veröffentlichen DVD's mit dem Hobo-Doctor.

      - The Tomb of Cybermen
      - The Dominators
      - The Seeds of Death
      - The War Games
      - The Mind Robber
      - The Invasion (mit Teilsrekonstruktionen)
      - Lost in Time Boxset (mit einigen Episoden)
      - Multidoctorfolgen -> The Three Doctors, The Five Doctors und The Two Doctors
      1. 4thdoc 2. 3rddoc 3. 12thdoc 4. 2nddoc 5. 1stdoc 6. 11thdoc 7. 6thdoc 8. 9thdoc 9. 8thdoc 10. 7thdoc 11. 5thdoc 12. 10thdoc ... Doctröse!
    • Ja, Troughton ist auch bisher mein erster kompletter Doctor auf DVD, dank dieser kleinen, überschaubaren Auswahl^^
      Nur die neue Seeds Of Death Version hab ich noch nicht.
      Currently Watching:
      Peter Davison
      Peter Capaldi
      ...und:
      Agents of S.H.I.E.L.D., Rick & Morty,
      Twin Peaks, Narcos