BiFi 031: Embrace the Darkness

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    • BiFi 031: Embrace the Darkness

      Bewertung 15
      1.  
        Super (4) 27%
      2.  
        Gut (9) 60%
      3.  
        Durchschnitt (1) 7%
      4.  
        Ausreichend (1) 7%
      5.  
        Schlecht (0) 0%


      Buch:
      Nicholas Briggs

      Regie:
      Nicholas Briggs

      Inhalt:
      The Doctor and Charley travel to the remote Cimmerian System to unravel the mystery of its sun. But darkness has already embraced the scientific base on Cimmeria IV in more ways than one. In a fight for survival, the Doctor must use all his wits against a deadly artificial life-form and an ancient race whose return to the Cimmerian System threatens suffering and death on an apocalyptic scale.

      Sprecher:
      The Doctor — Paul McGann
      Charley Pollard — India Fisher
      Ferras — Lee Moone
      Haliard — Mark McDonnell
      Orllesnsa — Nicola Boyce
      ROSM — Ian Brooker

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      Eine kleine Audio-Perle. Großartiges Doctor-Companion-Gespann, interessante und liebenswerte Nebencharaktere, wunderbar fremdartige Aliens, und das ganze auch noch stimmig und überzeugend inszeniert. So soll ein Hörspiel sein.

      Anfangs kommt das alles im perfekten Horror-Stil unterwegs. Man fühlt und fürchtet mit der Crew Ferras, Haliard und Orllens mit, als sie sich plötzlich in der pechschwarzen Finsternis wiederfinden. Ihre Angst, ihre Panik, nicht mal die Hand vor Augen sehen zu können, und dann auch noch die schreckliche Erkenntnis, dass ein bedrohliches Wesen plötzlich unter ihnen weilt - das geht unter die Haut. Kein Wunder, dass Haliard unter all dieser Anspannung zerbricht und durchdreht. Und was für ein Schocker, als Charley am Ende von Teil 1 auf die Drei trifft, die sich nur im Dunkeln wähnen und einen der besten Cliffhanger-Sätze überhaupt raus lässt. "Your eyes! ... You´ve got no eyes!" 8)

      Und gleich darauf macht man sich ernsthaft Sorgen um die kleine englische Abenteurerin, als die Monster sich offenbar dranmachen, auch ihr die Augen bei lebendigem Leib rauszubrennen. Aber mit der Zeit wandelt sich das Bild, das man als Zuhörer von den vermeintlichen Monstern hat. Charley wird geheilt, und schon bald stellt sich heraus, dass die kleinen, wundersamen "Cimmerians" ein Volk von Heilern sind, die aufgrund ihrer Geschichte "Licht" für gefährlich, Augen daher für nutzlos halten und daher nichts böses im Sinn hatten. Ihre ganze Natur ist darauf ausgerichtet, zu helfen, zu heilen, sogar dann, wenn es ihnen selbst das Leben kostet. Was bei einem der Kerlchen tatsächlich eintritt, nachdem er seinen Opfern das Augenlicht wieder schenkt und unter diesen Anstrengungen dahinscheidet.

      Obwohl sie manchmal ein bisschen schwer zu verstehen sind, ist der Flüsteron der Cimmerians, ihr fremdartiges "What are Eyes?" sehr effektiv, das Hörspiel schafft den schwierigen Kniff, diese Wesen als richtige "Aliens" im eigentlichen Sinne zu verkaufen, und das gelingt nicht sehr oft. Sehr schön auch ihre Fähigkeit der molekularen beliebigen Veränderungen, die es ihnen ermöglicht, im wahrsten Sinne des Wortes durch Wände zu gehen. Auch die Enthüllung, dass ihr vermeintliches Ende, nämlich die Rückkehr der Solarians, die sie erst in den Untergrund und damit ins Dunkel getrieben haben, im Endeffekt die Rückkehr ihres eigenen Volks sind, hat mir gut gefallen, vor allem durch die schicksalsergebene "Wir haben uns unserer Bestimmung entzogen und haben es daher verdient zu sterben"-Haltung.

      Zu einem großen Teil (wie immer eigentlich) hat das Hörspiel für mich gut funktioniert, weil ich die Gastfiguren sehr mochte. Orllensas pseuo-russischer Dialekt ist anfangs etwas anstrengend, aber als sich mit der Zeit immer mehr herausstellt, was hinter dieser bitteren, zynisch-pessimistischen Fassade steckt, gewinnt sie sehr viel Sympathie. Spätestens mit ihrem "Are my eyes still blue?". Und ihre beiden Begleiter sind einfach nett, weil sie waschechte "Buddies" sind. Auch der Sicherheitsroboter ROSM mit seinem Logik-Gequatsche macht viel Spaß.

      Und ganz toll natürlich auch wieder der Doctor und Charley. Paul McGann ist super darin, gleichzeitig das verspielte, zerstreute und neugierige wie auch das sehr ernste, hochmoralische und prinzipientreue des Doctors einzufangen, und das ist einfach schön. Auch India Fisher kann man kaum genug loben, es gibt kaum Companions, die so liebenswert und vernünftig rüberkommen wie sie. Insbesondere eine tolle Szene, als sie dem Doctor seine Idiotie um die Ohren knallt, sie hier mit ein paar wildfremden sitzen zu lassen.

      Einziger Wermutstropfen: Der große Handlungsbogen der Staffel, der am Ende von Seasons of Fear sehr viel Fahrt aufnahm, wird hier ziemlich links liegen gelassen, wenn man mal davon absieht, dass am Anfang eine Menge Timelords durch den Vortex düsen.

      Trotzdem klares Super! :)
      "It's more than that! I'm not that man, Klein. The man you want me to be. You can say what you like, even re-write my past, but it doesn't change who I am. If I can save them, I will. I'm the Doctor. That's what I do."

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    • Ups, gehört definitiv in die "besser als ich es in Erinnerung hatte"-Ecke. Ich kann mich dran erinnern wie ich mich damals durch dieses Ding quälen musste... aber jetzt ging es unerwartet flott den Hals runter. Woran lag's damals bloss? ?(

      Egal, was mir beim zweiten Hören jedenfalls auffiel war wie sehr es sich wie ein Audio Visual anfühlt. Die Dialoge, das Sounddesign, die Hard-SciFi-Handlung... das alles klingt wirklich sehr stark nach den Geschichten des Big Finish-Vorläufers aus den 80ern. Und wenn man sich ansieht wer für diese Folge nämlich verantwortlich war, ist es auch nicht mehr wirklich überraschend. ;) Selbst die billige Alienflüsterstimme ist eines dieser typischen Merkmale des frühen Briggs-Oevres. :D

      Recht clever fand ich den Cliffhanger vom ersten Teil. Dass die Crew nicht wusste, dass sie keine Augen mehr hatten und daher dachten dass die Schiffslichter nicht mehr funktionierten... das ist ein Kniff den man nicht in der Fernsehserie hätte bringen können. Eines dieser typischen Beispiele in denen Big Finish die Möglichkeiten von Audio voll ausnutzen. (Und von denen ich auch sagen muss, dass sie mir in den neueren Releases etwas fehlen. Mit zunehmender Professionalität ist den Jungs auch ein wenig die Experimentierfreude verloren gegangen. Aber schwamm drüber, ist jetzt nicht das Problem dieser Folge.)

      Die Nebenfiguren halten sich so alle in der Waage. Den Robotor mit seinem beinharten Logiksystem fand ich super (und erst recht wenn dieses Logiksystem in den späteren Teilen auseinanderbricht und nur noch Unsinn brabbelt :D ), die Russentussi ging mir jedoch auf den Detz. Auch dann als sie mir später als doch ganz sympathisch verkauft werden soll.

      Laut dem Big Finish Episodenguide soll McGann ja nicht in sonderlich guter Verfassung gewesen sein als sie diese Geschichte aufnahmen. Er kam frisch von Dreharbeiten die irgendwo anders auf dem Globus stattfanden und hatte deswegen mit einem Jetleg zu kämpfen, war müde und grantig. Dass man ihm das im fertigen Produkt jedoch überhaupt nicht anhört ist schon ein Meisterwerk der Cutter.

      Jedenfalls ist die Folge nicht die grosse Langweilergurke für die ich sie in Erinnerung hatte. Ich bin jetzt geläutert und überzeugt, tralala. :)
    • Mal ernsthaft: Ich fands geil.

      Ist meiner Ansicht nach eine der unterschätzen Folgen.

      Vorneweg: Was Paul McGann da abliefert ist ja nichtmehr feierlich: Der Typ ist ein soooo verdammt guter Audioschauspieler. Tiefste Verneigung. Und India Fischer ist auch klasse.

      Und damit bin ich auch gleich beim ersten Punkt: Der Cast. Durchweg sehr gut. Manchmal vergreifen sich manche Darsteller leicht, aber im großen und ganzen einer der absolut besten Casts, was auch mit (Punkt zwei) dem kleinen Cast zusammenhängen könnte. Wenige Darsteller (die 3 Leute auf der Base, der Roboter, das Flüsteralien...das wars eignetlich schon weitgehend), die dafür umso besser.
      Wirklich gut gefiel mir die Tatsache das auf der Base die Leute sich nicht ständig misstraut haben/ein doppeltest Spiel gespielt haben etc. pp. Die drei mochten sich und haben gut zusammengearbeitet (schauspielerisch und im skript schön rübergebracht).

      Der Roboter war ausgesprochen cool, ich musste bei den Dialogen zwischen Doctor und Roboter/Computer meist mehr grinsen wie bei 80% der Witze in "The One Doctor". Wirklich grandios.

      Die Handlung kann sich m. E. auch absolut sehen lassen. Sehr simpel (ohne Hirnverdrehung zu verstehen), trotzdem nicht dämlich mit guten Plot-twists und allem was man braucht. Sehr sehr gut das ganze.

      Die Healer-Race-Geschichte kam schön nach und nach raus und war wunderbar Handlungsrelevant - genauso wie die Geschichte mit dem Licht.
      Ingesamt finde ich es sowieso eine gute Idee ein Hörspiel in Streckenweise (völliger) Dunkelheit spielen zu lassen...im TV würde es mir sowas von auf die Eier gehen (mag so dunkle Szenen nicht so, wirkt immer wie ein versuch das schäbig Set zu kaschieren) aber hier im Hörspiel...gut dem Medium angepasst (ähnlich wie die Dunkelszene am anfang von Chimes sehr gelungen).


      Also, alles in allem kann ich mich hier überhaupt nicht beschweren und gebe deshalb ganze 9/10 Punken. Es war eben nicht die über-über-Folge wie Chimes aber war doch durch und durch gelungen. Starke Sache!
      "WE ARE THE DALEKS! DO YOU WANT TO PLAY WITH US?"
    • Sehr schönes Audio.

      In vielen Punkten kann ich mich meinen Vorschreibern anschliessen: grossartige schauspielerische Leistung von McGann und India Fisher, gute Story, tolle Cliffhanger und echt gruselig. Obwohl ich's ja eigentlich besser wissen sollte, hab ich mir vor allem um Charley wirklich Sorgen gemacht. Durch die tatsächlich gut rüberkommende Bedrohung war's dann auch durchweg echt spannend. Darüber hinaus hatte die Story ein paar echt gute Wendungen: als rauskam, dass die Cimmareans eigentlich nix Böses wollten, war ich etwas enttäuscht, weil ich das irgendwie klischeehaft fand, aber nachdem es danach noch mit den Solarians weiterging, war ich dann schnell wieder versöhnt, und als auch diese sich noch als etwas anderes herausstellten, als man dachte, noch mehr.

      Der Doctor und Charley, die ja sowieso grundsätzlich super sind, waren hier wirklich herausragend. Die beiden harmonieren wirklich perfekt.

      Ein ganz kleiner Wermutstropfen waren für mich die Cimmareans: das ganze Konzept des Volkes war super, ich fand vor allem ihre ganz andere Wahrnehmung klasse, aber ich fand's ein bisschen unglücklich, sie nach dem Bild des 08/15-Roswell-Aliens zu beschreiben. Und dass sie sich nur flüsternd artikulieren konnten, hat mich genervt.

      Insgesamt also ein volles Hörvergnügen mit einer Wertung von 8 Punkten.
      All hail Frobisher! All hail the big talking bird!
    • Also ich kann den Lob, den meine Vorredner für dieses Hörspiel übrig hatten leider nicht so ganz nachvollziehen.

      Die ersten drei Kapitel lang habe ich mich tierisch gelangweilt. Die Charaktere und Sprecher, allen voran mal wieder Fisher und McGann, waren alle hervorragend, und auch die Story selbst war eigentlich interessant, aber die ganze "Gruselatmosphäre" konnte mich nicht so richtig packen.

      Erst in Part 4 kam die Geschichte etwas in Fahrt, aber selbst der Twist war für mich dann schon reichlich vorhersehbar.

      Schlecht war das ganze nicht, aber bei Weitem nicht gut, weshalb ich als Wertung leider nur ein gutes "Durchschnitt" vergeben kann.

      ‎"You can´t be a successful crook with a dishonest face. Can you?"
    • Gut, ich habe das Hörspiel heute auf dem Weg zur Uni gehört, sehr guter Weg die Zugfahrt zu überbrücken. Ein Problem gab es aber: Es gab so ein paar Szenen, die relativ witzig waren und wo ich mich zusammenreißen musste, im Zug laut los zu lachen. Aber die sind nicht bezeichnend für das Hörspiel, dass ist eher auf Spannung aufgelegt und besonders im ersten Teil, teilweise auch noch im zweiten wirklich creepy, teilweise sogar echt gruselig. Was ich gut fand. Ebenfalls gut fand ich mal wieder den Doctor und Charley, wie eigentlich immer, ihre Interaktion war genial, was denn auch sonst. Anders sieht es bei den drei Gastcharakteren und dem Computer aus, die mir teilweise recht sympathisch waren, dann aber auch wieder ziemlich unsympathisch. Gerade Orllesnsa war, während sie ihre Augen nicht mehr hatte, mit ihrem Sarkasmus ziemlich unerträglich. Und da komme ich gleich zu einem Negativpunkt: Ihr Leap of Faith im dritten (?) Teil kam dann doch sehr überraschend und schnell, was mich etwas irritiert hatte. Und das war nicht einmal die schlimmste, nein das waren die Augen an sich: Warum werden die von den Partikeln erst weggebrannt, nur um dann von den Cimmerians wieder hergestellt zu werden? Und zu denen will ich auch noch etwas sagen: So interessant deren Konzept auch ist, eine Healer-Rasse, die dazu gezwungen ist zu heilen, und die Licht schmeckt, genauso wie im Übrigen ihre Geschichte, genauso unsinnig ist die Idee, ähnlich wie die Headless Monks in A Good Man Goes to War. Außerdem war die Auflösung mit den Solaris sehr schnell, sehr vorhersehbar und war sehr gehetzt, von jetzt auf gleich sind die wieder alle auf der Basis und der Doctor und Charley können ohne Probleme wieder abreisen.

      FAZIT: Tolle Atmosphäre, gute Schauspieler, ein paar gute Konzepte, sehr viel Spannung, aber leider sehr schwache Auflösung und einige Unsinnigkeiten, außerdem habe ich den Handlungsbogen von Charley vermisst, daher nur 7,5/10 Punkten.
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    • außerdem habe ich den Handlungsbogen von Charley vermisst

      Dann hast du die erste Szene des Doctors, mit der TARDIS-Flotte in Kampfformation wohl überhört? Da liegt der Link zum Storyarc.
      Doctor Who doesn't just travel in time, he travels in genre
      -Toby Hadoke, Timelash 2017

      Seil ist Geil
      -Cutec, Timelash 2017
    • Doch das habe ich mitbekommen, aber ich hatte nicht gewusst, dass das etwas damit zu tun, sondern eher, dass es etwas mit Living Legend zu tun hat, was ich leider noch nicht gehört habe, dich verdrängt hatte, dass es beriets vor Seasons of Fear spielt und nicht danach. Bin aber mal gespannt, wie das in den Handlungsbogen mithineinspielen wird; persönlich hatte ich eher etwas wie Anti-Time erwartet und damit weitere Widersprüche in der Historie.
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    • dass es etwas mit Living Legend zu tun hat

      Mit Living Legend hat nichts irgendwas zu tun. Das ist wirklich nur eine für sich stehende, witzige Dreingabe.
      Doctor Who doesn't just travel in time, he travels in genre
      -Toby Hadoke, Timelash 2017

      Seil ist Geil
      -Cutec, Timelash 2017
    • Sehr athmosphärische Geschichte mit Gruselelementen, Witz und einem tollen Cast! Was will man mehr? Die Geschichte um die Solarians ist sehr interessant und super aufgelöst und Paul McGann mal wieder super mit India Fischer! Außer Lob fällt mir hier nichts ein.
      Super! (8,5/10)
      "We all have a universe of our own terrors to face"
      "Everyone's a monster sometimes"
      "Entropy demands that everything will not be all right, but sometimes we can rage against the dying of the light"
      -The Seventh Doctor