1x07 - Langzeitstrategie / The Long Game

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    • Hab ja schon gehört, dass es die schwächste Folge der Staffel sein sollte, daher waren meine Erwartungen nicht besonders hoch.

      Ich fand die Episode toll! Besser jedenfalls als Aliens in London & co.

      Das Setting hatte was von klassischer Sience Fiction (Überwachungsdystopie, Technologie vs. menschlichen Verstand, Zombifizierung von Systemfeinden usw.) und das habe ich sehr genossen. Die "Science" war mal wieder vermasselt, aber (finde ich) nicht schlimmer als in anderen Who-Episoden. (So Kleinigkeiten wie: wenn's so kalt ist, dass sich überall Rauhreif bildet, warum sieht man die Menschen dann noch atmen? Etc.)

      Simon Pegg und Tamsin Greig waren ein toller Bonus.
    • Eine sehr schöne Folge: Ein cooler Bösewicht, ein noch böserer und fetter Oberbösewicht, ein epischer Plan,
      Spoiler anzeigen
      als Vorbereitung auf einen noch epischeren Oberplan (Bad Wolf)
      ein interessante Story um Informationsfluss, -verteilung und Mensch-Maschine-Schnittstelle und am Ende noch ein wenig Slapstick ("Schön, dass Du mal wieder da bist, Kind. Die Zeit vergeht wie im Flug! *schnipps* ;) ) - für mich einer der Highlights der 1. Staffel.
      p.s.:

      Lenitas schrieb:

      Simon Pegg und Tamsin Greig waren ein toller Bonus.
      Ganz meine Meinung. Ich habe mich beim Gucken echt gefreut :)
      I have a mind to join a club and beat you over the head with it. - Groucho Marx
    • Schlaubi schrieb:

      TraumZauberBaum schrieb:

      Schade daß Pro7 mit dieser Folge zurückkam,
      Ihnen blieb ja nichts anderes übrig, das ist nun mal die nächste Folge, auch wenn Dalek, oder Vatertag bessere Einstiegsfolgen wären.


      Nunja, dadurch dass "Dalek" zo zerstückelt ausgesendet wurde, frage ich mich, ob ein mehr oder weniger ungeschnittenes "The Long Game" nicht am Ende für Neueinsteiger sogar besser ist als ein "Dalek" bei dem wichtige Szenen fehlen und die Sendung daduch schon fast albern wirkt...
    • Fand die Folge auch eher mäßig. Hat mich sehr an einen Film erinnert, in dem Leute immer in der Lotterie gewinnen konnten, dass sie "Auf die Insel" kommen. Und wenn sie dann im Fahrstuhl waren kamen sie nicht ins Paradies, sondern wurden als OrganspendeErsatzteillager missbraucht.
      Die Szene in Adams Wohnzimmer hab ich aber sehr genossen. Besonders, wenn seine Mutter dann mit den Fingern schnippt *gg*
    • Durchschnitt für mich. Na gut, der Schlußgag ist klasse! Schnipp! Ansonsten klebt ein Monster an der Decke und manipuliert Leute. Spannung war gut aufgebaut dadurch, dass es nicht zu früh gezeigt wurde. Der ganze Look dieser zukünftigen Ära war ziemlich "Blade Runner" & Co., das ist nicht mehr originell, weil zu oft nachgeahmt. Statt bei "Doctor Who" fühlte ich mich wie bei "Cleopatra 2525", falls das jemand gesehen hat :rolleyes:
    • Menschen und Nachrichten schon etwas erschreckend das die man uns so leicht an der kurzen Leine halten kann.
      Der Jagrafess war wirklich nicht so besonders aber das ganze drum herrum war gut umgesetzt und das Adama was dummes tun würde war klar
      seine Reaktion gleich zum anfang hat das schon erahnen lassen, er dachte nach dem Schock natürlich nur an den nutzen den man darau ziehen
      kann, um sie damit reich und berühmt zu werden, tja mit dem Implantat kann er das jetzt eh abhacken.
    • Eine wirklich sehr gute Episode.

      Nachdem der Doctor und Rose in der vorherigen Episode Adam mit an Bord genommen haben, kann rose nicht widestehen, „den alten Hasen“ bzw die „erfahrene Zeitreisende“ zu spielen. Ein Spiel, welches auch der Doctor amüsant zu finden scheint.

      Schnell merkt der Doctor aber, dass an Bord von Sattelite 5 etwas nicht stimmt – und in diesem Moment wird deutlich, dass er und Rose mittlerweile ein eingespieltes Team sind, kurze Worte und Gesten reichen aus zum Verständnis und beide wissen auch, dass sie sich aufeinander verlassen können.
      Adam ist hier der Außenseiter und dem Doctor und Rose ist auch klar, dass er jetzt nicht von Nutzen ist, sondern mehr oder weniger Ballast. Adam scheint das ebenfalls bewausst zu sein, doch verfolgt er in Wahrheit andere Ziele. Er will Nutzen aus den Möglichkeiten ziehen, die sich ihm bieten und dieser Wille läst ihn auch seine Ängste überwinden und er unterzieht sich der Gehirn-OP. Für ihn sicher eine große Sache, aber im Jahr 200,000 eine Nebensächlichkeit.

      Unterdessen decken der Doctor und Rose das Geheimnis auf, das hinter allem steckt. Diese „Invasion“ oder „Unterwanderung“ scheint auf den ersten Blick ein Schema F-Plot zu sein, aber er führt die Serie nicht nur zu ClassicWho-zeiten zurück, sondern zu den Anfängen der SF (auch wenn sie damal noch gar nicht so hieß): Die Möglichket, gesellschaftskritik zu üben, indem man diese in eine fiktive Umgebung überträgt. Und dass die heutige Gesellschaft eine mediengesellschaft ist, dass die menschheit ihr „Bild der Wirklichkeit“ aus den Medien bezieht und dass diese ihre subtilen Manipulationsmöglichkeiten durchaus zu nutzen wissen, ist ja wohl klar.

      Am Ende haben fast alle gewonnen, die Menschheit ihre Freiheit, Cathica hat sowohl beruflich als auch in ihrer Persönlichkeit enorme Fortschritte erzielt – nur Adam hat verloren und muss jetzt aufpassen, dass man nicht auf ihn aufmerksam wird, sonst würde er wohl als Versuchskaninchen im Labor enden

      Ein klares SUPER von mir
    • Mal wieder eine klassische Füllerfolge. Nichts schlechtes, nichts großes, kurzweilige Unterhaltung, die schnell vorbei ist, aber am Ende auch nicht viel Inhalt hat.
      Und ich habe jetzt eine Sache bemerkt, die ich an dem 9. Doctor einfach nicht mag. Er behandelt Menschen, die er für etwas dümmer hält oder die er nicht bei sich haben will ziemlich daneben. Wie schon Mickey und Jackie vorher, wird hier Adam von ihm immer wieder unsinnig beschimpft oder verspotet (auch schon, bevor er Mist gemacht hat) und das nervt. Wenn er jemanden nicht dabei haben will, dann soll er es lassen. Und damit Rose nicht uncool vor dem Doctor erscheint sagt sie natürlich gleich, als Adam erste Schwächen zeigt, dass er nicht ihr Freund wäre. Dabei sollte der gute Doctor mal seinem Companion in den Arsch treten. Was denkt sich Rose eigentlich dabei einem eigentlich Fremden den Tardisschlüssel zu geben? Fand ich total daneben. Auch dass sie zu Hause Mickey hat, auf den Doctor steht und dann mit Adam flirtet. Ich mag so ein Verhalten nicht. Das ändert aber auch nichts daran, dass ihr neuer Begleiter auch nicht das gelbe vom Ei ist. Die Aggressivität vom Doctor kommt dann auch am Ende durch. Anstatt den Anrufbeantworter einfach zu löschen muss er ihn kaputt machen. Fand ich ehrlich gesagt unsympatisch.
      Die Geschichte der Folge ist OK, haut mich jetzt aber nicht um. Eine der "ganz tollen" Einfälle war ja mal wieder, dass man mal wieder einen Kindergartenhumor an den Tag legt und dem Implantat einen Übergebomat dazudichtet. Peinlicher geht es ja kaum noch. Rülpsende Mülltonnen, pupsende Aliens und eine Kotzvorrichtung. Willkommen in der Welt voll infantilen Humors.
      Und was ich nicht ganz verstehe ist, wenn die Menschen aus dem 500. Stock nicht zurück kommen, warum will man dann dahin? Solche Dinge sind irgendwie unlogisch. Wenn niemand von dort zurück kommt, dann würde ich mir ja mal Gedanken machen warum.
      Und auch eine Pseudokritik an den Banken finden wir in der Folge. Ein Satz, die Banken finanzieren die Unterdrückung der Menschen. Fein, wirkt auch gar nicht aufgesetzt. Hätte man sich sowas von sparen können.
      Was man sich aber nicht hätte sparen können war Simon Pegg. Ganz toll in der Folge. Immer wieder gerne gesehen in allen Formaten. Zuerst habe ich ihn auch gar nicht erkannt, so erblondet.
      Schön waren auch 2 kleine Gags in der Folge. Ein Milchshake, der nach Rindfleisch schmeckt und der Gag am Ende. Natürlich war es klar, dass die Mutter schnippst, aber gelacht habe ich trotzdem.
      Ich geb der Folge 6 Punkte.

      "Did the cow creamer tell you to do this?"
    • chandy schrieb:

      Und was ich nicht ganz verstehe ist, wenn die Menschen aus dem 500. Stock nicht zurück kommen, warum will man dann dahin? Solche Dinge sind irgendwie unlogisch. Wenn niemand von dort zurück kommt, dann würde ich mir ja mal Gedanken machen warum.
      Versuch einer Erklärung:
      Du würdest dir Gedanken machen. Ich würde mir auch Gedanken machen. Aber wir sind ja auch intelligente (wehe, du widersprichst ;) ) und kritische Menschen, die zu eigenständigem Denken in der Lage sind. Die Menschen in der Folge sind, ich sage mal, konditioniert alles zu glauben, was die Medien ihnen vorsetzen. Total unkritisch. An Bord der Station sind alles Mitarbeiter der Medien, darauf versessen, Karriere zu machen. Sehen nicht über den Tellerrand hinaus. Der 500. Stock ist die Chefatage mit den goldenen Wänden (glauben zumindest alle), wer dorthin berufen wird, hat es geschafft. Warum sollte er den Wunsch verspüten, zum gemeinen Fußvolk zurückkehren zu wollen? So werden die das jedenfalls sehen.


      (Dass ich in Bezug auf Rose die Dinge mal wieder ganz anders sehe, ist klar, oder? :D )
    • Hierbei muss ich Herrn Duck recht geben, auch wenn ich anderenorts in den Folgen sehr gerne kritisiere, dass die Passanten so doof sind und wirklich alles glauben/überall neugierig rein gehen.

      Tatsächlich bietet der Doctor in der Folge einen sehr schönen Kontrast, als er, gerade erst angekommen, mit der Journalistin tratscht und so innerhalb von fünf Minuten bereits rauskriegt und aufzeigt, was komisch erscheint.
    • Ich bezog mich ja auch nicht nur rein auf das, was dort passiert. Ist ja an sich ein sehr gern genommenes Motiv in TV und Kino. Nur taucht es dann halt auch hier auf. Irgendwo muss ich meine Kritik an unlogischem menschlichen Verhalten ja hinpacken. :D

      @Herr Duck: ist klar ;)

      "Did the cow creamer tell you to do this?"
    • So, kaum isser da, schon verschwindet Adam auch wieder. Verständlich dass ihn der Doctor rauswirft... Aber auch ein bisschen herzlos WIE er es tut. Adam war letztlich überwältigt von den technischen Möglichkeiten und hat, typisch Mensch, Geld gewittert. Klar, das ist von seiner Seite unmoralisch. Aber ihn wegen dieser unter einer psychologischen Extremsituation entstandenen Kurzschlussreaktion zu einem Leben mit diesem Ding im Schädel zu verurteilen... Ne, Doc, das war fies. :thumbdown:
      Vor allem... Das hätte ich sein können. Adam ist im Grunde bloß menschlich.

      Die Folge an sich fand ich eher mittelmäßig. Nicht schlecht, es passiert ordentlich etwas und das Alien schaut hübsch Eklig aus. Aber irgendwie fehlte das besondere in der Folge. Ohne die wirklich hübsche Suki habe ich dort keine Highlights ausgemacht. 08/15 Science Fiction ohne dabei sonderlich originell zu sein. Kennt man, mag man, hat man mit der Zeit über. Bloß die Kantine hat mich überzeugt. Da ich im Moment Diät halte und meine Kalorien für heute bereits aufgebraucht sind war es zwar fies dass dort über Burger und Getränke mit Beef-Geschmack geredet wurde (Ja, ich würde es Probieren), aber es hatte was. Immerhin.

      Letztendlich also eine Mittelmäßige Folge. Seufz... Jetzt muss ich nur noch "Fathers Day" schaffen und dann kann ich endlich Jack genießen. Und das im besten Zweiteiler der Serie. Gott, wie soll ich nur die nächste Folge überstehen? ?(


      "Man sollte sämtliche Pennen anzünden! Jeden Tag eine andere Katastrophe!

      (Pepe Nietnagel alias Hansi Kraus)
    • Story: Die TARDIS landet auf Satellite 5, einer Raumstation die die Erde im Jahr 200.000 umrundet und das Zentrum des vierten großen menschlichen Imperiums. Wie dem Doctor auffällt ist die Technologie rückständig, da sie sich in den letzten 90 Jahren kaum verändert hat und Satallite 5 dürfte eigentlich nicht das totale Zentrum des Imperiums sein. Von Satellite 5 aus werden alle Medien im Imperium kontrolliert und Aliens gelten als rückständig und gefährlich. Der Doctor und Rose finden heraus, dass auf Ebene 500 der Ursprung allen Übels liegt und dringen in diese ein, wo sie damit konfrontiert werden, dass ein Alien vor 91 Jahren das Imperium übernommen hat und nun alle kontrolliert. Mit Hilfe einer Mitarbeiterin des Satelliten, die der Doctor schafft umzupolen, schaffen sie es, das Alien zu töten und so das Imperium zu retten.
      Eine eigentlich nicht wirklich schlechte Folge, aber auch keine wirklich gute. Die Grundstory (Ein Alien übernimmt die Medien und schafft es so, alles Menschen zu kontrolieren) ist interessant und leider gottes muss man sagen, dass dies durchaus realistisch ist. Ich meine jetzt nicht, dass ein Alien die Medien übernimmt, sondern das wir von den Medien kontrolliert werden und sie unsere täglichen Entscheidungen mit von ihnen beeinflusst werden. An der Umsetzung hakt es ein wenig, da mir alles zu schnell ging. Eine Doppelfolge oder noch besser ein Dreiteiler im Format der klassischen Serie (3x25min.) wäre besser gewesen. Adams Nebenstory hat mich da dann auch noch gestört, so wie der ganze, überflüssige Charakter an sich.

      Charaktere: Der Doctor und Rose waren gut, sehr lustig fand ich den Versuch des Doctors Rose mit Adam zu verkuppeln, was ich daran schlecht fand war, dass Rose, trotz Mickey, dem nicht abgeneigt war, und sich erst am Ende gegen Adam gestellt hat. Aber ansonsten haben Rose und der Doctor zwar nicht viel Charakterentwicklung durchlaufen, wirkten aber sehr sympatisch, der Doctor auch wieder ein wenig arrogant und Rose wird anscheinend zunehmend klüger ( ;) ), da sie immer mehr versteht. Finde ich nicht schlecht. Die Menschen im Jahr 200.000 wirken wirklich wie Sklaven, denn obwohl sie sich nicht als Sklaven sehen, legen sie eine Mischung aus Karrieregeilheit und Sklavenmentalität als Charakterzüge an den Tag. Simon Peggs Charakter wirkte irre, arrogant, bestimmend, aber diesen Jaggernaut gegenüber unterwürfig. Er war vollkommen unsympatisch, der typische Böse eben. Adam war mir aber eigentlich genauso unsympatisch. Dass er einen Schock erlebt, weil er auf einmal 198.000 in der Zukunft ist, ist noch zu verstehen, aber dass er versucht, das gesamte Wissen aus dem Jahr 200.000 ins Jahr 2012 zurück zu schicken, ist einfach nur dämlich. Dass der Doctor ihn am Ende bestraft, fand ich mehr als angemessen.

      Schauspieler: Simon Pegg, Christopher Eccelston und Billie Piper haben gut gespielt, alle anderen eher mittelmaß und die Schauspielerin der Frau, die am Ende dem Doctor hilft den Jaggernaut umzubringen, war eindeutig die schlechteste von ihnen.

      Musik: Murray Gold hat wieder sehr gute Arbeit abgeliefert, den die Musik war nicht nur gut sondern auch subtiel eingesetzt. Super :thumbsup:

      FAZIT: Eine eigentlich zu kurz geratene Folge mit ernsten Hintergrund, die durch eine unnötige Nebenhandlung hinuntergezogen wird. 8/10 Punkte.
      4thdoc 11thdoc 1stdoc 2nddoc 8thdoc 9thdoc 6thdoc 12thdoc 7thdoc 3rddoc 5thdoc Wardoc 10thdoc
    • Langzeitstrategie

      Da ja jetzt erst mal Pause bei Doctor Who angesagt ist, starte ich einfach meinen persönlichen Random-Marathon. Und warum sollte ich nicht mit dem vollkommen unterbewerteten „The Long Game“ starten?

      Herr Duck schrieb:

      Unterdessen decken der Doctor und Rose das Geheimnis auf, das hinter allem steckt. Diese „Invasion“ oder „Unterwanderung“ scheint auf den ersten Blick ein Schema F-Plot zu sein, aber er führt die Serie nicht nur zu ClassicWho-zeiten zurück, sondern zu den Anfängen der SF (auch wenn sie damal noch gar nicht so hieß): Die Möglichket, gesellschaftskritik zu üben, indem man diese in eine fiktive Umgebung überträgt. Und dass die heutige Gesellschaft eine mediengesellschaft ist, dass die menschheit ihr „Bild der Wirklichkeit“ aus den Medien bezieht und dass diese ihre subtilen Manipulationsmöglichkeiten durchaus zu nutzen wissen, ist ja wohl klar.


      Sehr gut erkannt.
      „The Long Game“ mag nicht die beste Dr. Who-Folge sein (obgleich sie sehr, sehr stark ist), aber man kann wunderbar an ihr aufzeigen wie traditionelle Sciene-Fiction im Idealfall funktioniert. Wir haben hier SF als Aufbereitung tatsächlicher Mythen, als Gesellschaftskritik, und die Interaktion zwischen Menschen und Technik. Bei diesem letzten Punkt sollte man beachten, dass hier der Mensch, nicht die „Science“ im Vordergrund steht. H. G. Wells hätte „The Long Game“ sicherlich gemocht.

      Wie ich bereits an anderer Stelle erklärt habe, lassen viele SF-Autoren mythische Themen in ihre Werke mit einfließen, um somit auf umcodierte Art und Weise ihre Aussage(n) unterzubringen. Nicht anders sieht es mit „The Long Game“ aus, welches viele Themen der gnostischen Lehre in sich birgt, um damit eine Geschichte über Medienmanipulation zu erzählen (die gnostische Mystik ist in der SF und Fantasy besonders beliebt, da es bei ihr um „falsche“ Welten und das Erlangen von Wissen und einer „Erkenntnis“ geht. Doctor Who-Stories, die von ihr Gebrauch machen sind u. a. „Castrovalva“, „Turn Left“ und „Amy’s Choice. Das nur als kleine Nebeninfo). Das führt uns zuerst einmal zum Editor und zum Jagrafess.

      Kurze Erläuterung: Die Gnosis ist eine christliche Lehre. Nach dieser Lehre wurden das Universum und alles Materielle (inklusive Menschen) von einem falschen bzw. unvollständigen Gott (dem Schöpfergott, auch Demiurg genannt) erschaffen. Die materielle Welt wird dabei als etwas Negatives angesehen, von dem es sich zu lösen gilt. Es kann sich jedoch nur der von der materiellen Welt lösen und den Demiurg überwinden, der sich des innewohnenden geistigen Prinzips eben dieser Welt bewusst wird (er erlangt damit also „Gnosis“=Erkenntnis).


      Die Editoren

      Es ist interessant zu hören, wie der Editor über seinen Chef (Jagrafess, der Editor-in-chief) redet. Zu Suki sagt er: „He oversees everything. Literally everything.” Als er ihr den Jagrafess zeigt, kommentiert er das mit: „This has always been your boss – since the day you were born.” Außerdem sind der Editor und Jagrafess…na ja, “Editors”, also Redakteure. In einer Welt wie Satellit 5, in der die Journalisten Chips in den Köpfen haben, in der die Journalisten quasi das sind, was sie verbreiten („We ARE the news“), in der Informationen und Nachrichten das Wichtigste überhaupt sind, zu was wird man dann als Redakteur? Muss ich es wirklich aussprechen? Ahem… Setzen wir doch einfach mal die gnostischen Themen in die Story ein: Der Jagrafess übernimmt dabei die Rolle des Demiurg, des falschen Gottes, der hier durch Manipulation der Medien eine falsche, korrupte Welt kreiert. Die Menschen werden u. a. dadurch kontrolliert, dass man sie mit gewissen Informationen füttert und ihnen andere vorenthält. Der Editor ist der Archont des Jagrafess, der Übermittler der „göttlichen Botschaft“. Die Menschen auf Satellit 5 werden in diese falsche Welt hineingeboren, werden durch die Chips im Kopf voll und ganz ein Teil ihrer Welt. Nur jene, die die Falschheit bzw. das Prinzip ihrer Welt erkennen, werden auf Plattform 500 heraufgerufen und sind in der Lage, dem „Demiurg“ entgegenzutreten (wie Suki und der Doctor). Für die, die nicht in der Lage sind zu hinterfragen, wird dieser Raum für immer der Raum mit den goldenen Wänden sein, sie werden allerdings auch nie „promoted“ werden. (Kleine Ergänzung: In der gnostischen Lehre ist der Demiurg auch jemand, der den Menschen wichtiges Wissen vorenthält. Niemand wird wohl bezweifeln wie gut hier alles zusammenpasst).

      Der Editor stellt sich als ein Repräsentant eines Bankenkonsortiums vor. Satellit 5 ist eine Welt der Arbeit, des Karrieremachens und des Konsums. Wir befinden uns also eindeutig in einer kapitalistischen Welt. Schauen wir uns die Bewohner dieser Welt etwas näher an.


      Kathica

      Durch Kathica lernen wir mehr über das Verhalten der Menschen im Jahr 200.000 auf Satellit 5 kennen. Ich denke, es wäre falsch, die Menschen hier direkt als dumm zu bezeichnen… es ist eher so, dass sie durch das sie umgebende System einfach nie gelernt haben wirklich nachzudenken und zu hinterfragen.

      Wir merken schnell, dass die Menschen hier vor allem eines im Sinn haben: ihre Karriere. Ich finde es interessant, wie Kathica über ihren Beförderungswunsch redet. Sie erzählt von einer Etage, deren Wände aus Gold gemacht sind, und dass niemals ein Beförderter von dieser Etage je zurückgekommen ist. Dass man die Bewohner des Satelliten mit einem Raum mit Goldwänden locken kann, zeigt, wie materialistisch diese Menschen eingestellt sind. Man hat die Menschen auch so weit gebracht, dass sie diesen Mist glauben, sich nicht wundern dass niemand von Etage 500 zurückkommt und eine Beförderung als einziges Lebensziel ansehen. Für die Menschen auf S5 ist ihr Job fast schon so etwas wie eine Religion geworden (die Art und Weise, wie die Journalisten die News verbreiten, hat zudem etwas leicht Zeremonielles, wie ich finde). Die Beförderung wird zur Entrückung des kapitalistisch orientierten Menschen.

      Fassen wir mal zusammen: Die Menschen hier hinterfragen nicht, sie denken kaum nach, sie sind total selbstbezogen und karriergeil, ja sie behandeln ihren Job fast schon als eine Art Religion. Satellit 5 muss der feuchte Traum eines jeden Neoliberalen sein.


      Adam

      Der Bursche scheint hier nicht besonders beliebt zu sein (nicht, dass ich es irgendwem verübeln könnte). Ich halte in allerdings wichtig für diese Story. Im realen Leben würde ich ihn zwar auch verabscheuungswürdig finden, den Adam-Subplot hier finde ich allerdings sehr interessant. In diesem sehen wir Adams waren Charakter. Er hat keine Probleme zu lügen, weder zu Rose, zum Doctor noch zur Ärztin. Ohne dass es ihn interessieren würde, welchen Schaden er damit anrichten könnte, ladet er sich Daten aus dem Jahr 200.000 herunter und sendet diese in sein Jahrhundert zurück. Er ist ein skrupelloser, profitsüchtiger Widerling, der bereit ist mit der korrupten, kapitalistischen Welt von S5 zu „verschmelzen“ (so wie er vorher kein Problem mit van Stattens „Regime“ hatte). Er ist am Ende nicht einmal in der Lage, sich für sein Verhalten zu entschuldigen, weil er überhaupt nicht erkennt, was er falsch gemacht hat. Sein Verhalten hat schon etwas leicht soziopathisches. Er… verhält sich wie z. B. die Banker die für die Bank-und Finanzkrise zuständig waren und die jetzt weiter machen wie zuvor (mir ist schon klar, dass TLG vor der Finanzkrise gelaufen ist, ich finde jedoch, dass dies ein passender Vergleich ist). Was der Doctor von diesem Verhalten hält, sehen wir am Ende der Folge.


      Der Doctor

      “This society’s the wrong shape. Even the technology”.
      Der Doctor ist hier einfach großartig. Er kommentiert das korrupte System auf Satellit 5 und die Leute, die auf diesem leben, mit bissigen Kommentaren. ER ist es, der direkt erkennt, dass etwas nicht stimmt, der nach- und hinterfragt. Und (und ich denke, dass dies das Wichtigste ist): Er bringt Kathica dazu, selbst zu hinterfragen und nachzudenken. Er verändert die Leute um ihn herum zum Besseren.


      Wie hat man „The Long Game“ jetzt zu betrachten: Als Dystopie, als politische Fabel oder als eine satirische Übertreibung der Zustände unserer Zeit? Ich würde sagen, dass die Folge von all diesen Erzählformen etwas in sich birgt. Mit Gewissheit kann ich allerdings sagen, dass „The Long Game“ Science Fiction ist, wie sie im Großen und Ganzen für mich sein sollte. Ich könnte jetzt noch ein bisschen mehr zur Folge schreiben, aber ich denke das reicht fürs Erste.


      Fazit

      Hey, die Folge wird besser und besser, je öfter ich sie mir ansehe. Unter anderem deshalb, weil man jedes Mal etwas Neues entdeckt. „The Long Game“ hat für mich viel zu bieten: eine intelligente Handlung, einen Doctor in Höchstform (naja, bei Eccleston Normalzustand), interessante Charaktere (die sehr gut eingesetzt werden) und als Kirsche auf dem Eis gibt es tolle Gaststars und eine stellenweise recht stylsche Optik. „The Long Game“ mag konzeptuell nicht so fordernd sein wie z. B. „The Ark in Space“, „Kinda“, oder „Gridlock“, jedoch verbinden sich hier alle eingeworfenen Themen zu einem mehr als befriedigenden Ganzem, weshalb ich mich nicht scheue der Folge 9/10 Punkte (SUPER) zu geben.
    • Schlaubi schrieb:

      Wie blöd mag man sein um sich freiwillig ein Loch in den kopf bohren zu lassen, aber na ja, er stammte ja 10 Jahre aus der Zukunft, da können die Leute schon verblöden. ;)
      Und tatsächlich. 10-12 Jahre in der Zukunft: Brexit, Trump uvm. Die Leute sind in der Zwischenzeit tatsächlich komplett verblödet. Da scheint die Serie wieder mal die Zukunft richtig vorhergesagt zu haben.
    • Trunks schrieb:

      Schlaubi schrieb:

      Wie blöd mag man sein um sich freiwillig ein Loch in den kopf bohren zu lassen, aber na ja, er stammte ja 10 Jahre aus der Zukunft, da können die Leute schon verblöden. ;)
      Und tatsächlich. 10-12 Jahre in der Zukunft: Brexit, Trump uvm. Die Leute sind in der Zwischenzeit tatsächlich komplett verblödet. Da scheint die Serie wieder mal die Zukunft richtig vorhergesagt zu haben.
      Alleine für sowas lohnt es sich ja, alte Threads auszugraben um zu gucken, was damals so geschrieben wurde :D

      (Btw - Toller Nickname ;) )
    • Ducky schrieb:

      Nachdem der Doctor und Rose in der vorherigen Episode Adam mit an Bord genommen haben, kann rose nicht widestehen, „den alten Hasen“ bzw die „erfahrene Zeitreisende“ zu spielen. Ein Spiel, welches auch der Doctor amüsant zu finden scheint.

      Schnell merkt der Doctor aber, dass an Bord von Sattelite 5 etwas nicht stimmt – und in diesem Moment wird deutlich, dass er und Rose mittlerweile ein eingespieltes Team sind, kurze Worte und Gesten reichen aus zum Verständnis und beide wissen auch, dass sie sich aufeinander verlassen können.
      Adam ist hier der Außenseiter und dem Doctor und Rose ist auch klar, dass er jetzt nicht von Nutzen ist, sondern mehr oder weniger Ballast. Adam scheint das ebenfalls bewausst zu sein, doch verfolgt er in Wahrheit andere Ziele. Er will Nutzen aus den Möglichkeiten ziehen, die sich ihm bieten und dieser Wille läst ihn auch seine Ängste überwinden und er unterzieht sich der Gehirn-OP. Für ihn sicher eine große Sache, aber im Jahr 200,000 eine Nebensächlichkeit.

      Unterdessen decken der Doctor und Rose das Geheimnis auf, das hinter allem steckt. Diese „Invasion“ oder „Unterwanderung“ scheint auf den ersten Blick ein Schema F-Plot zu sein, aber er führt die Serie nicht nur zu ClassicWho-zeiten zurück, sondern zu den Anfängen der SF (auch wenn sie damal noch gar nicht so hieß): Die Möglichket, gesellschaftskritik zu üben, indem man diese in eine fiktive Umgebung überträgt. Und dass die heutige Gesellschaft eine mediengesellschaft ist, dass die menschheit ihr „Bild der Wirklichkeit“ aus den Medien bezieht und dass diese ihre subtilen Manipulationsmöglichkeiten durchaus zu nutzen wissen, ist ja wohl klar.

      Am Ende haben fast alle gewonnen, die Menschheit ihre Freiheit, Cathica hat sowohl beruflich als auch in ihrer Persönlichkeit enorme Fortschritte erzielt – nur Adam hat verloren und muss jetzt aufpassen, dass man nicht auf ihn aufmerksam wird, sonst würde er wohl als Versuchskaninchen im Labor enden
      Diese Aussage kann ich voll und ganz unterschreiben, denn so ähnlich hätte ich es auch formuliert.

      Zum Thema hinzufügen möchte ich folgendes:

      Wenn man sich heute mal anschaut, wie medienabhängig die Menschen mittlerweile sind und wie wenige das, was sie sehen, hinterfragen, geschweige denn darüber nachdenken oder darüber, was sie alles über sich preisgeben, ist das erschreckend. Dass, was in der Folge gezeigt wurde, erleben wir momentan hautnah mit. Bloß, dass es bei uns kein Außerirdischer ist, der die Fäden zieht, sondern wir Menschen selber. Jegliche Daten sind Informationen, Informationen sind Wissen und Wissen ist ja bekanntlich Macht. Aber genug philosophiert.

      Obwohl die meisten Menschen auf diesem Satelliten und dieser Erde ihr selbstständiges Denken scheinbar eingestellt hatten, gab es dennoch diese Widerstandsbewegung "Freiheit 15". Man erfuhr leider nur wenig über diese Truppe aber sie existierte. Immerhin versuchten wohl doch einige Menschen herauszufinden, was schief lief zu dieser Zeit und über diese Missstände aufzuklären. Allerdings schien es für den Jagrafess kein Problem zu sein diesen Widerstand zu zerstören oder zumindest seine Aktivitäten zu unterbinden, da er am längeren Hebel saß.

      Simon Pegg war, in meinen Augen, eine genialer Redakteur und für mich das Highlight der Folge. Diese Mischung aus leicht wahnsinnigem Informationshunger, Machtbesessenheit und Demütigkeit gegenüber seinem Boss, wobei die ja gegen Ende nicht mehr aktuell war und er lieber sein eigenes Leben retten wollte. Einfach brilliant dargestellt. Ich hätte ihn gern in einer weiteren Folge gesehen.

      Alles in allem war dies für mich eine spannende und unterhaltsame Folge.
    • hab die folge heute wieder mal gesehen (unsere jüngere darf jetzt new who schaun) , und es ist schon erstaunlich/beängstigend , dass wir 12 jahre später tatsächlich im zeitalter der fake-news leben .

      aber wo ist der doctor , wenn man ihn braucht ?
      --
      -- dubbing is evil --
      --

    • Die Lowlight-Folge des 9. Doktors.
      Keiner der Charaktere (außer dem Doktor & Rose) interessiert mich auch nur ansatzweise. Die beiden Frauen, Adam und der Redakteur sind alle nervig oder langweilig und der Jagrafess ist eine gute Idee, sieht aber aufgrund der 2005 CGI nicht wirklich gut aus. Ein paar gute Ideen sind drin aber richtig gut umgesetzt sind die nicht. Außerdem haben wir wieder 20. Jahrhundert-Menschen im Jahr 200.000. Einfach lächerlich. Dazu kommt dann noch das schwache Ende, in dem der Gegner durch die Kraft der Gedanken besiegt wird.

      3/10
      "We all have a universe of our own terrors to face"
      "Everyone's a monster sometimes"
      "Entropy demands that everything will not be all right, but sometimes we can rage against the dying of the light"
      -The Seventh Doctor