Das doofe deutsche Fernsehen

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    • DoctorDonna schrieb:

      Das "Große" zu suchen, wie du es nennst, ist ein rein deutsches Phänomen? Daraus bestehen doch gefühlte 99 % der US-Kimiserien. (*klugscheiß modus an* Übrigens gelten Kriminalgeschichten ohnehin als Untergattung der Epik und sind deshalb generell schon episch *klugscheiß modus aus* )
      Wie bereits angemerkt wurde, wird etwas schlechtes, nur weil es andere auch machen, nicht automatisch etwas gutes. Und selbst wenn es zur Erzählform der Epik gehört (dann gehört es aber bitte auch zur Literaturgattung Drama!), meine ich das hier im Bezug auf diesen riesigen Bah!-Effekt, und zwar nicht im Sinne "Der war der Täter, das glaube ich nicht!", sondern in dem Sinne: "Der Plan des Täters ist total an den Haaren herbeigezogen, macht eigentlich keinen Sinn, aber hauptsache wir haben emotionales Drama und vielleicht können wir auch noch mit ein paar Special Effects was machen.". An dieser Krankheit kranken inzwischen fast alle Krimiserien (kleines Beispiel aus Amerika: "NCIS" hatte bisher in der 9. Staffel nur so große Fälle, bis auf die letzte Folge, "Sins of the Father", und dann wird sich beschwert, dass wir es mit einem Klischee-Motiv zu tun hatte, Mord um eine Affäre zu verheimlichen.), dass macht es nicht besser.

      DoctorDonna schrieb:

      Den internationalen Erfolg von Mittermeier kennen wir auch nur aus seinen Erzählungen. Nur weil jemand im Ausland eine Show spielt, ist er noch lange noch nicht dort erfolgreich. Nicht, dass ich es ihm nicht gönnen würde, aber reden kann jeder.)
      Auf RTL lief vor kurzem eine Art Doku über seine Teilnahme an einem großen Comedy-Festival in Kanada, wo er von den internationalen Kollegen akzeptiert wurde und sogar zu einer Radio-Talk-Show eingeladen wurde. Und er wurde von einigen anderen Comedians gelobt, auch weil er Deutscher ist und damit eine neue Art von Humor zum Festival gebracht hat.
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    • @Donna: Das sich die meisten auf Diaries einschießen war wohl abzusehen :P Aber ich meinte nicht, dass es eine simple 1:1 Kopie, mein Hauptanliegen war wirklich einfach zu sagen, dass es eben eine durch und durch naive Sendung ist. Sie geht, wie Greys Anatomy einfach davon aus, dass weiblichen Ärzten alles egal ist, sie alles in Sekunden besser schaffen als MÄnner, ohne Anstrengung und das einzige, was die lieben Frauchen interessiert ist, wie das süße Oberärztchen ins Bettchen zu kriegen ist. Wie gesagt, sie ist viel zu naiv und rosa, um Tiefe überhaupt entwickeln zu können. Das meinte ich. Wenn es einam gefällt, ist ja in Ordnung, aber es ist eben nicht DIE Serie.

      Ich kann verstehen, wenn man Barth nicht mag. Mir geht er mittlerweile auch auf die Nerven, aber so what.

      Was du mit Rach meinst, stimmt schon. Nur das Problem ist eben, wenn es nicht so wäre, dass, ich sage mal, "unfähige" Arbeit geleistet würde, dann hätte der Betrieb keine Probleme. Wieso solltest du jemandem helfen, wenn alles ok ist? Wie soll das denn gehen?
      Bei manchen Betrieben hängts eben am Handwerk (hier: Kochen), bei manchen an der Führung, bei anderen an der Position (Dnönerladen neben Dönerladen). Aber irgendwo muss es ja einen Haken geben, wenn ein Geschäft keinen Erfolg hat. Sehr oft hatten die Restaurants auch schlicht falsch Preise kalkuliert. Und bei den Kochprofis finde ich das wesentlich störender, bzw. mittlerweile richtig Assihaft. Denn immer, wenn die was am Essen auszusetzen haben, kommt:

      a) wenn Koch sich nciht wehrt: Ja, willst du dir das jetzt einfach so gefallen lassen.
      b) wenn Koch sich wehrt: Also er ist absolut nicht kritikfähig.
      Da finde ich Rach, der erstmal einen Überblick will wesentlich strukturierter und realitätsnäher. Auch hier ist bestimmt massenhaft fernsehtauglich gemachtes dabei, aber was solls.Ein bisschen muss man da wohl immer nachgeben.

      Aber mein Hauptanliegen ist immer noch: Außer richtigem Blödsinn (auch "Realitiy" - TV) und Dokus gibt es nichts. Und ich weiß - weil ich genre lese, dass es massenhaft gute, deutsche Autoren gibt. Der Autor von Vollidiot oder Hummeldumm ist auch sehr gut. Und was hat Pocher aus dem guten Buch gemacht? Eine 0815 Komödie. Daran krankt für mich das deutshe Fernsehen. Es wird einfach nichts gutes gemacht. Und wenn, dann wird es in ein 0815 Gewand gesteckt. Ich erinnere mich noch mit Schaudern an den Templerzweiteiler von vor ein paar Jahren. Das hatte Potential, wäre man mit eigenen Ideen und nicht so verblödet rangegegangen. Einige Dialoge waren so unglaublich schlecht. Und dann immer diese Näseln. Warum muss jeder deutsche Schauspieler immer so näseln, wenn er leise spricht? Das ist furchtbar. Und diese Matrixöchtegern Gelfrisuren. Ah, ich könnte stunden über den Stil schimpfen. Einfach schlecht, weil er aus drei Filmen (the Crow, Matrix, Gods Army) zusammengeschuster wurde, anstatt sich GEdanken zu machen, wie ein Film funktionieren kann, wird einfach billig kopiert.

      Inglorious Basterds hat auch deutsche Sets und deutsche Schauspieler und ist einfach nur gut. Zumindest gut gespielt - wems nicht gefällt, na gut. DIe Talente sind da, also muss es an den Finanzierern liegen, die jegliche Kreativität unterbinden wollen, um Marktanteile kalkulieren zu können. Sonst gäbe es auch mal Serien abseits Bayerns und der Lindenstraße.
    • Ich hatte gerade einen schönen, ausführlichen Kommentar dazu, und bin ich Toastbrot aus Versehen auf die "Zurück"-Taste gekommen. Alles weg und jetzt habe ich keine Lust mehr, alles noch mal zu schreiben. Deshalb nur noch kurz:
      Auf RTL lief vor kurzem eine Art Doku über seine Teilnahme an einem großen Comedy-Festival in Kanada, wo er von den internationalen Kollegen akzeptiert wurde und sogar zu einer Radio-Talk-Show eingeladen wurde. Und er wurde von einigen anderen Comedians gelobt, auch weil er Deutscher ist und damit eine neue Art von Humor zum Festival gebracht hat.
      Und was meinst du, wer das produziert hat? ;)


      Wie bereits angemerkt wurde, wird etwas schlechtes, nur weil es andere auch machen, nicht automatisch etwas gutes. Und selbst wenn es zur Erzählform der Epik gehört (dann gehört es aber bitte auch zur Literaturgattung Drama!), meine ich das hier im Bezug auf diesen riesigen Bah!-Effekt, und zwar nicht im Sinne "Der war der Täter, das glaube ich nicht!", sondern in dem Sinne: "Der Plan des Täters ist total an den Haaren herbeigezogen, macht eigentlich keinen Sinn, aber hauptsache wir haben emotionales Drama und vielleicht können wir auch noch mit ein paar Special Effects was machen.". An dieser Krankheit kranken inzwischen fast alle Krimiserien
      Dann hast du dich falsch ausgedrückt oder ich hatte es falsch interpretiert. Es las sich so, als ob du dieses nur auf deutsche Produktionen gesehen hättest, was es eindeutig nicht ist!

      Was du mit Rach meinst, stimmt schon. Nur das Problem ist eben, wenn es nicht so wäre, dass, ich sage mal, "unfähige" Arbeit geleistet würde, dann hätte der Betrieb keine Probleme. Wieso solltest du jemandem helfen, wenn alles ok ist? Wie soll das denn gehen?
      Warum werden denn nur die Restaurants beleuchtet, wenn es in D zahlreiche Geschäftsmodelle gibt, die mehr oder weniger erfolgreich laufen? Weil die Gastronomie keine berufliche Qualifikation verlangt. Jemanden mit vollkommener betriebswirtschaftlicher Naivität und fehlendem Fachwissen anzutreffen, ist hier ungleich höher als in anderen Bereichen. (Hier ist die Politik der Job Center und Arbeitsagenturen auch ein Problem, die jahrelang wirklich Ahnungslose in die Selbstständigkeit gedrängt haben, damit sie aus der Statistik rausfallen. Aber das ist eine andere Baustelle.) Ergo: es lässt sich ein schöneres Unterhaltungsprogramm für Eyeworks basteln. Dabei geht es niemanden darum, den Betrieben zu helfen (vielleicht dem Rach selbst, das will ich gar nicht abstreiten), sondern den RTL-Zuschauer zu unterhalten. Ich kann mir kaum vorstellen, dass in einem Betrieb von mehr als fünf Leuten, alle mit Leib und Seele unbedingt ihr Gesicht im Fernsehen zeigen wollen. Da wird eine Menge Druck dahinter stehen und wenn du mal drauf achtest, sobald jemand vom Personal sich kritisch über die Anwesenheit einer Kamera (nicht von Rach selbst!) äußert, dann wird diese Person mit diversen gut getimeten Schuss/Gegenschuss-Einstellungen als Querulant dargestellt. Wie jemand, der darüber hinaus vielleicht seinen Job ganz ordentlich beherrscht aber zwischenmenschlich in dem Betrieb kein Bein an die Erde bekommt, in der Show als vollkommen einseitig präsentiert wird, dann im Anschluss an die Sendung noch irgendwo einen Job bekommen soll, ist mir schleierhaft.


      Aber mein Hauptanliegen ist immer noch: Außer richtigem Blödsinn (auch "Reality" - TV) und Dokus gibt es nichts. Und ich weiß - weil ich gerne lese, dass es massenhaft gute, deutsche Autoren gibt. Der Autor von Vollidiot oder Hummeldumm ist auch sehr gut.
      Naja, 1. ich finde nach wie vor, dass es auch abseits von Scripted Reality vernünftige Sachen gibt, wenn auch nicht den Sat1 Filmfilm der Woche. 2. Schon wieder das Thema Geschmack: ich fand "Hummeldumm" eher "hummellangweilig" :whistling: aber du hast natürlich recht. Es gibt sehr viele, wirklich sehr gute und talentierte Autoren in Deutschland, die leider, leider viel zu wenig gefördert werden. In der Literatur ist es so, dass derzeit kaum gute Nachwuchsautoren einen Top-Verlag zu finden, weil gerade im Trivialbereich momentan kaum etwas nachgefragt wird, was nicht aus den USA oder Skandinavien kommt. Zum Fernsehen: Vor zehn Jahren haben die großen Produzenten angefangen, sich ihren Autorennachwuchs selbst zu züchten, wie es heute aussieht, weiß ich nicht.

      In Deutschland gibt es viele kreative Köpfe! Aber es arbeitet sich natürlich auch immer nur so kreativ, wie das Budget groß ist. Was nützen dir die besten Ideen, wenn sich niemand findet, der den Mut hat das finanzielle Risiko zu tragen?


      Gut, so kurz war es dann doch nicht ;)
    • Warum werden denn nur die Restaurants beleuchtet, wenn es in D zahlreiche Geschäftsmodelle gibt, die mehr oder weniger erfolgreich laufen? Weil die Gastronomie keine berufliche Qualifikation verlangt.


      Also da muss ich dir entschieden widersprechen,. Denn die Restaurantsendungen kamen in folge der neuen Kochsendungenverliebtheit (Jamie Oliver etc), das eine hat mit dem anderen rein gar nichts zutun. Und dann hast du wohl noch nie eine Profiküche hinter den Kulissen gesehn. Von wegen keine QUalifikation. Das ist harte Arbeit, die man erst einmal gelernt haben muss!!! !Professionelle! Gastronomie ist nichts, dass man mal eben so aufzieht. Und ja, daran kranken die meisten der besuchten Restaurants, weil die Leute genau das glauben und dann merken, dass sie nicht die Fähigkeiten und das Wissen dazu haben, da nie gelernt. Deshalb hapert es auch in den meisten Fällen an den gleichen Sachen. Lustloses Personal = fehlende Leitung, Verblendete Köche = Mangelnde Erfahrung/kein gelernter Koch etc etc. Gastronomie ist kein Spielzeug.
      Und ich denke, es ist natürlich, dass die Sender hohoe Quoten wollen und nicht den Betrieben helfen. Das liegt in der Natur der Sache. Und wieviel gestellt ist, kann ich da auch nicht sagen. Aber letztendlich würde ich schon sagen, dass es Rach dabei wichtig ist. Und letztendlich ist er der, der die Ahnung hat und damit Fachwissen in einen gebeutelten Betrieb brint. Aber umsonst ist nichts in der Welt. Und gegen das Kameradasein will ich nichts sagen, da ich es genauso sehe. Es geht halt letztenendes darum, was man aus so einer SErie mitnehmen möchte. Restauranttipps, Kochtipps, Geschäftsführung, oder Leute "die voll blöd sind, ey". Das meinte ich eben mit, nur noch so Leute sehen zu. Man braucht Assis, damit sich die Leute besser fühlen und das halte ich für falsch und zerstört sämtliche Ideen für gute Serien. Genau wie zb. bei Daily Soaps alles dramatisch sein muss. EIn Problem, das keines ist, wird aufgebauscht und schon sitzen da welche schluchzend vorm Bildschirm.

      Über den Rest kann ich da nicht soviel sagen, aber das sagen viele Profiköche. Ua. der von mir geschätzte Anthony Bourdain und die, mit denen ich mal gesprochen habe, als ich als Aushilfe gearbeitet habe. Denn Leute bewirten kann eigentlich jeder. Nur muss man das auch lernen.

      Aber kannst du mir mal erklären, was du mit dem Auszug weiter oben gemeint hast, ich vesteh das nämlich nicht. Meinst du damit Barth?

      Naja, mir hats auch nicht gefallen, aber ich würde nicht sagen, dass es langweilig ist. Das ist nunmal der erste dt. Autor, der eingefallen ist und nichts über die Mauer geschrieben hat in letzter Zeit ;) Und das mit dem finanziellen meinte ich ja. Da wird lieber die dritte Datingshow aufgezogen. Genau da sehe ich ja das Problem. Die Senderchefs sind schlicht Feiglinge. Die kaufen lieber ein, als selbst was zu leisten. Dexter, Coupling, von mir aus auch Sex and the City, waren Risikoinvestitionen, aber die Sender haben sich eine goldene Nase damit verdient. Die deutschen sind da immer nur am Bezahlen, um mal was gutes zu haben. Keiner kann mir erzählen, dass eine Folge Coupling mehr gekostet hat als eine Folge GZSZ. Von den Effekten, Szenerie. Aber nein, da muss man ja mal vielleicht etwas neu drehen. Bei Sketchshows auch und die sind dazu noch unlustig.

      Ich mag Dokus etc. ja echt gerne. Ab und an. Aber hauptsächlich will ich eine Geschichte erzählt bekommen. Und das gibt mir noch kaum eine Serie. Es ist immer nur Drama, Drama, Drama und dann ne Sexszene.
    • Utopia, nur ganz kurz, weil ich weg muss:

      Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt, ich meinte nicht, dass es keine Ausbildungen in der Gastronomie gibt. Die gibt es sicherlich und zwar richtig Harte noch dazu. ABER: jeder Depp, der mal ein Ei in die Pfanne geschlagen hat, kann ein Restaurant eröffnen. Aber kein ausgebildeter Koch eine Anwaltskanzlei. Das meinte ich mit "fehlender Qualifikation für die Gründung"!
    • Ah, okay. Dann habe ich dich missverstanden. Nur muss man das, denke ich, differenzieren. Jeder Depp kann ja auch einen Buchladen oder Elektronikgeschäft aufmachen. Auch ohne Ausbildung. Sachen wie Anwälte oder Architekten sind da andere Kaliber. Denn hier können Menschen ernsthaft durch mangelnde Ausbildung zu schaden kommen. EIn nicht ausgebildeter Koch macht höchstens mal schlechtes Essen. Im Normalfalls. In Extremfällen gibt es sicher welche, die Kugelfische anbieten und dadurch sterben Leute, aber das ist wohl was anderes ;)
    • Utopia schrieb:

      Und wie es Pro7 schaffen konnte, den Humor aus IT Crowd voll zu entfernen, das ist mir schleierhaft.



      jetzt tust du Pro7 aber unrecht. diese leistung darf sich Sat1 anhaften...




      Ich schreibe lediglich meine meinung. diese ist nicht allgemeingültig!

      wenn man sich beim Versilbern des eigenen Arsches aus Doofheit selbst die Rosette zulötet,
      ist es ja doch ganz lustig!
    • Ich weiß, die meisten werden es wohl eh schon wissen, aber Reich Ranicki, der Mann, wegen dessen Worten es diesen Thread gibt, ist gestern gestorben. Sehr schade, hatte er damals doch einiges wahres gesagt, auf dessen Umsetzung wir heute noch warten.
      Ironischer Weise ist er an dem Tag gestorben, an dem Berlin Tag & Nacht für den Fernsehpreis nominiert wurde, den er wegen der Vielzahl dummer Sendungen ablehnte. Wer kanns ihm schon verübeln.

      sueddeutsche.de/kultur/marcel-…as-lesen-lehrte-1.1379918

      dwdl.de/nachrichten/42638/fern…lin__tag__nacht_bis_umuv/