6x00 - Fest der Liebe (A Christmas Carol)

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    • Nachdem die letzten Episoden größtenteils auf der Erde spielten, ging die Reise in diesem Special endlich mal wieder auf einen fremden Planeten. Juppie! Aus dem All machte dieser mit seinen wild wirbelnden, elektrifizierten, weißen Wolkenbänken voller Eiskristalle einen geheimnisvollen Eindruck. Und auch die Tasache, dass diese Welt von zwei verschiedenen Spezies bewohnt wurde, nämlich den Menschen auf der Oberfläche und den fliegenden Himmelsfischen in der Atmosphäre, fand ich ziemlich interessant. Die Himmelsfischen waren wunderbar animiert und hatten etwas magisches an sich. Selbst dieser große, furchteinflößende Hai war ganz nett anzusehen. Ebenfalls wunderschön fand ich diese viktorianisch anmutende Stadt bei Nacht mit ihren vielen, kleinen, hellen, warmen Lichtern. Dazu die liebevoll gestalteten Settings, die passende Musik, etwas Kitsch und die weihnachtliche Stimmung kam selbst im Herbst auf. Das es am Ende dann auch noch schneite, rundete die gemütliche Atmosphäre ab.

      Die Szenerien mit dem abstürzenden Kreuzfahrtraumschiff, auf dem Amy und Rory ihre Flitterwochen ohne den Doctor verbrachten, erinnerte mich durch sein Brückendesign, sowie einigen Crewmitgliedern und der Tatsache, dass sie in Gefahr waren, sehr an die neuen Star Trek Filme. Ich dachte sofort: Gleich kommt Kirk auf die Brücke und rettet sie alle :lach: Doch es war bloß Amy, die den Doctor dann um Hilfe rief. Irgendwie störten mich diese Raumschiffszenen zwischendurch ein wenig, denn sie unterbrachen diese gemütliche Stimmung. Auch Amys kurzen Auftritt als Geist der jetzigen Weihnacht, passte mir nicht so zu dem Rest. Jedenfalls konnten sie auf dem Schiff nicht wirklich etwas gegen den Absturz tun und sie alle hofften auf den Doctor.

      Der Doctor löste das Problem natürlich, wenn auch auf recht unkonventionelle Art. Sein guter Freund Charles Dickens kam ihm nämlich in den Sinn und ganz speziell dessen "Eine Weihnachtsgeschichte". Mithilfe seiner TARDIS und den nötigen Zeitreisen versuchte er den alten, herzlosen Kazran Sardick etwas freundlicher zu machen. Dafür reiste er in dessen Vergangenheit und begegnete ihm als kleiner Junge. Gemeinsam erlebten die beiden und Kazrans Freundin Abigail viele tolle Abenteuer und der Doctor hoffte, dass dem alten Griesgram diese positiven Erfahrungen in Zukunft netter machen würden. Das Besondere und gleichzeitig merkwürdige war, dass er dem Jetzt-Sardick gestattete diese Verhaltensmanipulation zeitweise mitanzusehen. Sardick erlebte praktisch einige Tage seiner veränderten Vergangenheit live und in Farbe und erhielt sofort die dazugehörigen neuen Erinnerungen. Ziemlich verwirrend, verängstigend und komisch. Michael Gambon stellte diesen Charakter hervorragend da. Anfangs war mir der Kerl echt unsympathisch. Tolle schauspielerische Leistung. Auch die Darstellung von Kazrans Vater nahm ich ihm ab.

      Der Doctor erinnerte mich in dieser Folge stellenweise an den neuen Sherlock, denn er redete und deduzierte genauso schnell, wie der Detektiv. Generell kam es mir so vor, als würde er sich hier und da um Kopf und Kragen reden. Aber er harmonierte sehr gut mit dem Jungen Kazran. Der Doctor hatte definitiv ein Händchen für die Zusammenarbeit mit Kindern.
      Den Kniff, als er den Geist der Zukunft mimte und anstatt dem alten Kazran seine Zukunft zu zeigen, er dem jungen zeigte, wie er geworden war, war sehr genial. Damit hatte ich nicht gerechnet. Da hatte Moffat die Zeitreisenklamotte wunderbar eingesetzt.

      Blöd nur, dass der Doctor Kazran durch sein Eingreifen so stark veränderte, dass die extra auf ihn abgestimmte Maschine zur Himmelsbändigung nicht mehr auf ihn reagierte. Das führte dazu, dass der Doctor von dem Alten ein sehr großes Opfer einforderte. Allerdings war dieser nun bereit dieses Opfer zu bringen, um die 4003 Menschen auf dem abstürzenden Raumschiff zu retten. Und zwar ging es darum, dass Kazran seine große Liebe Abigail auftauen musste, damit sie durch ihren bezaubernden Gesang den Himmel bändigen und das Schiff sicher landen konnte. Das Tragische an dieser Sache: Abigail war unheilbar krank und hatte bloß noch einen Tag zu leben. Ihr Tod wurde am Ende zwar nicht gezeigt, doch man wusste, dass er eintreten würde.
      By the way: Was hatte diese Kathrine Jenkins nur für eine wunderbare Stimme?! Ich mochte sie sehr. Und auch das Lied gefiel mir richtig gut.

      Alles in allem war dieses Weihnachtsspecial von den bisherigen wohl das erste, welches diese Bezeichnung zurecht tragen konnte. Alleine die Mühe Charles Dickens "Eine Weihnachtsgeschichte" mit Doctor Who zu verknüpfen und dadurch eine neue Idee zu schaffen, brachte dieses Special viel näher an Weihnachten heran, als die anderen es je waren. Von der tollen Atmosphäre usw. ganz zu schweigen. Obwohl dieses Abenteuer stellenweise sehr konstruiert wirkte, fand ich es unterhaltsam und schön. Es steckte alles drinnen, was ich mir von einem guten Weihnachtsfilm erhoffe. Aufgrund der kleinen Kritikpunkte reicht es in der Bewertung jedoch nur für ein "gut".
      Den Vorschautrailer auf die anschließende Staffel habe ich mir gar nicht angesehen. Da lasse ich mich überraschen.