4x00 - Reise der Verdammten (Voyage of the Damned)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Das ist seichte, leichte, lächerliche Unterhaltung gewesen. Im Grunde ein treuer Vertreter der Christmas Special New Who Sitte. Als ernst zu nehmende Folge geht sie nicht für mich durch, aber es war recht lustig, diesen sympathischen (Witz)Figuren in ihrem Herz- und hirnzerreißenden Überlebenskampf zuzusehen.
    • Als der Bug des Schiffes in die TARDIS krachte und der Name auf dem Rettungsring auftauchte, dachte ich im ersten Moment: "Cool, die Titanic kehrt als Raumschiff zurück! Super!" Und mein nächster Gedanke war dann: "Oh wie unüberlegt von den Erbauern einem Raumkreuzer diesen Namen zu geben. Kannten die denn nicht die Geschichte des Dampfers? Oder wussten sie sehr wohl Bescheid und wählten den Namen mit Absicht, weil sich die Geschichte wiederholen sollte/ würde?" Tja, so war es im Endeffekt dann auch, zumindest teilweise. Also geplant auf jeden Fall. Aber dank des Doctors und seiner Helfer wurde der Plan von diesem verrückten und rachsüchtigen Capricorn-Cyborg-Typen vereitelt. Was für ein komischer Kautz dieser Charakter. Hätte ich nicht gebraucht. Aber mal von vorne.

      Die TARDIS konnte also durch Knopfdruck mal eben so einfach ihre Außenhülle rekonstruieren? Echt jetzt? Das sollte doch nicht ernst gemeint sein oder? Diese schicke blaue Box mag ja etwas Besonderes sein aber das fand ich sehr übertrieben.
      Was mir jedoch sehr gut gefiel war die Inneneinrichtung der Titanic. Eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit obwohl die Handlung in der Gegenwart spielte. Oh in dieser Umgebung würde ich mich wohlfühlen. Und für eine Weihnachtsreise war sie wie geschaffen. Sogar der anschließende Blick auf die Komplettansicht der Titanic im All, sagte mir zu. Da haben sich die Erbauer sichtlich Mühe gegeben, damit sie dem Original ähnlich blieb.

      Von dem neuen Themesong wurde ich dann ein klein wenig überrumpelt. Was hatte der gute Murray sich denn dabei gedacht? Das klang sehr bombastisch und überladen. Ich hoffe, dass dieses Arrangement bloß eine Ausnahme für das Weihnachtsspecial war.

      Fähnrich Frame kam mir bekannt vor, also der Darsteller. Der spielte doch vorher schon mal bei Doctor Who mit. Leider kann ich mich nicht erinnern in welcher Folge. Dass der Arme auf seiner ersten richtigen Reise direkt solch ein Abenteuer bestehen musste, dürfte ihn geprägt haben. Obwohl er sehr auf Regeln achtete, war er mir von Anfang an sympathisch. Frame war tapfer, mutig und aufmerksam. Er gab trotz Verletzung sein Bestes und half dem Doctor dabei die Titanic vor dem Untergang zu retten. Am Ende sorgte er dafür, dass alles weitere von wegen Abtransport usw. geklärt wurde. Lustigerweise lautete sein Vorname Alonso und der Doctor konnte endlich sein lang ersehntes "Allons-y Alonso!" von sich geben.

      Wie immer erkannte der Doctor recht schnell, dass auf dieser munteren Kreuzfahrt, wo komischerweise kaum nicht menschlich aussehende Wesen mitreisten, irgendetwas im argen war. Womöglich sollte er den Smoking aus seiner Gaderobe verbannen. Obwohl nee, der stand ihm mal wieder sehr hervorragend. Jedenfalls übernahm er wie gewohnt das Kommando, scharrte ein kleines Grüppchen verschiedenster Charaktere um sich und deckte das Geheimnis hinter dem Unglück auf. Das war ansich auch schon die ganze Handlung. Ziemlich einfach gestrickt. In der ein oder anderen Situation kam es mir so vor, als würde ich einen Actionfilm gucken. Speziell die Szene mit dem Doctor vor diesen Feuerbrünsten hätten sie sich schenken können. Erinnerte mich irgendwie an James Bond. Und diese Aufsteige-Flug-Nummer mit den Supermann-Engeln war auch irgendwie, na ja, doof. Zumal der Doctor in diesen ganzen Momenten gar nicht der eigentliche Held war, sondern die Nebencharaktere. Außerdem fand ich es komisch, dass er direkt auf Astrid ansprang und sie mitnehmen wollte. Ob sie ihn an Rose erinnerte? Blond, klein, aussichtslose und langweilige Zukunft usw. Obwohl ich nichts gegen Küsse haben aber diesmal kam es mir irgendwie unpassend und aufgezwungen vor.

      Ich wusste gar nicht, dass Kylie Minogue auch schauspielerte, sondern kannte sie bisher nur als Sängerin. Sie verkörperte die Astrid Peth und hat sich bestimmt gefreut, dass sie Tennant küssen durfte ^^ Irgendwie war sie ja ganz niedlich in ihrem Kellnerkostümchen, mit ihrer Begeisterung für die Erde und ihre Aufopferungssache aber ich war froh, dass sie nicht die neue Companion des Doctors wurde. Dass sie starb, hätte aber auch nicht sein müssen und schon gar nicht auf diese Art und Weise. Am Ende das mit dem Sternenstaub war mir auch etwas zu phantastisch.

      Foon und Morvin kamen mir irgendwie überflüssig für die Handlung vor und wirkten ein wenig konstruiert. Dass sie starben wunderte mich nicht im geringsten. Dass der Bannakaffalatta sein Leben aufgab aber schon. Diesen kleinen, drolligen, roten Cyborg hatte ich sofort liebgewonnen. Er brachte in vielerlei Hinsicht Farbe ins Spiel und bewies großen Mut, sowie ein großes Herz, als er sich opferte, um die anderen vor den Engeln zu retten.

      Dieser Himmlische Chor erinnerte mich an in Kleider gewickelte, antike Statuen. Ich hatte schon befürchtet, dass in diesem Weihnachtsspecial erneut diese todbringenden Weihnachtsbäume und die als Weihnachtsmänner verkleideten Außerirdischen auftauchen würden. Da waren diese verrückten Engel eine willkommende Abwechslung.

      Immerhin gab es am Ende noch zwei weitere Überlebende aus dem Trüppchen des Doctors. Zum einen diesen schnöseligen, egoistischen, profitgierigen, gemeinen Geschäftsmann Rickston Slade und den vermeintlichen Historiker Mr. Copper. Ersterer bedankte sich bei der Verabschiedung wenigstens beim Doctor für alles, was an seiner unsympathischen Art aber auch nichts mehr änderte.
      Mr. Copper durfte auf die Erde und sich dort ein neues Leben aufbauen. Schade, dass der Doctor ihn nicht in der TARDIS mitreisen ließ. Das hätte interessant werden können. Vielleicht hört man in Zukunft ja nochmal was von ihm. Ich konnte ihn und sein vermeintliches Wissen über die Menscheit gut leiden. War sehr amüsant.

      Ansonsten mochte ich noch die zahlreichen Anspielungen auf die vergangenen Weihnachtsspecials, z.B. diese Sache mit dem Schnee, der kein Schnee war und das viele Städter London über die Feiertage verließen. Nur der mega sympathische Zeitungsverkäufer und die Queen hielten scheinbar die Stellung. Zweiteres war doch typisch britischer Humor. Nicht jedermans Sache.

      Alles in allem fand ich dieses Weihnachtsspecial recht unterhaltsam. Die Story war simpel aber dennoch ganz "gut". Die Folge kam mir farbintensiver und stellenweise effektüberladen vor. Verdammt, einmal drauf aufmerksam gemacht und zack achtet man auf sowas, verhext :lach:
      Ach ja, die Musik gefiel mir bis auf den Vorspannteil auch sehr gut, besonders die Weihnachtslieder und das obwohl zur Zeit Hochsommer angesagt ist.
    • Mooncat schrieb:

      ich wusste gar nicht, dass Kylie Minogue auch schauspielerte, sondern kannte sie bisher nur als Sängerin.
      Macht sie schon sehr lange, sie war in der australischen Soap Neigbours Charlene and der Seite von Jason Donovan.
      Natürlich darf man ihren Kultfilm Streetfighter an der Seite von Adrian Cronauer (Good Morning Vietnam, das Original nicht Mork vom Ork), Raúl Juliá (Gomez aus der Adams Family) und natürlich Jean Claude van Damme nicht vergessen.
    • Voyage of the Damned versagt zwar nicht komplett wie "The Runaway Bride", ist aber trotzdem eine ziemliche Katastrophe.

      Die Folge versucht ein Katastrophenfilm zu sein, scheitert aber komplett daran, was wohl zum einen an den Killer-Engeln, die mit Heiligenscheinen schießen und zum anderen an dem peinlichen Endgegner liegt. Naja, immerhin gab es diesmal keine Santa-Killer mehr!

      Grundsätzlich mag ich ja das Setting der Space-Titanic und da hätte man auch echt was draus machen können, wenn RTD nicht irgendwann so gegen Minute 30 anscheinend komplett durchgedreht wäre. Ich mag Mr Copper, Wilf, Astrid und sogar Banakafalatta ganz gerne. Was ich aber nicht mag ist Banakfalatta's gezwungener Opferungs Deus Ex Machina Tod, die übertrieben kitschige Romanze zwischen dem Doktor und Kylie (Sie küssen sich 3 Mal) und auch der Doktor hat mich gegen Ende nur noch gestört. Er wird einfach viel zu sehr als strahlender Held, für den sich alle opfern (3 Charaktere insgesamt, in einer Folge) dargestellt.

      Als der Doktor den Sonic Screwdriver dann ungefähr in die Richtung einer Champagner-Flasche richtet, einen Knopf drückt und der Korken laut rausknallt, verkommt der Sonic wohl endgültig zum Zauberstab. Aber das passt eigentlich sehr gut zu der Folge: RTD hat sich hier echt mit seinen Deus Ex Machina selber übertroffen. Die Folge bietet keine normalen Lösungen von Problemen, sondern beseitigt alles entweder mit einer unmotivierten Opferung von Nebencharakteren, die dann noch voll emotional sein soll oder der Doktor selber wird zum Deus Ex Machina, indem die Titanic einfach nicht abstürzt, wenn er sie steuert.

      Der Plot ist sowieso für die Tonne: Max Capricorn will das Schiff (indem er Meteoriten durch eine magnetisierte Hülle anzieht) crashen, versteckt sich deshalb selber auf dem Schiff (Was zur Hölle?) und lässt dann noch Roboter-Engel alle töten, die sowieso durch den Aufprall sterben würden. Und warum war Max Capricorn jetzt nochmal ein Cyborg? Richtig, nur damit der Endgegner irgendwie cool aussieht. Nichts in der Geschichte hat auch nur irgendwie einen Zusammenhang oder Sinn. Und Max Capricorn selber als Comedy-Villain fand ich auch ziemlich peinlich.

      Aber dann bricht die Folge eigentlich komplett in sich zusammen:
      Astrid bringt in einer fremdschamerregenden Slow-Motion Max Capricorn um und obwohl sie Zeit genug hätte sich selber zu retten, stürzt sie selber dann auch noch in die Tiefe um sich zu opfern. Daraufhin läuft der Doktor in Slow-Motion durch die Trümmer und lässt sich von 2 Engeln, die eine Superman-Pose machen, hochtragen, während laut Chor-Musik spielt. Spätestens hier hätte doch irgendjemand RTD mal sagen müssen, dass das echt keine gute Idee ist. Dann wirft der Doktor noch mit ein paar Catchphrases um sich, geht einmal ans Steuer und rettet so einfach den Tag. Für den Crash gibt es also auch keine richtige Lösung, der Doktor wird einfach selber zum Deus Ex Machina.

      Ich dachte eigentlich in dem Moment, als die Queen ihm "Thank you Doctor" hinterherruft, wäre der Tiefpunkt der Folge erreicht, aber danach kommt ja erst noch die kitschigste Szene der ganzen Folge, als Astrid zu Sternenstaub wird und dann unendlich im Universum als Partikel herumfliegt. Der Doktor kommentiert das mit "You're not falling, Astrid. You're flying" <X . Auch, dass die eigentlich ganz gut aufgebaute Beziehung zwischen dem Doktor und Astrid einfach so konstruiert weggeschmissen wird, hätte man sich sparen können.

      Die Endszene zwischen Mr Copper und dem Doktor finde ich dann aber wieder ganz nett. Verstehe nicht, warum der Doktor ihn nicht als Companion mitgenommen hat, dafür dann aber (in der nächsten Folge) Donna mitnimmt.

      2/10
      "We all have a universe of our own terrors to face"
      "Everyone's a monster sometimes"
      "Entropy demands that everything will not be all right, but sometimes we can rage against the dying of the light"
      -The Seventh Doctor