8x02 - Mission Dalek (Into the Dalek)

    • Interessant zu sehen, wohin sich dieser Doctor entwickelt. Menschen sind für ihn... ja, was eigentlich? In der letzten Folge war die Menschen und ihre Welt so "groß" für ihn, diesmal machte es eher den Eindruck, Menschen sind für den Doctor wie Eintagsfliegen für einen Mammutbaum. Er merkt sich ihre Namen nicht, kann sie kaum voneinader unterscheiden, äußerliche Merkmale sind in seiner Wahrnehmung eher wage und was ihre individuelle Wichtigkeit angeht: er lässt sie über die Klinge springen, wenn es sein muss. Die Sache mit Ross war schon wirklich kaltschnäuzig, ziemlich skrupellos, dieser neue Doctor!
      Wie gesagt, ich bin interessiert, wie er sich entwickelt.
      Eines ist sicher, von den bisherigen Doctoren ist er bislang der am wenigsten "menschliche".
    • Ich bin gespannt, ob sich das noch weit genug abschwächt (ganz am Anfang war er ja nicht mal in der Lage, Clara und Strax zu unterscheiden, weil sie ungefähr die gleiche Höhe hatten!), dass er irgendwann "normal-menschliche" soziale Konventionen beherrscht. Ich hoffe nicht! ;)
      ...und würde es sowieso bezweifeln. In NewWho geht eindeutig ein Trend in die Richtung. 9thdoc ging noch ohne weiteres als relativ normaler Mensch durch, 10thdoc war schon deutlich exzentrischer, 11thdoc hatte schon deutlich stärkere Schwierigkeiten mit normalem menschlichen Verhalten und 2_1Doc toppt sie bislang noch alle.

      (Eigentlich war Wardoc noch irgendwie der "normalste" gewesen.... :10: )

      Aber schön, dass die Tendenz beibehalten wird, dass er sich Leute (die er noch nicht lange kennt (oder richtig wiedererkennt) oder die er für nicht wichtig genug hält) nicht merken will/kann. Seine wirre Vorstellung der Soldaten für Clara hat mich sehr an seine Identifizierungen der Paternoster Gang und Clara erinnert.
    • Ich frage mich auch, was er mit exzentrisch meint. Vielleicht versteht er darunter ja was anderes als ich, aber ich sehe einen Hipster, der die ganze Zeit so herumrennt als hätte er zu viel Kaffee getrunken als alles mögliche an, nur nicht als exzentrisch.
      4thdoc 11thdoc 1stdoc 2nddoc 8thdoc 9thdoc 6thdoc 2_1Doc 7thdoc 3rddoc 5thdoc Wardoc 10thdoc
    • Och beim fünften Doctor sehe ich das aber nicht als Schwäche. Das Problem ist dass er zu wenig Stärken hat, darum ist er Tennant in der Liste trotzdem so nahe.
      Doctor Who doesn't just travel in time, he travels in genre
      -Toby Hadoke, Timelash 2017

      Seil ist Geil
      -Cutec, Timelash 2017
    • mal zur Folge wieder, hab sie grad nochmal gesehen und paar Punkte sind mir aufgefallen:

      - gibt es eigentlich eine Vermutung, in welcher Zeit der Angriff der Daleks spielt? Die Menschen dort scheinen hoch entwickelt zu sein, werden als "Rebellen" bezeichnet, sind demnach wohl eine größere Gruppierung. Aber haben Menschen bislang denn nicht de facto automatisch kapituliert bei Daleks?


      - Warum findet ein Raumschiff voller Daleks, hoch intelligente Rechenbiester, nicht so ein Krankenhausschiff auf Anhieb in einem Astroidengürtel?


      - War für den Doctor eigentlich der Dalek nur deswegen gut, weil er andere Daleks zerstören wollte?

      Die Frage ist zwar das Hauptthema der Folge, aber man kann hier gut nachvollziehen, warum der Doctor so falsch liegt mit seiner moralischen Bewertung. Der Doctor fand den Dalek gut, weil dieser andere Daleks vernichten wollte. Aber ist das wirklich eine Einstellung, bei der man sagen kann, dass sei nun ein "guter Dalek"? Von einem guten Dalek würde ich mir Frieden und Einsicht wünschen, nicht Gewalt nur gegen "den Richtigen". Das ist das Problem des Doctors. Er bewertet den Dalek nachdem, was er erreichen will, ohne aber zu hinterfragen, wie er das machen will. Der Dalek hätte ja auch wie Clara damals mit einem "unblutigen" Computervirus die Daleks umprogrammieren können, aber offenbar gingen rusty Dalek und Doctor von einer gewaltigen Vernichtung der Daleks aus.

      Hätte der Doctor den Dalek nicht nur als Vernichtungswerkzeug gesehen, hätte er wohl das Attribut "gut" verdient, aber da der Doctor innerlich den Drang zur Vernichtung der Daleks hat, ist er wie bereits in Dalek bemerkt wohl wirklich ähnlich geistig strukturiert wie ein Dalek, wenn er sich ein Ziel gesetzt hat und das Ergebnis als "gut" bewertet und dann nicht mehr auf die Mittel achtet, die er dafür einsetzt. Deswegen finde ich die Bewertung von Clara am Ende auch so problematisch: Wer Gutes tun will, aber zu schlechten Mitteln greift, wird deswegen nicht gut. Mit guten Intentionen kann man ganze Kriege und Weltkriege führen, ohne dass das am Ende als "gut" noch bewertet werden kann.


      - Bei der Antikörper-Szene finde ich es besonders verstörend, dass der Doctor zum Todgeweihten "Trust me" mit so einem irren Lächeln sagt


      - Der Erinnerung an die Rutschfahrt des Doctors mit Amy in Beast Below ist ganz gut geglückt ;) Filmisch find ich sie besser als damals, aber irgendwie fehlt mir da der Ekelfaktor, den man so schön bei Amy sehen konnte.


      - Wurde früher eigentlich schon mal in Classic und NewWho thematisiert, dass Daleks Nahrung in Form von Proteinen brauchen? Töten dann Daleks auch zum Selbsterhalt?


      - Ich hatte mir zwischendurch überlegt, wie der 11. Doctor in der Folge wohl ausgesehen hätte. Gerade der Moment, wo Rusty repariert wird und der Doctor seine ewige Vermutung, dass Daleks immer nur böse sein können, bestätigt samt Watsche von Clara bekommt, hätte der 11. Doctor doch begonnen, alles in Bewegung zu setzen, um den Dalek zu stoppen. Der 12. Doctor resigniert einfach und flüchtet sich in Selbstbestätigung. Das ist schon bemerkenswert.


      - Ich finde dieses lehrertypische mentale Empowering von Clara für den Doctor etwas unwürdig und im Zusammenhang mit der Resignation irgendwie unglaubwürdig...


      - Ich hatte es ja schon in meiner ersten Bewertung zur Folge geschrieben, dass die Haltung des Doctors zu Journey Blue einfach nur schrecklich. Er merkt an jeder Ecke, dass sie keine gewollte Soldatin ist, sondern im Kern ein Zivilist ist, der offenbar mehr oder weniger unfreiwillig die Rolle des Soldaten reingerutscht ist. Und trotzdem diese harschen Worte am Ende, wo die Soldatin sogar alles aufgeben hätte wollen... dramaturgisch gut gemacht, aber inhaltlich wirklich schrecklich... Gerade vor der Kaltblütigkeit des Doctors in der Antikörper-Szene, die selbst gestandene Soldaten überrascht hätte.


      - War das "not me" bezogen ob Clara etwas gegen Soldaten hätte, eigentlich als moralische Bewertung der Ablehnung von Journey Blue gedacht? Mit jedem Sehen der Folge verstärkt sich hier bei mir der Eindruck... hmmm.. Da Clara im Gesicht-zu-Gesicht-Kontakt zur Journey Blue etwas teilnahmslos wirkte, finde ich dann diese Aussage dann doch etwas verwunderlich. Normalerweise sagt doch Clara frei heraus, wenn ihr etwas nicht gefällt und hier hält sie ihre Meinung zurück, um sie dann spontan zu sich selbst laut zu sagen? Ich finde das widersprüchlich.


      - Die Haltung des 12. Doctors, dass er mit der Veränderung eines Daleks alle anderen Daleks verändern könne - unter Prämisse, dass alle Daleks böse sind -, finde ich etwas widersprüchlich zu den RTD-Daleks (Emperor und Cult of Skaro). Dort hat der Doktor ja gesehen, dass es durchaus selbstkritische Daleks geben kann, die dann auch zu anderen Schlüssen fähig sind. Und er hat da auch gesehen, dass das den Rest der Daleks nicht davon abhält, ihr Werk fortzusetzen...


      "But that's OK: we're all stories, in the end. Just make it a good one, eh?
      Because it was, you know, it was the best: a daft old man, who stole a magic box and ran away.
      Did I ever tell you I stole it? Well, I borrowed it; I was always going to take it back.

      Oh, that box, Amy, you'll dream about that box.
      It'll never leave you. Big and little at the same time, brand-new and ancient, and the bluest blue, ever."
    • Zghuk schrieb:

      Aber haben Menschen bislang denn nicht de facto automatisch kapituliert bei Daleks?

      Würde ja fast vermuten, dass das zur gleiche Zeit (im Weitesten Sinne) spielt, wie Resurrection of the Daleks - Da kapitulieren die Menschen ja auch nicht.


      Zghuk schrieb:

      . Er merkt an jeder Ecke, dass sie keine gewollte Soldatin ist, sondern im Kern ein Zivilist ist, der offenbar mehr oder weniger unfreiwillig die Rolle des Soldaten reingerutscht ist.

      Vielleicht war er einfach nur höflich und wollte nicht einfach sagen. "Alte, ich kann Dich nicht leiden".. ;)

      R.
    • "Not me": Pink fragt Clara vorher, ob sie was gegen Soldaten hätte. Sie verneint, geht weg und ergänzt "not me", soll heißen: "Ich habe nichts gegen Soldaten, der Doctor schon." (Da hättest du dir so viel Spekulierarbeit sparen können, wenn du mal aufgepasst hättest. ;) )

      Rechendaleks vs. Verstecktes Schiff:
      Ok, du spielst mit jemandem Verstecken. Wieviel Computerpower brauchst du, um denjenigen zu finden?
      (Ist eine Fanfrage. Sie nützt dir nichts.)
      THEY SAY CHANGE IS GOD

      P.S.: Sollten Sie Dr. Allen sehen, erschießen Sie ihn und lösen
      Sie den Körper in Säure auf. Verbrennen Sie ihn auf keinen Fall.
    • Thorsten Volker Junkie schrieb:

      "Not me": Pink fragt Clara vorher, ob sie was gegen Soldaten hätte. Sie verneint, geht weg und ergänzt "not me", soll heißen: "Ich habe nichts gegen Soldaten, der Doctor schon." (Da hättest du dir so viel Spekulierarbeit sparen können, wenn du mal aufgepasst hättest. ;) )


      Danke für den Hinweis, aber das Vordergründige muss ja nicht immer abschließend gemeint sein. Die "not me"-Szene steht nunmal im direkten Zusammenhang mit der fadenscheinigen Ablehnung von Journey Blue, bei der Clara sich auffällig in das Schicksal gefügt hat, obwohl sie selbst nach ihrer eigenen Äußerung kein Problem mit "netten" (Ex-)Soldaten hat.

      Da Clara sich durch ihre Verankerung im echten Leben in eine komfortable Position gebracht hat und sozusagen nur Teilzeit-Companion ist, könnte das auf eine gewisse Distanzierung schließen. Denn normalerweise drückt Clara ziemlich klar ihren Unmut über falsche Entscheidungen des Doctors aus. Aus ihrem Gesichtsausdruck zu Journey Blue und die "not me"-Äußerung ist wohl zu entnehmen, dass sie nicht einverstanden mit der Entscheidung des Doctors ist.

      Vielleicht hat sie durch ihre zweiseitigen Rolle als Teilzeit-Companion auch deswegen nichts gesagt, weil der Doctor die Tardis ja mehr oder weniger alleine nun bewohnt und sie seine alleinige Entscheidungsgewalt insoweit respektiert. Ich kann mir gut vorstellen, dass dies nicht so ausgegangen wäre, wenn Clara a la Rose, Martha & Co. ihre Zelte dauerhaft in der Tardis aufgeschlagen hätte und der Doctor sie als Teil der Familie a la Amy & Rory betrachtet hätte.

      Es kann natürlich auch sein, dass Clara zwar grundsätzlich nichts gegen Soldaten hat (offenbar sehr apolitisch), aber ihr eigentlich das Schicksal von Journey Blue, Ross & Co. ziemlich am Hintern vorbeigeht. So hatten sich ja einige hier im Thread schon in die Richtung hin geäußert, dass Clara auffällig unbeeindruckt von Sterbefälle im Zusammenhang mit den Doctor in der Episode war. Vielleicht eine Nachwirkung des Timestreams? ;)

      Rechendaleks vs. Verstecktes Schiff:
      Ok, du spielst mit jemandem Verstecken. Wieviel Computerpower brauchst du, um denjenigen zu finden?(Ist eine Fanfrage. Sie nützt dir nichts.)


      In einem festgelegten Raum voller Materie wäre es wohl für ein künstliches Mathegenie kein Problem die günstigste Route für die maximale Abtastung zu finden, der Rest macht die Wahrscheinlichkeitsrechnung. Erst recht wird es einfacher, wenn mit Sonden den Raum abtastet. Bei soviel Technik und Energiebedarf auf der Aristotle dürfen auffällige Emissionen nicht zu vermeiden sein.

      Auf tardis.wiki ist übrigens ein Eintrag über die Gruppierung:

      The Combined Galactic Resistance was an alliance headed by humanity to fight the Dalek invasion of the galaxy. One of its command ships was the Aristotle, which was under the command of Colonel Morgan Blue. Lieutenant Journey Blue, Kai Blue, Gretchen Carlisle, and Ross also served in the Resistance aboard the Aristotle. It undertook an operation to shrink a strike team and enter the casing of a good Dalek. (TV: Into the Dalek) [...]

      tardis.wikia.com/wiki/Combined_Galactic_Resistance

      Combined Galactic Resistance?


      "But that's OK: we're all stories, in the end. Just make it a good one, eh?
      Because it was, you know, it was the best: a daft old man, who stole a magic box and ran away.
      Did I ever tell you I stole it? Well, I borrowed it; I was always going to take it back.

      Oh, that box, Amy, you'll dream about that box.
      It'll never leave you. Big and little at the same time, brand-new and ancient, and the bluest blue, ever."
    • @Zghuk,
      Erklärung 1, die Aristotle wurde von den Rebellen in dem Asteroidengürtel mitsamt dem defekten Dalek vorgefunden und dann übernommen. Da es sich ürsprünglich also um kein Rebellenschiff handelt, ist es bei den Daleks nicht als Rebellenschiff klassifiziert und taucht deshalb in deren Ortung nicht als Rebellenschiff auf. Erklärung 2, die Aristotle verfügt über einen genügend wirksamen Ortungsschutz. Standard Science Fiction.

      Zum Verhalten von Clara gibt es bislang keine Erklärung. Sie setzt sich so sehr für den Dalek ein, also könnte sie sich auch ebenso für Journey Blue einsetzen. Aber vielleicht kennt sie den Doctor gut genug, um zu wissen, dass es in diesem Fall zwecklos wäre.

      Radioactive Man
    • Die Handlung gab leider nicht viel her und ich habe mich am Ende nur gefragt, warum der Doctor den versiegelten Riss nicht wieder öffnet, statt das jemand extra sterben muss und Clara umständlich in den Erinnerungen des Dalek rumpuhlt. Was ich der Folge aber zu gute halten muss, ich mag die Chemie zwischen Doctor und Clara und den sehr trockenen Witz den der Doctor versprüht.
      "Das Kino kann die Zuschauer in eine Welt jenseits des Intellektsentführen, in der sie sich ganz und gar ihrer eigenen Intuition anvertrauen müssen. Es geht nicht darum, etwas zu verstehen, sondern darum, etwas zu erfahren." David Lynch

      "Don’t watch films on your fucking telephone!" David Lynch
    • Gut. Hätte nicht gedacht, dass man den ollen Daleks noch mal etwas Neues abgewinnen kann, aber der "defekte" Dalek, der sich gegen andere Daleks wendet, war ziemlich originell. Capaldi konnte diesmal einen inneren Konflikt darstellen, für den es einen guten Grund gab (mit der Reparatur des radioaktiven Lecks begeht er einen schrecklichen Fehler), anstatt bloß durch sein neues Gesicht verwirrt zu sein, und Clara kam ebenfalls besser zur Geltung.

      Zghuk schrieb:

      Ohne einen menschlichen Companion scheint der Doctor zumindest in moralischen Fragen reichlich aufgeschmissen zu sein.


      Wobei auch nur Clara als Companion diese Moral zeigte, wohingegen die durch Schlachten mit den Daleks abgestumpften Soldaten sich dem Verhalten ihrer Gegner unbewusst angenähert haben, wenn sie den Doktor anfangs exterminieren wollen, nur weil sie's immer so machen. Vielleicht wird der Pazifismus der Folge etwas zu platt aufgetragen, wenn der Doktor sich weigert, eine Soldatin mitzunehmen, oder ich denke auch an die Szene mit dem doofen Dialog in der Schule, wer schon mal wen umgebracht hat. Aber ich mochte es, dass sogar ein Dalek einsehen musste, dass sich das Universum nicht unterkriegen lässt.