9x07 - Die Invasion der Zygonen (The Zygon Invasion)

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    • Ich vermute mal, dass diese Antipathie, die manche gegen Osgood pflegen mit ihrem ersten Auftritt in "the Day of the Doctor" ihren Anfang nahm, da sie dort wie eine Hommage (oder Parodie?) an das moderne Doctor who Fangirl rüberkam. Das tragen von äußeren Attributen eines Doctors und einer Hipster-Brille, das Rezitieren von Catchphrases, ihre damit verbundene offensichtliche kleine Bessesenheit vom Doctor und nicht zu vergessen, ihr Job bei UNIT ließen sie wohl für manche altehrwürdige Fans zum Sinnbild dessen werden, was New Who in den letzten Jahren, zu ihrem missfallen an Fan-Typen hervorgebracht hat. Ihre eher sekundäre bis gar nicht rilevante Rolle in früheren Episoden trug wohl auch dazu bei.

      Was diese Folge anbelangt, so muss man zugeben, dass sie eine erstaunliche Charakterentwicklung zu verbuchen hat. Wo sie in ihren ersten Auftritten noch eine unerfahrene, vom Doctor schwärmende und etwas unbeholfene Wissenschaftlerin dargestellt hat, hat sie sich nun zu einer reiferen und etwas selbstbewussteren Figur entwickelt, welche selbst dem Doctor eine potenziell entscheidene Information bewusst vorenthällt, um ihren eigenen Prinzipien treu zu bleiben. Bisher hat sie natürlich noch wenig Aktionen nachzuweisen, aber anhand ihrer Einstellung zu Zygon/Mensch-Osgood kann man ihr zumindest einen (sichtbahr) stärkeren Charakter zuschreiben. Möglicherweise hat sie sich zuvor einfach nur ungeschickt angestellt und nie die Möglichkeit gehabt, ihre Persönlichkeit groß zu demonstrieren. Ich sehe der Fortsetzung jedenfalls mit Spannung entgegen und bin mir sicher, dass ihre Rolle und die damit verbundene ominöse "Osgood-Box" ihrer Figur einen starken Auftritt verschaffen wird.

      Btw empfinde ich es schlicht als falsch sie einen "Cosplay-Character" zu nennen, da sie den Doctor nicht optisch zu verkörpern versucht, sondern nur einzelne, auffällige Bestantteile seiner Outfits übernimmt. Damit ist sie allenfalls ein "Doctor-Fangirl".

      (Gemäß Wikipedia, ist das Hautptmerkmal eines Cosplayers sein Bestreben, die jeweilige Figur so deteilliert und perfekt wie möglich darzustellen, was auf Osgood definitiv nicht zutrifft.)
    • SupremeDalek schrieb:

      Ich hab zwar damit gerechnet das irgendwo noch ein Twist kommt, aber das mit Clara hätte ich dann doch nicht erwartet.
      Doch ich schon. Seit dem ich das Promoibild von Clara mit Raketenwerfer sah, wusste ich, dass dies passieren würde, die Frage war nur wann und hier war ich dann doch überrascht, dass dies so früh passiert. Aber als es dann so war, wusste ich es sofort.

      SupremeDalek schrieb:

      Durch den Knall hört man ja, dass das Flugzeug definitiv getroffen wurde
      Solche Flugzeuge, die für Regierungschefs gebaut sind, haben eine Raketenabwehr. Da wird also die Rakete in einen Täuschkörper und hinter dem Flugzeug explodiert sein. (Alles anderes wäre unrealistischer Schwachsinn, doch leider gibt's sowas ja in Doctor Who.)

      SupremeDalek schrieb:

      Zusammengefasst: Episode gut (hab mich in der Umfrage um eine Zeile verklickt, zu müde), netter Twist und Ende mit persönlicher Note.
      Die Stimme in der Umfrage kann jederzeit geändert werden.

      Sonically Screwed schrieb:

      Allerdings frage ich mich, ob UNIT Jets hat, die es in weniger als 6 Stunden über den Atlantik schaffen.
      Der Doctor ist nicht über denn Atlantik geflogen. Am Ende, sieht man auf dem Radar, das sein Flugzeug von Süd-Osten nach England zurückfliegt. Das Land selbst gibt es ja nicht, wie schon festgestellt wurde, denke aber, dass es wohl irgendwo in Osteuropa liegen soll.


      Der Hybrid ist genau wie früher gar keiner. Osgood mach sich zwar selbst für einen Menschen oder Halb-Menschen halten, aber deshalb ist sie es noch lange nicht.


      Im gesamten hat mir die Folge schon gefallen. Recht vorhersehbar zwar, aber doch recht spannend.
    • Obscuriosity schrieb:

      Btw empfinde ich es schlicht als falsch sie einen "Cosplay-Character" zu nennen, da sie den Doctor nicht optisch zu verkörpern versucht, sondern nur einzelne, auffällige Bestantteile seiner Outfits übernimmt. Damit ist sie allenfalls ein "Doctor-Fangirl".

      (Gemäß Wikipedia, ist das Hautptmerkmal eines Cosplayers sein Bestreben, die jeweilige Figur so deteilliert und perfekt wie möglich darzustellen, was auf Osgood definitiv nicht zutrifft.)
      Ja, da ist was dran.
      Es sei denn, sie versucht, alle Doctoren gleichzeitig darzustellen. ;)
      Ich fand übrigens den Anblick des ersten Osgood-Cosplays, das ich auf der Timelash gesehen hatte, sehr surreal, weil ich, ganz in Gednaken noch damit beschäftigt war, die richtige Schlange zum Anstehen zu finden, die Osgood-Cosplayerin aus den Augenwinkeln wahrgenommen hatte. Sie wirkte in der Meute an Leuten mit Schals etc. so normal, dass mir erst auf den zweiten Blick aufgefallen war, dass das kein "normaler" Fan war, sondern tatsächlich ein Cosplay. Sehr stranger Moment. :)

      Schlaubi schrieb:

      Der Hybrid ist genau wie früher gar keiner. Osgood mach sich zwar selbst für einen Menschen oder Halb-Menschen halten, aber deshalb ist sie es noch lange nicht.
      Ich bin mir ja ziemlich sicher, dass bislang jeder Hybrid, der in dieser Season erwähnt worden ist, eine falsche Spur ist.
      Das das Thema Hybrid Story Arc ist, davon kann man allerdings mittlerweile ausgehen. Ich war da ja auch noch eine ganze Weile lang nicht von überzeugt.
    • Wow, dass war eine wirklich gute Folge. ich werde mal keine längere Kritik schreiben, vor allem, da ich denke, dass vieles erst noch im nächsten Teil aufgeklärt werden wird. Aber das ist für mich bisher definitiv das Staffel-Highlight.

      Okay, ein paar Anmerkungen habe ich dann doch: Ich dachte zunächst auch, dass etwas mit Clara in der Wohnung passiert ist, aber danach deutete erstmal lange nichts mehr darauf hin und deswegen habe ich gedacht, die Folge hätte mich gekonnt an der Nase herumgeführt. Und das hat sie wirklich durch ihren Doppel-Twist gemacht. Da würde ich glatt meinen Hut vor ihr ziehen, wenn ich einen hätte. ;) Die Schauspieler waren gut, die Regie hat mir gefallen und eine super Atmosphäre aufgebaut. Verdammt, selbst Osgood hat mir gefallen. Was mir nicht wirklich gefallen hat waren die sterotypischen UNIT-Soldaten, dass wir keine der guten Zygonen gesehen habe, die Szene mit dem Doctor und den Zygon-High-Command wirkte anfangs wie eine schlechte Gag-Szene und je länger sie dauerte wie eine Creeper-Szene mit einem Pädophilen aus einem Krimi. Auch hier hat mich die Folge zwar gut an der Nase herumgeführt, aber ich weiß nicht genau, was ich davon halten soll. Wovon ich auch nichts halte: Das fiktionale Land. Man hätte es auch einfach Turkmenistan, Bulgarien, Rumänien, Türkei, wenn wir schon ein Land in der Schwarz Meer Region haben, tut mir leid, da gibt es genügend Auswahl.

      Und zum Wichtigsten an der gesamten Folge: Der super wichtige Kommentar. Und dabei hat mir gerade der Doctor gefallen, der dem UNIT Colonel vorgehalten hat, dass der militärische Einsatz genau das ist, was die Zygonen wollen. Ein super Kommentar auf unsere Nahost-Politik. Genau das ist es im Endeffekt was Al-Qaida, ISIS, al-Nusra, die Taliban etc. wollen. Wir greifen sie an, töten dabei Zivilisten und radikalisieren damit deren Verwandte und Freunde, die Rache am bösen Westen nehmen wollen. Ich halte es für sehr wichtig, dass dies fast schon sehr direkt in der Serie angesprochen wurde, auch wenn ich denke, dass viele es trotzdem nicht verstehen werden und die eigentliche Message in der Folge für sie nicht sein wird, dass es immer Radikale geben wird und man ihnen nicht geben sollte, was sie wollen, sondern dass Integration einfach nicht funktionieren kann. Ich hoffe wirklich, dem wird nächste Woche entgegen gewirkt, indem uns auch die bereits erwähnten guten Zygonen gezeigt werden.

      Verdammt, jetzt habe ich doch so viel geschrieben. :redface: Na ja egal, super erster Teil, ich hoffe, es geht nächste Woche so weiter.
      4thdoc 11thdoc 1stdoc 2nddoc 8thdoc 9thdoc 6thdoc 12thdoc 7thdoc 3rddoc 5thdoc Wardoc 10thdoc
    • Tja.......das war für mich eine seltsame aber doch gute Folge. Das Grundproblem bestannd für mich schon darin, dass ich Zygons und auch Osgood nicht mag. Da hat die Folge schon mal einen schweren Stand.
      Lange Rede kurzer Sinn:

      Positiv:
      - Capaldi macht als Doctor eine "ordentliche" Performance.
      - Das Ende der Folge (letzten 10 Minuten) waren sehr gut
      - guter Cliffhanger und Storytwist, bei dem man auch wirklich mal nicht 100% weiß, wie es weitergeht

      Neutral:
      - Nebencharaktere waren soweit OK, aber Kate sowie auch Osgood hatte ich nicht besonders vermisst
      - Unit taucht wieder auf und mischt mit
      - Settings waren "OK"
      - Die Motivation der "Revolutions Zygons" waren verständlich, dennoch nichts neues
      - Der Einstieg der Folge war "OK"

      Negativ:
      - Die Folge hatte im Mittelteil für mich einige Hänger, vor allem wars für mich schlicht und einfach ziemlich langweilig
      - Der Doctor ist mal wieder nur eine Randfigur
      - Unit Solden mal wieder strohdumm

      Fazit: 7/10
    • Schlaubi schrieb:

      Der Hybrid ist genau wie früher gar keiner. Osgood mach sich zwar selbst für einen Menschen oder Halb-Menschen halten, aber deshalb ist sie es noch lange nicht.
      Ich denke, man hatt einfach nur nach Gelegenheiten gesucht, um dieses "Hybrid-meme" in die Episoden hineinzuschreiben und damit auf die season-arc hinzuweisen. Dass die bisherigen "Hybriden", nach der gängigen Definition keine sind, ist Herr Moffat wahrscheinlich egal. Hauptsache es sind irgendwelche Mischwesen, wobei selbst das nicht auf Zygon-Osgood zutrifft.


      Kaptain Knotter schrieb:

      Ich fand übrigens den Anblick des ersten Osgood-Cosplays, das ich auf der Timelash gesehen hatte, sehr surreal, weil ich, ganz in Gednaken noch damit beschäftigt war, die richtige Schlange zum Anstehen zu finden, die Osgood-Cosplayerin aus den Augenwinkeln wahrgenommen hatte. Sie wirkte in der Meute an Leuten mit Schals etc. so normal, dass mir erst auf den zweiten Blick aufgefallen war, dass das kein "normaler" Fan war, sondern tatsächlich ein Cosplay. Sehr stranger Moment.

      Ob da ein Wahrnehmungsfilter im Spiel war?

      stevmof schrieb:

      Kaptain Knotter schrieb:

      Das war z.B. im letzten Serienfinale nicht so besonders gut, da wirkte sie etwas dämlich,
      war auch mies geschrieben, sie starb nur um zu zeigen, dass Missy so richtig böse ist, schnarch

      Also ich empfand diese Methode eigentlich als recht nachvollziehbar und im gewollten Sinne wirksam. In einer Serie wie Doctor who, in der es eher üblich ist, einmalig auftretende Randfiguren verrecken zu lassen, hatte Osgoods Tod, auch wenn sie zu dem Zeitpunkt kein besonders wichtiger Charakter war, zumindest auf mich eine schockierende Wirkung. Um einen Charakter wie Missy als wahrhaftig böse, bzw. die Bedrohlichkeit einer Sache wirklich glaubhaft darzustellen, muss man hin und wieder ein Opfer in Form eines für die Handlung nicht besonders wichtigen, aber dennoch für das breite Publikum sympathieerregenden Characters bringen. Zumal ihr Tod in Kombination mit dem Zygon-Vorfall in "the Day of the Doctor" eine interessante Grundlage für eine Fortsetzung schuf, die wir zuvälliger(?) Weise in ganz anschaulicher Form zu Gesicht bekommen haben bzw. werden. (Inwiefern der Plot mit dem Zygon-Aufstand und Zygon-Osgood im Groben bereits geplant war, kann von uns natürlich nur spekuliert werden.)
    • Danke Schlaubi, hab die Episodenmeinung in der Umfrage nun geändert.

      Ich bin erstaunt, der Durchschnitt ist ja echt gut bisher. Wobei ja auch die Resonanz der Beiträge hier eher positiv war.

      Ein paar Gedanken gerade noch: Wenn die sich irgendeine andere Erklärung für T or C als die zweite Kate ausgedacht haben, würde ich das irgendwie schon fast als Beleidigung an den Zuschauer ansehen. Nach euren Beiträgen hier (wie geschrieben, ich hatte im Laufe der Episode schon wieder glatt vergessen das es zwei davon gibt) ist diese Auflösung eigentlich offensichtlich.

      Die "böse" Clara gefällt mir tatsächlich so viel besser. Dieser Blick, dieser Charakterumschwung, dieses Bedrohliche... Jenna Coleman ist definitiv keine schlechte Schauspielerin. Und in den Katakomben, als die so verschmitzt/bedrohlich guckt hab sogar ich mir gedacht "Wow, das ist echt heiß" (Trivia am Rande: Mit Frauen hab ich es jetzt nicht so :D ), umso genialer fand ich die Szene.

      Es braucht manchmal etwas, bis solche Episoden komplett auf mich wirken weil ich mir über viele Dinge erst in ruhigeren Momenten viele Gedanken mache und ich muss sagen: Für mich nach Episode 1 das nächste große Highlight von Series 9!
      "Ironically, while the Eleventh Doctor never encountered the Master onscreen, the episodes containing both his first and last appearances in broadcast order featured two different incarnations of the Master."
    • Obscuriosity schrieb:

      Kaptain Knotter schrieb:

      Ich fand übrigens den Anblick des ersten Osgood-Cosplays, das ich auf der Timelash gesehen hatte, sehr surreal, weil ich, ganz in Gednaken noch damit beschäftigt war, die richtige Schlange zum Anstehen zu finden, die Osgood-Cosplayerin aus den Augenwinkeln wahrgenommen hatte. Sie wirkte in der Meute an Leuten mit Schals etc. so normal, dass mir erst auf den zweiten Blick aufgefallen war, dass das kein "normaler" Fan war, sondern tatsächlich ein Cosplay. Sehr stranger Moment.
      Ob da ein Wahrnehmungsfilter im Spiel war?

      Definitiv!! Das ganze Wochenende war ein einziger Wahrnehmungsfilter! :D

      Aber ich fand dieses Cosplay (da liefen ja noch ein paar mehr davon herum, und vom Typ her haben die auch alle zu ihrem Cosplay gepasst) tatsächlich interessant. Cosplay auf einer Meta-Ebene gewissermaßen. ;)
    • Obscuriosity schrieb:

      Ich

      Btw empfinde ich es schlicht als falsch sie einen "Cosplay-Character" zu nennen, da sie den Doctor nicht optisch zu verkörpern versucht, sondern nur einzelne, auffällige Bestantteile seiner Outfits übernimmt. Damit ist sie allenfalls ein "Doctor-Fangirl".

      (Gemäß Wikipedia, ist das Hautptmerkmal eines Cosplayers sein Bestreben, die jeweilige Figur so deteilliert und perfekt wie möglich darzustellen, was auf Osgood definitiv nicht zutrifft.)
      ....
    • DerSchlaue schrieb:

      Obscuriosity schrieb:

      Ich

      Btw empfinde ich es schlicht als falsch sie einen "Cosplay-Character" zu nennen, da sie den Doctor nicht optisch zu verkörpern versucht, sondern nur einzelne, auffällige Bestantteile seiner Outfits übernimmt. Damit ist sie allenfalls ein "Doctor-Fangirl".

      (Gemäß Wikipedia, ist das Hautptmerkmal eines Cosplayers sein Bestreben, die jeweilige Figur so deteilliert und perfekt wie möglich darzustellen, was auf Osgood definitiv nicht zutrifft.)
      ....

      Falls Osgood tatsächlich einen cosplayer darstellen soll, dann erfüllt sie die Kriterien der herkömmlichen Definition nicht besonders gut. Unterm Strich ist es also (wie bei allen Dingen) eine Frage der Definition.
    • Truth or Consequences?
      "I am the Doctor and I save people", davon war nichts mehr zu spüren. Der Doctor hätte sich bei der Regeneration ein Gesicht zulegen sollen, das ihn daran erinnert, dass auch die Unit-Soldaten ein Leben haben, das etwas bedeutet. Stattdessen sieht der Doctor seelenruhig zu, wie sie in den Tod gehen. Er wirkt dabei, als sei es für ihn - wie bei O'Donnell - wieder mal nur eine willkommene Gelegenheit eine Theorie zu testen. Frühere Inkarnationen des Doctors hätten Colonel Walsh aufgefordert, den Rückzug der Soldaten zu befehlen.

      In dieser Staffel wird uns regelmäßig irgend etwas erklärt. Missy erklärt uns ausführlich, auf welche Weise sie ihren Tod von "Death in Heaven" überlebt hat. Der Doctor erklärt uns ausführlich, was ein Bootstrap Paradoxon ist. Der Doctor erklärt uns ausführlich, warum ein langlebiges Wesen wie er menschliche Eintagsfliegen als Companion braucht. Und Osgood erklärt uns ausführlich, warum sie, falls sie der Zygon ist, im Gegensatz zur Klassik-Serie nicht mehr die Original-Osgood bräuchte, um ihre Form aufzufrischen.

      Trotz derartiger Hilfestellung habe ich diesmal zwei Durchläufe gebraucht, um mit der Episode halbwegs warm zu werden. Der Umgang mit Logik ist doch etwas, äh, gewöhnungsbedürftig. 20 Millionen Zygons leben auf der Erde. 20 Millionen Zygons haben menschliche Form angenommen, ohne dass sie ihre Vorlagen dafür hätten in Kokons packen müssen. Die Fähigkeiten dieser Zygons haben sich also sowieso gegenüber der Klassik-Serie weiterentwickelt, ohne dass man uns Erklärungen dafür gibt, was diese Zygons denn nun genau können oder nicht können. Da gilt dann stattdessen wieder nur die Willkür des Drehbuches und man setzt voraus, dass die Zuschauer schlau genug sind, selbst die nötigen Erklärungen zu finden.

      Die Zygons in Turmezistan können also nahe Angehörige der Unit-Soldaten kopieren. Wie sind sie an die Vorlagen gekommen? Woher hätten sie wissen sollen, welche Unit-Soldaten zu ihnen geschickt werden, um dann rechtzeitig deren Verwandte zu entführen und sich deren Aussehen einzuprägen? Und wenn sie das persönliche Umfeld der Unit-Soldaten derart infiltrieren konnten, warum haben diese Zygons dann nicht stattdessen gleich direkt die Unit-Soldaten kopiert und bereits lange vorher deren Basis übernommen?

      Und wenn man jetzt denkt, dass die Zygons stattdessen die Form der Verwandten telepathisch aus den Gedanken der Unit-Soldaten übernommen haben, wie es Osgood ja auch andeutet, dann reicht das eben nicht aus, weil auch die Unit-Soldatin in der Basis das Bild ihres Mannes und Sohnes auf dem Bildschirm gesehen und daraufhin den Bombenangriff abgebrochen hat. Und falls man dann weiterdenkt, dass die Zygons eben über derart weitreichende Methoden der Gedankenkontrolle verfügen müssen, dann hätten sie die Basis von Unit doch längst unter ihre Kontrolle gebracht, statt diese Scharade vor der Kirche in Turmezistan aufzuführen.

      Sarkasmus eines Fans bei Reddit: "Ah. I guess that makes sense. It explains the drone operator seeing her husband and son. Pretty long distance telepathy, I guess. And I guess it only works on complex information like full-body appearances and voices, but not simpler information like birthdays or names of teddy bears."

      Auch wenn die Handlung, die dort hinführt, keinen Sinn ergibt, die Psychologie der Situation ist perfekt getroffen. Und in diesem Punkt hat sich die Episode dann doch einen Platz mit im Spitzenfeld verdient. Ein Gegner, der das Aussehen des besten Freundes oder der eigenen Mutter kopieren kann und gegebenenfalls auch über deren Erinnerungen verfügt, ist der schlimmste Horror, den man sich vorstellen kann. Peter Harness hat Philip K. Dick gut adaptiert. Die Zygons in der Gestalt der nahen Verwandten entsprechen den "Screamers". Und dann haben wir auch noch den "Impostor".

      Zygons, die die Gestalt eines Menschen annehmen, übernehmen dabei auch Erinnerungen, Verhaltensweisen und Gedanken. Sie sind dann voll in ihrer Rolle drin. Vielleicht vergessen sie zwischendurch sogar, dass sie Zygons sind. Als Clara aus der Wohnung der Nachbarn kommt, bindet sie ihre Haare hinten zusammen. Nicht, weil sie die Zygon-Kopie ist und sich vom Original unterscheiden möchte. Nein, sie tut es, weil es die echte Clara ebenso getan hätte, wenn sie von der Lehrerin in den Doctor-Modus wechselt.

      Die Zygon-Clara verhält sich exakt wie die echte Clara. Selbst dann, wenn sie unbeobachtet ist und niemandem etwas vormachen muss. Damit zeichnet sich eine elegante Lösung der Krise ab. Der Doctor braucht im zweiten Teil nur an die Clara-Persönlichkeit von Bonnie zu appellieren und, wenn er durchdringt, wird sie für das Ende der Rebellion und die Wiederherstellung des Friedens sorgen.

      Und nicht nur Zygon-Clara ist voll in ihrer Rolle aufgegangen. Vielleicht stellt sich ja heraus, dass auch Kate, Jac und all die getöteten Unit-Soldaten in Wirklichkeit Zygons waren. Zygons einer anderen Fraktion, deren Rebellion etwas eher stattgefunden hat. Einer Rebellion, die Erfolg hatte.

      Missy und Clara werden exterminiert, der Doctor erscheint als Geist, Clara schießt mit der Bazooka auf das Flugzeug, in dem sich der Doctor und Osgood befinden. Klarer Sieger ist immer noch der Ghost Doctor. Wie der Cliffhanger diesmal ausgeht, ist in UK übrigens durch Pressefotos bei den Dreharbeiten bereits hinreichend bekannt. Die actionreiche Handlung in der Art von James Bond entsprach daher auch ganz den Erwartungen. Wenn der zweite Teil genauso weitergeht, werden alle zufrieden sein.

      Nur solche SCIENCE Fiction Fans wie ich werden immer noch innerlich aufstöhnen, dass es den Zygons in ganz London gelungen sein soll, umbemerkt Fahrstuhlschächte nach unten hin zu erweitern und außerdem noch die Halteseile der Fahrstuhlkabinen zu verlängern. Da war dann übrigens auch die eine Situation, wo man Clara tatsächlich anmerken konnte, dass sie inzwischen die Kopie ist. Die Kontrollen des Fahrstuhls betätigte sie mit dem typischen Dreifingergriff der Zygons.

      Radioactive Man


      ps: ein Easter Egg ist das blaue Schild an Claras Haus. Es besagt "Waterfield House", nach Victoria Waterfield und deren Vater Edward.

      pps: in "Forest of the Night" war es laut Auskunft des Doctors bereits 2016. Das Poster in dem Ort in New Mexico nennt als Datum fürs Jazz Festival einen Samstag den 22. Juli, das würde auf 2017 zutreffen. Allerdings wird man da eher irgendeine willkürliche Zufallsangabe ohne beabsichtigte Bedeutung gewählt haben. Denn wenn Moffat ein klares Jahr für die Handlung vorgegeben hätte, dann könnte man es uns Zuschauern doch auch direkt sagen, statt es durch die Propabteilung jenseits der normalen Wahrnehmung verstecken zu lassen.

      ppps: vorgestern durfte ich endlich einmal wieder ich selbst sein. Ich verwette all meine Castor-Behälter, dass Herr Duck nie einen Matrosenanzug getragen hat und Zaphod B. nie einen zweiten Kopf. Nachträglich Happy Halloween.
    • Das mit den Jahreszahlen in den 2000er Jahren haut doch eh nicht mehr hin, seitdem der Elfte Doctor Amy und Rory in The Doctor, the Widow and the Wardobe zwei Jahre nach ihrem letzten Treffen besuchte und das Jahr der langsamen Invasion in The Power of the Three stattfand. Moffat hat sich da mit den Jahreszahlen ganz schön verzettelt ...
    • Radioactiveman schrieb:

      Truth or Consequences?
      "I am the Doctor and I save people", davon war nichts mehr zu spüren. Der Doctor hätte sich bei der Regeneration ein Gesicht zulegen sollen, das ihn daran erinnert, dass auch die Unit-Soldaten ein Leben haben, das etwas bedeutet. Stattdessen sieht der Doctor seelenruhig zu, wie sie in den Tod gehen. Er wirkt dabei, als sei es für ihn - wie bei O'Donnell - wieder mal nur eine willkommene Gelegenheit eine Theorie zu testen. Frühere Inkarnationen des Doctors hätten Colonel Walsh aufgefordert, den Rückzug der Soldaten zu befehlen.
      Das war mir schon beim Drohnenangriff aufgefallen: dafür, dass er der Präsident der Erde, und damit der Oberbefhelshaber ist, scheint ihm nicht in den Sinn zu kommen, einfach mal den Drohnenangriff-Abbruch zu befehlen. (Außerdem hat sich UNIT damit außerdem einem direkten Befehl ihres Oberbefehlshabers widersetzt.)
      Könnte für die Zygonen-Doppelgänger-Theorie sprechen.


      Übrigens, mir fällt bei Zygonen gerade ein, dass die auch bei den BiFis des 8. Doctors vorkamen, wenn ich mich richtig erinnere, in der Lucie-Bleedin-Miller-Reihe. Mit einer ganz ähnlichen Thematik wie in dieser Folge, nur nicht auf einer ganz so weltweiten und politischen Skala. Ich bringe die Details nicht mehr genau zusammen, aber ich erinnere mich, dass es mir gefallen hat.


      André McFly schrieb:

      Obscuriosity schrieb:

      (Gemäß Wikipedia, ist das Hautptmerkmal eines Cosplayers sein Bestreben, die jeweilige Figur so deteilliert und perfekt wie möglich darzustellen)
      das sollte jemand mal den cosplayern sagen :D
      Denk immer dran: Du bist bald einer von Ihnen! MWHUAHAHAHAHAAAAA!!!
    • Gemäß der Breiten Masse, ist es Hauptmerkmal eines Cosplays, dass man sich darin wohlfühlt und nicht, dass es so authentisch oder perfekt wie möglich ist. Klar ist man gerne auch incharacter, wenn sich die Situation ergibt. Jedoch kenne ich niemanden, der dann ständig nur incharacter ist.
      Das Cosplay ist nun mal ein großes Feld und m.M.n nicht so einfach zu definieren, da auch unter Cosplayer eine Uneinigkeit herrscht, die sich auf diese zwei Lager aufspaltet.
      Die kleine vokale Hardcorecosplayer Minderheit, die meint, dass man am besten als die zu cosplayende Figur geboren sein sollte, damit man würdig sei, diese zu cosplayen (ja, solche gibt's tatsächlich)
      Und die eher größere Gruppe, die sagen, dass cosplayen in erster Linie Spaß machen soll und man einfach cosplayen soll, wonach einem ist.
      Ja, es gibt die dritte Gurppe, die wirklich alles cosplayen, was sie wirklich nicht sollten, (quadratisch, praktisch, gut in Strings usw), aber die sehe ich auf Cons kaum und ist wirklich eine sehr kleine Minderheit.
      Osgood wäre nach Definition (außerhalb von Wiki) eine richtige Cosplayerin. Sie erfüllt die Kriterien, die man braucht, um in diese Spate zu fallen.
      Mir sind zumindest Cosplayer lieber, als der durschnittliche Karnevalsbesucher. Letzteres gibt sich zu sehr die Kante und ist mit den Kostümen kaum kreativ.


      So, damit ich auch mal was zur Folge gesagt habe, mein Review.

      Ich betrachte die Folge mit gemischten Gefühlen. Sie war auf jeden Fall besser als die letzte, aber irgendwie wollte diese nicht richtig an Schwung gewinnen. Mir missfielen stellenweise die komischen Handlungen einiger Figuren. Unit hat sich als dümmliche Söldnertruppe herausgestellt. Steward reist scheinbar ganz alleine, und woher kommen die 20(?) Millionen Zygons?
      Aber die Folge hatte auch viele gute Elemente. Im ganzen war die Folge gefühlt eine etwas andere. Sie fühlte sich schon leicht wie ein anderes Genre an, und der Cliffhanger ist auch gut gesetzt, wenn auch vorhersehbar, dass der Doctor wohl einen geheimen Plan hat.
      Wer weiß. Vielleicht passiert in der kommenden Folge ja etwas, was den Doctor dann endlich dazu bringt, nach Gallifrey zu reisen um den Planeten zu verstecken.
    • Lightspeed schrieb:

      Mir sind zumindest Cosplayer lieber, als der durschnittliche Karnevalsbesucher.
      Wohlgemerkt, der durchschnittliche Karnevalsbesucher. Sexy Cowboyhütchen und Marienkäferflügelchen entsprechen dem über den den normalen Kalmotten umgeworfenen Schal eines Who-Fans (womit ich den Who-fan nicht beleidigen will.) Aber in der Masse entdecke ich jedes Jahr in Köln auch außerordentlich viele kreative Verkleidete, die sich mit richtig großem Aufwand und Einfallsreichtum kostümieren. Das steht einem gut gemachten Cosplay ganz oft nur wenig nach.
      Vielleicht kann man es ganz lakonisch drauf herunter brechen: ein gutes Karnevalskostüm muss letzten Endes in einer schummrigen, überfüllten Kneipe funktionieren, ein Cosplay muss dagegen im hellen Licht und von Fotos angeblitzt, wo jedes Detail gnadenlos ausgeleuchtet wird, gut aussehen.

      Lightspeed schrieb:

      Wer weiß. Vielleicht passiert in der kommenden Folge ja etwas, was den Doctor dann endlich dazu bringt, nach Gallifrey zu reisen um den Planeten zu verstecken.
      Hab ich da was verpasst, oder bringst du da was durcheinander? ?( Ich war eigentlich davon ausgegebenen, dass der Doctor den Planeten finden und nicht verstecken will!


      Radioactiveman schrieb:

      ps: ein Easter Egg ist das blaue Schild an Claras Haus. Es besagt "Waterfield House", nach Victoria Waterfield und deren Vater Edward.
      Ich weiß nicht, aber als Easter Egg finde ich das ein wenig an den Haaren herbei gezogen. Das hätte mich eher an dem alten Gebäude, in dem UNIT untergebracht war, überzeugt, als an einem Wohnsilo.

      Übrigens, warum ist UNIT eigentlich in so einer Bruchbude untergebracht?