26x03 / 1989 - Die Todesbucht der Wikinger (The Curse Of Fenric)

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    • 26x03 / 1989 - Die Todesbucht der Wikinger (The Curse Of Fenric)

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      England zur Zeit des Zweiten Weltkriegs: Eine Militärbasis wird von alten Wikingerflüchen, grausamen vampirähnlichen Wesen und russischen Spezialkommandos bedroht. Gut, dass der siebte Doctor und Ace behilflich sind, aber vor allem für die junge Companion ist es ein traumatisches Erlebnis. Erst wird sie mit ihrer Vergangenheit intensiver konfrontiert als sie es sich hätte vorstellen können, und dann wird sie auch noch vom Doctor … verraten?

      Es gibt drei Versionen dieser Folge: die vierteilige Version, die gesendet wurde und auf DVD erhältlich ist; eine um 6 Minuten erweitete Version, die auf VHS erschien; und eine "Movie Format" Version, auch auf der DVD, mit 10 Minuten mehr Inhalt, Surround Sound, neue Effekten und keine Einzelepisoden.

      The Curse Of Fenric wurde von Ian Briggs geschrieben und beinhaltet viel Entwicklung für die von ihm in Dragonfire eingeführte Ace. Ausgestrahlt wurden die vier Episoden zwischen dem 25. Oktober und 15. November 1989, mit Coronation Street als unschlagbaren Konkurrenz. Die Zuschauerzahl schwankte zwischen 4,3 und 4,0 Millionen.

      Während dieser Zeit, am 9. November, fiel die Berliner Mauer.

      Nummer 1 in Deutschland: Lambada, von Kaoma; Nummer 1 UK: Straight Outta Compton von NWA.

      Die Folge wurde auch schon hier diskutiert.
      Just this once, everybody lives!

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Der tanzende Arzt ()

    • Das wird das erste Mal sein, dass ich The Curse Of Fenric in seiner Fernseh-Verfassung sehen werde, denn irgendwann in den spät-achtziger Jahren haben Doctor Who und ich einander ausgelebt. In meiner Familie stand es 3 - 1 zu Günsten von Coronation Street — und ich habe mir nicht mal die Muhe gegeben, die Folgen aufzunehmen. Erst ein Paar Jahren später fand ich wieder zur Serie. Fenric war eins der ersten Videos, die ich dann gekauft habe, aber natürlich waren dann die zusätzliche Minuten schon drin. Ich bin gespannt, wie viel Sinn das alles macht — obwohl es wird schwer sein, die Kenntnisse aus der langen Version (und aus dem Buch) fern vom Kopf zu behalten.
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    • Meine absolute Lieblingsfolge. Hab sie damals auf RTL am Wochenende original gesehen und sie mir dann als sie später Abends wiederholt wurde auf Video aufgenommen. Diese Aufnahme existiert leider nicht mehr aber war neben "Remembrace" die Folge die am längsten bei mir auf VHS ausgehalten hat. Ich hab sie dann auch mal mit paar Freunden angeschaut und sie ist eigentlich ziemlich gut angekommen. Wie im entsprechenden Tread erwähnt hab ich mir auch die novellisierung dieser Episode zugelegt. Lässt sich wunderbar lesen und ist um einige Details erweitert wurden die einige Dinge besser erklären als es in der Folge geschieht.
      "Well, there you are, young man. What do you think of that now, eh? A Viking helmet."
      "Oh, maybe."
      "What do you mean, maybe? What do you think it is? A space helmet for a cow?"

      The Time Meddler 1stdoc
    • Ja, das war auch schon immer eine meiner Lieblingsfolgen. Müsste irgendwo noch auf VHS rumfliegen.
      Zum Glück gibt es sie jetzt ja auch auf DVD. McCoy wie er sein sollte. Genauso liebe ich meinen siebten Doctor.
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      "People shouldn't be afraid of their government. Governments should be afraid of their people."
      — Alan Moore (V for Vendetta)
    • Und die manipulative Ader des 7.Doctors kommt hier besonders zum tragen. Er wusste von anfang an (oder eher als er es sagte) was los war und mit wem er es zu tun bekommen würde. Auch wurde hier ein seasonübergreifender Storybogen geschlagen bis zu McCoys erster Season zu "Iceworld" und bezugnehmend auf die zweite Season mit "Silver Nemesis".
      Da ich diese beiden bei der damaligen deutschen Ausstrahlung noch nicht gesehen hatte, hatte das ganze einen gewissen mysteriösen Flair für mich.
      Aber dieser haftete ja dem 7.Doctor allgemein an und für mich ist der tausend mal besser (zumindest ab seiner 2.Season) als die momentane 10. Incarnation die ja unter Speed zu stehen scheint und durch immer platter werdende Storys hetzt (Perlen wie der "Human Nature" Zweiteiler und einige andere Highlights ausgenommen).
      Und noch was. Als das erste Duell zwischen Fenric und dem Doctor erwähnt wurde dacht eich das bezieht sich auf eine ältere Folge, meinetwegen mit einem anderen Doctor. Als ich dann mitbekam das so eine Folge nicht exestiert fand ich schon bissel schade.
      Das einzige was mich wirklich an "Curse of Fenric" stört ist das Finale. Ich bezweifle das man eine Entität die eine Abart (oder sogar das personifizierte) des absolut Ur- Bösen sein soll einfach erledigt indem man ihren Wirtskörper tötet. Das wäre zu einfach....
      Aber vieleicht erbarmt sich mal einer und wir sehen Fenric mal wieder. Wer weiss... alles ist möglich wenn selbst aus dem Master ein dummer Clown werden kann.....
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    • kenny schrieb:

      Das einzige was mich wirklich an "Curse of Fenric" stört ist das Finale. Ich bezweifle das man eine Entität die eine Abart (oder sogar das personifizierte) des absolut Ur- Bösen sein soll einfach erledigt indem man ihren Wirtskörper tötet. Das wäre zu einfach....
      Ursprunglich war es auch nicht so. Unter den verlorenen Szenen sind diejenigen, wo aus den sterbenden Haemovores nur ein kleiner Haufen irgendwas übrig bleibt. Nach dem Tod des Ancient Ones hätte man gesehen, dass nur ein Rest-Haufen übriggeblieben war.

      Quelle: One major mishap occurred just prior to editing, when a videotape containing various close-up and insert shots was accidentally wiped. At that point, there was no way Mallett could go back and rerecord the material, and so he was forced to work without it. Amongst the losses were shots establishing that Haemovores leave behind a green blob when they are destroyed. Only a lone such remnant would have been seen in the gas chamber after the Ancient Haemovore attacks Fenric, implying that although the former had died, Fenric had found a way to escape.
      Just this once, everybody lives!
    • Ah ja, okay. Die Site kenn ich, hab die Infos vor einiger Zeit mmal überflogen, aber das bei Fenric muss ich wohl überlesen haben. Ich dachte die BBC hätte aus dem Disaster mit dem 1. und 2. Doctor gelernt aber anscheinent ging auch in der damals letzten Season Material verloren. :23: Wenn auch diesmal nur ein klein bissel.
      Als Ende wäre das natürlich besser gewesen. Aber ein guter Drehbuchautor könnte selbst aus dem originären Schluß noch was machen wenn es denn gewollt wäre.
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    • “You know what’s going on, don’t you? You always know!”

      Diese Folge zeigt uns endgültig den übermächtigen, alles-im-voraus-geahnt-und-geplant 7. Doctor, der die nächsten Jahren prägen sollte. Alles, das er mit Ace seit Dragonfire durchgemacht hat, steuerte nur auf diese Ereignisse zu. Zunächst nur unter der Leitung von „Fenric“, aber spätestens seit Silver Nemesis unter der des Doctors auch. Er nimmt seine junge Begleiterin erst nach Gabriel Chase, um die Geiste und Ängste der Vergangenheit zu konfrontieren (Ghost Light), und dann nach North Yorkshire in 1943, um dem Schicksal zu begegnen. Selten in der Geschichte der Serie durfte ein Companion so eine starke Entwicklung wie die von Ace durchmachen. Die Erkenntnis, dass Dorothy McShane selber einer der Wölfen ist, ist ein klassischer Gänsehaut-Augenblick. Zwar wird die Entwicklung manchmal ein bisschen mit dem Holzhammer klar gemacht („Professor, I’m not a little girl!“ und der etwas prätentiöse darauf folgende Flirt mit dem Soldaten, zum Beispiel), doch im großen Teil wird sie sehr gut umgesetzt.
      Die Handlung wird durch anhäufenden Mysterien spannend aufgebaut. Manche Mysterien, wie z.B. das Nazi-Büro Commander Millingtons, werden schnell wieder aufgelöst, aber es kommen immer wieder neue dazu. Was machen die russische Soldaten da überhaupt? (Zum Glück des Zuschauers, der nicht des Russisches mächtig ist: „From now on, everything in English!“) Was passiert da unter dem Meer? Was sollen die uralten Schriften? Die Meisten werden dann bis Ende der 3. Episode aufgelöst, um uns dann einen der besten Cliffhangers überhaupt zu bescheren: „We play the game again, Time Lord.“ Ich erinnere mich noch daran, wie ich beim ersten Mal zu diesem Zeitpunkt gefragt habe: „Wie soll das alles noch schlimmer werden?“ „Warte mal ab, es kommt noch was...“ hat mir ein Kumpel zugesichert – und er hatte Recht!
      Sowohl Handlung als auch Dialog sind sehr gelungen. Nicht nur die großen Sachen, sondern auch die Kleinigkeiten: die Art, wie der Doctor die Soldaten verwirrt und dann unter seine Kontrolle bringt ist klassischer Doctor, sowie auch der Brief aus dem War Office. Wer braucht schon Psychic Paper? Die Besetzung ist auch durchaus stark. Besonders im Fall vom Reverend Wainwright: da hat man Mut gezeigt, einem Game-Show Moderatoren so eine wichtige Rolle zu geben – und Recht behalten.
      Die fehlende Szenen haben meines Wissens nichts kritisches von der Handlung weggenommen, aber eventuell liegt das daran, das mir die ganze Geschichte bereits bekannt war. In diesem Zusammenhang kann ich auch das Novelization empfehlen. Da lernt man viel mehr über den Hintergrund, z.B. die Beziehung zwischen Millington und Judson. Nur eins empfand ich als schwach umgesetzt: die Wand voller Brustwarzen.
      Eine sehr starke Folge – eventuell eine der allerbesten.
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    • Da stimme ich voll zu. Für mich eine der (wenn nich DIE) besten überhaupt. Ungefähr so wie für die Caster "City of Death".
      Die lernen ihre Folge auwendig, ich kann meine fast... ;)
      Fenric sagt übrigens: "We play the contest again, Time Lord!". Sorry, wollt nich klugscheissern, aber die Zeile hat sich bei mir auch eingeprägt. In der Syncro sagt er sowas wie: "Wie spielen wieder um Leben und Tod, Zeitwanderer!". Irgendwie blöd, oder?
      Die Sache mit dem Anciet One ist etwas verwirrend. Der Doctor erklärt ihm wenn er das Gas freilässt erschafft er seine eigene, chemisch verpestete Zukunft. Und er ist ja in seiner Zeit das letzte lebende Wesen auf Erden wenn ich das richtig mitbekommen habe. Aber wo kommen dann die anderen Haemophoren her??? Und er wurde ja von Fenric in einem Zeitsturm nach Transsylvanien gebracht und dort machten ja dann Vampirlegenden die Runde. Aber... wenn der schon in Transsylvanien war und die ganze Zeit der Flasche hinterherjagte, dann müssten die beiden Haemophoren- Mädchen ihn ja nicht aus seiner Zeit sondern lediglich von irgendwo auf der Erde herbeigeholt haben. Oder bring ich da jetzt was durcheinander???
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    • Ja, eine sehr feine Folge. Komplex, sehr atmosphärisch. Und zeigt, aus heutiger Sicht, wie man einen sehr mächtigen Gegenspieler ohne den RTD-Gigantismus inszenieren kann ;)

      Ich kann dem tanzenden Arzt im Großen und Ganzen nur zustimmen. Die Inszenierung saß bei "Curse of Fenric" einfach. Beispielsweise Millington: Man musste ihn nur eine Einstellung lang in seinem NS-Büro sitzen sehen und schon lief einem ein Schauer über den Rücken. Überhaupt: Mit nun wirklich billigen Mitteln so eine Atmosphäre aufzubauen ist durchaus eine Leistung. So waren die Vampire mit dicker Schminke und langen Fingernägeln im Grunde ein bißchen lächerlich - aber gewirkt haben sie trotzdem, zumindest bei mir.

      Ganz besonders hat mir die Entwicklung des Doktors gefallen, Nummer Sieben läuft hier wirklich zu Hochform auf. Zu schade, dass es nach dieser Staffel mit diesem Doktor zu Ende war. Was da alles noch hätte kommen können! Daher träume ich immer noch von einer Multi-Doktor-Folge mit Sechs bis Zehn. Und ja: Ich weiß, McCoy und C. Baker sehen heute nicht mehr so frisch aus wie früher ... ;)

      Und ich danke dem tanzenden Arzt auch für den Tipp mit der Novellization! Lohnt sich bestimmt, da mal reinzulesen.
      "People don't understand time, it's not what you think it is. It's complicated, very complicated.
      People assume that time is a strict progression of cause to effect.
      But actually, from a non-linear, non-subjective viewpoint it's more like a big ball of wibbely-wobbely, timey-wimey ... stuff."
      (Der Doctor)
    • Ohja, Multi-Doctor mit McCoy. Und ich bestehe immer noch auf der Meinung, dass er das durchaus noch glaubwürdig rüberbringen könnte vom Aussehen her.

      Nein, der Doctor weiß nicht immer was passieren wird. Meistens weiß er sogar ziemlich wenig. :D
      Je nach TV-Ära. ;)
      Aber der siebte war besonders manipulativ und verfolgte seine eigenen Pläne, was er Ace nicht unbedingt erzählt hat.
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    • Also sofort wenn die TARDIS materialisierte kaum oder besser selten. Aber meist ziemlich früh, was nicht heißt das der Zuschauer und der Companion dies erfahren.
      "Well, there you are, young man. What do you think of that now, eh? A Viking helmet."
      "Oh, maybe."
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      The Time Meddler 1stdoc
    • Was passieren wird, weiß der Doctor in aller Regel nicht. Gerade der siebte Doctor versucht jedoch immer, die Situation so früh als möglich so zu beeinflussen, dass es zu seinen Plänen passt. Da er jedoch nicht erklärt, wie diese Pläne aussehen, wirkt es häufig so, als hätte er jede Kleinigkeit bereits vorausgesehen. Tatsächlich muß er aber auch häufig improvisieren.
      An diesem Wochenende hab ich mir "The Reign of Terror" angesehen. Die zeigt allerdings deutlich, dass der Doctor seit der Hartnell-Ära vergleichsweise viel weiß. Die ersten beiden Doctors haben meist nicht einmal gewußt, auf welchem Planeten und in welcher Zeit sie waren. Erst seit Tom Baker hat sich das geändert. (Gut, eigentlich schon seit Jon Pertwee, der sich während seines Zwangsurlaubs auf der Erde darüber keine großen Gedanken machen musste. :D )
    • Dieses Thema ist zwar bereits uralt, aber ich mag einfach nicht ein neues Thema erstellen, wenn es doch schon ein Thema gibt.

      Ich habe selten etwas gesehen, dass so breit angelegt war. Ich habe mir eine Liste gemacht mit allem, was in den Folgen angesprochen und zum Thema gemacht wurde:

      - nordische Sagenwelt und Wikinger, Runen

      - Vampire,

      -Umweltverschmutzung

      -Krieg, kalter Krieg, 2. Weltkrieg,

      -Schach,

      -Codeknacken, Logikprobleme, Computer in ihren Anfängen (Alan Turing, Bletchley Park)

      - Der Kampf Gut gegen Böse

      -Glaube und Verlust des Glaubens.

      Habe ich jetzt etwas übersehen?

      Es grenzt an ein Wunder, dass dies alles innerhalb der vier Episoden flüssig präsentiert wurde.

      Wenn ich versuchen sollte, The Curse of Fenric in einigen Sätzen zu beschreiben, fällt es bei mir so aus:

      Der Doctor und das Böse als solches (Fenric) hatten vor ca. 1700 Jahren einen Kampf. Der Doctor siegte damals. Fenric ließ dies keine Ruhe, und er führte durch die Jahrhunderte verschiedenste Schachzüge durch, um eine Neuauflage des Duells zu erreichen. Der Showdown ist dann 1943 in der Militärbasis, hier laufen dann alle Fäden zusammen. Jede Person in dieser Folge ist eine Figur in diesem Spiel, bis auf dem Doctor und Fenric. Ob der Doctor auch solange im voraus geplant hat, ist mir nicht klar, ich glaube aber eher nicht. Der kann einfach besser improvisieren. Aber der siebte Doctor ist ja wohl auch ein Kapitel für sich....

      Man könnte wahrscheinlich noch viel mehr schreiben, aber dann wird es wirklich sehr lang.

      Das war seit meiner Schulzeit mein erstes Wiedersehen mit dem 7. Doctor. Ich habe beim Ansehen also ziemlich blöd und glücklich vor mich hingegrinst. Ace habe ich ja immer schon gemocht, und das Wiedersehen mit ihr hat mich nicht enttäuscht.

      Meine Gänsehautmomente waren das Nazibüro, in dem ein britischer Seeoffizier (Millington) saß (was macht der denn in der Reichskanzlei, dachte ich beim ersten Sehen), die Stelle, an der Ace erkennt, dass sie zu den Wölfen gehört und die Stelle, an der der Vikar über den Korintherbrief nachdenkt (ich glaube, er zitiert nicht direkt daraus). Mir kommt es vor, dass es hier auch um den Glauben geht. Der Vikar wird von den Vampiren umgebracht, weil er nicht mehr an das Gute in sich glaubt. Sorin und seine Soldaten überstehen die Vampirangriffe, weil sie an die Revolution glauben. Und Ace verhindert, dass der Ancient One Sorin/Fenric tötet, weil sie an den Doctor glaubt und den Ancient so festhält. Der Doctor raubt ihr diesen Glauben auf eine ziemlich gemeine Art und Weise und hat hinterher alle Hände voll zu tun, ihr Vertrauen wieder zu gewinnen.

      Ich habe oft gelesen, dass der siebte Doctor besonders skrupellos und manipulativ ist. Mir kam er auch so vor, aber auf der anderen Seite auch wohlwollend und fürsorglich.

      Tolle Folge, mit der ich wahrscheinlich noch lange nicht durch bin.
    • Wirklich gutes Teil.

      Tatsächlich eine extrem vollgepackte Geschichte, aber erstaunlicherweise hat man es geschafft, alle Elemente zu einem doch ziemlich überzeugenden Ganzen zusammenzuschustern.

      Wie immer habe ich natürlich nicht alles kapiert (das "noble" blaue Schlussmonster zum Beispiel), teilweise waren wohl auch Anspielungen drin, für die man offensichtlich ein paar Folgen mit Ace und dem 7. Doctor gesehen haben muss, hat dem Sehgenuss aber keinen Abbruch getan.

      Ich muss mal loswerden, dass ich mir Classic Who optisch immer viel schlimmer vorgestellt habe, mit wenigen Monsterausnahmen sahen für mich aber fast alle bisher gesehenen Folgen ziemlich gut aus, auch hier haben mir die Schauplätze (die schöne alte Kirche, der Strand) wieder extrem gut gefallen. Vielleicht hatte man weniger Kohle, aber damit sind die Produzenten sehr effizient umgegangen.

      Die Hermovores (oder so) waren ziemlich überzeugend, schöne Gruselmonster, der Aufstieg der Wasserleichen aus dem Meer war ein sehr starker Moment, nur noch geschlagen von der Szene, als der tot geglaubte Soldat unter dem Meer plötzlich seine Augen öffnete.

      Ich mochte besonders die Auseinandersetzungen mit Reverend Wainwright, der für mich schauspielerisch am besten verkörpert wurde. Den mit seinem Glauben ringenden Pfarrer hat man natürlich schon oft gesehen, aber dennoch war es sehr eindrucksvoll, wie Wainwright unbedingt an das Gute glauben will, es in letzter Konsequenz aber doch nicht schafft und dafür - natürlich im Kampf für das Gute - sein Leben gibt. Einer der seltenen Gastcharaktere, dessen Tod mich wirklich gerührt hat.

      Auch der ganze Handlungsbogen um die Dechiffriermaschine und Millington war sehr überzeugend, frei nach dem Motto man muss zum Nazi werden, um die Nazis zu besiegen. Auch dass Russland sich selbst mit der Entschlüsselung der Liebe ausschalten sollte, war eine gute Idee, wie auch überhaupt, dass alles eine Falle für die Russen war. Weniger prickelnd fand ich, als sich zum Ende hin der Russe und der Brite zum Kampf gegen den wahren Feind verbündeten, das war etwas dick aufgetragen.

      Fenric selbst fand ich zwar nicht schlecht, als Verkörperung des Bösen überhaupt wurde er mir dann aber doch etwas zu simpel ausgeknipst. Aber die Wandlung des behinderten, sympathischen Wissenschaftlers zum diabolisch grinsenden Megalomaniad hat gut funktioniert. Und der Cliffhanger "Now we play the contest again...Timelord" ist natürlich weltklasse.

      Wirklich gestört hat mich die Szene am Anfang, als sich der Doctor vor Judson und dessen Betreuerin ein fettes Empfehlungsschrieben vom Ministerium hintippselt, dem Offizier unter die Nase wachtelt und die beiden das nicht mal kommentieren. Nicht besonders glaubwürdig.

      Im Endeffekt war natürlich Ace der Star dieser Folge, und Sophie Allred hat die Geschichte sehr gut getragen. Sie ist nicht der Welt beste Schauspielerin, hat ihre Emotionen aber dennoch mit schönem Understatement gut rübergebracht. Besonders mochte ich ihren Auszucker, als sie dem Doc seine Geheimnistuerei vorwarf und all ihre Szenen mit Kathleen und Audrey. Ich hab natürlich erwartet, dass sich die als Oma und Mum rausstellen, wurde aber dennoch lange genug ausreichend subtil gehalten, sodass die diesbezügliche Klarstellung ein toller Moment war. (Allerdings befürchte ich, dass Ace das wohl einige Zeit früher hätte raffen müssen, Kathleen hätte sie spätestens bei der Nennung des Namens ihres verstorbenen Gatten doch erkennen müssen.)

      Etwas übertrieben kam mir Aces Superintelligenz vor, als sie plötzlich checkte, dass die Runen in Wahrheit ein Logikrätsel sind. Auch die Romanze mit dem russischen Captain Sorin - den ich übrigens sehr mochte - war ziemlich aufgesetzt und kam alles andere als glaubhaft rüber.

      Aber das Finale, in dem der Doctor Aces Glauben an ihn brutal zerstörte, entschädigte wieder für alles. Ich denke, dass die grausamen Beschimpfungen Ace deshalb so trafen, weil sie - im Kern zumindest - nicht weit weg von der Wahrheit sind. Ace ist ein gesellschaftlicher Außenseiter, und sie hat schwerwiegende emotionale Problem (der Hass auf ihre Mutter, ihr Bedürfnis, alles in die Luft zu sprengen).

      Ich hätte gern gesehen, wie es mit Ace und dem Doctor weitergeht, sicher eine der interessantesten Doctor-Companions-Beziehungen überhaupt. Kann bei der Qualität von Folgen wie dieser und "Ghost Light" nicht wirklich verstehen, dass Doctor Who abgesetzt wurde. :07:

      Hab (natürlich) für ein "Super" gestimmt.
      "It's more than that! I'm not that man, Klein. The man you want me to be. You can say what you like, even re-write my past, but it doesn't change who I am. If I can save them, I will. I'm the Doctor. That's what I do."

      5thdoc 2nddoc 8thdoc 11thdoc 9thdoc 4thdoc 10thdoc 1stdoc 6thdoc 3rddoc 7thdoc
    • michael_who schrieb:


      Kann bei der Qualität von Folgen wie dieser und "Ghost Light" nicht wirklich verstehen, dass Doctor Who abgesetzt wurde.




      Warum man da aufgehört hat, würde ich auch gerne wissen. Weil es jetzt am schönsten war? Das kann wohl kaum der Grund gewesen sein....

      Die Verbrüderung von englischen und russischen Soldaten kommt mir vor wie eine Parallele zum Schachspiel; die Soldaten erkennen, dass sie nur die Bauern in einem Spiel sind. Im Schachspiel selbst findet Ace die Lösung. Sie liegt auch bei den Bauern ("The black and white pawns don´t fight each other, they join forces"). Genauso handeln auch die Soldaten, diabolischerweise gehört das aber gerade zur Strategie von Fenric....

      Es ist sicher interessant, das Schachproblem, das der Doctor da aufgebaut hat, mal nachzuspielen.... Ich selbst spiele nur lausig Schach, eine Strategie, bei der schwarze und weiße Figuren zum Nutzen eines Spielers agieren ist mir unbekannt. Ich kenne das nur, wenn einer wirklich lausig spielt und mit seinen Fehlern dem anderen in die Hände spielt. (Der lausige Spieler war ich dann meistens).

      Die Kooperation ist auch ein wichtiges Element aus dem Gefangenendilemma, auf das ja auch mehrfach angespielt wurde.


      Insoweit fand ich dies nicht weit hergeholt oder dick aufgetragen. Das war genau nach meinem Geschmack.

      Ace ist für mich bisher der spannendste Companion überhaupt. Das ist ja schon ein regelrechter Entwicklungsroman, der uns da vorgeführt wird.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Inazea ()

    • Dass sich Russen und Briten verbündet haben, hat mir sehr gut gefallen. Mich hat nur das Wie gestört, nämlich dass die beiden Soldaten das etwas dümmlich grinsend so penetrant betont haben.
      "It's more than that! I'm not that man, Klein. The man you want me to be. You can say what you like, even re-write my past, but it doesn't change who I am. If I can save them, I will. I'm the Doctor. That's what I do."

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    • Oh, Entschuldigung, da habe ich wohl falsch gelesen.

      Aber vielleicht haben die das so geschrieben, damit man die Parallele zum Schachspiel erkennen kann ("We are just pawns"). Das ging vielleicht dann gerade nicht subiler... (sonst hätten es Zuschauer wie ich nicht bemerkt). :) Haben die wirklich gegrinst? Ich kann mich gerade nicht genau erinnern.