10x03 - Dünnes Eis (Thin Ice)

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    • And thats what defines the Doctor.

      Das ist die villeicht erste Folge, in der Ich trotz des mageren Plots die Freude nicht azs dem Sinn und das Kritische nicht aus dem Auge verloren habe. Auch wenn es plottechnisch nicht all zu viel zu sehen gab, gab es himmliches zu hören. Thin Ice vollendet die aus den ersten drei Folgen bestehende Einführung in das Whoniversum in schönster Form, in dem auch hier ein wesentlicher Teil der Serie, nämlich der Doctor als stehlender, exzentrischer Bastard und humanistischer Kämpfer und Lebenslehrer verhandelt wird. Schön vor allem deshalb, weil der Doctor sich hier, anders als in der zuvorigen Folge nicht als Moralprediger insziniert hat, sondern seine Prinzipien sympatisch vorgelebt und inspirierend an Bill weitergegeben hat. Das hier ein Mensch das inhumane Monstrum war hat völlig in die Thematik gepasst und hat dieser erfreulich anzusehenen Abhandlung über Humanität, die hier natürlich von einem Außerirdischem getragen wurde den notwendigen Kontrast gegeben.

      Eine Frage hätte Ich allerdings noch: Hatte man im 18. Jahrhundert derartige Zündvorrichtungen oder hatte man gehofft, dass dieser Anachronismus neben der außerirdischen oder prähistorischen Seeschlange nicht auffällt?
    • Gut. Nach dem Abenteuer in der Zukunft ein Abenteuer in der Vergangenheit, und London im 19.Jahrhundert war für Dr.Who immer eine Reise wert. In den ersten beiden Folgen stand ich Bill als Companion noch skeptisch gegenüber (wirkte ein bißchen wie eine Schmalspurausgabe von Ace), aber in der dritten Folge bin ich zufrieden mit ihrer Rolle. Sie ist gut geschrieben, etwa wenn Bill zögert, aus der Tardis auszusteigen, weil es in dieser Zeit noch Sklaverei gibt, oder schockiert darüber ist, dass der Doktor lieber den sonic screwdriver rettet als den Jungen. Etwas blass bleibt der Bösewicht trotz intensiv blauer Jacke. Etwas zu groß für die Themse ist das Monster. Die Atmosphäre jedoch ist von Anfang an klasse.
    • sebbl schrieb:

      Einige kleine Details haben mir auch sehr gefallen, zum Beispiel Bills Frage am Anfang wegen Sklaverei (etwas, dass Martha vor ein paar Jahren ja völlig ignoriert hat) oder auch schlicht und einfach die Tatsache, dass der Doctor und Bill sich die mühe machen, sich der Zeit entsprechend zu kleiden (etwas, dass Martha vor ein paar Jahren ja völlig ignoriert hat*)
      Ja. Und ich hoffe, dass das Faktum, dass der Doctor jetzt eine Frau ist, bei entsprechenden Zeitreisen in die Vergangenheit, wo patriarchalische Gesellschaftsformen vorherrschten, zu entsprechenden Komplikationen führt.

      Kann es eigentlich sein, dass auf der Ice Fair die falsche Union Jack hing, nämlich ohne eingefügtes rotes Andreaskreuz?
      Ja und nein. Das rote Andreaskreuz für Irland wurde zwar schon 1801 eingeführt, aber sicherlich haben die 1814 noch ein paar alte Versionen verwendet.

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    • Für mich ist diese Episode die Torchwood Folge Meat als Doctor Who Geschichte. Außerirdisches Tier, welches irgendetwas in unendlichen Mengen selbst produziert, wird von Kapitalisten gefangen genommen und ausgebeutet. Nur während die Torchwood Folge diesen Plot als Backdrop für eine Geschichte über die Charakterdynamik im Team und eine Veränderung eben dieser, aka die Einweihung von Rhys in die Arbeit von Torchwood, verwendet, ist es bei Doctor Who nicht nur der zugrunde liegende Plot sondern wirklich die Geschichte, die vordergründig erzählt wird. Dies wäre nicht weiter schlimm, wenn wir es wenigstens mit einem vielsagenderen Bösewicht zu tun hätten als Lord Sutcliffe, dem ich in seinen Auftritten nicht abnehme, dass er ein genialer Geschäftsmann ist oder den kriminellen Verstand besitzt sämtliche Spuren von sich wegführen zu lassen. Daran krankt im Endeffekt die gesamte Folge.

      Aber es gibt auch sehr gutes zu sagen. Der Doctor war großartig, Bill hat mir gefallen und die Atmosphäre, das Set-Design und der Handlungsaufbau sind ebenfalls lobend zu erwähnen. Daher macht die Episode beim Schauen auch erst einmal Spaß, besonders die erste Hälfte. Man darf eben nur nicht zu sehr darüber nachdenken, wie dieses riesige Tier so ohne weiteres in der Themse versteckt werden kann oder wieso niemand auf die Idee kommt, die Kinder als Zeugen zu befragen, was einen beinahe direkt zu Sutcliffe führen würde.

      Was für mich die Folge eher kaputt macht, ist die Action am Ende. Da wird die Folge über ein Krimimysterium aufgebaut und am Ende endet alles mit einem Showdown auf dem Eis, inklusive große Evakuierung, Bomben und einem lächerlichen Tod für Sutcliffe. Ich hätte mir ein anderes Ende gewünscht, nur weiß ich leider auch nicht, wie man es sonst hätte beenden sollen. Da hat sich die liebe Frau Dollard dann doch ein wenig in die Ecke geschrieben gehabt. Es gab aber auch schon wesentlich schlimmere Auflösungen in der Doctor Who Geschichte, daher ist es dann doch noch zu verzeihen.

      FAZIT: An sich eher eine Standardepisode, deren Atmosphäre und ein wirklich guter Doctor es auf überdurchschnittliche 6,5/10 herausreißen. Es wäre aber noch wesentlich mehr drin gewesen, mit einem überzeugenderen Bösewicht und einem etwas ruhigerem Finale.
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    • Mario schrieb:


      FAZIT: An sich eher eine Standardepisode, deren Atmosphäre und ein wirklich guter Doctor es auf überdurchschnittliche 6,5/10 herausreißen. Es wäre aber noch wesentlich mehr drin gewesen, mit einem überzeugenderen Bösewicht und einem etwas ruhigerem Finale.
      Tja, das ist das alte Problem: der Inhalt eines klassischen Vierteilers wird in 45 Minuten gequetscht, obwohl für eine vernünftige Erzählung mindestens eine Stunde notwendig gewesen wäre. Das Serienkonzept von New Who taugt nichts. Hätte man eigentlich seit Staffel 22 wissen müssen, wobei man da den umgekehrten Weg geht und den Inhalt von einer Stunde auf anderthalb streckt.
      Ansonsten muss ich natürlich sagen, dass mir Staffel 10 neben Staffel 5 bei New Who am besten gefallen hat - auch wenn sie im Internet von den RTD-Jüngern verrissen wird.

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    • Echt? Ich hatte bei Staffel 10 zum ersten Mal durchweg positive Reaktionen von allen Seiten des Fandoms mitbekommen. Natürlich mit ein paar Ausnahmen, aber im Großen und Ganzen...
      Doctor Who doesn't just travel in time, he travels in genre
      -Toby Hadoke, Timelash 2017

      Seil ist Geil
      -Cutec, Timelash 2017