10x12 - Der Doktor fällt (The Doctor Falls)

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    • Torian schrieb:

      War es nicht so, dass Kanon-Theorien in den Bifis dann auch ihre Gültigkeit haben, wenn sie der Serie selbst nicht wiedersprochen haben? Oder in der Serie explizit bestätigt werden?
      Vor allem war es so, dass man eigentlich keinen einheitlichen Kanon formulieren kann, da bereits die TV-Serie selbst sich mehrfach widerspricht. Jeder muss also prinzipiell für sich entscheiden, was für ihn zum Kanon gehört … oder man genießt einfach sämtliche Geschichten, ohne sich Gedanken zu machen, ob sie eine konsistente Realität liefern.
      "That's it! Now I understand: Everyone in the universe is the Doctor. Everyone … except me."
    • Ein gestandener Kerl, Ende 30 hatte gestern Tränen in den Augen. Diese Nerd war ich.

      Ich bin erst recht spät (so empfinde ich es auf jeden Fall) zu Doctor Who gekommen aber hatte mich sofort in die Serie verliebt. Als ich mich durch die erste NewWho-Folge quälte war ich nach der zweiten Folge angefixt und bingte die Serie (damals war schon Matt Smith der aktuelle Doctor) innerhalb von 5 Tagen komplett durch.

      Gestern heulte ich also. Nicht zum ersten Mal wegen Doctor Who aber es war das erste Mal, dass ich die Abenteuer eines aktuellen Doctors Folge für Folge miterlebte (meine erste Live-Folge war ausgerechnet The Time of the Doctor).

      Zwar ist Capaldi nicht meine absolute Nummer 1 aber er ist mein erster Live-Doctor und ich möchte ihn nicht verlieren.

      Er ist großartig in der Rolle. War Smith der Nutty Prof. so ist Capaldi der grummelnde Doctor mit Ecken und Kanten aber bestechender Logik. Schauspielerisch sowieso Matt Smith überlegen. Ich gehe sogar soweit zu sagen das Capaldi in der Darstellung des Doctors nach Baker kommt.

      Die lange Vorrede soll nur einleiten mit welchen Gefühlen ich gestern an die Folge ging.

      Es war (wenn man einmal das Kabinettstück Heaven Sent außen vor lässt) die beste Folge der letzten beiden Staffeln.

      Wie immer zeigt der Doctor seine Fähigkeiten zu improvisieren. Niedergeschlagen hackt er noch Codezeilen in die Tastatur. Unrealistisch? Nicht für den Doctor! Missy selbst war es, die Clara von genau diesen Künsten (und den Vampiraffen) in The Witch's Familiar erzählte.

      Trotz auswegloser Lage war genau auf diese Fähigkeit verlass und wie immer löst er damit erst das Chaos aus. Es gilt Bill zu retten. Eine Person, die anders war als all die Begleiter zuvor. Und ich meine jetzt nicht, dass sie queer ist. Sie verstand Raum und Zeit wie kein Companion vor ihr.

      Perfekter dramaturgischer Clou: wir sehen Mackie so wie sie sich selber sieht: als Bill. Wie schade wäre es gewesen diese großartige Schauspielerin die ganze Zeit über im Kybermann-Anzug zu belassen. Eine altmodische aber für diese Folge großartige visuelle Lösung.

      Der Master und Missy. Zweimal Negativ ergibt Plus. Es scheint so, als seien die Tränen von Missy kein glorreiches Schauspiel gewesen sondern ihre Verbindung zu 12 eine ganz andere gewesen. Schon bei Death in Heaven wollte sie ihm imponieren. Jetzt eine Hassliebe die in Freundschaft umschlug. Der Master hingegen bleibt bei seiner Einstellung. Das Zusammenspiel von Simm und Gomez war großartig, auch wenn Simm eher am Rande blieb. Weder waren die beiden Ursache noch Lösung des Problems.

      Und dann die Rede des Doctors gegenüber Missy und dem Master, weshalb er die Dinge tut die er tut. Ohne Musik im Hintergrund. Einfach nur Capaldi der die Worte so sprach als käme jedes einzelne nicht vom Autor sondern von ihm. Großartig.

      Für mich war das Ende mit Heather wirklich ein WTF-Moment. Ich hatte nicht DAMIT gerechnet. Trotz aller Kritik, dass erneut ein Hintertürchen für einen Companion gefunden wurde bin ich der Meinung, es ist in Ordnung, dass sie nicht regulär gestorben ist. Es ist eine Familienshow. Ich kann damit leben das die Begleiter nicht ins Licht gehen-obwohl dies Bill mit Heather ja tat.

      Ist euch aufgefallen das kurz vorher eine „Sternschnuppe“ an den linken Rand flog die verdächtige TARDIS - Geräusche gemacht hat. Der Master? Missy? Vielleicht werden wir es erfahren, vielleicht auch nicht.

      Und dann der Schluss. Capaldi liegt auf dem Boden der TARDIS. Das rote Futter seines Crombies fast wie Blut unter ihm gebettet. Und dann wurde es klassisch. Eine Zusammenfassung der Begleiter. Baker lässt grüßen. Und JA ich habe auch NEIN gerufen, genau wie Capaldi. „ I don’t want to go“, „When the Doctor was me“ – Moffats Worte, nicht die des Doctors. War der Abschied vom Doctor doch nicht ganz freiwillig?

      Es ist auch vollkommen ok, dass die Regeneration dieses Mal anders ist. Viele beschwerten sich wieso er die Regeneration plötzlich zurückhalten könne. Der Master hat sie ganz unterdrückt. Von Smith zu Capaldi dauerte die eigentliche Veränderung nur Sekunden. Baker hatte den Watcher auf seiner Seite. Der Kriegs-Doctor regenerierte nur weil seine Aufgabe erfüllt war. Von daher finde ich die Idee eines Doctors, der sich weigert zu gehen, weil er nicht erneut alles hinter sich lassen will, eine wundervolle Art, Capaldis Leistung Respekt zu zollen.

      War nur mir so oder veränderte sich das Gesicht von Capaldi bis er seine Fäuste in den Schnee rammte? Ich hatte den Eindruck die Haare waren während des goldenen Schimmers anders?!? Kann aber auch nur am Effekt liegen.

      Tja und dann kam Bradley. Ich wusste, dass er im Weihnachtsspecial dabei sein wird und ich mag genau das. Ich bin auch davon überzeugt, dass die TARDIS den Doctor zu dem Zeitpunkt von The Tenth Planet gebracht hat.

      Die Sun spekulierte ja dass der Doctor dem Doctor klar machen muss, Gallifrey zu retten – sprich die Geschehnisse vom Tag des Doctors aufgreift. Sehe ich eher nicht so aber lasse mich gerne überraschen.

      Auf jeden Fall volle Punktzahl für diese Folge.
      Laugh Hard, Run Fast, Be Kind!

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von The Other ()

    • Die Folge war sehr gut. Der Anfang war noch ein bisschen meeh für mich, im Anschluss dreht die Folge richtig auf.

      Missy und der Master: Super harmoniert und gespielt, grandios. Das Ende war konsequent und eine Schleife quasi (timey wimey). Dennoch tat mir Missy leid :)
      Der Master, das wissen wir eh, wird zurückkommen irgendwann. Dennoch war es aktuell ein Ende mit Schrecken für beide Inkarnationen.

      Bill war "OK". Die emotionalen Szenen waren toll. Bin froh das Sie weg ist, fand Sie ist irgendwie auch "nie" richtig angekommen und war für mich auch kein wirklicher Begleiter, sondern eher "Durchreise".
      Schön dass Sie auch der kürzeste Begleiter in NewWho war ;).
      Allerdings fader Beigeschmack dass die Begleiter immer einen "epischen" Abgang haben müssen und hier auch noch stark kopiert wurde von Clara & me! Es wird immer über RTD geschimpft, aber bei Moffat bekamen die Begleiter einedeutig eine viel zu große Rolle / Bedeutung! Das ist und war für mich Mist!
      Alles in allem aber OK, da der Twist zum Piloten der Staffel (im wahrsten Sinne des Wortes dazu) überraschend war und auch logisch erklärt wurde!

      Nardole kam etwas zu kurz fand ich, was mich nicht weiter störte, denn auch diesen Charakter mochte ich nicht wirklich.
      Dennoch schön das er scheinbar eine "Aufgabe" gefunden hat.

      Der Doctor, genial gespielt, ist grandios gespielt von PC. Gekonnt wechselt er die Emotionen und spielt quasi sein eigenes Ende vor, dass dann doch nicht so schnell kommt wie er sich gedacht hatte.
      Capaldi hat die Sttaffel mit den letzten 2 Folgen für mich noch mal rumgerissen von "mies" zu "ausreichend bzw. OK". Schade dass er geht, dennoch glaube ich hätte eine weitere Staffel mit Ihm nicht gut getan.
      Dafür is zuviel mit Clara / Bill passiert.

      Was mir noch sehr gut gefiel war der Cliffhanger mit dem 1. Doctor und die Spekulationen wie es jetzt im X-Mas Special weitergeht. Gibt es ein klassisches Abenteuer oder eine "Dickens Geschichte" oder aber eine Abhandlung der beiden Doctoren wie Sie über das Leben philosophieren und der erste Doctor dem aktuellen erklärt warum er die Regeneration zulassen muss (Erklärbär und väterlicher Rat).
      Eine Mischung aus allen 3 fände ich ziemlich gut :)

      Das Setting war schlicht und etwas auf "Sparflamme" machte mir aber in der zweiten Hälfte der Folge nichts mehr aus.

      Fazit: 9 / 10, ein sehr gutes Finale.

      PS: Zur Staffel selber werde ich mich dann noch mal in einem anderem Thread äußern, passiert hier nicht rein.
    • Sven Zuvivene schrieb:

      Vor allem war es so, dass man eigentlich keinen einheitlichen Kanon formulieren kann, da bereits die TV-Serie selbst sich mehrfach widerspricht. Jeder muss also prinzipiell für sich entscheiden, was für ihn zum Kanon gehört
      Terrance Dicks hat (auf der TimeLash I glaube ich) gesagt: " Kanon ist, an was ich mich erinnern kann, mit dem Rest müssen sich die anderen Autoren herumschlagen." Damit ist eigentlich alles gesagt. Wer Konsistenz will, muss eine Ausbildung in Donaldismus machen und ihn dann auf "Doctor Who" anwenden.
      "Grundgütiger! Ein weiblicher Doctor! Was für Zeiten das doch sind!" (Barnabas Collins)
    • Zaphod B. schrieb:

      Sven Zuvivene schrieb:

      Vor allem war es so, dass man eigentlich keinen einheitlichen Kanon formulieren kann, da bereits die TV-Serie selbst sich mehrfach widerspricht. Jeder muss also prinzipiell für sich entscheiden, was für ihn zum Kanon gehört
      Terrance Dicks hat (auf der TimeLash I glaube ich) gesagt: " Kanon ist, an was ich mich erinnern kann, mit dem Rest müssen sich die anderen Autoren herumschlagen." Damit ist eigentlich alles gesagt. Wer Konsistenz will, muss eine Ausbildung in Donaldismus machen und ihn dann auf "Doctor Who" anwenden.
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      Alles kann erklärt werden.
      Doctor Who doesn't just travel in time, he travels in genre
      -Toby Hadoke, Timelash 2017

      Seil ist Geil
      -Cutec, Timelash 2017
    • Ich fand die Folge überwiegend gut. Bills Rettung, die ja nicht seitens des Doktors erfolgte, passte sich gut ein, mit einem sentimentalen, aber nicht zu sentimentalen Touch - viel besser als der lange Abschied von Clara, deren Position eindeutig gewonnen hätte, wäre sie gestorben. Manchmal muss man Nägel mit Köpfen machen, um Personen ein würdiges Ende zu bereiten. Nicht der Doktor mag keine Enden ;) Moffat!
      Bei Bill sehe ich das etwas anderes, vielleicht auch, weil man sie weniger “überstrapaziert“ hat (vielleicht auch weil ich Ashaldir - oder wie auch immer diese furchtbare Schauspielerin im wahren Leben heißt - über mehrere Folgen nervtötend fand) - das Ende hatte etwas Bittersüßes. Bei Clara war man froh, dass es endlich vorbei war.

      Traurig fand ich, dass der Doktor nicht erfahren hat, dass Missy tatsächlich beabsichtigte, an seiner Seite zu stehen - das also die Freundschaft am Ende doch trägt. Aber es ist eben eine Beziehung, die unvorstellbar komplexer ist als menschliche. Michele Gomez war als Master einfach eine tolle Besetzung - ich fand sie um so vieles besser als Simms, vielschichtiger.

      Capaldi - ich werde ihn sehr vermissen - er ist ein so facettenreicher Schauspieler - der selbst schlechte Drehbücher noch sehenswert macht - er ist auf meiner Liste sehr weit vorn - (aber ich bin ja auch schon eine ältere Frau, die sich an seinem Alter nie gestört hat. Allerdings will ich den Doktor auch nicht hinterhersabbern - das hilft)

      Bill hätte ich noch eine Staffel ertragen können, sie war bemerkenswert nachvollziehbar. Nicht so prollig, nicht so schrill, nicht kindlich, nicht so dominant - einfach erwachsen -

      Sehr schöne Reminder, schöne Dialoge - bißchen einfach, wie leicht doch die Cyberman besiegt werden können, aber... nun gut.

      Ich habe mich übrigens nicht an Tennant erinnert gefühlt - es fehlte doch etwas die übertriebene Theatralik. Ich kann auch nachvollziehen, dass man nicht dauernd jemand anders sein möchte.
    • Im Großen und ganzen fand ich die Folge gut, aber nicht sehr gut.

      Ich fand dieses Tränen-Ding etwas far fetched. Fühlte sich ein wenig nach nem billigen Deus-ex-machina an. Diese Wasserfrau hatte bei mir lange nicht genug Eindruck hinterlassen als das sie die Auflösung des "Bill wird sterben"-Arc arstellen soll. Da hätte ich es schon eher nachvollziehen können wenn sie der Doktor River-style regenerieren lassen hätte.(nur von der Art her wie diese Staffel mit "Regenerationsenergie" um sich geworfen hat)
      Genauso "billig" für mich kommt die Tatsache daher, dass der Master sich selbst tötet.
      Was nützt ein Story-Arc wenn er sich dermaßen sinnlos in heiße Luft auflöst. Für as X-mas special bin ich grade auch etwas skeptisch. Wir alle wissen das es eine Regeneration geben wir, wie soll die Frage ob er regenerieren wird eine Folge tragen?
    • Schade für die Serie um Michelle Gomez (wenn Missy denn wirklich tot ist) - grandiose Schauspielerin, hat den Simm echt an die Wand gespielt! Ihn fand ich doch recht blass dagegen. Anderseits aber auch toll, dass sie so nun Capaldis Master bleibt - wer weiß, ob sie mit einem anderen Doctor ebenso gut harmoniert hätte.

      Ich bin von der Staffel und ihrem Finale begeistert. Nur mit Bills Abschied bin ich nicht so recht zufrieden - weil man diese Pseudo-Tode eben auch schon so oft hatte. Gut - aber vermutlich zu gewagt - hätte ich sie als "neuen" Cybermen-Begleiter eines neuen Doctors gefunden. Dann natürlich nicht mit dem ständigen Wechsel zwischen Cybermen-Mensch-Aussehen. Wenigstens für ein paar Folgen. Vielleicht hätte sie sich einfach für den Doctor opfern sollen - das hätte ihr ein Alleinstellungsmerkmal in New Who gegeben - das hätte ich ihr gewünscht!
    • Jefferson Hope schrieb:

      Schade für die Serie um Michelle Gomez (wenn Missy denn wirklich tot ist)
      Selbst wenn man Missy irgendwann wiederholen sollte, die Szene sollte unbedingt ihr Ende bleiben. Einen besseren Tod kriegt diese Inkarnation nicht.
      Doctor Who doesn't just travel in time, he travels in genre
      -Toby Hadoke, Timelash 2017

      Seil ist Geil
      -Cutec, Timelash 2017
    • ScarScrow schrieb:

      bread-on-toast schrieb:

      Genauso "billig" für mich kommt die Tatsache daher, dass der Master sich selbst tötet.
      Er/Sie ist ganz sicherlich nicht Tod. Man darf nicht vergessen beim Doctor war es genauso am "Lake Silencio" aber da hatte er genug zeit sich vorzubereiten. Ich denke das Missy da auch eine Exit Strategie hatte. Wieso sonst hätte sie es so einfach zugelassen.
      Mir ist klar das sie nicht engültig tot ist, im Rahmen er Folge aber schon. Aus meiner Sicht war das unnötig ausser um den Doktor weiter zu enttäuschen un verbittern zu lassen. Mir ist klar das für einen Reboot wieder ein "klassischer, böser Master" her sollte, aber warum hat Moffet sie nicht im Kampf gegen die Cyberman sterben lassen?
    • Black Hole versus Plot Hole,
      wenn das Schwarze Loch groß genug ist und sehr schnell rotiert, dann bekommt man einen hohen Dilatationsfaktor bereits in einem größeren Abstand zum Ereignishorizont und die Gezeitenkräfte sind so gering, dass eine "Spaghettifizierung" nicht stattfindet. So vertritt es jedenfalls Kip Thorne, der wissenschaftliche Berater für den Film "Interstellar".

      de.wikipedia.org/wiki/Kip_Thorne
      relativitydigest.com/2014/11/0…-science-of-interstellar/

      Hier bei Doctor Who würden all diese Argumentationen nicht zutreffen. Der Blick von oben auf die Akkretionsscheibe zeigt, dass das Raumschiff über einem der Pole des Black Hole steht, wo die Rotation keinen Einfluss hat. Und, selbst wenn man das ignoriert, bliebe immer noch, dass es im Kontrollraum bereits zwischen Kopf und Füßen der dort anwesenden Personen einen Dilatationsunterschied von mindestens 10 geben müsste. Wollte man verständlicherweise nicht so darstellen. Gut, wissen wir, dass es bei Doctor Who nicht um wissenschaftliche Genauigkeit geht. Akzeptieren wir.

      Aber wieder einmal wollte Moffat sich nicht festlegen. Im ersten Teil entsprachen 1000 Jahre auf Deck 1056 zwei Tagen und zehn Stunden im Kontrollraum. Ein Dilatationsfaktor von 150000. Jetzt im zweiten Teil entsprechen 10 Jahre, die der Master mit Bill verbracht hat, den "ten minutes", die der Doctor im Kontrollraum mit seinem Vortrag vergeudet hat. Ein Dilatationsfaktor von 500000. Kein klares Konzept. Moffat hat einfach irgendwas genommen, was sich nach "viel" anhört. Reiner Zufall, dass die Werte wenigstens noch in der gleichen Größenordnung liegen und sich kein Widerspruch zur Handlung ergibt.

      Es hängt nicht davon ab, welche der Zahlen zutreffender sein soll. Die Expressfahrstühle würden ein paarmal rauf und runter tatsächlich einige Jahre brauchen, aber niemals "thousands of years" wie der Doctor es behauptet. Die Vernichtung der Cybermen auf Deck 507 könnte also vielleicht genau die benötigte Zeit verschaffen, um die Farmleute über Deck 502 und eventuell weitere Zwischenstationen bis zur Tardis zu bringen. Wäre ein guter Plan. Wollte Moffat nicht. Wäre ja auch fies, wenn Nardole mit den letzten Überlebenden endlich im Kontrollraum ankommt und die Tardis ist inzwischen - zwecks Regeneration - mit dem Doctor abgeflogen. Besser sie sterben dann gleich auf Deck 502.

      Im ersten Teil wurden auf dem Bildschirm im Kontrollraum die "life readings" angezeigt. Der gesamte untere Bereich des Schiffes war angefüllt damit. Aber dann gab es Bewohner ausschließlich auf den Decks 1056 und 507. Wenn der Autor sich rechtzeitig entscheidet, was er überhaupt will, dann müssen solche Fehler nicht passieren. Die Cybermen kommen bereits regelmäßig zu Deck 507, in der Absicht Kinder zu fangen. Aber die Fahrstühle zu holen - "we just gave our position away" - war selbstverständlich falsch, weil es den Cybermen den längst bekannten Aufenthaltsort verraten hat. Es wird wiederholt gesagt, dass die Cybermen - "they target the children" - hinter den Kindern her sind. Aber hatten die Cybermen nicht auch die drei Time Lords verfolgt? Irgendwo zwischendurch hat Moffat die Story gewechselt, die er uns erzählen will, und dann wurde nur noch von den Kindern geredet.

      Und dann löst der Doctor die Riesenexplosion aus, durch die alle modernen Cybermen auf Deck 507 vernichtet werden. Nur Cyber-Bill übersteht diese Explosion. Vermutlich hat sie auch das in den 6 Monaten bei den Monks gelernt. Macht sie alles mit ihrem Perception Filter. Und der Körper des Doctors ist sowieso härter als Cyber-Stahl. Deshalb ist er bei der Explosion nicht zu Asche verbrannt.

      Und immer wieder Recycling. Missy hatte sich bereits in "Magician's Apprentice" - wesentlich besser als jetzt - für eine Mission ohne Wiederkehr demonstrativ an die Seite des Doctors gestellt. Und bereits in "Witch's Familiar" hatte sie - wesentlich besser als jetzt - die Funktion des Doctors übernommen und Clara in den Einsatz geführt. Und sie hat wesentlich besser für ihre Sicherheit gesorgt, als der Doctor es bei seinen Companions immer wieder tut. So ein Device, das bei Beschuss eine Teleportation durchführt, hätte Bill vor dem Loch in der Brust bewahrt.

      Jetzt ist es offiziel. Der Master ist am Ende von "End of Time" tatsächlich nach Gallifrey transportiert worden. Und dort hat er sich eine Tardis besorgt. Einziger Verwendungszweck jetzt hier für diese Episode. Harold Saxon hatte keine Tardis, Missy hat nie eine Tardis benutzt. Diese Tardis wird nie wieder in der Serie auftauchen. Und der Doctor hat, als er Missy im Vault eingesperrt hat, sie nicht gründlich durchsucht? Er hat ihr den Dematerialisierungsschaltkreis nicht abgenommen?

      Der Master war Prime Minister der Mondas-Menschen auf Deck 1056. Weil die ihn gestürzt haben, musste er sich tarnen. Moffat hat den Master zum einfachen Schiffbrüchigen degradiert. Kein diabolischer Plan, dass er die Cybermen erschaffen hätte, um eine Armee zur Verfügung zu haben. Kein diabolischer Plan, dass er sich speziell für Bill verkleidet hätte, damit sie ihn nicht als Harold Saxon erkennt, damit er über sie dem Doctor irgend etwas antun kann. Auch Missy hatte keinen diabolischen Langzeitplan. Simm und Gomez wurden weit unter ihrem Wert eingesetzt.

      Aber dafür wurden wir entschädigt durch optisch gute Bilder und eine optimale Performance von Missy, Master, Doctor, Bill, Nardole, Hazran und Alit. Und bei Moffat ist man bereits froh, wenn er alle seiner in einer Staffel begonnenen Handlungsfäden tatsächlich zu einem Abschluss bringt. Bis auf das hier, was meinte Missy in "Empress of Mars" mit: "But, Doctor. Please tell me, really. Are you all right?"

      Radioactive Man
    • Ich kann mich den meisten hier nur anschliessen, die Episode hat wirklich Spaß gemacht und doch einige interessante Wendungen geboten. Das Ende mit Bill war zwar wieder etwas kitschig, aber irgendwie hat sie es verdient. War ein toller Companion und ich hätte die Gute auch noch eine Staffel ertragen.

      Bei den Erinnerungen des Doctors ist mir nur (neben dem fehlen von Rory, der ja wirklich manchmal unheimlich wichtig war) auch noch aufgefallen, dass Clara dabei war. Klar, Effekt für den Zuschauer und so, aber streng genommen wurde sie aus dem Gedächtnis des Doctors gelöscht.

      Trotzdem endet die Episode mit dem wahrscheinlich miesesten Cliffhanger an den ich mich erinnern kann. :D
      "Ironically, while the Eleventh Doctor never encountered the Master onscreen, the episodes containing both his first and last appearances in broadcast order featured two different incarnations of the Master."
    • Das Fehlen von Rory fiel mir gar nicht auf, erst als hier alle draufrumritten - das mit Clara allerdings fand ich auch komisch - ich habe mich wieder gefragt, stand Moffat so auf sie, dass er nicht loslassen konnte oder war sie es, die auf solches bestand und hat es sich in den Vertrag schreiben lassen - beides würde auch ihr unwürdiges und langgezogenes Ende erklären.
    • Notable Moments,
      bei doctorwhotv gibt es zu jeder Episode eine solche Liste mit besonderen Höhepunkten, hier ist meine persönliche Zusammenstellung bemerkenswerter Augenblicke:

      00m32s - Vogelscheuchen und Vogelgezwitscher
      Es gibt in dieser künstlichen Welt Vögel? Zu sehen sind keine.

      03m56s - "Have you felt the blade?"
      Missy bietet dem Doctor die vergiftete Klinge an, mit der sie später die Regeneration ihres Vorgängers auslöst.

      04m18s - Der Doctor fällt auf die Tastatur
      Er kann nur eine einzige Zahl ändern und erweitert die Programmierung der Cybermen auf Humanoiden mit zwei Herzen. Hätte er die Zahl der Herzen nicht einfach auf <1 oder >2 setzen und damit alle Mondas-Menschen retten können?

      04m40s - Die Uhr des Hospitals
      Es ist wieder das gleiche Zifferblatt wie in "Time of the Doctor" und "A Town Called Mercy".

      04m53s - Der Doctor im Rollstuhl
      Immerhin wurde er diesmal nicht im Eiltempo die Treppe heruntergeschoben.

      06m25s - Der Master bestätigt, dass er nach "End of Time" auf Gallifrey war
      Das heißt, er war mit "eingefroren" und konnte erst ab "Hell Bent" Gallifrey verlassen.

      10m06s - Händchenhalten #1

      10m56s - Cyberenergie #1

      16m21s - Jelly Baby
      Ab hier sieht man, dass die rechte Hand verbunden ist. Ursache?

      21m57s - Regenerationsenergie #1
      Die Regenerationsenergie strömt aus der rechten Hand, die den Verband trägt. Irgendein Zusammenhang?

      25m05s - Smith, Tennant & Hurt #2

      27m02s - Eine Windmühle
      Woher kommt in dieser künstlichen Welt der Wind? Von der Klimaanlage?

      35m20s - "Where I stand is where I fall."
      Militaristische Durchhalteparolen. Bill wurde zum Cyberman konvertiert, Missy wendet sich gegen ihn, die Farmleute sind nicht dauerhaft zu retten, aber die größte Niederlage für den Doctor besteht darin, dass er jetzt zum Soldaten wird. Er fällt tief.

      36m59s - Händchenhalten #2
      Übergibt Missy dem Doctor heimlich irgend etwas? Werden telepathische Botschaften ausgetauscht? Nein. Es zeigt das Maximum an Intimität, das zwischen dem Doctor und dem Master jemals möglich ist. So nahe werden sie sich nie wieder sein.

      37m35s - Der Apfel
      Im Boden von Deck 507 befinden sich Versorgungsleitungen mit hochkonzentrierten Substanzen. Nardole kann diese mit seinem Computer gezielt explodieren lassen. Der Apfel verhindert, dass die Cybermen Ursache und Wirkung richtig zuordnen können. Bringt etwas Zeitgewinn.

      40m17s - "If there's more than three people in a room, I start a black market."
      Und Nardole bestand zeitweise nur aus einem Kopf und er war irgendwann einmal blau. Wie Dorium. Moffats Baukasten für Comedy-Charaktere.

      45m03s "You know how I'm usally all about women."
      Der Höhepunkt des Running Gags mit Bills sexueller Orientierung. Immer wieder hat sie mit unbeholfenen Worten ihre Neigungen zu erklären versucht. Das "thing", das "actually" kein "thing" sei. Und jetzt bei der ungünstigsten Gelegenheit, meint sie, auch dem Doctor endlich mitteilen zu müssen, dass sie lesbisch ist.

      46m41s - Missy lacht
      Vor langer Zeit hat sie einmal gesehen, wie einer Frau eine volle Ladung in den Rücken geschossen wurde. Auch wenn sie sich an diese Frau nicht mehr erinnern kann, trägt sie seitdem ein strahlabsorbierendes Mieder.

      48m06s - "And this is for Adric!"
      Den wichtigsten Namen in Bezug auf seine vergangenen Begegnungen mit Cybermen hat der Doctor in der Aufzählung leider vergessen.

      48m40s - Cyberenergie #2
      Der Doctor muss innerhalb weniger Sekunden mindestens drei Treffer einstecken.

      49m29s - Regenerationsenergie #2
      Wieder ist es die rechte Hand, die regenerieren will. Und obendrauf dann die volle Dosis Explosionsenergie von Deck 507.

      50m09s - "Pity. No stars."
      Doch, im Auge von Heather.

      53m32s - Heather kann reden
      Sie hat auf ihrer Reise durchs Universum einen Sprachkurs genommen, deshalb muss sie jetzt nicht mehr die Sätze von Bill wiederholen.

      57m14s - Clara
      Irgendwie scheint die Erinnerung des Doctors an sie wieder vorhanden zu sein. Nebenwirkung der "Träne", die ihm Bll dagelassen hat? Oder ein Abschiedsgeschenk von Missy? Oder doch nur ein Produktionsfehler?

      Radioactive Man