Angepinnt Der 13. Doctor ist...

    • @Kaoru Ich stimme zwar nicht mit allem überein, besonders nicht mit dem zweiten Teil deines Beitrages, aber dies ist einer der besten artikulierten und geschriebenen Beiträge, die ich hier jemals gelesen habe.

      Um mal etwas mehr auf den Inhalt einzugehen:

      Kaoru schrieb:

      ansonsten wäre Jodie Whittaker schon wieder meinen Hirnlappen entwichen.
      Ging mir, als ich neulich noch einmal die erste Staffel gesehen habe, genauso. Nicht nur kann ich deiner Auffassung über die Rolle und der Schauspielerin zustimmen, sondern auch deinem Kommentar bezüglich Arthur Darville. Der hatte echt wenig zu tun, aber irgendwie bleibt er einem im Gedächtnis. Das liegt nicht nur an senem Charisma als Schauspieler, sondern auch daran, dass er nicht wie eine graue Maus wirkt. Sagen wir es einmal so: Klar sieht Jodie Whittaker gut aus, aber sie hat auch nichts besonders, nichts was sie irgendwie markant oder extrem gutaussehend macht. Sie sieht aus wie eine gutaussehende Durchschnittsfrau. Das passt super zu ihrer Rolle in Broadchurch, aber für mich nicht wirklich zum Doctor. Gerade wenn man sie mit Olivia Colman vergleicht, fällt genau dies wieder auf, da Colman genau deswegen, und wegen eines meiner Auffassung nach ausgeprägteren schauspielerischen Könnes, eher im Gedächtnis bleibt. Und wo ich gerade bei Who-relevanten Darstellern bin, ich liebe David Tennant in dieser Serie und ich möchte alleine schon seinetwegen die zweite Staffel gucken, aber so sehr ich seine Darstellung hier liebe, desto sehr graut es mir auch davor Eve Myles anti-Schauspielerei in der zweiten Staffel ertragen zu müssen.

      Kaoru schrieb:

      Das war so ne typische Netflix-Serie die man passiv an nem verregneten Wochenende wegguckt.
      Hätte ITV das mal gewusst, als sie die Serie wöchentlich ausgestrahlt haben ;)

      Kaoru schrieb:

      Nicht herrausragend, aber immerhin interessant genug um sie nicht mittendrin abzubrechen. Es dümpelt ein bisschen vor sich hin – und es ist völlig okay für das was es ist. Man könnte also durchaus sagen dass es ein vielversprechender Einstieg eines Serienautors ist der jetzt, wo er Doctor Who übernimmt, die Chance hat richtig durchzustarten und kreative Türen in seinem Hirn öffnet die ihn zu absoluten Höhenflügen bringt. Nur… wir haben ja bereits schon eine handvoll Who-Episoden von ihm. Und die waren leider Gottes alles andere als Höhenflüge. Teilweise sogar enorme Gurken. Selbst „The Power of Three“, eine Folge die als eine der besseren späten Smith-Folgen gilt, ist nicht sonderlich knülle wenn man anfängt sie Szene für Szene zu sezieren.
      Irgendjemand, ich weiß leider nicht mehr wer (und entschuldige mich hier mal bei dieser Person), meinte auf der Timelash zu mir, dass ein gewisser Autor, der bereits mit alle drei bisherigen Showrunner gearbeitet hat, RTD und Moffat als Autoren gelobt habe, Chibnall nicht so sehr. Daraus kann man jetzt machen, was man will, aber ich wollte es hier einfach mal an dieser Stelle einwerfen.

      Kaoru schrieb:

      Vielleicht wird’s ja trotz allem großartig, entgegen allen niedrigen Erwartungen.
      Mit der Hoffnung habe ich inzwischen abgeschlossen. Ich befürchte das Niveau von Staffel 4 und den Specials wird wieder erreicht, und meine einzige Hoffnung ist es, dass es nicht noch schlimmer wird, dann haben wir wenigstens noch bunte bewegte Bilder und ein paar nette Szene, vielleicht sogar die ein oder andere gute Folge. Wenn es noch schlechter werden sollte, na dann gute Nacht. Die Befürchtung liegt bei mir weniger an Whittaker als Doctor sondern an Chibnall als Chefautoren und dem hier:

      Kaoru schrieb:

      drei Companions auf einem Schlag angekündigt werden und der Main Cast sich nur schwer von dem unbestimmten BBC-Büroflur im Hintergrund abheben kann. Schlimmer noch: Es ist schwer zu sagen wer auf diesem Foto den Hauptcharakter spielen soll.
      Genau das. Bisher wirkt das alles so farblos, trotz zwei dunkelhäutiger Companions. Und je mehr ich über dieses Bild nachdenke, desto mehr würde ich persönlich raten, dass Bradley Walsh die verdammte Hauptfigur spielt. Nicht weil er der weiße Mann auf dem Bild ist, sondern weil er wie der Lead einer Serie wirkt, da er sich vom Alter her sehr stark von den anderen dreien absetzt. Und wenn ich nicht wüsste, dass dies ein Promobild von Doctor Who ist und ich gefragt werden würde, wer denn jetzt bitte schön Haupt- und wer Nebendarsteller ist, würde ich sowohl Walsh als auch Whittaker als Hauptdarsteller identifizieren, da sie eben in der Mitte stehen und damit beide hervorgehoben werden. Als Promotion ist dieses Bild ein einziges Desaster.

      Kaoru schrieb:

      Irgendwie schaffe ich es nicht mir mehr als ein achselzuckendes „Hachja, was soll’s.“ abzuwringen.
      Vielleicht ist es auch einfach Altersmilde...

      Kaoru schrieb:

      War New Who jemals wirklich gut?
      Ja, in Staffel 5. Das war es leider aber auch schon. Staffel 1, 3 und 6 sind auch nicht wirklich schlecht, aber leider nicht so gut wie Staffel 5 oder so manche komplette Classic-Staffel. Das große Problem ist neben der Machart eben wirklich, dass wir nicht mehr nur fünf oder sechs Stories pro Staffel haben, wie es in etwa der Durchschnitt bei Classic-Who war, sondern etwa 10. Das ist eine Verdopplung bei Reduzierung der Episodenanzahl und Laufzeit, denn die wurde für die Episoden ja auch nicht verdoppelt, nur erhöht. Da kommt automatisch mehr Ausschuss zusammen. Ein Serial kann einen schwächeren Teil haben, aber immer noch gut sein, wenn eine Einzelfolge versagt, ist sie automatisch schlecht.

      Hinzukommt natürlich, dass durch die neuen Produktionstechniken ein gewisser Charme fehlt. ClassicWho, besonders unter Hartnell, aber auch noch unter Troughton, zeichnet sich sehr stark durch seine Theaterhaftigkeit aus. Die hat ab Troughton zwar angefangen abzunehmen, aber bis McCoy war dieses Flair, dieses Kammerspielartige immer noch da. Das scheint gerade in Staffel 1 und 5 immer mal wieder durch, aber im Großen und Ganzen ist es eben nicht mehr da. Und wenn es gerade das ist, was man an TV-Who liebt, dann spricht einen NewWho natürlich nicht so an wie ClassicWho. Ich finde diese Atmosphäre auch großartig und würde zumeist Classic- Newwho vorziehen, aber es gibt durchaus Dinge an NewWho die ich liebe. Einzelne Charaktere, allen voran den elften Doctor, und Episoden, die ich einfach nicht missen möchte. Ganz zu schweigen davon, dass ich ohne NewWho wahrscheinlich niemals von Doctor Who gehört hätte. Aber auch da, es war das Konzept und Ecclestons Doctor, die mich zum Fan der Serie gemacht haben, nicht die Optik oder das Flair, welches ich, um mich zu wiederholen, in den meisten Classics auch viel besser finde. Mich stört es aber auch nicht so sehr in NewWho, was auch einfach an meinem Alter liegen könnte und ich daher kaum etwas anderes aus TV-Produktionen gewöhnt bin.

      Kaoru schrieb:

      aber ich hätte auch ohne sie leben können
      Nun ja, ich will es mal ganz polemisch ausdrücken: Wer von uns hier würde morgen sterben, wenn Doctor Who aus der Existenz gelöscht worden würde? Ich zumindest nicht. Ich liebe die Serie, ja. Ich rege mich über Dinge auf, diskutiere gerne über sie, gehe auf die Timelash, gebe sehr viel Geld für sie aus, aber im Endeffekt ist und bleibt es eine Serie, ein Hobby. Und wenn dir dieses Hobby jetzt keinen Spaß mehr macht, ist es doch an dir, zu entscheiden es wie André zu machen und der Serie den Rücken zukehren. Und wenn es bei dir einfach nur um NewWho geht, dann gibt es ja immer noch die Classics und die BiFis und die Bücher und die guten NewWho-Folgen, die du selbst erwähnt hast. Es gibt noch genügend um sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen. Und selbst wenn du der Serie abspinstig wirst, solange du dich im Fandom noch zuhause fühlst, ist das kein Grund, hier oder aus irgendwelchen anderen Gruppen zu verschwinden. Gibt genügend anders, über das man sich unterhalten kann.

      Kaoru schrieb:

      Und ist Dänemark eigentlich überhaupt zu retten?
      Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht. Auf der einen Seite, wünsche ich mir nicht, dass die Serie eingestellt wird, da ich eigentlich auch weiterhin neue Folgen sehen will und ich nicht darauf aus bin, unbedingt richtig zu liegen mit meinen Befürchtungen und daher anderen Leuten, also dem neuen Team hinter Doctor Who, Versagen wünschen würde, anderseits. Ach, ich weiß auch nicht. Ich denke, die nächsten Staffeln werden schwere Zeiten werden und ich werde mich wahrscheinlich auch in ClassicWho und die Matt Smith Ära flüchten, sowie meine BiFi und Bücher-Sammlung ausbauen. Aber während ich mir eigentlich nicht wünsche, dass die neuen Macher scheitern und die Serie abgesetzt wird, denke ich manchmal schon, dass es vielleicht besser wäre die Serie nicht nur in eine einjährige Pause zu schicken, die eh eher schadet als nützt, sondern in eine mehrjährige. Vielleicht könnte man dann wieder neue kreative Energie fürs Fernsehen tanken. Und vielleicht zieht dann auch wieder die Qualität der Bücher enorm an. Und vielleicht dünnt sich dadurch auch das Interesse an der Serie ein wenig aus, so dass BigFinish aufhört so viel zu produzieren, dass man sich kaum alles leisten geschweigedenn hören kann. Oder ich liege komplett falsch und die Serie würde dann einen langsamen, qualvollen Tod sterben, weil es nicht genügend junger Fans gibt, die sich auch nach der Absetzung weiterhin mit ihr und ihren Spin-Off Medien beschäftigen werden, weil diese, nicht einmal mehr wirklich meine Generation, sondern die, die jetzt nachkommt, eben nicht mehr wirklich dazu bereit oder in der Lage ist, sich so sehr an ein Produkt zu binden und selbst ohne neue bewegte Bilder zu verfolgen. Oder ich liege mit meinen Befürchtungen bezüglich Chibnall falsch und wir bekommen das beste Doctor Who seit JNT/Cartmel das Sagen hatten. Wer weiß es schon. Auf letzteres würde ich allerdings nicht setzten. Und selbst wenn dies der Fall wäre, die beiden und McCoy hatten trotz der Qualität ihrer Ära auch keinen wirklichen Erfolg gehabt.

      Bevor ich mich hier jetzt noch mehr um Kreuz und Kragen rede, höre ich mal auf und überlasse anderen das Feld.
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      Als absoluter Doctor Who Neuling, der außer ein paar Folgen von Hartnell noch nichts von der Serie gesehen habe, ist es etwas schwierig sich zu dem Thema zu äußern, aber ich versuche es trotzdem mal.

      Mir ist natürlich auch nicht entgangen, dass der erstmalige Wechsel zu einem weiblichen Doctor ziemlich gemischte Reaktionen im Netz hervorrief, aber ich bin im Gegensatz zu manchen langjährigen Doctor Who Fans evtl. in dieser Angelegenheit weniger voreingenommen, da ich die ganzen männlichen Doctor Who Inkarnationen noch nicht gesehen habe und ich mich nicht an das Bild eines männlichen Doktors gewöhnen konnte.

      Wenn es bei bestimmten Rollen zu einer Neubesetzung kommt ist es immer problematisch es allen recht zu machen ( das geht eh nie ), da sich die Fans über längere Zeit an einen bestimmten Darsteller bzw. eine bestimmte Verkörperung des Charakters gewöhnt haben. Ich kann den Unmut von einigen absolut nachvollziehen. Würde man z.B. die Figur des Indiana Jones irgendwann neu interpretieren und mit einem anderen Mann oder gar einer Frau besetzen wollen ( da traue ich Disney leider alles zu ), wäre ich auch erstmal sehr skeptisch, da ich mir keinen anderen als Ford in dieser Rolle vorstellen kann. Aber Doctor Who hat einen riesigen Vorteil gegenüber fest etablierten Filmfiguren, welche über Jahrzehnte nur von einem Darsteller verkörpert wurden: Die Regenerationen. Sie sorgen dafür, dass der Zuschauer einen Darstellerwechsel viel leichter akzeptiert, als in irgendeiner anderen Serie/Kinoreihe. Den Gedanken dahinter finde ich fantastisch ( übrigens ein Grund, weshalb ich mir die Serie unbedingt ansehen wollte ). Das die Wahl jetzt auf eine Frau gefallen ist, fand ich erst einmal auch gewöhnungsbedürftig ( ich hätte wohl möglicherweise heftiger reagiert, wenn ich bis jetzt alle 12 männlichen Doktoren gesehen hätte, wie weiter oben schon thematisiert ), aber ich fand diese Entscheidung gleichzeitig interessant und mutig. Und ich wage zu behaupten, dass nirgendwo geschrieben steht, dass der Doctor nur in männlicher Gestalt existieren kann ( oder doch? :whistling: ;) ). Kurz darauf habe ich mir dann mal 1-2 Interviews von Jodie Whittaker angesehen, in denen sie über ihre Ernennung zum Doctor spricht und wow...sie erschien dort dermaßen sympathisch, dass ich es ehrlich gesagt sogar etwas schade fand ihre Folgen erst irgendwann einmal nach den bisherigen 12 Doktoren schauen zu können. Natürlich sind Interviewauftritte und die Art wie eine Rolle gespielt wird zwei verschiedene Dinge, aber um den hinterlassenen ersten Eindruck zu zerstören braucht es schon einiges ( und ich gehe nicht davon aus, dass der Charakter sooo unsympathisch dargestellt werden wird ).

      Ich stehe ihrer Wahl inzwischen jedenfalls sehr aufgeschlossen gegenüber und wünsche ihr einen mehr als guten Einstieg. 8)
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      Die Wahl ist nicht auf eine Frau gefallen, die haben von Anfang an aufgrund politischer und marketingtechnischen Motivationen heraus nur nach eine Frau gesucht. Und alleine schon deswegen geht mir das Casting gegen den Strich. Mal abgesehen davon, dass ich damit etwas verbinde, was ich als links-liberale verabscheue wie der Teufel das Weihwasser: Alibipolitik. Denn nichts anderes ist das hier und für nichts anderes steht das Casting einer Frau als Doctor. Als symbolischer Sieg gegen das Patrichat indem man eine Figur, die bisher immer männlich war, in eine Frau umwandelt. Wird damit das Patrichat besiegt? Nein. Im Gegenteil, es wird gestärkt. Aus derselben Ecke, die immer einen weiblichen Doctor gefordert hatte, kommt auch immer die Forderung, dass man das Bild der "toxischen Männlichkeit" aus den Medien entfernen sollte - also keine Männer darzustellen, die ihre Männlichkeit durch Gewalt und Gefühlskälte definieren. Aber gerade das war der Doctor nie und deswegen war er immer das perfekte Gegenstück, ein männlicher Charakter der Männern, aber besonders Kindern, vermittelten konnte, dass ein Mann eben nicht wie James Bond oder jedwede Arnold Schwarzenegger Figur sein muss, um erfolgreich zu sein und gut anzukommen. Dieses beinahe perfekte Beispiel dafür wird durch diese Entscheidung aus der Medienlandschaft entfernt, einfach weil der Doctor dank der Regeneration das perfekte Ziel für diese Leute war um ihr Ziel zu erreichen. Bringt das Erreichen dieses Zieles irgendjemanden irgendetwas? Nein. Wie bereits erklärt ist es sogar widersprüchlich zum übergeordneten Ziel. Aber es sorgt dafür dass diese Möchtegern-Feministen, Couch Linke und Neoliberale sich toll fühlen können. Und als jemand, der sich der linken Seite zurechnet, sind dass all die Gruppen, die mir auf dieser Seite gehörig auf den Sack gehen. Und dieses ganze Fordern und nun Nachgeben nach einem weibliche Doctor ist im Endeffekt nur symptomatisch für das größere Problem: Es wird sich auf oberflächlichen Mist wie einen weiblichen Doctor oder die erste weiblichen Präsidentin der USA konzentriert und dabei das Wesentliche außer Acht gelassen, denn es geht im Endeffekt nicht mehr darum allen Frauen zu helfen, sondern nur darum Alibiziele zu erreichen, um sein eigenes schlechtes Gewissen zu beruhigen, doch etwas gegen Unterdrückung getan zu haben. Da bleibt mir eigentlich nur eines übrig und das ist: :bad:
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      Also ich finde beide Meinungen / Seiten (wie man das auch immer nennen soll) interessant. Es ist spannend diese Diskussion zu verfolgen.
      Das 1. was ich von ihr gesehen habe ( die Regeneration ) war mir persönlich völlig unsympathisch...hat nur durch die Gegend geguckt. Ich bin von 11thdoc verwöhnt, der war so dermaßen lebhaft. Ich versuche trotzdem möglichst unvoreingenommen an die Staffel heranzugehen. Schlimmer wie 2_1Doc kann sie nicht werden :25:
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      @Mario
      Genau die Worte die ich immer gesucht hatte! Ich danke dir für deinen Beitrag.
      "Es ist so weit, du wirst dich verbeugen, wie's alle vor dir taten. Auf Stunde 11 folgt nun die 12, Vorbei ist jetzt das warten" "Versteh ich nicht!"
      "I am the Doctor, and I shave people!"

      WATCHING NOW: The Androids of Tara
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      Mario schrieb:

      Die Wahl ist nicht auf eine Frau gefallen, die haben von Anfang an aufgrund politischer und marketingtechnischen Motivationen heraus nur nach eine Frau gesucht. Und alleine schon deswegen geht mir das Casting gegen den Strich. Mal abgesehen davon, dass ich damit etwas verbinde, was ich als links-liberale verabscheue wie der Teufel das Weihwasser: Alibipolitik. Denn nichts anderes ist das hier und für nichts anderes steht das Casting einer Frau als Doctor. Als symbolischer Sieg gegen das Patrichat indem man eine Figur, die bisher immer männlich war, in eine Frau umwandelt. Wird damit das Patrichat besiegt? Nein. Im Gegenteil, es wird gestärkt. Aus derselben Ecke, die immer einen weiblichen Doctor gefordert hatte, kommt auch immer die Forderung, dass man das Bild der "toxischen Männlichkeit" aus den Medien entfernen sollte - also keine Männer darzustellen, die ihre Männlichkeit durch Gewalt und Gefühlskälte definieren. Aber gerade das war der Doctor nie und deswegen war er immer das perfekte Gegenstück, ein männlicher Charakter der Männern, aber besonders Kindern, vermittelten konnte, dass ein Mann eben nicht wie James Bond oder jedwede Arnold Schwarzenegger Figur sein muss, um erfolgreich zu sein und gut anzukommen. Dieses beinahe perfekte Beispiel dafür wird durch diese Entscheidung aus der Medienlandschaft entfernt, einfach weil der Doctor dank der Regeneration das perfekte Ziel für diese Leute war um ihr Ziel zu erreichen. Bringt das Erreichen dieses Zieles irgendjemanden irgendetwas? Nein. Wie bereits erklärt ist es sogar widersprüchlich zum übergeordneten Ziel. Aber es sorgt dafür dass diese Möchtegern-Feministen, Couch Linke und Neoliberale sich toll fühlen können. Und als jemand, der sich der linken Seite zurechnet, sind dass all die Gruppen, die mir auf dieser Seite gehörig auf den Sack gehen. Und dieses ganze Fordern und nun Nachgeben nach einem weibliche Doctor ist im Endeffekt nur symptomatisch für das größere Problem: Es wird sich auf oberflächlichen Mist wie einen weiblichen Doctor oder die erste weiblichen Präsidentin der USA konzentriert und dabei das Wesentliche außer Acht gelassen, denn es geht im Endeffekt nicht mehr darum allen Frauen zu helfen, sondern nur darum Alibiziele zu erreichen, um sein eigenes schlechtes Gewissen zu beruhigen, doch etwas gegen Unterdrückung getan zu haben. Da bleibt mir eigentlich nur eines übrig und das ist: :bad:


      Ok, wenn man tatsächlich von Beginn an nach einer Frau gesucht und männliche Darsteller kategorisch ausgeschlossen hat, ist das natürlich nicht so toll und wirft ein etwas anderes Licht auf die Ernennung des 13. Docters. Der Vorwurf, dass die Entscheidung marketingtechnisch beeinflusst ist, kann ich nachvollziehen, auch streite ich nicht ab, dass es so eine Bewegung seit einigen Jahren verstärkt gibt ( jene die mehr Frauen in bisher von Männern dominierten Bereichen sehen möchten bzw. dies verstärkt fordern ). Aber einiges was du weiter ausführst erscheint mir dann doch ein wenig weit hergeholt. Ich behaupte an dieser Stelle nämlich auch, dass es den Vorwurf der marketingtechnischen Entscheidung auch dann gegeben hätte, wenn herausgekommen wäre, dass im Casting eine Frau sich den Männern gegenüber durchsetzen konnte und sie aufgrund ihrer Leistung den Zuschlag bekommen hätte. Hm, seit wann wird ein weiblicher Doctor gefordert ( kenne mich da als neuer Fan noch nicht aus )? Geht das schon einige Jahre so? :10: Das gerade der Doctor wegen Gefühlskälte und Gewaltausübung ausgetauscht und einer Frau weichen musste, halte ich für vollkommen abwegig. Zumindest dieser Punkt hat damit überhaupt nichts zu tun und ich schätze auch die verantwortlichen Entscheidungsträger so ein, dies zu wissen. Das angeführte Beispiel, dass der Doctor wegen seiner Handlungsweise auch ein wichtiges Vorbild für Männer und Kinder sein kann, finde ich interessant. Habe ich so noch nicht drüber nachgedacht, aber in der Medienlandschaft gibt es tatsächlich schon recht häufig den typischen männlichen Actionhelden... Aber ich traue Kindern heutzutage ( und gerade auch Erwachsenen^^ ) zu, einen Unterschied zwischen stumpfen Actionhelden und Figuren, welchen ein Problem durch eine andere Herangehensweise lösen können, erkennen zu können. Wir leben nicht mehr in den 80er Jahren, als sich z.B. das Actionkino in der Hochzeit befand und Filme wie Rambo 3 Massen an Zuschauern anziehen. Heute kannst du keinen Actionfilm mit einem bekannten Schauspieler in der Hauptrolle in die Kinos bringen und dabei erwarten, dass der Film ein Hit wird. Das wird er definitiv nicht mehr, da sich die Zeit gewandelt hat. Einzig mit einem großen Staraufgebot wie in den Expendables Filmen ist das noch zu bewerkstelligen. :thumbup: Vorbilder sind wichtig, aber ich denke das man dem Großteil der Leute nicht erzählen muss, dass es auch andere Lösungswege gibt, als durch Gewaltausübung zum Ziel zu kommen ( und oh Wunder, das war auch schon in den 80ern der Fall, nur mit dem Unterschied, dass damals diese Art der Actionfilme etwas gänzlich neues war und sie deshalb auch finanzielle Erfolge waren^^ ). Dabei sei noch angemerkt, dass ich ein sehr großer Stallone und Schwarzenegger Fan bin und trotzdem ist aus mir niemand geworden, der Gewaltausübung verherrlicht und dem der Unterschied verschiedener Lösungswege erst erklärt werden musste. ;)


      Diese genannte Bewegung aus Feministen usw., die lautstark immer wieder Änderungen fordern und das männliche Geschlecht pauschal verteufeln, nervt ungemein und die meisten davon kann man eh nicht ernst nehmen, da sie sich aufgrund ihrer absurden Aussagen selbst in Abseits schießen ( das haben zum Glück auch schon viele andere erkannt ). Doch der Kern der Aussagen ( Gleichberechtigung ) ist gar nicht so dumm und er ist notwendig. Es kommt aber immer darauf an, wie man das Thema anpackt und in welchem Verhältnis die Forderungen dieser Gruppierung stehen ( 85% kann man getrost ignorieren, da sie lächerlich sind ).
      Das man bei der Ernennung einer Frau in einem von bislang Männern ausgeübten Bereich erst einmal etwas geblendet wird und dabei gerne im ersten Moment einige Sachen bewusst nicht so streng handhabt, ist nicht verwunderlich. Es ist neu, aufregend und man muss erstmal sehen, wie sich das ganze so entwickelt ( wäre übrigens bei einem Mann, der in einen Bereich wechselt, den bisher nur Frauen ausgeübt haben, übrigens exakt dasselbe ). Doch schon kurz darauf kann auch dieser wow-Effekt nicht mehr über charakterliche oder arbeitstechnische Mängel hinwegtäuschen - da muss dann ebenso geliefert werden, wie das andere Geschlecht zuvor. Deshalb bin ich der Meinung, dass es nichts bringt, ihr, Jodie Whittaker, mit Vorbehalten entgegen zu treten, da es letztendlich nur darauf ankommt was sie für eine Leistung abrufen wird. Spätestens nach der ersten Staffel wird sich der Frauenbonus, der evtl. zu Beginn ein paar Schwächen kaschiert, aufgebraucht sein und dann muss sie sich unweigerlich dem Vergleich der anderen 12 Doctoren stellen. :)
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      Snow schrieb:

      Hm, seit wann wird ein weiblicher Doctor gefordert ( kenne mich da als neuer Fan noch nicht aus )?
      Spätestens seit 2011, als in The Doctor's Wife die Möglichkeit des Geschlechterwechsels zur Regeneration zum Kanon wurde, gab es eine recht große Bewegung im Fandom, die dies wollte. Davor gab es aber auch immer wieder vereinzelte kleinere Gruppen und Individuen, die genau dies gefordert hatten.

      Snow schrieb:

      Das gerade der Doctor wegen Gefühlskälte und Gewaltausübung ausgetauscht und einer Frau weichen musste, halte ich für vollkommen abwegig.
      Da hast du etwas komplett falsch verstanden. Mir ging es darum, dass hier ein "Sieg über das Patrichat" gefeiert wird, indem ein Mann zu einer Frau wurde, während gleichzeitig das "Ende der toxischen Männlichkeit" in den Medien gefordert wird. Und das beißt sich hier, denn der Doctor ist eigentlich der perfekte Typus Mann, den diese Gruppe, und die beiden Gruppen sind beinahe deckungsgleich, stattdessen überall sehen will, also einen männlichen Helden, der seine Männlichkeit nicht über Gewalt und Gefühlskalte definiert. Also um die "toxische Männlichkeit" zu besiegen wird eines der Vorbilde dafür, wie Männer tatsächlich dargestellt werden sollten, zu einer Frau verwandelt. Denn um nichts anderes geht es in der Bewegung, die fordert alt-eingesessene männliche Charaktere zu Frauen zu verwandeln. Und während ich ihre Logik in manchen Fällen wie James Bond noch verstehen kann (auch wenn ich da ganz anderer Meinung bin), ergibt dies hier überhaupt keinen Sinn. Der einzig Grund, warum sich auch nicht Who-Fans auf dieses Thema gestürzt haben und diese Entscheidung jetzt als so umwerfend progressiv abfeiern, ist, dass der Doctor aus allen Charakteren der einfachste war, um ihn in eine Frau umzuwandeln, dank der Regeneration.

      Und nur mal so: Nichts daran ist irgendwie progressiv. Die Leute, die diese Entscheidung als das abfeiern, sind die Leute, die mich auf der linken Seite wirklich ankotzen und daher kotzt mich diese Entscheidung auch an (ansonsten würde ich es einfach nur nicht gut finden, so macht es mich wütend), da es ihnen, wie bereits geschrieben, überhaupt nicht darum geht, Frauen zu helfen oder irgendwelchen anderen Gruppen. Das sind fast alles Couch-Linke und Neoliberale, die versuchen echten Linken vorzumachen, sie seien genauso links wie sie indem sie Alibipolitik betreiben, sei es in der Wirtschaft, in den Medien oder bei dem Verteilen von Posten in der Politik. Aber nur weil ein US-Präsident schwarz ist, ist er noch lange nicht progressiv oder ein guter Präsident. Und genauso wenig ist eine Frau als Doctor automatisch eine tolle Entscheidung, die irgendetwas auf gesellschaftlicher Ebene ändern wird. Und wenn du als echter Linke ihnen dann sagst, dass dies nichts bringt, dass echte Sozial- und Wirtschaftspolitik zum Wohle von Frauen oder benachteiligten Minderheiten anders geht, dann wirst du als Sexist oder Rassist gebrandtmarkt. Daraus fallen dann wieder absoluten Puristen, die normalerweise am lautesten gegen die Neoliberalen und Möchtegern-Linken meckern, in diesem Falle aber ihre engsten Verbündeten sind, weil sie beides wollen und zwar sofort.

      Und wenn man wirklich glaubt, dass dies keine ernstzunehmende Bewegung ist: Diese Ansicht bezüglich "Männlichkeit" und ihrer Darstellung in den Medien ist inzwischen Mainstream Feminismus in den USA und fasst auch hier immer mehr Fuß. Hinzukommt, dass die Neoliberalen, welche in auch Deutschland politisch das Sagen haben, da inzwischen die Union, die SPD und die Die Grünen kontrollieren, sich absolut bei dieser Gruppe angebidert hat, was ihnen auch noch politische Macht gibt.

      Jeder, der nicht glaubt, dass das laute Schreien dieser Gruppe seit Jahren nichts mit dieser Entscheidung zu tun hatte - besonders nachdem sie Steven Moffat überall im Internet zum Sexisten deklariert und ihm wer-weiß-was angedichtet hatten, und den großen "Aufregern" von ihnen in besonders linken Online-Outlets über Aussagen gegen die Möglichkeit eines weiblichen Doctors von Seiten irgendeines offiziellen (und sei es ein schlechter Witz gewesen) zur größten sexistischen Aussage der Woche gemacht wurde - dem kann ich auch nicht mehr helfen. Kontext ist wichtig und der Kontext hier macht das Casting eines weiblichen Doctors zu einer politisch motivierten PR Entscheidung. Und das ist absolut daneben.
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