11x03 - Rosa (Rosa)

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    • Race Music wurde es genannt,
      bevor sich der Begriff Rock'n'Roll verbreitete. Die populärste Stilrichtung der "Rassenmusik" war der Doo Wop. Dass diese Musik zunehmend auch bei Weißen populär wurde, war ein wichtiger Faktor für die Überwindung der Rassentrennung. Zu den Absurditäten dieser Zeit gehörte beispielsweise, dass schwarze Musiker ihre weißen Fans beim Konzert nicht anschauen durften und weiße Polizisten überwachten die Einhaltung dieser Vorschrift.

      -> rollingstone.com/music/music-f…ock-roll-concerts-126235/

      Insofern ist der Doo Wop Song, der in der Episode bei der Ankunft im Jahr 1955 gespielt wird, nicht nur irgendeine zeittypische Schlagermusik, sondern illustriert genauso den damaligen Rassismus wie die Praxis der Busfahrer, vorne das Geld der Schwarzen zu kassieren, sie dann zu ihrem vorgeschriebenen Eingang nach hinten zu schicken und loszufahren, ohne sie dort einsteigen zu lassen.

      Radioactive Man
    • Leider kann ich nicht verstehen, wie manche richtig haten.
      Für mich(meine Meinung) ist das einfach nur die Verbitterung über eine Frau Doctor.

      Der 12. Doctor vorher wurde in den ersten zwei Staffel so oft umgeschrieben, das alles kann man verzeihen. Aber nach 3 Folgen hier abschalten wollen.......
      Allerdings schön, das diese der Serie den Rücken kehren, solche Fans braucht man nicht.
    • Arathas schrieb:

      Leider kann ich nicht verstehen, wie manche richtig haten.
      Wo wurde in diesem Thread "gehatet"?

      Arathas schrieb:

      Der 12. Doctor vorher wurde in den ersten zwei Staffel so oft umgeschrieben, das alles kann man verzeihen
      Viele haben dies NICHT verziehen und die Kritik daran immer wiederholt (der eine sieht es i.ü. als Charakterentwicklung der andere als Umschreiben).

      Arathas schrieb:

      Allerdings schön, das diese der Serie den Rücken kehren, solche Fans braucht man nicht.
      Grade DIESE Fans braucht die Serie! Fans die nicht alles schlucken, sich von Idiot's Lantern nicht nur berieseln lassen sondern durch Kritik mit Augenmaß die Entwickelung der Serie auch vorantreiben!
      Laugh Hard, Run Fast, Be Kind!
    • tartex schrieb:

      Die RTD-Historicals hatten einfach das Problem, das jedemal ein Monster of the Week neben eine historische Figur gesetzt wurde. Und dann waren es auch noch meist Kreaturen aus der Folklore (Geister, Werwölfe, Hexen,...), die sich - welch' Überraschung! - als Aliens herausstellten.

      Vincent and the Doctor hatte für mich dasselbe Problem: das Ende der Folge war natürlich großartig, aber die Monsterjagd (ja, das deutliche Metapher geht mir ein) wirklich sinnlos.

      Da ist ein menschlicher Gegner schon mal ein Schritt nach vorne.
      Ein Schritt nach... vorne?! Ich weiß nicht, ob ich das als automatisch die richtige Richtung ansehen würde. Ich weiß, dass seit Jahren immer wieder nach Historicals in NewWho geschrien wird (hab ich auch! ;) ), als ob die der Weisheit letzter Schluss wären, denn:
      :14: Wenn NewWho erst mal ein richtiges Historical bringt, wird alles wieder gut! :14:
      Wenn (Quasi-)Historicals so daher kommen wie diese (oder eine spätere) Folge, dann sehe ich das überhaupt nicht so. Um ein gutes Historical zu haben, reicht es nicht aus, keine Aliens darin auftreten zu lassen - oder nur menschlich aussehende oder nur Aliens,
      Spoiler anzeigen
      die für die Handlung komplett irrelevant sind, wie in The Tsuranga Conundrum
      Für ein gutes Historical gehört u.a. dazu, dass die historischen Ereignisse auch korrekt dargestellt sind und nicht so schlampig auf die Schnelle mal ganz oberflächlich recherchiert und vereinfacht dargestellt wie hier - viel wichtiger aber: die Handlung, die sich aus den historischen Ereignissen entwickelt, sollte selber spannend genug geschrieben sein und die Folge tragen, ohne dann doch noch einen halbherzig charakterisierten, eindimensionalen Standard-Bösewicht aus der Klischee-Kiste wie hier. (Oder noch schlimmer: s.o. (die Spoiler-Kiste))
      Wenn das nicht möglich ist, aus welchen Gründen auch immer, mangelndes Talent des Autors oder mangelndes Budget für den Autor, dann sehe ich es lieber, wenn sozialkritische Themen in ein nicht-historisches, fremdes Umfeld eingesponnen werden - nur habe ich bislang traurigerweise den Eindruck, das Chibnall dafür die Phantasie fehlt.

      Schopenhauer schrieb:

      Ich hätte nicht erwartet, dass ich nach nicht einmal 4 Folgen der neuen Staffel, Mark Gatiss vermisse.
      Ich bleibe dabei: Doctor Who funktioniert auch mit schlechten Drehbuchautoren gut. Allerdings nicht mit formelhaften, konservativen Produzenten.
      Allerdings. Das sollte man wirklich mal sagen. Seine Folgen haben sicherlich viele Mängel, aber eines kann man Mark Gatiss nicht vorwerfen: fehlende Phantasie!
      Und genau davon hätte ich in dieser mauen Staffel wirklich gerne sehr viel mehr!

      Was ich in Bezug auf "historische Ereignisse" besonders mau fand: die eigentlichen Ereignisse der Bürgerrechtsbewegung bekommen wir gar nicht zu sehen. Alles, was wir zu sehen bekommen, ist die Gang, die nebeneinander aufgereiht in der Tardis steht und sich das ganze auf der Glotze anschaut. Bad writing in Reinkultur! Man sollte Herrn Chibnall mal die Prinzipien von "show, don't tell" erklären.

      Ich frage mich allerdings, ob es sich dabei um den Time-Space Visualiser aus "The Chase" handelt. Das würde dem miesen Schluss zumindest noch ein paar winzige Pluspunkte für Fanservice hinzufügen... viel besser macht es das Ende allerdings auch nicht.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kaptain Knotter ()

    • Holt die Schulbücher raus - heute geht es um Rosa.

      Das diese Folge zum Großteil gute Kritiken erhalten hat, erschließt sich mir auch nach dem dritten Mal noch nicht. Mit Rosa hat Doctor Who den Frontalunterricht in die Abendunterhaltung geholt und bemüht sich nicht einmal, damit hinter dem Berg zu halten. Anders kann ich mir zumindest nur schwerlich eine Szene erklären, in der Jodie Whittaker als Doctor mit einem Stift bewaffnet an der Wand steht und ihre Schül-; natürlich Companions fragt, was sie denn alles über Rosa Parks wüssten.

      Frontalunterricht zum Preis von Klassenfahrten und Exkursionen im dreistelligen Bereich lässt sich natürlich nicht lumpen und lässt einen Polizisten das Hotelzimmer stürmen um nochmal deutlich zu machen, wie schlimm es um den Rassismus zu der Zeit bestellt ist und gibt Yaz die Möglichkeit den Monolog zu halten, den Sie scheinbar schon ewig vorbereitet hat aber nie dazu kam, ihn aufzusagen. Ein derartig künstliches Gespräch, wie das zwischen Yaz und Ryan neben den Mülltonnen, habe ich auch schon lange nicht mehr gesehen aber gut - kaum ist der kleine Einschub vorbei, der Polizist weg und Yaz und Ryan wieder im Klassenzimmer, geht es auch schon weiter mit dem Unterricht.
      Anders kann man das wirklich nicht nennen.

      Der Bias ist stark in Rosa und das man weniger erzählen und mehr lehren will, zeigt diese Szene im Hotelzimmer, die stellvertretend für all das steht, was die Drehbücher der 11. Staffel zu so einer Katastrophe macht.

      Es geht aber noch weiter - da wäre nämlich auch noch der Gegenspieler dieser Folge.

      Ladies and Gentlemen, here he is, the racist, the white, the evil, here is KRA "THE PLOTHOLE" SKO

      Oh Junge, was ist denn hier passiert?

      Ein gefährlicher Zukunftsnazi, der aufgrund eines Neural-Restiktors niemanden mehr töten kann.

      Wie gut das nicht funktioniert, zeigt und die Szene, in der er den Doctor würgt - zwar nur kurzzeitig aber erst mit einer Verzögerung wirkt der Neural-Restikor scheinbar. Hätte er doch nur ein Messer zur Hand, für einen Stich reicht die Zeit nämlich problemlos und wie ist das eigentlich, wenn man das weiterspinnt? Kann er sich in ein Auto setzen und es in eine Menschenmenge steuern? Kann er jemanden Gift in das Trinken mischen? Könnte er einen Auftragsmörder bezahlten oder eine tödliche Falle aufstellen?

      Sein Handicap ist eigentlich nicht wirklich eines und in Anbetracht der ganzen Möglichkeiten Rosa Parks aus dem Weg zu räumen, ist sein Plan einfach nur hanebüchen kompliziert.



      Das alles wirkt konstruiert und so, als hätte man eine Geschichte um die Lehrinhalte geschrieben um sie etwas aufregender zu vermitteln. Das Statement, die lehrenden Worte et cetera stehen hier im Vordergrund und nicht Doctor Who - da ist das Gleichgewicht aber massivst gestört.

      Das Ende ist vorhersehbar und auch unspektakulär und wirkt unbefriedigend.
      Das war keine Episode von Doctor Who, das war ein Crossover zwischen einem Rosa Parks Spielfilm und einem Sci-Fi B-Movie Plot. Eine absolute Enttäuschung auf jeder Ebene. Nicht an dieser Folge hat funktioniert außer das Schauspiel einiger weniger. Ein Desaster und in meinen Augen einer der großen Tiefpunkte von Doctor Who.

      tl;dr

      Rosa ist die Folge, die alles vereint, was Staffel 11 so schlecht macht und ist so ganz nebenher ein Tiefpunkt.
      Oh, you don't need to order, your pizzas already done.
    • Also meiner Meinung nach war Rosa die beste Folge seit sehr langer Zeit. Vielleicht der letzten drei oder sogar fünf Staffeln. Es war endlich mal wieder eine inspirierende Folge wie Zygon Invasion und Zygon Inversion (die auch ziemlich gut waren). Eine Folge, die wieder zeigt was die Stärken der Serie Doctor Who sein können. Positive Botschaften senden, die sich (selbst in historischen Folgen) auf die Gegenwart und ihre Probleme beziehen. Die Kritik, dass der Gegenspieler nicht ausgearbeitet genug war, kann ich nicht verstehen. Rassismus hat schließlich keine rationalen Gründe, die er vorbringen könnte, sondern ist nun einmal eine emotionale Sache, wie die Folge am Busfahrer gut gezeigt hat. Insgesamt wohl die beste Folge seit Waters of Mars.
    • In einem Filmpodcast den ich höre wird in letzter Zeit öfter Green Book erwähnt als ein Film, bei dem sich die Leute selber auf die Schulter klopfen können, dass sie ja nicht rassistisch sind wie diese Leute da im Film. Ich muss dann immer an diese Folge denken.
      THEY SAY CHANGE IS GOD

      P.S.: Sollten Sie Dr. Allen sehen, erschießen Sie ihn und lösen
      Sie den Körper in Säure auf. Verbrennen Sie ihn auf keinen Fall.
    • Hallo SarahJaneWarrior und Willkommen im Forum! :)
      (Falls mir als Wenigschreiber dieser Gruß erlaubt sei.)

      SarahJaneWarrior schrieb:

      Eine Folge, die wieder zeigt was die Stärken der Serie Doctor Who sein können. Positive Botschaften senden, die sich (selbst in historischen Folgen) auf die Gegenwart und ihre Probleme beziehen.
      Darin kann ich dir nur zustimmen, es ist toll, dass gegenwärtige sozialpolitische Themen dargestellt werden wie hier der Rassismus. Es gab hier im Thread einige Äußerungen, dass das Thema in dieser Folge zu sehr holzhammerartig behandelt worden ist. Das finde ich nicht. Gerade in der Szene, in der Ryan das Taschentuch rein aus Freundlichkeit aufhebt und dafür geschlagen wird, ist ein Schlag ins Gesicht, der genau dem Thema angemessen ist.

      SarahJaneWarrior schrieb:

      Die Kritik, dass der Gegenspieler nicht ausgearbeitet genug war, kann ich nicht verstehen.
      Naja, doch. Was interessiert es diesen komischen Terminator aus dem 50ten Jahrhundert, wie die Geschichte auf einem ihm komplett fremden Planeten läuft? Da wäre eine eine Erklärung über seinen Hintergrund schon angebracht, denke ich.

      SarahJaneWarrior schrieb:

      Rassismus hat schließlich keine rationalen Gründe, die er vorbringen könnte, sondern ist nun einmal eine emotionale Sache, wie die Folge am Busfahrer gut gezeigt hat.
      Die Darstellung des Busfahrers fand ich zu Anfang gelungen, später aber ausgesprochen daneben. Und zwar in der Szene, als Graham und Ryan ihn beim Fischen aufsuchen, und er sich überreden lässt, zurück zur Arbeit zu kommen, weil ein Aufstand droht und er seinen Bus "sauber" halten will. Das ist unglaubwürdig. Wenn er tatsächlich so ein Hardcorerassist wäre, wäre er nicht zum Busfahren gekommen, sondern mit einer weißen Kapuze und einer Schrotflinte, aber nicht zur Arbeit.