11x03 - Rosa

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    • Ein paar englische Politiker, wollten ihre Macht nicht mit Brüssel teilen, darum haben sie ihrem Volk Lügen über die Böse EU erzählt. Das ist der Grund für den Brexit.


      Mario schrieb:

      Da würde mich jetzt aber mal interessieren, wo du da ansätzen wollen würdest.
      Bezüglich Zeitlinie... natürlich, das muss natürlich was größeres sein. Da könnte man mit Trump arbeiten, also das er Präsident wird, obwohl das jemand verhindern will.
      Bezüglich, muss kein globales Problem sein... da hätte man nachbarschaftliche Problem alla PEGIDA wählen können.
    • Schlaubi schrieb:

      Ein paar englische Politiker, wollten ihre Macht nicht mit Brüssel teilen, darum haben sie ihrem Volk Lügen über die Böse EU erzählt. Das ist der Grund für den Brexit.
      Ja und Teil dieser Lüge war, dass die EU Schuld an der großen Migrationswelle sei und die ganzen Migranten die Jobs klauen würden. Mal abgesehen davon, dass die meisten nicht-Weißen Migranten aus ehemaligen Kolonien stammen (genauso wie im Falle von Frankreich), waren die meisten Migranten tatsächlich aus Osteuropa (so wie bei uns auch) und haben Jobs übernommen, für die sich viele Briten (und bei uns Deutsche) inzwischen einfach zu fein sind. Und das werden die Briten nächstes Jahr auch am eigenen Leib erfahren, wenn die ganzen Putzkräfte, Kindermädchen und Erntehelfer nicht mehr da sind.

      Schlaubi schrieb:

      Bezüglich Zeitlinie... natürlich, das muss natürlich was größeres sein. Da könnte man mit Trump arbeiten, also das er Präsident wird, obwohl das jemand verhindern will.
      Wäre ein interessantes Thema. Aber ich denke, dass wäre eher etwas für ein Buch oder ein Hörspiel, also ein Medium, in dem man etwas mehr Risiken eingehen kann als in der Fernsehserie.

      Schlaubi schrieb:

      Bezüglich, muss kein globales Problem sein... da könnte man nachbarschaftliche Problem alla PEGIDA wählen können.
      Und was wäre hier der Ansatz, warum der Doctor eingreifen sollte?
      4thdoc 11thdoc 1stdoc 2nddoc 8thdoc 9thdoc 6thdoc 12thdoc 7thdoc 3rddoc 5thdoc Wardoc 10thdoc
    • Schlaubi schrieb:

      Rassismus, Mord, Totschlag usw. wäre ja nicht das erste Mal das der Doctor sich für „banale“ Dinge interessiert und auch hier könnte jemand aus der Zukunft alles ausgelöst haben.
      Okay, dass wäre aber auch die einzige Möglichkeit so etwas abzuziehen. Da Chibnall Showrunner ist, erwarte ich sowieso noch so eine Art Murder-Mystery-Folge
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    • Torian schrieb:

      Mario schrieb:

      Wenn man 37,4% aller Wahlberechtigten als die Mehrheit bezeichnen will.
      Die, die für den Austritt gewählt haben, waren die Mehrheit. Pech, für den Rest, die nicht wählen gegangen sind. ;)
      Du sagst es.

      Wer sich selbst fast für den Erfinder der Demokratie hält, dabei aber vergißt, daß man auch wählen gehen muß, dem ist halt nicht mehr zu helfen.

      Ein Kollege von mir, Engländer, hat auch immer pro #BREXIT argumentiert, jetzt hat er die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt :)

      Aber ob sich das Thema für eine Folge DW eignet?

      Ich glaube eher nicht, genauso mit Trump und #BREXIT.

      Das besondere an der "Rosa"-Folge ist doch, daß es einen zentralen Fixpunkt in der Zeit gab, sie setzte sich in den "nur für Weiße"-Teil des Busses. Und diesen Fixpunkt, bzw. das Erreichen dieses Fixpunktes, Bus muß fahren, Busfahrer muß Blake the Snake sein, der Bus muß voll sein, wurde hervorragend herausgearbeitet und für die Folge benutzt.

      Solch einen Fixpunkt findest du weder beim Holocaust, beim #BREXIT, bei Trump oder so, von daher ist das Thema "Rosa Parks" schon sehr schlau gewählt.
      12thdoc 10thdoc 11thdoc 9thdoc Wardoc 1stdoc 7thdoc
    • Der Stream hatte zu viele Aussetzer,
      außerdem habe ich heute beim Table Quiz die Bilderrunde gemacht, war also ganz besonders abgelenkt. Das, was ich mitbekommen habe, wirkte sehr gut. Ein paar beeindruckende Szenen, mal abgesehen vom auf den ersten Blick wenig überzeugenden Schurken der Woche. Die Konzeption der Episode erinnerte mich sehr an die Serie Chi Rho. Bin sehr gespannt auf die Einzelheiten.

      Radioactive Man
    • Ach wie schön, ein (fast) astreines Historical. Und handwerklich fand ich das ganze sehr solide.
      Einer der besten Momente war für mich tatsächlich die entscheidende Szene, obwohl man da meinen sollte, dass der Doctor da normalerweise eingreifen würde. Aber da es sich eben um den Fixpunkt handelt, "dürfen" Doctor und Co. das nicht, denn sonst wäre(n) sie selbst zu den Legenden der Bürgerrechtsbewegung geworden und hätten die Zeitlinie noch stärker verändert als es Krasko zu träumen gewagt hätte. Ich finde sogar, der Whittaker-Doctor hat das besser gelöst als bspw. Tennant es getan hätte. Der hätte Rosa Parks vermutlich erstmal einen epischen Monolog gehalten, warum sie etwas besonderes sei und ihr mehr oder weniger direkt gesagt, dass sie gefälligst sitzen bleiben soll. Dass die Crew sich da eher im Hintergrund "austobt" fand ich sehr gelungen.

      Abgesehen davon habe ich den Eindruck, dass sich Whittaker immer besser in die Rolle reinfindet, leider bleibt Yaz dagegen immer noch ziemlich blass. Aber sie soll ja, wenn ich mich recht erinnere, bald noch ihre Charakterfolge bekommen.

      FAZIT: Eine gute Folge mit erfreulich wenig Holzhammer-Moral, nach dem ersten Schauen liegt sie für mich bei 7/10 Punkten.
      I have a new destination. My journey's the same as yours, the same as anyone's.
      It's taken me so many years, so many lifetimes but at last I know where I'm going... Where I've always been going:
      Home... The long way 'round

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    • Die Folge war an sich sehr gut und unterhaltsam. Ich mag die Doktöse und ihr Team auch immer mehr.
      Aber für ein Historical war es auch schon etwas sehr ungenau. Für mich persönlich ist es egal, aber bei DW sollen ja auch Kinder was lernen und da find ich das schon etwas problematisch.
      Ist auch schwer der Folge abzukaufen, dass gerade dieser Moment so entscheidend für die Geschichte sein soll. Die Civil Rights Bewegung hatte sich Rosa Parks ja als Aufhänger für Proteste ausgesucht (nachdem man vorher schon andere die sich gewehrt hattne nicht genommen hatte, weil sie sich nicht so gut als Aushängeschild gemacht hätten). Wäre es also nicht Rosa gewesen, wäre es jemand anderes geworden und die Geschichte hätte sich kaum geändert.
      Da hat der Doctor wirklich schon in ganz anderen Sachen schwer rum gepfuscht und nichts ist passiert. Elvis ein Handy zu geben hatte wwahrscheinlich mehr Auswirkungen auf die Geschichte als das hier gehabt hätte.


      Mario schrieb:

      The_Piper schrieb:

      Das Thema Rassismus wurde, wie andere schon bemerkten, mit dem Holzhammer präsentiert, aber so wird's wohl gewesen sein
      Und genau das ist das Problem. Für uns als Deutsche, von denen fast alle weiß sind, ist es schwer nachvollziehbar, dass es so gewesen sein könnte und daher kommt es uns vor, als würde man es versuchen einen mit dem Holzhammer zu vermitteln. Wenn man aber einmal bedenkt, dass es noch heute in den Südstaaten Leute gibt, die offen auf jedwede sozialliberale Politik und Haltung spucken, die sich offen rassistisch gegen Migranten und Muslime äußern, und teilweise auch noch gegen Schwarze, dass es einen Nachrichtensender gibt, auf dem offen alt-right Codesprache verwendet wird (Fox News) um gegen Nicht-Weiße Stimmung zu machen, dann sollte man vielleicht dazu in der Lage sein zu begreifen, wie viel schlimmer es vor 60 Jahren gewesen sein muss. Schwarze wurden am laufenden Band aus Lokalen verjagt, es gab Lynchmorde in den Südstaaten auch noch in den 50er Jahren, massive Polizeigewalt gegen Minderheiten war beinahe Alltag. Es ist das Amerika, in welches viele Trump-Anhänger zurückkehren wollen. Das Amerika in dem Frauen und "colored folks" ihren Platz kannten, zumindest in den Augen dieser rückständigen Spinner.
      Naja das ganze war trotzdem sehr Holzhammer. Den Rassismus gab es, der war auch schlimm, aber diese Dinge sind trotzdem nicht alle 5 Minuten vorgekommen. Zum Beispiel die Reaktion als Ryan den handschuh zurück geben wollte war schon sehr over the top.
      Ich denke wenn man eine realistischere Darstellung des alltäglichen Rassismus zu der Zeit im Süden der USA sehen will, sollte man sich The Help ansehen.


      Schlaubi schrieb:

      P.S.: Der Brexit hat nichts mit Rassismus zu tun.
      Naja teilweise ging auch schon um Einwanderung. Größtenteils hat er natürlich einfach mit Dummheit zu tun.


      The_Piper schrieb:

      Das besondere an der "Rosa"-Folge ist doch, daß es einen zentralen Fixpunkt in der Zeit gab, sie setzte sich in den "nur für Weiße"-Teil des Busses. Und diesen Fixpunkt, bzw. das Erreichen dieses Fixpunktes, Bus muß fahren, Busfahrer muß Blake the Snake sein, der Bus muß voll sein, wurde hervorragend herausgearbeitet und für die Folge benutzt.
      Wie gesagt, Rosa Parks war im großen und ganzen nicht wichtig. Da wird es an einigen Tagen wahrscheinlich wichtiger gewesen sein, dass Hitler rechtzeitig zur Arbeit gekommen ist und bestimmte Dokumente unterschrieben hat.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Slowking ()

    • Mein erster Gedanke: JUHU - willkommen bei "Doctor Buffy - im Bann der Zeit" - nur halt ohne Buffy, die (wenn Sarah Michelle Gellar nicht in New York geboren wäre) mit Sicherheit einen besseren Doctor abgeben würde wie Whitt.
      Warum der erste Gedanke?
      Wir haben einen (halbwegs) cool aussehenden Antagonisten, der eine Zeitlang im Knast saß und jetzt keinem Menschen mehr Schaden zufügen kann, weil man ihn etwas in den Kopf gesetzt hat, aber dennoch immer Ärger machen will. Mhmm kenn ich irgendwo her - ach ja, Spike.

      Ich liebe die Historicals. Wozu eine Zeitmaschine, wenn man sie nicht auch hin und wieder dafür nutzt. Aber die Folge, die wirklich gut begann, hinterlässt nach dem Abspann ein paar, naja, ein seltsames Gefühl. Irgendwie war das nicht Doctor Who. Es war Sliders meets BTTF meets Forrest Gump.
      Überhaupt, durch die 3 Begleiter hat man wirklich manchmal das Gefühl in einer Folge Sliders geraten zu sein, nur dass diese nicht in einem alternativem Frisco spielt. Und so fehlte mir zum Beispiel auch dieser Aha-Moment bei den historischen Figuren.

      Rosa Parks war also eine nette schwarze Ausgabe von Sophia Petrillo, die den ganzen Tag durch nur durch die Gegend bottete um mögliche Streitigkeiten zu schlichten und hin und wieder zur Nadel greift. Schade - meiner Meinung nach eine verpasste Chance die Facetten dieser historischen Figur zu zeigen.

      Ryan stolpert von einem Fettnäpfchen ins andere. Sorry: aber so dumm kann kein junger Mann sein, dass er nicht wüsste, was in dieser Zeit im Süden der USA vor sich ging. Yasmin wirkte in dieser Folge deplatziert bis zum geht nicht mehr. Warum sollte es Parks imponieren (oder wohlwollend aufnehmen), dass sie in England Polizistin ist?

      Viele Momente der Handlung wirkten ab der Mitte gehetzt, aufgesetzt oder schlichtweg blöde.

      Was uns wieder zum Tennant-Doctor in einem Bra bringt. Also entweder versucht sie wirklich die ganze Zeit ihren Kollegen aus Broadchurch (schlecht) zu imitieren oder der Doctor leidet nach der Regeneration am Restless Legs Syndrom oder ADHS. Der Funke um zu sagen "ja sie ist der Doctor" ist immer noch nicht da gewesen.

      Musik: das Stück was bei Rosa Parks gespielt wurde erinnerte stark an Jerry Goldsmith (Air Force One) - Hauptsache irgendwas patrotisches. Der Rest verursachte nur Kopfschütteln.

      Erneut ein Daumen in die Mitte mit Tendenz nach oben.
      Laugh Hard, Run Fast, Be Kind!
    • Interessante Meldung heute bei tagesschau.de : Ein Fluggast in einem Ryan Air Flugzeug wollte nicht neben einer schwarzen älteren Dame sitzen und hat so lange gepöbelt und getobt, bis sie vom Personal auf einen anderen Sitz gebeten wurde und der Rassist eine ganze Reihe für sich hatte. :bad:
      "Grundgütiger! Ein weiblicher Doctor! Was für Zeiten das doch sind!" (Barnabas Collins)
    • Zaphod B. schrieb:

      Interessante Meldung heute bei tagesschau.de : Ein Fluggast in einem Ryan Air Flugzeug wollte nicht neben einer schwarzen älteren Dame sitzen und hat so lange gepöbelt und getobt, bis sie vom Personal auf einen anderen Sitz gebeten wurde und der Rassist eine ganze Reihe für sich hatte. :bad:
      Hatte ich heute in der Frühe auch gelesen und dachte so "Zufälle gibts...?!?"
      Laugh Hard, Run Fast, Be Kind!
    • Mario schrieb:

      Wenn man 37,4% aller Wahlberechtigten als die Mehrheit bezeichnen will.
      Es interessieren aber nicht die Prozent der Wahlberechtigten, sondern die Prozente der abgegebenen Stimmen. Denjenigen, die nicht zur Abstimmung gegangen sind und hinterher rumgeheult haben, war es schlicht gesagt scheißegal, was aus ihrem Land passiert, darum haben sie sich der Mehrheit angeschlossen. Von daher hält sich mein Mitleid an der Stelle in Grenzen. Leid tun mir nur diejenigen, die gegen den Brexit gestimmt haben und jetzt mit raus müssen.


      Schlaubi schrieb:

      Ein paar englische Politiker, wollten ihre Macht nicht mit Brüssel teilen, darum haben sie ihrem Volk Lügen über die Böse EU erzählt. Das ist der Grund für den Brexit.
      Richtig. Und deswegen ist der Brexit, so bedauerlich er auch ist, das beste Argument gegen direkte Demokratie und Volksbegehren, so wie es die AfD will. Als ich 18 war, war ich noch dafür, aber mittlerweile weiß ich, dass bei solchen Abstimmungen nicht die Sachargumente zählen, sondern die Stimmungsmache der Demagogen. Ein gewählter Volksvertreter hat das Mandat, sich vor der Abstimmung sorgfältig zu informieren, Für und Wider abzuwägen und letztlich im Sinne seines Wählers zu entscheiden. Wenn der Wähler selbst entscheiden kann, macht er sich zu 99% keine Gedanken über die Konsequenzen seiner Entscheidung und hört auf das, was die Populisten skandieren. Sowas hatten wir in Weimar schon mal und brauchen wir nicht wieder.

      1. 9thdoc 2. 2nddoc 3. 1stdoc 4. 7thdoc 5. 4thdoc 6. 12thdoc 7. 11thdoc 8. 8thdoc 9. 6thdoc 10. 10thdoc 11. 3rddoc 12. 5thdoc

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Nikioko ()

    • Ja, eine rundum sehr gute Episode,
      fangen wir mit den Logikproblemen an. Bei RTD und Moffat gab es die Sache mit den Fixpunkten. Man kann zwar den Ablauf der Zeit etwas ändern, aber das Beharrungsvermögen der Zeit würde dafür sorgen, dass sich alles wieder einfädelt und dann letztlich doch in den vorgezeichneten Ablauf mündet. Und dann ist da die Sache mit dem Paradoxon. Wenn Krasko tatsächlich schaffen würde, was er vorhat, dann würde er in der Zukunft in einer völlig veränderten Welt aufwachsen und gar keinen Grund mehr haben, um in die Vergangenheit zu gehen und diese zu verändern. Wir haben jetzt Chibnall als neuen Show Runner. Er ist an Vorgaben von RTD und Moffat nicht gebunden. Wie er mit Fixpunkten und Paradoxa umgeht, wissen wir noch nicht.

      Rosa Parks war Mitarbeiterin der NAACP, einer Organisation gegen die Rassentrennung. Ihre Aktion, dass sie ihren Sitzplatz nicht für einen Weißen hergibt, hätte sowieso irgendwann stattgefunden. Wenn nicht an dem einen Tag, dann eben an einem anderen. Und wenn nicht Rosa Parks, dann hätten es eben andere getan. Die NAACP war bereits auf der Suche nach Schwarzen, die bereit waren, ein Verfahren bis zum Obersten Gerichtshof der USA durchzustehen.

      Es ist also extrem unwahrscheinlich, dass Krasko hätte erreichen können, dass die Rassentrennung von einem winzigen Teil der Erde des 20. Jahrhunderts bis in den von Menschen besiedelten Teil des Universums im 79. Jahrhundert aufrecht erhalten bliebe. Es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass Krasko geistig gestört ist und sich in eine absurde Theorie hineingesteigert hat. Vielleicht hat ihm irgendjemand all diese Dinge eingeredet. Wäre doch ein interessanter Story Arc, wenn irgendwo noch ein richtiger Gegner lauert. Jemand, der dem Stenza die Erlaubnis zur Jagd auf der Erde und Krasko den Vortex Manipulator gegeben hat.

      Die realistischere Gefahr bestand darin, dass in den Geschichtsbüchern im Zusammenhang mit Rosa Parks nicht mehr der 1. Dezember steht, sondern der 2. Dezember. Oder ein anderer Name. Die Schulklasse von Ryan und Yasmin hätte plötzlich anders gehießen. Eine Vielzahl winziger Veränderungen in der Welt. Der Doctor hätte Graham, Ryan und Yasmin niemals mehr auf ihre Version der Erde zurückbringen können.

      Es ist bereits der 14. Versuch, Sheffield zu erreichen. Ryan beteuert wieder einmal seine Unschuld, er habe nichts angefasst, Nebenwirkung seiner Dyspraxie. Ryan und Yasmin reden in Bezug auf ihre Beziehung zueinander wieder einmal um den heißen Brei herum. Graham hat Hunger, das Timing der Zeitreisen nimmt keine Rücksicht auf die Bedürfnisse seines Magens. Graham und Ryan sind ein gutes Team, als sie den Busfahrer von seinem Angelplatz vergraulen. Aber sofort danach geht Ryan wieder auf Distanz zu Graham. Auch der Tod von Grace wird noch einmal angemessen aufgegriffen.

      Es sind viele solche Kleinigkeiten, die in der Episode sehr gut gelungen sind. Und es sind nur wenige Kleinigkeiten, die mich gestört haben. Der Sonic Screwdriver wird wieder so inflationär eingesetzt wie in den Staffeln 5 und 6. Und der Song am Ende wirkte vom Stil her etwas unpassend. Ich erkenne die Absicht, Gospel für 1943, Doo Wop für 1955 und was Modernes dann für den Schluss, aber hätte man da nicht auch etwas finden können, was sich angenehmer anhört?

      Die zweite Episode in Folge, wo niemand stirbt. Die Temporal Displacement Weapon erinnert sehr an die Weeping Angels, eine Waffe, die nicht tötet, sondern nur in die Vergangenheit versetzt. Aber, vor einer Woche wurde Ryan gerügt, weil er mit einer Waffe, die die Roboter nicht getötet hat, herumballerte. Diese Woche darf er kommentarlos mit der Temporal Displacement Weapon schießen. Und Krasko ist in die Vergangenheit gegangen, weil er den Ablauf der Zeit ändern will. Jetzt wurde er noch weiter in die Vergangenheit versetzt, wo er dann noch wesentlich schlimmere Änderungen bewirken kann. Der Doctor und die Companions werden mit der Tardis auf einer Erde landen, wo Dinosaurier die vorherrschende Lebensform auf der Erde sind. Oder Eichhörnchen. Oder Mollusken. Oder Spinnen.

      Radioactive Man

      ps: Mein besonderes Interesse gilt dem Doo Wop, leider wurde es nur kurz angespielt, Songtitel oder Band waren für mich leider nicht zu erkennen. Ich hoffe, irgendjemand findet es heraus, ich will das unbedingt auf CD haben.
    • Mir hat das gut gefallen. Ich fand die Rassismus-Darstellung tatsächlich eher noch etwas zu brav, als zu holzhammermäßig, wie einige scheinbar fanden. Auf jeden Fall schön, dass Ryan nicht nur einmal am eigenen Leib erfahren musste, wie es sich als Schwarzer zu der Zeit so lebte, während Yaz rätseln musste, wie eigentlich ihr Stand in der Gesellschaft ist. Und so generell hat sich die Folge einfach angenehm angefühlt, weil sie nicht so überladen war und aufgeregt daherkam. Die leichteren Momente wirkten nicht fehlplatziert, die ernsteren Szenen ertranken nicht im Pathos - trotz der Musik. Womit wir bei den Kritikpunkten wären. Die patriotische Trompete war schon recht unschön, und der Popsong am Ende sogar ziemlich unschön. Und dann hätten wir noch den Bösewicht. Der hat mir generell gefallen, vor allem weil die Folge damit tatsächlich fast ein Historical war, oder zumindest mal eine moderne Time Meddler Geschichte. Es wäre nur der Geschichte dienlich gewesen, wenn Freund Fiesewicht auch einen Grund gehabt hätte, weshalb er ein rassistisches Universum besser findet. Und ja, die Busgeschichte ist halt eine dieser Ereignisse, die wenn nicht zu dem Zeitpunkt, eben ein paar Monate später geschehen wären. Solche "Tropfen, die das Fass zum Überlaufen bringen" schaffen das eben nur, weil das Fass auch schon über die Zeit hinweg vollgelaufen war. Aber was solls; eine Rassismus-Folge hat immer das Potential, ziemlich schlimm zu werden. Das hat man in dem Fall aber auf jeden Fall gut gelöst.
    • Hier dann auch noch Lance Parkins nachträgliche Rezension:


      Lance Parkin schrieb:

      I need to rewatch. Once again, I seem to be in the position where everyone else liked it. And that's great, I'd rather ten million people liked Doctor Who and I was one of the very few who didn't. They took route one, and that means they made a story that they could have made in 2009, and ... it's 2018. Way, way too much overexplaining. I'm pretty sure Ryan explains he's black at one point. It's a story where the action moves forward in expositional dialogue, a real tell-not-show job. It chickens out of explaining what the bad guy wants instead. It doesn't sell the thing it needs to sell, that this bad thing happens to spark off a cascade of good things, so a lot of the time it feels like the stakes are 'the Doctor really needs to fix a bus'.

      I mean ... look, it's 2018. The very same day they showed Rosa, *this* happened. So you can't go 'in the present day something something generic about undercurrents of racism'. itv.com/news/2018-10-21/ryanai…nygN9IdrPK5A80FEwftdJXOA0

      I understand why they chicken out of having a handsome young racist from the future articulating why it would be better if the white nationalists ruled. It's the same reason there's no fucking way I'd do Just War now. Enough people watching would punch the air and think Doctor Who was 'secretly on their side'. That's the problem with the episode, though: the enemy is not presented coherently enough. Alabama is presented in this sort of 60s Star Trek allegory planet way, with all the white people glowering and staring. And it sort of absolves today of culpability. But it's still the horror we face in our real life - white nationalism sweeping Europe, in firm control of the White House, killing demonstrators and politicians in the streets in the US and UK. People like Steve King openly saying things that would have been front page news and killed his career just a few years ago, but now you have to Google it to go 'what's Lance talking about?'. The reason for doing this story now is not 'look at what it was like back then', it's 'wake up, it's happening again'.

      And I'm really not trying to virtue signal or show how woke I am, or whatever. I'm still the same pasty, middleaged white guy I was last week - my position here is looking at it as drama, not as a thesis on social justice. It's an episode that doesn't find a way to show, it only tells. And it's an episode that is scared of doing jokes - it's the most Doctor Who thing *ever* that the bad guy's plan isn't to assassinate MLK, it's to give a bus driver the day off. It's a beautiful joke that the reactionary villain's punishment is literally to be sent off to live in the past ... yet these things are played straight.

      I mean ... there's plenty of white nationalism to worry about, but it's *also* the same day where the Trump administration effectively announced segregation for transgender people. The US government taking steps at a federal level to ban a class of people from bathrooms. So ... er ... there's a more *current* version of this story. An angrier, scarier one.
    • @Jefferson Hope,
      da auch ich den Song am Schluss ziemlich anstrengend fand, habe ich recherchiert, es handelt sich um "Rise Up" von Andra Day von 2015 und ist tatsächlich sowas wie ein aktueller Ausdruck von Zielen der Bürgerrechtsbewegung. Eine Hymne für all die afroamerikanischen Frauen, die andere inspiriert haben. Also im Prinzip eine gute Wahl für das Thema der Episode. Naja, mit dieser Art von Extrem-Soul hatte ich immer schon meine Probleme.

      -> file:///G:/Doctor%20Who/11-neu/Rise%20Up%20(Lied)%20%E2%80%93%20Wikipedia.htm

      Radioactive Man