11x06 - Demons of the Punjab

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    • @Der Dude Mir scheint, als hättest du einen zentralen Punkt der Geschichte nicht bemerkt: Die Person, die abgeknallt wird, war nicht Yaz‘ Opi, sondern ein Geliebter der Omi, den sie geheiratet hat. Wäre er nicht abgeknallt worden, wäre Yaz nie geboren, weil Omi glücklich mit ihm geworden wäre und Opi nie kennengelernt hätte, deshalb durften sie da nicht eingreifen.
    • Ich fand die Folge sehr gut. Ob die Aliens jetzt nötig gewesen wäre, ja, darüber kann man sich tatsächlich streiten. Aber man hat es zumindest geschafft, dass sie sich in den generellen Ton der Folge gut eingefügt haben. Dem Autor ging es darum, an all die getötenen Menschen aus dieser Zeit zu erinnern, und die (im übrigen hübsch designten) Vajarian waren sein storytechnisches Werkzeug dafür. Kann man so machen.
      Mir haben auch die Nebencharaktere gefallen. Liebe, Hochzeit und ein arschiger Verwandter, der von Propaganda radikalisiert wurde - das kann man alles prima nachvollziehen, und das war auch alles glaubwürdig dargestellt. Größter Kritikpunkt meinerseits also eigentlich nur der Doctor. Jodie hatte zwar ihre guten Momente, aber hat an anderer Stelle auch mal ziemlich undoctorisch agiert, schlechte Referenzen von sich gegeben (Einstein, *schnarch*), und viel zu oft mit ihrem Schallschrauber herumgemacht (Das Seil !!!). Die Folge hätte das Potential zum modernen Klassiker gehabt, wenn da vor Drehbeginn nochmal jemand mit viel Who-Erfahrung über das Script geschaut hätte. Ein guter Showrunner z.B. ...
    • Von mir hat die Folge ein "gut" bekommen. Wer wie ich den Stream etwas früher gestartet hat, hat auch noch den Rest der Feier zum Ende des 1. Weltkriegs gesehen und konnte daher auch die Aufnahmen der roten Blumen einordnen.

      Das ist bisher auf jeden Fall die beste Folge der Staffel - ja, ist nicht so schwer diesmal - mit einigermaßen stimmigen Charakteren, Spannung, endlich mal Yaz als Person und nicht nur Ausstattung. Die Aliens haben mich an diese komischen Dunkeltypen aus der anderen Dimension aus Class erinnert, vor allem in den Flash-Momenten unserer Frau Doctor. Dazu kommt, dass ich mal wieder durch ein Historical zum Selbstrecherchieren angeregt wurde. Die Trennung Pakistan - Indien war mir zwar irgendwie geläufig, aber die näheren Umstände waren mir bisher völlig unbekannt. Wieder einmal hat Religion ihre segensreiche Wirkung entfaltet.

      Ein bisschen habe ich Shah Rukh Kahn vermisst, der hätte doch noch einen Gastauftritt haben können, schließlich hat er das Thema Pakistan - Indien auch schon in einem seiner Filme verarbeitet.
      "Grundgütiger! Ein weiblicher Doctor! Was für Zeiten das doch sind!" (Barnabas Collins)
    • Mensch schrieb:

      @Der Dude Mir scheint, als hättest du einen zentralen Punkt der Geschichte nicht bemerkt: Die Person, die abgeknallt wird, war nicht Yaz‘ Opi, sondern ein Geliebter der Omi, den sie geheiratet hat. Wäre er nicht abgeknallt worden, wäre Yaz nie geboren, weil Omi glücklich mit ihm geworden wäre und Opi nie kennengelernt hätte, deshalb durften sie da nicht eingreifen.
      Ach, Mist! Das ändert natürlich alles. Ich werde meinen Eintrag überarbeiten und wohlwollend berücksichtigen, daß Team-Tardis das Abknallen von Leuten als geschichtsbedingt hinnehmen muss.

      Ist das jetzt echt der hochgelobte neue Stil: Man hilft nicht, man schaut nur zu und lässt die Betroffenen allein? Welches Bild wird hier vermittelt? Insbesondere unter dem Aspekt Kinderfernsehen. Ein Youtuber, hab vergessen wer, beklagte sich sogar darüber, weil er (als Teil von LGBT) diese Botschaft schon in Rosa nicht verstand: "Das ist nicht unser Kampf. Sie (die Betroffenen) müssen es alleine schaffen. Wir schauen zu, damit sie die Kraft haben, für sich selbst einzustehen. Das dürfen wir ihnen nicht nehmen". Er wünschte sich genau das Gegenteil: Das Leute aufstehen und gegen solche Handlungen protestieren und Solidarität zeigen.
      Solidarität ist ein Begriff aus den 90ern...das kennt man heute nicht mehr.
      Ist das jetzt Teil des Bildungsfernsehens? Wäre es nicht besser Geschichten zu schreiben, in denen aktiv gegen Unrecht vorgegangen wird (es muss nicht immer erfolgreich sein, dem Drama zu liebe), statt ihm passiv beizuwohnen? Und natürlich solche zu schreiben, die verdammt unterhaltsam sind und nicht aus blutleeren Figuren bestehen!

      Mich würde mal interessieren, welche Botschaft die Zuschauer aus diesen Folgen ziehen, außer, daß sie mal bei Wikipedia nachgucken, wer denn diese Rosa Parks war und was wohl die Hintergründe des indisch-pakistanischen Konfliktes waren.
      Und im Übrigen: Donna war so toll, weil sie dem Doctor kontra gegeben hat
    • Volle Punktzahl,
      bei "Rosa" gab es noch geringfügige Logiklücken, beispielsweise wurde nicht vermittelt, warum jemand in 3000 Jahren noch einen derartigen Rassismus entwickeln sollte. Diesmal habe ich noch keine Plot Holes entdeckt. Außer vielleicht, als ich die Episode gesehen habe, kam es mir merkwürdig vor, dass die Einheimischen sich nicht darüber wundern, dass diese Engländer mit ihnen fließend in ihrem lokalen indischen Dialekt reden. Aber die Tardis übersetzt nicht nur, sondern unterdrückt bei den Betroffenen auch die Fähigkeit, diesen Umstand als ungewöhnlich wahrzunehmen. Also alles korrekt dargestellt.

      Die Situation bei der Teilung von Britisch-Indien wurde uns eindrucksvoll vorgeführt. Eine Teilung die Nachbarn trennte und mitten durch Familien verlief. Meinem ersten Eindruck von gestern brauche ich nichts hinzuzufügen. Die Episode hat alles richtig gemacht. Aber bei all den Würdenträgern, die sich gestern die Poppies angesteckt haben und die ihre "Nie-wieder-Krieg"-Eintagsreden gehalten haben, wird die Botschaft wieder nicht angekommen sein.

      Unter Chibnall ist es wie bei Moffat. Wenn Menschen sterben, bildet sich eine Warteschlange von Besuchern. Der Tesselecta, die Time Lords mit ihrer Extraction Chamber, die Glas-Avatare von Testimony und nun die Thijarians. Deren Heimatplanet wurde dann wohl von den Stenza vernichtet, aber es war richtig, das nicht zu erwähnen, weil wir vom Thema dieser Episode nicht durch einen Story Arc abgelenkt werden sollten. Wichtiger ist, dass die Thijarians die Fähigkeit hatten, sich zu ändern, von Attentätern zu friedfertigen Trauergästen. Die Episode schafft es also trotz der bedrückenden Situation bei uns Menschen auch etwas Hoffnung zu verbreiten.

      Radioactive Man
    • Ich fand die folge die zweitbeste, wenn nicht sogar neben der Folge mit Rosa Parks, die beste.
      Was mir hier gefiel war, wie auch schon bei der Folge "Rosa", dass neben einem Geschichtlichen Ereigniss (klar, es stimmte nicht zu 100%) auch noch ein moralischer Aspekt näher gebracht wurde.
      Was ich finde ist, dass in der gesamten Staffel versucht wird insgesamt immer wieder die Moral, wie du keine Waffen verwenden, ein Thema ist.

      Als anderen Punkt, der mir gefiel, möchte ich nennen, dass mir die Landschaftsaufnahmen wirklich sehr gut gefiehlen und auch die Musik war nicht schlecht.

      Abschließen kann ich nur sagen es war eine sehr gute Folge.
    • Ich schließe mich der positiven Fraktion an. Eine sehr gelungene Folge. Sehr gut gelöst, das ganze Drama dieser historischen Entwicklung in einer vergleichsweise kleinen, aber um so dramatischeren Situation deutlich zu machen. Dass der Doctor nicht eingreifen durfte, fand ich folgerichtig - und erläutert noch mal sehr eindringlich die Problematik des Zeitreisens ... und war ja auch öfter schon Thema ("Father's Day" wurde ja genannt)

      Die Aliens und ihr Schiff fand ich optisch sehr gelungen - und auch die Hintergrundgeschichte fand ich gut! Mörder, die im Angesicht von soviel Leid ihr eigenes Sein und Handeln überdenken und sich wandeln ... ein schöner Gegensatz zu den historischen Ereignissen auf der Erde ...

      Ich denke, der 13. Doctor wird nicht mein Lieblingsdoctor! Aber was einige hier muckieren, könnte man bei allen New Who-Doctoren anmerken (wenn man das möchte) - eine Übertreibung in Gestik und Mimk gab es bei allen, mal mehr mal weniger gekonnt. Ich finde es schade, dass die Schauspielerin die Anweisung hat oder es von sich aus übertreibt. Ich finde schon, dass sie in manchen Szenen überzeugt, aber das sind dann wirklich eher die stillen Momente. Und ja, der Schallschrauber wird extrem überstrapaziert! Was soll das? Sie wird doch wohl ein Seil mit den Händen lösen können!

      Aber eines bleibt völlig offen: warum kann sich die Großmutter nicht an die Anwesenheit ihrer Enkelin erinnern? Ich dachte ja zwischendrin, sie hat ihr die Uhr geschenkt, WEIL sie sich erinnern kann! Das hätte es sehr rund gemacht.
    • Der Dude schrieb:

      Ist das jetzt echt der hochgelobte neue Stil: Man hilft nicht, man schaut nur zu und lässt die Betroffenen allein? Welches Bild wird hier vermittelt? Insbesondere unter dem Aspekt Kinderfernsehen.
      Ich finde, dass der Aspekt endlich perfekt den Bogen zu Rose (1x01) schlägt, wo der Neunte Doktor als Zeuge bei vielen Katastrophen der Geschichte geschildert wird. Das wurde dann nie aber nie wirklich eingelöst.

      13 ist in der Hinsicht schon krass drauf. Distanziert von Mitgefühl - auch wenn sie irgendeine Rede über Liebe hält. Das schließt auch gut an die letzte Worte von 12 an, der ja offensichtlich schon geistig umnebelt war, als er seinen letzten, zerflederten Monolog hielt. Ich mag diese Doctoren, die nie ganz an das Menschliche herankommen, auch wenn sie mit Worthülsen versuchen, und gut sein wollen.

      Yaz gewinnt auch immer mehr Kontur, allerdings bricht sie die Erwartungshaltung, weil sie hauptsächlich durch ihre Schwächen gezeichnet wird. Das tut auch wirklich gut, nach x Varianten der typischen moffatschen Frauen. Stattdessen haben eine eher unreflektiere Streberin, die hoffentlich noch viel Lernen wird.

      Die Musik war mir dieses mal aber zu dick aufgetragen. Das ist nicht so mein Geschmack.

      Sonst aber sehr tolle Folge, auch wenn das Ende natürlich schon früh abzusehen war. Aber das hatte auch seinen Sog: die Unabänderbarkeit der Geschichte.
    • Mensch schrieb:

      Der Dude schrieb:

      Ach, Mist! Das ändert natürlich alles. Ich werde meinen Eintrag überarbeiten und wohlwollend berücksichtigen, daß Team-Tardis das Abknallen von Leuten als geschichtsbedingt hinnehmen muss.
      Ich erinnere gerne an Fathers Day, da musste Rose ihren Vater sterben lassen, sonst hätte es ein Zeitparadoxon oder so was gegeben. Gute alte Zeit, nich?
      Rrrrrrrrrichtig, gut das Du's erwähnst! Was hatte Fathersday, was DotP nicht hat?
      Rose handelt entgegen der Warnung des Doctors, der ja erst noch versucht ihr zu helfen und nicht nur dabeisteht. Dadurch haben wir: Eine Handlung, bei der wir nicht wissen, was als nächstes passieren wird, oder wie es ausgeht. Wir haben Drama, Verzweiflung, Mut und Selbstaufopferung. Wir können mit Rose mitleiden, weil, wer hätte nicht so gehandelt? Ja, ihr Handeln war nicht "logisch" im Sinne der Zeitgesetze, aber nachvollziehbar = menschlich. Es gibt sogar eine echte Gefahr für Rose und den Doctor, um die wir doch besorgt sein sollten, wenn wir die Serie mögen. Es werden Entscheidungen getroffen, die zu Herzen gehen. Es wird gestritten, gehadert, sich zusammen gerauft. Man kann den Figuren folgen, weil sie Dinge tun und nicht nur labern.
      Verlust und Schmerz werden richtig herausgearbeitet. Da kann ich mitfiebern, auch wenn ich sage: "Rose! Das war dumm!"
      Am Ende mußte Rose vor der Zeit kapitulieren und einsehen, daß sie diese nicht ändern konnte. Doch sie hatte es versucht, den Preis bezahlt und dadurch an Kontur gewonnen - letztlich für ihre Mutter sogar etwas zum besseren verändert, ohne die Zeit kaputt zu machen. Noch dazu gab es einen aktiven Doctor, dessen Mitgefühl ich am Ende mehr glaube, als das, was die Doctorette da abliefert.

      Haben wir das in DotP? Nein. Wir haben Aliens, die für die Handlung keine Rolle spielen. Häh???
      Wir haben Yaz, die sich auf Order der Doctorette, dem Schicksal fügt und einen Mann, der ihre Großmutter und deren Familie mit seinem Leben beschützt, über die Klinge springen läßt, weil sie selber geboren werden will? Ist sie so selbstsüchtig? Als Polizistin, die wohl irgendwo mal einen Eid geleistet hat, Menschen zu schützen?
      Herrgott, Amy war als singendes Telegram ein besserer Cop!
      Als Tochter und Schwester, die lieber ihre Familie wiedersehen will, als zu riskieren, der erste Mann ihrer Großmutter könnte diese aus der Zeitlinie löschen, wenn er nicht stirbt? Wenn sie so wäre, dann will ich das sehen, denn DAS wäre gut gewesen. Es hätte einen Konflikt gegeben und ich hätte mit Yaz mitleiden können, wenn sie den Mord aus solchen Gründen zuläßt.
      Warum übernimmt Yaz nicht die Rolle der Zeugin und schafft es, dem Ermordeten in seinen letzten Momenten beizustehen und ihm für sein Opfer zu danken? Wozu brauche ich da geläuterte Alien-Assassinen? Yaz hätte DEN Charaktermoment des Team-Tardis haben können und Graham in der Gesamtwertung mal locker hinter sich gelassen.
      Mir fehlen solche Momente einfach und ich finde es schade, daß ich stattdessen Doctor-Runaway und ihre Handpuppen-Truppe gezeigt bekomme.

      Klar geworden, was ich meine? Und ja: DAS war die gute alte Zeit.
      Und im Übrigen: Donna war so toll, weil sie dem Doctor kontra gegeben hat
    • Der Dude schrieb:

      Mensch schrieb:

      Der Dude schrieb:

      Ach, Mist! Das ändert natürlich alles. Ich werde meinen Eintrag überarbeiten und wohlwollend berücksichtigen, daß Team-Tardis das Abknallen von Leuten als geschichtsbedingt hinnehmen muss.
      Ich erinnere gerne an Fathers Day, da musste Rose ihren Vater sterben lassen, sonst hätte es ein Zeitparadoxon oder so was gegeben. Gute alte Zeit, nich?
      Rrrrrrrrrichtig, gut das Du's erwähnst! Was hatte Fathersday, was DotP nicht hat?Rose handelt entgegen der Warnung des Doctors, der ja erst noch versucht ihr zu helfen und nicht nur dabeisteht. Dadurch haben wir: Eine Handlung, bei der wir nicht wissen, was als nächstes passieren wird, oder wie es ausgeht. Wir haben Drama, Verzweiflung, Mut und Selbstaufopferung. Wir können mit Rose mitleiden, weil, wer hätte nicht so gehandelt? Ja, ihr Handeln war nicht "logisch" im Sinne der Zeitgesetze, aber nachvollziehbar = menschlich. Es gibt sogar eine echte Gefahr für Rose und den Doctor, um die wir doch besorgt sein sollten, wenn wir die Serie mögen. Es werden Entscheidungen getroffen, die zu Herzen gehen. Es wird gestritten, gehadert, sich zusammen gerauft. Man kann den Figuren folgen, weil sie Dinge tun und nicht nur labern.
      Verlust und Schmerz werden richtig herausgearbeitet. Da kann ich mitfiebern, auch wenn ich sage: "Rose! Das war dumm!"
      Am Ende mußte Rose vor der Zeit kapitulieren und einsehen, daß sie diese nicht ändern konnte. Doch sie hatte es versucht, den Preis bezahlt und dadurch an Kontur gewonnen - letztlich für ihre Mutter sogar etwas zum besseren verändert, ohne die Zeit kaputt zu machen. Noch dazu gab es einen aktiven Doctor, dessen Mitgefühl ich am Ende mehr glaube, als das, was die Doctorette da abliefert.

      Haben wir das in DotP? Nein. Wir haben Aliens, die für die Handlung keine Rolle spielen. Häh???
      Wir haben Yaz, die sich auf Order der Doctorette, dem Schicksal fügt und einen Mann, der ihre Großmutter und deren Familie mit seinem Leben beschützt, über die Klinge springen läßt, weil sie selber geboren werden will? Ist sie so selbstsüchtig? Als Polizistin, die wohl irgendwo mal einen Eid geleistet hat, Menschen zu schützen?
      Herrgott, Amy war als singendes Telegram ein besserer Cop!
      Als Tochter und Schwester, die lieber ihre Familie wiedersehen will, als zu riskieren, der erste Mann ihrer Großmutter könnte diese aus der Zeitlinie löschen, wenn er nicht stirbt? Wenn sie so wäre, dann will ich das sehen, denn DAS wäre gut gewesen. Es hätte einen Konflikt gegeben und ich hätte mit Yaz mitleiden können, wenn sie den Mord aus solchen Gründen zuläßt.
      Warum übernimmt Yaz nicht die Rolle der Zeugin und schafft es, dem Ermordeten in seinen letzten Momenten beizustehen und ihm für sein Opfer zu danken? Wozu brauche ich da geläuterte Alien-Assassinen? Yaz hätte DEN Charaktermoment des Team-Tardis haben können und Graham in der Gesamtwertung mal locker hinter sich gelassen.
      Mir fehlen solche Momente einfach und ich finde es schade, daß ich stattdessen Doctor-Runaway und ihre Handpuppen-Truppe gezeigt bekomme.

      Klar geworden, was ich meine? Und ja: DAS war die gute alte Zeit.
      Und dann hätten alle geschrien: "Hatten wir ja schon in Father's Day - wie uninspiriert!" Yaz kannte den (zugegeben) sehr sympathischen und engagierten jungen Mann knapp zwei Tage - ein riesiges moralisches Dilemma wäre nicht sehr überzeugend gewesen angesichts der eigenen Löschung aus der Zeitlinie. Den Ort eines Mordes durch Fanatiker zu verlassen (bei aller Tragik und Ungerechtigkeit) und zu wissen, dass der Sterbende nicht allein sein wird, kann ich dagegen schon nachvollziehen. Klar, es kann immer alles anders gemacht werden, und irgend jemand wird sich immer finden, der es blöd findet. Der Autor hat sich für diese Variante entschieden - und ich finde sie äußerst gelungen.

      Auch ich hätte nichts gegen ein reines Historical - aber die Zeiten sind nun mal vorbei! Der Großteil der Zuschauer dieser Serie will Science Fiction sehen, da bin ich mir sicher. Und da finde ich so einen Kompromiss wie in dieser Folge gut - im Gegensatz zu den historischen Abenteuern, in denen der historische Kontext wirklich nur Staffage war ("Vampire of Venice" fällt mir dabei spontan ein). Wenn Hintergrund und Design der Aliens stimmen - wunderbar! Bei "Rosa" ist das in meinen Augen nicht so gelungen, da die Motivation des zeitreisenden Schurken völlig unklar war - aber hier hat die Hintergrundgeschichte epische Dimensionen, die ich ansprechend finde (auch da kann man sich natürlich fragen, warum ausgerechnet die Erde, warum zufällig dieser Ort, an dem der Doctor landet etc. ... aber solche Fragen kann man sich bei allen Doctor Who-Episoden fragen)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Jefferson Hope ()

    • Generell will ich zur Kritik an der neuen Staffel anmerken, dass mich persönlich die typischen Monster/Conqueror-of-the-Week-Folgen wirklich langweilen. Nach 10 Staffeln (Classic Who mal nicht mitgerechnet) von Gefahren, die man nach 45 oder 90 Minuten überwunden hat, um die Welt zu retten, bin ich wirklich dankbar, dass bisher in fast jeder Folge was anderes versucht wurde.

      Zu denen die sagen: "Das ist aber nicht mehr Doctor Who!" Tja, ihr habt genügend alte Folgen, Romane und Hörspiele, um pöhse Welteroberer und -vernichter. Ich freue mich, dass mal wieder woanders angeschlossen wird (denn wie wir alle wissen: Historicals gab es schon früher) und nicht nach dem gleichen Schema weitergemacht wird.
    • Noch eine Anmerkung zur Kritik an der neuen Staffel: ja, auch ich finde die Begleiter irgendwie langweilig - Sie erinnern mich ehrlich gesagt an viele der Classic-Companions. Aber ich hatte auch echt die Nase voll von diesen Mädels, die am Ende immer das ganze Universum oder die Erde retten - und das waren bisher alle weiblichen Begleiterinnen seit 2005! Da finde ich die zurück haltende etwas "blasse" Yaz mal ganz erholsam! Schade, dass Chibnall sich für diese große Truppe entschieden hat - sollte aber vermutlich eine Anlehnung an Classic-Who sein. Zumindest das ist wie in den guten alten Zeiten ...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Jefferson Hope ()

    • Jefferson Hope schrieb:

      Noch eine Anmerkung zur Kritik an der neuen Staffel: ja, auch ich finde die Begleiter irgendwie langweilig - Sie erinnern mich ehrlich gesagt an viele der Classic-Companions. Aber ich hatte auch echt die Nase voll von diesen Mädels, die am Ende immer das ganze Universum oder die Erde retten - und das waren bisher alle weiblichen Begleiterinnen seit 2005! Da finde ich die zurück haltende etwas "blasse" Yaz mal ganz erholsam! Schade, dass Chibnall sich für diese große Truppe entschieden hat - sollte aber vermutlich eine Anlehnung an Classic-Who sein. Zumindest das ist wie in den guten alten Zeiten ...
      dann gibt mir doch mal Beispiele wer von den Classic Companions ebenso blass blieb. Selbst Adric hatte mehr Charakter, auch wenn nicht vom Vorteil. Eventuell stimme ich dir bei Nyssa zu, aber dann wird es schwierig...
    • Pascal schrieb:

      dann gibt mir doch mal Beispiele wer von den Classic Companions ebenso blass blieb. Selbst Adric hatte mehr Charakter, auch wenn nicht vom Vorteil. Eventuell stimme ich dir bei Nyssa zu, aber dann wird es schwierig...
      Die meisten waren doch total ersetzbar. Schau dir alle Companions der 80iger bis auf Ace an. Die Scripts waren in den meisten Fällen einfach über eine generische Companion geschrieben, und evtl. wurde da später noch ein Mini-Hook dazugesetzt, der aber auch völlig irrelevant war. Z.B. Peris Botanik-Background in Timelash. Zumindest kommt es mir so vor. (Natürlich ist Peri schon einzigartig, aber das lag nicht an den Skripts.)

      Man erkennt das ja schon auch daran, dass potentielle Companions scheinbar nach Belieben rein- und rausgeschrieben wurden. Vgl. Mel in Delta and the Bannermen
    • tartex schrieb:

      Pascal schrieb:

      dann gibt mir doch mal Beispiele wer von den Classic Companions ebenso blass blieb. Selbst Adric hatte mehr Charakter, auch wenn nicht vom Vorteil. Eventuell stimme ich dir bei Nyssa zu, aber dann wird es schwierig...
      Die meisten waren doch total ersetzbar. Schau dir alle Companions der 80iger bis auf Ace an. Die Scripts waren in den meisten Fällen einfach über eine generische Companion geschrieben, und evtl. wurde da später noch ein Mini-Hook dazugesetzt, der aber auch völlig irrelevant war. Z.B. Peris Botanik-Background in Timelash. Zumindest kommt es mir so vor. (Natürlich ist Peri schon einzigartig, aber das lag nicht an den Skripts.)
      Man erkennt das ja schon auch daran, dass potentielle Companions scheinbar nach Belieben rein- und rausgeschrieben wurden. Vgl. Mel in Delta and the Bannermen
      Die Companions hatten damals nicht eine ausgiebige Hintergrundgeschichte, hatten aber in der Regel dennoch Persönlichkeit, was man von den jetzigen Companions kaum sagen kann. Sarah Jane? Ian und Barbara? Leela? Ace? Polly? Jo Grant? Liz Shaw? Der Brigadier? Tegan?
      Und ja, selbst Mel und Peri haben mehr Persönlichkeit gezeigt. Die Companions waren nicht immer gut geschrieben, aber dafür für die damalige Zeit echte Identifiaktionsfiguren, die in der Regel funktionierten. Und bei all den Beispielen, die ich hier gebracht habe...du hast nur zwei genannt und den Rest über einen Haufen geworfen.
    • Nee, tut mir leid, Peri und Mel waren charakterlich nun wirklich extrem flach - und darüber hinaus auch noch anstrengend, was Yaz nicht ist. Mit fällt keine einzige Szenen mit den beiden ein, die mir eine wirklich interessante Persönlichkeit gezeigt hätte. Welche Persönlichkeit hatte Jo Grant in der Serie? Sie war meist nur Staffage, um teiwelise dumme Fehler zu machen, die der Doctor ausbügeln musste. Ganz ehrlich, auch Tegan hatte für mich keine herausragende Persönlichkeit - ich mag sie, aber wirkliche Charaktertiefe hat sie nie erreicht. Nyssa wurde schon genannt. Polly war in Ordnung, Victoria eher ein Dummchen. Barbara und Liz ragen wirklich heraus! Sarah Jane hatte mit dem journalistischen Hintergrund dann einen guten Backround - der jedoch viel zu selten sinnvoll eingesetzt wurde. Episoden mit Leela kenne ich nicht. Bei den Herren: Ian sehr gut, Ben ok, Jamie wunderbar. Harry viel zu kurz dabei. Turlogh mit dem Backround sehr gut! Naja, und Adric war halt Adric ...

      Ich finde, in der Menge gesehen, schlagen sich die aktuellen Begleiter da nicht so extrem schlecht. Ja, sie sind blass und brauchen mehr Tiefe, unbestritten. Aber diesbezüglich hat sich die Qualität der Serie in meinen Augen nicht maßgeblich verschlechtert. Bloß keine Universumsretter mehr!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Jefferson Hope ()