• Wie fandest du diese Folge? 43

    1. 1. Super (16) 37%
    2. 2. Gut (23) 53%
    3. 3. Durchschnitt (4) 9%
    4. 4. Ausreichend (0) 0%
    5. 5. Schlecht (0) 0%


    Wieder mal landet die TARDIS auf der Erde, diesmal heißt der Zielort, Mexiko, 15. Jahrhundert – die Blütezeit der Azteken. Durch eine Verwechslung wird Barbara zur Göttin Yetaxa erkoren. Abgestoßen von den barbarischen Menschenopfern ihrer Jünger versucht die Geschichtslehrerin die Geschichte zu ändern – sehr zum Missfallen des ersten Doctors. Ian bewährt sich unterdessen mit nahezu vulkanischen Kampfkünsten gegen missgünstige Kriegerrivalen, während Susan (natürlich) wieder mal in Probleme gerät. Viel unglaublicher aber: Der Doctor verlobt sich…!


    Die sechste Folge der ersten Staffel wurde zwischen dem 23. Mai und dem 13. Juni, 1964, ausgestrahlt. Die einzelne Episoden hießen "The Temple Of Evil" (7,4 Mio. Zuschauer), "The Warriors Of Death" (7,4), The Bride Of Sacrifice" (7,9) und "The Day Of Darkness" (7,4). Während der Dreharbeiten zu den 2. und 3. Episoden war Carole Ann Ford in Urlaub, weswegen Susan nur in kurzen vorgefilmten Szenen zu sehen ist.
    Während dieser Zeit wird die PLO gegründet und Nelson Mandela zu lebenslangen Haft verurteilt. Am 11. Juni in Köln übte Walter Seifert das Attentat von Volkhoven aus.
    Nummer 1 in Deutschland war Ronny, mit Oh My Darling, Caroline; in Großbritannien war es Cilla Black, mit You're My World.

  • Meine Hartnell Lieblingsfolge.
    Wahrscheinlich auch aus dem Grund, dass es die erste Hartnell Geschichte war, die ich jemals gesehen habe. Damals in London auf VHS gekauft.


    Aber auch heute gefällt mir die Geschichte noch verdammt gut. Ein herrlicher Gegenspieler, tolle Kulissen, interessante Special Effects (der Sturz des Kämpfers :D).
    Sie haben es imo wirklich geschafft eine lebendige Welt zu kreeieren. Obwohl ich genau weiß, dass bis auf die paar Schauspieler niemand da ist (vom Produktionsteam abgesehen), kommt es mir immer so vor, als wäre es eine lebendige Stadt mit Tausenden von Azteken.


    Der Doctor ist wie immer klasse, vor allem mit seiner kleinen "Liebesgeschichte".
    Interessant auch seine Auffassung, dass man die Geschichte nicht ändern könne. Naja, jedenfalls als normaler Mensch kann man das nicht. Dass er ein Time Lord ist, war damals ja noch nicht bekannt. :)

    "We eat Gods for breakfast!" - Egon Spengler - Ghostbusters, the Video-Game


    "People shouldn't be afraid of their government. Governments should be afraid of their people."
    — Alan Moore (V for Vendetta)

  • Nicht die spannendste Folge aller Zeiten, aber dennoch mit seinen guten Punkten. Ihr wichtigster Beitrag zur angehenden Serie ist die Feststellung, dass man die Geschichte nicht ändern kann. Später lernen wir, dass für dies für einen Time Lord nicht gilt (er darf die Geschichte nicht ändern), aber zu dieser Zeitpunkt der Entwicklung war das noch unbekannt. Die Frage werden sich viele Zuschauer gestellt haben, also es war an der Zeit, dass eine Folge sich damit beschäftigt. Das Dilemma, sowie der Streit zwischen Barbara und dem Doctor, wird sehr gut inszeniert und abgearbeitet.


    Einige Sachen bleiben unter dem Niveau der Haupt-Handlung: Susan bleibt weiterhin nutzlos und der Kampf zwischen Ian und dem "Chosen One" ist sowohl unglaubwürdig als auch langweilig. Ian mag zwar viel dazugelernt haben in letzter Zeit, aber er ist trotzdem ein Naturwissenschaftslehrer aus England, 1963 – das sollte kein großes Problem für einen ausgebildeten Kämpfer aus einem gewaltsamen Stamm darstellen...


    Das Zusammenspiel zwischen dem Doctor und Cameca, sowie ihrer Verlobung, fand ich dagegen sehr charmant. Endlich mal sehen wir die "menschliche" Seite dieses kalten 1. Doctors. :doc1:

  • Später lernen wir, dass für dies für einen Time Lord nicht gilt (er darf die Geschichte nicht ändern), aber zu dieser Zeitpunkt der Entwicklung war das noch unbekannt.


    Ich höre gerade das BBC Audio "Death comes to Time" und auch wenn es außerhalb der Continuity sein mag, wird hier der Blickwinkel der Time Lords auf die Zeit und das Universum endlich mal deutlicher gemacht, wie und warum die Time Lords eingreifen und wann und warum nicht.
    Ist sehr faszinierend. Aber das nur nebenbei.
    Denn der Doctor ändert ja immer die Geschichte, wenn er auftaucht, manchmal mehr, manchmal weniger. Doch das, was für manche Geschichte ist, ist für andere eben immer noch die Gegenwart und diese ist mehr oder weniger beeinflussbar.

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  • Salut zusammen!


    Diese Folge habe ich mir kürzlich angesehen, allerdings bisher nur einmal. Das ist jetzt nach An Unearthly Child und The Daleks die dritte mit Hartnell.


    Sie haben es imo wirklich geschafft eine lebendige Welt zu kreeieren. Obwohl ich genau weiß, dass bis auf die paar Schauspieler niemand da ist (vom Produktionsteam abgesehen), kommt es mir immer so vor, als wäre es eine lebendige Stadt mit Tausenden von Azteken.


    Ehrlich gesagt, ich hatte hier genau den entgegengesetzen Eindruck. Mir kam es nicht so wie eine belebte Stadt vor, sondern ich habe mich gefragt, wo sind denn nun die ganzen Leute. Vor allem bei den Opferzeremonien, die aussahen wie in einem stillen Kämmerlein, während sie doch eigentlich auf den Pyramiden durchgeführt worden sind, soweit meine Geschichtsbildung mich nicht täuscht. Bei An Unearthly Child hab ich das anders in Erinnerung, dort schien es mir wirklich so, als hätte ich es mit einer ganzen Horde zu tun und nicht nur mit den auftretenden Schauspielern.


    Insgesamt bin ich zwiegespalten, was diese Folge angeht. Das Drehbuch war kompakt, ohne überflüssige Längen mit einer konsistenten Handlung, die Haupt-Nebenrollen -- Autloc, Tlotoxl und Ixta -- waren gut ausgebaut und gut gespielt; Doc und Companions fand ich auch gut. Barbaras Spruch war großartig: "Not Barbara, I'm the goddes of the Aztecs!"


    Auch die Wichtigkeit der Auseinandersetzung mit der Möglichkeit der Veränderung der Vergangenheit -- "You can't rewrite history. Believe me, i know it!" -- leuchtet mir ein, wobei ich erst durch diesen Thread erfahren habe, dass dies in dieser Folge zum ersten mal geschieht. Das wirft nochmal ein anderes Licht darauf, dies Thema ist aus der Sicht des heutigen Betrachters schon so selbstverständlich.


    Insgesamt also eine runde Sache, und trotzdem -- irgendetwas fehlt. Bei den meisten oder doch vielen Folgen habe ich das Bedürfnis. sie mir gleich nochmal anzuschauen, hier war das nicht so. Ich weiß nicht mehr, wie das bei den ersten beiden Hartnell Folgen war, ist schon eine Weile her.


    Naja, ich lass sie erstmal 'ne Weile ruhen, dann schau ich sie mir nochmal an und kann sie entweder noch mehr genießen oder komme drauf, was mir gefehlt hat.


    Gruß, garibaldi

  • Eine richtig gute Folge. Deswegen auch mal etwas ausführlichere Gedanken dazu.


    Die angebrachten Kritikpunkte sind alle richtig:

    • Wie Garibaldi kann ich Atlan was die "lebendige Welt" und die gefakten "Massenszenen" angeht nicht zustimmen. Wenn man -akustisch glaubwürdige- laute Rufe der Menschenmasse hört, wirkt das heutzutage einfach seltsam, wenn man die dann nicht wenigstens kurz zu sehen bekommt... insgesamt merkt man doch zu deutlich, dass die da in einem Set stehen. Das Set ist allerdings an sich sehr gelungen, für Innenszenen geradezu perfekt, auch im Garten ist das ok. Für die Momente wo man in großer Höhe in die Weite schaut wirkt es sofort unglaubwürdig. Das zerstört für mich leider in manchen Momenten den ansonsten sehr schönen Handlungsfluss.
    • Ian als Superfighter der jeden im fairen Duell besiegt geht mir auch zu weit. Und was der Spockgriff sollte? Damit haben sie sich doch in die unmögliche Situation gebracht, dass ich mich jetzt ständig fragen werde "Warum schaltet Ian den nicht mal schnell lautlos von hinten aus?". Besser hätte ich gefunden, wenn er zwar eine Chance gegen Ixta hat, aber nur weil er 1500 Jahre moderneres Wissen mitbringt, also wenn z.B. ER den fiesen Trick mit dem Gift benutzt hätte oder die Waffe verbessert. Das würde Sinn machen und würde trotzdem immer noch den Hass von Ixta auf den unerwarteten neuen Rivalen erklären.


    Weil beide Punkte schon nicht ganz unwichtig sind gibt es von mir somit leider kein "sehr gut" mehr. Auch das Barbara als normale Schullehrerin zufällig Azteken-Expertin ist, nunja.


    Aaaaber:

    • Bei den vorangegangenen Episoden habe ich hier schon öfter von der tollen schauspielerischen Leistung gelesen und konnte das jeweils überhaupt nicht nachvollziehen... das vielfach überzogene Spiel von Susan in Edge of Destruction ist mit das mieseste an das ich mich erinnern kann, auch die Thals in The Daleks fand ich mittelprächtig dargestellt. In Marinus gab es für mich die Wende, der Doktor als Verteidiger erstmals so richtig gut und der unglaublich hübschen Katherine Schofield als Sabetha hätte ich sowieso jede Rolle abgenommen. :love: Das Alter der Folgen kann da nämlich auch überhaupt nicht als Entschuldigung gelten, was Citizen Kane 24 Jahre vorher konnte, muss hier auch gehen, man braucht nur die entsprechenden Schauspieler und Drehbücher. Und ersteres ist jetzt meiner Meinung nach der Fall. Der Doktor mit sehr gutem Spiel, Barbara in ihrem inneren Konflikt sehr glaubwürdig, Ian ok, ja sogar Susan war ok. Der hin und her gerissene High priest of knowledge Autloc sehr gut, die überzeugte Cameca und der ehemalige Platzhirsch Ixta in seiner anfänglichen Arroganz ebenso. Der Hammer aber eindeutig der böse High Priest Tlotoxl! Dem hätte ich sofort jeden Iago abgenommen, sowas verschlagenes, einfach brillant. Wie ich sehe kommt der Schauspieler John Ringham noch 2x wieder, in The Smugglers und Colony in Space, wobei ersteres komplett missing ist, arg!
    • Der erste Doktor wird mir mit jeder Folge lieber. Wie er gleich zu Beginn Tlotoxl als "the local butcher" durchschaut und wie die romantische Seite dieses manchmal harten alten Mannes wegen Cameca herauskommt - toll! Bei seiner Schnitzerei musste ich als alter Leone-Fan natürlich gleich an das 4 Jahre später (!!) erschienene "Once Upon a Time in the West" denken wo Jill Cheyenne fragt "What's he waiting for out there? What's he doing?" und er antwortet: "He's whittlin' on a piece of wood. I've got a feeling when he stops whittlin'... Somethin's gonna happen." und auch wenn der Doctor die bösen Menschenopferer dann nicht alle zusammenschiesst, immerhin öffnet er mit seinem Rad endlich die Tür und rettet so den Tag.
    • Das (zurückgelassene!) Rad bringt mich gleich zum nächsten tollen Punkt, der Frage die sich früher oder später jede intelligente Zeitreise-Geschichte stellen muss: Was ist mit Veränderungen? Paradoxien? Richtig tiefgehend wird es noch nicht behandelt, aber der Doctor gibt mit "You can't rewrite history. Believe me, i know it!" eine erste Antwort und wie er beim letzten Teil guckt lässt für mich endlich und erstmals die Tiefe und das Alter und die immense Erfahrung des Doktors durchscheinen. War er vorher mehr ein älterer Herr, der eben mit der Tardis herumdüst, merkt man hier dass in seiner Vergangenheit viel vergraben sein muss, er unendlich viel erlebt hat und i know it! keine akademische Antwort ist, sondern selbst erlebte bittere Weisheit.
    • Gut getan hat, dass man die Story diesmal nicht auf 6-7 Episoden ausgebaut hat, die 4 waren so schön kompakt und es war in eigentlich jeder Szene irgendwas für die Entwicklung Bedeutendes los.
    • Das Schlußwort vom Doktor zu Barbara, daß sie zwar die Azteken nicht retten konnte, aber immerhin einen Mann - großartig.


    Ach, wenn man die Folge nur nochmal an Originalschauplätzen in Südamerika drehen und Ian ein wenig zurücknehmen könnte... was hätte das werden können!


    Mit dieser Folge bin ich "drin" in den Folgen mit 1stdoc und ärgere mich nun erstmals so richtig, dass so viel, besonders von der dritten Staffel, fehlt. Gibt es da eigentlich eine realistische Chance dass jetzt nochmal was wiedergefunden wird oder quasi unmöglich? Naja, jedenfalls... liebe Carole Ann Ford, ich hoffe der Urlaub war schön. Wiederhole ihn ruhig bald mal wieder. :28:

    Sarah Jane: "You're serious?"
    The Doctor: "About what I do, yes. Not necessarily the way I do it."

  • Für mich eine super Folge!


    Ich fand das Set sehr gelungen, mit bescheidenen Mitteln ist da ein sehr schönes Flaire erzeugt worden. Sicher wäre es nicht schlecht gewesen, wenn man ein paar mehr Azteken gesehen hätte, aber mich hat das nicht gestört. Durch die verschiedenen Schauplätze (die ganzen Kammern, der Vorplatz und der Garten) hatte ich sehr wohl den Eindruck, dass sich der Doctor und Konsorten in einer ganzen Stadt aufhielten.


    Auch die Handlung war äußerst kompakt, sinnlose Füllszenen (wie beispielsweise der schrecklich langwierige Höhlentrip in "The Daleks") kamen überhaupt nicht vor, alles hat die Geschichte weitergebracht. Die beiden Hohepriester Autloc und Tlotoxl waren großartige (und gut gespielte) Charaktere, schöne Gegenpole. Tlotoxl war ein ziemlich schlauer Bursche, er hat es gut geschafft, alle auf seine Seite zu bringen. Ziemlich gewieft, wie er dem Unterling eindredete, dass es nicht Gotteslästerei sei, Yetaxa zu vergiften. Wenn sie wirklich Göttin ist, kann ihr das Gift ja nicht schaden, und wenn nicht - um so besser. Unwiderlegbare Logik. :daumen:


    Barbara hat mir wieder super gefallen. Sie sah als Göttin wunderschön aus und war wieder mal der moralische Kompass der Truppe. Sicher hatte der Doctor recht, dass sie den Azteken nicht einfach in ihre Traditionen reinpfuschen kann, aber es ist wohl nachvollziehbar, dass sie nicht zulassen konnte (und wollte), dass direkt vor ihr ein Mensch abgestochen wird. Und wieder mal hat sie dem Doctor ganz klar zu verstehen gegeben, dass sie auf seine Meinung pfeift und tun wird, was sie für richtig hält. Dass ihr das gerettete Opfer diese Gnade damit dankte, dass er sie beschimpfte und sich vom Tempel in den Tod stürzte, hat gleich klar gemacht, dass Barbaras Vorstellungen von "richtig und falsch" in dieser Ära nicht so einfach umsetzbar sind. Ian hat ihr das - in einer der für mich besten Szenen - wunderbar klar gemacht, als er ihr verdeutlichte, dass der "böse"Tlotoxl" nicht wirklcih böse ist, sondern nur ein Spiegel seiner Gesellschaft ist und so handelt, wie es die Azteken halt für richtig halten. Und dass der vernünftige, weise und gutmütige Autloc alles andere als repräsentativ für seine Gesellschaft ist. Nur konsequent, dass Tlotoxl am Schluss gewonnen hat und sein Menschenopfer erbringen konnte.


    Schön war auch Barbaras innere Zerissenheit, als sie immer mehr merkte, dass sie den Humanisten Autloc immer mehr täuschte und den einzigen Azteken, den sie schätzte, anlog. Was der schon auch bemerkte. "Will you sacrifice us to spare your handmaiden pain?"


    Interessant auch die Äußerung des Doctors, dass Barbara Geschichte nicht umschreiben kann, was sie schwerlich akzeptieren wollte. ("Then what´s the point in it?")


    Die Nebenhandlung um Ian gegen Ixta war sicher etwas übertrieben. Klar, es ist nicht besonders glaubwürdig, dass der Herr Lehrer kämpfen kann wie eine Mischung aus schwarzgegürteltem Judoka und Mr. Spock persönlich. Aber obwohl ich die ganzen Kritik an diesen Punkten nachvollziehen kann - ich kann nicht helfen, mir hat das großen Spaß gemacht. :28:


    Wirklich lustig war, als Ixta vor Susan angab, dass er Ian erledigt hätte, dieser im Hintergrund interessiert diesen Angebereien lauschte und dann - ZACK!


    Susan hat mich in dieser Folge erstaunlich wenig genervt, wenn sie auch dämlich genug war, die Zeichnungen der Azteken als "Cartoons mit Sprechblasen" zu bezeichnen. Gut, ihre Auftritte waren gottlob eher spärlich, aber sie musste auch nicht so viel kreischen und heulen wie sonst. Was nichts daran ändert, dass ich ihren Charakter trotzdem mit Inbrunst verabscheue 8) - mir hätte das gut gefallen, wenn die Drohung, dass sie mit Dornen gemartert wird, umgesetzt worden wäre. :P


    Der Doctor selbst hat mich hier endlich voll überzeugt. In den ersten Folgen (bis "Edge of Destruction") fand ich ihn zwar interessant, aber es fiel mir schwer, diesen gemeinen, herrischen Typen mit der Figur des Doctors unter einen Hut zu bringen. Ich erinnere nur daran, dass er in "10 000 BC" gewillt war, einen Höhlenmenschen mit einem Stein zu erschlagen, um abhauen zu können und in "Edge of Destruction" Ian und Barbara noch aus der TARDIS rauswerfen wollte. Hier hat er seine Garstigkeit weitestgehend abgebaut und es ist offensichtlich, dass ihm Ian und Barbara mittlerweile sehr ans Herz gewachsen sind. Hat man gut an der Szene gesehen, als er den ertrunken geglaubten Ian sah und ihn umarmte ("My Dear Boy!"). War das in "Marco Polo" und "The Seas of Marinus" schon so? (Gibt´s ja beides leider nicht auf DVD, und die komprimierte Fassung von Marco Polo auf der Beginning DVD ist halt...seeeehr komprimiert.)


    Und was mir nicht ganz klar ist (- abgesehen von storytechnischen Erfordernissen): Sind Ian und Barbara mittlerweile freiwillig dabei? Wollen sie mit dem Doctor durch Raum und Zeit reisen? Oder doch wieder zurück auf die Erde kommen?


    Die "Verlobung" war zwar recht lustig, aber so charmant fand ich das eigentlich nicht. Die arme Camica war ja schwer in iden Doctor verschossen, was ihn aber nur belustigte und er noch dazu ausnützte. Aber gut, er kann ja nicht riechen, was so ein bisschen Kakaotrinken bewirkt. ;)


    Insgesamt habe ich kaum Kritik an dieser Folge, hat mich wunderbar unterhalten, weshalb ich mit einem überzeugten "Super" gestimmt habe.

    "It's more than that! I'm not that man, Klein. The man you want me to be. You can say what you like, even re-write my past, but it doesn't change who I am. If I can save them, I will. I'm the Doctor. That's what I do."


    5thdoc2nddoc8thdoc11thdoc9thdoc4thdoc10thdoc1stdoc6thdoc3rddoc7thdoc

  • Und was mir nicht ganz klar ist (- abgesehen von storytechnischen Erfordernissen): Sind Ian und Barbara mittlerweile freiwillig dabei? Wollen sie mit dem Doctor durch Raum und Zeit reisen? Oder doch wieder zurück auf die Erde kommen?


    Sie haben sich damit abgefunden, dass sie bis auf weiteres durch Zeit und Raum irren müssen, halten aber weiterhin nach der Erde Mitte des 20. Jahrhunderts Ausschau...

  • Ein "Gut" von mir. Die aufgemalten Pyramiden im Hintergrund sind sehr billig, und die Darsteller von Trotzköpfchen Susan und Superkrieger Chesterton nervig. Ansonsten aber eine spannende Story, in der der böse Priester neue fiese Pläne im 5-Minuten-Takt raushaut und dern Ehrgeiz eines Kriegers für seine Zwecke einspannt. Hartnell hat tatsächlich eine Liebesaffäre. Überragend aber diesmal Barbara, deren Zweifel, ob man in die Geschichte eingreifen kann/darf/sollte, glaubhaft sind. Sie fügt sich nicht einfach den eindringlichen Warnungen des Doktors, sondern muss erst selbst Erkenntnis gewinnen; klug geschriebenes Drehbuch.

  • Ich bin zwiegespalten. Einerseits von der Handlung, der inneren Logik, den schauspielerischen Leistungen her eine hervorragende Episode - aber von der Umstzung her hätte sie weitaus besser gewirkt, wenn man ein ganz klein wenig mehr Geld hätte investieren können. manchmal fiel es einfach zu seh auf, dass man vor einer bemalten Leinwand spielte, einmal konnte man die Leinwand gar erkennen :cursing: Und was die gefaketen Massenszenen betrifft, bei The Keys of Marinus hat man doch Wölfe aus anderen Produktionen reingeschnitten, hätte sich hier nicht auch was passendes finden lassen?


    Ansonsten wirkt die Azteken-Kultur relativ überzeugend, es gab eigentlich keinen wirklichen Bösewicht, die Konflikte enstanden durch die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe.


    Dass Barbara sich gar so gut mit den Azteken auskannte wird ja erklärt, es war einer ihrer Schwerpunkte im Studium (naja ...)


    Ians Kampfkünste überraschen denn aber doch sehr, sein vulkanischer Nackengriff ist vollkommen unangebracht. Und dass Ixta im Duell betrügt - hätte das nicht geahndet werden müssen?


    Höhepunkt war für mich der Gesichtsausdruck des Doctors, als er erfährt, dass er sich gerade verlobt hat ... :bouncy:

    dass ihm Ian und Barbara mittlerweile sehr ans Herz gewachsen sind. Hat man gut an der Szene gesehen, als er den ertrunken geglaubten Ian sah und ihn umarmte ("My Dear Boy!"). War das in "Marco Polo" und "The Seas of Marinus" schon so? (Gibt´s ja beides leider nicht auf DVD, und die komprimierte Fassung von Marco Polo auf der Beginning DVD ist halt...seeeehr komprimiert.)

    Jupp, seit Marco Polo haben sich alle ganz doll lieb ...

  • Heute wurden die Aztecs und Dalek invasion geliefert, die Aztecs musste ich mir gleich anschauen. Schon bei der Beginnings Box fand ich den "alten" Doctor ganz nett, aber hier hat er mich wirklich überzeugt.



    Der Doctor ist als Alien menschlicher als mancher echte Mensch, auf seine alten Tage noch verliebt.


    Lasst mir ja meine Susan in Ruhe! :cursing:

  • Das ist die beste Hartnell-Folge, die ich bisher gesehen habe.


    Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist auch für mich Barbara, die versucht, den Azteken die Menschenopferei abzugewöhnen. Es mag ja naiv von ihr gewesen sein, aber wer kann es ihr denn wirklich übelnehmen? Ich jedenfalls nicht.


    Und der Plan, den sie sich ausgedacht hat, ist nicht schlecht. Das angesetzte Opfer sollte ja eine längere Trockenzeit beenden, und da "zufällig" das Opfer angesetzt wurde, als gerade eine Regenfront aufzieht, liegt es ja nahe, das Opfer schlicht zu verbieten, den Regen abzuwarten, und damit schlagend zu beweisen, dass die Götter Menschenopfer gar nicht brauchen oder wollen. Wenn man schon mal für eine Göttin gehalten wird, kann man das doch auch mal ausnutzen.


    Außerdem wurde ja auch klar gemacht, dass zumindest Tlotoxl das Opfern durchaus politisch betreibt, um seine eigene Machtposition zu festigen.


    Blöd ist natürlich, dass alles schiefgeht: Das Opfer selbst fühlt sich von den Göttern verschmäht und bringt sich selbst um. Und Tlotoxl erklärt Barbara zu seiner Erzfeindin und zur falschen Göttin. Damit sind alle hehren Pläne hinfällig, und für das Tardisteam geht es nur noch darum, die ganze Sache irgendwie lebend zu überstehen.


    Und auch hier liegt dann alles an Barbara, die nun Autloc weiterhin von ihrer Göttlichkeit überzeugen und quasi um ihr Leben lügen muss. Und das schafft sie auch mit Bravour; bei den Gesprächsduellen mit Tlotoxl ist sie schnell und clever und gibt sich nicht die geringste Blöße. Obwohl sie unter großem Druck steht, pariert sie alle Angriffe. Interessant ist hier folgendes: Während sie am Ende bei ihrem Erzfeind Tlotoxl mit absolut offenen Karten spielt, ist sie gezwungen, Autloc, der ihr zugetan ist, weiterhin zu täuschen, was ihr zunehmend schwerer und schwerer fälllt.


    Tlotoxl ist ein absolut brillianter Bösewicht, nicht böse im üblichen Sinne, sondern schlicht ein Kind seiner Epoche. Darüber hinaus ist er intelligent, verschlagen und intrigant. Es ist faszinierend zu sehen, wie er seine Fäden zieht, um alle Beteiligten gegeneinander auszuspielen.


    Als er Barbara noch für eine Göttin hält, überlegt er, wie er das für sich zunutze machen kann; als er sie für eine Hochstaplerin hält, setzt er alles daran, sie zu entlarven. Natürlich geht es ihm in erster Linie um seine eigene Machtposition, die er entweder ausbauen oder verteidigen will. (Wenn die Menschenopferei aufhört, ist seine Planstelle als Priester überflüssig).


    Ausbaden muss das in erster Linie dann Ian, der sich mit dem Krieger Ixta auseinandersetzen muss (was auf ein paar Prügeleien rausläuft).


    Susan taucht hier nicht so oft aus, sie wird recht früh von den anderen getrennt und bekommt von den Aztekenpriestern Benimmunterricht (die Lektion, dass man nicht bei jeder Gelegenheit losschreit und aufpasst, wo man seine Füße hinsetzt, wurde dabei dann leider ausgelasssen).


    Der Doctor verfolgt nach diesen Ereignissen einen eigenen Plan, der mit den Worten "nichts wie weg von hier" zusammengefasst werden kann. Er versucht alles, um einen Eingang in das Grabmal zu finden. Dabei entspinnt sich nebenbei eine sehr charmante Romanze mit der Aztekin Cameca. Dieser Teil der Geschichte wurde übrigens mit sehr viel Takt erzählt. Und fürs Leben habe ich auch gleich was gelernt: Beim Kakaotrinken kann man gar nicht vorsichtig genug sein.


    Das sehr zwiespältige Ende der Geschichte hat mich am meisten beeindruckt: Der Doctor sagt ja, dass man die Geschichte nicht abändern kann. Für mich stellt sich die Frage, ob hier die Geschichte nicht doch abgeändert wurde, und zwar zum Schlechteren: Schlussendlich verlässt ja der human gesinnte Autloc die Aztekenstadt, und damit hat Tlotoxl ohne Gegenpart die Macht allein in seinen Händen. Als am Ende Tlotoxl den Dolch schwingt, um das Sonnenfinsternisopfer abzustechen, habe ich jedenfalls schon geschluckt. Alles, was Barbara wollte, ist gescheitert: Das Dunkle hat gesiegt.


    Anrührend ist es, wie am Ende der Doctor die schrecklich deprimierte Barbara aufrichtet. Was Jacqueline Hill angeht, da möchte ich gar nicht viel sagen, sondern: :14:


    Etwas anderes als ein Super kann ich hier nicht vergeben.

  • Blöd ist natürlich, dass alles schiefgeht: Das Opfer selbst fühlt sich von den Göttern verschmäht und bringt sich selbst um.


    Das war der Hauptfehler, der barbara unterlief: Sie wollte aus ihrer Sicht etwas durchaus gutes tun, nur vergaß sie, dass die, denen sie helfen wollte, eine andere Sicht der Dinge hatten ...

  • Das stimmt: Barbara ist naiv, und das wird auch deutlich gemacht, als Ian Barbara sagt, dass sie die Azteken falsch einschätzt. Und trotzdem, mir kommt es vor, als ob sie hier ganz einfach nicht anders kann. Sie kann einfach nicht zusehen, wie vor ihren Augen Menschen geopfert werden. Wobei ich einräumen muss, dass Ian und der Doctor das anders sahen. Aber die wurden auch nicht für Götter gehalten und fanden sich auch nicht in einer Situation wieder, die dazu verführt, das Unmögliche doch zu versuchen und den Lauf der Dinge zu verändern.

  • Man mag es als naiv ansehen, ich fand jedenfalls nicht, dass Barbara in dieser Folge dumm rüber gekommen ist. Klar, wir SciFi-Fans wissen natürlich bestens, wie man sich bei Zeitreisen zu verhalten hat und was man darf und was nicht. Aber das kann man doch nicht von einer Geschichtslehrerin aus den 60ern erwarten. ;)


    Und ich finde es nur menschlich, dass die Companions sich nicht um diese ganzen Regeln scheren wollen, sondern einfach das tun, was ihnen richtig vorkommt. Moral über Vernunft, könnte man sagen. :)

    "It's more than that! I'm not that man, Klein. The man you want me to be. You can say what you like, even re-write my past, but it doesn't change who I am. If I can save them, I will. I'm the Doctor. That's what I do."


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  • Einfach mal, um eventuelle Missverständnisse zu vermeiden: Naiv und dumm sind für mich zwei verschiedene Paar Schuhe. Dumm finde ich Barbara keineswegs (ich finde sie zum Niederknien). Sicher, der Plan, der hat sich als naiv herausgestellt. Aber die Beweggründe und die Motivation Barbaras, die waren keineswegs naiv, sondern ganz einfach human. Barbara wäre nicht Barbara, wenn sie es nicht wenigstens versucht, dem Gemetzel ein Ende zu setzen.

  • Richtig.


    Ich bin sowieso immer noch beeindruckt - doch, kann ich nicht anders sagen - wie Barbara und Ian sich gemausert haben. Ich meine, zwei lehrer aus den frühen 1960ern, die mit dem Doctor durch Raum und Zeit reisen und dabei oft die eigentlich Handelnden sind, das hätte man so nicht unbedingt erwartet. Am Anfang war schon noch etwas Pragmatismus dabei, aber das hat sich schnell geändert! Wie die beiden oft mit Situationen umgehen, die sie sich nie hätten träumen lassen ...

  • Für mich ein Highlight meines bisherigen Doctor Who Sehens, was vielleicht daran liegt, dass es sich um meine erste Hartnell-Folge handelt.
    Vorher hatte ich nur die deutschen Novels gelesen.

    Zu meinen Pluspunkten:

    • Barbaras Versuch, die Geschichte zu verändern und des Doctor's Reaktion darauf('You can't rewrite history, not one line!'). :thumbup:
    • Der Doctor: Er ist bereit einem Aztekenkrieger durch den Gebrauch von Gift bei einem Kampf einen Vorteil zu beschaffen, damit dieser ihm hilft. Sehr beunruhigend, aber passend für den Doctor, da er dadurch wieder ziehmlich unmenschlich wird. Klasse!
    • Ian hatte gleich zwei Kämpfe, welche m.M. nach das ganze etwas aufgelockert hat.
    • Der Doctor in der sehr ruhigen Szene mit seiner Verlobten, in der er einfach ein wenig schnitzt (sehr angenehm ^^ )


    Negativ:

    • Man sieht Susan sehr, sehr wenig(für mich jnur traurig, da ich sie einfach mehr in Aktion sehen wollte).
    • Recht langatmig (aber durch die gute Story, Dem oben genannten Zitat und dem Doctor insgesamt nebensächlich)


    Das Ende ist sehr schön und beunruhigend. Trotz aller Versuche gelang es Barbara nicht, die Geschichte zu "verbessern". Die Opferungsszene passte dazu sehr gut.
    Aber eine Frage: Was steckt der Doctor eihentlich am Ende wieder ein, nachdem er es auf den Tisch (?) gelegt hatte?

    *+* Was ich das letzte Mal gesehen habe: *+*
    6thdoc No. 138 Attack of the Cybermen (1985)


    Zuletzt gehört: Dust Breeding, Episode 2 (hammer Cliffhanger!)