1x00 - Vom Himmel hoch (The Church on Ruby Road)

  • Seit Jahrzehnten werden junge Erwachsene als Teenager gecastet, aus vielerlei Gründen, einer ist es eben, dass Erwachsene eben mehr arbeiten dürfen. Hätte man auch eine minderjährige Schauspielerin für Rose finden können? Wahrscheinlich, hat man aber nicht, von daher, hätte, hätte, Fahrradkette. Ich finde es sowieso ein wenig seltsam, um es vorsichtig zu formulieren, dass dies gerade bei Yasmin Finney so ein großes Thema geworden ist.

    Das wird ja gern öfter gemacht - eine berechtigte Kritik mit bestimmten Argumenten abprallen lassen und den Kritikern dann eine bösartige Weltanschauung unterstellen. Yasmin Finney sieht definitiv zu alt für 15 aus - das hat null komma nix mit ihrem Transsein zu tun! Millie Gibson hätte ich eher eine 15/16 Jährige abgenommen - weil sie vom Typ her einfach jünger wirkt. Wenn ich eine Minderjährige von einer Erwachsenen spielen lassen will, dann muss ich eine suchen, die eine entsprechende Ausstrahlung hat. Wenn ich eine erwachsen wirkende Darstellerin casten will, muss ich eine Rolle schaffen, die erwachsen ist. Eigentlich ganz simpel - und RTD ist meiner Meinung nach in diesem Fall daran gescheitert. Die SJA wurden ja bereits erwähnt - da ist es definitiv gelungen!

  • Ich bin nun auch endlich dazu gekommen die Episode zu schauen und bin ehrlich gesagt sehr gut unterhalten worden. Hab eine 8 vergeben.


    Während der Phase mit der 13. Doctorin habe ich mich zu oft dabei erwischt, irgendwann nebenbei was anderes zu machen. Hier hingegen wollte ich nicht mehr aufhören zuzuschauen. Sicher war die Story jetzt nicht die originellste, aber passend zu Weihnachten. Zudem mit einem kleinen Twist den ich trotz des Anfangs nicht erwartet hätte (Doctor rettet Ruby in der Vergangenheit). Auch der Song war nicht schlimm, hat die Episode etwas aufgelockert, vergleichbar mit der Aliensängerin in Jabbas Palast in Star Wars VI. Hatte auch nichts zum Film beizutragen, war aber einfach etwas "Entspannung" zwischendurch.


    Ich kann auch die Kritik mit dem Tod des Goblinkönigs persönlich nicht nachvollziehen. Hatte beim ersten Überfliegen schlimmeres erwartet, aber das war doch noch recht harmlos. Da wurde zum Beispiel das Aufspießen Ursulas mit dem Schiff in Arielle grausamer dargestellt.


    Besonders hervorheben möchte ich hier aber die Chemie zwischen dem Doctor und Ruby. Das passt einfach wie Faust aufs Auge. Die beiden werden noch richtig Spaß machen wenn wir Glück haben. :D Bin mal gespannt warum die alte Nachbarin am Ende von der Tardis weiß.


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    Negativ aufgefallen ist mir auch hier wieder die erzwungene Korrektheit, auch wenn es diesmal nur ein paar Minuten am Anfang in der Bar waren (der Sänger). Zudem könnte man meinen, dass gerade die englischen Städte und UNIT mittlerweile eine bessere Überwachung haben. Ein nicht getarntes Goblinschiff erscheint auf keinem Radar? Die erkennen auch Holz solange es in Bewegung ist.


    Jedenfalls habe ich seit langem mal wieder echte Vorfreude auf eine neue Staffel. :thumbup:

    "Ironically, while the Eleventh Doctor never encountered the Master onscreen, the episodes containing both his first and last appearances in broadcast order featured two different incarnations of the Master."

  • Aber sowas ist ja glücklicherweise nicht sonderlich schwer herauszufinden. Reicht dir ihre IMDb-Seite oder möchtest du auch ihren Twitter-Account sehen?

    Ich bin ja noch so altmodisch, dass ich durchaus Darsteller und Rolle unterscheiden kann und nicht gleich von dem einen auf das andere schließe. Und ich bleibe dabei: es wurde in der Serie nicht klargestellt, drum könnte man es auch anders interpretieren. Ich für meinen Fall, der nicht direkt eine ausgiebige Recherchearbeit über die Geschlechtsidentitäten von Darstellern durchführt, habs halt eher als Boy George Anspielung verstanden. Aber es sei ihr zugestanden.

  • Ist doch eigentlich vollkommen egal. Die Geschlechtsidentität der Person wurde in der Folge, wenn ich mich recht erinnere, mit keinem Wort erwähnt und hätte die Darstellerin eine etwas höhere Stimme, wäre es niemandem auch nur aufgefallen. Das bloße Auftauchen einer Transperson als 2 Minuten Nebenrolle, ohne dass die Transidentität auch nur erwähnt wird, hat recht wenig mit politischer Korrektheit oder einer Agenda zu tun und wer sich über solche Nebensächlichkeiten beschwert, hat vielleicht einfach ein Problem mit Transpersonen.

  • Ist doch eigentlich vollkommen egal. Die Geschlechtsidentität der Person wurde in der Folge, wenn ich mich recht erinnere, mit keinem Wort erwähnt und hätte die Darstellerin eine etwas höhere Stimme, wäre es niemandem auch nur aufgefallen. Das bloße Auftauchen einer Transperson als 2 Minuten Nebenrolle, ohne dass die Transidentität auch nur erwähnt wird, hat recht wenig mit politischer Korrektheit oder einer Agenda zu tun und wer sich über solche Nebensächlichkeiten beschwert, hat vielleicht einfach ein Problem mit Transpersonen.

    Das mag sein. In der deutschen Synchro haben wir aber eine klar männliche Stimme, was und zu den von André genannten Gedanken bringt.

    Grundsätzlich sehe ich Schauspieler als Leute an, die in die Rollen anderer Personen schlüpfen. Daher verstehe ich auch diesen Zwang nicht, dass cis-Schauspieler cis-Rollen und trans-Schauspieler trans-Rollen spielen müssen. Wenn man in der Geschichte des Theaters zurückgeht, dann wurden früher alle Rollen von Männern gespielt. Nicht, dass wir dahin zurückmüssten, aber man muss die Leute doch nicht auf etwas festlegen. Wir wollen ja Schauspieler und keine Selbstdarsteller. Davon haben wir auch so genug.

  • jetzt frag dich aber bitte kurz, warum früher alle Rollen von Männern gespielt wurden & warum wir uns von davon vielleicht nicht allzu viel abschauen wollen, sondern eher warum mittlerweile das Gegenteil der Fall ist. Ich weiß, du meintest "Nicht, dass wir dahin zurückmüssten", aber wenn du das Beispiel halt schon anbringst...

    1. 6thdoc 2. 12thdoc 3. 5thdoc 4. 11thdoc 5. 7thdoc 6. 10thdoc 7. 8thdoc 8. 9thdoc 9. 13thdoc 10. Wardoc
    Rest: Anteilig zu wenig gesehen, um entscheiden zu können.

  • jetzt frag dich aber bitte kurz, warum früher alle Rollen von Männern gespielt wurden & warum wir uns von davon vielleicht nicht allzu viel abschauen wollen, sondern eher warum mittlerweile das Gegenteil der Fall ist. Ich weiß, du meintest "Nicht, dass wir dahin zurückmüssten", aber wenn du das Beispiel halt schon anbringst...

    Warum sollte ich mich das fragen?

    Die Frage ist doch vielmehr, ob cis-Schauspieler auf cis-Rollen und trans-Schauspieler auf trans-Rollen fixiert werden müssen, gerade vor dem Hintergrund dessen, was Schauspielerei sein soll. Die Frage darfst du dir gern selbst beantworten.

  • Daher verstehe ich auch diesen Zwang nicht, dass cis-Schauspieler cis-Rollen und trans-Schauspieler trans-Rollen spielen müssen.

    Ich finde es sehr witzig, daß ein Regisseur und Drehbuchautor, der genau das fordert, gleichzeitig eine historische europäische Person von einem Schauspieler mit eindeutig nicht europäischen Aussehen darstellen lässt.

  • Ich finde es sehr witzig, daß ein Regisseur und Drehbuchautor, der genau das fordert, gleichzeitig eine historische europäische Person von einem Schauspieler mit eindeutig nicht europäischen Aussehen darstellen lässt.

    Gleichberechtigtes Casting, das solche Umstände ermöglicht, wird in UK aber schon länger gepflegt. Ich erinnere an eine dunkelhäutige Anne Boleyn und einen indischstämmigen David Copperfield.

  • Nun ja, was das mit Gleichbereichtigung wirklich zu tun hat, ist in meinen Augen fraglich. Gleichberechtigung wäre, historische wie fiktive Personen mit nicht europäischer Herkunft in den Fokus neuer Verfilmungen zu stellen, anstatt "alte" Stoffe immer wieder neu auszumelken und mit einem colorblindcasting neuen Zuschauergenerationen vorzugaukeln, dass doch früher alles gar nicht so schlimm war. Ich hoffe sehr, dass diese Mode bald abebbt - weil sie mir persönlich den Genuss von Filmen tatsächlich vermiest. Ich erinnere mich da an "See how they run" - ein toller Film - bis plötzlich der dunkelhäutige Ehemann von Agatha Christie (!) auftaucht ... Die "David Copperfield"-Verfilmung war vom Ansatz ganz gut und die Besetzung mit Dev Patel fand ich eigentlich als neue Lesart des Textes gar nicht so unglücklich, aber als dann der asiatische Anwalt eine schwarze Tochter hat und der weiße Schulfreund eine schwarze Mutter - das hatte eine so unfreiwillige Komik, dass das Gesamtwerk als solches nicht mehr ernst zu nehmen ist. Und unser neuer Who-Universums Newton wurde ja schon erwähnt ...

  • Gleichberechtigtes Casting, das solche Umstände ermöglicht, wird in UK aber schon länger gepflegt. Ich erinnere an eine dunkelhäutige Anne Boleyn und einen indischstämmigen David Copperfield.

    Achtung! Triggerwarnung!


    Wenn "gleichberechtiges Casting" so wichtig ist, dann freue ich mich auf die erste Biografie von Martin Luther King, Nelson Mandela oder Barak Obama, in der ein weißer Europäer die Hauptrolle spielt.


    Autsch! Das war böse, nicht wahr?!


    (P.S.: Ich "freue" mich nicht in dem Sinne darauf, wie sich ein Rassist freuen würde, sondern weil es die Idiotie der Idee der "Colorblindless" aufzeigen würde. )

  • Gab ja einige Theorien wer Baby Ruby am Anfang an der Kirche ablegt. Mag dennoch letztendlich nicht so sein, aber die Novelisation zur Folge identifiziert die Frau eindeutig wirklich als ihre Mutter.

    Injustice is the rule, but I want justice. Suffering is the rule, but I want to end it. Despair accords with reality, but I insist on hope. I don't accept it because it is unacceptable. I say no.

    - der achte Doctor, Camera Obscura

  • "As for the mother she was never seen again. No-one ever knew her name",

    es wird auch in der Episode gesagt, dass es sich um die Mutter handelt, was allerdings in der Science Fiction eine erweiterte Bedeutung haben kann. Beispielsweise konnte sich Mrs Wormwood in den Sarah Jane Adventures mit einiger Berechtigung als Mutter von Luke Smith bezeichnen. Ich bin offen für fast alle Optionen. Hauptsache es handelt sich nicht um die Mutter des Doctors, die Ruby als weiteres Timeless Child ausgesetzt hat.


    Radioactive Man

  • "As for the mother she was never seen again. No-one ever knew her name",

    es wird auch in der Episode gesagt, dass es sich um die Mutter handelt,

    Naja, streng genommen beruht diese Aussage auf der Annahme des Erzählers bzw des Zeugen, der diese Frau das Kind ablegen sieht. Auch er kann nicht wissen, ob es wirklich die Mutter ist.


    Aber wenn in dem Buch zur Folge die Mutterschaft bestätigt wird, wie Cutec sagt, dann ist es wohl so.


    Ich bin offen für fast alle Optionen. Hauptsache es handelt sich nicht um die Mutter des Doctors, die Ruby als weiteres Timeless Child ausgesetzt hat.


    Ich hatte kurz eine Erinnerung an Familie Pond und die Befürchtung, daß

    a) RTD nichts neues eingefallen ist, als

    b) es diesen Orden noch einmal versuchen zu lassen.