1x06 - Rogue

  • Pascal,

    die Theorie war schon viel früher im Umlauf? Da hast Du dann sicher auch eine Quelle dafür. Und vor allem hättest Du dann ja auch frühzeitig die Gelegenheit gehabt, Dein Wissen hier in diesem Forum mit uns zu teilen. Wie kommt es also, dass Mario das für eine meiner Theorien hält?


    Ich verweise auf #1700 bei "60th Anniversary Specials & Staffel 1 (14) - Gerüchte, News, Spekulationen, Infos & Leaks (SPOILER!)".


    Radioactive Man

  • Aber ich würde mir ein bisschen mehr Klassik - und damit meine ich nicht die Klamotten aus Rogue, sondern eher den Doktor - wünschen.


    Mir fehlt die Stärke und Übermenschlichkeit des Doktors.

    Stimme Dir da absolut zu.


    Meiner Meinung nach lebte die Serie "früher"™ sehr stark davon, daß der Doktor ein unnahbarer, manchmal völlig unberechenbarer, stets etwas überheblicher und oft kaltschnäuziger Fremder von einem anderen Planeten war. Seine Herkunft und seine Familiengeschichte waren bis auf seine Enkelin Susan ein großes Mysterium. Er hatte Verbündete und Begleiter, zu denen er manchmal auch freundschaftliche Gefühle zu hegen schien, was ihn aber nicht davon abhielt, diese Freunde herablassend zu behandeln oder auch irgendwann kaltherzig sich selbst zu überlassen (siehe z.B. der Abschied von Sarah Jane).


    Dieses Aura der Unnahbarkeit, dieses Mysterium, diese Kaltschnäuzigkeit waren einer der Gründe, wenn nicht sogar DER Grund, warum man jede Woche eingeschaltet hat. Man wollte wissen: wer ist der Typ, woher kommt er und warum macht er das, was er macht? Gewiss waren auch die Geschichten ein Grund zum Einschalten, aber sie waren bei weitem nicht der Hauptgrund.

  • Gute Folge und das es ein Cosplay war fand ich sogar gut. Das war was anderes.

    Normalerweise wollen die Aliens die Weltherrschaft an sich reißen. Hier wollten sie einfach nur Cosplay gut und einen Krieg führen.

    Wir haben jetzt die große Love Story vom 15 Doctor. Und jetzt wurde es endgültig bestätigt 15th ist schwul. Also kann sich wohl auch die Sexualität nach einer Regeneration ändern. Und nicht nur das Geschlecht und die Hautfarbe.

    Nur wenn du davon ausgehst, dass Sexualität für den Doctor etwas binäres ist...
    Was es nicht ist.

    Ich glaube, ich betrachte Rollenspieler von jetzt an mit ganz anderen Augen...


    Cosplayer sind keine Rollenspieler!



    Ansonsten bleibt mir nur zu sagen, dass ich mit der Folge im großen und ganzen zufrieden bin. Nicht die schlechteste diese Staffel

  • Diese Folge hat bei mir sowas von Torchwood-Vibes ausgelöst! Was ja prinzipiell nicht schlecht ist, ich liebe Torchwood! Aber Rogue wirkte auf mich erst wie ein zweiter Jack Harkness, auch diese Art der Romanze. Zum Ende der Folge wurde mir aber mehr und mehr bewusst, dass nicht Rogue wie eine Variante von Captain Jack wirkt, sondern der Doctor! Diese sändig übertrieben flirtende Art, diese oberflächliche "Baby"-Anrede mit der dauernd zur Schau gestellten positiven Einstellung, trotz düsterer Vergangenheit, das ist 100% Jack.


    Nach dieser Erkenntnis scheint mir jetzt auch einiges im Rückblick in diese Schablone zu passen. Nach dem Finale werde ich mir die Staffel nochmal ansehen und darauf achten, aber momentan bin ich mir ziemlich sicher, dass der Doctor wirklich 1 zu 1 auch Captain Jack sein könnte. Ich erwarte nicht, dass das in der Serien-Realität so ist, finde es aber etwas schade und einfallslos. Definitiv unterhaltsam, aber wenig originell.

  • Jein, es gibt eine Schnittmenge im LARP Lager,
    die Herangehensweise ist aber oft eine andere.

    Wenn jetzt jemand in einem Doctor Who LARP einen Dalek verkörpert
    oder jemand das gute alte MERS als LARP spielt...

    Ich bestreite nicht, dass es larpende Cosplayer gibt oder cosplayende Larper, bestehe aber auf den Unterschied ;)

  • bestehe aber auf den Unterschied

    kann ich bestätigen,
    Cosplayer ahmen die Vorlage möglichst genau nach,
    während die Rollenspieler einen eignen romantisierten Charakter erfinden,
    oft sind Rollenspieler auch eine wandelnde Parodie,
    wie die Waldelfe die jeden Bösewicht bekehren will
    oder der Kampfzwerg, der immer erst mal kleulenschwingend losrennt,
    egal ob Ork, Vampir, Drache oder Halbgöttin

    Mixup Beispiel von der Webicon, mehr Cosplay als Rollenspiel:


    wer hääte da gedacht, dass er kurz danach einen Britney Spears
    aka Panda machen wird

  • Meiner Meinung nach lebte die Serie "früher"™ sehr stark davon, daß der Doktor ein unnahbarer, manchmal völlig unberechenbarer, stets etwas überheblicher und oft kaltschnäuziger Fremder von einem anderen Planeten war.

    Der Doctor war für mich stets ein Ausdruck britischer Exzentrik.


    Jetzt ist er ein Ausdruck von Queerness.


    Kann man mögen. Kann man nicht mögen. Die Exzentrik war aber wohl massenkompatibler. Ich persönlich fand sie auch reizvoller und witziger.

  • Der Doctor war für mich stets ein Ausdruck britischer Exzentrik.


    Jetzt ist er ein Ausdruck von Queerness.


    Kann man mögen. Kann man nicht mögen. Die Exzentrik war aber wohl massenkompatibler. Ich persönlich fand sie auch reizvoller und witziger.

    Kann es sein das du was gegen queere Menschen hast?

  • Ich verstehe echt nicht wieso einige Queer oder LGBTQ u.ä. immer so sehr in die Gewichtung der Episode nehmen.
    Hatte Ten nicht Cap. Jack auch mal geküsst?
    Und Eleven Rory?
    Und jetzt soll es mit Nucti ein Problem sein?

    Wie kann man ein Problem damit haben? Man kann das Bridgerton Konzept der Episode schlecht finden, man kann es schlecht finden, dass diese Liebesstory zwischen Doc und Rogue zu erzwungen wirkte oder dass man überhaupt eine Liebesgeschichte eingebaut hat. Aber dass man ein Problem damit hat, dass ein Mann mit einem Mann romantisch wird oder eine Frau mit einer Frau, geht mir nicht in den Kopf.
    Oben wurde gesagt, es fehlt die Stärke des Doktors. Was genau ist damit gemeint? Welche Form von Stärke? Denn "Stärke" ist so viel- wie nichtssagend.

  • Wie kann man ein Problem damit haben?

    Weil Leuten durch verstärkte (lesen als: endlich mal normale, nicht mehr marginalisierte) Präsenz von LGBTQ-Themen wieder aufgefallen ist, wie homophob sie sind. Daran hatten sie gar nicht mehr gedacht, als 95% des Fernsehens aus weißen Hetero-Männern bestand.

  • Kann es sein das du was gegen queere Menschen hast?

    Kann es sein, dass Du Menschen gerne extrem schnell in Schubladen steckst?


    Ich bin selbst schwul, würde aber dennoch einen Timelord mit typisch britischer Exzentrik witziger und origineller finden als einen schwulen Timelord, der sich dadurch auszeichnet, bei attraktiven Männern Stielaugen zu kriegen.

  • Kann es sein, dass Du Menschen gerne extrem schnell in Schubladen steckst?


    Ich bin selbst schwul, würde aber dennoch einen Timelord mit typisch britischer Exzentrik witziger und origineller finden als einen schwulen Timelord, der sich dadurch auszeichnet, bei attraktiven Männern Stielaugen zu kriegen.

    Dafür scheint es dich ja sehr aufzuregen dass der Doctor für einen Mann schwärmt. Das ist nichts neues. Aber das würdest du wissen wenn du die Serie seit Christopher Eccleston schaust. Und noch weiter in die Classic Ära vordringst.

  • Is jetzt leider etwas Off-topic, aber ich muss fragen: Hast du mit rollenspielern bisher schlechte Erfahrungen gemacht?
    Ich frage aus ehrlichem Interesse, denn ich hab bisher hab eher positive Erfahrungen gemacht, mit Spielern die ihren Rollen ernst nehmen

  • Das ist nichts neues.

    Es ist in seiner Ausprägung neu, dass der Doctor stets ins Schwärmen kommt, wenn er Attraktivität begegnet. Sei es Newton, sei es der Influencer in der Folge davor... Das gab es so zuvor in dieser Ausprägung nicht, im Gegenteil, da verhielt sich der Doctor eher asexuell und erzählte ganz sicher nicht nebenbei von einem "heißen Sommer", den er mit Houdini verbracht hat.


    Es gibt übrigens ein übles rassistisches und homophones Klischee der übersteigerten Libido bei Schwarzen und Schwulen. Dass der Doctor also ausgerechnet jetzt, seit er von einem Schauspieler verkörpert wird, der schwarz und schwul ist, ein solches Verhalten an den Tag legt, ist sehr wohl fragwürdig, und es wäre für mich ein Leichtes, RTD und all jenen, die das abfeiern, zu unterstellen, dass sie sie unterbewusst ein paar ganz üble Vorurteile mit sich herumtragen.


    Ich liebte "Torchwood", ich habe jede Folge mehrfach gesehen. Ich mochte Captain Jack.


    Der Doctor wird mir aber durch derlei Verhalten zu sehr vermenschlicht und reizloser, nicht reizvoller. Nicht mehr hatte ich geschrieben.


    Es ist faszinierend, wie sehr eine solche Meinung sofort zu persönlichen Unterstellungen und Angriffen führt. Offenbar ist Toleranz für viele ein Nullsummenspiel. Wenn sie (erfreulicherweise) gegenüber Minderheiten zunimmt, muss man die Toleranz bei anderen, die lediglich eine Meinung äußern, abziehen.


    Und ja, ich hätte die exakt gleiche Meinung geäußert, wenn ein heterosexueller Doctor wiederholt von attraktiven Frauen schwärmen würde.

  • Es ist tatsächlich traurig, dass Gatwa da mitmacht. Sagt aber vielleicht auch etwas über ihn als Schauspieler und seine "Verantwortung" gegenüber den Zuschauern aus. Es wäre gemein, ihm zu unterstellen, dass er "nur sich selbst" spielt, aber ich erwähnte ja schon die offensichtlich gleiche Darstellung des Eric-Charakters und hätte mir da in dieser neuen Rolle mehr erhofft.


    Zur den von Serienfan erwähnten Klischees kommen noch hinzu, dass Schwule sich gern und oft umziehen und auffällig kleiden und nah am Wasser gebaut sind, auch das wird in jeder Episode bedient!

  • Und was war mit dem einen Mal, als der erste Doctor mit einer Maya flirtete, oder dem Ship Tease zwischen den vierten Doctor und Romana? Ist das auch vermenschlicht? Oder ist es nur ein Problem weil sich ein schwarzer und ein weißer Mann küssten. Es ist nur ein ganz normaler konsensgegebener Kuss.

  • Langsam wird es abstrus... Ich habe das Gefühl, dass hier eine Narrative geschaffen wird, weil die Serie momentan oder der Darsteller nicht zusagt. Nun noch Homophobie und derlei Unsinn zu unterstellen, ist schon lächerlich.


    Übrigens... ja, die Schwulen-Szene ist ziemlich stark Libido-gesteuert. Dass sie in der Hinsicht "anders" ist als die Heteronorme Gesellschaft liegt vor allem daran, dass sie von Männern mit ihren Gelüsten geprägt ist. Das ist kein Klischee, das ist kein Vorurteil, sondern einfach Tatsache. Trifft das auf jeden schwulen Mann zu? Natürlich nicht. Aber gleichzeitig ist die Frage, ob dies so verwerflich ist. Sicherlich entspricht es nicht heutiger sexueller Moral, aber lieber so, als wenn der brave Hetero-Ehemann heimlich in den Puff geht.


    Daraus ergibt sich für mich auch, dass Ncutis Doctor hier vor allem sexuell flirtet mit Rogue. Ich sehe da keine Romanze. Zum Schluss werden die Autoren in der Hinsicht etwas schwammig, aber insgesamt IST der Flirt libidogesteuert. War es ja auch lange Zeit bei River Song zu Matt Smith Zeiten.