2x08 - Krieg der Realitäten (The Reality War)

  • Pascal,
    die Frage in Bezug auf Mr.PR kann ich Dir naturgemäß nicht beantworten und Rassismus wäre sicherlich kein passender Vorwurf, aber, da es hier gerade thematisiert wird, mir gefällt diese Karikatur ganz und gar nicht, weil uns da jemand einreden will, dass man jemanden wie Conrad und sein eingeschränktes Frauenbild nicht kritisieren darf, wenn man gleichzeitig dafür eintritt, dass Belinda mit einem Wunschkind ein glückliches Leben führen kann. Der wesentliche Punkt ist, dass Frauen selbst über ihren Körper entscheiden dürfen.

    Rose Noble hat sich entschieden, nicht binär sein zu wollen. Belinda hat sich entschieden, Poppy als Kind haben zu wollen. Beides ist gleichermaßen Ausdruck von Emanzipation und Diversität. Und das ist ncoh der Punkt von der Episode, wo RTD alles richtig gemacht hat.

    Radioactive Man

    Sorry, aber ich verstehe nicht, was Du da aus der Karikatur rausliest. Ganz sicher heißt es hier nicht, dass man Conrad nicht kritisieren darf. Es geht eher darum, dass der Doctor das gleiche macht, was Conrad vorgeworfen wird. Er verändert die Realität und somit auch Belinda. Die Original Belinda hatte kein Kind. Sie war eine Frau im Berufsleben und hat sich aus einer toxischen Beziehung befreit. Die Message ist, sie ist nur glücklich mit Kind.


    Und Mr.PR: Den RadioactiveMan zu zitieren, ist keine Antwort auf meine Frage.

  • Belinda hat sich entschieden, Poppy als Kind haben zu wollen.

    Hat sie das? Sie ist doch im Grunde vom Doctor in diese Rolle gepresst worden, ohne dass er sie vorher gefragt hat, ob sie will, dass er die Realität so verändert. Es ist sowieso seltsam wie sehr RTD hier mehr oder weniger propagiert, dass Frauen doch im Grunde alle Mütter sein wollen oder sein sollten, denn neben Belinda haben wir ja auch noch Anita, die natürlich schwanger ist. Und die Motivation der Rani lässt sich ebenfalls auf ihre Unfruchtbarkeit, aka ihrer Unfähigkeit Mutter zu werden, herunterbrechen. Ein doch wirklich überraschend konservatives Frauenbild, welches von RTD hier an den Tag gelegt wird.

    1. 4thdoc 2. 11thdoc 3. 12thdoc 4. 1stdoc 5. 2nddoc 6. 8thdoc 7. 9thdoc 8. 6thdoc 9. 3rddoc 10. 7thdoc 11. 14thdoc 12. 5thdoc 13. 15thdoc 14.Wardoc 15. 10thdoc 16. 13thdoc

  • Alles andere mal beiseite: Was ist daran Rassismus?

    Injustice is the rule, but I want justice. Suffering is the rule, but I want to end it. Despair accords with reality, but I insist on hope. I don't accept it because it is unacceptable. I say no.

    - der achte Doctor, Camera Obscura

  • Sorry, aber ich verstehe nicht, was Du da aus der Karikatur rausliest. Ganz sicher heißt es hier nicht, dass man Conrad nicht kritisieren darf. Es geht eher darum, dass der Doctor das gleiche macht, was Conrad vorgeworfen wird. Er verändert die Realität und somit auch Belinda. Die Original Belinda hatte kein Kind. Sie war eine Frau im Berufsleben und hat sich aus einer toxischen Beziehung befreit. Die Message ist, sie ist nur glücklich mit Kind.


    Und Mr.PR: Den RadioactiveMan zu zitieren, ist keine Antwort auf meine Frage.

    In seinem Zitat ist der Grund für meine Meldung.

  • Es ist sowieso seltsam wie sehr RTD hier mehr oder weniger propagiert, dass Frauen doch im Grunde alle Mütter sein wollen oder sein sollten, denn neben Belinda haben wir ja auch noch Anita, die natürlich schwanger ist. Und die Motivation der Rani lässt sich ebenfalls auf ihre Unfruchtbarkeit, aka ihrer Unfähigkeit Mutter zu werden, herunterbrechen

    Und obendrein drückt er Rubys Mutter noch ein weiteres Adoptivkind auf, kaum dass das vorherige erwachsen ist.

  • Diese heteronormativ-konservative Darstellung passt schon irgendwie zu dem RTD der damals Micky und Martha als Happy End in eine völlig unmotivierte Ehe gedrängt hat.

    Injustice is the rule, but I want justice. Suffering is the rule, but I want to end it. Despair accords with reality, but I insist on hope. I don't accept it because it is unacceptable. I say no.

    - der achte Doctor, Camera Obscura

  • Erzählerische Willkür plus Fanservice mit nicht enden wollenden Heile-Welt-Kitsch-Phantasien des Autors, die irgendwie alle was mit glücklichen und glücklich machenden Babys zu tun haben.

    Das ist leider für mich das Fazit dieser Staffel, die mit "The Robot Revolution" und "Lux" so unterhaltsam und vielversprechend begonnen hatte.

    Erneut nutzt Russel T Davies das überstrapazierte Wibbly-wobbly, timey-wimey, um sich über seine eigene Lore hinwegzusetzen. Mal haben der Doctor und der Master als Kinder in den Time-Vortex sehen müssen, mal sind alle von Gallifrey unfruchtbar und kinderlos, wobei es natürlich sein kann, dass das erst seit Neuem der Fall ist.

    Am Ende ist alles wie beim zum Zauberstab mutierten Schallschrauber, der mal alles kann, sogar Adoptionspapiere aus der Luft herbei hexen, und mal gar nichts. Wie es halt für die Story benötigt wird. Entsprechend verpufft natürlich auch der offensichtlich gewollte WTF-Moment mit Rose. Bei dem, was aus "Doctor Who" wurde, könnte sie der nächste Doctor für mehrere Staffeln, oder nur für ein Special, oder auch nur für fünf Minuten sein.

    Überraschend erfreulich fand ich den Auftritt von Jodie Whittaker. Ncuti Gatwa war mir bis dahin derart anstrengend geworden, dass ich ihre unaufgeregte und natürliche Art regelrecht erholsam fand. Vielleicht wollte RTD sich dabei vor dem viel gescholtenen Chris Chibnall verneigen, was eine nette Geste war. Vielleicht konnte er sich aber auch einfach nur David Tennant nicht leisten, worauf er vermutlich in seiner Bemerkung "Well, I'm surprised it's not the other guy. He is always turning up." anspielte.

  • Während der Folge bin ich immer mehr in "Hä?! Ich verstehe irgendwie gar nichts mehr." gerutscht, war dabei aber seltsamerweise nicht genervt, sondern herausgefordert.

    Und was soll ich sagen, mein Fazit ist wie folgt:

    Alles war eine einzige falsche Spur, alles voller Ablenkung. Es ging hier nie wirklich um Belnda, um Ruby, nie um Mrs. Flood oder die Rani, nie um Omega, Götter oder Timelords. Diese Staffel ist einfach ein Blick in den Kern des Doctors. Natürlich sehr durch die Ncuti-Brille gesehen und von ihm geprägt, aber all die Rückblicke auf frühere Inkarnationen zeigen deutlich, was das Thema ist.

    Es geht immer um den Doctor, als immer wieder anders definiertes Ich, auf der Meta-Ebene aber auch um die manchmal sehr überfrachteten Erwartungen der Zuschauer an ihn (oder sie), die Wünsche an die Serie. Das wird am Ende mit Billie Piper ja großartig auf die Spitze getrieben. Die Reaktionen auf sie sind jetzt schon Gold! :D

    Großartig, wie die ganze Staffel am Ende eigentlich gar keinen epischen Handlungsstrang braucht, sondern nur den Doctor am letzten Punkt all seiner Sehnsüchte und Zweifel, seines Leids und seiner begangenen Fehler in diesem (auch von mir) irrtümlich als zu weinerlich interpretierten Ich zeigt. Dieser Doctor war kein Neuanfang nach der zunehmenden Schwere, er war nicht der Happy Sunshine-Doctor, als der er erschien, er war der Abschied und die Erkenntnis. Ncuti war am Ende dieser Folge endlich zum Doctor geworden, dass er hier aussteigt, ist einerseits schade, andererseits aber auch ein Höhepunkt.

    Rückblickend ist diese Staffel für mich pures Gold, die Folge sowieso. 10/10

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    Nun noch ein paar Fragen:

    Sagte die Frau des Filmvorführers in LUX nicht auch "Finde mich"? Genau wie Susan?

    Wieso war beim Song Contest Poppy Honig der Hauptsponsor? In Afrika rannte sie durchs Bild... Erinnert mich an das immer wieder auftauchende Bad Wolf: Poppy hier, Poppy da...

    Die Drohnen beim Song Contest sind doch die gleichen wie die der Rani, oder?

    Anita lässt vom Chef grüßen. Kann Rose mit ihrer Energie vielleicht eher die Hotel-Chefin sein? Im Leben glaube ich nicht, dass sie der nächste Doctor ist, da steckt was anderes hinter.

  • Mal haben der Doctor und der Master als Kinder in den Time-Vortex sehen müssen, mal sind alle von Gallifrey unfruchtbar und kinderlos, wobei es natürlich sein kann, dass das erst seit Neuem der Fall ist.

    Time-Lords waren schon immer unfruchtbar. Bedenke, das Time-Lord ein Titel ist und nicht der Name ihrer Spezies. Das sind Gallifreyaner. Diese müssen zur Akademie gehen um dort Time-Lords zu werden. Am Ende erhalten sie die Fähigkeit der Regeneration und das macht unfruchtbar.
    Das es jetzt keine Kinder mehr gibt, liegt eher daran, dass es keine Gallifreyaner mehr gibt und entsprechend daraus keine Time-Lords mehr werden können.

  • Bedenke, das Time-Lord ein Titel ist und nicht der Name ihrer Spezies.

    Ganz vielen Dank für die Antwort, das erklärt es tatsächlich, führt aber zu neuen Fragen.

    Rose sagt: "Doesn't Poppy solve everything? I mean, she's Time Lord DNA."

    Daraufhin erklärt Rani, dass Poppy kein richtiger Timelord sein kann, weil ihre Mutter ein Mensch und kein Timelord war. Daraufhin reagieren alle furchtbar entsetzt und angewidert, Belinda bezeichnet Rani deshalb als "ekelhaft".

    Ich vermute, RTD wollte damit irgendeine Rassismuskritik einbringen, ich habe mich allerdings gefragt, ob es dann auch rassistisch wäre, Spock als Halbvulkanier zu bezeichnen, weil seine Mutter ein Mensch war.

    Und wenn "Time-Lord" ein Titel ist, hat das sowieso mit DNS nichts zu tun, und Poppy müsste genauso wie alle anderen zur Akademie gehen und den Time-Vortex-Test vollziehen, ganz egal, wer ihre Eltern sind.

  • Und wenn "Time-Lord" ein Titel ist, hat das sowieso mit DNS nichts zu tun, und Poppy müsste genauso wie alle anderen zur Akademie gehen und den Time-Vortex-Test vollziehen, ganz egal, wer ihre Eltern sind.

    Richtig.

    Daraufhin erklärt Rani, dass Poppy kein richtiger Timelord sein kann, weil ihre Mutter ein Mensch und kein Timelord war.

    Ich gehe davon aus, dass beim erhalt der Regenerationsfähigkeit, die DNS verändert wird und das nur bei reinrassigen Gallifreyaner möglich ist.
    Aber im Grunde hast du recht, dass hier in Reality War viel Blödsinn enthalten ist, der mit dem bisherigen Canon nicht vereinbar ist.

  • Alles war eine einzige falsche Spur, alles voller Ablenkung. Es ging hier nie wirklich um Belnda, um Ruby, nie um Mrs. Flood oder die Rani, nie um Omega, Götter oder Timelords. Diese Staffel ist einfach ein Blick in den Kern des Doctors. Natürlich sehr durch die Ncuti-Brille gesehen und von ihm geprägt, aber all die Rückblicke auf frühere Inkarnationen zeigen deutlich, was das Thema ist.

    Es geht immer um den Doctor, als immer wieder anders definiertes Ich, auf der Meta-Ebene aber auch um die manchmal sehr überfrachteten Erwartungen der Zuschauer an ihn (oder sie), die Wünsche an die Serie. Das wird am Ende mit Billie Piper ja großartig auf die Spitze getrieben. Die Reaktionen auf sie sind jetzt schon Gold! :D

    Verstehe ich das richtig: Deine Leseart ist, dass es gut ist, dass so viele Mysterien mit Absicht aufgebaut wurden, damit die Zuschauenden darüber rätseln und spekulieren, nur um diese dann nicht aufzulösen, weil es eben ein Meta-Kommentar auf unsere Erwartungen an die Serie ist?

    1. 4thdoc 2. 11thdoc 3. 12thdoc 4. 1stdoc 5. 2nddoc 6. 8thdoc 7. 9thdoc 8. 6thdoc 9. 3rddoc 10. 7thdoc 11. 14thdoc 12. 5thdoc 13. 15thdoc 14.Wardoc 15. 10thdoc 16. 13thdoc

  • Der Doctor und die Rani sagen eindeutig, dass erst die "genetische Explosion" sie beide unfruchtbar gemacht hat. Damit ist die Auslöschung durch den Master gemeint. Das wurde nach "The Timlesse Children" so nicht etabliert. Es gab aber auch keine Situation, in der eine Fortpflanzung des Doctors Thema gewesen wäre. Jetzt schon.

  • Verstehe ich das richtig: Deine Leseart ist, dass es gut ist, dass so viele Mysterien mit Absicht aufgebaut wurden, damit die Zuschauenden darüber rätseln und spekulieren, nur um diese dann nicht aufzulösen, weil es eben ein Meta-Kommentar auf unsere Erwartungen an die Serie ist?

    Der Doctor und seine Hoffnungen, Erwartungen und unerfüllbaren Sehnsüchte sind für mich der Dreh- und Angelpunkt dieser Staffel, ja. Und diese spiegeln die Ansprüche, die Hoffnungen, Erwartungen und unerfüllbaren Sehnsüchte der Zuschauer wider. RTD macht sich doch einen Riesenspaß daraus, mit den Fans zu spielen.

    Und zur Handlung: Was wurde denn tatsächlich nicht aufgelöst? Susan, würde ich sagen, aber das ist für mich ein Vorgeschmack auf die Zukunft. Was sonst? Rani? Die alte Version lebt. Omega? Ist wieder weg. Belinda? Durch die Realitätsverschiebung erledigt. Und Poppy ist für mich sowas wie ein Zeitschatten, die in mehreren Ebenen durchschimmerte. Und diese Zeitschatten bzw. Realitätsverschiebung rufen Billie Piper als personifizierte Zeitenergie oder Herz der TARDIS auf den Plan. Also alles soweit sauber sortiert.

    Und der Doctor ist für mich jetzt an einem Punkt, wo er für sich und sein Selbst endlich mal komplett akzeptieren kann und nicht weiter verdrängt. Seine eigene Katharsis macht ihn frei und zur Summe seiner bisherigen Ichs, die ja sonst eher abgelegt wurden als weiter in sich getragen.

  • Der Doctor und seine Hoffnungen, Erwartungen und unerfüllbaren Sehnsüchte sind für mich der Dreh- und Angelpunkt dieser Staffel, ja. Und diese spiegeln die Ansprüche, die Hoffnungen, Erwartungen und unerfüllbaren Sehnsüchte der Zuschauer wider. RTD macht sich doch einen Riesenspaß daraus, mit den Fans zu spielen.

    Man könnte auch sagen, sie zu verarschen. Dieses ganze Untergraben von Erwartungen ist ab und an mal ganz nett, aber es macht auch da einen Unterschied wie man dies tut. Selbst als Autor oder Autorin die Erwartungen immer weiter bis zum Klimax in die Höhe zu treiben, nur um dann eine möglichst anti-klimatische Lösung zu präsentieren, ist nicht dasselbe wie mit den Klischees eines Genres oder Franchises zu spielen und diese nicht zu erfüllen. Und es ist besonders lächerlich, zwei Jahre am Stück ein Finale abzuliefern, dessen Kern darin besteht, dass Erwartungen untergraben wurden. Wenn eine dritte Staffel von Modern Who unter RTD kommen sollte und er dies erneut tut, ist es dann auch wieder brillant? Ab wann ist es einfach nur Faulheit sich keine Lösung für die präsentierten Mysterien abzuliefern? Oder zumindest keine Lösung, die der Größe der Mysterien gerecht wird.

    Um da mal auf diese Folge direkt zu sprechen zu kommen: Meinetwegen kann Omega schnell besiegt werden, um mehr Zeit für alles andere zu haben. Okay, dann würde auch das mit dem Untergraben der Erwartungen funktionieren, da er eben erst im Cliffhanger der vorherigen Folgen auf einmal eine Rolle spielte. Aber auch hier spielt das "wie" wieder eine große Rolle. Einen Charakter wie Omega als großes CGI-Monster ohne Persönlichkeit darzustellen, was so gar nichts mit dem eigentlich schon tragischen Bösewichte zu tun hat, der in The Three Doctors und Arc of Infinity auftrat, geht dann aber absolut zu weit. Hier wird dann eben mit Absicht nur ein Name verwendet, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, was absolut billig ist. Das ist kein Untergraben von Erwartungen mehr, das ist ein Schlag ins Gesicht.

    1. 4thdoc 2. 11thdoc 3. 12thdoc 4. 1stdoc 5. 2nddoc 6. 8thdoc 7. 9thdoc 8. 6thdoc 9. 3rddoc 10. 7thdoc 11. 14thdoc 12. 5thdoc 13. 15thdoc 14.Wardoc 15. 10thdoc 16. 13thdoc

  • Pascal,
    dass ich das wirklich erklären muss. Wenn "Klimakleber" im Flieger nach Bali erwischt werden und die Bild-Zeitung daraus eine Schlagzeile macht, dann wissen hier hoffentlich alle, dass es der Bild-Zeitung nicht um den Schutz des Klimas geht, im Gegenteil, jedes Engagement für die Rettung des Klimas soll als unglaubwürdig dargestellt werden.

    Warum also wohl hat jemand diese Karikatur erstellt? Es war offensichtlich jemand, dem es nicht passt, dass RTD immer wieder woke Themen in die Serie eingebracht hat. Und jetzt glaubt derjenige, RTD bei einem Widerspruch ertappt zu haben, und will das aussschlachten, um RTD und seine ganze Wokeness als unglaubwürdig hinzustellen. Und demjenigen geht es garantiert nicht um die Rechte der Frauen.

    In den vergangenen Jahren haben sich die Diskussionen über Emanzipation verstärkt um die bei LGBT... aufgelisteten Buchstaben gedreht, was den Fokus etwas eingeengt hat. Der Slogan der Frauenbewegung lautete jedoch "Kinder oder keine entscheiden wir alleine", was ausdrücklich die Entscheidung für Kinder einschließt.

    Und, egal wie sehr auch ich RTD in vielen Dingen kritisiere, in diesem Fall hat er in vorbildlicher Weise die gesamte Bandbreite an Möglichkeiten dargestellt. Rose Noble als Transperson, Mel, die sich darüber beschwert, dass Conrad sie zur Hausfrau gemacht hat, und schließlich Belinda, die Poppy als ihr Kind haben will.

    Wie kann man bloß auf die Idee kommen, der Doctor habe Belinda das Kind aufgezwungen. Der Doctor hat eine seiner Regenerationen dafür gegeben, um das Leben von Poppy zu retten. Und er wäre gern selber der Vater gewesen, was das Drehbuch aber im Interesse des Fortgangs der Serie nicht zulassen konnte.

    Schwangere Frauen und Frauen mit Kindern werden übrigens ebenso aus der öffentlichen Wahrnehmung ausgeblendet, wie die Behinderten in dem Zeltlager. Diskriminierung hat viele Gesichter.

    Der Vollständigkeit halber sind für Kinder natürlich in gleichwer Weise die Väter verantwortlich. Deshalb hat es mich sehr gefreut, dass Belinda in der veränderten Zeitlinie einen geeigneten Vater für Poppy hinzubekommen hat.

    Schlaubi,
    Deine Darstellung zu Regenerationen, Sterilität und der Akademie ist nur eine von den vielen Varianten in der Vergangenheit der Serie, allerding hat sich die Fan-Wiki den Neuinterpretationen der Showrunner angepasst und der Fluch der Pythia wird nicht mehr erwähnt ->

    Time Lord
    The Time Lords, (TV: The War Games [+]Terrance Dicks and Malcolm Hulke, Doctor Who season 6 (BBC1, 1969).) also known by many other names, were inhabitants of…
    tardis.fandom.com

    Immerhin wurde nicht vergessen, dass auch Ace in einer der Zeitlinien mal den Titel "Time Lord" durch Besuch der Akademie erworben hatte ->

    Time Lord Academy
    The Time Lord Academy, also known as the Time Academy, (WC: Shada) the Academy of Time, (PROSE: Heart of TARDIS) the Gallifreyan Academy (AUDIO: Insurgency) or…
    tardis.fandom.com

    Radioactive Man


    Bilder von Doctor Who Production News zu den Szenen vom Reshoot im Februar, die also gegenüber einer ursprünglichen Version der Episode eine nachträgliche Veränderung darstellen ->

  • In jedem Fall ist Schlaubis Darstellung leicht falsch. In den Virgin Büchern war die Pythia die Herrscherin Gallifreys vor der Erfindung des Zeitreisens. Sie und ihre Anhänger wurden von Rassilon gestürzt (eine Gruppe hat sich auf Karn abgesetzt). Zum Abschied verfluchte die Pythia die Gallifreyaner zur Unfruchtbarkeit. Deswegen baute Rassilon Looms um neue Time Lords in die Welt zu setzen. (Es gibt auch mindestens eine Gegendarstellung, dass biologische Geburt durchaus noch möglich war, aber per Dekret des Lord President illegal.) Richtig ist auch dass Regeneration eine Fähigkeit ist die Time Lords erst auf der Akademie erlangen. Es wäre mir aber neu dass zwischen der Unfruchtbarkeit und Regeneration eine Verbindung gezogen wurde. In den Faction Paradox Büchern wurde allerdings die These aufgestellt dass es in Wirklichkeit die Folge der Schöpfung des Eye of Harmony war. Und es ist auch wichtig dass der Fluch am Ende von Lungbarrow aufgehoben wurde (weshalb Leela und Andred ein Kind kriegen).

    Und RTD macht hier sowieso seine eigene Grütze.

    Injustice is the rule, but I want justice. Suffering is the rule, but I want to end it. Despair accords with reality, but I insist on hope. I don't accept it because it is unacceptable. I say no.

    - der achte Doctor, Camera Obscura

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