BBC Past Doctor Adventures (PDAs)

  • Die PDAs lösten in 1997 die MAs ab. Sie boten Abenteuer der 1. bis 7. Doctoren an, während die EDAs sich mit dem 8. Doctor beschäftigten. Später kam auch ein PDA mit dem 8. Doctor (Fear Itself). Seit 2005 befindet sich die Reihe in "Hiatus": weder kommen neue Bücher raus, noch wird die Serie offiziel abgebrochen. Man hofft weiter, dass es irgendwann weiter geht...


    Das erste PDA war The Devil Goblins From Neptune (3. Doctor + U.N.I.T.) von Keith Topping & Martin Day und das letzte Atom Bomb Blues (7. & Ace) von Andrew Cartmel. Im U.N.I.T. Abenteuer The Face Of The Enemy von David A. McIntee gibt es keinen Doctor – er wird durch Ian und Barbara vertreten. In The Infinity Doctors von Lance Parkin gibt es zwar einen Doctor, doch es wird nie klar um welchen es sich handelt. Scream Of The Shalka von Paul Cornell ist die Buch-Version des Online-Abenteuers für den "anderen 9. Doctor". World Game von Terrance Dicks stellt das Konzept der so genannten "Season 6B" vor – nach seinem Prozess in The War Games müss der Doctor eine Zeit lang als Agent für die Time-Lords agieren, bevor er letztendlich in Spearhead In Space sein Exil auf der Erde antritt. Spiral Scratch von Gary Russell klärt über die Regeneration des 6. Doctors auf.


    Eine volle Liste der PDAs befindet sich hier.

  • ... von Gary Russell


    Business Unusual funktioniert als Fortsetzung der Geschichte, die in The Scales Of Injustice anfing: der hell-häutige, unverletzbare Mann mit der Narbe und der Sonnenbrille, die perfekt-aussehende, Gefühlslose irische Zwillinge, der mutierte Doberman und die dunkle Seite der Alien-Begegnungen der 70er und 80er Jahren. Doch für einen Autor wie Russell ist sowas nie genug: Dazu bekommen wir nicht nur die Wie-Melanie-Bush-zum-Reisen-mit-dem-Doctor-kam Geschichte sondern auch die erste Begegnung des 6. Doctors mit dem Brigadier.


    Viele andere Russell-Merkmale durfen auch nicht fehlen: Die Rückbesinnung eines Charakters, zum Beispiel, als er eine Seite lang an seinen ehemaligen Kollegen denkt, damit wir lernen was aus dem dritten Soldaten von Links in The Claws Of Axos geworden ist. Oder das Träumen eines Mörders, das uns mit dem Presslufthammer seine Persönlichkeit vorstellt.


    Doch Positives gibt es auch zu melden: diese Doctor ist eindeutig der Sechste und kommt sehr gut rüber. Die Tatsache, dass das Buch in 1997 geschrieben wurde, während die Geschichte sich in 1989 abspielt, erlaubt uns ein bisschen Schmunzeln über die damalige Computer-Technologie; der lebensüberdrüssige Polizist, Bob Lines, ist eine toll Ergänzung zum Doctors Freundeskreis; und die Einstands-geschichte von Mel musste sowieso eines Tages erzählt werden.


    In den 80er Jahren schrieb der damalige Produzent, John Nathan-Turner, ein Buch über die verschiedene Begleiter. Tiefgehend war es nicht – aber wenigstens enthüllte es die Mysterie um Melanie Bush. Sie käme aus Pease Pottage in Sussex, hieß es da, und sei dem Doctor sehr hilfreich gewesen sein, als er einen Komplott des Masters und der Usurians erkämpfte. Da musste ich wirklich lächeln, als genau dies in diesem Buch dann geschah. Keine Sorge, das ist kein Spoiler, nur eine Art "Vorgeschichte".


    Es gibt besser geschriebene, tiefer Abenteuer – aber es gibt auch langweiliger. Ich werde auf jeden Fall die Trilogie zu Ende lesen. Also ab nach Instruments Of Darkness...

  • ... von Gary Russell


    Normal-scheinende Menschen, die eigentlich großee Fähigkeiten besitzen – Fähigkeiten, die von einer Geheimorganisation für ihre eigenen Zwecke eingesetzt werden... Sieben Jahren vor Heroes haben wir eine verbluffend ähnliche Szenario. Hier sind die Sondermenschen jedoch alle ESPers von verschiedenen Arten. Einer davon ist Trey Korte von Business Unusual, der von dem mysteriösen "Network" zu ihrem Zentral in Paris geholt wird, um bei der Suche nach einem entlaufenen ESPer mitzuhelfen.


    Der Chef da ist ein ehemaliger U.N.I.T. Soldat, der keinerlei Erinnerungen von sich selbst hat und deswegen sauer auf seine alte Arbeitgeber ist. Dazu kommt eine französische Soldatin, die auch mit außerirdischen zu tun hatte. Auf einer Pazifisch-Insel werden zwei amerikanische Journalisten von einem komischen Kult gefangen genommen. In Neuseeland versucht der entlaufene ESPer sich von dem Network zu befreien. In dem englischen Peak District wohnt ein Super-ESPer, der für die Magnate arbeitet, die hinter dem Network steckt. Er bietet den irischen Auton-Zwillingen aus The Scales Of Injustice und Business Unusual ein zuhause an, wo mit deren drei Öpfer aus Brighton zusammenleben können. In Brighton aktiviert Inspector Lines seine Doctor Notruf-Maschine. Hinter der Magnate, die hinter dem Network steck, steck noch was anderes...


    Irritiert? Mir ging es genauso. In diesem letzten Teil der Trilogie versucht Gary Russell zu viel unterzubringen. Es gibt zu viele Charaktere und zu viele Schauplätze, um einen Überblick behalten zu können. Irgendwie muss er auch noch den sechsten Doctor, Mel und Evelyn in die Geschichte reinbringen. Das tut er gut, aber die anderen Faden lassen nicht genug Platz dafür.


    Denn hier ist der Roman extrem lesenswert. Alle drei werden perfekt aufgenommen. Der selbstverliebte, stürmische Doctor, die enthusiastiche, Menschen-fähige Mel und die routinierte, schlaue Evelyn – die aus Versehen in 1988 statt 2000 von dem Doctor zurückgelassen wurde – bilden ein sehr unterhaltsames Team. Es machte wirklich Spaß, deren Szenen zu lesen, aber es waren einfach zu wenig.


    Also: Handlung in Ordnung, aber zu kompliziert; Doctor, Mel und Evelyn, herrlich. Ich weiß allerdings nicht, wie man das alles mit Thicker Than Water im Einklang bringen soll...

  • Ich hatte in den letzten Monaten wieder Zeit zum lesen.


    PDA35 - Festival of Death - Jonathan Morris

    INHALT: Der Doctor, Romana II und K-9 treffen auf einem Festival ein, das rund um das Thema Tod aufgebaut ist. Highlight ist die Attraktion "The Beautiful Death" ist. Hierbei können die Teilnehmer für begrenzte Zeit sterben und das Leben nach dem Tod erleben, bevor sie ins Leben zurückgeholt werden. Jedoch scheint beim letzten Mal etwas schief gegangen zu sein, denn die TARDIS-Crew findet die Überlebenden einer Krise vor. Doch diese wurde bereits beendet...vom Doctor, Romana und K-9, die dabei heroisch ihr Leben gelassen haben. Daraufhin beginnt ein lustige Reise rückwärts durch die Zeit, in der der uneheliche Sohn von Marvin und Eddie aus dem Anhalter, ein Professor mit schweren Traumata, wiedergeborene Baumwesen, eine drogensüchtige Echse, spinnenartige Killerroboter und ein mysteriöses Mädchen wild durcheinander geworfen werden.


    REVIEW: Wenn ihr Stephen Moffats"Time-Wimey"-Stories zu komplex findet...LAUFT! Versteckt euch vor diesem Buch! Wenn es euch jemand umsonst anbietet, nehmt es nicht an! Es wäre euer Untergang!
    Wenn ihr Stephen Moffats"Time-Wimey"-Stories mögt oder sogar noch einen Ticken zu einfach findet...LAUFT! Kauft euch sofort die Neuauflage von diesem verdammten Buch! Wenn es euch jemand umsonst anbietet küsst ihm die Füße! Es ist eure Erleuchtung!
    Okay, das war jetzt leicht übertrieben. Aber nicht sehr. Auch wenn man es in der Inhaltsangabe in der Form noch nicht wirklic anmerkt: Von allen "Doctor Who"-Geschichten die ich bisher kenne ist diese diejenige mit den meisten Zeitreisen. Da geht es zurück und zurück und vor und zurück, wobei spätere Ereignisse frühere erst ermöglichen und umgekehrt. Dennoch entstehen zu keinem Zeitpunkt Logiklöcher oder ähnliches. Zumindest sind mir keine aufgefallen.
    Das Buch ist zum einen durch die Zeitspringerei sehr neuartig, zum Anderen aber auch sehr klassisch. Der Professor, der Chef der Raumstation auf der das ganze spielt...Alles sehr in die Zeit passende Charaktere. Zum Feeling eines klassischen Sechsteilers trägt es außerdem bei, dass das Buch teilweise Kapitelenden aufweist, die relativ klassische Cliffhanger sind (insbesondere Kapitel 2 und 9).Auch bemerkenswert sind die Referenzen an "Per Anhalter durch die Galaxis". Oben habe ich ja schon den unehelichen Sohn von Marvin und Eddie erwähnt. Dazu gesellen sich auch noch ein paar andere Dinge z.B. zwei schießwütige Weltraum-Cops, die unsere Helden jagen. Shooty und Bangbang zum Rapport!
    Der Autor schafft es gut die bekannten Charaktere zu treffen. Auch balanciert er hervorragend zwischen der Melancholie des sich bald tot glaubenden Doctors, Humor und Horrorelementen. Die ganze Geschichte bleibt trotz der Tatsache, dass man das Schicksal von so ziemlich jeder Figur von Anfang an kennt spannend. Der eigentliche Bösewicht (oder sagen wir der mächtigste Bösewicht) ist zwar nichts neues, aber einfach sehr gut umgesetzt. Ich habe dennoch noch ein paar kleine Kritikpunkte. Zum einen fand ich den Charakter von Hoopy, der drogensüchtigen Echse kurzzeitig ganz nett, dann aber eher nervig. Andere Figuren (z.B. Evadne) bleiben etwas blass. Das erscheint neben dem trotz allem genialen Plot aber eher nebensächlich. Außerdem ist die Idee für die neue Alienrasse in diesem Buch vielleicht ein wenig abgehoben, aber dennoch brilliant. Das Ende des Professor Paddox hat mich sehr an das Ende der Family in der Fernsehversion von Human Nature erinnert. Auch wenn in diesem Fall die Schuld bei dem Professor liegt und der Doctor versucht hat ihn vor seinem Schicksal zu bewahren.


    FAZIT: Ein plottechnisch und schreiberisch hervorragendes Buch, dass in meinen Augen nur kleine Schwächen aufweist. Holt es euch wenn euch Extrem-Zeitreisegeschichten, der vierte Doctor und Romana gefallen auf jeden Fall (gerade weil es ja erst neu aufgelegt wurde ). Alle die mit sowas nichts anfangen können: nehmt Abstand. 8,5-9/10


    In den nächsten Tagen irgendwann melde ich mich auch noch zu den zwei anderen PDAs die ich gelesen habe zu Wort:
    The Infinity Doctors & The Face of the Enemy


    Und eine Frage hätte ich noch: Welches von den zehn anderen Jubiläumsbüchern könnt ihr mir als nächstes empfehlen?
    Ten Little Aliens
    Dreams of Empire
    Last of the Gaderene
    Fear of the Dark
    Players
    Remembrance of the Daleks (Target)
    Earthworld
    Only Human
    Beautiful Chaos
    The Silent Stars Go By

    If someone asked me to write on the sex life of the Eskimo, I’d say ‘That’s always been a particular interest of mine

    -Terrance Dicks

  • Ich krieg ja immer noch das brechen, wegen der neuen Cover


    Also ich find die ja ganz schick, muss aber auch sagen das ich die Originale nicht kenne.


    Cutec
    Lass bloß die Finger von "The Silent Stars Go By", dass ist buchgewordene Belanglosigkeit. Sprachlich ganz schick geschrieben aber storytechnisch auf dem Level von "The Widow and the Wardrobe", wobei sich das Buch für unfassbar clever hält und es aber einfach nicht ist.

  • Ich mag die neuen Cover auch ganz gerne. Ich finde auch die Originale nicht wirklich überragend. (Bis auf das Bild von Lalla bei Festival) Was stört dich an den neuen denn? Oder anders, was findest du an den alten so toll?

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    -Terrance Dicks

  • Zitat

    Was stört dich an den neuen denn? Oder anders, was findest du an den alten so toll?

    Als allererstes, dass sie nicht zu den übrigen passen ;) Sicher nur das Leid des Sammlers, aber naja.
    Dann hatten die Cover ja (auch wenn manche relativ langweilig sind, da gebe ich Dir Recht) eine direkten Bezug zur Geschichte. Diese hier sagen einfach nur aus "Das Buch mit der Geschichte vom vierten Doctor aus dieser Reihe".
    Und man sieht ihnen halt an, das relativ wenig Mühe dahinter steckt. Als "Ein Buch pro Doctor als Sonderedition" sicher passend, ansonsten aber einfach lieblos.


    R.

  • Den ersten und dritten Kritikpunkt kann ich verstehen, den zweiten jedoch so nicht stehen lassen. Denn, auch wenn die Cover primär darauf ausgelegt sind den jeweiligen Doctor zu präsentieren, verarbeiten sie doch Elemente der Handlung. Damit meine ich z.B. bei 'Festival of Death' die (zugegebenernermaßen billige) Echse, die vermutlich für Hoopy stehen soll und die Tatsache, dass man über das Gesicht des Doctors die glänzenden Umrisse eines (zugegebenernaßen hässlichen) Schädels gelegt hat. (Sieht man auch leicht auf dem Bild). Als anderes Beispiel ist auch bei Earthworld der Bezug zur Handlung durch die Erde mit Dinosauriern, Pyramiden und einem Löwen, soweit ich das beurteilen kann, gegeben. Also ist der Bezug zur Geschichte noch da, er ist lediglich prioritätenmäßig hinter die Präsentation des Doctors gerutscht.

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    -Terrance Dicks

  • PDA17 - The Infinity Doctors - Lance Parkin


    INHALT: Auf Gallifrey werden zum ersten mal seit langer Zeit Fremdweltler gestattet: Der Doctor, der dort zurückgezogen in seiner Studierkammer lebt, leitet Friedensverhandlungen zwischen den Sontaranern und den Rutans. Unterdessen stoßen die Timelords auf einen 'Fehler' in der Struktur des Universums und machen sich daran die Quelle von diesem auszubeuten. Es folgt die Handlung von "The Three Doctors", allerdings aufgepeppt mit mehr Gallifrey, der verlorenen Liebe des Doctors, Sontaranern, Rutans, einem blinden wahnsinnigen Timelord und der gallifreyanischen Vorgängerin von Rose. Am Ende gewinnt der Doctor und beschließt wieder das Universum zu bereisen.


    REVIEW: Ich habe vor kurzem ein Interview mit Lawrence Miles gelesen. Darin sagt er, dass Lance Parkin toll darin ist einen Schauplatz für eine Geschichte zu entwerfen, die Handlug dann aber immer vergessenswert zu gestalten. Und es stimmt. Wir erfahren in dieser Geschichte unglaublich viele tolle Dinge über Gallifrey, kriegen ein schönes Bild des zurückgezogenen Doctors, kriegen Charaktere, die das Potenzial haben interessant zu sein, den Master als er noch ein Freund des Doctors war....alles super. Aber die Geschichte ist trotzdem nur eine aufgemotzte Version der drei Doctoren mit einem Doctor. Gallifrey und die Gesellschaft der Timelords ist wunderbar dargestellt. Es entsteht ein Bild der Timelords, das es schafft die bodenständigen "Deadly Assassin"-Timelords mit der Mystik der "War Games"-Timelords zu verknüpfen. Da werden neue Körper für die in dieser Wet festgehaltenen Bewusstseine von Toten geschaffen und gleichzeitig hast du Abschnitte aus der Perspetive eines relativ bodenständigen Mitglieds der Chancellory Guard. Und das in perfekt verknüpfter Weise. Toll!
    Auch die Figur des Savar weiß zu gefallen. Er ist ein Timelord, der vor Jahren versucht hat Omega zu befreien und dabei verrückt geworden ist. Daraufhin haben ihm ein paar nette Leutchen auch noch die Augen ausgestochen. Mittlerweile wurde er von Omega als Diener gewonnen und er mutiert jetzt Werwolf-like immer nachts von einem verängstigten, blinden Irren in einen teuflischen, sehenden Sklaven Omegas. Das Buch ist weiterhin Teil der ganzen Pre-Doctor/Other/Morbius-Theorie, da Parkin hier die Figur der Patience verwendet, die die Frau des Others ist/ sein sollte, was auch immer. Sie bleibt jedoch in meinen Augen recht blaß und wird eher als "perfektes Ideal einer Frau" durch die Handlung geschoben. Gut gefallen hat mir der Magistrate, der beste Freund des Doctors (Welchen anderen Namen hat er wohl noch? Fängt auch mit Ma- an). Die Freundschaft zum Doctor ist schön geschrieben, gleichzeitig merkt man dem Magistrate aber auch an, dass er das Potential zum gierigen Mistkerl hat. Omega ist halt Omega. Mehr ist da nicht dran. Erwähnenswert ist noch Lady Larna, die Schülerin des Doctors, in die er sich später verliebt. Fängt interessant an, tendiert aber schnell ein bisschen zum Mary-Sue-Charakter. Gut war die Szene in der der Doctor sie töten muss um sein Ziel zu erreichen, was aber in meinen Augen total dadurch entwertet wurde, dass Omega sie auf des Doctors Wunsch einfach wieder zum Leben erweckt. Die Romanze mit dem Doctor wirkte auf mich wie eine Fanfiction. Am peinlichsten war natürlich wie sie nach ihrer Wiederauferstehung rausgechrieben wurde. Am Ende des Buches zieht sie die nächsten 2000 Jahre weit weg von Gallifrey. Und darum trennen sie und er Doctor sich. Macht ja Sinn. Ist ja nicht so, dass der Doctor a9 mobil ist und b9 jetzt sowieso das Universum bereisen will.
    Und damit komme ich zum Doctor. Von welchem Doctor reden wir? Das ganze entstand zum 35-jährigen Jubiläum von Doctor Who und ist nicht wirklich mit dem Doctor vereinbar. Parkin hat sich dazu entschlossen eine Geschichte über einen generellen, höchstwahrscheinlich paralellen Doctor zu schreiben. Es gibt verschiedene Ideen ihn in den bestehenden Canon einzufügen (der erste Doctor, der noch auf Gallifrey ist; der achte irgendwann nach den EDAs und vor dem Timewar) und keine passt so richtig. Vom Charakter her würde ich ihn als den achten Doctor mit Spritzern der anderen beschreiben, der sich im Setting der Jugend des ersten Doctors befindet. Er hat nette Szenen in denen er die Friedenskonferenz der Sontaraner und Rutans leitet (auch wenn dieser Handlungsstrang drangepappt wirkt), bricht/beugt fröhlich lächelnd die Regeln der Zeit, schafft es dabei aber konsequent unbemerkenswert zu bleiben. Es gab keine Szene mit ihm wo ich sage: "Boaaah, das ist mal ein Doctor". Er ist angenehm, aber irgendwo trotz Tendenz zum achten der Durchschnittsdoctor.
    Und das kann man auch über das Buch sagen: Durchschnitt. Schaut es euch an wenn ihr mehr über Gallifrey und den Doctor lesen wollt, aber um Gottes Willen nicht wegen der Handlung. Ich gebe die 5,5/10 einfach weil 5/10 zu sehr nach "Ich hab nichts für mein Geld bekommen, aber auch nichts verloren klingt". Ich habe was Schönes bekommen, aber das Schöne war eben nur eine tolle Kulisse. Alles was sich in der Kulisse abgespielt hat war mir einfach egal.

    If someone asked me to write on the sex life of the Eskimo, I’d say ‘That’s always been a particular interest of mine

    -Terrance Dicks

  • Von der physischen Beschreibung her ist es der Doctor, der von Paul McGann gespielt wurde. Parkin "besetzt" seine Rollen immer mit bekannten Schauspielern, damit er ein Bild vor Augen hat (es gibt in allen seinen Romanen eine Rolle, die von Ian Richardson "gespielt" wird). Zu diesem Doctor hat er mal gesagt, er sei auf jeden Fall von Paul McGann gespielt, nicht jedoch unbedingt der Achte.


    Für mich persönlich ist er der Doctor, der die EDAs und die Charley-Hörspiele hinter sich hat und im Anschluss hiervon Lucie Miller begegnet.

  • Das hatte ich mir schon selbst angelesen, aber trotzdem danke.


    Zu deiner Platzierung passt aber der "liebe Master" nicht wirklich, oder? Auch scheint der Doctor hier Omega (bzw. OHM) zum ersten Mal zu begegnen. Da könnte man natürlich mit dem Gedächtnisverlust in den EDAs argumentieren. Aber dann scheint der Doctor wieder recht klare Erinnerungen an Patience und seine Eltern (Poträt in seinen Wohnräumen) zu haben. Und dann ist da natürlich noch die Szene in der der Doctor eine Vision von sich selbst mit langen Haaren hat, was wohl (korrigier mich wenn ich falsch liege, ich habe es nicht gelesen) in "Father Time" aus der Sicht des achten Doctors geschieht, wo dieser sich selbst mit kurzen Haaren sieht. Dort wird dieser Kurzhaardoctor wohl als parallele Version identifiziert. Außerdem ist Hedin (Arc of Infinity) hier noch am Leben, der Timewyrm wird als zukünftiges Ereignis beschrieben....Ich halte ein Paralleluniversum für die einzige wirklich schlüssige Lösung.

    If someone asked me to write on the sex life of the Eskimo, I’d say ‘That’s always been a particular interest of mine

    -Terrance Dicks

  • Heart of TARDIS
    von Dave Stone


    Was soll man nur über dieses Buch schreiben? Es ist absoluter Müll! Nein... Es ist ein Meisterwerk! Oder ist es meisterwerklicher Müll? Bis zum Schluss hin konnte ich mich nicht entschieden, ob ich das Buch mag oder nicht; ob ich es bis zum Ende weiterlesen sollte oder nicht. Stone ist ein Wortkünstler, so viel steht fest. Jeder seiner Sätze ist Gold und es macht alleine schon Spaß sie zu lesen. Dabei ist es nicht mal wichtig was da steht, wie es da steht ist wichtig. Inhaltlich bringen die ersten zwei Drittel des Buchs nämlich fast gar nichts zustande, und das was er zustande bringt, ergibt erst am Schluss wirklich Sinn... oder besser "Sinn"!
    Stone schiebt am Ende einfach alles so hin, dass es schon irgendwie passt und ich bezweifle, dass das von Anfang an so geplant war, sondern wohl eher gewachsen ist. Bei einigen Dingen von Deus Ex Machina zu reden wäre eine freche Untertreibung.
    Von der Qualität des Buchs kann man sagen was man will, was Stone aber in den meisten Fällen gelingt ist, die Charaktere zu treffen. Die beiden Doctoren, Romana und der Brigadier sind hier besonders gut gelungen, auch wenn letzterer, genau wie Jamie und Victoria, eigentlich etwas zu wenig zu tun hat.
    Das Buch zu beurteilen ist mir eigentlich gänzlich unmöglich, aber es sei gesagt, dass ich am Ende jedenfalls nicht das Gefühl hatte meine Lebenszeit mit dem Buch verschwendet zu haben.


    PS: Wenn jemand das Buch lesen sollte und vor dem Ende beschließt aufzugeben, dem sei gesagt, dass er zumindest noch die beiden lächerlich guten Kurzgeschichten im Appendix lesen sollte.


    "Die Welt ist echt voll von Arschlöchern, rechtlich abgesicherten Arschlöchern."*
    *Das ist die Meinung des Kängurus und nicht notwendigerweise die Meinung des Autors. (Anm. des Autors)

    2 Mal editiert, zuletzt von yttox ()

  • The Witch Hunters von Steve Lyons
    Das war mein erstes PDA und ich muss sagen, dass ich ziemlich beeindruckt bin.
    Das originale TARDIS Team mit Hartnell/Ian/Barbara/Susan, dass ich ja sowieso ziemlich gerne mag, wird hier gut charakterisiert und das Buch ist - typisch für den ersten Doktor - ein reines Historical. Ich habe ja eh einen gewissen Hang zu den Historicals, so zählen Geschichten wie The Aztecs oder Fires of Vulcan zu meinen Lieblingsfolgen, also war ich schon sehr auf das Setting in Salem zur Zeit der Hexenverbrennungen gefreut. Steve Lyons wollte das ganze so historisch korrekt wie nur möglich halten und findet dabei einen intelligenten Weg, die TARDIS Crew in die schon existierende Geschichte hereinzuschreiben. Außerdem behandelt er in diesem Buch auch mehr oder weniger die Frage, ob man die Vergangenheit verändern kann.


    Die damalige paranoide Gesellschaft, die von Angst beherrscht wurde, wird hier in schrecklicher aber auch realistischer Art und Weise dargestellt. Das ganze Buch über bleibt die Spannung und feindliche Stimmung gegen unsere Zeitreisenden erhalten und außerdem werden einem hier die Einschränkungen, unter denen der erste Doktor durch das nicht präzise Steuern der TARDIS leiden muss, vor Augen geführt.


    Tolles Buch!

    "Der moderne Hexenmeister transferiert Raum und Zeit in seiner verrückten Telefonzelle"

  • The Witch Hunters von Steve Lyons
    Das war mein erstes PDA und ich muss sagen, dass ich ziemlich beeindruckt bin.
    Das originale TARDIS Team mit Hartnell/Ian/Barbara/Susan, dass ich ja sowieso ziemlich gerne mag, wird hier gut charakterisiert und das Buch ist - typisch für den ersten Doktor - ein reines Historical. Ich habe ja eh einen gewissen Hang zu den Historicals, so zählen Geschichten wie The Aztecs oder Fires of Vulcan zu meinen Lieblingsfolgen, also war ich schon sehr auf das Setting in Salem zur Zeit der Hexenverbrennungen gefreut. Steve Lyons wollte das ganze so historisch korrekt wie nur möglich halten und findet dabei einen intelligenten Weg, die TARDIS Crew in die schon existierende Geschichte hereinzuschreiben. Außerdem behandelt er in diesem Buch auch mehr oder weniger die Frage, ob man die Vergangenheit verändern kann.


    Die damalige paranoide Gesellschaft, die von Angst beherrscht wurde, wird hier in schrecklicher aber auch realistischer Art und Weise dargestellt. Das ganze Buch über bleibt die Spannung und feindliche Stimmung gegen unsere Zeitreisenden erhalten und außerdem werden einem hier die Einschränkungen, unter denen der erste Doktor durch das nicht präzise Steuern der TARDIS leiden muss, vor Augen geführt.


    Tolles Buch!

    Eines meiner absoluten Lieblingsbücher von Doctor Who. Und findest du nicht auch, dass das Ende eine gewisse Ähnlichkeit zu dem Ende von „Vincent and the Doctor“ aufweist?

  • Ja, das Ende war sehr schön und hat auf jeden Fall Paralellen zu Vincent of the Doctor, wenn es auch nicht so emotional ist.
    Ich denke auch, dass die Intention des Doktors bei beiden Fällen die selbe war: Er hat nie versucht oder erwartet, dass er das Leben von einem der beiden retten kann, und so tut er das, was ihm noch übrig bleibt: Ihnen zeigen, wie wichtig ihre Leben waren und ihnen Hoffnung geben. Ein ähnliches Ende hat auch Landbound, ein kostenloser Short Trip mit dem 3. Doktor; wobei es da schon nochmal sehr anders ist.

    "Der moderne Hexenmeister transferiert Raum und Zeit in seiner verrückten Telefonzelle"