Krankschreibung am 1. Tag

  • Finde ich sehr gut mit der Krankschreibung am 1. Tag. Blaumachen wird stark reduziert. Vermeintlich kranke Arbeitskollegen müssen gleich zum Arzt und wenn er nix feststellt, wird weitergeschafft.

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    Neee, war Spaß. Scheiße ich das schon. Was ist denn bei einer Einlieferungs ins Krankenhaus? Notaufnahme und so?

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  • Genauso wie es jetzt auch ist? Das Krankenhaus kann eine Aufenthaltsbescheinigung ausstellen, die der Arbeitgeber entweder als AU akzeptiert oder mit der man sich eine Krankschreibung für den betreffenden Zeitraum vom Hausarzt holen muss. Was nichts daran ändert, dass die Hausarztpraxen, die bereits überlastet sind (wohlgemerkt noch mit der telefonischen Krankschreibung) in Zukunft von jedem Menschen der Migräne oder schlechtes Sushi gegessen hat überrannt werden.

    Injustice is the rule, but I want justice. Suffering is the rule, but I want to end it. Despair accords with reality, but I insist on hope. I don't accept it because it is unacceptable. I say no.

    - der achte Doctor, Camera Obscura

  • Das Krankenhaus kann eine Aufenthaltsbescheinigung ausstellen, die der Arbeitgeber entweder als AU akzeptiert oder mit der man sich eine Krankschreibung für den betreffenden Zeitraum vom Hausarzt holen muss.

    In einem Notfall, wo du evtl. nicht bei Bewusstsein bist, jaja... logisch. ;)

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  • Ärzte können haftbar gemacht werden, wenn z.B. ein Patient über Kopfschmerzen klagt, er keine Krankschreibung bekommt, und kurz darauf ohnmächtig im Bad gegen das Waschbecken knallt. Entsprechend sorgt die neue (alte) gesetzliche Regelung eben doch nur für volle Wartezimmer, aber nicht für vollere Büros...

  • In einem Notfall, wo du evtl. nicht bei Bewusstsein bist, jaja... logisch. ;)

    Dir ist bewusst dass deine Bescheinung nur ab dem ersten Tag gültig sein muss, nicht am ersten Tag vorliegen?

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    - der achte Doctor, Camera Obscura

  • Ärzte können haftbar gemacht werden, wenn z.B. ein Patient über Kopfschmerzen klagt, er keine Krankschreibung bekommt, und kurz darauf ohnmächtig im Bad gegen das Waschbecken knallt. Entsprechend sorgt die neue (alte) gesetzliche Regelung eben doch nur für volle Wartezimmer, aber nicht für vollere Büros...

    Die AU-Bescheinigung ab Tag 1 ist ganz sicher ein großartiger Beitrag zur Entlastung des Gesundheitswesens und zum Bürokratieabbau.

    Und ich lasse mich jetzt auch gleich für den Rest der Woche arbeitsunfähig schreiben, anstatt mich beim Arbeitgeber nur für den Tag krankzumelden. Schließlich muss sich ja der Aufwand, sich zum Arzt zu quälen und stundenlang wegen einer Bagatelle im überfüllten Wartezimmer zu warten, auch lohnen.


    Dir ist bewusst dass deine Bescheinung nur ab dem ersten Tag gültig sein muss, nicht am ersten Tag vorliegen?

    Ändert aber nichts an der Tatsache, dass du trotzdem zum Arzt rennen musst, um sie zu bekommen, anstatt dich einfach für den Tag krankzumelden und am nächsten Tag wieder auf der Arbeit zu erscheinen, wenn es dir mal nicht gut geht. Sorgt also dafür, dass sich Leute krank zur Arbeit schleppen, weil sie keine Lust haben, zum Arzt zu gehen und dort stundenlang auf eine AU-Bescheinigung zu warten.


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    2 Mal editiert, zuletzt von Nikioko (15. Juli 2026 um 22:56) aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Nikioko mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Torian Ich wünschte grade die Boomer-Generation würde sich krank melden wenn sie krank ist. Ich bin GuK, als ich ne Weile im Pflegeheim gearbeitet hab hatte ich ungelogen Kollegen die lieber nen kompletten Wohnbereich mit Durchfall angesteckt haben als 3 Tage zu Hause zu bleiben. Da schwimmt man dann in Scheiße, und das mein ich wörtlich.

    Geil auch wenn die mit Rückenschmerzen des Todes ins KH zur Arbeit kommen weil sie ja so unentbehrlich sind um dann ihre komplette Arbeit den jüngeren Kollegen zu überlassen weil "euer Rücken ist ja noch gesund". So dass man dann doppelte körperliche Arbeit leistet während die über die dolle Belastung durch den Bürokram jammern. Wären sie zu Hause geblieben wären notfalls Betten gesperrt worden, aber nein.

    Ich kenne in meinem Berufsfeld keinen der krank feiert, im Gegenteil. Ich kenne auch niemanden der sich über die neue Regelung freut. Ich weiß allerdings nicht wo du arbeitest 😉

  • Geil auch wenn die mit Rückenschmerzen des Todes ins KH zur Arbeit kommen weil sie ja so unentbehrlich sind um dann ihre komplette Arbeit den jüngeren Kollegen zu überlassen weil "euer Rücken ist ja noch gesund".

    Gut für solche Sprüche und Arbeitsaufteilungen müssen viele ältere KollegInnen gar nicht erst akute Symptome haben.

    So dass man dann doppelte körperliche Arbeit leistet während die über die dolle Belastung durch den Bürokram jammern.

    Ah die flächendeckende Einführung der digitalen Patientenakte läuft auch in Thüringen gut.

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    - der achte Doctor, Camera Obscura

  • Irgendwie driften wir hier ganz ganz stark OT, also schreibe ich mal was, was Schlaubi dann einfach mit verschieben oder löschen wird.

    Diese "neue" Regelung ist völlig überflüssig und ein typischer Ausfluss dieser wohl leider letzten aus demokratischen Parteien bestehenden Regierung, wenn sie weiter so herumblödeln.

    Was ein Arbeitgeber macht, bestimmt er selbst. Nennt sich Betriebsvereinbarung oder im ÖD kommt es einfach von oben.

    Beispiel aus meiner familiären Vergangenheit: Eine eher arbeitsunwillige Person hatte ein perfektes System entwickelt: 3 Tage krank, 1 Tag Arbeit, 3 Tage krank, usw. Der Arbeitgeber, dem man eigentlich keinerlei Wahrnehmung oder Fähigkeit zutrauen kann, hat dann die AU ab Tag 1 verlangt und dazu eine Untersuchung beim Amtsarzt. Dann kam eben die Frührente, was damals noch wesentlich leichter war, als für alle bequemer Kompromiss.

    Anderes Beispiel aus der Gegenwart: Bei meinem Arbeitgeber war es für die (neudeutsch) HR zu viel Arbeit, die ganzen Krankmeldungen zu bearbeiten. Also haben wir mehr als drei Tage, bis der gelbe Zettel verlangt wird. Daran wird auch die Groko 2.0 nix ändern.

    Aber eigentlich geht es doch gar nicht um Krankmeldungen. Es geht darum, dass man dem Volk vergeblich irgendwie zeigen will, dass man etwas tut. Es klappt eben nicht, dass man völlige Untätigkeit als Fortschritt verkauft. Dabei wäre es sogar einer. Nach 16 Jahren vorsätzlicher Zerstörung und fast 4 Jahren völliger Unfähigkeit und arroganter Selbstdarstellung ist Untätigkeit tatsächlich ein Fortschritt. Nur glauben dadurch leider noch mehr Menschen, dass braune Schreihälse Probleme lösen könnten, statt sich auch nur die Taschen vollzustopfen.

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  • Sich nur auf die AU zu konzentrieren, bringt gar nichts. Natürlich wirkt es dumm und kaum zu erklären, was damit erreicht werden soll und kann nur die von Helmut angebrachte These herhalten, dass da irgendwie signalisiert werden soll, dass da jetzt was gemacht wird, aber es ist ja nicht die einzige Reform, die hier in den letzten Wochen angestoßen wurde, weshalb es auch irreführend ist, diese im Leerstand als Einzelfall zu betrachten. Wenn man sich anschaut, was da sonst in den letzten Wochen von Schwarz-Rot so fabriziert wurde, dann sollte man eigentlich schnell feststellen, dann es sich hier um einen Frontalangriff auf Arbeitnehmerrechte handelt.

    Zum einen, wie bereits von euch angesprochen, soll die Fortzahlung ab dem ersten Krankheitstag erschwert werden. laut SPD war dies sogar der Kompromiss, eigentlich wollte die Union dies komplett abschaffen und Karenztage einführen. Dann soll auch der 8-Stunden-Tag aufgeweicht werden, wobei die ersten Stimmen schon laut werden und die 40-Stunden-Woche abschaffen wollen. Selbst der freie Sonntag ist der CDU/CSU nicht mehr heilig, auch da gibt es eben Pläne, dass der Einzelhandel einfach so Sonntags öffnen kann. Erster Schritt hin dazu, dass überall die Menschen auch Sonntags arbeiten. Das kann mit einer 40-Stunden-Woche nicht funktionieren, also zumindest mal Rückkehr zur 48-Stunden-Woche. Von Wegen "Samstags gehört Papi mir". Nicht zu vergessen die Verschärfung des IFG, welche es Gewerkschaften, Journalisten und zivilgesellschaftlichen Interessensgruppen erschweren wird, Auskünfte über die Lobby-Einflüsse der Großunternehmen auf die Politik zu bekommen, die dann eben im Hintergrund noch wesentlich einfacher den weiteren Abbau der Rechte der arbeitenden Schichten vorantreiben können. Dazu gehören auch die Angriffe auf den Sozialstaat. Je drakonischer die Strafen für Langzeitarbeitslose, desto eher nehmen diese nicht nur jeden Job an, egal wie menschenunwürdig die Arbeitsbedingungen sind, Arbeitnehmer*innen überlegen sich dann zweimal oder auch dreimal ob sie gegen den Chef aufmucken, wenn ihnen am Ende sonst der Fall in die Grundsicherung mit allen damit verbundenen Schikanen droht. Und unter genau diesem Gesichtspunkt muss dann auch die Lockerung des Kündigungsschutzes gesehen werden, wobei da als Testballon jetzt erst mal wieder die besser verdienenden vorgeschoben werden. Genauso wie sie als Schröpfkörper für die "Reichensteuer" herhalten sollen, um die marginalen Steuererleichterungen, die man dem arbeitenden Pöbel hinwirft, damit dieser ruhig bleibt, gegen zu finanzieren. Dabei reden wir hier zwar schon von Mitgliedern der Oberschicht, aber eben der immer noch arbeitenden Oberschicht. Die wirklich Reichen, jene, die eben kaum zu versteuerndes Einkommen haben und von den Dividenden und weiteren Erträgen ihres Vermögens leben, die sind davon nicht betroffen und an die wagt man sich nicht ran. Stattdessen wird eine Rentenreform voran getrieben, die als großer Wurf verkauft wird, aber am Ende am meisten eben diesen Menschen hilft, denn so wird das Wohl und Wehe der Altersvorsorge hierzulande an die Stabilität der Finanzmärkte gekettet und davon profitieren am meisten eben jene, die am meisten Aktien besitzen und das sind die Überreichen.

    Den Neoliberalen und Konservativen geht es hier darum, noch einmal schnell die aktuellen Macht- und Besitzverhältnisse abzusichern, bevor es womöglich zum Knall kommt. Und diejenigen von denen, die wenigstens ein bisschen Grips in der Birne haben, werden sich ganz genau ausgerechnet haben, dass so etwas, wie die AU ab dem ersten Tag etwas sein wird, worauf sich die Menschen hierzulande wie ein gefundenes Fressen stürzen, womit es als super Ablenkung für all den anderen Scheiß dienen kann, den sie da vorhaben.

    1. 4thdoc 2. 11thdoc 3. 12thdoc 4. 1stdoc 5. 2nddoc 6. 8thdoc 7. 9thdoc 8. 6thdoc 9. 3rddoc 10. 7thdoc 11. 14thdoc 12. 5thdoc 13. 15thdoc 14.Wardoc 15. 10thdoc 16. 13thdoc

  • Mario
    Du denkst den nächsten Schritt konsequent weiter. CDU will den eigenen Geldgebern noch so viele Gefälligkeiten wie möglich erweisen, damit die Koffer mit dem Geld so spät wie möglich andere Empfänger finden und die SPD ist inzwischen froh, wenn sie überhaupt noch irgendwo erwähnt wird, egal in welchem Kontext. Weil nur keine Presse wirklich schlechte Presse ist.

    Trotzdem ist es irgendwie erschreckend, dass wir in die Richtung driften, dass Söder bald das kleinere Übel sein wird. Worauf er wartet und es mit Sicherheit schon länger plant. Auch wenn er dem Ruf nur sehr widerwillig und demütig folgen wird. Wie Palpatine.

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  • Aber eigentlich geht es doch gar nicht um Krankmeldungen. Es geht darum, dass man dem Volk vergeblich irgendwie zeigen will, dass man etwas tut. Es klappt eben nicht, dass man völlige Untätigkeit als Fortschritt verkauft. Dabei wäre es sogar einer. Nach 16 Jahren vorsätzlicher Zerstörung und fast 4 Jahren völliger Unfähigkeit und arroganter Selbstdarstellung ist Untätigkeit tatsächlich ein Fortschritt. Nur glauben dadurch leider noch mehr Menschen, dass braune Schreihälse Probleme lösen könnten, statt sich auch nur die Taschen vollzustopfen.

    Also, die 16 Jahre vorsätzlicher Zerstörung sind die 16 Jahre Kohl. Aber was sind die fast 4 Jahre völlige Unfähigkeit und arrogante Selbstdarstellung? Schröder war doch 7 Jahre Bundeskanzler.


    1. 9thdoc 2. 2nddoc 3. 1stdoc 4. 7thdoc 5. 4thdoc 6. 12thdoc 7. 11thdoc 8. 8thdoc 9. 6thdoc 10. 10thdoc 11. 3rddoc 12. 5thdoc

  • Ich höre eine Auskoppelung des Threads antrappeln ;)

    Hab ich ja schon geschrieben, dass das fällig ist.

    Also, die 16 Jahre vorsätzlicher Zerstörung sind die 16 Jahre Kohl. Aber was sind die fast 4 Jahre völlige Unfähigkeit und arrogante Selbstdarstellung? Schröder war doch 7 Jahre Bundeskanzler.

    Nein. Bei Kohl war es nicht Vorsatz, nur Dummheit und Unfähigkeit. Er wollte in die Geschichtsbücher, egal mit was. Seine sogenannte "Wiedervereinigung" war eigentlich ein Kauf, an dem wir noch lange abzahlen werden. Hätte man der vormaligen DDR etwas Zeit gegeben, dann wäre es vielleicht wirklich eine Wiedervereinigung geworden. Auf Augenhöhe. Nicht mit dem großen Bruder, der dem kleinen Bruder zeigt, wie es gemacht wird und dabei dafür sorgt, dass er und seine Kumpels sich bereichern können. Letztlich hat er der AfD den Weg im Osten bereitet. Leider hat niemand jemals dagegen gesteuert.

    Mit Schröder hast du recht. Aber da waren wir eben schon in der Zeit, als es nur noch um Selbstdarstellung ging, also alles ab Kohl. Schröder war letztlich ein niedersächsischer Söder. Korruption ist keine Frage der Partei. Und wie seine Nachfolgerin zeigt er bis heute keinerlei Einsicht, wenn auch aus anderen Gründen.

    Damit sind wir bei der vorsätzlichen Zerstörung. Wenn jemand so einen Schaden anrichtet, dann ist es entweder unglaubliche Dummheit oder Absicht. Und der Beauftragten der Partei für Agitation und Propaganda kann man wirklich viel vorwerfen, aber Dummheit gehört gewiss nicht dazu. Also was soll denn übrig bleiben, außer Vorsatz? Wirtschaftliche Abhängigkeit von der Sowjetunion, Nutzung der Stasi-Akten um potentielle Konkurrenten los zu werden (auch wenn ein paar echte Kotzbrocken dabei waren, darunter Merz), eine unkontrollierte Zuwanderung von Kriminellen und das Ende der öffentlichen Sicherheit, man muss sich ja direkt wundern, dass sie nicht verhindern konnte, abgewählt zu werden, mit ihren Möglichkeiten, aber vermutlich sah sie oder ihr Chef das Werk als getan an und es war an der Zeit, dass jemand anders die Schuld übernimmt.

    Dann schauen wir uns noch an, was du an fast 4 Jahren Unfähigkeit und Selbstdarstellung nicht verstehst.

    Man nehme ein Gewächs aus der Regierung Merkel. Also jemand, der so unfähig ist, dass er ihr niemals gefährlich werden könnte, sonst hätte sie ihm seine Stasi-Akte gezeigt und ihn zum freiwilligen Rücktritt aufgefordert. Scholz, auf Augenhöhe mit Spahn oder Scheuer und da brauchen wir über Fähigkeiten doch wirklich nicht diskutieren, oder? Dazu nehmen wir eine Grüne, die mit den ursprünglichen Prinzipien dieser Partei so wenig anfangen kann wie Fischer in der Regierung Schröder, sondern auch nur die eigene Karriere im Auge hat. Welches Amt wird man ihr wohl zuschanzen, wenn die Amis sie bald zurückschicken? Es wird hoch dotiert sein und es wird bessere Leute dafür geben. Aber das ist egal. Daneben in jener damaligen Chaoscombo eine Gallionsfigur einer Partei, die schon wegen der Parteizugehörigkeit nur die Position an den Fleischtöpfen sucht, weil es niemals anders war. Sogar für Sylt noch peinlich. Da tut mir doch der gescheiterte Kinderbuchautor der ehemaligen Umweltpartei fast leid, der sich in die falsche Branche verirrt hat, denn ein paar gute Ansätze hatte er ja scheinbar sogar.

    Wirklich schlimm ist, dass man momentan die letzte Chance vergeigt, die Demokratie zu retten. Der Stalinismus 2.0 steht bei uns vor der Tür.

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  • Bei Kohl war es nicht Vorsatz, nur Dummheit und Unfähigkeit.

    Die Privatisierungswelle begann unter Kohl. Der Schwung hin zum Neoliberalismus war vorsätzlich und gewollt, und es war der Startschuss für den Raubbau am deutschen Staat und der Spaltung der Gesellschaft. Das war irgendwo Dummheit, und natürlich gab es Unfähigkeit, aber es war eben in erster Linie vor allem eines: gewollt. Wenn es also 16 Jahre vorsätzlicher Zerstörung gab, dann waren es die 16 Jahre Kohl.

    Hätte man der vormaligen DDR etwas Zeit gegeben, dann wäre es vielleicht wirklich eine Wiedervereinigung geworden. Auf Augenhöhe. Nicht mit dem großen Bruder, der dem kleinen Bruder zeigt, wie es gemacht wird und dabei dafür sorgt, dass er und seine Kumpels sich bereichern können. Letztlich hat er der AfD den Weg im Osten bereitet. Leider hat niemand jemals dagegen gesteuert.

    Schröder war letztlich ein niedersächsischer Söder.

    Volle Zustimmung bei beiden Aussagen.

    Damit sind wir bei der vorsätzlichen Zerstörung. Wenn jemand so einen Schaden anrichtet, dann ist es entweder unglaubliche Dummheit oder Absicht. Und der Beauftragten der Partei für Agitation und Propaganda kann man wirklich viel vorwerfen, aber Dummheit gehört gewiss nicht dazu. Also was soll denn übrig bleiben, außer Vorsatz? Wirtschaftliche Abhängigkeit von der Sowjetunion, Nutzung der Stasi-Akten um potentielle Konkurrenten los zu werden (auch wenn ein paar echte Kotzbrocken dabei waren, darunter Merz), eine unkontrollierte Zuwanderung von Kriminellen und das Ende der öffentlichen Sicherheit, man muss sich ja direkt wundern, dass sie nicht verhindern konnte, abgewählt zu werden, mit ihren Möglichkeiten, aber vermutlich sah sie oder ihr Chef das Werk als getan an und es war an der Zeit, dass jemand anders die Schuld übernimmt.

    Alter, was ist das bitte für ein verschwörungstheoretisches Geschwurbel? Die CDU ist jetzt die Partei für Agitation und Propaganda? Wirtschaftliche Abhängigkeit von einem nicht mehr existenten Staatengebilde? Stasi-Akten? "Ihr Chef" aka Putin? Was für ein absoluter Blödsinn. Die Fahrtabhängigkeit bzgl. russischem (nicht sowjetischem) Gas wurde bereits unter Kohl geschaffen, als die Verhandlungen für das Projekt, was später Nord Stream 1 werden sollte, gestartet sind. Der Haupttreiber für den schlussendlichen Bau eben dieser Pipeline sowie von Nord Stream 2 war Gerhard Schröder, der massive Lobbyarbeit dafür betrieben hat. Und zu seinen größten Verbündeten gehörten die deutschen Wirtschaftsbosse, die nichts anderes interessiert hat als die günstigen Preise, für die man das russische Gas bekam. Da braucht es keine Stasi-Sowjet-Putin Verschwörung, auch wenn du dich in diese verbissen zu haben scheinst, das ist normaler Lobbyismus, der zu kurzsichtiger Wirtschaftspolitik führt.

    Der Merkel-Regierungen kann man vor allem eines vorwerfen, etwas was Du als Fortschritt bezeichnet hast, sollte die Merz-Regierung dies tun: Sie stand für Stillstand. Die unter Kohl und Schröder gestellten Fahrtabhängigkeiten für alles mögliche wurden im Großen und Ganzen einfach fortgeführt. Krisen ausgesessen anstatt irgendwelche großen Reformen anzufassen. Es waren 16 verschenkte Jahre. Wenn etwas in dieser Zeit wirklich mit Absicht zerstört wurde, dann war es die deutsche Solarindustrie, eben weil man den geschaffenen und von der produzierenden Industrie gewollten Fahrtabhängigkeit bzgl. russischen Gas gefolgt ist.

    Also jemand, der so unfähig ist, dass er ihr niemals gefährlich werden könnte, sonst hätte sie ihm seine Stasi-Akte gezeigt und ihn zum freiwilligen Rücktritt aufgefordert.

    Steck dir deine Stasi-Akten sonst wo hin. Scholz war SPD Kandidat, weil er die Wahl zum Vorsitzenden verloren hatte, aber die Wahl des Partei-Establishments für den Posten war, weil er eben aus dem korrupten Umfeld des Seeheimer Kreises kommt. Das hat nichts mit "Merkel hat ihn nicht mit diesem aus meinem Arsch gezogenen Ding abgesägt, weil sie ihn ihm keine Gefahr für ihre Macht sah" zu tun, besonders weil Merkel da längst nicht mehr CDU Vorsitzende war und klar war, dass sie 2021 nicht zur Wahl antreten wird. Der Umstand, dass es genügend echte Kritikpunkte bzgl. Merkel aber auch Scholz und seiner Regierung gibt, die nichts mit irgendwelchen Verschwörungstheorien zu tun haben, man aber trotzdem auf diese zurückgreift, ist einfach lächerlich.

    Der Stalinismus 2.0 steht bei uns vor der Tür.

    Klar, weil die MLPD hier auch kurz vor der Machtergreifung steht.

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  • Irgendwie verstehe die ganze Aufregung um die Krankschreibung ab 1. Tag nicht wirklich. Entweder mir ist nur einen Tag nicht "gut" und ich rufe meinen Chef an und finde eine Lösung, oder ich bin wirklich krank und das dauert in 99% aller Fälle länger als 1 Tag. Und da sollte ich mich auf jeden Fall von einem Arzt untersuchen lassen. Ich kann mich ja auch rückwirkend krank schreiben lassen , wenn es mich am ersten Tag völlig aus den Latschen haut.

    In meiner Zeit als Angestellter in Ostberlin musste ich mich sogar noch zu einer Telefonzelle schleppen, um in der Firma Bescheid zu sagen. Später als Betriebsleiter und als Selbständiger habe ich mich von Mitarbeitern, die häufiger 1 Tag "krank" waren meist irgendwann getrennt. Auf der anderen Seite habe ich die von NannyOgg erwähnten Kranken im Dienst auch lieber zum Arzt geschickt bevor sie die sowieso schon dünne Personaldecke verseuchen konnten.

    Also als Fazit: keine telefonische Krankschreibung für 1 Tag ist ok, nicht eines der Grundprobleme unserer Zeit und wohl wieder einmal eine für diese Regierung typische Blendgranate und Beleidigung der eigentlichen Leistungsträger unserer Gesellschaft, aber ok. Wahrscheinlich sogar nur mit kaum messbaren Effekt.

    Besser als der alleinige Sparkurs auf Kosten der Ärmsten und Arbeitenden gepaart mit ständigen Beleidigungen durch Herrn Merz, wäre es doch auch die Einnahmen und Subventionen mit ein zu beziehen.

    Besser als ich, kann jedoch Herr Siever darüber reden:

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    Nichts ist traurig bis es zu Ende ist, dann ist Alles traurig. 12thdoc

  • Der Punkt ist: wer was ausbrütet soll zu Hause bleiben bevor es ausbricht. So kann man keinen bei der Arbeit anstecken. Zu diesem Zeitpunkt hat man zb leichte Kopfschmerzen oder fühlt sich schlapp. Man bleibt 1-2 Tage zu Hause, die Erholung erlaubt dem Immunsystem seine Arbeit zu tun, und nichts passiert.

    Wartet man bis man richtig krank ist steckt man mit deutlich größerer Wahrscheinlichkeit zunächst die Kollegen bei der Arbeit an, dann Leute in den Öffis auf dem Weg zum Arzt, dann andere Leute beim Arzt. Man fällt für 7 Tage aus, und viele andere Leute auch. Zudem haben die Hausärzte mehr VÖLLIG UNNÖTIGE Arbeit.

    Kann die Regelung missbraucht werden? Ja, klar kann sie das. Was passiert dann? Der Arbeitgeber verhängt eine Attestpflicht. Also muss der Betroffene jedes Mal zum Arzt. Also das was jetzt für jeden pauschal gefordert ist. Und dann? Na dann geht er halt zum Arzt.

    Und jetzt kommt der Teil der die Geister scheidet: es gibt Menschen die sind einfach nicht dauerhaft arbeitsfähig. Ich wünsche keinem von euch dass er wen kennt, aber ich kann berufsbedingt Beispiele nennen:

    Da ist die Erzieherin, die als kleines Kind sexuell missbraucht worden ist und immer wieder in eine Depression rutscht, trotz Traumatherapie. Die will arbeiten, ihr Körper lässt sie nicht. Das geht so weit dass sie ohne auffindbar en medizinischen Grund mit lebensgefährlich hohem Blutdruck regelmäßig stationär liegt, weil der nicht runter geht außer nach ein paar Wochen frei. Die tut nicht so, die stirbt da noch irgendwann dran.

    Da ist der Mann mit Aura-Migräne, der schwere Maschinen bedient aber wenn die Kopfschmerzen losgehen einfach nur noch verschwommen sehen kann. Nein, der sollte so wirklich keine schweren Maschinen bedienen, denn da ist ein Unfall vorprogrammiert. Aber er hat Kinder, also kann er auch nicht auf eigene Kosten umschulen.

    Und so weiter.

    DAS sind die Leute die angeblich das System ausnutzen. Hallo? Bullshit.

    Also zusammengefasst: weil womöglich ein Vollidiot zwei Mal im Jahr unberechtigt zu Hause bleibt nehmen wir in Kauf dass ein Haufen Leute wieder sinnlos Andere ansteckt weil sie nicht zu Hause bleiben wenn sie sollten, nämlich beim ersten Krankheitssymptom, nicht wenn sie so krank sind dass sie das Bett nicht verlassen sollten. WEIL SIE SONST ANDERE ANSTECKEN. NEIN, HORST, DASS DU HIER RÖCHELND MIT LUNGENENTZÜNDUNG AN DER ARBEIT BIST MACHT DICH NICHT ZUM HELD DER ARBEIT, WEGEN DIR HAT DIE TOCHTER DEINER KOLLEGIN DIE RÜSSELSEUCHE IN DIE KITA GESCHLEPPT UND DIE HALBE STADT IST KRANK! Außerdem haben die Hausärzte jetzt wieder eine Wagenladung Patienten mehr die eigentlich gar nichts haben. Also sprich: nichts wofür ein Arzt WIRKLICH nötig wäre, krank sind sie trotzdem.

    Aber OH MEIN GOTT DA KÖNNT JA WER WAS KRIEGEN DAS IHM NICHT ZUSTEHT!!!11!1!!


    Du siehst also,

    Später als Betriebsleiter und als Selbständiger habe ich mich von Mitarbeitern, die häufiger 1 Tag "krank" waren meist irgendwann getrennt. Auf der anderen Seite habe ich die von NannyOgg erwähnten Kranken im Dienst auch lieber zum Arzt geschickt bevor sie die sowieso schon dünne Personaldecke verseuchen konnten.

    Ich sag nicht dass in kleinen Betrieben nicht jeder Mitarbeiter zählt. Aber trotzdem, eventuell ist auch hier ein Umdenken angebracht. Ein Mitarbeiter der 3x im Quartal je 1 Tag krank ist fehlt immernoch seltener als einer der 1x in einem halben Jahr 7 Tage krank ist (zumindest da wo am Wochenende gearbeitet wird). Corona sollte uns doch allen in Sachen Infektiologie eine Lehre gewesen sein, oder? Ach nein, sorry, das gab's ja nicht. Die Leichensäcke die frühs zu Dienstbeginn auf der Coronastation ausgeteilt wurden gabs damals ja auch nicht.

    Man kann es kleinen Betrieben ja erleichtern, z.b. mit nem Springerpool für jede Berufsgruppe in dem jeder Arbeitssuchende direkt automatisch angemeldet wird. Oder indem die Kosten die durch kranke Mitarbeiter entstehen für kleine Unternehmen auf 0 reduziert werden. Schlagt was vor, die Politiker werden es nicht tun.

    Einmal editiert, zuletzt von NannyOgg (16. Juli 2026 um 23:06) aus folgendem Grund: Ein Beitrag von NannyOgg mit diesem Beitrag zusammengefügt.

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