26x02 - Das Haus der tausend Schrecken (Ghost Light)

  • Man kann es wirklich sehr gut merken, das der Doctor hier nicht mehr nur witzig ist sondern auch strategisch sein kann. Die Folge hat mir ganz gut gefallen. Alles spielte sich nur in dem Herrenhaus ab, vielleicht ein Vorbild von Steven Moffatt für seine Folgen Blink und die Vashda Nerada-Geschichte? Die Staffeln 5, 6 und 7 und höher habe ich bislang noch nicht gesehen, aber so in diese Richtung sollte sich die neue Serie weiterhin bewegen.


  • Nun aber zu der Geschichte selbst: Ich würde sagen, dass sie wirklich gut ist. Klar, der Grundplot hat was von Standard, allerdings kommt es darauf an, was man daraus macht. Hier macht man daraus eine Situation, die selbst der sogenannte Sceaming-Doctor kaum kontrollieren kann und spielt damit, dass dieses Haus bei Ace in Zukunft so eine Angst hervor ruft, dass sie es abfackelt. Der Charakter des Companion wird damit schön ausgearbeitet und Ace wird damit als CHarakter wesentlich tiefer. Dazu kommt noch, dass die Idee, dass ein Wissenschaftler (Light) gegen Evolution ist, doch sehr interessant ist.


    Ist er tatsächlich ein Wissenschaftler, wenn er dieser Meinung ist? Sonderlich nah dem (menschlichen) Wissenschaftskonzept scheint er mir nicht gewesen zu sein. Oh, das Ergebnis passt nicht mehr durch Evolution? Gut, dann machen halt den Versuchsplaneten platt, damit das Ergebnis stimmt... Ahja? ;)



    Zitat

    Die Atmosphäre ist super, die Charaktere eigentlich auch. Was ich da nicht verstehen kann, ist die Kritik an Sylvester McCoy: Er bleibt doch recht ruhig und schafft es düster zu wirken, nicht so düster, wie es ihm immer nachgesagt wird (Anmerkung: Es wird dem Doctor nachgesagt düster zu sein, so richtig düster und manipulativ sei er aber erst in den Büchern geworden), aber er wirkt auch nicht zu putzig. Allgemein fand ich die Darsteller eigentlich alle sehr gut.


    [/quote]Dem kann ich mich ebenso anschließen.


    Insgesamt finde ich die Episode jetzt aber nicht so übermäßig gut. Klar, wenn man sich das Special Material anschaut, versteht man die Geschichte auch recht schnell, aber es ist nunmal keine hohe handwerkliche Kunst ein Serial zu produzieren, die man aus sich allein nicht versteht. Das liegt auch nicht an der Komplexität, sie ist einfach unvollständig für die gegebene Episodenzahl geschrieben worden. Das ist nicht gut. Es wird auch nicht dadurch besser, dass sie zusammengekürzt wurde, weil sie ganz offensichtlich schlecht zusammengekürzt wurde.


    Was mir aber auch gefallen hat, ists Ace Rolle. Das ist wirklich mal eine andere Darstellung und die Beziehung zum Doctor wird so interessanter. Es ist natürlich eine Schande, dass das ausgerechnet in der letzten Staffel passieren muss, nachdem man die erste McCoy-Staffel verschwendet hatte für schlechte Geschichten, aber Ende der 80er war es sicherlich sowieso recht schwierig wegen des Zeitgefühls und der dumpfen BBC-Planung. Ich muss auch sagen, dass man an so einer Folge auch recht gut sieht, dass man nicht immer teures FX-Zeugs oder Kulissen braucht. Der Doctor & Companion haben wirklich viele Möglichkeiten auch in typische BBC-Kulissen aufzutauchen und die Vorliebe fürs Victorianische England sieht man ja noch heute beim Doctor, was lustiger im Gegensatz zur Aussage von Susan steht, der Doctor würde das Revolutionäre Frankreich so lieben (Reign of Terror ;) ).


    Insgesamt für mich eine gute, aber sicherlich nicht sehr gute Folge.


    "But that's OK: we're all stories, in the end. Just make it a good one, eh?
    Because it was, you know, it was the best: a daft old man, who stole a magic box and ran away.
    Did I ever tell you I stole it? Well, I borrowed it; I was always going to take it back.


    Oh, that box, Amy, you'll dream about that box.
    It'll never leave you. Big and little at the same time, brand-new and ancient, and the bluest blue, ever."

  • In der Wissenschaft hält man sich an Fakten. Das ist der oberste Grundsatz. In unserer Zeit und in unserem Universum gibt es keine Beweise gegen Evolution. Aber in der Geschichte dieser Folge gab es berechtigte Zweifel (daher auch fiktion). Nur jemand der unwissenschaftlich denkt, reflektiert sein Wissen nicht, bei gegensätzlichen Beweisen und stellt es als ultimativ da.
    Also, ja. Der Kerl in der Episode ist ein Wissenschaftler. Zumal es nicht darauf angekommt, woran der Mann glaubt oder nicht, um ein wissenschaftler zu sein. Was man persönlich für richtig oder falsch hält, ist für den Bezeichnung vollkommen egal.
    Wie kommst du auf die Idee, dass er keiner sein kann, weil er gegen Evolution ist?
    Und wenn die Versuchsergebnisse nur durch einen einzigen Planeten widerlegt werden, stellt doch die Erde nur eine Ausnahme dar.


  • Der Kerl in der Episode ist ein Wissenschaftler. Zumal es nicht darauf angekommt, woran der Mann glaubt oder nicht, um ein wissenschaftler zu sein. Was man persönlich für richtig oder falsch hält, ist für den Bezeichnung vollkommen egal. Wie kommst du auf die Idee, dass er keiner sein kann, weil er gegen Evolution ist?


    Weil er sich nicht wie einer verhält. Wissenschaftliche Methodik ist nunmal der Kernbestandteil eines Wissenschaftlers. Mag sein, dass er am Ende doch die Rolle eines Wissenschaftlers erfüllen soll, gut dargestellt wird das für mich aber in keinem Fall. Aber die Folge krankt ja generell an einigen Unzulänglichkeiten in der Darstellung.


    "But that's OK: we're all stories, in the end. Just make it a good one, eh?
    Because it was, you know, it was the best: a daft old man, who stole a magic box and ran away.
    Did I ever tell you I stole it? Well, I borrowed it; I was always going to take it back.


    Oh, that box, Amy, you'll dream about that box.
    It'll never leave you. Big and little at the same time, brand-new and ancient, and the bluest blue, ever."



  • dir ist schon klar, dass menschen sich nicht wie abziehbare klischee verhalten?




    [align=center]

    Ich schreibe lediglich meine meinung. diese ist nicht allgemeingültig!


    wenn man sich beim Versilbern des eigenen Arsches aus Doofheit selbst die Rosette zulötet,
    ist es ja doch ganz lustig!

  • Durchschnitt. So leid es mir tut. Der Doctor ist wie immer klasse, auch Ace macht ihre Arbeit gut. Aber irgendwie erinnert mich dieses Serial dann zu sehr an New Who. Ein Companion, der eine Bestimmung (oder zumindest einen storyrelevanten Hintergrund) hat und nicht einfach mit dem Doctor durch die Gegend reist, weil er ihn irgend aufgegabelt hat, der dann nach ein paar Folgen wieder geht. Der erste Companion dieser Art war Turlough, aber das war nach drei Folgen vorbei.
    Die Story fesselt mich jetzt nicht besonders, auch wenn der Neandertaler interessant war - es springt irgendwie kein Funke über. Ich kann noch nicht mal genau sagen, woran es liegt, aber dieses Serial zündet überhaupt nicht und ist damit in meiner Bewertung das bisher schwächste der McCoy-Ära. Trotzdem habe ich natürlich schon deutlich schlimmeres gesehen (z. B: Horns of Nimon).

  • Ich hab das Gefühl, bei keiner Ära scheiden sich die Geister so sehr wie bei der von McCoy. So ganz kann ich das nicht nachvollziehen, woran das liegt... hm


    "But that's OK: we're all stories, in the end. Just make it a good one, eh?
    Because it was, you know, it was the best: a daft old man, who stole a magic box and ran away.
    Did I ever tell you I stole it? Well, I borrowed it; I was always going to take it back.


    Oh, that box, Amy, you'll dream about that box.
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  • Na ja, Ghost Light ist eine äußerst komplexe Episode, welche von den wenigsten sofort verstanden wird. Eigentlich muss man dazu Sekundärliteratur lesen, um sie wirklich zu verstehen und daher wundert es eigentlich nicht, dass viele sie einfach aus Unwissenheit schlecht finden.

  • Das ist aber sehr positiv ausgedrückt. ;) Wenn man das aus einer anderen Sichtweise bewerten würde, könnte man auf die Idee kommen, dass es die Produktion einfach nicht geschafft hat, das Thema richtig umzusetzen. In den Specials wird die Problematik glaube ich auch angesprochen. Insofern finde ich die schlechten Bewertungen durchaus nachvollziehbar, weil Maßstab natürlich erstmal die Geschichte als solche ist. Andeutungen mögen ja noch reichen, um auf sekundäre Erkenntnisquellen zu verweisen, aber selbst diese Andeutungen sind in der Geschichte m.E. schlecht umgesetzt.


    Trotz dieser Schwächen scheint Survival aber durchaus populär zu sein, denn im aktuellen DWM Rating hat es mit einem Score von 75 % Platz 79 (2009: 80) und ist damit im oberen Mittelfeld, bei den 80er Geschichten sogar auf Platz 10. Wie gesagt: so richtig erklären kann ich mir das nicht. Vielleicht spielt da auch der "Erst-Doctor-Faktor" eine Rolle, denn viele Fans sind mit dem 7. Doctor groß geworden und sehen das ggf. deswegen noch anders. In der DWM-Umfrage hat sich ja auch der durchschnittliche DW-Fan als 33-Jährige herausgestellt, das passt dann gut mit Ende der 80er zusammen ;)


    "But that's OK: we're all stories, in the end. Just make it a good one, eh?
    Because it was, you know, it was the best: a daft old man, who stole a magic box and ran away.
    Did I ever tell you I stole it? Well, I borrowed it; I was always going to take it back.


    Oh, that box, Amy, you'll dream about that box.
    It'll never leave you. Big and little at the same time, brand-new and ancient, and the bluest blue, ever."

  • Zitat

    Trotz dieser Schwächen scheint Survival Ghost Light aber durchaus populär zu sein,


    Zum Rest kann ich nichts sagen, hab nur das Hörbuch der Novelisation gehört.

    If someone asked me to write on the sex life of the Eskimo, I’d say ‘That’s always been a particular interest of mine

    -Terrance Dicks

  • Also, ich halte "durchschnittlich" jetzt für keine schlechte Wertung. Aber vielleicht hat Schlaubi recht, und ich muss es noch einmal sehen. Dieses Mal habe ich mich aber ziemlich durchgequält, vielleicht geht es beim nächsten Mal (aber nicht in nächster Zeit) besser.


  • Du hast natürlich recht, aber lustigerweise ist Ghost Light direkt hinter Survival in der großen Liste. Beide Folgen haben also die gleiche Bewertung bekommen von den Umfrageteilnehmern ^^ (gemeint mit meinem Artikel war natürlich Ghost Light)


    "But that's OK: we're all stories, in the end. Just make it a good one, eh?
    Because it was, you know, it was the best: a daft old man, who stole a magic box and ran away.
    Did I ever tell you I stole it? Well, I borrowed it; I was always going to take it back.


    Oh, that box, Amy, you'll dream about that box.
    It'll never leave you. Big and little at the same time, brand-new and ancient, and the bluest blue, ever."

  • Ich bin schon sehr gespannt auf die Liste. Leider hatte der Bahnhofskiosk die Ausgabe am Donerstag noch nicht. Und jetzt fahr ich zwei Wochen weg. Naja.

    If someone asked me to write on the sex life of the Eskimo, I’d say ‘That’s always been a particular interest of mine

    -Terrance Dicks

  • Die Folge hatte in meinen Augen viele positive als auch negative Aspekte. Ich kann das Lob hier nicht ganz nachvollziehen, dass die Folge so komplex und verwirrend aufgebaut ist. Es ist nun mal etwas anderes, ob man wie David Lynch einen Film oder eine Serie konsequent surreal in Szene setzt und Raum für Interpretationen lässt oder ob, wie im Falle dieser Folge, die verwirrenden Versatzstücke versehentlich zusammen kommen. In den Making Offs wird zwar betont, dass die Atmosphäre gewollt war aber gleichzeitig ist auch davon die Rede, dass sie ursprünglich 4 und nicht 3 Teile drehen wollten. Anders als bei den meisten anderen Folgen, hätte es hier der Geschichte wirklich gut getan, mehr Teile zu drehen. So wirkt es leider bloß wie ein abgefilmtes Theaterstück, in dem man die Hälfte aller Szenen raus geschnitten hat. Das ist mir dann doch leider zu wenig.


    Es gab aber auch vieles, was mich überzeugen konnte. Die Figuren von Ace und dem Doctor gewinnen massiv an Tiefe und wirken nicht mehr bloß wie Abziehbilder. Ace könnte sogar womöglich zu meinen Lieblingscompanion werden :love: .
    Den Konflikt zwischen Darwinismus und Religion fand ich sehr spannend. Die neuen Folgen könnten sich davon ruhig mal eine Scheibe abschneiden und sich auch mal an ruhigen Kammerspielen probieren. Was ich ebenfalls sehr gut fand, waren die Dialoge, die weit über das typische Niveau von Doctor Who hinaus gingen (Bis vielleicht auf die Szenen mit "Licht" und "Kontrolle").

    1. 11thdoc 2. 9thdoc 3. 2_1Doc 4. 7thdoc 5. 5thdoc 6. 10thdoc


    Nicht bewertbar: 8thdocWardoc


    Ganz besonderer Stellenwert: 10thdoc ( Der Meta-Doctor <3 )

  • Ja, der Kammerspiel Charakter und daraus resultierend ja auch die Dialoge, die diese Tiefe ermöglichen, finde ich ganz großartig.
    Von New Who hat eigentlich nur Heaven Sent ein ähnliches Konzept, was auch diese Folge so gut macht m.Mn..


    Dass die Kürzung für die Komplexität verantwortlich ist, kann sein, und auch ich hätte einen Teil mehr nicht schlecht gefunden, dennoch ist es das Ergebnis, das zu bewerten ist und nicht das, was hätte sein oder nicht sein können.
    Und im Endergebnis ist es eben etwas komplexer und lässt Spielraum für Interpretationen.
    Und ja, bei Lynch ist das vllt immer so, aber ich finde es bei Doctor Who nicht schlimm, dass eben mal nur eine Folge so ist, da es einige Folgen gibt, die einen eigenen Ton haben, und herausstechend anders sind. Deswegen darf diese Folge das auch und wirkt für mich eben nicht wie "ein Versehen" oder einfach abgefilmt und gekürzt. Für mich funktioniert, was da passiert.


    Aber das ist natürlich alles sehr subjektiv.

    "Somewhere there's danger, somewhere there's injustice and somewhere else the tea is getting cold. Come on, Ace, we've got work to do.” - 7thdoc


    2nddoc11thdoc7thdoc2_1Doc3rddoc9thdocWardoc4thdoc5thdoc1stdoc6thdoc10thdoc


  • Dass die Kürzung für die Komplexität verantwortlich ist, kann sein, und auch ich hätte einen Teil mehr nicht schlecht gefunden, dennoch ist es das Ergebnis, das zu bewerten ist und nicht das, was hätte sein oder nicht sein können.
    Und im Endergebnis ist es eben etwas komplexer und lässt Spielraum für Interpretationen.
    Und ja, bei Lynch ist das vllt immer so, aber ich finde es bei Doctor Who nicht schlimm, dass eben mal nur eine Folge so ist, da es einige Folgen gibt, die einen eigenen Ton haben, und herausstechend anders sind. Deswegen darf diese Folge das auch und wirkt für mich eben nicht wie "ein Versehen" oder einfach abgefilmt und gekürzt. Für mich funktioniert, was da passiert.


    Aber das ist natürlich alles sehr subjektiv.

    Ich habe ja nicht direkt kritisiert, dass mir die Folge zu komplex ist. Was mich eher stört, ist die Art und Weise, wie die Komplexität erzielt wird. Beim Beispiel Lynch haben wir oftmals viele bildliche Metaphern, seltsame Dramaturgien und Figuren, die nicht wirklich Charaktere sind, sondern die vielmehr dazu dienen, Vorgänge zu verkörpern.
    Es ist vielleicht gemein, Doctor Who an dieser Stelle mit David Lynch zu vergleichen. Jedoch zeigt der Vergleich, wie simpel hingegen die Inszenierung dieser Folge ist. Im Grunde haben wir dort eine schräge aber auch sehr simple Handlung, die erst dadurch so kompliziert wirkt, dass man Informationen zu den Figuren einfach dem Publikum vorenthält. Das ist mir dann doch einfach zu wenig aber vielleicht denke ich auch zu storytechnisch. Als "Experiment" finde ich die Folge gut und sie hat auch viele super Ansätze.

    1. 11thdoc 2. 9thdoc 3. 2_1Doc 4. 7thdoc 5. 5thdoc 6. 10thdoc


    Nicht bewertbar: 8thdocWardoc


    Ganz besonderer Stellenwert: 10thdoc ( Der Meta-Doctor <3 )

  • Originalbeitrag:


    Edit:
    Und da bin ich wieder, diesmal ein bisschen ausführlicher ;)


    Ghostlight ist eine meiner Lieblingsfolgen und wohl auch eine der anspruchsvollsten Folgen der gesamten Serie. Eine Geschichte mit so einer cleveren Handlung und vorallem so intelligenten Dialogen findet man echt selten.


    Das Set, die Musik, die Regie und vorallem der Cast der Folge sind einfach nur GENIAL.
    Das sowieso schon tolle Setting des alten viktorianischen Herrenhauses wird nochmal durch das realistische und glaubwürdige Set, die Kostüme und auch so Sachen wie Gwendolyn's "That's the way to the zoo"-Performance, die einfach den Zeitgeist perfekt einfangen, unterstützt. Und durch die dichte und sehr gelungene Regie sowie die stimmungsvolle Musik bekommt die Folge auch einfach eine ganz tolle Athmosphäre.


    Wie bei allen guten McCoy Folgen üblich, spielt das ganze in einem kleinen Setting mit vielen komplett durchgeknallten Charakteren. Da haben wir einmal Light, der sämtliches Leben auf der Erde katalogisieren will. Dann gibt es noch Redvers Fenn-Cooper, der auf der Jagd nach sich selber ist, Nimrod, einen Neanderthaler, der Light anbetet und Josiah Samuel Smith, der irre Hausherr, der die Königin umbringen will.


    Der Doktor und Ace sind mal wieder herausragend und erlangen in dieser Folge beide eine unglaubliche Tiefe. Gerade, wie der Doktor Ace mit ihren Ängsten konfrontiert, ist nicht nur gut geschrieben sondern auch einfach toll geschauspielert und führt dadurch zu einigen packenden Szenen. Auch merkt man hier einfach wie sehr sich ihr Charakter seit "Dragonfire" verändert hat bzw gewachsen ist. Der Doktor reißt hier auch direkt die Kontrolle an sich (hihi, Wortspiel) und durchschaut bzw manipuliert das ganze Geschehen von Anfang an und hat (wie eigentlich alle Charaktere) ganz tolle Dialoge und eine sehr gute Charakterisierung.


    Auch die tragische Geschichte von Gwendolyn und ihrer Mutter, die beide durch Josiah voneinander getrennt wurden, ist gelungen. Nachdem der Doktor den beiden ihre Beziehung offenbart und die beiden sich gerade wieder gefunden haben, ist es dann natürlich noch tragischer, dass sie daraufhin direkt von Light getötet werden.


    Control's Evolution und Josiah's Rückentwicklung über den letzten Teil dieses Dreiteilers ist eine interessante Idee und auch sehr gut umgesetzt. Die finale Dinner-Szene, in der sich Control endlich gegenüber Josiah durchsetzen kann und in der Light seinen Plan offenbart, die ganze Menschheit wieder in Ursuppe zu verwandeln, ist sowieso einfach spitze. In der deutschen Synchro führt das ganze sogar noch zu einem kleinen Witz, den es im Original gar nicht gibt, da in der "Uhr-Suppe" tatsächlich noch die Uhr des Polizisten hängt.


    Die schlußendliche Auflösung der Handlung, wie der Doktor dann schließlich Light austrickst, indem er ihn zunächst verunsichert und dann auf seine eigene Veränderung aufmerksam macht, ist auch klasse und einfach passend.


    Auch wenn ich die Handlung erst nach 4x Ansehen verstanden habe und davor auch noch die Novelisation und "The Scripts" gelesen habe, ist sie es wirklich wert, sich mal ein bisschen mehr mit dieser Folge zu beschäftigen, um sie ganz zu verstehen. Das Thema "Evolution", um das es grundsätzlich in der Handlung geht wurde auch durch die Sammlung von Josiah, dem Reverend Ernest Matthews als Gegenstück zu Josiah und Gwendolyn's "That's the way to the zoo"-Performance sehr gut in die Geschichte eingewoben. Außerdem gibt es auch noch sehr starke fast schon traumartige Bilder, wie z.B. den Polizisten im Schrank, das Aufleben von Josiah's Sammlung und die Verwandlung vom Reverend in einen Affen.


    Fazit: Ghostlight hat eine intelligente Story, interessante Charaktere, tiefgründige Charaktermomente, unglaublich clevere Dialoge, ein realistisches Set, stimmungsvolle Musik, eine gelungene Regie, einen tollen Cast und eine super Athmosphäre.
    Was will man mehr von einer Doctor Who Folge?


    10/10

    "Der moderne Hexenmeister transferiert Raum und Zeit in seiner verrückten Telefonzelle"

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