21.6 The Caves of Androzani / Die Höhlen von Androzani

  • Meistens hat Harper hier großartige Arbeit geleistet, aber dann gibt es immer wieder Szene, bei denen ich mich gefragt habe: Was zum Teufel sollte das? Und die auffallensten dieser Szenen waren die, in denen Normington sich einfach in die Kamera dreht und direkt zu den Zuschauern spricht. Das wirkte so daneben, so falsch, so Klischee, so nicht Doctor Who, dass es mich wirklich gestört hat. Und wenn ich es dem Bonus-Material richtig entnommen habe, wollte Harper die Szene so gar nicht haben, das war ein Unfall gewesen, der JNT aber so gefallen hat, dass es drin blieb.

    Ja, das habe ich auch so in Erinnerung. Allerdings hat es nicht nur JNT so gefallen.


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    Was gibt es sonst noch zu sagen? Ach ja, typisch 80er Jahre, war das Produktionsdesign wieder mal sehr billig. Kleiner Kritikpunkt, da ich in Doctor Who durchaus damit leben kann, aber irgendwie fällt mir das gerade in dieser Zeit immer wieder eher auf als in der Zeit vor JNT, warum auch immer. Dazu kommt noch die Fledermaus oder was auch immer dieses Ding war, welches die Soldaten angegriffen hatte. Da war die Ratte aus Talons ja weniger peinlich, auch wenn es bei weitem nicht an die Sockenaliens aus Timelash herankommt.

    Ja, man sieht, dass es ein Set im Studio ist. Überall Pappmaché-Felsen und PVC-Boden. Letzteres hat mich schon beim Peladon-Zweiteiler gestört. Es spielt in einem Höhlensystem unter einer mittelalterlichen Burg und der Thronraum hat nur ein paar Fackeln an der Wand und einen braunen Plastikfußboden...


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    Dann noch etwas zu Sharaz Jek: So gut ich seine Motivation an sich auch fand, sein Sinneswandel am Ende war dann doch etwas zu viel des Guten. Klar, es ist mal wieder, oder um es besser zu sagen, der erste entstellte Irre mit einer Maske, der sich Hals über Kopf in Peri verliebt, aber dass seine Obssession dann so weit geht, dass er am Ende alles tun würde um sie, und sogr den Doctor, zu retten, war mir etwas zu dick aufgetragen und ich habe es ihm nicht wirklich abgekauft. Auch seine Maske war bei Weitem nicht so furchteinflössend wie es vorher immer angedeutet worden war. Das liegt natürlich auch am Budget, aber dann hätten sie es bleiben lassen sollen sein Gesicht überhaupt zu zeigen. Genauso wie man die Fledermaus hätte weglassen können, aber Schwam drüber.

    Ja, das gehört aber zu der Phantom-der-Oper/Schöne-und-das-Biest-Thematik.


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    Zu guter letzt dann noch ein Wort über die Schauspieler: Während alle ihren Job wirklich gut gemacht haben, außer vielleicht Herr Normington, der mich am wenigsten überzeugen konnte, gab es niemanden, der wirklich herausstach, außer Peter Davison, auch nicht Christopher Gable trotz wirklich guter Leistung als vor allem Voice Actor. Davison war wirklich herausragend in diesem Serial, es war vielleicht wirklich seine beste Leistung als Doctor die ich bisher gesehen, oder gehört, habe.

    Davison stach heraus? Vielleicht mit seinem losen Mundwerk, aber auch das hätte Tom Baker deutlich besser hinbekommen. Davison ist und bleibt für mich die graue Maus unter den Doctoren.


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    FAZIT: Eine wirklich gute Episode, mit einer sehr guten Handlung, einem sehr guten Peter Davison, und spannenden Cliffhangern, die aber an einigen fragwürdigen Regieentscheidungen und dem Budget krankt. Ich gebe unterm Strich 8,5 Punkte und sein sehr gut, wenn auch kein super. Die Folge ist wirklich sehenswert, hat aber keinen so positiven und erinnerungswürdigen Eindruck bei mir hinterlassen wie andere Serials (u.a. The Talons of Weng-Chiang), es ist aber das bisher mit Abstand beste Davison Serial, das ich kenne.

    Ich fand Enlightenment und Planet of Fire deutlich besser, aber diese Wertung ist jedem selbst überlassen.




    Da diese Folge sich auf Ranglisten hartnäckig unter den ersten Plätzen hält, hoffe ich, jetzt nicht mit der Créme de la Créme angefangen zu haben und von meinen kommenden Ausflügen in die alte Serie nur noch enttäuscht zu werden. Da ich aber auch den Kontrast des Produktionsniveaus zwischen Neu und Alt, also die Umstellung meiner Sehgewohnheiten nicht als großen Kulturschock empfunden habe, bin ich da zuversichtlich.


    Der erste Auftritt des sechsten Doctors schreckt mich hingegen ab, mit Colin Baker weiterzumachen. Ich glaube, den hebe ich mir lieber auf, bis schließlich er das einzige von Doctor Who ist, was ich noch nicht gesehen habe.

    Der ändert sich, aber seine Folgen sind wirklich erschreckend. Wenn du da durch bist, kann man dir in Sachen Doctor Who fast alles zumuten. Gerade The Mark of the Rani ist ein echter Härtetest.