William Shakespeare

  • Mariakaefer: betreffs des buches ... ist nicht so wild. hab mir die jacobi dvd auch unter anderem deshalb gekauft, um mein verständnis für shakespeare-englisch im bühnenformat zu testen (geschrieben isses doch noch was anderes). und es klappt. noch 1-2 mal die schwierigen dialoge wiederholen und ich mach mir keine sorgen für januar. ich leg mir den originaltext vielleicht gar nicht zu und kauf irgendwann mal ne englische gesamtausgabe.
    wenn die anderen verfilmungen aus der 1989er BBC reihe genauso gut sind, werd ich mir da vielleicht auch was zulegen. kann nur nochmal betonen: sehr empfehlenswert.


    was das alter von hamlet angeht, so fiel dies kaum auf, da es ja die aufzeichnung eines bühnenspiels war. hätte man mehr mit close-ups gearbeitet, wär das wohl was anderes (das ist ja z.b. bei der brannagh-verfilmung kritisiert worden). aber man hat shon gemerkt, dass jacobi den hamlet verhältnismäßig "bodenständig, reif" interpretiert, nicht als das kleine verwöhnte, selbstgerechte emo-arschloch, das er eigentlich ist. da erhoff ich mir von tennant mehr und aus diesem gesichtspunkt kann ich mir auch ethan hawke ausgezeichnet in der rolle vorstellen. hat jemand diesen film gesehen?
    das alter der figur ist sone sache. "student" konnte man damals von 16-30 sein, je nachdem, wann der adel seine sprösslinge ins ausland zum studieren geschickt hat. aber die art und weise, wie claudius mit ihm und seinen kommilitonen rosenkrantz und guildenstern umgeht, legt nahe, dass er sie als erwachsene eines bestimmten erfahrungshintergrunds akzeptiert. und das war man in der eproche mit 16 noch nciht. also mindestens 20, wie du schon gemeint hast.


    heutzutage studiert man ja teilweise mit knapp 40 noch, also sind wohl auch ältere darsteller in unserer wahrnehmung OK. *lol*

    "always forgive your enemies - nothing annoys them so much" (oscar wilde)

  • Ich bin emilyhart. Bitte nicht verwirrt sein, hab nur meinen Namen gewechselt.


    OT @ cate925: Ich kann nur für Bayern berichten, und auch nur für Anglistik für Lehramt. Da gibts bei uns keinen NC, aber es ist natürlich auch deutlich mehr als Shakespeare-Schmachten - letztlich sinds drei Teile, Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft und Sprachwissenschaft. Gerade letzteres kann schon manchmal auf den Geist gehen. Und dazu halt noch einige Sprachkurssachen, wobei das von Uni zu Uni unterschiedlich ist - bei mir in Passau gibt es da recht wenig, an einer Nachbaruni haben die seeehr viel davon. Englisch sprechen können wird natürlich vorrausgesetzt, aber zumindest an meiner Uni (ist wohl auch überall unterschiedlich) praktisch nie bewertet, nur beim Staatsexamen gibts dann mal einen Sprachtest. Ansonsten kann das in Prüfungsnoten hineinfließen, bei uns sind auch schon Leute durch die Zwischenprüfung gefallen, weil ihr Englisch zu schlecht war (passiert aber sehr selten).
    Ich kann Anglistik jedenfalls nur weiterempfehlen, ich studier das wahnsinnig gern - aber man sollte halt wissen, was man danach damit macht. Bei Lehramt ist es ja klar, aber bei allen die das auf Magister oder diverse neue Studiengangdinger studieren, frag ich mich schon, was die eigentlich später damit machen wollen. :S


    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass praktisch allen Sprachwissenschaft auf den Geist geht (bis auf die Verrückten, die es gleich als eigenes Fach studieren). Wird denn bei euch auch auf Englisch unterrichtet? Ich find's nämlich immer sehr seltsam, dass bei uns (Düsseldorf) in der Anglistik praktisch alles auf Englisch ist, aber in der Romanistik praktisch nichts auf Französisch. Ich konnte besser Französisch, als ich noch zur Schule ging. Ansonste kann ich Anglistik auch nur empfehlen. Als LÜ (Literaturübersetzer) weiß ich natürlich auch schon, was ich später damit anfangen will - aber mehr über den Studiengang zu erzählen, wäre sinnlos, weil es ihn nicht mehr gibt (nein, in ganz Deutschland nicht).


    Und mein Lieblingsstück von Shakespeare ist... Richard II. Ich finde, das hat ein paar der schönsten Reden (nicht direkt Monologe, weil sie sich an andere Figuren richten), "For God's sake, let us sit upon the ground..." kann ich auswendig. Gefolgt von Hamlet und Henry V.
    In der Schule haben wir auch Macbeth gelesen, und zwar ausdrücklich, weil es das kürzeste ist - ich war etwas perplex, als das im Englisch-LK angekündigt wurde.

  • Kann mir jemand eine gute Verfilmung von Romeo und Julia empfehlen?


    Es scheint eine Zeffirelli-Verfilmung von 1968 zu geben, der dreht in der Regel brauchbare Verfilmungen


    Hi, ich lese mich gerade durch diesen uralten Thread. Ich weiß nicht, ob es noch interessant ist, aber die Zeffirelli-Verfilmung von 1968 ( mein Geburtsjahr |8 ) ist die eine Verfilmung, die ich besitze und ich finde sie einfach wunderbar. Sie ist an tollen italienischen Schauplätzen gedreht, die Kostüme und auch die Ausstattung der Wohnräume ist offenbar sehr originalgetreu und wirklich schön anzusehen und die beiden Hauptdarsteller sind einfach wirklich süß und knuffig ( und auch gebührend jung) und man muss sie einfach liebhaben. (Jedenfalls ich. :love: ) Also ich kann die sehr empfehlen.


    In mir ist’s nicht geheuer,
    da schläft ein Pfefferstreuer.
    Und wenn der mal erwacht,
    dann Gute Nacht!


    frei nach F.W. Bernstein

  • Maß für Maß mag ich auch sehr gern. Oder sein letztes großes Stück, den Sturm. Der lässt einen wirklich nicht los.... Der Sommernachtstraum ist schön usw.



    Das jetzt ist zwar off Topic, aber eins meiner Lieblingszitate ist von Goethe, obwohl ich es ansonsten nicht so mit Goethe habe (mit Schiller noch viel weniger, Kannibale und Hiebe habe ich dermaßen gehasst.... :thumbdown: ): "Es erben sich Gesetz und Rechte wie eine alte Kranheit fort!"
    Wenn ich drandenke werde ich für meine Mitbewohnerin da eine Tasse drucken lassen. Die ist nämlich Jurist!

  • Dann müßte Deine Mitbewohnerin als Juristin auch das hier von Goethe kennen: "Im Auslegen seid frisch und munter! Legt ihr's nicht aus, so legt was unter."


    Und bevor wir völlig am Thema vorbeischreiben: Mein Lieblingsstück von Shakespeare ist "Viel Lärm um nichts"