2x02 - Mit Zähnen und Klauen / Tooth and Claw

  • Für mich zeichnet sich die zweite Staffel ja vor allem durch eher mittelmäßige bis richtig schlechte Folgen aus. Viel zu oft gab es einfach nur ein "Alien of the week", das es zu schlagen galt, oder eine Invasion, die verhindert/aufgehalten werden musste. Dazu gesellen sich das doch eher nervige 10ter Doctor-Rose-Duo. Bei "Tooth and Claw" ist das zwar kaum anders, trotzdem würde ich die Folge als eine der Stärkeren dieser Staffel bezeichnen.


    Zur Handlung:


    Ich scheine nicht der Einzige gewesen zu sein, der die Szene mit den Kampfmönchen am Anfang etwas irritierend fand. Auf mich zumindest wirkte sie sehr unpassend. Außerdem muss sich der Regisseur wohl gedacht haben, dass die Kampfszene dadurch cooler wird, wenn man sie in Slow Motion dreht. Tja, falsch gedacht, sie wirkt dadurch nur noch peinlicher.


    Die Story selbst ist mal wieder das typische "Monster-macht-Radau-und-der-Doctor-muss-es-stoppen", diesmal halt mit Werwolf als Widersacher (oder laut doctorischer Quatscherklärung:"lupine wavelength haemovariform"). Zumindest sieht das Vieh wirklich nett aus und sorgt für ordentlich Spannung.


    Die Auflösung fand ich ganz gut (auch wenn sie teilweise etwas konstruiert wirkte). Sowohl das Teleskop als auch der Diamant wurden früh genug in der Folge gezeigt, genauso wie man zur rechten Zeit von den Tätigkeiten von Sir Roberts Vater und Prinz Albert erfährt. Was Auflösungen angeht, haben wir schon deutlich Schlimmeres gesehen.


    Ein weiterer Pluspunkt war für mich Pauline Collins als Queen Victoria. Sie überzeugte in all ihren Szenen, egal ob sie einfach nur genervt die Versuche von Rose, aus ihr ein "We are not amused" rauszubekommen, abwehrte, sie über ihren verstrobenen Mann redete oder sie den Doctor und Rose "not amused" aus dem Land verbannte. Aber mir gefielen auch die anderen Charakter, unter anderem Sir Robert, seine (verdammt gutaussehende) Frau Lady Isobel und Father Angelo.


    Außerdem kann ich nicht behaupten, dass die Folge keine Atmosphäre gehabt hätte. Das die Handlung größtenteils nachts spielte sorgte genauso für Atmosphäre wie das tolle Setting. Und zugegeben, der Werwolf hatte auch seinen Anteil daran.



    Doctor und Companion:


    Der Doctor hatte in dieser Folge durchaus seine Momente. Ich habe mich zum Beispiel beim zweiten Mal sehen sehr darüber gefreut, dass er sich Queen Victoria als "Dr. James McCrimmon" vorgestellt hat (und das nicht nur, weil Jamie einer meiner Lieblingscompanions ist). Ich mochte auch die Stelle, in der er sich erstmal über den Werwolf freut, während alle anderen schon panisch am Wegrennen waren. Oh, und es war ganz nett ihn mal mit schottischem Akzent zu hören.


    Rose und Doctor zusammen sind jedoch unschlagbar nervig. Ich habe ja noch jede Menge Doctor-Who-Folgen vor mir, weshalb sich das Ganze noch ändern könnte, aber bis jetzt muss ich sagen, dass der 10te Doctor zusammen mit Rose mein persönliches Tardis-Alptraum-Team bildet. Zwar wird sich ihr Nervpotential erst in den folgenden Episoden voll entfalten, aber schon hier verhalten sie sich einfach wie zwei kleine Kinder. Tja, und am Anfang muss dann noch diese unsägliche Wette abgeschlossen werden...


    ...das darf wohl in keiner Rezension von "Tooth and Claw" fehlen ;) : Kritik an Roses Versuchen, der Queen ein "We are not amused" zu entlocken, und dass sie das auch noch in den unpassendsten Situationen tun muss. Einfach vollkommen unnötig, bei jedem weiteren Versuch habe ich mich mehr geschämt. Wie kann man sich nur so kindisch verhalten, wenn man doch die Gelegenheit hat, durch Zeit und Raum zu reisen um Geschichte mitzuerleben.


    Dazu kommt noch das ungehobelte Verhalten des Doctors (welches allerdings verzeihlicher ist - in der Szene zum Beispiel, in der er sich über das Teleskop lustig macht, scheint ihm zuerst gar nicht bewusst zu sein, dass er jemanden beleidigen könnte. Außerdem darf der Doctor sich ab und zu mal daneben benehmen).


    Ich wundere mich ehrlich nicht darüber, wie Victoria am Ende reagiert:"Danke für alles was getan habt, aber jetzt verzieht euch aus meinem Land, ihr eingebildeten Kackbratzen".



    Sonst noch was:

    Pauline Collins hatte in "Tooth and Claw" nicht ihren ersten Doctor-Who-Auftritt. 1967 spielte sie in der Folge "The Faceless Ones" Samantha Briggs, die dort dem zweiten Doctor und Jamie zur Seite stand.



    Fazit:


    Eine leicht überdurchschnittliche Folge. Positiv hervorzuheben wäre/n die Darstellung von Queen Victoria (und die der anderen Charakter), die Atmosphäre, dass keine Langeweile aufkam, das tolle Setting, ein gut animierter Werwolf, eine gewissermaßen vorbereitete Auflösung und ab und zu der Doctor.
    Abzüge gibt es für das Verhalten von Rose, die Kampfmönch-Kampfszene, den doch recht generischen Plot (auch wenn es wesentlich schlechtere Alien-of-the-Week-Folgen gibt) und ab und zu wegen dem Doctor.
    Macht zusammen 6/10 Punkten (DURCHSCHNITT). Das hätte auch noch ein GUT werden können...

  • Okay, diese Folge hat für mich einen dieser Teaser wo Du dich fragst: Ist das, was ich da schaue wirklich Doctor Who? Überzeugt bist Du dann erst beim Intro (wobei, manchmal heißt es dann doch nur Doctor Who, ist dann aber doch nicht Doctor Who). Hier dasselbe, der Anfang wirkte irgendwie wie aus einem Karate-Film, mit diesem Shaolin-Mönchen. Da konnte ich nur noch den Kopf schütteln. Wie ging es dann weiter? Ach ja, der Doctor und Rose landen mit der TARDIS in Schottland, etwa ein 1 Jahrhundert zu früh und Rose fällt natürlich sofort mit ihrer Kleidung auf. Wodurch sie danach aber auch ziemlich negativ auffällt, ist ihr ständiger Versuch Queen Victoria, die ich im Übrigen sehr gut fand, dazu zu bringen "I'm not amused" zu sagen. Aber wer denkt, das kann man nicht mehr toppen (oder sollte ich floppen sagen), der hat wohl noch nicht "The Unicorn and the Wasp" gesehen. Okay, dann die Ereignisse im Torchwood-Haus, spannend und teilweise sogar mysteriös, dass ständige durch die Gänge gerenne (tut mir leid, mir fällt keine bessere BEschreibung ein), erinnert teilweise sogar an die klassische Serie und zwar im positiven Sinne. Das Opfer von Lord Torchwood war zwar etwas übertrieben, passte aber. Was mich aber störte: Es gab die Legende von dem Werwolf also schon sehr lange und der Werwolf wollte die Queen beißen. So weit so gut. Aber wieso wussten der verstorbene Mann der Queen und der Vater Torchwoods davon, Jahre zuvor? Wieso wussten sie schon, was irgendwann einmal der Plan des Wolfes und der Mönche sein würde? Das ergibt für mich irgendwie keinen Sinn, also könnte mir das bitte mal jemand erklären. Ansonsten natürlich eine leicht technobabbilige Auflösung, die erst einmal für mich bisher sowieso keinen Sinn macht und dann der Ritterschlag vom Doctor und von Rose und ihre drauffolgende Verbannung. Das Spekulieren, ob Victoria gebissen wurde oder nicht und ob ihre Nachfahren nun Werwölfe seien, irgendwie hat das auf mich keinen Reiz. Dann natürlich die feierliche Gründung von Torchwood, was wir ja schon aus dem Christmas Special kennen und uns (leider) noch öfter begegnen wird. Über gegeben Unstimmigkeiten mit der Geschichte von Doctor Who lässt sich jetzt streiten (wenn Torchwood existiert um den Doctor vom UK fernzuhalten, wieso wird er bei seinen unzähligen Besuche dort bis 2007 nicht ein einziges Mal entdeckt und gefangen genommen?), aber sei es drum.


    FAZIT: Eine schöne Episode, mit einigen tollen Szenen, einem (noch nicht) nervigen zehnten Doctor, einer dafür um so nervigeren Rose, und einem historischen Setting, dass kein kompletter Anachronismus darstellt. Daher 7/10 Punkte.

    1. 4thdoc 2. 11thdoc 3. 2nddoc 4. 1stdoc 5. 8thdoc 6. 9thdoc 7. 6thdoc 8. 3rddoc 9. 12thdoc 10. 7thdoc 11. 5thdoc 12. Wardoc 13. 10thdoc

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  • Endlich ging es mal wieder in die Vergangenheit. Das alte Gemäuer, die Einrichtung, die Kutsche, die Gemütlichkeit des Reisens und die Kleidung, sowie die passende Musik waren herrlich. Ich mag sowas einfach. Allerdings wirkte diese Folge sehr actionreich. Die kämpfenden Shaolin-Mönche in diesen orangenen Kutten kamen mir allerdings etwas übertrieben und fehl am Platz vor. Das hätte man anders besser lösen können.
    Die Idee, dass diese Mönche ein düsteres Geheimnis pflegten, gefiel mir hingegen außerordentlich gut. Sie wussten wahrscheinlich selbst nicht mal zu 100%, wofür sie da eigentlich arbeiteten. Ein außerirdisches Wesen, das sich als Wehrwolf tarnte und die Menschen in seiner Umgebung so beeinflusste, dass es zu immer mehr Macht gelangte. Gruselig aber genial. Damals waren die Menschen sehr gläubig und abergläubisch. Mythen und Legenden, der Diamant, interessant. Auch die Verwandlung des Wesens in einen Wehrwolf und dieser ansich, gefiel mir sehr gut. Trotz des manchmal aufrechten Gangs, sehr nah am Aussehen eines Wolfes geblieben und nicht zu extravagant gestaltet.


    Gespannt war ich auf den zehnten Doctor und wie er sich in der Vergangenheit benehmen würde. Ich konnte ihn mir da mit seiner aufgedrehten und redefreudigen Art kaum vorstellen. Amüsant, wie er beim ersten Mal die Gerätschaften im Observatorium kommentierte. Allerdings zollte er dem Verstorbenen mehrmals seinen Respekt und zeigte dadurch seine Begeisterung für den menschlichen Erfindungsgeist. Sorgfälltig und fast gebannt lauschte er Sir Robert, als der die Geschichte des Wehrwolfes erzählte und einfühlsam, wie er währenddessen der Queen begegnete. Und dann dieser plötzliche Stimmungswechsel, als er begriff, dass Rose in Gefahr war. Als er den Wolf sah, totale Faszination und sekunden später wieder volle Konzentration und zurück zum Beschützerinstinkt. Eine emotionale Achterbahnfahrt.


    Rose täte es mal ganz gut, wenn sie einen Knigge-Kurs besuchen würde. Sie hatte noch immer Schwierigkeiten, gerade im Sprachlichen, sich dieser Zeit anzupassen. Für das Outfit konnte sie anfangs nichts, schließlich wollten sie ursprünglich in die 70er. Aber umziehen aus Höflichkeit, gerade der Queen gegenüber, wäre angebracht gewesen, zumal sie die Möglichkeit dazu gehabt hatte.
    Gut fand ich, dass Rose sofort begriff, dass ein Außerirdischer seine Finger im Spiel hatte. Sie reagierte der Situation angemessen und brachte in Erfahrung, was er war und was er wollte. Die vergangenen Reisen hatten sie definitiv stärker und selbstbewusster im Umgang mit fremden Wesen gemacht.
    Etwas nervig war, dass sie ständig versuchte die Queen dazu zu bringen "I´m not amused" zu sagen. Die Wette mit dem Doctor ansich störte mich nicht im geringsten. Allerdings wären subtilere Versuche angebrachter gewesen. Wunderte mich, dass die Queen dieses Verhalten billigte und Rose am Ende ihr Ziel sogar noch erreichte. Womöglich hatte die Queen sich schon irgendwas dergleichen gedacht.


    Diese alte Dame war in dieser Folge irgendwie mein Lieblingscharakter. Schön, wie sie den Doctor anfangs einfach so als ihren Beschützer anstellte und ihn damit völlig überrumpelte. Sie war eine starke, intelligente Persönlichkeit, die wusste, was sie wollte, die Gefahren ihres Lebens kannte und ihnen direkt furchtlos in die Augen sah. Sie trug ihr Schicksal mit Fassung und selbst im Chaos hielt sie sich an die Etikette. Und trotz ihres Standes war sie sich nicht zu schade, die Finger schmutzig zu machen. Ihr Hang zur Mystic und Magie machten sie für den Doctor und sein Wissen empfänglich. Sie vertraute ihm, obwohl sie wusste, dass er nicht aus ihrer Welt stammte. Er faszinierte sie sichtlich, was ihm ermöglichte offen mit ihr zu sprechen. Und sein Umgang war auch nicht immer angebracht.
    Dass sie die Gründerin von Torchwood ist, nahm ich ihr sofort ab. Wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob sie die Wahrheit über den Schnitt sagte. War dieser Kratzer vom Wolf oder wirklich von einem Splitter in der Türe? Wann hatte sie eine berührt? Sie ging doch nie vorne weg. Und dann ihre Aussage ganz zum Schluss, das ließ mich an ihrer Aufrichtigkeit zweifeln aber gut.


    Alles in allem gefiel mir diese Folge sehr gut und aus diesem Grunde erhielt sie auch ein "Super" in der Bewertung.

  • Tooth and Claw ist nach New Earth wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings hat die Folge immernoch das gleiche Problem bzw den gleichen Störfaktor wie fast alle Folgen der zweiten Staffel: Rose. Sie verhält sich hier einfach komplett respektlos und versucht der Queen sogar noch ein "I am not amused" zu entlocken, als die beiden gerade kurz davor sind von einem Werwolf zerfleischt zu werden. Auch die Richtung in die sich die Doktor/Rose Geschichte entwickelt gefällt mir nicht.


    Die Folge überzeugt durch ein gutes Setting, ein gutes Monster (nur in seiner Werwolf Form) mit vielen Gruselszenen und die Darstellung der Queen. Außerdem mochte ich auch die Grundidee mit dem Teleskop, auch wenn die Auflösung mit dem Diamanten doch etwas
    merkwürdig war. Die komplett überzogenen Kampf-Mönche fand ich eigentlich auch gar nicht so peinlich sondern eher witzig.


    Der Ritterschlag vom Doktor und Rose fand ich unnötig, allerdings fand ich Queen Victoria's Reaktion danach, die dann auch zur Gründung von Torchwood geführt hat, sehr nachvollziehbar. Warum man jetzt wieder Bad Wolf erwähnen musste, hat sich mir irgendwie nicht erschloßen. Aber naja


    Insgesamt eine der besseren Staffel 2 Folgen: 6.5/10

    "Der moderne Hexenmeister transferiert Raum und Zeit in seiner verrückten Telefonzelle"