2x06 - The Crusade

  • Bewertung der Folge 14

    1. Super (5) 36%
    2. Gut (6) 43%
    3. Durchschnitt (3) 21%
    4. Ausreichend (0) 0%
    5. Schlecht (0) 0%














    Doctor Nr. 1, Vicki, Ian und Barbara landen nach ihrem berühmt-berüchtigten Abenteuer auf dem "Web Planet" wieder mal auf der Erde, und zwar zur Zeit der Kreuzzüge. Nicht mal eine Minute vergeht, bis sie sich in einem blutigen Schwertkampf zwischen den Mannen von König Richard und den Sarazäen wieder finden. Barbara wird gefangen genommen, weshalb der Rest der TARDIS-Crew sich an Löwenherz zur Hilfestellung wendet. Was einem von ihnen auch gleich unverhoffte Ritterwürden einbringt. :)







    Eine ganz tolle Geschichte, von der leider nur Teil 1 und 3 erhalten sind. (2 und 4 sind als Audio auf der DVD, außerdem erzählt William Russel - als gealterter Ian - ein bisschen was über seine Sicht der Dinge.)


    Ich finde es wirklich bedauerlich, dass Doctor Who die "reinen" Historicals (also ohne Aliens oder sonstige SciFi-Elemente) so bald abgeschafft hat. Wie schon "The Aztecs" und "The Romans" ist auch diese Folge ganz groß und kann mit tollen Charakteren aufwarten. Richard Löwenherz ist nicht der charakterliche Superstar, als der er oft dargestellt wird. Vielmehr ist er ungeduldig, jähzornig und stur, einmal sogar kurz davor, seine Schwester Joanna zu schlagen, weil diese sich nicht seinen Plänen beugen will. Verständlicherweise ist sie nicht gerade erfreut über die Aussicht, mit einem bärtigen Sarazäen verheiratet zu werden. In einer umwerfend gut gespielten Szene droht sie Richard an, ihn beim Papst anzuschwärzen und so zu Fall zu bringen.


    Der Gegenpart Saladin ist ein überraschend klischeearmer Charakter. Kein verschlagener und unsympathischer Araber, sondern ein höflicher, hochintelligenter aber auch absolut berechnender Herrscher, der Barbara zwar erst das Leben rettet, ihr aber auch unmissverständlich klar macht, dass es nicht gut für sie aussieht, wenn sie ihm keinen politischen Nutzen mehr bringt.


    Ein absolut verabscheuungswürdiger Schurke ist dafür El Akir. Kein einziger positiver Funke bleibt über, die Folge macht klar deutlich, dass er nichts anderes als ein eiskalter Mörder und Vergewaltiger ist. Als er Barbara wieder einfängt, hat sie zu Recht sichtliche Panik, denn seine Drohung "The only pleasure left for you is death. And death is far away" ist völlig ernst gemeint.


    Wird auch klar deutlich, als Barbaras Retter Haroun sie bittet, seine Tochter und sich selbst zu töten, falls sie von Akirs Schergen gefangen genommen werden sollten. Um ihr Folter oder Schlimmeres zu ersparen. "No. Life is better than this" lehnt Barbara in der für mich besten Sequenz erst ab, als sie sich dann aber mit Tochter Safiya vor den Soldaten verstecken muss und immer klarer wird, dass sie bald entdeckt werden, zieht Barbara mit Blick auf das von Haroun überlassene Messer ganz offensichtlich seine Bitte ernsthaft in Betracht. Wieder mal toll gespielt von Jacqueline Hill.


    Gut gefallen hat mir auch die offensichtliche Zuneigung zwischen dem Doctor und Vicki, die sich Sorgen macht, dass er sie zurücklassen könnte und die TARDIS als ihr einziges Zuhause beschreibt. Man merkt, dass sich William Hartnell und Maureen O´Brien sehr gut verstanden haben müssen.


    Vicki sorgt übrigens für die einzige Schwäche der Folge. Es ist einfach abstrus, dass sie vom Doctor zuerst als Knabe "Victor" ausgegeben wird. Jeder Mensch sieht sofort, dass sie ein Mädel ist. Da wirkt es recht eigenartig, dass das zunächst niemandem auffällt und der Chamberlain nach ihrem "Outing" dann noch meint: "A girl? Dressed as a boy? Is nothing understandable these days?" :)


    Ansonsten aber alles top. Das Ensemble Doctor-Vicki-Ian-Barbara ist ohnehin großartig, definitiv meine Lieblings-TARDIS-Combo. Ist halt zum Heulen, dass die Hälfte der Geschichte nur noch hörbar ist. :baeh:


    Aber schon die Hälfte von "The Crusade" ist definitiv ein ganz klares "Super" wert. :daumen:

    "It's more than that! I'm not that man, Klein. The man you want me to be. You can say what you like, even re-write my past, but it doesn't change who I am. If I can save them, I will. I'm the Doctor. That's what I do."


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    2 Mal editiert, zuletzt von michael_who ()

  • "Super"! Von den albernen, angeklebten falschen Bärten lassen sich die Darsteller nicht die Laune vermiesen. Vermutlich lernen 90% aller Schauspieler in England ihr Gewerbe am Theater mit Shakespeare-Stücken; da ist solch ein "Königsdrama" natürlich vertrauteres Terrain als Boxen mit Monstern. Jede Menge schöner Dialogzeilen fürs Zitatebuch, ich greife jetzt nur mal als ein Beispiel von vielen heraus, wie Saladin über seinen Gefangenen sagt: "Let him have all liberties except liberty itself", lassen es anspruchsvoller erscheinen, als es vielleicht ist. Starke dramatische Momente bleiben in Erinnerung, z.B. wenn Barbara ein Dolch zurückgelassen wird mit der Bitte, ihn gegebenenfalls gegen sich selbst zu richten... Bis zum sinnvollen Schluß hin ("lasst uns jetzt nicht die Geschichte ändern... ja, er wird Jerusalem zu sehen bekommen") gelungenes historisches Abenteuer, was man v.a. in Teil 4 aber auch gerne gesehen hätte.

  • Von mir diesmal nur ein "Durchschnitt".


    Positives und negatives halten sich die Waage.


    Positiv:
    - die schauspielerischen leistungen aller Beteiligten waren sehr gut, auch El Akir als der "Böse vom Dienst" wird überzeugend verkörpert.
    - man hält sich weitgehend an die historischen Tatsachen (Der einzige diesbezügliche Fehler, der mir aufgefallen ist, ist dass Johanna die angedachete Vermählung mit Saphadin scheitern lässt. Tatsächlich war es dieser, der sich weigerte, im Rahmen der Zeremonie zum Christentumüberzutreten und daran ist die Sache dann gescheitert)
    - durch die ganzen Zitate kommt tatsächlich das gefühl auf, man befände sich im 12. Jahrhundert (ja, ich weiß, die Zitate sind nicht alle aus der Epoche, aber das Gefühl stimmt)
    - wie schonerwähnt, werden sowohl Richard Löwenherz als auch Saladin "neutral" dargestellt, d.h. werder ist der eine der strahlende held, noch der andere der finstere Schurke, sondern beide sind ambivalente Charaktere.


    Negativ:
    - da begegnet dieTARDIS-Crew mal einer großen historischen Persönlichkeit und was passiert? Das übliche "Frau wird von willkürlichem Schurken entführt und Held muss sie retten", ohne Zusammenhang mit der Epoche oder Richard Löwenherz.Die Geschichte ist absolut vorhersehbar und hätte auch in jeder anderen Epoche und auf jedem anderen Planeten so ablaufen können. - Eine vertane Chance.
    - am Schluss wird der Zufall doch arg strapaziert, als "zufällig" Ian (wie der zu dem Beruf des Lehrers kam, versteh ich immer weniger) und Haroun auf die Sekunde genau eintrafen, um Barbara zu retten

  • Ich fand die Geschichte total gut. Zwar nicht so genial wie The Romans, aber besser als The Aztecs. DIe Kostüme waren sehr gut, und das erste mal ging die Action schon los, als die Crew aus der Tardis aussteigt und mitten in einem Gefecht landet. Natürlich wird Barbara mal wieder verschleppt (Ich kann wirklich verstehen, warum sie wieder nach Hause will^^) und der Doctor und Vicki bleiben zusammen beim König in totaler Sicherheit, wärend sich Sir Ian, zum Ritter geschlagen, muss sie natürlich retten. Das Positivste an der Folge: Endlich habe ich nicht mehr das Gefühl, als würde Vicki sich zwischen den Doctor und die zwei Lehrer drängen^^ Sehr gelungen fand ich auch die Abschlusszene, als Ian Barbara rettet. Schade, dass ich das nur lesen konnte, wäre sicher toll auf Film gewesen...
    Doch der Anfang von Episode 3, The Wheel of Fortune war ein typisches Doctor Who-verstecken. Barbara und Haroun stehen um die Ecke, doch El Akirs Männer, kommen nicht auf die Idee, zu ihnen zu sehen und laufen einfach vorbei :D


    Ist halt zum Heulen, dass die Hälfte der Geschichte nur noch hörbar ist.


    Oder zu lesen, obwohl ich bezweifle, dass du Doctor Who and the Crusaders noch wo herbekommst. Aber die Vom Scripts Projekt haben das Drehbuch auf ihrer seite^^

    Currently Watching:
    Peter Davison
    Peter Capaldi

    ...und:
    Agents of S.H.I.E.L.D., Rick & Morty,
    Twin Peaks, Narcos



  • Oder zu lesen, obwohl ich bezweifle, dass du Doctor Who and the Crusaders noch wo herbekommst.



    Es gibt jetzt eine Neuauflage, im Retrolook mit gülden geprägtem Logo und aktualisierendem Nachwort (hier z.B. informierend, dass der Autor schon lange verstorben ist) und zu einem freundlichen Preis unter 5 Pfund. Wäre schön, wenn diese Buchserie noch länger fortgesetzt wird, da v.a. Lost Episodes sich bequem nachlesen lassen und die abgegrabbelten, vergilbten Uralt-Secondhand-Exemplare nicht mehr so attraktiv sind.

  • Die Tardis-Mannschaft verschlägt es in die Levante des späten 12.
    Jahrhunderts, wo König Richard I. gerade dabei ist, im 3. Kreuzzug
    Jerusalem zurück zu erobern. Barbara gerät in die Gefangenschaft
    Saladins, während Ian von Richard zum Ritter geschlagen wird. Und
    natürlich gibt es auch wieder eine Intrige. Eine solide Folge, aber ohne
    jetzt wirklich zu brillieren.


    Gesamtnote: 3

  • Auf der DVD sind ja leider nur Episode 1 und 3 und der Großteil der Tonspuren der anderen beiden Episoden, aber auch damit kann man etwas anfangen. Nun, was soll ich sagen? Es war typisch Histroical etwas trocken, aber nicht wirklich langweilig, obwohl man sagen muss, dass Episode 2 & 4 dann doch stark an die Grenze der Unterhaltung kamen, wenn in der Folge in den Gängen herumgerannt wird und man nur Stille und/oder Fußgetrampelt hört. An sich ist die Story in Ordnung, aber auch etwas durcheinander, irgendwie ist die ganze Geschichte um Barbara, die ausbricht, wieder gefangen genommen wird, erneut beinahe ausbricht, wieder gefangen genommen wird, nur um dann von Ian befreit zu werden. In einem Dreiteiler wäre die ganze Geschichte wohl weggefallen, aber so musste halt Streckmaterial her. Hinzu kommt noch, wie der Doctor es in Episode 2 schafft, Richard davon zu überzeugen, Frieden mit Saladin zu suchen, nachdem dieser am Ende der ersten Episode noch nicht einmal daran denken wollte. Hin oder her ob Richard den Krieg eigentlich beenden wollte, so schnell würde niemand seine Meinung ändern, alleine schon um sein Gesicht zu bewahren und nicht wie ein einfach zu manipulierener Mensch zu suchen. Und das Ende war auch nur Streckmaterial, oder warum wird der Doctor jetzt noch verdächtigt ein Spion zu sein und Ian so tun, als wäre ausgesandt, um diesen zu töten? Wie gesagt, ein Dreiteiler wäre angenehmer gewesen, aber dass ist ein Problem mit vielen Hartnell-Folgen, sie sind sehr langatmig erzählt und teilweise voller Streckszene, ach was sage ich, Nebenhandlungen, die es nicht braucht und die sofort wegfallen würden, wenn man nur eine Episode weniger Zeit hätte.


    FAZIT: Eine leicht überdurchschnittliche Story mit einem guten Doctor, einer tollen Grundidee, aber leider auch einigen Schwächen, daher nur 6/10 Punkte.

  • Wunderbare Folge, prima gespielt und so schön klischeefrei! So muss ein Historical sein, dann bedarf es auch keine Aliens! Auch die Recons waren gut gemacht und man konnte der Story gut folgen.



  • Es gibt jetzt eine Neuauflage, im Retrolook mit gülden geprägtem Logo und aktualisierendem Nachwort (hier z.B. informierend, dass der Autor schon lange verstorben ist) und zu einem freundlichen Preis unter 5 Pfund. Wäre schön, wenn diese Buchserie noch länger fortgesetzt wird, da v.a. Lost Episodes sich bequem nachlesen lassen und die abgegrabbelten, vergilbten Uralt-Secondhand-Exemplare nicht mehr so attraktiv sind.


    Hmm, das wäre eine Überlegung wert. War ja eine tolle Folge!


    Oder doch lieber warten bis Phil Morris die rausrückt? ;)

  • Nach The Web Planet endlich mal wieder ein Abenteuer das Spaß macht, interessant ist und auch einiges zu bieten hat.
    Ian in einem Schwertkampf zu sehen war richtig klasse. Erst Gladiator nun ein Krieger.. Hachja der gute alte Ian. Er ist einfach ein kleiner 60er Jahre Held.
    Der Doctor und Viki schweißen auch immer mehr zusammen und Vikis Verwechslungsspiel Junge/Mädchen war einfach nur herrlich und der Ladendiebstahl vom Doc und ihr war auch zum schießen komisch.
    Ich mochte die Gegner aus The Crussade sehr sehr gerne und selbst die Reconstructions haben mir Spaß gemacht.
    Barbaras Kidnappping und eigener Plot in dem ganzen war auch recht amüsant und spannend gestaltet und alles in allem mochte ich auch diese Kriegsstory etc.


    Sehr gutes Abenteuer.. Gebe aber nur GUT weil Teil 2 und 4 fehlen und nur als Reconstructions zu haben sind. UND mich so langsam dieses getrenne der Tardis Crew ein bisschen nervt

  • Tolle Atmosphäre, schöne Sets, gute Dialoge und großartige Darsteller, durch die Bank durch.
    Vor allem die Darsteller: Jeder einzelne spielt absolut fesselnd und überzeugend, ohne in Klischees und überzogenes Palaver zu verfallen, wie man es bei einem solchen Stoff hätte befürchten können. Einzig William Hartnell in seiner gewohnten 1st-Doctor-Schauspieltechnik fällt unter so vielen sehr viel subtileren Schauspielern unangenehm auf. Jeder andere kann überzeugen. Hartnell ist in den zwei verbleibenden Episoden nicht ein mal in der Lage gewesen, auch nur eine einzige Emotion überzeugend rüber zu bringen. Alles wirkt aufgesetzt und gestelzt. Sein echsenhaftes Starren, wenn er mit einer unangenehmen Situation konfrontiert wird, seine gekünstelten Manierismen, sein meist viel hastiges Aufsagen seiner Textzeilen ohne jegliche Nuancen, sein fehlendes Zusammenspiel mit den anderen Darstellern, das alles wirkt gerade in dem Kontrast mit so vielen anderen Schauspielern, die das, in zum Teil nur sehr kleinen Rollen, bedeutend besser bewerkstelligen, machen seine Szenen für mich schon fast schmerzhaft zu schauen.
    Man sehnt sich zuweilen schon sehr nach Patrick Troughton, so leid mir das tut, sagen zu müssen.