14x03 - The Deadly Assassin

  • Lass mich raten: Du bist kein CSI-Seher, oder? Denn da machen die Protagonisten die ganze Zeit nichts anderes, als sich gegenseitig zu erklären, was sie gerade machen ;)

    Nur ab und zu mal CSI New York. ;) Aber Doctor Who hat durch das Verhältnis "Doctor/Companion" einfach dieses sehr gute erzählerische Mittel damit der Doktor dem meist unwissenden Companion (und dem Zuschauer) etwas erklären kann. Es erscheint mir einfach sehr komisch wenn man dann ausgerechnet eine Timelord-Episode rauspickt um zu beweisen, dass es auch ohne Companion geht. Das führt zu meiner Meinung nach sehr kuriosen Situationen. Wenn du dich mit sowas abspeisen lässt, dann ist das ja okay und ich fand die Episode z.B. auch ganz gut, nur in diesem Punkt hat es mich einfach mehrfach rausgerissen und massiv gestört. Die Episode hätte mit einem "dummen" Companion wesentlich glaubwürdiger hätte erzählt werden können.


    Zitat

    Und warum sollte der Doctur zB wissen, was es mit dieser Datenbank auf sich hat (um nur mal ein Beispiel rauszupicken)? Ich glaube nicht, dass jeder Timelord alles wissen muss, was nicht zu seinem Alltag, seinem Aufgabengebiet gehört.

    Der Doctor muss nicht alles wissen, aber es wird kritisch, wenn die Kollegen untereinander anfangen sich die simpelsten Dinge zu erklären. Ich müsste die Episode nochmal sehen um das richtig an einer konkreten Szene festzumachen.

  • Es erscheint mir einfach sehr komisch wenn man dann ausgerechnet eine Timelord-Episode rauspickt um zu beweisen, dass es auch ohne Companion geht.


    Soviel ich weiß ging es den Produzenten ja gerade darum, Tom Baker zu beweisen, das es ohne Companion eben nicht geht. Das dabei eine doch recht gute Folge rausgekommen ist ist natürlich pech. ;)

    P.S.: Sollten Sie Dr. Allen sehen, erschießen Sie ihn und lösen

    Sie den Körper in Säure auf. Verbrennen Sie ihn auf keinen Fall.


  • Soviel ich weiß ging es den Produzenten ja gerade darum, Tom Baker zu beweisen, das es ohne Companion eben nicht geht. Das dabei eine doch recht gute Folge rausgekommen ist ist natürlich pech. ;)

    Mhm, das hatte ich auf der DVD irgendwie anders in Erinnerung. Aber es wäre schon wirklich sehr sehr ulkig, wenn das wirklich so ist. Es würde zumindest einiges erklären.

  • Ein bisschen mehr hatte ich mir von der Geschichte erwartet, aber insgesamt ganz ok.
    Dass der Doktor alleine unterwegs ist, fällt nicht ganz so stark auf, vor allem sobald er mit dem Castellan und dem Coordinator zusammenarbeitet. Nur die Selbstgespräche am Anfang sind etwas merkwürdig. Und dass sich Time Lords aus komplett unterschiedlichen Aufgabenbereichen die jeweiligen Technologien erklären müssen, macht auch Sinn. (Aber dass ihre Spezies telepathisch ist, sollten sie eigentlich schon mal gemerkt haben... )


    Die Idee, den Doktor zur vermeintlichen Mordwaffe zu locken und auf den eigentlichen Attentäter schießen zu lassen, war wirklich raffiniert - da kann man sich schwer rausreden. Zum Glück gibt es ja den Castellan, der ehrliches Interesse an der Aufklärung hat. Der ist sowieso nett anzuschaun, zuerst wie er den Wächter zur Schnecke macht, dem der Doktor entkommen ist ("You're trying to confuse him, I suppose") oder später, wie er ohne aufzustehen den hypnotisierten Handlanger davon abhält, an der Maschine rumzuspielen. Nur die Reaktion, als der totgeglaubte Master zum Schluss in seine Uhr einsteigt und wegfliegt, ist ein bisschen lahm.


    Die Jagd in der Matrix - tja, für eine Familienserie wirklich ziemlich brutal, aber aus Erwachsenensicht realistisch. Und es ist tatsächlich Goth (der einzige andere Kandidat in der demokratischen Wahl, ah ja...), der sich persönlich die Hände schmutzig macht. Dass er vom Attentat profitiert, war zwar deutlich, aber das war dann doch eine interessante Wendung.
    Und der Master ist zu einem verbiesterten Stück Gammelfleisch verkommen, das nur noch vom Hass am Leben gehalten wird. Naja. Ich habe zwar leider erst Sea Devils und den Saxon-Dreiteiler als Vergleich, aber bei dieser Version fehlt irgendwie was. Auch wenn er als Drahtzieher gute Ideen geliefert hat.


    Ansonsten sieht man mal, wieso der Doktor mit diesen Leuten nicht viel am Hut hat. Der Dialog zum Schluss, als er eine Mäuseplage als Erklärung für die Verwüstung vorschlägt, und Borusa ihm mit einer Handvoll gestelzter Ausdrücke erklärt, was das Problem an seiner Einstellung ist, bringt den Kontrast nochmal schön auf den Punkt. (Obwohl einiges an dieser Kultur gar nicht mal so fremd wirkt, inklusive nervigem Reporter und Kreide-Umriss am Tatort... )


    Also im Endeffekt: Für super reicht es nicht, aber ein gut ist noch drin.

    "I've been meaning to do this for centuries." (Fourth Doctor, "Logopolis")

  • Endlich bin ich mal dazu gekommen, diesen Klassiker zu sehen.
    Und Robert Holmes leistet wieder einmal hervorragende Arbeit. Wenn man bedenkt, wie Time Lord Continuity er hier erstmals aus dem Ärmel schüttelt. Alle Achtung. Schön auch, dass Charaktere wie Borusa in späteren Gallifrey Folgen beibehalten und weiterentwickelt wurden. Leider habe ich sie im Laufe meines Who-Lebens in der komplett falschen Reihenfolge gesehen. Chronologisch wäre The Five Doctors doch viel überraschender gewesen.


    Episode 1 und 2 sind genial. Episode 4 ist eine gute Auflösung des ganzen.
    Episode 3 ist reines Füllmaterial, manchmal ganz nett surreal aber insgesamt überflüssig und langweilig.


    Man wollte Tom Baker zeigen, dass der Doctor einen Companion braucht und bringt dann mit ihm im Alleingang ein kleines Glanzstück heraus. Naja, als Begleitung hatte den wieder mal typisch geniale Holmes-Double-Act.


    Die Musik ist wie üblich nicht erwähnenswert, die Kulissen und das Kostüm des Doctors jedoch, insbesondere für damalige Who-Verhältnisse herausragend.
    Ich kann zwar verstehen, dass so mancher Doctor Comic Leser damals das Comic Gallifrey vorgezogen hat, aber es war doch beeindruckend.


    Und die erste Erwähnung der Type 40 Time Capsule. :thumbup:

    "We eat Gods for breakfast!" - Egon Spengler - Ghostbusters, the Video-Game


    "People shouldn't be afraid of their government. Governments should be afraid of their people."
    — Alan Moore (V for Vendetta)


  • Die Szene, in der des Doctors Kopf unter Wasser gehalten wird, wurde bereits dann aus den Wiederholungen gestrichen und erscheint zum ersten Mal wieder auf der DVD.


    Also auf der offiziellen BBC-VHS von 1991 mit PG-Freigabe ist die Szene mit dem Kopf untertauchen auch recht umfangreich zu sehen. Rein aus Interesse: ist das ungekürzt oder dauert die Szene in der DVD-Version noch länger?


    Chris


    P.S. Review zur Folge nächste Woche.

  • Ich wollte ja noch eine kleine Kritik zu "Deadly Assassin" schreiben. Hier ist sie.


    Ehrlich gesagt war ich nach dem ersten Ansehen der Story sogar ein wenig enttäuscht. Speziell als Fan der frühen Jahre und damit des Mysteriums über die Macht und Ursprung der geheimnisvollen Timelords ist die Folge durchaus als Dämpfer zu sehen. In gewisser Weise schließe ich mich also durchaus der Kritik an, die sehr schön formuliert auf der BBC-Webseite zur Episode steht: "Once, Time Lords were all-powerful, awe-inspiring beings, capable of imprisoning planets forever in force fields, defenders of truth and good (when called in). Now, they are petty, squabbling, feeble-minded, doddering old fools. WHAT HAS HAPPENED TO THE MAGIC OF DOCTOR WHO?"


    Die Folge bringt die Timelords doch auf einen eher nüchternen und allzu menschlichen Boden zurück. Wir haben zwar schon in Folgen wie den "Three Doctors" bereits gesehen, daß auch die Zeitfürsten zu menschlicheren Kabbeleien und Schwächen neigen können, aber anderseits hat der Bergman-esque Auftritt in "Genesis of the Daleks" doch wieder die mystische Natur von weltenlenkenden Timelords betont. Mit "Assassin" hat sich dieses Image nun merklich gewandelt, und das durchaus mit etwas rabiater Robert-Holmes-Machart. So müssen sich Spandrell und Engin gleich mal vom Doktor anhören, daß Timelord-Technologie auf anderen Planeten nur als antiquierter Schrott gelten würde. Autsch.


    Auch ansonsten fallen einige Faktoren der Folge zumindest anfangs eher störend auf. So wirkt etwa Castellan Spandrell mit seinem osteuropäischen Akzent und seiner generell dezent unenthusiastischen Schauspielweise doch leicht irritierend. Aufgrund des fehlenden Companions verfällt Tom Baker anfangs in häufige Selbstgespräche bzw. eine recht konstruierte Erzählerrolle für den Zuschauer, was aber irgendwie noch zu seinem Charakter passt. Nebenbei bemerkt ist es wohl die einzige Who-Folge, in der überhaupt kein weiblicher Charakter vorkommt, von einer Stimme vom Band mal abgesehen. Aber das unterstreicht wohl nur die verknöcherte, patriarchalische Natur der Timelords. Irgendwelche gutaussehenden Timeladies mit modischen Klamotten, die nur zum Spaß regenerieren? Davor möge uns Rassilon beschützen. ;)


    Was auch auffällt, ist schon wieder Who-Dauergast Bernard Horsfall als Kanzler Goth. Soll er eigentlich der gleiche Timelord sein, wie jener im Tribunal aus den "Wargames"? Falls ja, wirkt die Charakterisierung hier völlig anders. Das Problem ist, daß er halt sehr deutlich als immer wieder derselbe Darsteller in verschiedenen Folgen auffällt. Bei Leuten wie Phillip Madoc muß man schon genauer hinsehen, um zu bemerken, das etwa der Warlord aus den Wargames und Solon aus "Brain of Morbius" der gleiche Schauspieler sind. Auch der dritte Who-Dauergast John Woodnutt darf sich in seinen häufigen Auftritten gerne mal hinter diversen Masken und falschen Bärten verstecken. Aber Bernard Horsfall hat das "Pech", sofort als großer, blonder, sonorer Leuchtturm aufzufallen. Auch stimmlich ist er bei der Verfolgungsjagd in der Matrix schnell zu erkennen, also auch hier keine große Überraschung.


    Zum Thema Matrix stellt sich wohl die Frage, warum diese allzu menschlich geprägt ist. Sollte sie als Schöpfung von Timelords für Timelords nicht auch den entsprechenden Kulturkreis widerspiegeln? Warum geht die Jagd nicht durch mystische Gefilde und Schlachtfelder der Timelord-Geschichte? Warum wird der Doktor nicht von Monstern aus der eigenen Mythologie angegriffen? Warum verwendet Goth keine Timelord-Waffen und Fallen? Warum sind überhaupt die Naturgesetze in der der Matrix gegen ihn und er muß sich soviel Mühe machen, wenn es doch seine eigene Welt ist? Was wir sehen, sind menschliche Dinge: Samurai, Clowns, Ärzte, Weltkriegssoldaten, Bimmelbahnen, Doppeldecker, Gewehre. Hier spielt sicher auch das Budget mit rein, aber ein wenig "unirdischer" Einfallsreichtum wäre nett gewesen, denn gerade die verstörenden Bilder und die fehlende Rücksichtnahme auf das Kinderprogramm sind sehr gelungen. Okay, Philip Hinchliffe hat es dann eine Versetzung gebracht, nicht unbedingt zum Vorteil der Serie.


    Wie gesagt, beim ersten Ansehen gefiel mir die Handlung gar nicht mal so überragend, auch der recht eindimensionale Knochenkopp als Master hat eher wenig Stil. Die Story wird aber IMO beim mehrmaligen Ansehen ständig besser, weil einem immer mehr Details und kleine Holmes-Ideen auffallen, die ein sehr ungewöhnliches Who-Erlebnis aus der ganzen Sache machen. So erscheint einem der etwas zu desinteressiert wirkende Castellan Spandrell später als eigentlich genau passend und pragmatisch-ruhig dargestellt bzw. als interessanter Gegenpol zu den Ränkespielen im Hintergrund. Typisch für Robert Holmes sind sicher auch einige satirische Anspielungen zum Thema Wahrheiten und Geschichtsfälschung. Hier fällt auch die ambivalente Darstellung von Cardinal Borusa auf, der einerseits eher die negative "Elite" vertritt, zum Ende hin aber fast sympathisch wirkt, als er dem Doktor lächelnd als Lehrer eine positive Bewertung gibt.


    Es wird zumindest wieder sehr deutlich, warum der Doktor nicht in diese elitäre Gesellschaft passt und sehr gerne und unbehelligt wieder auf Reisen geht. Und das ist vielleicht auch der Vorteil, den eine nun eher nüchterne Darstellung der Timelords mit sich bringt: sie bieten dem Doktor als Gesellschaft mit Schwächen und Intrigen mehr Reibungsfläche, als es mit zu mächtigen und passiven Wesen möglich gewesen wäre. Ob dieses Potential in späteren Jahren dann ordentlich genutzt wird, ist aber eine andere Frage.


    Chris

  • Schöne Rezension. Vor allem der erste Teil ist interessant. Ich sehe das Problem in der langen Laufzeit. Der zweite Doc zeigte schon die Timelords in einem gnadenlosen System, also waren sie schon bekannt. Und nach zwei weiteren Inkarnationen, konnte man den Mythos nicht mehr aufrechterhalten. Im Nachhinein ist immer leicht zu sage, ach hätten sie es doch gelassen. Aber wenn ich mich in die Zeit damals hineindenke, dann muss es doch sehr langweilig geworden sein, immer und immer wieder nur zu hören, wie mysteriös die Timelords sind. Ich denke, irgendwann mussten sie sie nunmal zeigen und nach 15 (?) Jahren, war der Moment dann da. Ob es der richtige war, darüber kann man streiten.
    Allerdings finde ich diese Timelordgesellschaft durchaus interessant. Denn Tatsache ist ja, Timelords haben diesen Ruf und den haben sie auch zurecht. Doch aufgrund früherer Taten. SIe haben sich so von neuen Einflüssen abgeschottet, dass sie innerlich verrottet sind. Und der Doktor, als Abenteurer, der ins Universum hinaus will, konnte so nicht leben. Weshalb er wohl eine so wichtige Person ist. Dazu noch den Cartnell Masterplan. So, dass die Timelords eigentlich nur noch von ihrem Ruf im Universum leben. Und dies wurde dem Zuschauer dann gezeigt. Halte ich für eine sehr interessante Lage, die man durchaus hätte noch mehr ausbauen können. Zumindest das marode politische System wurde ja in Invasion of time gezeigt.
    So hatte der Zuschauer im Prinzip die gleiche Lage, wie zB. ein Besucher auf Gallifrey hätte. Zuerst würden ihm die Legenden und Mythen durch den Kopf geistern, dann folgt die Ernüchterung. Eine Ernüchterung, die den Doktor wohl dazu gebracht hat, zu verschwinden, als es niemand ändern wollte.
    Auf der Metaebene wäre das doch recht interessant. Da - meiner Meinung nach - wir derzeit ebenfalls in einer dekadenten Zeit leben, in der Leute, die etwas ändern wollen, erst einmal zu Boden geknüppelt und mundtot gemacht werden - um nach Jahren dann doch zu erkennen, dass es richtig ist (zB. Obamas Gesundheitsvorsorge).


    Deshalb finde ich diese dystopische Gesellschaft sehr gut, und vor allem, dass die Legendenbildung der Timelords dennoch nicht aufgehört hat. Denn so ergeht es wohl jeder Spezies, sie haben immer noch die Mythen der übermächtigen Timelords im Kopf, obwohl sie es längst nicht mehr sind, bzw. bis ins Mark zerstritten.


    Aber mit der Matrix gebe ich dir Recht. Hier hatte man die Möglichkeit viel über die Timelords zu erfahren, ohne zuviel zu erfahren - und es macht keinen Sinn. Schade.

  • Keine Überfolge, aber solides, unterhaltsames "Doctor Who".


    Ich stehe Gallifrey-Folgen ja immer etwas ambivalent gegenüber. Meistens erwarte ich viel und bin daher enttäuscht. Diesmal habe ich als Massstab meine letzte Gallifrey-Folge, nämlich "The Invasion of Time" angesetzt, und danach konnte es eigentlich nur besser werden. ;)


    Aber auch ohne diese zugegebenermassen nicht besonders hohe Messlatte ist die Folge durchaus annehmbar. Tom Baker gibt einen sehr interessanten Doctor ab, und Gallifrey kommt zur Abwechslung mal nicht ausschliesslich pompös-langweilig rüber.


    Ich mochte vor allem den 2. und 3. Teil. Klar, man weiss, der Doctor wird überleben, aber irgendwie war diesmal die Bedrohung glaubwürdiger als in vielen anderen Folgen. Genial fand ich den Kniff, dass der Doctor mit einer einfachen Leugnung der Realität in der Matrix nicht durchkommt. Das gab der ganzen Geschichte eine schöne Spannung. Der angefaulte Master als Gegner war zwar vorhersehbar, aber deswegen nicht weniger unterhaltsam.


    Die ganze Geschichte um das vermeintliche "Verbrechen" des Doctors fand ich auch gut nachvollziehbar, auch, dass der Castellan eben nicht der verbohrte Jurist war, der einfach nur jemanden verantwortlich machen möchte, sondern mitdenkt.


    Nett auch die manchmal vermutlich unfreiwillige Komik - ich habe minutenlang über den Kreide-Umriss des toten Präsidenten gelacht.


    Ein bisschen gestört hat mich trotzdem, dass hier lauter Time Lords sterben, ohne dass ein Wort dazu gesagt wird, wie das funktionieren soll. Klar kann man sich zusammenschustern, dass der Master und sonstwer halt eine Waffe hatten, die die Regeneration unterdrückt, aber für mich ist diese Erklärung schon etwas billig... ich muss nicht alles erklärt bekommen, was on screen passiert, aber bei so einem zentralen Punkt der Time-Lord-Physiognomie ist mir die Leerstelle doch etwas zu krass.


    Etwas schade fand ich auch, dass zwei sehr prominente Time Lords als relativ unmoralisch dargestellt wurden. Dass Goth als Co-Bösewicht herhalten musste, darüber war ich schon nicht unbedingt glücklich. Noch unglücklicher hat mich aber die Darstellung von Borusa gemacht, der für mich die grauenhafte Folge "Invasion of Time" zumindest teilweise gerettet. Hier war er einfach nur klischeehaft und doof.


    Aber insgesamt war ich wirklich sehr zufrieden und vergebe 8 Punkte.

  • Es fällt mir ganz schön schwer, die Folge zu beurteilen. Entweder ist es eine der besten oder eine der blödesten Folgen der Classic-Serie, die ich bislang gesehen habe. Kann mich nicht wirklich entscheiden.


    Wahrscheinlich liegt das dran, dass die Folge so zweigeteilt war. Die matrix-Alptraum-Sequenz fand ich großartig, den Rest der Handlung, der auf gallifrey gespielt hat, einfach nur grottig.
    Schlechte Dialoge, hirnrissige Handlungen, lausiges Acting, Time Lords, die einfach nur noch dämlich rüber kamen und es eigentlich nicht mal mehr zum "Alien of the week" geschafft hätten! Ganz zu schweigen von dem ganzen großen, unlogischen und inkonsequenten Regenerations-Mischmasch: auf der einen Seite wird ernsthaft über den Regenerationszyklus des Masters diskutiert, auf der anderen Seite wird mit keinem einzigen Wort erwähnt, warum nicht einer der anderen Gallifreyaner - ob nun Time Lords oder nur Normalsterbliche - nicht einmal versucht haben zu regenerieren (und wenigstens in Goths Fall wäre, nach allem, was wir anhand der früheren Regenerationen des Doctors über das Thema kennen, eine Regeneration zumindest möglich gewesen!) Fenchurch hat recht:

    bei so einem zentralen Punkt der Time-Lord-Physiognomie ist mir die Leerstelle doch etwas zu krass.


    Und dann der Master! Au, au, au! :23: Mal abgesehen von seinem pathetischen überzogenen Acting und der schlechten Maske, die mit ihren starren Gummiglotzaugen und dem unbeweglichen, keinen Gesichtsausdruck verratenden, schon echsen-artigen Mund alles andere als überzeugend wirkt (auch nach den damaligen Maßstäben mMn!) :
    Warum sieht der überhaupt so aus??
    Das wird mit keinem Wort wirklich erklärt! Nur weil er am Ende seines letzten Regenerations-Zyklus angekommen ist? Ziemlich dürftige Erklärung für so eine extreme Entstellung!
    Und was vorher passiert ist, erfährt man auch nicht wirklich. Nur dass Goth ihn so gefunden und nach Galliyfrey gebracht hat. Sehr elliptisch, da hätte man sich aber schon noch ein oder zwei erklärende Sätze mehr abringen können, finde ich!


    Was ich in puncto Master ja auch bemerkenswert fand und nicht gaaaanz verstanden habe (wobei ich hier wahrscheinlich ungerechtfertigterweise voraussetze, dass es da überhaupt was zu verstehen gab! Ich glaube nämlich nicht, dass sich der Drehbuchautor wirklich so viele Gedanken gemacht hat - die ganze Folge wirkt zumindest so, als ob er die mal eben in einer Nacht runtergerockt hat!):
    Warum bitteschön gibt Borusa eigentlich den Befehl, die (vermeintliche) Leiche des Masters zu entstellen, damit sie niemand mehr wiedererkennen kann?! Zum einen hat ja scheinbar sowieso noch niemand was vom Master (wie auch vom Doctor!) gehört, also dürfte es recht unwahrscheinlich sein, dass ihn jemand wieder erkennt, zum anderen dürfte der Körper des Masters ohnehin schon scarred genug sein, dass das bereits hinreichend den Zweck erfüllt! Viel mehr entstellt dürfte kaum gehen!


    Andererseits... :23: der Doctor hat den Master ja auch sofort auf einen Blick erkannt! Bemerkenswert, wenn man mal darüber nachdenkt. :10:


    Hallo, nochmal zur sehr müsigen Diskussion, warum die Leute hier sterben und nicht regenerieren... Die vermutlich richtige Antwort ist schon gefallen:


    Zitat
    Ich dachte eher, dass der Master bzw. Goth eine Waffe benutzt, die Regeneration verhindert?


    Wäre ja auch sehr traurig, wenn man als Timelord die Fähigkeit nicht besäße Waffen zu bauen die genau das tun... Wäre vermutlich sehr stressig für die Polizei... jeden Irren direkt 12 mal erschießen zu müssen ;) Oder erst bei Hinrichtungen... R:

    Deswegen sollen zum Tode Verurteilte wohl auch vaporisiert werden. Wenn der Verurteilte in Luft aufgelöst ist, dürfte er sich wohl nicht mehr regenerieren können! (...schau an, das macht ja direkt Sinn! Sollte der Autor da tatsächlich kurz nachgedacht haben? ...neiiin! Das war dann wohl doch nur Zufall! ^^ )


    Nur die Reaktion, als der totgeglaubte Master zum Schluss in seine Uhr einsteigt und wegfliegt, ist ein bisschen lahm.

    "Ein bisschen" ist gut! ;) So einen Mangel an Drama hab ich schon lange nicht mehr gesehen! man könnte sein vage interessiertes "Look! The Master." problemlos mit "Kuck mal, der Meister." übersetzen und hätte auch nicht weniger Drama!
    Dagegen wirkt das hochtrabende "Who is the Master?! He's my sworn arch enemy! A fiend who glories in chaos and destruction!" des Doctors schon wieder fast peinlich pathetisch!
    Die Dialoge des Masters sind dementsprechend auch nicht viel besser! Ham acting nennt man das wohl.


    ...und über die ganze schlimme Szene mit dem Master, dem Doctor, dem Kastellan, dem Controller und dem toten Präsident mit der Kette (die der Master ihm eigentlich auch einfach so hätte abnehmen können - oder wenn es schon so einfach ist, den Doctor und den Kastellan über den Haufen zu schießen, warum hat er das nicht gleich mit allen drei gemacht, und sich die Kette einfach dann genommen, statt sie sich mit Drohungen von dem mümmelnden Greis geben zu lassen!!?)............ sollte man wirklich einfach besser das Laken des gnädigen Vergessens breiten!



    Auf der Plus-Seite: die großartige Matrix-Sequenz! Tom Baker in Höchstform! Wenn er aktiv wird, ist er mir immer am liebsten, dann hat er meist eine noch stärkere Präsenz als der legendäre Action-Doc 3rddoc;) !
    Spannend und grandios geschrieben, sowohl die schrägen, surrealen Alptraum-Sequenzen, als auch der Kampf auf Leben und Tod - packend bis zum letzten Moment!
    So packend, dass mir gar nicht aufgefallen ist, dass die ganze Sequenz logischerweise eher auf Gallifrey als auf der Erde hätte stattfinden müssen!
    Ich vermute, das war auch in Hinsicht auf die Zuschauer so gestaltet, die sich mit irdischen Kriegs-Szenarios viel schneller verbinden können als mit gallifreyanischen, fremden Szenarios. Dadurch ist es wahrscheinlich sehr viel leichter gewesen, einen starken emotionale Effekt beim Zuschauer zu erzielen (von Einsparungen in den Produktiosnkosten mal ganz zu schweigen! ;) )



    Also, alles in allem: Kein einheitliches Urteil, ich enthalte mich der Abstimmung. Eine Kompromiss-Note würde der Sache nicht gerecht werden, und zwei Abstimmungen sind leider nicht möglich.

  • es erscheint mir ein Fehler zu sein, dass sich gar niemand n den Doctor und den Master erinnern kann. Der Doctor war scließlich mal ein "most wanted", zur Zeit seines Erd-Exils kam extra mal ein Timelord vorbei um ihn vor dem Master zu warnen und in "The Three Doctors" rettete der Doctor immerhin ganz Gallifrey vor dem Untergang. Auch wenn der Master ihn aus der Datenbank gelöscht hat, so müssten sich wenigstens ein paar Leute an ihn erinnern


    Das war auch die ganze Zeit mein Problem an der Folge.


    Ansonsten eine recht solide Folge die trotz eines enttäuschend vertrottelten Gallifrey und eines Masters der extrem an Charisma verloren hat (RIP Delgado) thematisch sehr interessant war.


    Dummerweise habe ich aber nicht verstanden was der Master da vorhat und anstellt.
    Weil die Untertitel wieder mal in Englisch waren.

  • Das Eye of Harmony aufschließen, um durch dessen Energie einen neuen Lebenszyklus zu bekommen, da er seine 12 Regenerationen aufgebraucht hat. Diese Obergrenze wird hier zum ersten Mal überhaupt erwähnt. Ein Plot-Device, das eines Tages zum Verhängnis werden müsste...

  • Ich fand die Episode großartig. Es war sehr gutes politisches Ränkespiel und eine gute Crime-Story. Natürlich gab es mehrere Schwächen. Die Selbstgespräche des Doctors am Anfang waren sehr seltsam, die Maske des Masters war selbst für die damalige Zeit seltsam lächerlich und sah kaum besser aus als eine billige Halloween-Maske, der Master selbst war okay, aber nicht wirklich großartig, die sehr irdische Matrix, dass der Doctor anscheinend mehr über die Time Lords weiß als sie selbst, die Reaktion von Spandrell und Engin, und zu guter Letzt George Pravdas Akzent, der war wirklich ablenkend.
    Ansonsten war die Folge herausragend. Ich finde es gerade super, dass die Time Lords eben nicht als allmächtig dargestellt werden. Bisher haben wir immer nur das sehen dürfen, was vor dem Vorhang passiert. Hier und da gab es vielleicht einmal einen kurzen Blick dahinter, aber hier wurde erstmals gezeigt was dahinter vor sich geht. Und da wird gezeigt, dass die Time Lords wie das Imperium Romanum, inzwischen auch die USA und zum Teilen Deutschland und die EU, zu dekadent geworden sind, sich für zu groß und zu wichtig nehmen. Das wird auch großartig gezeigt anhand von Borussa, der glaubt, dass man niemals Schwäche zeigen dürfte und deswegen Lügengeschichten spinnt, um sie dem einfachen Volk zu erzählen.
    Zu diesem tollen Story-Hintergrund, kommen gute Kulissen, eine tolle Regie, ein Doctor in Höchstform, ein guter Gegenspieler, viel Spannung, die großartige Idee der Matrix, die uns einige der gruseligsten Szenerien der Serie bescherrt, und dazu mit Spandrell und Engin zwei großartige Gastcharaktere. Nicht zu vergessen wenige, kaum erwähnenswerte Plotholes und fertig ist eine der besten Doctor Who Folgen überhaupt.


    FAZIT: Es ist kein City of Death, es reicht auch nicht ganz an Genesis of the Daleks heran, bisher aber die drittbeste Tom Baker Folge, die ich gesehen habe (sorry Pyramids of Mars) und ich gebe der Folge 9,25/10 Punkten und dazu ein super.


  • FAZIT: Es ist kein City of Death, es reicht auch nicht ganz an Genesis of the Daleks heran, bisher aber die drittbeste Tom Baker Folge, die ich gesehen habe (sorry Pyramids of Mars) und ich gebe der Folge 9,25/10 Punkten und dazu ein super.

    Hast Du Robot noch nicht gesehen? Ansonsten freu Dich auf Talons of Weng-Chiang. Oder natürlich Horror at Fang Rock - inclusive Max Headroom intrusion. ;)

  • Hast Du Robot noch nicht gesehen? Ansonsten freu Dich auf Talons of Weng-Chiang. Oder natürlich Horror at Fang Rock - inclusive Max Headroom intrusion.

    Ich kenne sowohl Robot als auch Horror of Fang Rock. Beides gute Episoden, wobei ich höchstens Horror mit dieser Folge hier auf eine Stufe stellen würde.

  • Merkwürdiger Vierteiler.


    Einerseits soll die Geschichte als Satire funktionieren, aber ernst und spannend soll es gleichzeitig auch sein. Meinetwegen, aber geht das nicht ausbalanciert? Man kann nie so recht sagen ob die "lustigen" Szenen nicht in dieser ernsten Umgebung deplatziert wirken oder ob die "ernsten" Szenen in dieser lustigen Umgebung deplatziert wirken. So richtig passt alles im Ton jedenfalls nicht zusammen. Mit der Zeit gewöhnt man sich zwar irgendwie daran und nimmt den Zustand als gegeben hin, aber... öfff.


    Dann geht es ab in die vielgepriesene Reise in die Matrix, aber mehr als Zeitschinderei ist die auch nicht. Ja sicher, ein paar Sequenzen sind interessant gefilmt, aber der ganze dritte Teil nicht interessant genug um nicht nach fünf Minuten auf die Uhr zu gucken.


    Der Master ist auch öde in dieser Iteration. Sowohl vom Script als auch vom Schauspieler her.


    Mag sein dass "Deadly Assassin" die Timelord-Mythologie hübsch aufgefüllt hat, aber davon abgesehen habe ich den Vierteiler eher als verworrene Langweile empfunden.

  • Naja, es ist ja auch eher eine Übergangsepisode von Sarah Jane und UNIT zu Leela und Doctor auf Reisen. Also ähnlich wie die E-Space-Trilogie.