Bewertung der Folge 28
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Super (13) 46%
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Gut (10) 36%
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Durchschnitt (4) 14%
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Ausreichend (1) 4%
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Schlecht (0) 0%
Im 26. Jahrhundert neigt sich ein jahrzehntelang währender Frieden zwischen den Menschen und den Drakonianern, den beiden aufstrebenden Großmächten im All, seinem Ende zu. Immer wieder werden die Schiffe beider Rassen vom Gegner angegriffen, und so ist es kein Wunder, dass in beiden Völkern der Ruf nach Krieg immer lauter wird. Aber welchen Grund haben diese neuen Feindseligkeiten, zumal beide Parteien ihre Unschuld betonen? Der dritte Doctor und Jo Grant versuchen der Sache auf den Grund zu gehen.
Zuerst gab es von Barry Letts den Wunsch, eine epische Folge so lange wie "The Daleks' Masterplan" zu produzieren. Davon wurde er vom Regisseur, Douglas Camfield, abgeraten: Aus 12 Episoden wurde es 2 x 6. Dann bekam der Autor, Malcolm Hulke, eine Wunschliste: Die Ogrons, die den Daleks in "Day of the Daleks" gedient hatten, sollten erscheinen; die Raumschiffe, die man soeben von Gerry Anderson erworben hatte, mussten zum Einsatz kommen; und der Master sollte der Bösewicht sein, allerdings nur ab der zweiten Hälfte, aus wirtschaftlichen Grunden... Der politik-bewusste Hulke dichtete eine Allegorie zum Kalten Krieg.
Die sechs Episoden wurden zwischen dem 24. Februar und dem 31. März 1973 ausgestrahlt, mit Zuschauerzahlen zwischen 9,1 und 7,1 Millionen.
Sonst zu dieser Zeit: Ein Referendum über die Unabhängigkeit wird in Nordirland abgehalten - 57,4% stimmen für den Verbleib im Vereinigten Königreich ab. Nummer Eins in Deutschland sind The Sweet ("Blockbuster") und die Les Humphries Singers ("Mama Loo"); in Großbritannien werden die Sweet durch Slade ersetzt, mit "Cum On Feel The Noize".
Eine tolle Folge! Ich bin nicht der größte Fan des dritten Doctors, weil er mir irgendwie zu ...unexzentrisch ist, manchmal kommt er mir wie ein lausiger Menschling vor.
Aber hier darf er nach all seinen UNIT-Abenteuern auf der Erde endlich mal in einem reinrassigen Science-Fiction-Abenteuer auftrumpfen, und das macht von Anfang bis Ende durchgehend viel Spaß.
In den ersten drei Teilen wird schön damit gespielt, wie sich die Menschen und die Drakonianer gegenseitig beschuldigen, Krieg zu treiben. Angenehmerweise kommen die jeweiligen Anführer zur Abwechslung mal nicht als Idioten rüber, sie haben ausgesprochen gute Gründe, dem Gegner die Schuld an den Ausschreitungen zu geben. Und so ist es auch gar nicht so befremdlich, dass sie dem Doctor zunächst nicht glauben. Warum sollten sie dem weißhaarigen Typen, der nicht so recht verraten will, woher er kommt, seine merkwürdige Geschichte auch abnehmen? Das drakoniasche König-Prinzen - Gespann war leider nicht so gut gespielt, aber ihre menschlichen Pendants haben umso mehr überzeugt. Die Präsidentin wirkte angenehm kompetent und weigerte sich beharrlich, für einen neuen Krieg verantwortlich zu zeichnen. Wirklich toll fand ich ihren miltärischen Berater, General Williams. Ein harter Bursche ("There is one thing worse than war - defeat!"), ein bisschen wie eine härtere Ausgabe des Brigadiers. Und auch er kein dämlicher Bösewicht, sondern durchaus in der Lage, Fehler einzusehen. Die Szene, als er die Präsidentin ohne eine sichtliche Regung fragt, ob sie wirklich glaubt, dass er ihr in den Rücken fallen würde, ist groß, ein ganz schöner Moment. Jedenfalls ist Michael Hawkins einfach toll in dieser Rolle. Mir hat auch gut gefallen, wie betreten und bestürzt er reagiert, als er erkennen muss, dass der erste Krieg zwischen den beiden Völkern nur aufgrund eines Missverständnisses ausgebrochen ist - und er die Schuld daran trägt. (Babylon 5-Mastermind JMS scheint diese Idee ziemlich 1:1 für seinen Minbari-Krieg geklaut zu haben...
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Ab Teil 3 mischt plötzlich der Master mit, was natürlich Sinn macht, wer sonst sollte hinter einer derartigen Intrige stecken?
Wieder mal gut für mich, dass ich nichts über die Folge gelesen und auch die DVD nicht näher besichtigt habe, so war das Auftreten des "Gesandten von Sirius 4" eine schöne Überraschung. Ebenso wie das Auftauchen der Daleks in Teil 6, da ich nicht wusste, dass die Geschichte hier nicht abschließt, sondern offenbar nahtlos in Planet of the Daleks weitergeht.
Die Handlung hat natürlich die üblichen Wiederholungen und einige unergiebige Nebenfronten, die bei einem Pertwee-Sechsteiler halt so üblich sind. Immer wieder werden alle mal gefangen, wieder befreit, wieder gefangen usw. Als kleine Variation darf der Doctor ein paar Mal beschädigte Raumschiffe reparieren. Aber es hat mich hier nicht genervt, weil das Zwischenspiel Doctor - Master - Jo Grant so charmant und amüsant ist. Es ist einfach eine Freude, den drei zuzusehen, wie sie miteinander zänken und streiten. Roger Delgado ist ein toller Bösewicht, er hat genau die richtige Mischung aus Ernsthaftigkeit und Überzogenheit, was seinen Master fast verboten unterhaltsam macht. Ich bin weggebrochen, als er den Drakonianern minutenlang über seine Friedliebigkeit vorgeschwafelt hat. Selbst dem Doctor tat er hier leid, der tröstete ihn mit einem "Are you all right, old chap?"
Auch Jo ist in dieser Geschichte einfach herzig bis zum Niederknien. Komme da was da wolle, auch riesige Monster, Hypnosegeräte oder die fiesesten Pläne des Masters können sie nicht erschüttern, stets versucht sie mit ihrem nicht allzu hellsten Köpfchen, die Anstrengungen der Bösewichte scheitern zu lassen. Und erstaunlicherweise sogar immer mal wieder mit Erfolg. Die Szene, als sie den Master mit ihrer Willenskraft übertrumpft, bis er entnervt aufgibt, ist einfach göttlich:
"I - am - the - Master. You - WILL - OBEY - ME!."
"Mary had a little lamb, little lamb, little lamb ... lalalalal". ![]()
Jo ist für mich überhaupt eine Offenbarung in dieser Geschichte, sei es ihr Ausbruchsplan, ihr Alibigespräch mit der Bettdecke, die den Doctor darstellen soll, oder die Fütterung des Ogron ("And a delicious banana") - sie ist hier einfach die liebenswerteste Ausgabe eines Companions, die überhaupt vorstellbar ist.
Allgemein hat die Geschichte einen schönen humorigen Unterton, ohne aber je ins Lächerliche abzugleiten.
Optisch ist die Folge nicht gerade bestechend, die Sets sind etwas lieblos und monoton, aber auch nicht so schlimm, dass es stört. Dasselbe gilt für die Raumschiffmodelle. Dafür sind die Kostüme wirklich gut, sowohl die Drakonianer als auch die Ogrons (=sehr einfältige Orks mit dem Master als Saruman) sind überzeugend. Ach ja, und der Doctor spielt wieder mal mit der Polarität rum, auch wenn er hier nicht die des "neutron flow" reversed, sondern die seiner "sonic power source".
Auch die schrecklichste Waffe des Universums, die den Castellan in The Five Doctors zu seinem berühmt-berüchtigten "No, not the mind probe" getrieben hat, treibt hier schon ihr Unwesen.
Ganz interessant auch, wie der Doctor Jo von seinem Prozess aus The War Games berichtet. Er stellt das nicht so dar, als ob er exekutiert worden wäre, die Timelords hätten leidiglich sein Aussehen geändert. Man merkt, dass das Konzept der Regeneration noch nicht wirklich ausgearbeitet war. ![]()
Wirklich gestört hat mich eigentlich nur, dass der Doctor in Teil 6 den Master bei dessen gefaktem Funkspruch nicht an der Stimme erkannt hat. Das ist so ziemlich mein einziger richtiger Kritikpunkt, daher ein "Super" für Frontier in Space! Und ich freue mich schon auf die Fortsetzung. ![]()