10x03 - Frontier in Space

  • Zwar gab es schon immer Inhalte mit tiefschürfenden oder politischen Themen, besonders bei Pertwee, aber hier wird die Art eine Story zu erzählen insgesamt komplexer.

    Die Ära von Barry Letts lässt sich auf drei Grundthematiken zurückführen:
    - Imperialismus (inclusive Rassismus und Genozid)
    - Raubtierkapitalismus
    - Umweltzerstörung


    Wenn man im Hinterkopf hat, dass Letts Bhuddist war, dann ergibt sich dahinter auch eine Logik.

  • Was für eine großartige Folge! Frontier in Space hat fast alles, was ich von einem Pertwee-Serial erwarte, außer UNIT. Wir haben den Master als Bösewicht, wir haben das eingespielte und durch Dick und Dünn zusammenhaltende TARDIS Team aus dem dritten Doctor und Jo, und wir haben eine Geschichte, die einen eindeutigen Bezug auf die damalige politische Situation nimmt.


    Es gibt eigentlich recht wenig an diesem Serial auszusetzen. Mein größter Kritikpunkt ist vermutlich der Cliffhanger von Teil 2. Die Ogrons kommen um den Doctor und Jo zu retten und Teil 3 geht gleich damit weiter, dass die beiden gleich wieder in ihrer Zelle hocken. Was sollte das? Dieser Cliffhanger war einfach lächerlich.


    Ähnlich lächerlich war eigentlich auch, wie der Doctor den Master auf dessen Schiff austrickst. Dies macht dann auch noch einen großen Teil von Episode 4 aus. Im Endeffekt hätte man eigentlich einen Fünfteiler hieraus machen können, dann wäre dieser Handlungsteil weggefallen und wahrscheinlich auch der dämliche Cliffhanger von Teil 2.


    Ansonsten war alles wirklich großartig. Ich fand die Gastcharaktere super, selbst diejenigen, die recht oberflächlich wirkten, wie General Williams, waren am Ende dann doch nachvollziehbare und dreidimensionale Charaktere. Und dies wird alles noch getoppt vom Doctor, dem Master und ganz besonder Jo. Am Anfang hätte ich niemals gedacht, dass ich dies über sie schreiben würde, da mir der Charaktere in ihren ersten Auftritten noch ziemlich auf den Sack ging, aber inzwischen hat sich Ms. Grant zu einem der besten Companion gemausert. Sie schafft es sogar am Ende der Hypersound-Waffe des Masters zu widerstehen.


    Mein Highlight der Folge ist aber der politische Kontext. Die Folge ist von 1973, also einer Zeit der Entspannung zwischen dem Westen und dem Ostblock. Gleichzeitig ist aber allen noch die Kuba-Krise im Gedächtnis und der Vietnamkrieg ist immer noch nicht vorbei. Man lebt also immer noch in der Angst vor einer möglichen Konfrontation der beiden Supermächte USA und UdSSR. Dies wird in dem Serial durch den brüchigen Frieden zwischen dem irdischen und dem drakonianischen Imperium symbolisiert, der jederzeit wieder in einen Krieg ausbrechen könnte. Dadurch wird das Serial nicht nur politisch und zeitgeschichtlich relevant, es bekommt auch eine interessante, Doctor Who interne Größe, da das ganze, gerade für die 70er Jahre, sehr groß aufgezogen wurde. Im Endeffekt ist diese Folge damit das, was ich im vorherigen Serial vermisst habe.


    Hinzukommt, dass die Ära des dritten Doctors fast immer eine Art James Bond Feeling hat, was hier dadurch verstärkt wird, dass im Endeffekt der Plot von You Only Live Twice aufgegriffen wird, in dem SPECTRE versucht den dritten Weltkrieg herbeizuführen in dem es einen Konflikt zwischen West und Ost provoziert. Hier versuchen die Daleks dasselbe und benutzen dafür, um ihre Spuren zu verwischen, den Master. Dadurch wird auch erneut unterstrichen, dass die Daleks denkende und Intrigen spinnende Wesen sind und nicht einfach nur dumpfe Tötungsmaschinen.


    FAZIT: 9,5/10 Punkten. Beinahe perfekt.