2x12 - Die Armee der Geister (Teil 1) / Army of Ghosts (Part 1)

  • So. Das große Finale. Der erste Teil gefällt mir prinzipiell ganz gut. Spannend gemacht, schön gefilmt und auch die Story weiß zu überzeugen. Gut, Rose benimmt sich mal wieder absolut dämlich. Das man bei Torchwood auf das Psychic-Paper eingestellt ist, sollte ihr eigentlich in dem Moment klar werden, in dem sie merkt, wie belesen die Jungs in Sachen Alien sind. Ein etwas klügerer Plan wäre nicht zu viel verlangt...


    Jackie dagegen war das Highlight der Folge. Alleine schon ihr Spruch, als sie aus versehen mitreist. Und die Erklärung ihres Alters war auch lustig. (Aber die soll wirklich erst 40 sein? Sieht wirklich aus wie Mitte 50, alles was recht ist.) :whistling:


    Mickey hat sich auf einmal in einen abgebrühten Helden verwandelt. Ist aber Okay, das verkörpert sein Schauspieler recht annehmbar. Die übertrieben überdimensionierte Waffe lassen wir mal außen vor. Sieht aber imposant aus.


    Der Doctor... Hm. Eigentlich hat er in dieser Folge endlich mal funktioniert. Tennant hat die Folge nicht komplett an sich gerissen, sondern sie unterstützt. Das war besser. Keine Gelegenheit für endlose Monologe, zu ernst um hektisch zu werden. So gefällt mir der Zehnte Doctor besser.


    Fazit: Guter Beginn des abschließenden Zweiteilers.


    "Man sollte sämtliche Pennen anzünden! Jeden Tag eine andere Katastrophe!


    (Pepe Nietnagel alias Hansi Kraus)

  • Ich hab die Folge nach längerer 10. Doctor-Pause neulich mal wieder gesehen und bin nun etwas desillusioniert.


    "Army of Ghosts" war eine meiner ersten Doctor-Who-Folgen (Pro-7-Ausstrahlung), und bisher mochte ich sie eigentlich immer ganz gerne. Beim Wiederschauen hat sie mich aber extrem enttäuscht. Sie ist nichtmal wirklich schlecht, sondern einfach nur fürchterlich belanglos. Und das sollte sie eigentlich nicht sein, wo sie doch die zumindest tragisch angelegte Trennung von Doctor und Companion vorbereitet. Und um dem gleich mal vorzugreifen: der Abschied hat mich beim ersten Schauen noch bewegt, jetzt hat er mich zum Gähnen gebracht.


    Schade eigentlich. Ich glaube, ich sollte mich statt dem Wiedergucken ganz neuen oder ganz alten Folgen widmen.

  • Eines kann man dieser Folge auf jeden Fall anrechnen: Besser als die beiden vorherigen Folgen ist sie auf jeden Fall. Das ist aber nach den total Ausfällen ja auch nicht schwer. Ist sie aber so gut wie man es erwartet oder sich erhofft? Oder um es anders zu sagen: Gibt das Umfrageergebnis am Anfang dieses Threads auf wirklich die Qualität der Folge wieder oder eher die Anzahl der Rose-Fans, die für sie abgestimmt haben? Leider muss man sagen: Eher letzteres. Die Folge ist bei weitem nicht schlecht, ich würde sie sogar als gut bezeichnen, aber weit weg von super.


    Zum einen ist es spannend, was die Geister sind, Torchwood ist groß aufgezogen und verspricht viel (dazu aber mehr im Thread zum zweiten Teil), alles in allem, ist alles für eine super Episode gegeben. Warum ist es aber keine? Nun ja, es wird schnell klar, dass diese Geister Cybusmen sind, zu schnell, nämlich ab dem Moment, in dem Marthas Cousine diesen einen Cybermen entdeckt. Und dann versuchen sie es am Ende doch noch als die große Enthüllung darzustellen, tja klappt nicht mehr so ganz. Selbst wenn man die Cybermen-Sioloutte weggelassen hätte, die beiden Earpieces wären schon verräterisch genug gewesen. Was dagegen spannend ist, ist die Frage, was die Sphäre ist. Wird am Ende ja mit dem (bis dahin) ultimativen Fanwank aufgelöst: Daleks. Daleks und Cybermen in einer Folge, kann das gut gehen? Lassen wir uns mit der nächsten Folge dies bezüglich mal überraschen ;) Nein, aber an sich fand ich Torchwood cool, nur irgendwie ein wenig zu over-the-top. Alles was ALien ist gehört uns, wir ziehen einfach mal einen Turm hoch, uns interessiert nur das British Empire (Was, wie Jackie so schön feststellt nicht (mehr) existiert, wozu Ms. Hartman ja nur entgegnet, noch nicht; daher mal eine Frage: Will Torchwood diese Alien-Technologie dazu benutzen, um das British Empire wieder herzustellen?) Allgemein kann man hinterfragen, wie UNIT zu alle dem steht und auch warum der Doctor nie auf Torchwood bisher gestoßen ist (selbes gilt auch für die Silence in Staffel 6). Innerhalb des Serienkanons wirft diese tolle Idee ein paar Fragen und kleinere Ungereimtheiten auf, die man aber noch ignorieren kann.


    Um mal die Hauptgründe dafür zu nennen, warum die Folge schlechter ist als z.B. "The Impossible Planet", was auch ein erster Teil war und genauso wie dieser nur den Spannungsaufbau diente, ist nicht nur, dass es nicht so spannend ist wie "The Impossible Planet", nein die Charaktere sind noch nerviger. Der Doctor und Rose sind auf dem selben Niveau wie im ersten Teil der Satan-Folge, wobei der Doctor hier, genauso wie in "The Satan Pit", auch wieder einen riesigen Ausreiser in Richtung Spako macht, nämlich als er diese Pyramiden aufladen will und total bescheuert auf und abspringt. Dazu sage ich lieber nichts mehr. Hinzu kommt Jackie, da ja sowieso immer nervt, was einfach an ihrem Charakter liegt, und die Torchwood-Mitarbeiter, die irgendwie anders als die von der Raumstation (die auch zu Torchwood gehört) weit aus weniger sympathisch sind, auch weil sie den Doctor gefangen nehmen. Dazu lässt sich noch eine Sache anmerken: Wenn er ein Gefanger ist, wieso hat er denn auf einmal das Sagen? Wobei dies ja auch wieder typisch Doctor ist, er reist die Situation einfach an sich. In "Inferno" hat es aber irgendwie nicht so einfach geklappt, gut da wusste auch niemand, wer der Doctor ist und was er kann.


    FAZIT: Eine gute Episode, aber keine super Episode, daher 8/10 Punkte.

  • Wieder neigte sich eine Staffel dem Ende zu und wieder mit einer Doppelfolge. Das besondere an diesem Abschluss war, dass diese Geschichte von Rose Tyler erzählt wurde. Zum Glück standen die Kosmetiktücher in Reichweite, denn die einleitenden Worte ließen dramatisches erahnen.


    Dabei begann es zunächst sehr harmonisch. Der Doctor und Rose kehrten nach längerer Abwesenheit zu Jackie zurück, um sie zu besuchen und von ihren Reisen zu berichten. Jackie freute sich tierisch darüber, zum Leidwesen des Doctors. Der war von dem ganzen Geküsse nicht sehr angetan.


    Diese Hoch-Stimmung hielt jedoch nicht lange an. Keine paar Minuten später tauchten mysteriöse Geister auf, die nach kurzer Zeit wieder verschwanden. Schuld an dieser "Geisterschicht", wie die Menschen sie nannten, war Londons Torchwood. Dieses Institut, damals von der Queen in Folge 2.2 gegründet, stand unter der Führung von Yvonne Hartman, die sehr von sich und ihrer Arbeit überzeugt war. Unter ihrer Leitung entwickelte dieses Institut die Möglichkeit durch technische Geräte, die teilweise außerirdische Komponenten enthielten, einen Riss im Raum-Zeit-Gefüge zu vergrößern. Durch diesen Riss konnten die Geister aus der Leere in diese Welt eintreten, was jedoch nur ein ungewollter Nebeneffekt war, wenn es nach Torchwood ging. Sie hatten einzig und alleine Energiegewinnung im Sinn. Leider bemerkten die Mitarbeiter nicht, dass die Cyberman Torchwood unterwandert hatten. Woher auch? Sie kannten diese Wesen ja gar nicht, da diese nicht ihrer Welt entstammten, sondern aus einem Paralleluniversum kamen.


    "Ist es außerirdisch, gehört´s uns!" lautete das Motto von Torchwood. Nach Yvonnes erster Begegnung mit dem Doctor, über den sie bestens informiert war, erklärte sie ihm die Entstehungsgeschichte und den Aufgabenbereich des Instituts. Zudem teilte sie ihm mit, dass er noch immer ein Feind der Krone und deshalb ein Gefangener sei. Die TARDIS wurde beschlagnahmt. Den Doctor schien dieser Umstand nicht weiter zu stören und binnen weniger Gespräche schaffte er es sogar, dass Yvonne sich ihm unterordnete.
    Eine erneute Geisterschicht sollte verhindert werden doch einige Cyberman hatten bereits die Kontrolle über die Torchwood-Rechner, was dazu führte, dass der Riss erneut geöffnet wurde und sich unzählige Cyberman auf der ganzen Welz manifestieren konnten. Und als wäre das noch nicht schlimm genug, aktivierte sich diese unbekannte Sphäre, die Torchwood versteckte. Heraus flogen vier Daleks, darunter ein dunkler. Seine Farbe hatte bestimmt etwas zu bedeuten. Jedenfalls war das Chaos angerichtet.


    All diese Elemente boten das Pensum für ein bombastisches, ereignisreiches und interessantes Finale. Die jetzige Ausgangslage der Erde war ziemlich bescheiden. Ich bin gespannt, wie der Doctor diese Situation in der kommenden Folge bereinigen will. Selbst er hielt den Ausgang des Krieges schon für entschieden und sah die Menschen untergehen.


    Generell wirkte der Doctor in dieser Folge ruhiger, bedachter und konzentrierter als sonst. Anfänglich arbeitete er wunderbar mit Rose zusammen und die beiden ergänzten sich hervorragend. Seine Finte, als er Jackie für Rose ausgab, schien improvisiert aber nützlich. Allerdings war er ziemlich unfreundlich zu Jackie. Vermutlich wollte er seine wahren Gefühle für seine richtige Begleiterin nicht preisgeben. Er traute Torchwood nicht wirklich und war von deren Arbeit alles andere als angetan. Er hielt es nicht für richtig, wenn die Menschen über Technologie verfügte, die sie theoretisch noch nicht haben dürften. Sie momentane Situation bestätigte seine Ansicht definitiv.


    Jackie gefiel mit in dieser Folge außergewöhnlich gut. Und das nicht nur, weil sie mich des öfteren durch ihre kessen Sprüche zum schmunzeln brachte, sondern weil sie so absolut menschlich war. Sie glaubte z.B., dass diese Geister verstorbene Menschen seien. Sie dachte sofort an den Mars, als sie in der TARDIS war und nicht zu vergessen ihre Neugierde und Offenheit für das Unbekannte. Herlich war sie, als sie sich als Rose ausgeben sollte und den Doctor begleite.


    Rose schien mir in dieser Folge dem Doctor ebenbürtig zu sein. Sie setzte ihr erlangtes Wissen wunderbar ein und hatte sich weiterentwickelt. Auch Jackie fiel das auf und sie sprach es sogar an. Sie sagte, dass Rose sich sehr verändert hätte und befürchtete, dass ihre Tochter in Zukunft immer mehr ihre Menschlichkeit verlieren würde, wenn sie weiterhin mit dem Doctor reisen täte. Leider hatte Rose keinerlei Verständnis für diese Sorgen. Sie dachte nur an den Doctor und daran bei ihm zu sein.


    Und dann war da ja noch Mickey, der am Ende plötzlich bei Rose in der Sphärenkammer auftauchte und scheinbar bestens über die Vorgänge informiert war. Nur in dem, was auf die zukommen würde, hatte er sich geirrt. Aber auf die Daleks zu treffen schreckte ihn nicht ab, sondern machte ihn nur noch mutiger.


    Trotz des bevorstehenden Krieges gab es sehr viele amüsante Momente. Manchmal kam es mir so vor, als wären sie mit Absicht eingebaut, um der ganzen Sache die Schwere ein wenig zu nehmen:


    - Jackie, wie sie den Doctor begrüßte
    - Der Doctor und Rose, wie sie den Titelsong von Ghostbuster zum besten gaben
    - "Allons-y!" und die dazugehörige Erläuterung
    - diese altmodische 3D-Brille des Doctors
    - der erste Kontakt zwischen dem Doctor und Torchwood. "Superb!" (ziemlich durchgeknallt diese komplette Szene)


    In der Bewertung gab es von mir ein "Gut". Die Taschentücher habe ich jedoch nicht gebraucht. Mal schauen, wie es beim großen Finale aussieht. Wie die Cyberman wohl auf die Daleks reagieren?

  • Wie schon "Christmas Invasion" oder "Rise of the Cybermen/Age of Steel" hat auch dieser Zweiteiler wieder das große Problem, dass die Story eigentlich nebensächlich ist und es nur um die Charaktere geht. Da ich aber weder Rose und ihre Familie (Pete und Mickey mal ausgenommen) sympathisch finde und RTD uns hier auch keine wirklich tiefgründe Charakterentwicklung vorwirft, funktionieren diese Folgen bei mir aber nun mal einfach nicht.


    Sowieso wirkt dieser Zweiteiler einfach viel zu vollgepackt: Man hat Torchwood, dass die ganze Staffel lang über angeteast wurde, die Daleks, die Cybermen und Rose's Familie aus der Parallelwelt. Und auch wenn ich die Idee von Torchwood sowie Yvonne Hartman eigentlich ganz gut finde, ist es hier doch irgendwie (genau wie die Daleks und die Cybermen) sehr verschwendet.


    Der Doktor hat mir hier eigentlich größtenteils gut gefallen, allerdings hatte er auch ein paar dämliche Szenen wie sein Allons-y und den Ghostbusters Gag


    Das Mysterium um die Geister ist gut, allerdings kommt halt kaum Spannung auf, da die Cybermen schon nach ca 10 Minuten auftauchen und einem spätestens dann klar ist, dass die Ghosts alle Cybermen sind. Die Folge ist einfach nur belanglos und standart-mäßig. Der Plot kommt so gut wie garnicht voran, da die ganze Folge eigentlich nur dem Spannungsaufbau dient, der aber überhaupt nicht funktioniert. Ich fand es einfach nur langweilig.


    Der Cliffhanger ist dann wieder ganz gut, aber warum braucht man denn jetzt schon wieder Daleks im Finale? Und warum muss es wieder eine weltweite Bedrohung geben? Da hätte man echt mal einen Gang zurückschrauben können.


    4/10

    "Der moderne Hexenmeister transferiert Raum und Zeit in seiner verrückten Telefonzelle"