Bewertung der Folge 16
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Super (5) 31%
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Gut (5) 31%
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Durchschnitt (4) 25%
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Ausreichend (1) 6%
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Schlecht (1) 6%
Der vierte Doctor und Romana II folgen einem Notruf zum Planeten Chloris, wo sie schnell in die erbitterten Kämpfe der Bewohner um das seltenste und kostbarste Gut dieser Welt geraten - Metalle! Als ob die Auseinandersetzungen zwischen Herrscherin Adrasta und den beuteversessenen Wegelagerern noch nicht genug Problem mit sich bringen würden, muss sich der Doctor auch noch seinem bislang mit Abstand größten Gegner stellen - einer riesigen mysteriösen Kreatur, die tief unter der Oberfläche ihr Unwesen treibt...
Eine sehr angenehme Überraschung. Die Folge ist ziemlich verschrien, sie taucht regelmäßig in den diversen "Worst of Doctor Who"-Listen auf. Was ich nicht mal ansatzweise nachvollziehen kann, mir hat das richtig gut gefallen. Sicher, die Kreatur selbst sieht einfach nur wie ein großer grüner Haufen aus, und auch die "epische" Beseitigung der Gefahr aus dem All am Ende ist weder optisch noch inhaltlich ein Ruhmesblatt. (Riesenpflanzenraumschiffe, die Spinnweben um Sterne weben und sie damit vom Kurs abbringen, sind selbst für Doctor Who etwas zuviel des Guten. ;))
Aber abgesehen davon ist das alles eine ziemlich runde Sache. Die Geschichte selbst ist zwar recht geradlinig und schnörkellos, aber das ist durchaus kein Nachteil. Chloris ist reich an Vegetation, aber arm an allen sonstigen Rohstoffen, weshalb die Welt von Armut und Rückständigkeit gekennzeichnet ist. Die Tythonians stehen vor dem genau umgekehrten Problem, und so macht es mehr als Sinn, dass ihr Gesandter Erato der grünen Welt einen Handel vorschlagen will. Sein Pech, dass er dabei auf die habgierige Lady Adrasta trifft, die die wenigen Metallreserven von Chloris - und somit auch die Macht über den Planeten - kontrolliert und nicht im Traum daran denkt, ihre Monopolstellung zu Gunsten ihrer Welt aufzugeben und den Botschafter kaltlächelnd in die Minen befördert, wo er - seines Übersetzungsgerätes beraubt - als vermeintlich todbringende Kreatur sein Unwesen treiben muss, bis der Doctor endlich für Ordnung sorgt und somit beiden Welten Hoffnung bringt (und nebenbei die Bösewichte ihrer verdienten Strafe zuführt).
Das alles ist sehr unterhaltsam, bis zur dritten Folge kann man gut rumrätseln, was es nun eigentlich mit der Kreatur auf sich hat und danach gibt´s noch mal eine richtig schöne Wende, als sich rausstellt, dass Erato doch nicht ganz so ungefährlich und friedfertig ist, als er/sie/es es zunächst darstellen wollte. Außerdem sieht die Folge - abgesehen vom Monster selbst - sehr gut aus, der Dschungel, die Mine und Adrastas Herrschersitz sind - wie auch die Kostüme - 1A für Classic Who-Verhältnisse. Lady Adrasta selbst - wie auch ihre rechte Hand - ist eine herrlich überzeichnete Schurkin, der man einfach gern zusieht, wenn sie den armen K-9 beschimpft oder Romana eine runterhaut. Absolut liebenswert ist dafür der sich durchs Leben tricksende Astrologe Organon, der auch einen guten Companion abgeben würde. Immerhin scheint er es am Ende der Folge mit ziemlich billigen Tricks geschafft zu haben, sich auch in der neuen Weltordnung gleich eine wichtige Position zu sichern. ![]()
Lalla Ward sucht hier zwar sichtlich noch etwas nach "ihrer" Romana, aber trotzdem machen ihre Szenen recht viel Spaß, etwa als sie in bester Timelady-Manier ihre Entführer runterputzt, bis die alle verschüchtert vor ihr Platz nehmen. Und natürlich sieht sie - wie immer - einfach sehr hübsch aus. ![]()
Ganz große Klasse ist hier der Doctor. Tom Bakers ist zwar voll in seiner absolut durchgedrehten Phase, aber im Gegensatz zu anderen Folgen dieser Ära versteht er es auch, ab und zu mal einen Gang runterzuschalten und ein bisschen auf ernst zu schalten. Und dadurch sind insbesondere seine ersten Begegnungen mit Erato um so effektiver, weil man auch beim Doctor merkt, dass er die Hosen voll hat. Im Gegenzug stechen auch seine absurden Verrückheiten durch diesen Wechsel noch witziger hervor, etwa wenn er unter Lebensgefahr im Minenschacht erst mal "How to climb the Mount Everest" und dann - mangels Tibetisch-Kenntnis - "Tibetian in eight easy steps" studiert. ![]()
Summa summarum also meines Erachtens eine völlig unterbewertete Folge. Und allein schon aus Trotz gegen diesen Unverstand des Fandoms muss ich ihr ein "Super" geben. Wobei ja eigentlich schon die extrem gefährlichen "Wolf Weeds" oder die mit Abstand schmutzigste Szene der Who-Historie allein die Höchstnote wert wären. Glaube jedenfalls nicht, dass es viele andere Folgen geben wird, in denen der Doctor wildfremde Aliens gleich bei der ersten Begegnung oral erfreut. Und da regen sich die Leute auf, dass Captain Jack umtriebig wäre...;)