Allgemeiner Thread zum Islam

  • Ich hoffe, du kennst mich in soweit, dass ich ein Unrecht mit anderem Unrecht relativieren möchte. Eine "böse" Stelle in einem Buch macht keine "böse" Stelle in einem anderen Buch besser. "Böse" Stellen in einem Buch machen aber auch nicht zwangsläufig ein anderes Buch besser. Es geht darum, ein verzerrtes Bild in einen bestimmten Kontext zu bringen. Ein bloßes Schwarz-Weiß-Denken in den Kategorien Gut und Schlecht oder Wir und Sie bringt uns nicht weiter. Außerdem entledigt es uns auch von Einflüssen der Industriestaaten auf z.B. die Situation in Afghanistan, Nigeria, etc..., in denen bestimmte islamische Strömungen zur politischen Macht geworden sind.


    Europa hatte das Glück gehabt, seine philosophische, ethische und politische Grundausrichtung von der Religion zu trennen (die lange Zeit sehr politisch, auch biblisch begründet, war). Gerade in dem Zurechtstutzen des Christentums sehe ich eine große zivilisatorische Leistung.

  • Was soll ich sagen? Der Unterschied zwischen Christentum und Islam besteht darin, dass beim Christentum der Religionsstifter Gewaltverzicht und Nächstenliebe gepredigt hat, während der Stifter des Islams die aggressive kriegerische Expansion und die Bekehrung der Ungläubinge gepredigt hat. Jesus war also im Gegensatz zu Mohammed ein Sozialist (wie man heute sagen würde) und Menschenfreund. Interessanterweise unterscheiden sich die Anhänger der beiden Religionen nur unwesentlich. In Europa hat zwischendurch der Humanismus stattgefunden, warum Gewalt im Namen der Religion im Abendland (also auch bei abendländischen Moslems wie Albanern und Bosniaken) deutlich geringer ist. Geht man aber ein paar Jahrhunderte zurück, dann haben wir Spanische Inquisition, Hexenverbrennungne und Kreuzzüge, also Veranstaltungen, die den Vergleich mit den heutigen Praktiken von ISIS nicht zu scheuen brauchen.
    Apropos ISIS. Die legen den Koran ja angeblich wörtlich aus und verbieten jegliche Interpretation. Aber im Falle des jordanischen Piloten hat man es dann nicht so genau genommen: Im Koran steht, dass niemand außer Gott mit dem Feuer richten soll. Und ein paar windige ISIS-Leute haben dann gesagt, das müsse man richtig interpretieren, das Feuer der Hölle sei gemeint.

  • Dass, was Nikioko gesagt hat, ist aber unabhängig davon richtig. Ob nun Jesus der Hippie war, der Gewaltverzicht gepredigt hat oder irgendjemand zweihundert Jahre später, macht für die Praxis der heutigen Christen keinen Unterschied.
    Das gleiche gilt für Mohammed (wobei der natürlich gesicherter ist): Hat es ihn nie gegeben, haben halt die Leute ihre Ideologie aufgeschrieben, die ihn erfunden haben. Das kommt am Ende aber aufs gleiche Ergebnis hinaus. Der Vergleich ist also in keinster Form davon beeinflusst.

  • Also die Person Jesus von Nazareth hat es mit relativer Sicherheit gegeben.
    Dass aus ihm im Laufe der Jahrhunderte der leibliche Sohn Gottes und Jesus Christus, von einer Jungfrau geboren, etc., wurde, steht auf einem anderen Blatt.

  • Dazu empfehle ich diesen Wikipediartikel.
    Am Ende kommt erwrtungsgemäß heraus, dass Theologen die Quellen als sehr authentisch und Jesus als erwiesen betrachten, während andere sagen, dass man die meisten Quellen nicht so ernst nehmen kann.
    Ich denke, da hängt auch immer zu viel Ballast bei den Personen dran, die sich damit beschäftigen, als dass man irgendwann einen echt neutralen Standpunkt findet, den alle akzeptieren.


    Insgesamt bleibt aber frei nach Hitchens zu sagen: Wenn Sokrates nicht existiert hat, hat das auf die ihm zugeordnete Philosophie nicht den geringsten Einfluss. Wenn Jesus nicht existiert hat, bricht jede Bedeutung der Bibel zusammen, weil ihr Wahrheitsgehalt auf der göttlichen Autorisierung der Person Jesus beruht.

  • 1. Es ist nicht eindeutig, dass Jesus aus Nazereth wirklich gab. Warum also Dokumentationen und pop-wissenschaftliche Magazine es aber so verkaufen, als ob es ihm wirklich gegeben hätte, steht glaube ich auf der Hand: Ja nicht die Christen verschrecken!


    2. Zum Thema: Christentum ist friedlich, der Islam nicht, kann ich nur die Anstalt zitieren.

  • Dass, was Nikioko gesagt hat, ist aber unabhängig davon richtig. Ob nun Jesus der Hippie war, der Gewaltverzicht gepredigt hat oder irgendjemand zweihundert Jahre später, macht für die Praxis der heutigen Christen keinen Unterschied.
    Das gleiche gilt für Mohammed (wobei der natürlich gesicherter ist): Hat es ihn nie gegeben, haben halt die Leute ihre Ideologie aufgeschrieben, die ihn erfunden haben. Das kommt am Ende aber aufs gleiche Ergebnis hinaus. Der Vergleich ist also in keinster Form davon beeinflusst.


    Es macht durchaus einen Unterschied. Und der nennt sich das alte Testament, was ganz und gar nicht Gewaltverzicht und Frieden predigte. Sondern das genaue Gegenteil. Natürlich ist mir bekannt, dass die meisten Christen das unbedingt unter den Tisch fallen lassen wollen. Wenn man aber unbedingt die Schriften vergleichen will, vor allem, wenn man einer Gruppe auf dieser Basis einen Vorwurf machen will, dann sollte es durchaus stimmen.
    So mag es vielleicht sein, dass die meisten Christen lieber auf die netten Lehren des neuen Testaments zeigen, aber dann zu behaupten, die gesamte Basis dieses Glaubens sei so und die anderen einfach nicht, ist schlicht und ergreifend falsch.
    Genau so wie echte Personen, in einer echten (zu dieser Zeit feindlichen) Welt Vorwürfe zu machen, weil man sie mit einer idealisierten (fiktiven) Figur vergleicht.

  • Es macht durchaus einen Unterschied. Und der nennt sich das alte Testament, was ganz und gar nicht Gewaltverzicht und Frieden predigte. Sondern das genaue Gegenteil. Natürlich ist mir bekannt, dass die meisten Christen das unbedingt unter den Tisch fallen lassen wollen. Wenn man aber unbedingt die Schriften vergleichen will, vor allem, wenn man einer Gruppe auf dieser Basis einen Vorwurf machen will, dann sollte es durchaus stimmen.
    So mag es vielleicht sein, dass die meisten Christen lieber auf die netten Lehren des neuen Testaments zeigen, aber dann zu behaupten, die gesamte Basis dieses Glaubens sei so und die anderen einfach nicht, ist schlicht und ergreifend falsch.
    Genau so wie echte Personen, in einer echten (zu dieser Zeit feindlichen) Welt Vorwürfe zu machen, weil man sie mit einer idealisierten (fiktiven) Figur vergleicht.


    Meh, das sehe ich anders.


    Erstmal teilen sich Christen und Moslems das alte Testament. Es ist für beide gleichermaßen die Grundlage der darauf folgenden Bücher.


    Dazu kommt der gewaltige Unterschied, dass man mit dem neuen Testament als Hippie-Kuschel-Christ so ziemlich alles eklige am alten wegdiskutieren kann. Koran, Hadith und Sharia bestätigen Gewalt gegen Abtrünnige, Schwule und andere Gruppen nicht nur allgemein, sondern ausdrücklich und im speziellen. Es gibt da einen qualitativen Unterschied.


    Insbesondere zu "[...]vor allem, wenn man einer Gruppe auf dieser Basis einen Vorwurf machen will [...]" möchte ich betonen, dass Kritik am Islam (oder allen anderen Religionen) sich nicht auf die Menschen beziehen sollte, die sie ausüben, sondern auf die durch die Religionen vertretenen Ideen und die daraus folgenden Handlungen. (Über diesen Unterschied bin ich ganz früh in meiner Zeit hier im Forum mal mit dem Korrigator aneinander geraten, wenn ich mich recht erinnere.)
    Ich empfehle zu dem Thema unbedingt Sam Harris zu lesen/ hören, der da viel sinnvolles zu sagen hat.

  • Also die Person Jesus von Nazareth hat es mit relativer Sicherheit gegeben.
    Dass aus ihm im Laufe der Jahrhunderte der leibliche Sohn Gottes und Jesus Christus, von einer Jungfrau geboren, etc., wurde, steht auf einem anderen Blatt.


    Also, dass es einen Sektenguru namens Jesus gab, der aus Nazareth kam, bei der Obrigkeit wegen seines Benehmens (umgibt sich mit Dirnen und Kleinkriminellen, lässt Priestern nicht die recht Ehrerbietung zukommen etc.) so sehr aneckt, dass diese sich überlegt, wie man dieses Problem effizient beseitigen könnte, ist vorstellbar, aber keineswegs belegt. Schließlich gibt es außer dem Neuen Testament keine zweite Quelle, die so etwas belegt. Genauso wie Brian. Also: vorstellbar ja, realistisch auch, aber keinesfalls belegt.
    Was aber definitiv Kokolores ist, ist die Weihnachtsgeschichte (mit dem ganzen Gold, das die drei Weisen aus dem Morgenland mitgebracht haben, hätte er kein so ärmliches Leben führen müssen), die Jungfrauengeburt, diverse Wunder (dass er das Essen gemehrt hat, kann man vielleicht noch interpretieren, dass er das Wenige, was da war, so aufgeteilt hat, dass keiner hungern musste) und die Wiederauferstehung (oha, die Christen verehren einen Zombie...).
    Was sich aber aus diesen Lehren der Nächstenliebe, der Gleichbehandlung, der Kritik an den Priestern (Mt. 23:13: "Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer") entwickelte, als das Christentum Staatsreligion im Römischen Reich wurde, wissen wir alle: eine organisierte Kirche, die genauso verfressen, hochmütig und unterdrückerisch war wie die Priester, die von Jesus angeklagt wurden. Also im Grunde ein perfekte Karikatur des Urchristentums.
    Apropos, dazu fällt mir ein besonderes Schmankerl ein:

  • Es macht durchaus einen Unterschied. Und der nennt sich das alte Testament, was ganz und gar nicht Gewaltverzicht und Frieden predigte. Sondern das genaue Gegenteil. Natürlich ist mir bekannt, dass die meisten Christen das unbedingt unter den Tisch fallen lassen wollen. Wenn man aber unbedingt die Schriften vergleichen will, vor allem, wenn man einer Gruppe auf dieser Basis einen Vorwurf machen will, dann sollte es durchaus stimmen.
    So mag es vielleicht sein, dass die meisten Christen lieber auf die netten Lehren des neuen Testaments zeigen, aber dann zu behaupten, die gesamte Basis dieses Glaubens sei so und die anderen einfach nicht, ist schlicht und ergreifend falsch.
    Genau so wie echte Personen, in einer echten (zu dieser Zeit feindlichen) Welt Vorwürfe zu machen, weil man sie mit einer idealisierten (fiktiven) Figur vergleicht.


    Dir ist aber schon klar, dass das Alte Testament dem Neuen Testament als Prolog vorangestellt ist um zu zeigen, wie es früher war, oder? Das AT ist das Judentum, von dem sich Jesus im NT nach und nach abkehrt. Um diese Abkehr zu verstehen, ist es notwendig, zu verstehen, wie es vorher war. Ein oft und gern gebrachtes Zitat aus dem AT ist das mit dem Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ursprünglich als Einschränkung der Racheaktionen (für ein Auge eben nur EIN Auge und und nicht zehn) gedacht, verlangt Jesus in der Bergpredigt den Gewaltverzicht:
    Ihr habt gehört, daß da gesagt ist: "Auge um Auge, Zahn um Zahn." Ich aber sage euch, daß ihr nicht widerstreben sollt dem Übel; sondern, so dir jemand einen Streich gibt auf deinen rechten Backen, dem biete den andern auch dar. (Mt. 5, 38-9)
    2000 Jahre später sagte Gandhi dazu: Auge um Auge lässt die Welt erblinden.


    In derselben Bergpredigt wird auch klar, warum unserer Schwüre auf die Bibel (Eid vor Gericht etc.) "so wahr uns Gott helfe" im Sinne des Christentums eine Blasphemie sondergleichens sind:
    Ihr habt weiter gehört, daß zu den Alten gesagt ist: "Du sollst keinen falschen Eid tun und sollst Gott deinen Eid halten." Ich aber sage euch, daß ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Stuhl, noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füße Schemel, noch bei Jerusalem, denn sie ist des großen Königs Stadt. (Mt. 5, 33-5)


    Diese Diskussion lässt sich beliebig fortsetzen mit Rechtfertigungen, was angeblich so alles in der Bibel steht und als Legitimation angesehen wird. Fakt ist, dass viele so genannte Christen überhaupt nicht wissen, was in ihren heiligen Buch so steht, welche Lehren davon ausgehen und sich lieber von Priestern im jahrhundertealter Tradition alles bis zur Perversion verkehrt alles vorkauen lassen. Andere wiederum sehen nicht die Botschaft, sondern nur den Wortlaut und nehmen das mit der Jungfrauengeburt wörtlich, ja, behaupten sogar wider besseres Wissen, die Erde sei erst 6000 Jahre alt, weil es ja in diesem Buch so drin steht. Womit wir zum eigentlichen Problem kommen, was auch den Islam betrifft: Religion wird dazu instrumentalisiert, um Menschen gefügig zu machen. Eine dumm gehaltene, furchtsame Masse lässt sich für die herrschende Schicht leichter unter Kontrolle halten als aufgeklärte Menschen. Und hatte die Religion ursprünglich einen Sinn, die Menschen desselben Glaubens friedlich und zivilisiert miteinander leben zu lassen (fast jede Religion verbietet Mord und Barbarei), so hat sich die Religion als Gesetzesgrundlage spätestens seit dem Humanismus überholt, in dem eine Ethik fern der Religion entstanden ist. Auf diesem Prinzip baut unser modernes Rechtssystem auf - ein weiterer Grund, warum das Schwören "so wahr mir Gott helfe" abzulehnen ist. Und wenn dann diese religionsfreie Ethik auf ein religiöses Wertesystem wie die Scharia prallt, dann merkt man ziemlich schnell, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit Religion sehr schwierig ist. Deshalb sind religiöse Dogmen im täglichen Leben abzulehnen.

  • Dazu kommt der gewaltige Unterschied, dass man mit dem neuen Testament als Hippie-Kuschel-Christ so ziemlich alles eklige am alten wegdiskutieren kann. Koran, Hadith und Sharia bestätigen Gewalt gegen Abtrünnige, Schwule und andere Gruppen nicht nur allgemein, sondern ausdrücklich und im speziellen. Es gibt da einen qualitativen Unterschied.


    Nein. Weil die Bibel exakt das gleiche sagt. Und die Stellen, die man interpretieren kann, um das zu relativieren oder zu ignorieren gibt es sowohl in der Bibel, als auch im Qu'ran.
    Und da ich zufällig gerade die Anstalt schaue, hier mal ein paar der friedlichen Bibelverse:

    (ab ca. Minute 15).
    Und ich habe ehrlich gesagt, wirkliche Probleme mit dem "das neue Testament hebt das alte auf". Denn dass kann nach allem, was über das Wesen Gottes behauptet wurde (weiß alles, kann alles, hat alles erschaffen etc.) einfach nicht sein. Warum sollte sich jemand, der gar keine Fehler machen kann, revidieren? Zumal die Bibel auch dort nicht eindeutig ist. Denn letztenendes ist laut der Bibel sowohl das alte, als auch das neue Testament das Wort Gottes und somit Gesetz. Ist also alles Interpretationssache.
    Im Allgemeinen zeigt mir das eh wie nutzlos das alles ist, da es morgen eh grundlos umgeschrieben werden könnte, aber darum soll es ja jetzt nicht gehen.


    Zitat

    möchte ich betonen, dass Kritik am
    Islam (oder allen anderen Religionen) sich nicht auf die Menschen
    beziehen sollte, die sie ausüben, sondern auf die durch die Religionen
    vertretenen Ideen


    Da stimme ich dir zu 100% zu. Nur gilt das eben nicht nur für den Islam, sondern auch für Christen.


    Zitat

    [quote='Nikioko','http://www.drwho.de/forum/index.php/Thread/3709-Allgemeiner-Thread-zum-Islam/&postID=178426#post178426']Dir ist aber schon klar, dass das Alte Testament dem Neuen Testament als Prolog vorangestellt ist um zu zeigen, wie es früher war, oder? Das AT ist das Judentum, von dem sich Jesus im NT nach und nach abkehrt.


    Das ist ja schön für den Erfinder dieses Charakters, aber es ist trotzdem da! Und alles andere ist Interpretationssache. Das sind religiöse Texte. Die sind nunmal aufgrund der Tatsache der langen Laufzeit nicht gerade konsistent in den Aussagen.


    Fakt ist, jeder Glaubenstext beinhaltet Aufrufe zu Gewalt und friedliche Passagen. Es ist dem Leser überlassen, welche für ihn die wichtigeren sind und jede Passage erhält durch irgendwelche anderen Passagen irgendwie eine Berichtigung. Zu sagen, die einen sind friedlich, die anderen gewalttätig ist einfach eine falsche Verallgemeinerung. Beide Bücher können in beide Richtungen ausgelegt werden, je nachdem, wie man sich als Gläubiger präsentieren will.

  • Nein. Weil die Bibel exakt das gleiche sagt. Und die Stellen, die man interpretieren kann, um das zu relativieren oder zu ignorieren gibt es sowohl in der Bibel, als auch im Qu'ran.


    Soweit ich weiß, gibt es im neuen Testament keine Stelle wo direkt steht "Schwule sollen getötet werden", im Koran schon. Damit ist eine nicht schwulenfeindliche Haltung für einen Christen leichter einzunehmen als für einen Moslem.
    Dazu kommt das grundlegende Problem, dass der Islam zu einem guten Teil die Regeln des aus seiner Sicht perfekten Staats auf Erden darstellt. Das ist ein qualitativer Unterschied zur Bibel. Selbst die meisten Hardcore-Christen, die davon überzeugt sind, dass Atheisten etc ewige Qualen in der Hölle erleiden werden, wollen diese nicht hier staatlich verfolgt sehen. Diese Haltung mit dem Koran zu begründen ist ungleich schwieriger wie mit dem neuen Testament.


    Und ich habe ehrlich gesagt, wirkliche Probleme mit dem "das neue Testament hebt das alte auf". Denn dass kann nach allem, was über das Wesen Gottes behauptet wurde (weiß alles, kann alles, hat alles erschaffen etc.) einfach nicht sein. Warum sollte sich jemand, der gar keine Fehler machen kann, revidieren? Zumal die Bibel auch dort nicht eindeutig ist. Denn letztenendes ist laut der Bibel sowohl das alte, als auch das neue Testament das Wort Gottes und somit Gesetz. Ist also alles Interpretationssache.

    Womit du sehr gut dargestellt hast, wieso unter anderem die ganze Idee, Moralvorstellungen aus einem "heiligen" Text zu nehmen, Bullshit ist.
    Ich bleibe aber dabei: Manche dieser Texte stellen heute eine größere Gefahr für die Entwicklung der Menschheit dar als andere.

  • Um hier mal etwas klar zu stellen: Klar sind die meisten Christen weniger eine Bedrohung für eine fortschrittliche, auf Menschenrechten aufgebauten Gesellschaft, warum ist aber auch klar: Sind sind weder Bibelfest, noch leben sie ihren Glauben wirklich, sondern folgen ihm nur wenn es ihnen passt. Wie hat es Volker Pispers mal so schön ausgedrückt? "Äh, Moslems, Menschen die ihre Religion ernst nehmen, für Katholiken unvorstellbar!" Besser kann man es kaum noch sagen. Und nur weil das Neue Testament von Dingen wie "Liebe deinen nächsten" usw. redet und sich Jesus gegen die Todessprache ausspricht, so ist nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen in dem Ding. Ein paar Beispiele:
    "Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, ihrer zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen." Matthäus 5,28
    "Ihr wollt nicht wähnen, dass ich gekommen sie, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den menschen zu erregen wider seinen Vater und die Tochter wider ihrer Mutter und die Schwiegertochter wider ihre Schwiegermutter. Und des Menschen Feinde werden seine eignen Hausgenossen sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist mein nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist mein nicht wert." Matthäus 10,34-37
    "Eine Frau aber, die da betet oder weissagt mit unbedecktem Haupt, die schändet ihr Haupt; denn es ist ebensoviel, als wäre sie geschoren." 1. Korinther 11,5 (Auf Hochdeutsch: Frauen müssen Kopftücher tragen.)
    "Eine Frau lerne in der Stille mit aller Unterordnung. Einer Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre, auch nicht, dass sie sich über den Mann erhebe, sondern sie sei stille." 1. Timotheus 2,11-12 (Auf Hochdeutsch: Frauen müssen sich dem Mann unterordnen unter allen Umständen.)
    Reicht das oder willst du immer noch darauf bestehen, dass das Christentum (und damit meine ich sowohl das neue als auch das alte Testament in der Bibel als Grundlage), keine Bedrohung für unsere Gesellschaft darstellt und nicht genauso als Entschuldigung für dieselben Gräueltaten verwendet werden kann und verwendet wurde wie der Koran und der Islam derzeit von Gruppen wie ISIS, Boko Haram, Al Qaida, Hamas usw. verwendet wird?

  • Soweit ich weiß, gibt es im neuen Testament keine Stelle wo direkt steht "Schwule sollen getötet werden", im Koran schon.


    Und im alten Testament gibt es genau das. Diese Trennung ist doch absurd. Es ist beides die Grundlage des christlichen Glaubens. Nur ist das eine nicht mehr so populär. Dadruch verschwindet es aber nunmal nicht.
    Zu behaupten, der Koran wäre nicht so friedliebend, nur weil man gegenteilige Stellen in dem anderen Buch ignoriert, ist doch Unsinn.



    Womit du sehr gut dargestellt hast, wieso unter anderem die ganze Idee, Moralvorstellungen aus einem "heiligen" Text zu nehmen, Bullshit ist.
    Ich bleibe aber dabei: Manche dieser Texte stellen heute eine größere Gefahr für die Entwicklung der Menschheit dar als andere.


    Da geb ich dir mit beidem Recht. Aber das ist auch nur so, weil es von den Gläubigen abhängt und nicht von den Texten selbst. Frag mal nen Baptist, was der von der Homoehe hält. Da wirst du zwischen nem Islamisten keinen Unterschied erkennen können.
    Diese Texte geben Berechtigungen zu allem und Nichts. Jede findet da eine Grundlage für jedweden Bullshit, den er rechtfertigen will. Und das beweist die Vergangenheit. Da haben sich die Christen auch nie zurückgehalten. Was du da sagst wird durch unsere eigene Vergangenheit einfach widerlegt.

  • "Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, ihrer zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen." Matthäus 5,28


    Koran: „Wenn eine Frau und ein Mann Unzucht begehen, dann verabreicht jedem von ihnen hundert Peitschenhiebe! Und lasst euch im Hinblick darauf, dass es (bei dieser Strafverordnung) um die Religion Gottes geht, nicht von Mitleid mit ihnen erfassen, wenn (anders) ihr an Gott und den jüngsten Tag glaubt! Und bei ihrer Bestrafung soll eine Gruppe der Gläubigen (als Zeugen) anwesend sein.“ (Wkipedia)


    Das heißt also, Jesus verurteilt das Begehren einer anderen Frau, was natürlich Bullshit ist. Im Koran wird dafür direkt eine Körperstrafe gefordert.



    "Ihr wollt nicht wähnen, dass ich gekommen sie, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den menschen zu erregen wider seinen Vater und die Tochter wider ihrer Mutter und die Schwiegertochter wider ihre Schwiegermutter. Und des Menschen Feinde werden seine eignen Hausgenossen sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist mein nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist mein nicht wert." Matthäus 10,34-37


    Das ist eine Aussage über den moralischen Wert eines Menschen und definitiv eine total bösartige Sicht auf die Dinge.
    Ich sehe aber nicht, wo Jesus in dieser Ansprache weltliche Konsequenzen für denjenigen fordert, der seine Anforderungen nicht erfüllt. Für eine moderne Gesellschaft wurscht.




    "Eine Frau aber, die da betet oder weissagt mit unbedecktem Haupt, die schändet ihr Haupt; denn es ist ebensoviel, als wäre sie geschoren." 1. Korinther 11,5 (Auf Hochdeutsch: Frauen müssen Kopftücher tragen.)

    Wieder eine moralische Aussage, und eine abartige durchaus. Es folgt aber kein "...und wer das nicht befolgt, der soll so und so bestraft werden." Die Bibel ist nämlich kein Gesetzestext, der Koran schon.
    Das Tragen von Kopftüchern wird heute mit dem Islam begründet und nicht mit dem Christentum.


    "Eine Frau lerne in der Stille mit aller Unterordnung. Einer Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre, auch nicht, dass sie sich über den Mann erhebe, sondern sie sei stille." 1. Timotheus 2,11-12 (Auf Hochdeutsch: Frauen müssen sich dem Mann unterordnen unter allen Umständen.)

    Da sind beide Bücher glichermaßen scheiße, würde ich sagen.


    Reicht das oder willst du immer noch darauf bestehen, dass das Christentum (und damit meine ich sowohl das neue als auch das alte Testament in der Bibel als Grundlage),


    Nochmal: Islam und Christentum teilen sich das alte Testament gleichermaßen. Ein Vergleich muss auf dem jeweils neueren Buch beruhen.


    keine Bedrohung für unsere Gesellschaft darstellt und nicht genauso als Entschuldigung für dieselben Gräueltaten verwendet werden kann und verwendet wurde wie der Koran und der Islam derzeit von Gruppen wie ISIS, Boko Haram, Al Qaida, Hamas usw. verwendet wird?

    Ja, könnte so verwendet werden. Das bestreite ich nicht. Ich sage bloß, dass es deutlich einfacher ist, den Koran so zu verwenden.

  • Nochmal: Islam und Christentum teilen sich das alte Testament gleichermaßen. Ein Vergleich muss auf dem jeweils neueren Buch beruhen.

    Das ist und bleibt nichts weiter als entschuldigender Bullshit und nichts anderes. Wenn beide Teil des heiligen Buches der jeweiligen Religion ist und darin so wirklich dummes drin steht wie "Homosexuelle sollen gesteinigt werden", "Wenn du gegen Gottes Willen verstößt, wird er dich dazu zwingen, deine eigenen Kinder zu essen" und noch einiges anderes, dann tut es mir leid, damit ist die Grundlage der Religion bereits komplett im Arsch. Da kannst du danach so viel Zuckerglasur drüber ziehen (im Falle des Christentums halt das neue Testament) wie du möchtest, aber es bleibt genauso dämlich, primitiv und bescheuert sowie gefährlich wie zuvor auch.