Christopher Eccleston über seinen DW-Ausstieg

  • So, wir bekommen nun noch einen kleinen (und ausführlicheren) Nachschlag. Je mehr Zeit vergeht, umso klarer wird was da eigentlich vorgefallen sein muß...


    http://badwilf.co.uk/?p=820



    Wie also immer vermutet wurde (und wie ich es hier zwischen den Zeilen herauslese) hatte Keith Boak wohl die Hauptschuld an dem ganzen Eccleston-Desaster. Mit dem Regisseur der die allerersten Folgen drehte hatte er sich überworfen... und von dort aus zog die Spirale wohl immer weiter nach unten bis Eccleston kaum noch mit jemanden auf dem Set grün war. Zumindest reime ich mir das jetzt so zusammen...

  • Das hat er unabhängig davon schon bei Graham Norton ausgeschlossen. ;(



    Es gilt zu bedenken, dass Zeitblase und Tütensuppe nicht das Gleiche sind.

  • Ich hoffe ja, daß er sich nochmal in die Lederjacke zwängt, sollte es zu einem Multi-Doctor-Special 2013 kommen.


    Fände es den Fans gegenüber blöd, wenn alle auftreten, außer Herrn Eccleston. Natürlich gehören Rollen für Schauspieler in der Regel zur täglichen Arbeit und sie verbinden oft nicht soviel damit, wie die Zuschauer. Aber ich finde, die Verantwortung den Fans gegenüber hat er angenommen, als er den Vertrag für die erste Staffel unterschrieben hat. Es gab acht Menschen vorher, die nach wie vor mit der Serie in Verbindung gebracht werden und daß nach Jahrzehnten. So unerwartet kann die Aufmerksamkeit also nicht gekommen sein. Damit mußte er rechnen. Also, hopp in Sweater und Jacke! :25:

  • Ein paar weitere Neuigkeiten zum Ausstieg von Eccleston.


    Blastr.com:
    http://blastr.com/2011/07/chris-eccleston-reveals-t.php


    FictionBox.de:
    http://www.fictionbox.de/index.php/content/view/10851/2/


    "I thought to remain, which would have made me a lot of money and given me huge visibility, the price I would have had to pay was to eat a lot of [$@#!]." - Ich interpretiere das so, dass Christopher Eccleston doch irgendwie ein großer Doctor Who Fan ist/war und mit den "Dreck", der noch kommen, sollte nicht mitverantwortlich sein wollte. :|

  • Mit anderen Worten: Dir sagt das Interview Dinge, die da überhaupt nicht stehen, die du aber gerne glauben möchtest. (Gerade der letzte Satz im von mir zuerst zitierten Absatz deutet eigentlich auf das blanke Gegenteil hin.) Selbst wenn RTD am Ausstieg selbst schuld sein sollte, was hat das mit dem Zeitpunkt von dessen Ankündigung durch die BBC zu tun?


    Okay, dann mal hier: Das Eccleston sauer auf die BBC war oder ist, lag an der Presseerklärung, dass ist schon klar, aber die ist nicht der Grund, warum er Doctor Who verlassen hat, der Grund dafür lag in der Atmosphäre im Produktionsteam und den bereits intern bekannten Ideen für Staffel 2, die ihm nicht zusagten. Das sind im Endeffekt mehr oder weniger zwei Paar Schuhe.

  • Übernehmen wir doch erst noch mal meine Zitate aus dem Radio Times Interview, damit überhaupt klar wird, worüber wir hier reden:

    Zitat von Christopher Eccleston

    I was openminded, but I decided after my experience on the first series that I didn't want do do any more. I didn't enjoy the environment and the culture that we, the cast and crew, had to work in. I wasn't comfortable. I thought, "If I stay in this job, I'm going to have to blind myself to certain things that I thought were wrong." And I thought it's more important to be your own man than to be successful, so I left. But the most important thing is that I did it, not that I left. I really feel that because it kind of broke the mould and it helped to reinvent it, I'm really proud of it.


    The BBC released a statement, saying I was tired and scared of being typecast. I challenged that, so they issued an apology. If you say an actor is tired, any producer reading that is going to think, "I'm not giving him a job if he gets tired." And the notion that I was scared of being typecast is ridiculous because the whole reaction to me being the doctor was: "Well, he can't do that because he is stereotyped as a serious actor." They handled it very badly, but they issued an apopogy and I dropped it.


    So, und nun der Reihe nach:

    Das Eccleston sauer auf die BBC war oder ist, lag an der Presseerklärung, dass ist schon klar, aber die ist nicht der Grund, warum er Doctor Who verlassen hat. [...] Das sind im Endeffekt mehr oder weniger zwei Paar Schuhe.

    Natürlich. Ich fragte, was die Frage nach RTDs Schuld mit dem Zeitpunkt der Pressemitteilung zu tun hat, weil es im anderen Thread genau um dieses Thema ging: Darf die BBC bezüglich der Hauptbesetzung lügen? Stimmt RTDs Aussage zu dem Thema? Warum sollte sie es nicht tun?

    der Grund dafür lag in der Atmosphäre im Produktionsteam

    Nicht im Team, aber am Set. Und ich sehe ein, dass RTD als Chefproduzent eine gewisse Verantwortung trägt, unabhängig davon ob er persönlich die Probleme verursacht. Das ist aber auch alles.

    und den bereits intern bekannten Ideen für Staffel 2, die ihm nicht zusagten.

    Und hier verlierst du nun jeden Bezug zum Interview. Ich denke, dass Eccleston eher das Gegenteil durchscheinen lässt, wenn er sagt, dass er stolz darauf ist, dass die Serie mit ihm aus den vorgefertigten Formen ausgebrochen ist und er geholfen hat, sie neu zu erfinden. Wo du da die Behauptung hernimmst, er hätte RTDs Ideen abgelehnt, bleibt mir völlig schleierhaft.

    Es gilt zu bedenken, dass Zeitblase und Tütensuppe nicht das Gleiche sind.

    2 Mal editiert, zuletzt von ftde ()

  • Wo du da die Behauptung hernimmst, er hätte RTDs Ideen abgelehnt, bleibt mir völlig schleierhaft.


    Aus seiner eigenen Anti-RTD-Ideologie.


    Mein Eindruck ist auch dass Eccleston schon lange bevor irgendwelche ernsthaften Pläne für die zweite Staffel existierten beschloss nicht mehr weiterzuspielen, und das wahrscheinlich sogar nach wenigen Folgen. Und das hat auch nichts damit zu tun dass er angeblich ein Fan der Serie gewesen sei (War er nie!) und nichts mit den Storylines die noch kommen sollten zu tun haben und sie nicht mit verantworten wollte. Er hat einfach nur während des Drehs gemerkt dass die ganze Serie an sich (und alles was an ihr dranhing, von der Art sie zu drehen und der ganze Merchandisekram) nicht auf seiner Wellenlänge lag, um es mal so auszudrücken. Ich habe immer noch dieses Jonathan Ross-Interview vor Augen in dem er mit Abscheu auf sein Actionfigurabbild blickt.


    Andererseits muss er wirklich naiv gewesen sein von vornherein nicht zu wissen worauf er sich da eigentlich einliess.


    Und dann hatte er aber widerrum keine Probleme in "Heroes" und "G.I. Joe" aufzutreten. :rolleyes:

  • Naja Heroes hat nicht den 50 Jahre Ballast an Erwartungen und Fandombildung mit sich herumgeschleppt, der bei Dr Who unweigerlich dazugehört. Und GI Joe ist zwar eine alte Serie/Comicreihe, aber ich denke hier wird er von vorneherein geahnt haben dass der fehlende Anspruch einer Sommerkino Action Popcorn Story ihm erlaubt sich mehr von der Rolle und ihrem Beiwerk zu distanzieren. Bei einer Rolle wie dem Doctor ist das IMO schwieriger, weil man da eher mit identifiziert wird, jedenfalls in England.



    Und soweit ich den Text da interpretiere, hat ihn mehr die Atmosphäre beim Drehen, die Teamdynamik hinter der Kamera genervt wenn nicht sogar abgestoßen als jetzt unbedingt die Identifikation mit dem was er abgeliefert hat... Das mit der Actionfigur mag ein Teil gewesen sein, aber ich denke wenn das Drehen und die Arbeit mit dem Team ihm Spaß gemacht hätte, wäre das kein wirklich massives Argument gewesen, die Vermarktung und das Geld daher zu holen wo der Markt es hergibt gehört heute doch zu nahezu allen medialen Projekten dazu und wenn eine Produktion schon VOR dem Dienstantritt eines neuen Schauspielers große Kohle mit den kleinen Plastikmännchen gemacht hat, wird sie nicht nur ihm zu liebe darauf verzichten (und es wird im Vertrag gestanden haben).
    Hingegen kann ich das Problem durchaus nachvollziehen, wenn er nach kurzer Zeit schon merkt dass ihm das Drehen keine Freude bereitet egal an was zwischen Team, Umfeld, Drehbuch oder auch BBC Einfluss (Culture klingt nach Problemen die nicht nur mit den Drehbedingungen, Kollegen oder dem Kostüm zu tun hatten sondern mehr nach TPTB die da unangenehm oft rumgepfuscht haben) das gelegen haben mag. Am Ende zählt doch nur das Ergebnis: Weitermachen = weiterhin unwohl fühlen, aufhören = Ruhe haben. Das finde ich auch ohne genauere Kenntnis der Gründe sehr einleuchtend und kann es ihm nicht verübeln.

  • Für Eccleston muss das eines der tiefsitzend enttäuschenden und kränkendsten Erlebnisse seiner beruflichen Laufbahn gewesen sein. Anders kann ich mir nicht erklären, dass über zehn Jahre danach kein versöhnlicher Ton zu hören ist, bzw. dass er sich überhaupt noch breit darüber auslässt. Ein Verbleib Ecclestons - eventuell mit ein bisschen mehr Diplomatie beiderseits - hätte den Doctor in den frühen Jahren der neuen Serie meines Erachtens eine deutlich positivere Entwicklung nehmen lassen.

  • Eigentlich hat er da nichts grundsätzlich Neues gesagt. Der Unterschied ist nur dass dieses Mal ein paar Dinge etwas deutlicher beim Namen genannt wurden und man nicht mehr eins und eins zusammenzählen muß.


    Wenn man sich mal die Wikipedia-Seite von Keith Boak anguckt dann hat man ihn auch nicht mehr an etwas Vergleichbares herangelassen. Erst recht nicht Doctor Who. Vielleicht wollte er aber auch nicht. So oder so: Macht auch nichts.

  • Das Thema sollte man mal abschließen.
    Eccleston ist weg, es gab Differenzen, mehr wissen wir immer noch nicht im Detail.
    Was wirklich passiert ist, wird man nie 100% rausfinden.


    Auch ich finde es Schade, dass es so gekommen ist, weil ich im Nachhinein Eccleston für einen besseren Schauspieler halte als Tennant, inbesondere in der Rollenfindung in Doctor Who.
    Ich bin insgeheim der Meinung, dass es besser ist, wenn ein Darsteller "frei" und "unbefangen" an die Rolle rangeht, also kein Fanboy der Serie ist, was Tennant aus meiner Sicht nicht geschafft hat. (Wobei ich Tennant in Staffel 2 und 3 gut fand, aber das will ich jetzt hier nicht ausbreiten).


    Ich hätte gern die Entwicklung der Serie gesehen.
    Wobei der Größenwahn von RTD hätte auch Eccleston nicht retten können.

  • Bin überrascht. Da Tennant ein paar sehr unterhaltsame und sogar ein paar ungewöhnlich kontroverse Drehbücher hatte, stellt sich mir gar nicht die Frage, ob ich ihn mag oder nicht. Ich mag ein paar seiner Episoden ausgesprochen gern. Sogar wenn sie Doctoruntypisch sind.