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England, 1215: Als König John gerade das Schloss von Sir Ranulph Fitzwilliam besucht, landet auch die Tardis während des Ritterturniers. Der fünfte Doctor und seine Begleiter werden trotzdem freundlich empfangen. Nur, dass sich der König und sein Ritter Sir Gilles ein bißchen zu sehr für die Tardis interessieren. Und dass weder der König noch sein Ritter die sind, die sind vorgeben zu sein. Und dass der älteste und beste Feind des Doctors die Zukunft der Demokratie auf Erde bedroht...
Mir gefällt, wie der tanzende Arzt die Classic-Themen eröffnet. Darum machte ich das mal genauso...
Bemerkenswert an The King´s Demons ist die Einführung des neuen Companions: Kamelion - ein richtiger Roboter, der auch von einem Roboter dargestellt wurde. Leider war das Ding höllisch schwer zu bedienen. Und der einzige, der das überhaupt konnte, ist auch kurze Zeit danach gestorben.
Diese Folge wurde am 15./16. März 1983 ausgestrahlt. In dieser Zeit sich etliche Deutsche über zwei Dinge besonders auf: Den Nato-Doppelbeschluss und die anstehende Volkszählung. Außerdem gab es eine vorgezogene Bundestagswahl. Gewonnen wurde die von der CDU/FDP-Koalition. Und die Grünen zogen zum ersten Mal in den Bundestag sein.
Auf Platz 1 der Hitparade standen im März 1983 in...
... Deutschland: Nena - 99 Luftballons
... UK: Bonny Tyler - Totals Eclipse of the Heart
.... Österreich: Peter Schilling - Mayor Tom.
Edit: Aufgrund eines freundlichen Hinweises habe ich noch ergänzt, dass es hier um den fünften Doctor geht, und ein paar andere Fehler habe ich auch noch korrigiert.
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Wenn jemand wie ich solche Filme wie Ivanhoe oder Robin Hood mag, dann kennt er auch König John. In diesen Filmen heißt er noch Prinz John und macht solchen Lichtgestalten wie Robin Hood oder Ivanhoe und den Sachsen überhaupt das Leben zur Hölle. Ansonsten vertritt er Richard Löwenherz mehr schlecht als recht, als der, kaum dass er König wurde, sich in das Heilige Land auf Kreuzzug verpieselte (und einen unfreiwlligen Aufenthalt in der Burg Trifels einlegte).
Da kann es schon mal in Vergessenheit geraten, dass dieser König John die Magna Charta unterzeichnet hat. Auch wenn er dies überhaupt nicht freiwillig machte, sondern durch einen Aufstand dazu gezwungen wurde. Und diese auch schon zwei Monate durch den Papst für ungültig erklären ließ. Die Magna Charta wurde übrigens immer wieder mal für ungültig erklärt, was sich natürlich von den Adligen keiner mehr bieten ließ. Dieser Geist war raus aus der Flasche. König John war außerdem der Pechvogel, der gerade König war, als das Anglo-Angevenische Reich zusammenbrach. In meinem Geschichtsbuch wird er übrigens als "Johann Ohneland" bezeichnet; "Johann Ohneglück" oder "Johann Unbeliebt" hätten wohl auch gepasst.
König John hat also einen eher miesen Ruf. Und ich dachte bisher, dass er sich das in erster Linie selbst zuzuschreiben hat. Oder dass dies auf das Konto von Hollywood geht. Seit The King´s Demons weiß ich es aber besser: Daran ist nur der Master schuld!
Und da bin ich auch endlich bei der Hauptsache, bei The King´ Demons - einem Zweiteiler, der mir so richtig viel Spaß machte. Historicals sind ja per se schon mal klasse, und dann auch noch Mittelalter! Herz, was willst du mehr?
Der fünfte Doctor, Tegan und Turlough landen im Jahre 1215 in England und platzen mitten rein in einen zünftigen Tjost. Anwesend ist auch König John, der sich mächtig freut, weil er die Drei für Dämonen hält. Dies passt dem Doctor übrigens gar nicht. Er benimmt sich im Folgenden so undämonenhaft wie es überhaupt nur geht, bittet nach Zweikämpfen ständig um das Leben der Unterlegenen und ist für Entertainment in Form von "Menschen in Öl kochen" gar nicht zu begeistern. Das gelingt ihm ganz gut, denn der König stellt nach kurzer Zeit fest, dass Dämonen auch nicht mehr das sind, was sie mal waren.
Ansonsten ist der fünfte Doctor hier in Hochform, besonders bei einem Schwertkampt mit Sir Gilles (Anthony Ainley spricht hier mit französischem Akzent. Ja, isses denn die Möglichkeit?) Und er ist es, der sich für König John gegenüber Tegan mächtig ins Zeug legt und sagt, dass König John ein sehr, sehr unterschätzter König ist. Und dass für König John die Magna Charta in Wahrheit eine Herzensangelegenheit ist. Was Tegan bezweifelt (und ich auch...).
Tegan wollte am Anfang gar nicht erst aus der Tardis raus, schließlich ist es in der Tardis warm, und im Mittelalter ist es bekanntlich kalt. Ein netter running gag in dieser Folge ist dies: Tegan beschwert sich pausenlos über die Kälte und hängt sich immer mehr Decken um die Schultern. Tegan lernt in dieser Folge auch, wie man sich im Mittelalter warm gehalten hat. Sie wundert sich an einer Stelle über die kleinen Betten. Der Doctor daraufhin knochentrocken: "Another way of keeping warm." Was Tegan natürlich nicht davon abhält, sich weiter über die Kälte zu beschweren. Bei der Geschichtsstunde des Doctors über König John sagt sie: "No wonder they force him to sign Magna Charta. Bet there was something in it about underheated housing."
Turlough geht natürlich wieder einmal eigene Wege, was nicht so gut für ihn endet. Er wird in einem Kerker an eine Wand gefesselt. Er bekommt aber bald Gesellschaft: Die Burgherrin und ihr Sohn werden auch gefangengesetzt. Die halten Turlough für einen Dämonen (unverständlich, wo er doch so eindeutig ein Frettchen ist) und fragen nach, ob er nicht in der Hölle um Hilfe rufen kann. Turlough: "I could, but then, so could you. With a better chance of success, I fancy."
Es ist eine der besseren Master-Geschichten. Natürlich kann man an Sinn und Verstand dieses Masterplans zweifeln, aber wann kann man das nicht? Und Anthony Ainley agierte hier als Master sehr anständig, das Gekicher hielt sich in Grenzen, und sein Duell mit dem Doctor war große Klasse. Und gegen Ende haben die beiden eine sehr schöne Szene zusammen.
Eingeführt wurde hier auch Kamelion, der neue Roboter-Companion. Natürlich läuft die ganze Geschichte auf diesen Moment hin, und es ist auch vorhersehbar. Wie der Doctor dann aber diesen silbernen Blechmann findet, dass ist gelungen und auch mit Vorwissen eine schöne Überraschung. Hier muss der Schauspieler, der Kamelion die Stimme gibt, einfach mal lobend hervorgehoben werden.
Und wie Kamelion in die Tardis einzieht, ist auch Gold wert. Am Ende gibt es wegen Kamelion auch einen netten Disput zwischen Tegan und dem Doctor. Die beiden waren diesmal überhaupt eine reine Freude mit ihren kleinen Wortgefechten. Und es ist einfach zu drollig, wie der Doctor die Augen genervt verdreht, wenn Tegan wieder mal ihre Einzeiler losläßt.
Kamelion selbst ist eher - naja... Ich mag die Idee eines Roboter-Companions schon mal nicht besonders. Und so richtig klappt es auch schon nicht. Er wirkt eher wie eine silber angemalte Schaufensterpuppe, die sich bewegen kann. Und schon die Augen: Die erinnerten mich an meine Kindheit, weil ich auch Puppen hatte, bei denen die Klappaugen verrutscht sind.
Eine wirklich sehr anständige und unterhaltsame Folge. Das machte so richtig Spaß. Und die Geschichte hatte mit 2 Episoden genau die richtige Länge. So bleibt zumindest kau, Zeit für das obligatorische Korridor-rauf-und-runter. Und es wurde schön ausgepackt, was es mit diesem König auf sich hatte, von der ersten Verwunderung über sein ungewohntes Verhalten bis hin zum Knalleffekt.
Zuerst wollte ich ein Gut geben, aber als dann der Cider erwähnt wurde, war mir klar, dass ich hier nur ein Super vergeben kann. Und sonst nichts anderes.
Edit: Die Magna Charta wurde im Jahr 1215 unterschrieben, und nicht im Jahr 1251. Ich habe das mal korrigiert - und vielen Dank an Herrn Duck für den Hinweis.