Nightmare of Eden

  • Bewertung der Folge 9

    1. Super (3) 33%
    2. Gut (3) 33%
    3. Durchschnitt (0) 0%
    4. Ausreichend (3) 33%
    5. Schlecht (0) 0%

    Tief draußen im All kollidieren zwei Raumschiffe, das Touristenschiff Empress und das private Schiff Hecate, als die Empress unter Warp geht, wobei es zu einer Art Verschmelzung der beiden Schiffe kommt. Kurz darauf materialisiert auch die Tardis mit dem vierten Doctor, Romana II und K-9 an Bord der Empress. Diese machen nicht nur die Bekanntschaft von Professor Trys und seiner CET-Maschine (ein Apparat, der sowohl Abbilder der Fauna und Flora fremder Planeten erstellt, gleichzeitig aber auch einen Zugang zu diesen schafft), sondern müssen sich auch mit Drogenschmugglern, schießwütigen ordnungshütern und den gar gräulichen Mandrels auseinandersetzen ...


    Nightmare of Eden war die 4. Folge der 17. Doctor Who-Staffel und bestand aus 4 Einzelepisoden, die zwischen dem 24. November und dem 15. Dezember 1979 erstmals ausgestrahlt wurden und dabei von 8.7 Mio bis 9.4 Mio Zuschauern gesehen wurden


    ***


    Wenn je ein Folgentitel treffend war, dann dieser - denn Nightmare of Eden ist ein Alptraum! Und zwar für den ahnungslosen Zuschauer, der sich voller Vorfreude hinsetzt um sich eine Folge ClassicWho anzuschauen und dann rund 100 min lang derart gequält wird ...


    Die Folge besticht durch Laiendarsteller, die Klischeefiguren verkörpern, extrem peinliche Monster-Kostüme,eine nicht vorhandene Logik pseudo-wissenschaftliche Erklärungen die sich selbst widersprechen und eine grauenhafte Optik. Man fragt sich ernsthaft, ob es tatsächlich ein Drehbuch für dieses Machwerk gegeben hat ...


    Da können auch der vierte Doctor und Romana II nichts mehr retten, denen zwar insgesamt noch die besten Szenen gehören (zB wenn beide unabhängig vonenander dem auf seine Erfindung so stolzen Professor Trys die Mängel derselbigen aufzählen oder der Doctor, der Trys am Ende mit dieser seiner Erfindung fängt).


    Es tut mir in der Seele weh und ich hätte nicht gedacht, das je von einer Folge des vierten Doctors sagen zu müssen, aber das war einfach nur SCHLECHT ...

  • Ähnlich wie in "Carnival of Monsters" gibt es hier eine Verkleinerungsapparatur, in der ein leicht irrer Betreiber Stücke existierender Planeten mitsamt monströsen Bewohnern durch die Gegend schleppt. Doch zugleich dient diese Apparatur zum Drogenschmuggel. Der Doktor und Romana versuchen, die Dealer zu erwischen, werden aber von den doofen Cops selbst verdächtigt. Aus der Apparatur brechen derweil Monster aus und verbreiten Chaos.


    Eine wüste Geschichte, die den rechten Ton nicht trifft. Einerseits mit einem ernsten Hintergrund (Drogenhandel), andererseits mit putzigen grünen Monstern und einem Mad Scientist (inkl. ze silly Dschörmän accent). Da stimmt das Gleichgewicht zwischen Comedy und Action nicht. Das merkt man am deutlichsten in der Schlußepisode, als Tom Baker außerhalb des Kameraauschnitts von Monstern niedergetrampelt wird und man ihn nur jammern hört - das sollte irgendwie witzig sein, ist aber komplett missglückt. Einige schauspielerische Leistungen sind grottenschlecht, da stechen z.B. die schwarzgekleideten Cops ins Auge. Ich habe gelesen, dass der Regisseur mitten während des Drehs ausgetauscht wurde, immer ein bedenkliches Zeichen.


    Es gibt trotzdem einige denkwürdige Momente, wie ich finde, z.B. als der Captain des Raumschiffs versehentlich Drogen genommen hat und sich dann - zur völligen Verwunderung aller - schlapp lacht, als seine Passagiere angegriffen werden. Oder als Romana das erste Mal jemanden aus der projizierten Welt nach draußen schauen sieht und ahnt, dass etwas faul ist. Oder als der Doktor dem Erfinder erklärt, was an seiner Maschine alles noch dringend verbessert werden muss, auf die er doch sooo stolz ist... Die Idee mit der Raumschiffkollision ist auch nicht zu abgenutzt. Ich habe daher noch mit "ausreichend" abgestimmt.

  • Neben peinlich schlechten Actionszenen, furchtbar plumpen Monstern, grauslich schlechten Special Effect (sogar für eine TV-Produktion aus der damaligen Zeit!) und einer schlicht hirnrissigen Story sind in dieser Folge das Team Doctor leider das schlechteste an der ganzen Folge!


    :thumbdown: Der Doctor: Schauspielern kann man das kaum nennen, was Tom Baker da veranstaltet! Glotzäugig in der Gegend herumstarren, sinnlose Sätze hervor brabbeln und hin und her rennen, zu mehr scheint sein schauspielerisches Können in dieser Folge nicht zu reichen.
    :thumbdown: Romana: Schauspielerisch zwar noch besser als Tom Baker (das ist ohnehin meistens der Fall!), aber besonders überzeugend ist ihre Leistung auch hier nicht. Und auch wnen die Kulissen beengt sind, hätte man ihr doch mal zeigen sollen, wie man rennt - statt hopsend zu tänzeln! Außerdem ist Lalla Ward in diesem komplett unvorteilhaften, formlosen, grauen Wäschesack von einem Kleid wohl der schlimmste Wegkucker der ganzen Tom Baker-Ära! Rein optisch ist diese kleine, dünne, knochige Gestalt in diesem schrecklichen Outfit niemals weniger ein gleichwertiger Ersatz für Romana I gewesen als in dieser Episode!
    :thumbdown: K-9: Finde ich schon ohnehin schwer zu ertragen, aber mit DER Stimme ist er noch schlimmer als sonst! Und so was von träge! Die reine, pure Schlaftablette, der Hund!


    :thumbup: Auf meiner Plus-Seite: Einige der Nebencharaktere, vorneweg der bekloppte Mad Scientist, der Captain, der zugedröhnte Steuermann, dieser herrlich inkompetente Polizist, und natürlich diese quengelige Passagierin, waren alle so herrlich überzeichnet (und meist auch sehr viel besser gespielt!), dass ihre komischen Qualitäten wieder einiges aufgewertet haben!

  • Ehrlich gesagt: Nein. Also, nicht negativ.


    Dass der Akzent aufgesetzt und deutsch war, ist mir natürlich auch aufgefallen, aber seit Dr. Strangelove haben ja alle verrückten Wissenschaftler einen schrecklichen deutschen Akzent zu haben! ;)
    Mich hat das ehrlich nicht gestört. (Und meinen Stolz schon gar nicht verletzt! ;) ) Ich fand den Character ausgesprochen unterhaltsam, in seiner ganzen überzogenen Madscientist-haftigkeit, inklusive Akzent und kleiner, getönter Brille. Der Schauspieler war außerdem gut gecastet für die Rolle, herrliche Visage, wie gemacht dafür! (Zugegeben, ein Peter Sellers ist er nicht gerade, aber ich fand ihn trotzdem gut!)


    Und aufgesetzt haben alle Personen in dem Stück gespielt. Da war der keine Ausnahme!
    Die einzigen, die dabei nicht total überzogen wirkten, waren der ungeduldige Frachter-Captain, die treuherzige Assistentin und ihr sehr, sehr männlicher Boyfriend. Die haben sich beim Schauspielen scheinbar etwas zurück gehalten, und wirkten dementsprechend ziemlich farblos. Klischées waren sie trotzdem allesamt, genau wie der Rest der Besatzung.


    Und wenn ich mich an aufgesetztem, überzogenem Geschauspielere so sehr stören würde, dass es mich direkt vergraulen würde, hätte ich mir noch keine einzige Tom Baker Episode zu Ende angesehen. Man kann von ihm halten, was man will, aber gekonntes, subtiles Acting ist eindeutig keine seiner Stärken!

  • Immer wieder erstaunlich auf welch unterschiedliche Aspekte man bei einer Folge achtet und welchen Einfluss das auf die jeweilige Wertung hat.


    Die unglaublich schlechten Monster (mit Sicherheit weit über der 0.5), die lahmen Actionszenen und deren peinliche Umsetzung sind mir auch aufgefallen aber ich bin mittlerweile so abgehärtet, dass mich das kaum mehr stört. Wenn eine Episode zum größten Teil nur aus diesen Elementen besteht, finde ich sie auch mies. Zum Glück war "Nightmare of Eden" auch mit einer coolen Story versehen, hatte keine Längen und wartete mit einigen Überraschungen auf. Die überzeichneten Charakter finde ich völlig in Ordnung, das passt zu dem Stil der Episode.


    Dass Tom Baker gegen Ende seiner Zeit immer alberner wird, wird häufig als negativ bewertet. Ich finde es hingegen völlig in Ordnung, aber auch nur weil ich seinen Humor und seine Wortspiele liebe. Je mehr, desto besser. Wie soll man nach 750 Jahren in denen man so ziemlich alles schon mal erlebt hat, noch ernst bleiben? Gut, das ist keine Begründung... spätere Regenartionen sind noch älter, aber trotzdem ernster.

  • Immer wieder erstaunlich auf welch unterschiedliche Aspekte man bei einer Folge achtet und welchen Einfluss das auf die jeweilige Wertung hat.


    (...)


    Dass Tom Baker gegen Ende seiner Zeit immer alberner wird, wird häufig als negativ bewertet. Ich finde es hingegen völlig in Ordnung, aber auch nur weil ich seinen Humor und seine Wortspiele liebe. Je mehr, desto besser. Wie soll man nach 750 Jahren in denen man so ziemlich alles schon mal erlebt hat, noch ernst bleiben? Gut, das ist keine Begründung... spätere Regenartionen sind noch älter, aber trotzdem ernster.


    Eigenartig, aber ich hatte das immer genau anders herum empfunden: Tom Baker kam mir am Anfang seiner Doctor-Laufbahn eher albern vor (was ich auch lieber mochte), und wurde dann, so hatte ich den Eindruck, im Laufe der zeit immer ernster (und pompöser). (Ähnliches habe ich zB. auch bei Sylvester McCoy beobachtet. Bei Colin Baker dagegen kam es mir genau anders herum vor. Der entwickelte sich von laut, wichtigtuerisch und ernst zu albern.)


    Aber das bestätigt ja durchaus deine These vom Anfang.

  • Vor dem Hintergrund, dass Horns of the Nimon noch einmal deutlich schlechter ist, vergebe ich an dieser Stelle ein ausreichend. Zumindest passten hier die Spezialeffekte, auch wenn die Monster wie aus der Muppetshow ausgebrochen aussahen. Und die Geschichte: naja, vorhersagbar und nicht gerade spannend.

  • Abgesehen von den technischen Mängeln, deren Ursprung in den Specials ja auch erklärt wurde, habe ich mich bei der Folge nicht gelangweilt und köstlich amüsiert. Die Charaktere waren siche überzeichnet, passten aber in die ganze leicht irrwitzige Story.


    Den Akzent von Trys habe ich eher italienisch eingeordnet, passt auf jeden Fall besser zum Typ und seiner stylischen kleinen Brille.


    Dazu kommen noch die Steuerelemente des Raumschiffs, die schon ein bisschen die der Picard-Enterprise vorwegnehmen.


    Und natürlich die Idee, dass aus Bildern, die keine sind, etwas Gefährliches herauskommen kann. Die wurde 34 Jahre später ja noch einmal verwendet.


    Für die Tom Baker-Ära super.

    "Grundgütiger! Ein weiblicher Doctor! Was für Zeiten das doch sind!" (Barnabas Collins)