Die großen Klassiker der Filmgeschichte! (die wir hassen... oder auch nicht)

  • Ich denke wir kenn alle dieses schöne Phänomen. Es gibt da diese alten Schinken in Form von Film die als ganz toll und als eine der besten aller Zeiten gelten... und dann sieht man sie sich an und denkt: "Eh...."


    Genau so ein Ereignis hatte ich jetzt jedenfalls wieder, den ich habe nun endlich mal Coppolas ersten "Der Pate"-Film komplett gesehen. Ein oder zwei mal hatte ich es bereits in den 90ern versucht und bin jeweils nach etwa 30 Minuten ausgestiegen weil mich das Ding einfach nicht gegriffen hat. Allerdings hab ich es darauf geschoben, dass ich damals noch "young and pompous" war und es einfach kein Film für nen 14-jährigen ist. Und jetzt wo ich letztes Wochenende diese "Godfather"-Komplettbox für billig bei Media Markt rumliegen sah, dachte ich dass ich mir das jetzt als vernünftiger Erwachsener durchaus mal ansehen und toll finden kann.


    Und... möh... Pustekuchen. Ich glaube, ich gucke beim nächsten Mafiafilmdrang nochmal "Goodfellas" oder so... denn ich war ziemlich unbegeistert von dieser Schwarte. Die Figuren fand ich flach und uninteressant... und die Geschichte einfach schlecht erzählt. Mit wie vielen Nebensächlichkeiten die ins Nichts führten hat das Drehbuch sich hier aufgehalten? Das waren schon ne Menge, oder?


    Jedenfalls sind da noch diese zwei weiteren Filme in dieser Box (und dazu noch eine vierte Disc mit den ganzen Extras) und ich habe nicht mehr so richtig Bock mich da weiter durchzukämpfen. :pinch: Platz 1 oder 2 auf der IMDB- oder AFI-Liste hin oder her.


    Aaaaaber... es gibt natürlich auch wieder Klassiker die ich in der Tat sehr gut und toll finde. Auch wenn's Leute gibt die bei "Citizen Kane" oder "2001" auf ihren Körpern irreversible Furunkel entwickeln, so kann ich mir diese Zelluloidrollen immer wieder begeistert ansehen. (Nicht dass ich es regelmässig tun wurde... aber... öh... es ist der Gedanke der zählt!)


    Wie sieht's denn bei euch so aus? Was hasst und liebt ihr denn? Und mag mich hier jemand grad zufällig dafür ermorden dass ich dieses Paten-Sakrileg begangen habe obwohl es doch in Stein gemeisselt wurde, dass man den Film gefälligst mindestens für gottgleich zu halten hat? :)

  • Hallo,


    ein sehr schöner Thread. Leider nicht all zu viel Zeit im Moment. Zum Paten kann ich Dir nur beding recht geben, ich persönlich fand ihn als Trilogy immer sehr gut (besonders den zweiten), konnte aber die absolute Begeisterung auch nie verstehen.


    Auf Anhieb fällt mir gerade nichts ein, bei dem es mir ähnlich geht wie Dir, aber etwas, wo ich von vielen Leuten Unverständnis ernte und mich immer Frage, wieso sie ein Problem damit haben. Und das sind (grob verienfacht) die Filme von Alfrad Hitchock. Ich halte viele davon noch immer Filmtechnisch für Meilensteine und auch inhaltlich ist mir bis heute keiner untergekommen den ich inhaltlich mit schlechter als "gut" bewerten würde. mitlweile sind mit viele Leute Begegnet, die die Filme einfach landweilig und "als alten Käse" empfinden, ohne mir aber erkären zu könnnen, warum und was sie denn erwarten würden... Vielleicht ist hier ja einer eben dieser?



    R:

  • Nenene, ich verstehe, wenn der 3. Pate-Teil nicht jedermanns Geschmack ist, aber dass man schon beim ersten Film kapituliert? :P
    Diese Reihe ist für mich der 1. Platz der Familien-Dramen und der Filmgeschichte an sich. Gerade der Audiokommentar begeistert mich immer wieder...Pöhh, du Kulturbolschewist :D


    2001 ist ein toller Fil, macht es dem Zuschauer aber auch nicht ganz einfach. Ansonsten gibt es außer "Dirty Dancing" keinen Klassiker, den ich jetzt komplett verabscheue oder nicht ganz so prickelnd finde (oder zählt "Avatar" schon als Klassiker ;) )

  • Also der Filmklassiker mit dem ich gar nichts anfangen kann, bei dem ich immer wieder denke, warum um Gottes willen reden die Leute da so begeistert von ist: Vom Winde verweht.
    Ich hab mich einmal durch gequält und konnte absolut nicht verstehen was die Faszination dieses Filmes ausmachen soll. Ich sehe da keine Liebesgeschichte, ich sehe da kein Drama, ich sehe da nur eine sinnlose Aneinanderreihung von Ereignissen.
    Ganz anders geht es mir da mit Doktor Schiwago. Den liebe ich heiß und innig. Zwar kann ich mir den auch nicht andauernd ansehen, aber so einmal im Jahr ist der ein absolutes muss. Die Bilder, die Landschaft, die Musik und die Geschichte bilden für mich zusammen ein absolutes Highlight der Filmgeschichte.

  • Hmm, kann natürlich sein dass "Der Pate" als Trilogie (besser) funktioniert... aber da sie nicht gerade von Anfang an als solche geplant war, sind so einige Handlungsstränge die im Nichts verpuffen (wie z. B. dieser Pseudo-Frank Sinatra am Anfang) oder zumindest sehr seltsam in den Film integriert werden (der ganze Kram mit Pacino in Italien) umso nerviger. Kann sein dass auch den Dingen wie Pseudosinatra im den nächsten Filmen noch was wird... aber... öh.


    Ich glaube so richtig verloren hatte mich der Streifen bei einer "typisch italienische" Szene, die so ein dämliches Klischee war, dass ich mich richtig geärgert habe. Tausend Leute von der Familie sitzen um den Esstisch, fressen und reden laut... und die dicke Mutti geht mit einem Baby unterm Arm ans Telefon und beschwert sich darüber dass sie den Typen am anderen Ende der Leitung nicht verstehen kann weil das Kind so schreit.............. :18:


    Aber ich glaube, ich bin auch einfach kein Coppola-Freund... "Apocalypse Now" fand ich ziemlich öde. Zwar war ich als ich ihn gesehen hatte in meinen Teenagerjahren gewesen und vielleicht einfach noch nicht bereit für ihn gewesen... aber das ist ja so ziemlich das selbe was ich über den "Paten" gesagt habe. :lach: Ich glaube der einzige Coppola-Film den ich wirklich mag ist "One From the Heart".... und das ist ausgerechnet einer von seinen Filmen die bei der Kritik nicht so dolle ankamen, also was weiss ich schon?


    "Vom Winde Verweht" habe ich übrigens auch so mit 14, 15 gesehen... und fand den damals toll. :lach: Das macht mir heute ehrlich gesagt aber ein bisschen Angst. Keine Ahnung ob ich den heute genauso mögen würde... oder vor lauter Kitsch eine Gehirnblutung bekomme. Allerdings ist das aber auch der Filmstil aus jener Zeit. Die Streifen aus dem frühen 20ten Jahrhundert sind generell etwas sülzig. Das muss man entweder ignorieren oder hinnehmen... oder auch nicht.


    Schiwago habe ich nie gesehen. Der ist doch auch mit Klaus Kinski, nicht wahr? Hmm... muss ich irgendwann mal nachholen. Und wenn es auch nur darum geht eine Bildungslücke zu schliessen...


    "Dirty Dancing" sehe ich jetzt nicht als Klassiker an. Das ist einfach nur so'n blöder Kultfilm für tantige Hausfrauen.


    Hitchcock... hmkay, über seine meisten (frühen) britischen Filme kann man sich sicherlich streiten (jedenfalls von meiner Betrachtungsweise aus :D ), aber der Großteil seiner US-Filme finde ich auch nach heutigen Masstäben sehr spannend und fesselnd. Ich glaube jemand der "Das Fenster zum Hof" oder so als "alten Käse" bezeichnet stört sich hauptsächlich an den Klamotten, den Frisuren, der Ausstattung, den Farben des Filmmaterials. Also so ungefähr die auch Old School Who komlett ablehnen weil da keine Computereffekte zu sehen sind. Also... absolut nicht ernstzunehmen, sowas. ;) Leute die SO denken haben meiner Meinung nach diese Filme ohnehin nicht verdient, pöh! :sleeping:

  • Ein Filmklassiker, den ich über alles liebe: All About Eve - mit Bette Davies und Anne Baxter. Und mit einem überragenden George Sanders als herrlich bösen Theaterkritiker. Außerdem hatte Marilyn Monroe in diesem Film eine ihrer allerersten Rollen: Sie hat nur ein paar kleine Szenen, aber wenn sie auftaucht, sieht man nur noch sie und keinen anderen mehr. Über die Geschichte selbst ist die Zeit hinweggegangen; es wird ein Frauenbild gezeichnet, das einfach nur antiquiert ist. Aber entschädigt wird man mit großartigen Schauspielern und schönen scharfzüngigen Dialogen. Und die deutsche Synchronfassung ist übrigens auch nicht von schlechten Eltern: Die Dialoge wurden von Erich Kästner geschrieben.


    Ich liebe den Hitchcockfilm "Der unsichtbare Dritte" (North by Northwest), eine grandiose Verfolgungsjagd, die immer wieder Freude macht. Allein schon, wie der Held von einem Flugzeug durch ein Maisfeld gejagt wird. Oder der Showdown am Mount Rushmore.


    Kapituliert habe ich bei Solaris, und zwar sowohl bei der russischen Fassung und auch beim Remake. Auch George Clooney konnte da nichts retten. Ich habe mehrfach versucht, mir die russische Verfilmung anzusehen, aber bei den vielen Autobahnfahrten bekam ich immer wieder das Gefühl, mir eine Endlosschleife anzusehen. Das ist ignorant von mir, ich weiß. Aber was will man machen?


    Und mir erschließen sich auch nicht die Filme von Stanley Kubrick. Weder 2001 noch A Glockwork Orange oder überhaupt irgendetwas von ihm läßt mein Herz höher schlagen. A Glockwork Orange hat mich sogar völlig schockiert. Ich sehe schon ein, dass das alles Meisterwerke sind, nur an mir geht das vorbei.

  • Von den hier Aufgezählten mag ich die meisten.


    Mehrfach mittendrin aufgegeben habe ich tatsächlich bei Citizen Kane. :huh: Und Vom Winde verweht mag ich auch nicht. Hauptsächlich, weil ich immer Lust bekomme, Scarlett ( aber Rhett im Prinzip auch) andauernd mit dem Kopf gegen die Wand zu klopsen, weil die so dämlich sind. Aber von der Optik her ist er ja ganz imposant.


    Der Pate, 2001, Alfred Hitchcock, da weiß ich, dass ich das früher alles großartig fand. Auch die russische Verfilmung von Solaris fand ich toll. Allerdings muss ich da immer die Einschränkung machen, dass ich früher viele Sachen vorbehaltlos toll fand und heute doch sehe, wo es sich mächtig in die Länge zieht. Das ist das, was mich selbst am meisten ärgert: Durch das inzwischen angezogene Tempo sind die alten Sachen mir zu langsam, die neuen aber zu schnell. X( Unter dem Strich finde ich also kaum noch etwas, das mir überhaupt gefällt. X( )


    Doktor Schiwago mag ich auch sehr. Klaus Kinski ist mir allerdings nicht mehr in Erinnerung. Aber Alec Guinness. :love: Und meine Russisch-Lehrerin, die sich ärgerte, dass da auch von der Oberschicht die seitlich geknöpften Hemden getragen werden. :rolleyes:


    Ich möchte auch gerne noch Frühstück bei Tiffany, Ein Herz und eine Krone und als Stummfilm-Klassiker Das Cabinet des Doktor Caligari in die Runde werfen.

    In mir ist’s nicht geheuer,
    da schläft ein Pfefferstreuer.
    Und wenn der mal erwacht,
    dann Gute Nacht!


    frei nach F.W. Bernstein

  • Ich möchte auch gerne noch Frühstück bei Tiffany, Ein Herz und eine Krone und als Stummfilm-Klassiker Das Cabinet des Doktor Caligari in die Runde werfen.


    Die mag ich auch alle. Ein Herz und eine Krone habe ich sogar damals in meiner Englisch Abiturklausur zitiert, weil es um ethischen und moralischen Journalismus ging.


    Und weil es gerade so schön aktuell ist weil Mr. Godard den Ehrenoscar bekommen hat. Ich habe mir vor ein paar Monaten seinen Film "Die Verachtung" angeschaut und hinterher auch nur gedacht, dass das verschwendete Lebenszeit war. Vielleicht ist für das männliche Publikum Brigitte Bardot die Hauptsache in dem Film, aber mich ließ das ganze doch ziemlich kalt.

  • Filmklassiker.


    Teilen sich für mich in drei Kategorien auf (nach meinem persönlichen Geschmack): Verdient die Ehre / Verdient die Ehre nicht / Warum zum *** wird dem die Ehre nicht zuteil?


    Die meisten Hitchcockfilme verdienen die Ehre, wobei mein Favorit "Das Fenster zum Hof" ist. Ein Film von Sir Alfred den ich weniger gut finde, ja sogar ein wenig in die Länge gezogen ist "Der unsichtbare Dritte" (sorry, Inazea :snoozer05: ).


    "All about Eve" ist auch einer meiner Lieblinge, wer den nicht gesehen hat, hat meiner Meinung nach wirklich was verpasst.


    Bringt mich zu Marilyn Monroe und "Manche mögen's heiß": Ein herrliches Buddy-Duo (Jack Lemmon und Tony Curtis), eine herrlich naive Marilyn und ein kultiger Schluss :thumbsup:


    Dann die Filme mit :14: Humphrey Bogart, wobei ich an erster Stelle "Tote schlafen fest" ("The Big Sleep") setze und "Casablanca" auf Platz Einskommafünf. Auch ein "Muss": Entscheidung in der Sierra" und natürlich "The African Queen". Für die anstehende Weihnachtszeit empfehlenswert ist "Wir sind keine Engel" - Bogey konnte auch witzig sein!


    Als Fan des Hobo liebe ich natürlich auch den Tramp. Und das Duo Laurel & Hardy.


    Und auch wenn ich das bestimmt schon das eine oder andere Mal erwähnt habe, die SF-Filme von Jack Arnold sind echte Klassiker ihres Genres und wahre Meisterwerke. Entstanden mit einem kleineren Budgets und mit Darstellern aus der sog. zweiten Riege sind sie atmosphärisch dicht und lassen auch die nach heutigen Maßstäben eher "nicht perfekten" Special Effects vergessen. Und gerade bei den tricks zeigt es sich, dass die Filmemacher früher sehr viel kreativer und erfinderischer sein mussten als heute, schließlich war das alles noch Handarbeit und von CGIs hatte noch kiner gehört


    Bei den alten SF-Klassikern noch der originale "King Kong" und die drei Frankenstein-Filme mit Boris Karloff


    Dann noch "Adel verpflichtet" und "The Ladykillers" mit Alec Guiness und "Cleopatra" mit Liz Taylor. Und die "Miss Marple"-Filme mit Margaret Rutherford


    Zum Abschluss meiner kleinen Liste müchte ich noch "Der Clou" in die Runde werfen, Paul Newman und Robert Redford in einer ebenso raffinierten wie amüsanten Gauner-Komödie


    (Und mit der "Paten"-Trilogie kann ich auch nichts anfangen :schulter: )

  • Einer meiner Lieblinge unter den Klassikern ist Fahrenheit 451 (Ist das ein Klassiker?), der sehr gut und in schönem Englisch war, aber nicht ganz an das geniale Buch rankam.
    Da ich bisher noch nicht soviele Klassische Filme gesehen habe, da ich immer davon überzeugt war, Filme die älter als 10 Jahre sind, sind schlicht und einfach Müll (Ja, ich schäm mich eh^^) Aber Gott sei Dank hat mir DW die Augen geöffnet.

    Currently Watching:
    Peter Davison
    Peter Capaldi

    ...und:
    Agents of S.H.I.E.L.D., Rick & Morty,
    Twin Peaks, Narcos



  • Einer meiner Lieblinge unter den Klassikern ist Fahrenheit 451 (Ist das ein Klassiker?)

    Aber wie, den find ich auch sehr schön. Ich habe nur deshalb ganz viele nicht erwähnt, weil ich mir eigentlich alle Lieblingsfilme, die ich früher hatte, übergeguckt habe. :13: Aber der steht bei mir im Schrank. :D

    Da ich bisher noch nicht soviele Klassische Filme gesehen habe, da ich immer davon überzeugt war, Filme die älter als 10 Jahre sind, sind schlicht und einfach Müll (Ja, ich schäm mich eh^^) Aber Gott sei Dank hat mir DW die Augen geöffnet.

    Immerhin hast du ja doch noch das Licht gesehen. :D

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    da schläft ein Pfefferstreuer.
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    dann Gute Nacht!


    frei nach F.W. Bernstein

  • Zitat

    Dann die Filme mit Humphrey Bogart, wobei ich an erster Stelle "Tote schlafen fest" ("The Big Sleep") setze und "Casablanca" auf Platz Einskommafünf. Auch ein "Muss": Entscheidung in der Sierra" und natürlich "The African Queen". Für die anstehende Weihnachtszeit empfehlenswert ist "Wir sind keine Engel" - Bogey konnte auch witzig sein!


    Da wir gerade bei Bogey sind: "Die Caine war ihr Schicksal" - ein Beispiel dafür, dass die Filmfassung besser sein kann als der zugrundeliegende Roman. Und Bogey als überforderter, zerrütteteter und paranoider Kapitän Quegg, mit dem man am Ende sogar Mitgefühl hat - das ist schon ein Klassiker, den ich immer gerne sehe.


    Und jetzt wieder Ignoranz von mir: Mit Casablanca konnte ich nichts anfangen.

  • Und jetzt wieder Ignoranz von mir: Mit Casablanca konnte ich nichts anfangen.

    Naja, das ist ja der eigentliche Zweck dieses Threads. Leider fällt mir partout so fast kein Klassiker ein, den ich so garnich leiden kann, ich bin sicher, es gibt welche. :10: Casablanca mag ich hauptsächlich wegen der dort herrschenden Atmospäre. Man merkt, dass sich die gesamte Welt in einem Ausnahmezustand befindet und alle irgendwie entwurzelt sind. Außerdem mag ich Conrad Veidt ( Major Strasser) sehr :love: , auch wenn er mir immer leid tut. Da hat er vor den Nazis die Flucht ergriffen, und dann hat er ziemlich viel Zeit seines leider nicht mehr so langen Lebens ( er starb 1943) damit verbracht, böse Nazis spielen zu müssen. Aber die meisten kennen ihn wohl als fiesen Jaffar in Der Dieb von Bagdad.

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    frei nach F.W. Bernstein

  • Also den Paten fand ich wirklich beeindruckend. Kein überragendes Meisterwerk, aber richtig gut.


    2001 hat mich im ersten Moment etwas müde werden lassen. Nachdem ich einmal drüber nachgedacht und ihn nochmal gesehen hatte, konnte ich das nicht mehr verstehen.
    Von "Solaris" kenne ich nur die Neuverfilmung, die mir allerdings wirklich gut gefallen hat.


    Als Klassiker bezeichnen möchte ich noch "Planet der Affen" (wenigstens den ersten Teil), den ich ausgesprochen super fand.
    Des weiteren "Alien", den ich mir heimlich mit 12 Jahren ansah. Ich hatte danach ziemliche Einschlafprobleme, aber toll ist dieser Film allemal. Unglaubliche Atmosphäre.
    Und auch noch die "Im Westen nichts Neues"- Verfilmung von 1930. Wirklich gut eingefangen, was das Buch zu sagen hatte.

  • ICh würde die alten deutschen Edgar Wallace-Filme als Klassiker bezeichnen. Und die Farbfilme finde ich nicht wirklich gut, was eher am Flair liegt. Ich finde durch die Farbe verlieren die Filme ein bisschen an, naja, "Grusel-Faktor". Ein besseres Wort fällt mir dafür einfach nicht ein :schulter:

  • Spontan fallen mir bei dem Thema erstmal keine richtigen Klassiker ein, sondern eher moderne Klassiker, die eigentlich nur auf Grund ihres Sujets ("Nazis sind böse") bei vielen in der Lieblingsfilm-Liste auftauchen, obwohl sie trotz des Themas eigentlich total scheiße sind.
    Da wäre einmal "American History X" - die Geschichte von der wundersamen Heilung eines Vollnazis und Psychopathen. Denn, und das ist das Hauptproblem des Films, Ex-Nazi Derek ist ja nicht nur ein dummer Glatzkopf, der die falschen Freunde hatte, sondern schlichtweg ein brutaler Mörder ohne Hemmschwelle, der sein Migrationshintergrund-Opfer brutal hingerichtet hat. Und der geht in den Knast, wird dort ein bißchen vergewaltigt, und schon fängt er an sich mit einem Schwarzen anzufreunden und wird zum Leuchtfeuer für Toleranz. So einfach geht das also - man kann Nazis ihre Blödheit und Mördern ihre Brutalität aus dem Kopf vögeln. Stark ! Wo darf ich mich Vergewaltiger melden ? Und dieser Hollywood-Fieberwahn kommt bei imdb auf 8.6 Sterne...


    Und dann hätten wir noch "Das Leben ist schön" - 8.4 Sterne. Ich mag ja Benigni als Taxifahrer in Night on Earth, und das Konzept, den Zuschauer nicht stundenlang zu Tode zu deprimieren, sondern ihn so zu erheitern, damit es umso mehr weh tut, wenn dann im Film die Figuren von der Realität eingeholt werden, ist auch nicht schlecht. Nur was Benigni in dem Film abzieht, ist eine geschmacklose Frechheit. Das erste Drittel des Films ist eigentlich nur eine reine Collage aus Sketchen, die Benigni scheinbar noch in irgendeiner Schublade liegen hatte und auf ein völlig überdrehte, und schrecklich selbstdarstellerische Art und Weise nun an den Zuschauer bringen möchte. Das führt dazu, daß man gar nicht mal so sonderlich traurig ist, wenn Benigni dann abgeholt und ins KZ gebracht wird. Und dann mutiert der Film ja irgendwann noch zu einem Remake von "Nackt unter Wölfen", was bei diesem zusammengestückelten, alte-Ideen-aufwärmenden, orientierungslosen Drehbuch nur konsequent ist.
    Dann lieber "Zug des Lebens" gucken. Da gibts zwar auch einen hyperaktiven Juden (den sollte ursprünglich Benigni spielen, der glücklicherweise aber ablehnte), aber ansonsten der Film um eine Gruppe Juden, die sich selbst zum Schein deportieren, wirklich unterhaltsam und spaßig. Man lacht, bis es einem vergeht - so muß das bei einem guten Anti-Nazi-Film sein.

  • Womit ich manchmal meine Probleme habe ist die große Lobpreisung von Jack Arnoldfilmen. Manche sind sicher richtige Klassiker... andere anderseits find ich einfach nur trocken und langweilig.
    Hab mich die Tage mal durch "The Space Children" gekämpft und danach beschlossen erstmal wieder die Finger von JA zu lassen :-|


    R:

  • Sehr schöner Thread und auch sehr aktuell, da ich mich heute durch "Letztes Jahr in Marienbad" von Regisseur Alan Resnais gekämpft habe. Der Film gilt als einer der Schlüsselfilme des französischen Kinos aber ich fand ihn im Prinzip unguckbar. Der Film ist klar auf Interpretation ausgelegt, hat aber im Prinzip keine nachvollziehbare Handlung und springt durch Raum und Zeit. Der Film ist bestimmt für eine bestimmte Art von Publikum toll, aber mir ist er persönlich zu unkonkret um überhaupt einen Verständnisansatz bzw. eine Basis für eine eigene Interpretation zu generieren.


    In eine ähnliche Kategorie gehört der Film "Koyaanisqatsi", tolle Bilder und in seiner Andersartigkeit sowie Zusammenstellung der Szenen sicherlich ein absolutes Meistermerk und ich würde James Monaco durchaus zustimmen, dass es einer der wichtigsten Filme seiner Zeit sein könnte. Aber mit 82 Minuten war er für mich damals eindeutig zu lang. Dieser Film ist jedenfalls körperliche Folter wenn man ihn unter Zwang ansieht (was bei mir der Fall war) und nach spätestens 30 Minuten will man eigentlich nur noch, dass er zu Ende ist. ABER ich würde ihn mir sicherlich nochmal ohne Zwang ansehen wollen wenn der Film mit seiner Bildgewalt auf Blu-Ray erscheinen sollte und ich einen großen Fernseher mit guter Soundanalage habe.


    Zu den anderen hier besprochenen Klassikern:


    "Der Pate" ist sicherlich ein toller Film, aber ich habe mich auch nicht so sehr dafür begeistern können. Ich fand Teil 1 und 2 aber jetzt nicht schlecht nur hat mir bis jetzt ein einmaliges Ansehen gereicht. Allerdings habe ich die Trilogie-Box vorgestern auch noch in der Hand gehabt. Vielleicht ist es Zeit den Film nochmal mit anderen Augen zu sehen.


    Ich konnte sehr lange nichts mit Ridley Scotts "Alien" anfangen. Teil 2 und 3 haben mir lange Zeit wesentlich besser gefallen. Das mag daran liegen, dass ich erst "Aliens" gesehen habe bevor ich mich an "Alien" herangetraut habe. Aber im letzten Jahr habe ich die Filmreihe komplett auf DVD geschaut und plötzlich fand ich Teil 1 richtig klasse. Es lohnt sich ab und zu auch mal ein zweiter Blick.

  • Sehr schöner Thread und auch sehr aktuell, da ich mich heute durch "Letztes Jahr in Marienbad" von Regisseur Alan Resnais gekämpft habe. Der Film gilt als einer der Schlüsselfilme des französischen Kinos aber ich fand ihn im Prinzip unguckbar. Der Film ist klar auf Interpretation ausgelegt, hat aber im Prinzip keine nachvollziehbare Handlung und springt durch Raum und Zeit. Der Film ist bestimmt für eine bestimmte Art von Publikum toll, aber mir ist er persönlich zu unkonkret um überhaupt einen Verständnisansatz bzw. eine Basis für eine eigene Interpretation zu generieren.


    Genau den will ich seit längerer Zeit schon mal sehen, er kling total faszinierend. :D Und zumindest die paar Szenenbilder die ich hin und wieder mal in irgendwelchen Büchern abgedruckt gefunden habe schauen sehr interessant und stylish aus. Hast du den vielleicht zufällig bei dir rumliegen oder so?


    In eine ähnliche Kategorie gehört der Film "Koyaanisqatsi", tolle Bilder und in seiner Andersartigkeit sowie Zusammenstellung der Szenen sicherlich ein absolutes Meistermerk und ich würde James Monaco durchaus zustimmen, dass es einer der wichtigsten Filme seiner Zeit sein könnte. Aber mit 82 Minuten war er für mich damals eindeutig zu lang. Dieser Film ist jedenfalls körperliche Folter wenn man ihn unter Zwang ansieht (was bei mir der Fall war) und nach spätestens 30 Minuten will man eigentlich nur noch, dass er zu Ende ist. ABER ich würde ihn mir sicherlich nochmal ohne Zwang ansehen wollen wenn der Film mit seiner Bildgewalt auf Blu-Ray erscheinen sollte und ich einen großen Fernseher mit guter Soundanalage habe.


    Hm, ich habe den vor knapp 10 Jahren mal im Kino gesehen. War eine Restaurationsfassung... oder so. Auf der grossen Leinwand war das Ding jedenfalls ein ordentliches Erlebnis, kam mir aber vorstellen dass auf einem Fernseher längst nicht so gut wirkt und nicht die selbe Sogwirkung entwickeln kann. Die Musik von Philip Glass ist auch ein ziemlicher Hammer. Habe die CD vom Soundtrack in meinem Regal stehen. Aber es stimmt schon... Ein Film zum immer wieder schauen ist er ganz bestimmt nicht. :lach:


    Ich konnte sehr lange nichts mit Ridley Scotts "Alien" anfangen. Teil 2 und 3 haben mir lange Zeit wesentlich besser gefallen. Das mag daran liegen, dass ich erst "Aliens" gesehen habe bevor ich mich an "Alien" herangetraut habe. Aber im letzten Jahr habe ich die Filmreihe komplett auf DVD geschaut und plötzlich fand ich Teil 1 richtig klasse. Es lohnt sich ab und zu auch mal ein zweiter Blick.


    Hmm, mir geht's da ähnlich wie dir. Mit dem Original "Alien" kann ich auch nicht viel anfangen. Allerdings lässt mich Ridley Scott generell ziemlich kalt und finde eigentlich jeden Film von ihm völlig uninteressant und öde. Selbst den ach so grossen modernen Klassiker "Blade Runner". Wenn's um die Thematik jenen Films geht schaue ich lieber "Ghost in the Shell".

  • Genau den will ich seit längerer Zeit schon mal sehen, er kling total faszinierend. :D

    Ist er auch, aber halt so Filme zum durchbeißen, weil er im Prinzip mit allen Konventionen bricht.


    Zitat

    Hast du den vielleicht zufällig bei dir rumliegen oder so?

    Noch ja, aber ich habe ihn aus der Uni-Bib ausgeliehen und da er Thema eines Kurses ist, wird den wohl irgendjemand das Ding demnächst zurückhaben wollen.



    Zitat

    Hm, ich habe den vor knapp 10 Jahren mal im Kino gesehen. War eine Restaurationsfassung... oder so. Auf der grossen Leinwand war das Ding jedenfalls ein ordentliches Erlebnis, kam mir aber vorstellen dass auf einem Fernseher längst nicht so gut wirkt und nicht die selbe Sogwirkung entwickeln kann. Die Musik von Philip Glass ist auch ein ziemlicher Hammer. Habe die CD vom Soundtrack in meinem Regal stehen. Aber es stimmt schon... Ein Film zum immer wieder schauen ist er ganz bestimmt nicht. :lach:

    Wie gesagt: Toller Film mit tollen Bildern und toller Musik. Das habe ich auch erkannt, aber es war damals wahrscheinlich der unpassendste Zeitpunkt dafür. Den haben wir als "Belohnung" nach 2 Wochen Arbeit wo wir fast Tag und Nacht in der Uni verbracht haben um unsere Filmchen fertig zu stellen. Ich glaube ich war noch nie so müde und so nah dran jemanden umzubringen. *g* Ich habe den Film aber auch "quasi" in groß und auf Leinwand gesehen. Aber ein Hörsaal ist natürlich auch kein gemütliches Kino.


    Als Gegenbeispiel hab ich vor kurzem den Stummfilm "Berlin - Symphonie einer Großstadt" gesehen und den fand ich wirklich faszinierend.


    Zitat

    Hmm, mir geht's da ähnlich wie dir. Mit dem Original "Alien" kann ich auch nicht viel anfangen. Allerdings lässt mich Ridley Scott generell ziemlich kalt und finde eigentlich jeden Film von ihm völlig uninteressant und öde. Selbst den ach so grossen modernen Klassiker "Blade Runner". Wenn's um die Thematik jenen Films geht schaue ich lieber "Ghost in the Shell".


    Bei Blade Runner ging es mir ähnlich. Ich weiß allerdings nicht bei welcher Fassung. Aber mittlerweile liebe ich den Film. Mir reicht aber der "Final Cut" und muss jetzt nicht alle 5 Versionen des Films sehen. Aber der Film wurde bei Veröffentlichung ja auch zerrissen und ist dann erst Jahre später von denselben Leute rehabilitiert worden. Vielleicht solltest du dem Film noch einmal eine Chance geben.


    "Vom Winde verweht" hab ich einmal gesehen und das reicht erstmal bis ich 40 oder 50 bin. Der Film hat aber die beste Darstellung einer Ehe in der Filmgeschichte. Szene 1 "Willst du mich heiraten", Szene 2 "Heirat", Szene 3 "Mann stirbt im Krieg".


    Und "2001" ist für mich so ein Film der mich lange Zeit auch nicht wirklich gereitzt hat. Aber wir sollten mal ne Blu-Ray Session einlegen. :)


    Das Problem mit den "Meisterwerken" bzw. "Filmklassikern" ist, dass viele Filme aus heutiger Sicht nicht mehr so beeindrucken können wie noch zur Entstehungszeit, aber durch ihren Stellenwert in der Filmgeschichte zu hohe Erwartungen generieren. Es erfordert vom Zuschauer schon eine gewisse Überwindung bzw. Geduld beim Schauen einiger Klassiker. Manchmal sollte man sich auch bewusst machen, dass viele "Klassiker" vor allem für irgendeine filmtechnischen Innovation so sehr gefeiert werden. "Citizen Kane" ist zum Beispiel so ein Fall und die dort enthaltenen "Neuerungen" sind für uns Normalität und uns fällt viele Besonderheiten des Films wahrscheinlich überhaupt nicht mehr auf.


    Wer sich also einen Klassiker ansehen will, der sollte sich vorher vielleicht informieren warum dieser Film überhaupt als Klassiker gilt oder nach dem Anschauen nachforschen, wenn es einem nicht erschließt.